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Zum Ende der Seite springen Vertrauen  
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Seneca
unregistriert
Vertrauen 01.11.2007 00:06 Diesen Beitrag einem Moderator melden Zum Anfang der Seite springen

Hallo zusammen,

wird Zeit, dass ich auch mal wieder einen Thread aufmache. Ich habe mir in letzter Zeit mal so ein bisschen meine Gedanken gemacht und über diverse Dinge rumphilosophiert. Und da bin ich auch auf das gekommen was wir als "Vertrauen" bezeichnen.
Und zwar nennt es die mdoerne Gesellschaft "Vertrauen", wenn ein Jugendlicher seinem besten Freund erzählt wie oft er sich einen runterholt oder wenn ein Bekannter seinem Kumpel ohne Nachfrage 500€ leiht und und und. Aber um solche Beispiele geht es mir hier gar nicht, sondern ich überlege mir mehr, welche Funktion Vertrauen in den zwischenmenschlichen Beziehungen hat und zwar allgemein und nicht nur zum Beispiel zwischen guten Freunden oder so.

Ich möchte das Ganze mal an einigen Überlegungen und Beobachtungen aufrollen und hoffe, dass ihr dann eurerseits euren Senf dazugeben könnt, damit ein bisschen ein Überblick entsteht.
Folgende Beobachtungen konnte ich machen:

1. Die Menschen wollen, dass man ihnen vertraut. Beispiel: Ich leihe im Sportverein jemandem meinen Schlüssel für einen Schrank für eine Minute aus und bekomme ihn danach sofort zurück. Wenn ich den Schlüssel jetzt einfach wieder kommentarlos an mich nehme, dann ist mein Gegenüber glücklich und zufrieden. Bin ich jedoch etwas misstrauischer und frage nach, ob derjenige auch wieder abgesperrt hat und aufgeräumt etc., dann werde ich sofort schief angeschaut. Und das, obwohl eine Nachfrage oder sogar ein persönliches Nachschauen ja objektiv gesehen keinesfalls schadet. Und in anderen solcher Situationen ist es eigentlich genau gleich.
Man kann also zusammenfassend sagen: Die Menschen ind gierig nach Vertrauen, auch bei Gelegnheiten, wo es objektiv gesehen eigentlich nicht unbedingt nötig ist.

2. Vertrauen schafft Brücken zu anderen:
Wenn ich offen mit jemandem rede, gegebenenfalls auch mit jemand relativ Fremdem, so bekomme ich ein deutliches Mehr an Informationen üner meinen Gegenüber zurück, wenn ich selbst bereit bin Dinge preiszugeben von denen man eigentlich meinen würde, dass sie so jemand noch nicht unbedingt wissen muss. Hier spielt ein gewisses Grundvertrauen eine Rolle, denn ich weiß ja nicht, ob mein Gegenüber vertrauenswürdig ist oder nicht. Aber dennoch: Es sind sehr schnell Brücken geschlagen und man tut sich wesentlich leichter.

3. Ein allgemeingültiger persönlicher Vertrauensgrundsatz erleichtert das Leben, beruhigt und schafft klare Verhältnisse. Ich persönlich habe mir folgenden Grundsatz vorgenommen: Ich vertraue jedem Menschen soweit wie möglich, wenn es nicht wirklich ganz konkrete Hinweise gibt, dass ich ihm nicht vertrauen sollte. Wenn jemand mir auf der Straße etwas erzählt iund es mir nach ein bisschen Nachdenken nicht unglaubwürdig oder fragwürdig erscheint, dann glaube ich es. Fertig, amen. Wenn jemand etwas von mir will, mir etwas anbietet etc, dann vertraue ich darauf, dass es derjenige ehrlich bzw gut meint, wenn es nicht gerade wahnsinnig unrealitisch ist. Und meine Erfahrung zeigt:
a) Meistens wird man nicht enttäuscht und dieser Vertrauensgrundsatz macht Entschiedungen einfacher.
b) Wenn man es nicht überprüft und es nicht gerade um was wahnsinnig wichtiges geht, dann ist es einem völlig wurscht, ob man beschissen wird oder nicht, man sieht es locker.
Beispiele:
- Jemand sagt eine Verabredung mit mir sehr kurzfristig ab, mit einer Begründung, die sich ziemlich gelogen anhört. Ich wende meinen Vertrauensgrundsatz an, glaube die Geschichte, mit vollem Wissen, dass es genauso gut erfunden sein könnte, und mache mir damit das Leben leicht. Da ich es nicht nachprüfe, werde ich auch nicht enttäuscht.
Alternative: Nachforschen, das Vertrauen verspielen und dann merken, dass alles gelogen ist, auch nicht besser. Soweiso unwichtig das ganze.
- Jemand möchte sich von mir ein Werkzeug ausleihen. Ich weiß aber, dass derjenige ein Grobmotoriker und Schlendrian ist (den ich aber trotzdem mag)und die Möglichkeit, dass ich das Teil nicht mehr in einem Stück sehe schon besteht. Da es sich jedoch um ein sehr biliges und altes Werkzeug handelt leihe ich es ihm dennoch und vertraue ihm einfach mal aus Prinzip. Ergebnis: Er ist glücklich, wir mögen uns und wenn das scheiß Teil nacher kaputt ist, ists auch egal.



So, das sind jetzt mal so Beobachtungen und Gedanken zum Vertrauen allgemein. Jetzt würde ich gerne mal wissen, ob ihr anders tickt und wie ihr das seht, also immer her mit. großes Grinsen
Arne Kroger
unregistriert
01.11.2007 05:35 Diesen Beitrag einem Moderator melden Zum Anfang der Seite springen

Ich denke mir, dass das relativ normal ist und was mit den sozialen Bedürfnissen nach Kontakt des Menschen zu tun hat, wenn man Vertrauen haben möchte.

Ich könnte da jetzt seitenlang was zu schreiben, weil das ja gerade im Moment mein Thema ist, wie man zu Menschen, die aufgrund traumatischer Erlebnisse in ihrer Kindheit, kein Urvertrauen aufbauen können, dieses dennoch herstellt.

Läuft dann eben so ab, bei Menschen, die sich wirklich nach Vertrauen sehnen, dass die zuerst einmal sich anpassen wollen an den Menschen, dessen Vertrauen sie gewinnen wollen. Jetzt in Deinem Beispiel werden die auch den Schrank wieder abschließen, um sich einzuschleimen. Das ist die Phase, da kannste mit den Menschen alles machen. Wenn die eben Dein Vertrauen haben wollen, dann machen die alles, was Du willst.
Sind dann die Erlebnisse in therapeutischen Beziehungen, wo manche schon meinen, dass ja alles toll liefe und man alles richtig gemacht habe.

Es komm allerdings irgendwann mal die Zeit, wo dieses Vertrauen sich eben als relativ dämlich erweist.
Natürlich vertraut man jedem Arbeitnehmer z.B., der alles so macht, wie es der Chef will. Mag in rein funktionalen Beziehungen auch reichen, aber nicht eben in zwischenmenschlichen. Da erwartet man eben etwas mehr als so ein Vertrauen, bei dem man nicht man selbst sein kann.
In der Arbeit mit traumatisierten Menschen ist das dann eben so, dass irgendwann die Regressionsphase folgt, da fallen die Leute in Verhaltensweisen zurück, die man längst als vergangen betrachtet hat, weil die eben wissen wollen, wie weit das Vertrauen wirklich geht.
Wirklich vertraue ich erst jemanden, wenn ich weiß, dass der mich eben auch akzeptiert, wenn ich mich wie das letzte Arschloch verhalten kann und derjenige mich immer noch akzeptiert, sprich, die Beziehungsebene nicht darunter leidet.
Deshalb sage ich ja auch allen, die mal die große Liebe mit unendlichen Vertrauen zu einem Menschen suchen, dass es denjenigen nie gelingen wird, die mehr auf Harmonie machen als auf Konflikte.
In 'ner Beziehung, die immer nur harmonisch abläuft, wird niemals wirkliches Vertrauen bestehen. Eher das Gegenteil, erst, wenn man sich mal versucht hat, sich gegenseitig umzubringen, dann ist Vertrauen auf allen Ebenen vorhanden, wenn man trotz der Gefährdung des eigenen Lebens eben dennoch an einer Beziehung festhält.

Läuft aber in der Regel nicht ganz so unharmonisch ab, sondern auf kleinerem Level. Deshalb halte ich auch eigentlich Menschen für beziehungsfähiger, die irgendwelche schwere Probleme haben wie Psychosen oder Borderliner, Suchtproblematiken etc.

Xoc

lol

images/avatars/avatar-508.jpg


01.11.2007 11:02 Diesen Beitrag einem Moderator melden Zum Anfang der Seite springen

Geld hat übrigens nur deswegen einen Wert, weil die Leute dem Geld vertrauen.

"Do you believe in free will?" "I have no choice."
E-Mail an Xoc senden
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Ace
unregistriert
01.11.2007 12:41 Diesen Beitrag einem Moderator melden Zum Anfang der Seite springen

Ich weiß nicht ob Vertrauen die richtige Bezeichnung ist. Für viele hat es etwas mit Geheimniskrämerei zu tun. Ich zumindest habe keine Geheimnisse und mache auch nicht aus Sachen irgendwas geheimnisvolles wo jeder andere es schon verheimlichen würde. Von mir aus kann jeder wissen wann und wie oft ich mir einen runterhole oder auf welche Art ich ganze Menschenmassen gerne umbringen würde. Wen interessierts und vor allem was hat man davon? Kommen sich die Leute nicht zu wichtig vor? Ehrlichkeit schafft vor allem die Basis Geheimniskrämerei interessiert mich nicht und kommt höchstens aus schlechten Soaps. (Es gibt nur schlechte Soaps.) Es ist die Ehrlichkeit die Brücken baut und nicht unbedingt das Vertrauen. Vertrauen ist schön und gut aber es setzt Ehrichkeit voraus. Ist jemand nicht ehrlich wie kann man ihm dann vertrauen? Oder würde man so jemandem wie @Seneca es angesprochen hat 500 Euro leihen?

Dieser Beitrag wurde 1 mal editiert, zum letzten Mal von Ace am 01.11.2007 13:01.


Yog-Sothoth




RE: Vertrauen 01.11.2007 13:24 Diesen Beitrag einem Moderator melden Zum Anfang der Seite springen

Zitat:
Original von Seneca
a) Meistens wird man nicht enttäuscht und dieser Vertrauensgrundsatz macht Entschiedungen einfacher.
b) Wenn man es nicht überprüft und es nicht gerade um was wahnsinnig wichtiges geht, dann ist es einem völlig wurscht, ob man beschissen wird oder nicht, man sieht es locker.

So ähnlich sehe ich das auch. b) hat vor allem noch den Vorteil, dass man dadurch evtl. feststellen kann, ob jemand nicht vertrauenswürdig ist. Leiht man jemandem z.B. einen kleinen Betrag und bekommt diesen nicht zurück, weiß man dass man ihm nicht noch mehr leihen sollte, schon gar keine größeren Beträge. Das kann sich allerdings auch als Nachteil erweisen, da ein zerstörtes Vertrauen, das Geldangelegenheiten betrifft, sich auch auf zwischenmenschliche Bereiche auswirkt, wie ich in der Zeit als ich im Jugendzentrum gearbeitet habe feststellte - sowohl bei dem "Täter", als auch bei dem "Opfer" (oft sind beide Personen gleichzeitig Täter und Opfer, wenn es um unwesentliche Beträge geht).

a) kann ich nicht völlig bestätigen, das hängt immer vom Kontext ab. Gegenseitiges Vertrauen (oder zumindest die Bemühung, falls man es mit Kleptomanen etc. zu tun hat) ist bei mir allerdings schon eine absolute Notwendigkeit für Freundschaften, sonstige Menschen sind einfach weitere Spieler in einem Nash-Gleichgewicht.
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Hansi
unregistriert
01.11.2007 13:47 Diesen Beitrag einem Moderator melden Zum Anfang der Seite springen

Du machst und hast keine Geheimnisse @Acilein? Na dann verrat uns doch endlich deinen Fetisch smile .

Ansonsten zum Thema:

Vertrauen ist schon richtig wichtig um mit anderen Menschen friedvoll und unproblematisch zusammen leben zu können. Daher sollte man schon zu den Menschen in seiner umittelbaren Umgebung zumindest ein gewisses Grundvertrauen aufbauen. Ich hab da grad ein tolles passendes Beispiel aus dem SSK hier. Das ist erst n paar Wochen her. Da feierte Peter seinen Geburtstag hier und irgendjemand schrieb auf eine seiner unbeschrifteten CD's "Neger Pop" (Peter ist schwarz). Und Peter hat so seine Probleme damit überhaupt Vertrauen aufzubauen und so setzte er sich in den Kopf, dass das jemand SSK internes von hier auf die CD geschrieben hätte und nannte letztlich auch den Namen von dem "Verdächtigen". Diese Anschuldigung war offensichtlicher großer Kappes, aber eben ein riesen Konflikt entstanden der hier heute noch rum geistert. Daher ist ein gewisses Maß an Grundvertrauen von Vorteil. Allerdings muss ich das imo nicht bei jedem Menschen aufbauen @Seneca. Wenn ich dem wildfremden Menschen der mich auf der Straße anquatscht misstraue, dann kann das sogar gesund für mich sein und selbst wenn ich ihm trauen kann und ihm Dinge von mir Preis gebe, warum sollte ich solche Dinge von ihm hören wollen, wenn ich ihn ja doch nie wieder sehen werde.

Aber wow, einmal in meinem Leben geb ich dem @Acilein Recht großes Grinsen , Vertrauen braucht bedingungslose Ehrlichkeit. Wenn mich jemand anlügt, warum sollte ich ihm dann noch vertrauen? Nur wenn man immer offen und ehrlich über alles redet, dann kann man ein Vertrauensverhältnis von Bestand aufbauen.

Und @Arne:

Zitat:
In 'ner Beziehung, die immer nur harmonisch abläuft, wird niemals wirkliches Vertrauen bestehen. Eher das Gegenteil, erst, wenn man sich mal versucht hat, sich gegenseitig umzubringen, dann ist Vertrauen auf allen Ebenen vorhanden, wenn man trotz der Gefährdung des eigenen Lebens eben dennoch an einer Beziehung festhält.

Läuft aber in der Regel nicht ganz so unharmonisch ab, sondern auf kleinerem Level. Deshalb halte ich auch eigentlich Menschen für beziehungsfähiger, die irgendwelche schwere Probleme haben wie Psychosen oder Borderliner, Suchtproblematiken etc.


Das halt ich immer noch für Kappes. Das ist hier in diesem Fall ganz speziell von den Menschen abhängig. Wenn man sich versucht gegenseitig umzubringen, dann ist doch eher der Fall, dass man sich danach hasst und aus dem Weg zu gehen versucht. Ich mein klar, wenn man immer gemeinsam durch große Scheiße laufen muss, dann schweißt das schon zusammen. Wenn man sich die große Scheiße allerdings gegenseitig aufhetzt, dann kann das eher nach hinten los gehen.
Seneca
unregistriert
01.11.2007 19:26 Diesen Beitrag einem Moderator melden Zum Anfang der Seite springen

Zitat:
In der Arbeit mit traumatisierten Menschen ist das dann eben so, dass irgendwann die Regressionsphase folgt, da fallen die Leute in Verhaltensweisen zurück, die man längst als vergangen betrachtet hat, weil die eben wissen wollen, wie weit das Vertrauen wirklich geht.


Naja, ich würde hier eher nicht das ganze als Einschleimen bezeichnen. Wenn mir jemand einen Vertrauensvorschuss gibt und mir zum Beispiel etwas leiht, wo man eigentlich meinen könnte, dass er Bedenken haben müsste. In dem Augenblick passe ich ja nicht gut darauf auf und gebe es rechtzzeitig zurück, um mich einzuschleimen, sondern einfach aus Prinzip und guter Erziehung könnte man sagen. großes Grinsen
Und der Vertrauenstest kommt gnaz von alleine ohne Absicht. Zum Beispiel weil ich eben die geliehenen 10€ aus Versehen mal vergesse zurückzugeben und es mir dann erst 2 Tage später einfällt. Aber wenn es trotz solcher Zwischenfälle klappt, dann ist das Vertrauen ja dennoch da und wird nicht beschädigt.

Zitat:
Und Peter hat so seine Probleme damit überhaupt Vertrauen aufzubauen und so setzte er sich in den Kopf, dass das jemand SSK internes von hier auf die CD geschrieben hätte und nannte letztlich auch den Namen von dem "Verdächtigen". Diese Anschuldigung war offensichtlicher großer Kappes, aber eben ein riesen Konflikt entstanden der hier heute noch rum geistert.


Und genau an der Stelle wäre es wahrscheinlich besser gewesen zu sagen: "Ok, ich weiß nicht wer es war, von euch sicher keiner, erledigt." Und das hätte man auch ruhig ind em Wissen sagen können, dass es vllt doch jemand vom SSK gewesens ein könnte, ist ja nicht auszuschließen. Aber man tut es sich selbst wesentlich einfacher, wenn man bei unwichtigen Dingen einfach mal die pauschale Vertrauenskeule schwingt und den Zwischenfall vergisst. Dann lohnt es sich auch für denjenigen nicht, der die Beschirftung zu verantworten hat, denn er bekommt kein großes Streitkino zu sehen, sondern eben nichts.^^
Hansi
unregistriert
01.11.2007 21:39 Diesen Beitrag einem Moderator melden Zum Anfang der Seite springen

Jupp, genau das @Seneca, gerade wenn man auf so engem Raum in nem Kollektiv zusammen lebt, wie wir hier. Solche wilden Anschuldigungen sind dann pures Gift und verseuchen das ganze Klima. In solchen Fällen wäre ein Grundvertrauen wirklich angebracht.
Arne Kroger
unregistriert
02.11.2007 05:34 Diesen Beitrag einem Moderator melden Zum Anfang der Seite springen

Zitat:

In dem Augenblick passe ich ja nicht gut darauf auf und gebe es rechtzeitig zurück, um mich einzuschleimen, sondern einfach aus Prinzip und guter Erziehung könnte man sagen.


Okay, wer sagt uns denn, dass gute Erziehung nicht heißt, dass man sich einschleimen soll. Ist maximal eine unterschiedliche Ausdrucksweise dafür.
Letztendlich muss man sich auch mal reell fragen, wovon man im Moment mehr hat:
Vom Vertrauen, das ein Mensch in einen setzt oder von dem geliehenen Geld.
Halte ich sehr für situationsabhängig.

Tja, @Hansi, ist nun mal meine Erfahrung, dass eine Beziehung nur dann wirklich funzt, wenn sich die Menschen in allen Lebenslagen mal kennengelernt haben. Ansonsten weiß ich auch nicht, wie Du jemals die Sicherheit erlangen willst, dass da absolutes Vertrauen besteht, wenn man das nicht auch mal austestet. Also, bei mir blieben dann auch Zweifel.
Leberkrebs
unregistriert
03.11.2007 00:45 Diesen Beitrag einem Moderator melden Zum Anfang der Seite springen

Ich glaube Vertrauen ergibt sich erstmal aus Intuition. Zumindest solange man den anderen Menschen nicht näher kennt. Allgemeine Lebenserfahrung ibt einem Hinweise, ob der andere Mensch "echt" wirkt , oder eher verdächtig. Vertrauen in der Gesellschaft nimmt leider immer mehr ab. Die Tendenz geht zu: Alle gegen alle, Ellenbogen pur.

Rattengewitter




03.11.2007 01:01 Diesen Beitrag einem Moderator melden Zum Anfang der Seite springen

Nunja Misstrauen wird den Kindern mittlerweile eingetrichtert,wie soll in so einer Gesellschaft schon grosses Vertrauen entstehen? Zumal spaetestens wenn man dann in der Lage ist sein Umfeld wahrzunehmen oder die Geschehnisse der Welt,merkt man doch das irgentetwas schief laeuft,ob nun im grossen oder kleinem Verhaeltniss?
Bsp fuer grosses Verhaeltniss:Vertrauen in den Staat,der einen einsperrt oder alles wegnimmt oder dort wo er eingreifen sollte Menschen siechen laesst.
Wie soll man da Vertrauen aufbauen,in etwas das schon arg nach beschiss stinkt?
Vertrauen kriegt man nicht geschenkt und angeboren schon garnicht.
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Hansi
unregistriert
03.11.2007 01:24 Diesen Beitrag einem Moderator melden Zum Anfang der Seite springen

Hallo @Bronstein. Wilkommen in der Unity smile . Wie hast du denn her gefunden?
Arne Kroger
unregistriert
03.11.2007 05:41 Diesen Beitrag einem Moderator melden Zum Anfang der Seite springen

@Rattengewitter:

Ich glaube aber nicht, dass irgendwer hier in der Unity es für sinnvoll hält, dass man zu einer Institution wie Staat oder einem Abstraktum wie Nation Vertrauen haben sollte.
Mir wäre es auch wesentlich lieber, dass Menschen allerhöchstes Misstrauen hätten gegenüber allen staatlichen und sonstwie machtausübenden Maßnahmen und deren Funktionsträgern.

Dafür wäre mir das in der Unity manchmal lieber, man hätte weniger Misstrauen gegenüber demjenigen, den man als "Lemming" einstuft, denn ich habe ja schon ausgeführt, dass es wesentlich mehr Menschen gibt, als man hier manchmal glaubt, mit denen man vernünftig reden kann (oder sagen wir mal, zumindest so vernünftig wie man hier mit manchen Usern reden kann).
dian
unregistriert
03.11.2007 11:44 Diesen Beitrag einem Moderator melden Zum Anfang der Seite springen

@ Seneca:
Zitat:
Die Menschen wollen, dass man ihnen vertraut. Beispiel: Ich leihe im Sportverein jemandem meinen Schlüssel für einen Schrank für eine Minute aus und bekomme ihn danach sofort zurück.

Ich bin mir nicht sicher, ob man für solche Alltags-Selbstverständlichkeiten überhaupt das Wort "Vertrauen" strapazieren sollte.
Ich würde jedenfalls nicht jedem, der mir einen ausgeliehenen Schlüssel fristgerecht zurückgibt, gleich mein uneingeschränktes Vertrauen aussprechen wollen.
Denn der Mensch wäre ja nicht nur unzuverlässig, sondern extrem dämlich, wenn er für so einen unwichtigen Scheiß wie einem Schlüssel Ärger riskieren würde, weil er sich weigert, ihn zurückzugeben. Es ist also quasi ein Akt puren Eigennutzes, dass er dir den Schlüssel zurückgibt.
Er will keinen Streit mit dir bekommen und weiß, dass er sich vom Besitz des Schlüssels wahrscheinlich sowieso nix kaufen könnte, was die Schwierigkeiten, die er im Verein für einen Diebstahl bekäme, aufwiegen würde.
Ganz anders könnte es ausssehen, wenn du derjenige bist, der ihm ausgeliefert ist. Wenn du ihm beispielsweise ein heikles Geheimnis anvertraust, was ihm, wenn er es weiterverrät, nur Vorteile einbringen würde... beispielsweise mehr Achtung in seiner Clique, oder dass dich der Verein rauswirft und er dann deinen Trainerjob übernehmen könnte, etc.
Wirklich vertrauen kann man meines Erachtens einem Menschen erst, wenn man gemeinsam auch schwierige Zeiten durchstanden hat, in denen man einander schutzlos ausgeliefert war, ohne dass man sich gegenseitig verraten hätte.
Alles andere ist nur ein Vertrauens-Vorschuss, den man einem Menschen gewährt. Und damit kann man ganz schnell auf die Schnauze fallen.
Also ich rate zu Wachsamkeit, auch wenn man natürlich offen bleiben und anderen Menschen nicht grundlos misstrauen sollte. Blindes Vertrauen allerdings, nur weil sich der andere in einer Lappalie als ehrlich erwiesen hat, würde ich auch nicht unbedingt empfehlen.

Lovecraft

Großer Alter


03.11.2007 13:27 Diesen Beitrag einem Moderator melden Zum Anfang der Seite springen

Zitat:
Original von Xoc
Geld hat übrigens nur deswegen einen Wert, weil die Leute dem Geld vertrauen.

Genau, jedenfalls in einem Papiergeldstandard - vielleicht die größte Kulturleistung der Menschheit im letzten Jahrhundert. Deshalb sage ich ja auch immer: "Vertrauen ist der Anfang von allem", wie es früher treffenderweise in einem Werbespot der Deutschen Bank hieß.

Zitat:
Original von Arne
Ich glaube aber nicht, dass irgendwer hier in der Unity es für sinnvoll hält, dass man zu einer Institution wie Staat oder einem Abstraktum wie Nation Vertrauen haben sollte.

Ich glaube schon - ich halte es nämlich (grundsätzlich) für sinnvoll. Ich sehe auch keinerlei Alternative dazu (aber ich bin natürlich auch ein obrigkeitshöriger Süddeutscher). Was sollte denn in kleinteiligen anarchistischen Strukturen besser sein? Ich glaube, es ist sehr typisch für Internetforen und speziell solche wie dieses hier, daß ein Hang zum Paranoiden besteht.

Dieser Beitrag wurde 1 mal editiert, zum letzten Mal von Lovecraft am 03.11.2007 13:29.



Sollen sie mich doch hassen, wenn sie mich bloß fürchten. (Unveröffentlichtes Abizeitungs-Lebensmotto)
E-Mail an Lovecraft senden
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Seneca
unregistriert
03.11.2007 15:59 Diesen Beitrag einem Moderator melden Zum Anfang der Seite springen

Naja. @dian. Ich glaube du hast nicht gnaz verstanden worauf ich hinaus will. Es geht ja nicht umd as Verleihen eines Schlüssels an sich und das Zurückgeben. Ich kann auch jemanden erst genua fragen, was er damit will, nachaken, ob er ihn auch wiederbringt, ihn ein Pfand hinterlegen lassen etc. Mach ich aber nicht, sondern ich geb ihm den einfach so kommentarlos. Fertig. Und das ist etwas, was man schon auch unter Vertrauensvorschuss evrbuchen kann.

Leynneh




03.11.2007 21:06 Diesen Beitrag einem Moderator melden Zum Anfang der Seite springen

Blind vertrauen würde ich ohnehin nur, wenn es um nichts geht.
Wenn ich den Schlüssel meines Vereinsschließfachs jemandem ausleihe und weiß, dass, selbst wenn ich den Schlüssel nicht zurückbekommen sollte, ich höchstens ein paar Scherereinen hätte, mich also z.B. nur bei anderen Vereinsmitgliedern beschweren müsste, damit ich den Schlüssel wiederbekomme, leihe ich ihn natürlich aus. Wenn ich allerdings weiß, dass der Verlust für mich negative Konsequenzen hätte, würde ich ihn nicht leichtfertig hergeben.
Fragen, ob er das Schließfach wieder geschlossen hat, muss ich auch nicht, wenn ich nicht befürchten muss, dass jenes ausgeräumt wird.
Dann könnte ich aber eigentlich genauso gut einfach selbst den Schlüssel verlieren; ich vertraue dem, der sich den Schlüssel ausleiht, nicht wirklich (immerhin denke ich vorher darüber nach, ob mir Nachteile entstehen, wenn ich ihm doch nicht vertrauen kann), sondern mir ist es einfach relativ egal, was mit dem Schlüssel passiert, und ich stelle mich lieber gut mit dem anderen.

Ich würde sagen, dass ein genaues Nachfragen eher als Beleidigung aufgefasst wird, weil der Gefragte sich selbst für sehr vertrauenswürdig hält und du das dann durch das Nachhaken anzweifelst, ihm also vermittelst "Ich glaube dir nicht.".


Ich persönlich glaube gar nichts, sondern räume nur ein, dass es die Möglichkeit gibt, dass es wahr ist. Wenn mir etwas unwichtig ist, reicht diese Möglichkeit auch vollkommen aus.
E-Mail an Leynneh senden Fügen Sie Leynneh in Ihre Kontaktliste ein
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Onkel Calgmoth



images/avatars/avatar-906.jpg


04.11.2007 02:09 Diesen Beitrag einem Moderator melden Zum Anfang der Seite springen

Hm, ich hab LW ja 'mal meinen Erlanger Haus- und Wohnungsschlüssel überlassen, weil er was aus meinem Briefkasten holen sollte. Gottseidank werden die Tage aber die Schließzylinder in meinem Haus ausgetauscht, was mich wieder ruhig schlafen läßt. Immerhin könnte der theoretisch einen Nachschlüssel gemacht haben, und ständig in meiner Wohnung Unzucht treiben, wann immer ich da nicht drin bin... Und das wäre ja schrecklich, äh...

'Indem das parlamentarische Prinzip der Majoritätsbestimmung die Autorität der Person ablehnt und an deren Stelle die Zahl des jeweiligen Haufens setzt, sündigt es wider den aristokratischen Grundgedanken der Natur, wobei allerdings deren Anschauung vom Adel in keinerlei Weise etwa in der heutigen Dekadenz unserer oberen Zehntausend verkörpert zu sein braucht.'

Keine Ahnung was zur Hölle das bedeuten sollte oder worauf ich mich da bezogen habe... Na ja, egal.
E-Mail an Onkel Calgmoth senden
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Arne Kroger
unregistriert
04.11.2007 05:39 Diesen Beitrag einem Moderator melden Zum Anfang der Seite springen

Was allerdings auch dann verhindern wird, dass er heimlich kommen kann, wenn Du in der Wohnung bist, um Unzucht zu treiben, @Onkel.
Sofern Du darauf Wert legen würdest!

Zitat:
Original von Lovecraft

Ich sehe auch keinerlei Alternative dazu (aber ich bin natürlich auch ein obrigkeitshöriger Süddeutscher). Was sollte denn in kleinteiligen anarchistischen Strukturen besser sein? Ich glaube, es ist sehr typisch für Internetforen und speziell solche wie dieses hier, daß ein Hang zum Paranoiden besteht.


Einfach mal die bisherigen Erfahrungswerte anschauen:
Dass dem Verweigern eines nationalen Gedanken gleich Anarchie folgen muss, sagt ja auch keiner. Nur ist es eben so, dass z.B. das kleinste Nachbarland Deutschlands, Luxemburg, den höchsten Lebensstandard in der EU hat und wäre Liechtenstein noch drin, dann hätten die das. Jedes kleine Land ist sowohl wirtschaftlich wie auch demokratisch besser als vergleichbare große Länder.
Die ökonomischen Ursachen sind sicherlich vielfältig, aber auch in dem demokratisch eben einfacheren Prozess zu finden, dass einfach ein kleineres Gebilde schneller einen Konsens erreichen kann als irgendein Riesengebilde.
Und das sollte nicht nur besser sein, da kann man das eigentlich wirklich dran sehen, dass es besser dort läuft.
Leberkrebs
unregistriert
06.11.2007 01:31 Diesen Beitrag einem Moderator melden Zum Anfang der Seite springen

Zitat:
Original von Hansi
Hallo @Bronstein. Wilkommen in der Unity smile . Wie hast du denn her gefunden?


Also ich such meist überall da, wo andere nicht suchen.
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