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Zum Ende der Seite springen Die Wiederkehr des ewig Gleichen  
Beiträge zu diesem Thema Autor Datum
 Die Wiederkehr des ewig Gleichen dian 19.08.2007 13:09
 RE: Die Wiederkehr des ewig Gleichen Hansi 19.08.2007 17:25
 RE: Die Wiederkehr des ewig Gleichen deldenker 19.08.2007 18:37
 RE: Die Wiederkehr des ewig Gleichen Arne Kroger 20.08.2007 00:22
 RE: Die Wiederkehr des ewig Gleichen Kebap 20.08.2007 09:29
 RE: Die Wiederkehr des ewig Gleichen Onkel Calgmoth 21.08.2007 14:55
 RE: Die Wiederkehr des ewig Gleichen Benway 21.08.2007 16:30
 RE: Die Wiederkehr des ewig Gleichen Waldgaenger 21.08.2007 16:44
 RE: Die Wiederkehr des ewig Gleichen Benway 21.08.2007 17:17
 RE: Die Wiederkehr des ewig Gleichen Waldgaenger 21.08.2007 17:37
 RE: Die Wiederkehr des ewig Gleichen Arne Kroger 22.08.2007 06:01

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dian
unregistriert
Die Wiederkehr des ewig Gleichen 19.08.2007 13:09 Diesen Beitrag einem Moderator melden Zum Anfang der Seite springen

Tja, in dieser Rubrik steht wirklich noch nicht all zu viel drin...
Liegt es vielleicht daran, dass wir alles Gesellschaftsrelevante schon längst diskutiert haben?
Daran, dass sich in der Politik und der Welt alles ständig wiederholt? Daran, dass man heute problemlos eine Nachrichtensendung von 2004 senden könnte, ohne dass es irgendjemandem auffallen würde?
Schon vor 3 Jahren hatten wir Anschläge im Irak, Entführungen in Afghanistan, sinnlose, demokratie-vortäuschende Debatten im Bundestag, der damals noch Schröder hieß...Panik vor dem Wetter, Panik vor Kinderschändern, Panik vor der Vogelgrippe und Panik vor bösen Terroristen.
Man könnte auch eine Nachrichtensendung aus den 80er Jahren zeigen. Würde keiner merken. In Israel haben die sich damals schon das letzte bisschen Verstand aus der Birne geballert, Panik gab es damals sicher auch schon mehr als genug, genau wie sinnlose, demokratie-vortäuschende Debatten im Bundestag, der damals noch in Oggersheim stand. Ok, es gab damals noch ein anderes Haupt-Feindbild, nämlich der Feind im Osten. Aber Putin und seine westlichen Kollegen werden das schon wieder hinkriegen, da mache ich mir mal keine Sorgen.

Ich frage mich, wenn die Menschen sich schon so schwer damit tun, Probleme zu beheben, die bereits seit Jahrzehnten bekannt sind, wie hilflos werden sie dann erst sein, wenn sie einmal mit etwas komplett neuem konfrontiert werden? (der 11. September hat das ja ganz schön gezeigt, wie sich gleich alle auf den Boden werfen und zu ihrem Gott beten, sobald irgendwo am anderen Ende der Welt mal was passiert, mit dem man nicht gerechnet hätte)
Wobei über Anschläge im Irak oder Afghanistan heutzutage eh nur noch dann berichtet wird, wenn die Terroristen mal wieder mit einem Anschlag den bisherigen Highscore (der jetzt bei ungefähr 250 Toten liegen dürfte) geknackt haben.
Ansonsten interessiert das schon gar niemanden mehr, weil es eben zum medialen Alltag geworden ist.
Kennt ihr das auch? Ihr schaltet die Nachrichten ein und wünscht euch, dass irgendjemand gestorben ist, von dem man es nicht erwartet hätte... die Queen, Angela Merkel oder wenigstens Xavier Naidoo. ... scheißegal, hauptsache, dass endlich mal wieder über etwas berichtet wird, was man nicht schon vor Einschalten des Fernsehers gewusst hatte.
Wobei diese Wiederkehr des ewig Gleichen ja auch was Entspannendes hat. Doch, wirklich... Die Tagesschau anzuschauen, zu beobachten, wie da so ein steifer Typ vor blauem Hintergrund sitzt und ab und zu Bilder von alten Tattergreisen eingespielt werden, die komisch mit den Flossen schlagen und dabei ständig blubb blubb machen...
das hat schon was von einem Aquarium.
Fällt mir jedenfalls verdammt schwer, dieses "Fenster zur Welt", das der Fernseher vielleicht in früheren Zeiten mal gewesen sein mag, als etwas anderes anzusehen als ein ungewöhnliches Aquarium, in dem seltsame Fische schwimmen, die gar nicht wissen, dass ich da bin, weil sie mich überhaupt nicht wahrnehmen können.
Im Prinzip schwimmen sie nur zu meiner Unterhaltung, sie sprengen sich sogar gegenseitig in die Luft, nur, damit sich die Zuschauer daran ergötzen können oder sich sogar ein bisschen gruseln... aber davon wissen sie nichts. Sie glauben, dass dieses Aquarium, in dem sie labern, Gesetze beschließen, Kriege führen, einander entführen und befreien, Realität ist.
Osama sitzt in seiner Höhle und hält sich für den großen Held und Befreier der Menschheit. Aber er ist in Wahrheit nur ein teurer Zierfisch in unser aller Luxusaquarium, dem Fernsehgerät. Ohne ihn wäre die große Tages-Show einen Tick unspektakulärer... wir würden uns noch mehr langweilen als wir es ohnehin schon tun, wenn wir die Glotze einschalten.

Irgendwie fällt es mir jedenfalls in letzter Zeit schwer, über aktuelle Nachrichten zu schreiben oder auch nur längere Zeit darüber nachzudenken.
Es ist einfach immer die selbe Scheiße.
Es ist, als ob man stundenlang nur die Wettervorhersage ansieht. Man bekommt erzählt, welche Stürme toben und dass sich gerade schon wieder ein neuer zusammenbraut... aber man kann es ja doch nicht ändern. Wenn es regnet, dann regnet es eben. Ob man zuvor nun ausgiebig über die Beschaffenheit von Tiefdruckgebieten diskutiert hat, macht keinen Unterschied.
Politiker machen, was sie wollen, ob man sie nun gewählt hat oder nicht.
Fanatiker führen Kriege, ob man das Land, um das es geht, nun vom Namen her kennt oder nicht.
Kinderschänder töten Kinder, egal, ob man nun selber Fotos von nackten Knaben auf der Festplatte hat oder nicht.
Das Wetter interessiert sich nicht für uns. Aber wir interessieren uns für das Wetter, weil wir nunmal dessen Einfluss ausgesetzt sind. Aber ändern können wir es ja doch nicht. Wir können uns allerhöchstens mit einem Schirm wappnen, falls mal wieder extrem viel Regen angekündigt ist.. oder einfach zu Hause bleiben und ein paar Sandsäcke vor die Türschwelle legen.
Doch wenn die Flut kommt, ist es eh egal. Dann fließt das Wasser in unser Wohnzimmer, umspült das Luxus-Aquarium und wirft es um... bis wir vielleicht eines Tages tatsächlich zusammen mit dem teuren Zierfisch Osama im selben Gewässer schwimmen.
Aber bis dahin werden wir noch viele seltsame Fische von links nach rechts schwimmen sehen, und wieder von rechts nach links. Bis dahin werden sich im TV noch viele Fische gegenseitig auffressen und neuen Nachwuchs zeugen, denn vor dem Terror des ewig Gleichen gibt es kein Entrinnen.
Hansi
unregistriert
19.08.2007 17:25 Diesen Beitrag einem Moderator melden Zum Anfang der Seite springen

Jo, kann da nur zustimmen. Besonders aufgefallen ist uns das mit @MAUS, als wir vor ein paar Wochen Dokumentationen aus den 60er und 70er Jahren ansahen. Damals war alles genau gleich. Die selben blöden Politiker die stundenlang darüber schwafeln was man denn ändern könnte, der immer wiederkehrende Terror der natürlich aufs bitterste bekämpft werden muss und natürlich die schillernden Stars aus Film, Fernsehen und Musik, die uns den größten Schwachsinn verkaufen, nur um uns von der ganzen Scheiße abzulenken.

Und genau aus diesem Grund hat sich mein TV-Konsum von vllt. 30 % in der Woche auf 0,1 % in der Woche gesenkt. Seit ich aufgebrochen bin, kann ich an einer Hand abzählen wie oft ich in die Glotze sah. Meistens dann, wenn ich einen von euch besucht habe. Das liegt zum einen daran, dass ich hier keinen eigenen Fernseher habe, aber auch daran, dass ich keinen brauche. Ok, ok, ab und an würd ich mir doch einen wünschen um mir mal wieder den göttlichen Hans Bushor auf K-TV anzugucken, aber eigentlich kann ich auch auf den verzichten Augenzwinkern .

deldenker

Freund der Nacht

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19.08.2007 18:37 Diesen Beitrag einem Moderator melden Zum Anfang der Seite springen

...Und die schaffen es sogar deswegen, ein Entführung eines Kindes groß herauszubringen. Daran sieht man doch, das alles eigentlich langweilig und fad und immer das gleich ist. Als ich vor ein par Jahren angefangen habe, Nachrichten zu sehen, war ich erstmal erstaunt, von wie vielen Teilen der Erde berichtet und gesendet wird. Aber das wurde ziemlich schnell zum Alltag. Katastrophen werden zu Skandalen; "Tsunami in Südost-Asien" -> "Wo sind die Milliarden Spenden hin?"

Das einzige, was sich ändert, sind Gesichter und Namen. Die Nachrichten sind die gleichen.

Und was soll ich davon halten? Der Faulpelz ihn mir nimmt die Fernbedienung und schaltet so lange, bis er was vernünftiges findet oder er macht aus und hört Musik.
Der Verschwörungstheoretiker in mir meint, das das nur zur Ablenkung dient. Zur Ablenkung von größeren Problemen, wie dem Babarischen Kapitalismus oder der "Modernen Sklaverei" huch

"Einige Menschen in diesem Land sind sehr reich, aber die meisten von euch sind sehr, sehr arm. Und wisst ihr wieso? Weil ihr alle faule Säcke seid! Euer Land braucht Geld. Aber ihr könnt leider nicht genug Geld beschaffen. Also sag ich euch, was wir tun müssen: Wir werden die Krankenhäuser zumachen und den Leuten Arbeit geben und mehr Raketen herstellen!!"
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Arne Kroger
unregistriert
20.08.2007 00:22 Diesen Beitrag einem Moderator melden Zum Anfang der Seite springen

Als ich noch Fernsehen guckte, gab' es auch immer im Dritten "Tagesschau vor 20 Jahren".

Als ich mal meinen Lover fragte, ob wir jetzt mal was kochen sollten und der sagte, er wolle noch Tagesschau sehen, hab' ich ihm auch nur gesagt:
"Ach, die können wir doch auch in 20 Jahren gucken."

Kebap

porno jüngling aus der hölle


20.08.2007 09:29 Diesen Beitrag einem Moderator melden Zum Anfang der Seite springen

Vor 30 Jahren gab es noch den kalten Krieg zwischen Kapitalismus und Kommunismus.

Vor 30 Jahren hätten wir uns hier nicht unterhalten können, es gab noch keine WWW Foren.

Question Authority ~ Think for Yourself
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Onkel Calgmoth



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21.08.2007 14:55 Diesen Beitrag einem Moderator melden Zum Anfang der Seite springen

@Dian:

Schau' weniger fern. Bzw. komm' davon ab, die Inhalte von Nachrichtensendungen für Unterhaltung zu halten. Zur Zeit erlaube ich's mir noch zu unterstellen, dass der olle Osama sich selbst definitiv nicht als Onkel Dians doofen Nachrichtenzombie sieht. So du unterstellst, dass ARDZDFRTLPRO7 etc. [um 'mal einen Arnismus abgeändert zu übernehmen] tatsächlich über diese deine Welt - die ich 'mal ganz frech die unsrige nenne - berichten, ist das eigentlich keine Endlosunterhaltungsschleife, sondern wirklich und wahrhaftig, und daher eigentlich nichts, was man zu 'nem Calgmothschen Eskapismus umdeuten sollte. Natürlich wird der Kram auf eine gewisse ekelhafte Weise präsentiertt, weswegen ich auch keine Nachrichtensendungen mehr schaue, aber das ändert ja nichts daran, dass der Berichterstattung ja tatsächlich irgendwas Geschehenes zugrunde liegt.

Wem das Wie der präsentierten Scheiße nicht paßt, sollte 's halt nicht schauen. Oder versuchen, ob die Scheiße anders verpackt vielleicht besser schmeckt, äh...

'Indem das parlamentarische Prinzip der Majoritätsbestimmung die Autorität der Person ablehnt und an deren Stelle die Zahl des jeweiligen Haufens setzt, sündigt es wider den aristokratischen Grundgedanken der Natur, wobei allerdings deren Anschauung vom Adel in keinerlei Weise etwa in der heutigen Dekadenz unserer oberen Zehntausend verkörpert zu sein braucht.'

Keine Ahnung was zur Hölle das bedeuten sollte oder worauf ich mich da bezogen habe... Na ja, egal.
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Benway



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21.08.2007 16:30 Diesen Beitrag einem Moderator melden Zum Anfang der Seite springen

Tja, ich finds auch immer wieder belustigend-deprimierend, was den Leuten da draußen so Alles einfällt, um sich mit der unerträglichen Kontingenz des Seins tagtäglich abzufinden. Ob nun bin Ladin, Merkel, Castro oder Bastian Bosse, so wie die Nachrichten verpackt kommen tragen sie sicher nicht dazu bei, meine Irritation und Angst de r „Wirklichkeit“ gegenüber zu schmälern. Wer allerdings ernsthaft daran glaubt, dass Fernseh- oder Printnachrichten von irgendwelchen Meinungsmacherkartellen fabriziert werden hat IMO ein Problem, wenn auch mit Sicherheit ein weitaus sozialkonformeres als derjenige, der sie einfach als Sprache der schweigenden Mehrheit auffasst und trotzdem Scheiße findet.

...aber CARCASS haben nach der Heartwork auch nur noch Scheiße rausgebracht!!
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Waldgaenger
unregistriert
21.08.2007 16:44 Diesen Beitrag einem Moderator melden Zum Anfang der Seite springen

Zitat:
Original von Benway
Tja, ich finds auch immer wieder belustigend-deprimierend, was den Leuten da draußen so Alles einfällt, um sich mit der unerträglichen Kontingenz des Seins tagtäglich abzufinden.


Wieso wäre eine 'Kontingenz des Seins' unerträglich? 'Kontingenz' bedeutet doch im Grunde: es könnte auch anders sein.

Benway



images/avatars/avatar-96.gif


21.08.2007 17:17 Diesen Beitrag einem Moderator melden Zum Anfang der Seite springen

Wenn man nicht gerade @Lonewolf ist und sich die Kontingenz zum Lebensprinzip setzt, kann das doch ganz schön bedrückend sein, dass alles auch ganz Anders sein könnte, dass kein statischer Gott den Menschen fest in eine statische Welt gesetzt hat und dass sowieso alles ziemlich sinnlos da eben nicht objektiv wertvoll ist. Das ist IMO dann so ziemlich die Erkenntnis, die sich bei den meisten Menschen ergeben würde, wenn sie mal ein paar Wochen ohne Smalltalk, Infotainment, Glaube an heilige Kriege, realexistierenden Sozialismus, Gewaltenteilung oder Ähnliches erleben müssten, um dieser Erfahrung zu entgehen schafft man sich wie Ossama, Castro oder Merkel feststehende Bezugssysteme.
Die Kontingenz die ich meine mündet in die existenzialistische Absurdität. Wiki nennt sie die "soziologische Kontingenz", meinetwegen. Erleben tut sie sowieso jeder anders. Ich kann ja nicht mal @Inas Version richtig nachempfinden, obwohl die meiner von allem was ich je von anderen Menschen gehört habe noch mit Abstand am nächsten kommt.

...aber CARCASS haben nach der Heartwork auch nur noch Scheiße rausgebracht!!
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Waldgaenger
unregistriert
21.08.2007 17:37 Diesen Beitrag einem Moderator melden Zum Anfang der Seite springen

D'accord - auch wenn ich bei 'existentialistische Absurdität' an schwarze Rollkragenpullover und schlechten Rotwein denken muss...
Mir war die Ironie bei der Zuschreibung von 'Unerträglichkeit' entgangen.
Arne Kroger
unregistriert
22.08.2007 06:01 Diesen Beitrag einem Moderator melden Zum Anfang der Seite springen

Meine Güte, ich brauche nicht mal zwei Personen für eine doppelte Kontingenz.
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