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Zum Ende der Seite springen Revolte und so  
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 RE: Revolte und so dian 26.01.2009 18:01
 RE: Revolte und so Seneca 26.01.2009 23:09
 RE: Revolte und so quaid 26.01.2009 23:37
 RE: Revolte und so Engel des Süden 27.01.2009 02:13
 RE: Revolte und so quaid 27.01.2009 17:05
 RE: Revolte und so Seneca 27.01.2009 12:38
 RE: Revolte und so Seneca 27.01.2009 19:16

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dian
unregistriert
26.01.2009 18:01 Diesen Beitrag einem Moderator melden Zum Anfang der Seite springen

Aber zurück zum Topic:

@ Seneca:
Zitat:
Das System hat Fehler und man kann es natürlich abschaffen oder verbessern. Die Menschen neigen (und da schließe ich euch ganz bewusst mit ein und mich auch!) aber gerne dazu, Missstände, die nicht systembedingt sind auch auf das System zu schieben, weil das wahnsinnig bequem ist einfach, denn dann muss man keine Mitschuld eingestehen. Und nach dem Umsturz wundert man sich dann, wieso die Probleme nicht verschwunden sind, sondern immer noch da.

Das kommt erst mal ganz darauf an, wie du "System" nun definierst...
wenn du dich nur auf die parlamentarische Demokratie und den Kapitalismus beziehst, ist natürlich definitiv nicht alles die Schuld des Systems.
Erweiterst du den Begriff "System" aber dahingehend, dass auch zwischenmenschliche Beziehungen, die Art, wie Eltern ihre Kinder erziehen, Religion, Medien etc. zum System dazugehören, dann sieht es schon etwas anders aus.
Wenn ich von den äußeren Umständen bzw. der Gesellschaft rede, meine ich damit in der Regel nicht nur die Wirtschafts- und Staatsform, sondern eben auch alles andere, was zur Prägung eines Menschen und dem Aufwachsen in dieser hierarchisch organisierten Welt dazugehört. Und ich denke schon, dass das so ziemlich der Hauptgrund für die derzeitigen Probleme ist.

Den Vorwurf, alles aufs System zu schieben, müsstest du außerdem in erster Linie mal diversen etablierten linken Parteien und Organisationen machen, die sich ja wirklich zu großen Teilen nur auf die üblichen Feindbilder stürzen... nach dem Motto: Wenn erstmal die Bonzen weg sind, wird alles besser.
Aber gerade das sollte ja nicht der Weg der Unity sein...
ich denke eigentlich, dass wir, mehr als die meisten anderen aus dem gesellschaftskritischen Bereich, auch Missstände wie Gruppenzwang und Herdenmentalität ansprechen, die natürlich ebenfalls zur Gesamtproblematik dazugehören, und die sich nicht alleine durch einen Politikwechsel verändern lassen.
Charakterliche (Selbst-)Optimierung gehört für mich immer mit dazu.
Nur das heißt ja noch lange nicht, dass man deshalb plötzlich nicht mehr für Steuersenkungen sein darf, nur weil du der Meinung bist, dass diese sich nicht finanzieren lassen...
Ich bin sogar für eine Senkung der Steuer auf null, nebenbei bemerkt... ich will, dass der Staat nur noch von denen finanziert wird, die freiwillig etwas zur Erhaltung unseres wunderbaren Systems beitragen möchten. Ich glaube, dann wäre der Staat nämlich in kürzester Zeit handlungsunfähig, und wir könnten endlich mal etwas neues ausprobieren. Augenzwinkern
Seneca
unregistriert
26.01.2009 23:09 Diesen Beitrag einem Moderator melden Zum Anfang der Seite springen

Du hast vollkommen Recht @dian, aber ich meinte das "auf das System schieben" auch im erweiterten Sinne.
Um mal ein Beispiel zu geben: Es gibt viele Menschen, die keinerlei inneren Antrieb haben etwas zu machen. Wirklich keinerlei. Die sind noch nicht mal in der Lage das zu tun, was ihnen Spaß macht und sich an den Dingen festzubeißen, die sie für richtig und gut halten.
Dies ist meiner Ansicht nach eine persönliche Schwäche. Von vielen wird das aber aufs System geschoben, weil ja eh alles so restriktiv, gemein und blöd ist. Das ist aber eben nichts als eine plumpe Ausrede, denn es gibt im System durchaus auch Nischen, die man problemlos nutzen kann. Aber diejenigen, die noch nicht einmal das tun, wie werden die dann die große Freiheit nutzen? Eben: Gar nicht, das einzige was denen der Sturz des Systems bringt ist, dass die Ausrede wegfällt.
Mit solchen Leuten ist kein Umsturz zu machen, weil das böse System als Fassade dient und der Antrieb und der Biss im Leben, den man auch für einen Umsturz bräuchte nicht vorhanden ist.

Dies ist nur eines von vielen Beispielen. Gerne neigen die Leute auch dazu ihre eigene Blödheit aufs System zu schieben, ohne dass auch nur irgendein System daran Schuld haben könnte.


Zitat:
Nur das heißt ja noch lange nicht, dass man deshalb plötzlich nicht mehr für Steuersenkungen sein darf,


Ihr dürft sein für was ihr wollt, ihr könnt euch auch ein Loch ins Knie bohren und Gips reinfüllen.


Zitat:
ich würde ja fast wetten, dass der möglichkeiten unter verschluss gehalten hat, wie man die bezüge der niedriglöhner hätte verbessern können, ohne dem betrieb an die substanz zu gehen.


Weshalb hätte er das tun sollen?

quaid

their law


26.01.2009 23:37 Diesen Beitrag einem Moderator melden Zum Anfang der Seite springen

weil viele in ähnlichen situationen schlechter dastehen würden, sofern sie seinem beispiel nicht folgen würden. weil es ein meilenstein wäre, der aufzeigen würde, dass es auch ohne gesetzlichen mindestlohn ginge.
aber wie es scheint, haben gewisse leute kein problem damit, menschen eine vollzeitbeschäftigung anzubieten, von der man kaum leben kann, während sie selbst ausserordentlich gut da stehen.
ergo machen sie sich möglicherweise nichtmal viele gedanken zu dem thema.
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Engel des Süden

Engelskind im Exil

images/avatars/avatar-363.jpg


27.01.2009 02:13 Diesen Beitrag einem Moderator melden Zum Anfang der Seite springen

Zitat:
Original von Seneca
Um mal ein Beispiel zu geben: Es gibt viele Menschen, die keinerlei inneren Antrieb haben etwas zu machen. Wirklich keinerlei. Die sind noch nicht mal in der Lage das zu tun, was ihnen Spaß macht und sich an den Dingen festzubeißen, die sie für richtig und gut halten.
Dies ist meiner Ansicht nach eine persönliche Schwäche. Von vielen wird das aber aufs System geschoben, weil ja eh alles so restriktiv, gemein und blöd ist. Das ist aber eben nichts als eine plumpe Ausrede, denn es gibt im System durchaus auch Nischen, die man problemlos nutzen kann. Aber diejenigen, die noch nicht einmal das tun, wie werden die dann die große Freiheit nutzen? Eben: Gar nicht, das einzige was denen der Sturz des Systems bringt ist, dass die Ausrede wegfällt.
Mit solchen Leuten ist kein Umsturz zu machen, weil das böse System als Fassade dient und der Antrieb und der Biss im Leben, den man auch für einen Umsturz bräuchte nicht vorhanden ist.



Da gebe ich Dir zum größten Teil Recht, allerdings bleibt zu berücksichtigen, das Bocklosigkeit auch durch das Umfeld hergestellt wird.

Wenn Du tausendmal auf die Fresse bekommst, kann es durchaus passieren, das man keine Lust hat mehr aufzustehen.

Beispiel:
Arbeitslose, die keine Systemgegner sind, aber trotzdem nicht mehr wollen und sich mit der Situation abfinden, da jede weitere Bewerbung eh für die Katz ist (was ja nicht der Realität entsprehen muss, aber wahrscheinlich ist)
Aus Selbstschutzt kommen dann Sprüche die gerne zietiert werden vom Mainstream, wie - Ich bin doch nicht doof und geh arbeiten.
Die Ursache liegt in der Dauerdemütigung der Ablehnung.

Ich behaupte sogar das die Verelendung nur aus diesem Grunde schrittweise gemacht wird um Revolten vorzubeugen.

Diejenigen, die noch etwas im System zu verteidigen haben, sprich kleinen Wohlstand, werden es nicht angreifen. Die Anzahl der "Enteigneten" darf nicht zu groß auf einmal werden. Erst wenn die nächste Gruppe dann kraftlos ist, kommt die nächste drann ....

Hartz 4 wäre in dieser Hinsicht fast schief gegangen, weil die Gruppe recht groß war (sozusagen grenzwertig) aber da hat das System noch einmal Glück gehabt. Und dank der Mainstreampresse werden sie ja auch weiterhin kleingehalten (Schmarotzertum und groß aufgebauschte Missbrauchs-Storys)
Da ist erst einmal Verteidigung der erste Reflex - zum Angriff hat man da denn wenig Zeit und irgendwann keinen Mut, keine Lust mehr, weil es Kraft kostet.

Dieser Beitrag wurde 1 mal editiert, zum letzten Mal von Engel des Süden am 27.01.2009 02:13.



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quaid

their law


27.01.2009 17:05 Diesen Beitrag einem Moderator melden Zum Anfang der Seite springen

die leute wissen um die lage der arbeitnehmer meistens bescheid. so zum beispiel auch bei den friseuren.
würde nun bekannt, dass pizzen aus dem grund teurer werden, damit die angestellten ein faires gehalt bekommen, wäre das für mich absolut kein grund, dieses geschäft zu meiden. im gegenteil.
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Seneca
unregistriert
27.01.2009 12:38 Diesen Beitrag einem Moderator melden Zum Anfang der Seite springen

Zitat:
Aber deine Pizza würde teurer werden, SCHEISSE!


Korrekt. Deswegen würde ich mir keine mehr bestellen, sondern selberbacken und damit käme kein einziger Euro für die Bezahlung der Mitarbeiter mehr rein.

Was dein Smilie am Anfang mir sagen soll verstehe ich nicht sry.
Seneca
unregistriert
27.01.2009 19:16 Diesen Beitrag einem Moderator melden Zum Anfang der Seite springen

Das mag im Einzelfall vllt richtig sein. Ich persönlich würde jedem zu schlecht bezahlten auch ein höheres Gehalt gönnen und bin ja durchaus auch der Meinung, dass man den Missstand des zu niedrig Entlohnens dauerhaft beseitigen sollte. Hierfür muss man das Problem jedoch an der Wurzel packen und kann nicht einfach sagen, man setzt höhere Löhne fest.

Denn es wäre nicht nur der Pizzamensch, sondern auch der Friseur, der Straßenkehrer, die Kassiererin im Supermarkt, die Bäckerangestellten, die LKW Fahrer etc etc...
Und nun darfst du dreimal raten, wen die daraus resultierende Preiserhöhung treffen würde. großes Grinsen Nein, nicht diejenigen, die soviel verdienen, dass Lebensmittel und so nur 1% ausmachen, sondern diejenigen, die nahezu 100% dafür ausgeben müssen, d.h. die Geringverdiener. Da beißt sich die Katze in den Schwanz. Mal abgesehen davon, dass es Entlassungen geben wird in hohem Ausmaße, nämlich an den Stellen, wo das Geschäft komplett unrentabel wird mit höheren Löhnen. Security im Kaufhaus zB. Wenn die mal mehr kostet als die geklauten Waren wert sind, dann werden die Wachmänner rausgeworfen und fertig.
Ich hoffe du erkennst den Pferdefuß bzw die Luftnummer an der Mindestlohngeschichte.

Es müsste ein Systemwechsel her. Denn das Problem ist: In jedem System, wo es so etwas wie "Geld" (oder sei es direkter Tausch oder was weiß ich) gibt, gibt es einen Markt. Und diesen Markt gibt es auch, wenn man eig keine Marktwirtschaft hat, ja selbst bei staatlicher Preisbindung, nämlich in dem Sinne, dass niemand gezwungen ist etwas zu erwerben, was ihm zu teuer ist. Und die Menschen, die in den Bereichen beschäftigt sind, wo ab einem gewissen Preis eben Feierabend ist, denen kann man so gut wie gar nicht helfen, auch nicht mit einem Mindestlohn. Wie gesagt, Friseur zum Beispiel: Ich werde NIEMALS 30€ für einen Haarschnitt bezahlen, weil es MIR PERSÖNLICH dieses Geld nicht wert wäre. Das völlig unabhängig davon, dass ich dem Friseur sein Geld gönnen würde. Gäbe es Mindestlohn beim Friseur mit Herrenhaarschnitt 30€, dann käme eine Schermaschine her und gut is. Andere würden es genauso machen. Die einzige Lösung wäre daher, dass Geschäftsmodell als ganzes umzustellen und komplett zu reformieren. Hierfür wäre es aber nötig, dass der Friseur mehr kann als nur Haare schneiden und die Kassiererin mehr als nur kassieren. Ich fürchte daran dürfte es bei einigen scheitern.
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