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dian
unregistriert
02.06.2015 16:08 Diesen Beitrag einem Moderator melden Zum Anfang der Seite springen

@ nemesus:
Zitat:
Und tue mir den Gefallen und behandel mich nicht so, als würde ich das Schulsystem für gut halten. Das tue ich nicht und das weißt Du. Aber es ist wesentlich besser als in einem Umfeld zu hängen, dass noch weniger Bildung vermittelt.

Dann tue mir aber auch den Gefallen und behandel mich nicht so, als würde ich Bildung kategorisch ablehnen. Das tue ich nicht und das weißt Du.
Aber ich sehe zu viel "gebildete" Leute da draußen, die sich wie Arschlöcher verhalten... (natürlich auch mehr als genug ungebildete)... als dass ich deiner These "Mehr Bildung = bessere Menschen" so einfach zustimmen könnte.
Also muss es noch an was anderem liegen... vielleicht daran, wie das Wissen vermittelt wird... der zu hohe Stellenwert des Konkurrenzkampfes... und dass die jungen Leute zu wenig darüber lernen, wie man sich selbst reflektieren kann und die Herde, in der man lebt, kritisch betrachtet.
Und wenn solche grundliegenden Dinge in einem Schulsystem falsch laufen, dann wird das auch durch Klangschalen, Wichtelaktionen und Schulhunde nicht fundamental besser, allenfals "erträglicher" für die Schüler... aber "erträglicher" heißt eben unter Umständen auch, dass man weniger Schüler finden wird, die noch gegen die grundsätzlichen Probleme des Systems aufzumucken wagen.
Das war es eigentlich, was ich in diesem Thread sagen wollte. Und wenn du das eigentlich genauso siehst, von ein paar Details mal abgesehen, dann stimm mir doch zur Abwechslung einfach mal zu, verdammt noch mal, anstatt immer zu widersprechen, nur damit wir was zum Diskutieren haben.
Wenn mir sogar Ya2k mal zustimmt, sollte das doch auch für dich möglich sein... großes Grinsen
dian
unregistriert
02.06.2015 17:16 Diesen Beitrag einem Moderator melden Zum Anfang der Seite springen

@ Zitterbart:
Zitat:
Es könnte aber z.B. doch auch möglich sein, sich bereits in der Schule stark zu spezialisieren, wenn man schon sehr genau weiß, was man später einmal machen will.

Naja, dagegen kommt ja dann immer das Standardargument "Das können Schüler in dem Alter noch nicht wissen, ob sie später mal Architekt oder lieber Arzt werden wollen oder Künstler. Daher ist es wichtig, dass sie in allem gleichermaßen gebildet werden, um später noch alle Optionen offen zu haben."
Ich denke aber schon, dass sich schon recht früh abzeichnet, wofür ein Kind talentiert ist und wofür nicht. Es wäre halt hilfreich, wenn es dann auch Erwachsene gäbe, die sich dafür interessieren, dass das Kind optimale Unterstützung für seine speziellen Talente bekommt, und nicht einfach irgendwelche Noten in Zeugnisse eintragen und glauben, dass das Kind dann schon von selbst seinen Weg finden wird dank der Selektion.

Wenn ich zurückblickend an meine eigene Schulzeit denke, waren die meisten Lehrer wirklich nur darauf fixiert, das Fachwissen zu vermitteln, das sie eben zu vermitteln hatten. Wenn ein Schüler in dem konkreten Fach nicht gut war, war er meistens auch beim Lehrer unten durch, so nach dem Motto "Das ist ja ein hoffnungsloser Fall, dem kann ich nicht helfen, wenn er sich nicht für mein Unterrichtsfach interessiert"
Dass sich Lehrer fächerübergreifend dafür interessiert hätten, dass ihre Schüler richtig gefördert werden, war vielleicht in der Grundschule noch häufiger der Fall, wo es auch weniger Lehrer-Wechsel gab. Aber spätestens auf den weiterführenden Schulen macht fast jeder Lehrer nur noch seinen Job (und ist damit auch schon voll ausgelastet wegen der hohen Schülerzahlen, etc.)
Auf dem Gymnasium wüsste ich jetzt von bestimmt 20 Lehrern, die ich hatte, gerade mal einen, der wirklich daran interessiert war, was aus seinen Schülern wird. Der ist sogar zu Eltern nach Hause gekommen, weil es ihn interessierte, zu sehen in welchem Milieu die Schüler lebten.
Besagter Lehrer hat mir auch damals schon gesagt, ich werde später mal Künstler werden... und das hab ich ihm erstmal nicht geglaubt, weil ich Kunstunterricht immer als lästig empfand und große Schwierigkeiten hatte, auf Knopfdruck kreativ zu sein.
Aber er hat wohl über die bloßen Schulnoten hinausgeblickt und irgendwas an meinem Wesen erkannt, was ihn zu dieser Annahme veranlasst hatte.
Doch naja, wie gesagt, das war ein Einzelfall, und er war auch bisschen irre im Kopf und wurde auch von den Kollegen eher belächelt.
Trotzdem denke ich im Nachhinein, es bräuchte mehr von seiner Sorte. Auch wenn ich damals oft mit ihm aneinander geraten bin.

Dieser Beitrag wurde 2 mal editiert, zum letzten Mal von dian am 02.06.2015 17:19.


Nemesus



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re: dian 02.06.2015 18:13 Diesen Beitrag einem Moderator melden Zum Anfang der Seite springen

@dian:

Zitat:
Dann tue mir aber auch den Gefallen und behandel mich nicht so, als würde ich Bildung kategorisch ablehnen. Das tue ich nicht und das weißt Du.


Da steckt ja eine Aussage drinnen, die ich unbedingt noch einmal herausstellen möchte:
DIAN LEHNT BILDUNG NICHT KATEGORISCH AB. DIAN LEHNT BILDUNG NICHT KATEGORISCH AB. DIAN LEHNT BILDUNG NICHT KATEGORISCH AB. DIAN LEHNT BILDUNG NICHT KATEGORISCH AB. DIAN LEHNT BILDUNG NICHT KATEGORISCH AB. DIAN LEHNT BILDUNG NICHT KATEGORISCH AB. DIAN LEHNT BILDUNG NICHT KATEGORISCH AB. DIAN LEHNT BILDUNG NICHT KATEGORISCH AB. DIAN LEHNT BILDUNG NICHT KATEGORISCH AB. DIAN LEHNT BILDUNG NICHT KATEGORISCH AB.

So, genug davon. - Das sollte auch für die Dümmsten reichen.

Zitat:
Aber ich sehe zu viel "gebildete" Leute da draußen, die sich wie Arschlöcher verhalten..

Tust Du das? Woran machst Du deren Bildung fest? An einem abgeschlossen Studium vielleicht? Soweit würde nicht einmal ich gehen, denn damit würde ich dem Schul/Uni-System mehr Aussagefähigkeit einräumen, als es hat. Immerhin habe ich mir das meisten Wissen privat angeeignet. Die Universität sah ich in meinen Studentenzeiten eher als Informationspool.

Mit anderen Worten, dian: Es könnte auch sein, dass Du Dich vom Bildungssystem blenden lässt, und Du aufgrund einer Auszeichnung dieses Systems die Ausgezeichneten für besonders gebildet hältst. Ich jedoch denke, dass denen, die Du als gebildete Arschlöcher bezeichnest, bestenfalls Fachidioten sind, denen mangelnde Bildung auf anderen Gebieten sie zu Arschlöchern macht.

Umgekehrt stelle ich aber fest, dass ich intelligente Bücher, Filme, Musik, selbst Videospiele zu schätzen weiß und mein Leben wäre deutlich ärmer, wären diese intelligenten Menschen nicht gewesen. - Auf der anderen Seite wäre es deutlich reicher, wenn die dumme Masse nicht so viele intelligente Menschen auf dem Gewissen hätte.

Das gilt sogar den Bereich der Religion. - Die meisten religiösen Menschen können mir gestohlen bleiben, und dennoch gab es religiöse Menschen, Kapazitäten auf ihren Bereichen, deren Gegenwart (zumindest kurzfristig) angenehm war.

So kommen wir also nicht weiter. Aber wenn ich Deinen Worten folge, könnte man die Unfähigkeit, Freund zu sein, in Deinem Wertesystem mit Arschloch-Sein gleichsetzen.

Hier hilft uns, so paradox es scheinen mag, die Kybernetik weiter. Gedenken wir also einem Moment William Ross Ashby, seines Zeichens Psychiater, Kybernetik-Pionier und Systemtheoretiker und seinem Gesetz!

Merke auf: "Ein System, welches ein anderes steuert, kann umso mehr Störungen in dem Steuerungsprozess ausgleichen kann, je größer seine Handlungsvarietät ist."

Ähnlich könnte man formulieren: "Ein System A muss mindestens genau so komplex oder komplexer als System B sein, um System B vollständig erfassen zu können.

Und damit wieder zurück, zu Dir dian. Ist Dir, im Rahmen Deiner Selbstkritik vielleicht, schon einmal aufgefallen, dass Du oft über Freundschaft redest, aber eigentlich kaum, was Du darunter verstehst?

Vermutlich wirst Du mit ziemlich schwammigen Aussage: Ein Freund muss für einen da sein können." auch noch etwas anfangen können.

Ich würde eher sagen: Im Leben aller Menschen gibt es diverse Störungen, die uns zeitweilig "befallen". Eine davon ist der Wunsch, sich umzubringen. In diesen, dunklen Momenten bräuchten wir Freunde, die auf uns eingehen können und für uns funktionieren, wenn wir gerade gestört sind. Freunde sind also Menschen, die uns wieder entstören können.

Und Bildung schafft Komplexität, wie man im Querschnitt von Hirnen deutlich sehen kann: Je besser die Denkleistung, desto stärker die Faltenbildung im Hirn. - Also selbst das Äußere des Hirns wird seiner Struktur nach komplexer.

Zitat:
Und wenn solche grundliegenden Dinge in einem Schulsystem falsch laufen, dann wird das auch durch Klangschalen, Wichtelaktionen und Schulhunde nicht fundamental besser, allenfals "erträglicher" für die Schüler... aber "erträglicher" heißt eben unter Umständen auch, dass man weniger Schüler finden wird, die noch gegen die grundsätzlichen Probleme des Systems aufzumucken wagen.

Erinnerst Du Dich eigentlich an diesen abschließenden Dialog in "Club der toten Dichter", in dem die beiden Lehrer miteinander reden? Da möchte ich doch ausrufen:"Oh Captain, mein Captain."

Ich erinnere mich, wie ich in meiner Abi-Zeit, die Schule schwänzte, um mit meiner ersten Freundin zu frühstücken, die ebenfalls schwänzte. Und ich erinnere mich daran, wie ich am frühen Morgen, im Nebel, Zuflucht an einem Fluss unter einer Trauerweide Hesse zu lesen. Ich las, was ich empfand und war furchtbar ungehalten darüber, dass es der Schule vollkommen egal war, wie ich mich fühlte. - Denn meine Stimmung war in dieser Zeit oft melancholischer Natur, und passte nicht wirklich zu Französisch und Wirtschaft. (C’est la vie.)

Aber genau diese Erfahrungen brachten mich dazu, meine Ideen von der Wichtigkeit von Freundschaft zu intensivieren. Oder anders: Wenn das Schulsystem schon wenig nützlich war, um mir genügend Bildung ins Hirn zu pumpen, so weitere es erst meine Vorstellung von Zwischenmenschlichkeit.

Jedenfalls kann ich Dir sagen, dass Kangschalen und Wichtelaktionen vermutlich genau so nützlich sind, wie Sitzstreiks, Lichterketten und Unity-Ausdunstungen gegen das böse Schulsystem. Ein Klassenhund könnte da schon eher helfen, weil entspanntes Lernen auch entspannten Machtzuwachs bedeutet. Und ohne Macht ist man ziemlich ohnmächtig, ganz gleich, was man in seinem Leben vorhat.

N.
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Nemesus



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re: Zitterbart 02.06.2015 18:18 Diesen Beitrag einem Moderator melden Zum Anfang der Seite springen

Zitat:
Naja, warum denn eigentlich? Muss der handwerklich begabte Schüler sich unbedingt mit Englisch quälen, wenn er es in seinem Beruf später nie benötigen wird? .


Auf jeden Fall! Denn es geht nicht nur um den Job im Leben. - Das wäre selbst mir zu materiell. Es geht um das Bewusstsein und dessen Zuwachs und für Blicke über den Tellerrand eignet sich Englisch ganz hervorragend.

Und wenn wir schon dabei sind: Es ist kein Zufall, dass die geistige Flexibilität von Abiturienten in der Regel wesentlich größer ist als die von Erstsemestern.

Ich mache eindeutig die einseitige Ausrichtung des Lernens in Universitäten dafür verantwortlich. Nach meinem Dafürhalten müsste ein Staat, der sich zivilisiert nennt, für jeden Menschen, in egal welchem Beruf lebenslangen Zugriff auf die Universität zur Verfügung stellen, und dies nicht nur in einer Disziplin, sondern in allen. Allerdings würde in einem solchen Staat das Wort Quälen im Zusammenhang mit Lernen wohl nicht fallen.

Das wird jedoch in einem Staat auf dieser Welt zu unserer Lebenszeit nicht verwirklicht werden, weshalb ich für eine kleine, feine Gruppe von Individuen bin, die gegenseitig lernten - Ich arbeite daran.

N.

Dieser Beitrag wurde 1 mal editiert, zum letzten Mal von Nemesus am 02.06.2015 18:57.

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Nemesus



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re: zitterbart 03.06.2015 11:35 Diesen Beitrag einem Moderator melden Zum Anfang der Seite springen

Ich stimme Dir zu, dass "Lernen, wie man lernt" nie Teil des Lehrplans war aber sein sollte. Dennoch wäre ich an Deiner Stelle vorsichtiger, mit dem Wort "Talent".

Nach meiner Überzeugung könnte jedes Baby (sofern es medizinisch gesund ist) später wirklich jedes beliebige Studium erfolgreich abschließen, sofern in der Kindheit nichts falsch gemacht wurde.

Talent mag es geben, aber das ist etwas, was weit nach dem Studium eine Rolle spielt.

Abschließend: Ich hörte von einem russischen Hypnotiseur, der sich einen Spaß daraus machte, das Unterbewusstsein Freiwilliger so zu manipulieren, dass sie im wachbewussten Zustand davon ausgingen, einen führender Wissenschaftler in einer beliebigen Disziplin in ihrem Stammbaum zu haben.

Je nachdem, welche Disziplin sich der Hypnotiseur für die Zielperson ausdachte, war die Zielperson in exakt dieser Disziplin tatsächlich wesentlich leistungsstärker als zuvor.

In den nächsten Jahren wird die Technik hoffentlich weiter kommen, so dass das Hirn vielleicht irgendwann mit dem Netz oder anderen Hirnen verbunden werden kann.

Ich jedenfalls wäre sofort dabei.
Cyborg Nemesus. - Das könnte die Welt retten!

Eine andere Möglichkeit, die Leistungsfähigkeit eines Menschen zu steigern, besteht übrigens im Abschalten bestimmter Hirnregionen mittels elektromagnetischer Wellen. Der Grund: Das Hirn ist evolutionärwissenschaftlich betrachtet ein Filter.
Ich habe recht ungeschickte "Maler" gesehen, die nach dem Abschalten ca. 15 Minuten extrem großartige, sehr detaillierte Zeichnungen erstellen konnten. Das, was vorher noch ein Oval mit 4 Beinen war, war danach ein Hund, so gut gezeichnet, wie von einem professionellen Maler.

http://www.zeit.de/2007/30/Intuition

http://de.wikipedia.org/wiki/Allan_Snyder_%28Wissenschaftler%29

N.

Dieser Beitrag wurde 3 mal editiert, zum letzten Mal von Nemesus am 03.06.2015 12:22.

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dian
unregistriert
03.06.2015 12:41 Diesen Beitrag einem Moderator melden Zum Anfang der Seite springen

Zitat:
Cyborg Nemesus. - Das könnte die Welt retten!

Gott bewahre!
Ich sehe es schon vor mir... so ähnlich wie im Film "Transcendence"... Jeder wird optimiert, ob er möchte oder nicht. Und irgendwann werden die noch-nicht optimierten Menschen das ziemlich unheimlich finden. Dann gibt's viel sinnloses Geballere, und am Ende zieht ein Vertrauter dem Guru den Stecker raus, und der allmächtige Guru versteht gar nicht, wieso... er hat es doch eigentlich nur gut gemeint, wollte Krankheiten heilen, Kriege verhindern und Kinder von der Straße holen...
Man hat es schon nicht leicht als unverstandenes Universalgenie. Augen rollen

Schuschinus

Üka Nyt pratt Hurdelhabadan

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03.06.2015 12:55 Diesen Beitrag einem Moderator melden Zum Anfang der Seite springen

Ich schmeiße mal die Überlegung in den Raum, dass es nützlich sein könnte, den Schülern mehr Freiheit in ihrer Heftführung zu gewähren. Ich habe immer gerne überall Bilder raufgemalt. Das wurde aber gerade in den ersten Schuljahren systematisch unterdrückt (zumindest zu meiner Zeit noch). Dabei fühlt man sich gleich viel heimischer in einem Heft voller Figuren, die die Stimmung zu der Aufgabe ausdrücken, die Assoziationen zum Gelernten bilden. Und Notitzen habe ich am liebsten da hingeschrieben, wo sie zugehören, auf den Aufgabenzettel, an den Rand, zwischen die Zeilen, und nicht auf eine andere Seite mit Nummern versehen. Ich war sehr froh, als das später nicht mehr so wichtig war. Es hat auch die lästigen Hausaufgaben erleichtert, wenn man seine Energie ganz auf den Inhalt verwenden kann, und nicht seine Zeit damit verschwenden muss, sie in einer dem Lehrer gefälligen, aber für einen selbst völlig ungeeigneten Form anzufertigen.
Im Abi hatten die anderen dann riesige Aktenordner voller fein säuberlich beschrifteter, steril und gleich aussehender Zettel, was ihnen das Gefühl vermittelte, eine riesige Menge Lernstoff zu haben. Ich hatte den ganzen Stoff auf wenige Zettel zusammengefasst, bis auf den letzten Zentimeter mit winziger Schrift vollgekliert mit sich den Zeilenlängen anschmiegenden Trennlinien dazwischen. In den Klausuren konnte ich diese Zettel wie Landkarten vor meinem geistigen Auge sehen, von denen ich die Antworten abschreiben konnte. Ein Lehrer sagte mal, man sollte immer einen Spickzettel schreiben, dann braucht man ihn nicht mehr.

Individuelle Heftgestaltung ist ja nicht gleichbedeutend mit unleserlich, gibt auch Schüler die gerne schön schreiben. Sie überlegen ja schon wieder mehr darauf zu achten, weil wegen die Computers das Handschrift verkommt. Aber wenn man den Schülern saubere Heftführung als Nebensache zu einer langweiligen Aufgabe einprügelt, wird das kaum auf Gegenliebe stoßen. Mit voller Aufmerksamkeit an die Schönheit von Kalligraphie und mathematischer Formen heranzuführen ist vielleicht sinnvoller, vielleicht auch nicht. Ist doch alles widersprüchlich.
Wenn ich so junge Shaolin sehe, diese kleinen Hosenscheißer, die uns alle platt machen könnten, bevor wir merken was los ist. Die schmeißen ihre Kindheit auf den Müll, schinden sich tagein tagaus und erreichen damit, was doch eigentlich jeder von alleine können sollte: Ausgeglichenheit, Selbstbeherrschung, erweitertes Bewusstsein...Menschsein ist ein Drahtseilakt.

Zu den Hirnhälften gibts diesen alten Thread
Rational oder Intuitiv?
Bei mir dreht sie sich im Uhrzeigersinn. Mit einem Spiegel und abdecken krieg ich sie andersrum, aber das springt immer wieder zurück. Juhu, ich bin was Besonderes großes Grinsen Aber ich habe das Gefühl, in meinem Kopf tobt ein erbitterter Kampf zwischen Gefühl und Verstand.
Weiß jemand, welchen Einfluss die Umerziehung der Händigkeit auf das Gehirn hat? Kommt man da nur ein bisschen durcheinander, oder kann man davon richtig balla balla werden?

Dieser Beitrag wurde 1 mal editiert, zum letzten Mal von Schuschinus am 03.06.2015 13:01.

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Nemesus



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re: dian 03.06.2015 13:00 Diesen Beitrag einem Moderator melden Zum Anfang der Seite springen

Zitat:
Man hat es schon nicht leicht als unverstandenes Universalgenie.

Leichter, als Du denkst.

Den Film, den Du ansprichst, fand ich enttäuschend. Es wäre viel cooler gewesen, wenn niemand den Stecker gezogen hätte. Aber nebenbei bemerkt: Genau deshalb, um böses Blut zu vermeiden, möchte ich ja auch nur Freiwillige gewinnen. Der Rest der Welt kann mir mal... die Spesen bezahlen. - Natürlich auch freiwillig.

N.

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Eev

farewell

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03.06.2015 20:45 Diesen Beitrag einem Moderator melden Zum Anfang der Seite springen

@ dian

Unter dem Aspekt das die Eltern genügend ausgebildet wären und sich auch richtig um die Kindern kümmern würden, hätte ich auch nichts gegen eine freiwillige Schulpflicht. Es ist aber leider nicht so, daher sehe ich die Schule (Pflicht) noch als letzte Chance für die Kinder, noch Fähigkeiten zu erlernen, eher sie erwachsen werden. (meine damit kein Wissen ansammeln)
Es bringt ja nichts, immer nur an das "was wäre wenn" zu denken, sondern mal das Beste aus dem zu machen, wie es gerade ist... sonst tritt man vor lauter Vorstellungen und Wunschdenken immer nur auf der Stelle und es würde sich nie etwas ändern. Manchmal müsste der Stein nur ins rollen gebracht werden, vielleicht änderert sich das Schulsystem halt erst in eine andere richtung, etwas langsamer und käme vielleicht doch mal an ein sinnvolles Ziel.


Und ja... in diesen einem Aspekt war meine Kindheit sehr ideal,
aber genauer betrachtet, war meine Kindheit eher Traurig, aber das lag an meinen persönlichen Problemen, mit denen ich alleine war.
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Zitterbart

Salzig schmeckt der Wind


03.06.2015 21:25 Diesen Beitrag einem Moderator melden Zum Anfang der Seite springen

Zitat von Nemesus:

Ich stimme Dir zu, dass "Lernen, wie man lernt" nie Teil des Lehrplans war aber sein sollte. Dennoch wäre ich an Deiner Stelle vorsichtiger, mit dem Wort "Talent".

Nach meiner Überzeugung könnte jedes Baby (sofern es medizinisch gesund ist) später wirklich jedes beliebige Studium erfolgreich abschließen, sofern in der Kindheit nichts falsch gemacht wurde.

Das mag durchaus sein ... Aber nicht alle Menschen können sich halt gleichermaßen für die gleichen Dinge begeistern. Da müsste man dann ganz anders ansetzen ... Wenn man dem Lernen aber gleich durch Zwangsunterricht einen faden Beigeschmeck gibt, dann ist die Wahrscheinlichkeit, dass das eigene Potential zum Lernen freiwillig ausgeschöpft wird, wohl äußerst gering. Statt als lästige Pflicht könnte man Lernen doch auch als das in menschliche Leben einführen, was es meiner Meinung nach eigentlich sein sollte: Eine ständige selbstgesteuerte Weiterentwicklung. Ich habe schon öfter gehört, dass Austauschschüler aus den skandinavischen Ländern regelmäßig recht erschrocken über das Klima an deutschen Schulen sind. Und damit meinen sie wohl nicht das Wetter. smilie26

Zitat von Schuschinus :
Im Abi hatten die anderen dann riesige Aktenordner voller fein säuberlich beschrifteter, steril und gleich aussehender Zettel, was ihnen das Gefühl vermittelte, eine riesige Menge Lernstoff zu haben. Ich hatte den ganzen Stoff auf wenige Zettel zusammengefasst, bis auf den letzten Zentimeter mit winziger Schrift vollgekliert mit sich den Zeilenlängen anschmiegenden Trennlinien dazwischen. In den Klausuren konnte ich diese Zettel wie Landkarten vor meinem geistigen Auge sehen, von denen ich die Antworten abschreiben konnte. Ein Lehrer sagte mal, man sollte immer einen Spickzettel schreiben, dann braucht man ihn nicht mehr.

Nicht schlecht ... Das ist ja im Prinzip auch so eine Art Loci-Methode, nur dass du dann (dank guten visuellen Vorstellungsvermögens) gleich den Stoff an die verschiedenen 'Locations' pinnen konntest. Das könnte ich z.B. nicht. smile
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Zitterbart

Salzig schmeckt der Wind


03.06.2015 21:48 Diesen Beitrag einem Moderator melden Zum Anfang der Seite springen

Zitat von Eev:

Es bringt ja nichts, immer nur an das "was wäre wenn" zu denken, sondern mal das Beste aus dem zu machen, wie es gerade ist... sonst tritt man vor lauter Vorstellungen und Wunschdenken immer nur auf der Stelle und es würde sich nie etwas ändern. Manchmal müsste der Stein nur ins rollen gebracht werden, vielleicht änderert sich das Schulsystem halt erst in eine andere richtung, etwas langsamer und käme vielleicht doch mal an ein sinnvolles Ziel.

Stimmt natürlich ... Aber ist denn wirklich zuviel verlangt, wenn man den Kindern z.B. im Lateinunterricht sagt, dass man sich die Bedeutung von cubare=liegen besser merken kann, wenn man sich dazu bildlich eine auf einer Bahre liegende Kuh vorstellt und die Schüler ermuntert, auch für andere Wörter solche Bilder zu finden? Nur als Beispiel für verbesserte Lernmethoden im Vergleich etwa zum sturen Auswendigpauken. Ist ja eigentlich relativ leicht umzusetzen ... In meiner Schulzeit ist aber kein Lehrer auch nur ansatzweise auf so eine Idee gekommen. Vielleicht auch aus Furcht ums eigene Ansehen.
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dian
unregistriert
03.06.2015 23:23 Diesen Beitrag einem Moderator melden Zum Anfang der Seite springen

@ Nemesus:
Wahrlich kein Film, den man unbedingt gesehen haben muss. Hatte aber schon irgendwie vermutet, dass du ihn trotzdem kennst. Augenzwinkern
Aber jetzt mal ganz im Ernst:
Ich finde deine Denkweise, dass theoretisch alle Menschen mit der richtigen frühen Förderung jedes beliebige Talent entwickeln können, eigentlich sehr sympathisch. Auf jeden Fall besser als die Verwertungslogik des heutigen Systems, wonach gar nicht jeder Schüler talentiert sein darf, weil ja sonst keine Idioten mehr da wären für die Idiotenarbeit.
Dennoch frage ich mich, ob das wirklich möglich ist... ob in uns wirklich alles angelegt ist, und man es nur zu aktivieren braucht, oder ob nicht doch noch etwas anderes da ist, seien es die Gene oder eine "Seele", was die Menschen verschieden macht und daher auch zu unterschiedlichen Interessen und Vorlieben führt.
Wenn du meinst, die "Persönlichkeitsbildung" findet erst später statt, nicht in den ersten Lebensjahren... heißt das im Gegenzug, du meinst dass sich Kleinkinder alle noch ziemlich ähnlich sind? Bis zu welchem Alter?
Schon bei Babys gibt es doch gewisse Unterschiede, wie beispielsweise dass das eine Baby ziemlich viel schreit, während das andere eher still ist. Natürlich reagieren sie auf gewisse Reize fast alle ähnlich und machen ähnliche Entwicklungsschritte durch, dennoch wage ich zu behaupten, dass Charakter und Persönlichkeit schon sehr früh entstehen.
Wieso sind die einen Kinder schüchtern und andere nicht? Man könnte jetzt sagen, das schüchterne Kind hat eben mehr Zurückweisung oder sonstige negative Dinge erlebt, und ist deshalb vorsichtiger als das draufgängerische Kind. Aber macht nicht jedes Kind beim Heranwachsen eine Vielzahl positiver sowie negativer Erfahrungen? Warum entwickeln sie sich dann doch so unterschiedlich, wenn da nicht vorher schon eine bestimmte Veranlagung, entweder in die eine oder die andere Richtung zu gehen, dagewesen ist? Und diese Veranlagung existiert meiner Meinung nach eben nicht nur in Bezug auf die Charakterentwicklung, sondern auch im Bezug auf Talente, Fähigkeiten, und vor allem auch Abneigungen.

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Nemesus



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re: 04.06.2015 13:58 Diesen Beitrag einem Moderator melden Zum Anfang der Seite springen

@eev:

Zitat:
Unter dem Aspekt das die Eltern genügend ausgebildet wären und sich auch richtig um die Kindern kümmern würden, hätte ich auch nichts gegen eine freiwillige Schulpflicht. Es ist aber leider nicht so, daher sehe ich die Schule (Pflicht) noch als letzte Chance für die Kinder, noch Fähigkeiten zu erlernen, eher sie erwachsen werden. (meine damit kein Wissen ansammeln)

In vielen Ländern Europas besteht übrigens weder eine Schulpflicht, noch eine "freiwillige Schulpflicht", sondern eine Bildungspflicht. Deutschland gehört leider noch nicht dazu. Wie auch immer, die Bildungspflicht sorgt genau dafür, dass Eltern, die eine gute Bildung nicht drauf haben, die Kinder in der Schule parken müssen, während kultivierte Eltern auch BESSERES anbieten dürfen. In Deutschland ist das so gut, wie unmöglich.

@dian:
Zitat:
Ich finde deine Denkweise, dass theoretisch alle Menschen mit der richtigen frühen Förderung jedes beliebige Talent entwickeln können, eigentlich sehr sympathisch.

Das muss ich erstmal auf mich wirken lassen!

Zitat:
Dennoch frage ich mich, ob das wirklich möglich ist...

Kurze Antwort: Ja. Allerdings verstehe ich, wenn man mir das nicht ohne Weiteres glaubt. Genau deshalb gilt es, den Beweis anzutreten. Und diese Beweisführung muss von Menschen kommen, die ETWAS EIGENES AUFBAUEN, anstatt ständig nach einem System zu schreien, dem sie berechtigter Weise nicht über den Weg trauen.

Zitat:
Wenn du meinst, die "Persönlichkeitsbildung" findet erst später statt, nicht in den ersten Lebensjahren... heißt das im Gegenzug, du meinst dass sich Kleinkinder alle noch ziemlich ähnlich sind? Bis zu welchem Alter?

Also, um auf Dein Bild, mit den zwei verschieden schreienden Babies zurückzukommen: Ich sah schon verzweifelte Eltern mit sogenannten Schreikindern, die ihr schreiendes Kind auf dem Arm hatten. Dann wurden diese Kinder einem Psychologen übergeben, der die Lehre von Jung in sich aufgenommen hat. Die Kinder waren sofort ruhig.

Ansonsten weise ich darauf hin, dass Dir die Erfahrung mit Plateau-Treffen fehlt. Du weißt, ja, das Plateau gibt es schon recht lange, in seiner sehr turbulenten Epoche. Der Punkt ist: Während der letzten Treffen hat der Besitz von Technik sehr rasant zugenommen. Das machte sich unmittelbar auf die Anzahl von Videos und Filmen bemerkbar, die das Treffen dokumentierten. Waren bei den ersten Treffen vielleicht ein oder zwei Schnappschüsse entstanden, so waren es bei dem letzten großen Treffen über 700 Bilder und unzählige Videos. Das Interessante war nun, dass alle Anwesenden ihre Bilder im Nachhinein in einen großen "Pool" stellten, am Ende hatten also alle alle Bilder und Videos. Obwohl wir in einer Gruppe liefen und jeder vom anderen nur einige Meter entfernt war, zeigten die Bilder komplett andere Perspektiven. Auf einem Bild war zum Beispiel eine Pflanze, dahinter ein Hügel. Auf einem anderen sah man jedoch eine Nahaufnahme von der Pflanze, auf der sich eine große Anzahl kleiner Schnecken tummelte, die ich beim Vorbeigehen nicht bemerkte, obgleich mir die Pflanze tatsächlich aufgefallen war und mir in Erinnerung blieb.
Will heißen: Selbst die Eindrücke, die Zwillinge im selben Kinderwagen erfahren unterscheiden sich zuweilen extrem, obwohl Zeit und Raum fast identisch sind.

Natürlich gibt es Unterschiede, die die Menschen unterschiedlich machen, aber wenn alles gut läuft, kann man jedem KIND mit viel AUFMERKSAMKEIT und Know How ein Äquivalent an der Fähigkeit, zu lernen, sichern. Und das ist es doch, worauf es ankommt. Ichlege sehr viel Wert auf die Unterschiede. Aber hier geht es um die gleichen (und hoffentlich sehr guten) Chancen für die Entfaltung der Kinder. Und hier sind wir dann schon beim nächsten Thema: In den ersten Lebensjahren lernen Kinder das meiste. Die Schule kann erst da einsetzen, wenn es für die Kinder schon zu spät ist. Auch die Kita kommt zu spät, zumindest dann, wenn ich von unfähigen Eltern ausgehe. - Und die sind leider eher die Ausnahme als die Regel.

Übrigens sind kleine Kinder, was Abneigungen betrifft, sehr tolerant. Sie verdrängen, weil Gefühle von Hass Verstehen unmöglich machen würde. Verstehen ist aber notwendig, um sich den Eltern anzupassen, von denen das Überleben abhängt. Genau deshalb ist die Chance eines jeden Kindes die Zeit zwischen Pubertät und Adoleszenz. Hier kommt es zu einer kompletten Neuverdrahtung im Hirn. Das bisher erworbene Wissen kann reflektiert werden und sorgt hoffentlich dafür, dass die Kinder nicht zu den Abziehbildern ihrer Eltern werden. (Und natürlich hoffe ich, dass Wissen erworben werden konnte.)


Ich würde mir wünschen, dass Du Dich mehr damit beschäftigen würdest, eigene Lösungen zu finden, anstatt nach einem besseren Bildungssystem zu schreien. - Denn Schreien wird nichts ändern.

N.

Dieser Beitrag wurde 2 mal editiert, zum letzten Mal von Nemesus am 04.06.2015 14:07.

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Ya2k



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RE: re: 04.06.2015 18:39 Diesen Beitrag einem Moderator melden Zum Anfang der Seite springen

Zitat von nemesus:

Also, um auf Dein Bild, mit den zwei verschieden schreienden Babies zurückzukommen: Ich sah schon verzweifelte Eltern mit sogenannten Schreikindern, die ihr schreiendes Kind auf dem Arm hatten. Dann wurden diese Kinder einem Psychologen übergeben, der die Lehre von Jung in sich aufgenommen hat. Die Kinder waren sofort ruhig.


Was genau hat er gemacht?
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Nemesus



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re: ya2k 05.06.2015 14:10 Diesen Beitrag einem Moderator melden Zum Anfang der Seite springen

Zitat:
Was genau hat er gemacht?


Er hat Ruhe in sich gehabt und diese empathisch auf das Kind übertragen. - Also Ruhe ausgestrahlt. Es zeigte sich nämlich, dass die Personen, die das Kind zuvor hielten, durch das Schreien des Kindes beunruhigt war. Die Unruhe der "Halter" übertrug sich auf das Kind, was einer Art Unruhe-Aufwärtsspirale führte. Der Psychologe hat diese Spirale durchbrochen.

N.
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Ya2k



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05.06.2015 17:38 Diesen Beitrag einem Moderator melden Zum Anfang der Seite springen

Danke.
Sowas ähnliches habe ich mal in einem der in diesem Forum verteufelten erziehungsratgebern gelesen..
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Eastman



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05.06.2015 19:35 Diesen Beitrag einem Moderator melden Zum Anfang der Seite springen

Also ich fand Schule immer schon scheiße.
Dieser Zwang dort jeden Tag hocken zu müssen machte mich immer frustrierter und aggressiver.
Die beschissenen Lehrer die immer nur meckerten oder irgend einen langweiligen Müll vorne an der Tafel laberten raubten mir jeden Tag die Kraft und genau so scheiße fand ich die Klassengemeinschaft.
Und immer wieder die Frage die ich mir selber stellte: "Wozu gehe ich da hin?"

In den letzten 2 Jahren der Schulpflicht auf der Proletenschule Hauptschule bestanden darin das ich überhaupt nichts mehr gelernt habe, meine Religionslehrerin so übel beschimpft habe das ich 2 Wochen suspendiert wurde und wenn ich mal doch in der Schule anwesend war dann fiel ich eigentlich nur durch Vandalismus oder Schlägereien auf.

Worin lag da der Sinn?

Was ich allgemein an der Erziehung und der Schule bemängle ist die Alternativlosigkeit und Perspektivenlosigkeit.

Mir persönlich wäre es am liebsten wenn es heute eine Institution gebe wo man Babys oder Kleinkinder hinbringt und wo dort genau überprüft wird wo die Talente und Fähigkeiten des jungen Menschen liegen und daraus dann einen Lebensplan erstellt wo man die jungen Menschen gezielt auf gewisse Tätigkeiten die sie in der Gesellschaft als Erwachsene erfüllen sollen dann hintrainiert werden.

Wäre doch toll wenn man bei einem 4 jährigen zum Beispiel feststellt das er sich aufgrund seiner physischen und psychischen Grundstruktur als Pilot oder Arzt eignen würde und ein anderer wäre wiederum der perfekte Polizist, Feuerwehrmann oder Bauarbeiter.
So könnte man die jungen Menschen frühzeitig auf ihr zukünftiges Leben vorbereiten, eine Perspektive bieten und auch schon von klein auf das richtige Wissen, Fähigkeiten und Werte vermitteln die mit der späteren beruflichen Funktion harmonieren.

Also mir wäre das sicher lieber gewesen wenn ich mit harter Hand zum richtigen Lebenssinn und Beruf herangeführt worden wäre anstatt sinnlos wissen zu tanken das ich nie wollte und in der Schulzeit ständig erfolglos darüber nachdenken musste wie ich doch noch irgendwie die Kurve kratze.
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sarius



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05.06.2015 20:42 Diesen Beitrag einem Moderator melden Zum Anfang der Seite springen

@Eastman:

Zitat von Eastman:
Wäre doch toll wenn man bei einem 4 jährigen zum Beispiel feststellt das er sich aufgrund seiner physischen und psychischen Grundstruktur als Pilot oder Arzt eignen würde und ein anderer wäre wiederum der perfekte Polizist, Feuerwehrmann oder Bauarbeiter.
So könnte man die jungen Menschen frühzeitig auf ihr zukünftiges Leben vorbereiten, eine Perspektive bieten und auch schon von klein auf das richtige Wissen, Fähigkeiten und Werte vermitteln die mit der späteren beruflichen Funktion harmonieren.

Also mir wäre das sicher lieber gewesen wenn ich mit harter Hand zum richtigen Lebenssinn und Beruf herangeführt worden wäre anstatt sinnlos wissen zu tanken...


Naja, ich denke, dass halt nicht jeder etwas gerne macht nur weil er es zufällig gut kann. Ein sehr talentierter Programmierer/Computerspezialist z.B. könnte ja füher immer davon geträumt haben, als Maler oder Dichter zu leben. Das würde ihm aber durch eine fühzeitige Selektion nach Merkmalen und Fähigkeiten verwehrt, da er dann schon sehr früh nur ans Programmieren gewöhnt wird. Irgendwann vergisst er dann seine ehemaligen Träume völlig. Ich persönlich bin in vielen Dingen, denen ich regelmäßig nachgehe, eigentlich sehr schlecht. Aber weil sie mir Spaß machen und mich vom zu vielen Grübeln abhalten, würde ich nicht aufhören weil mir irgendeine Gruppe von Spezialisten erklärt hat, dass ich schlecht/ungeeignet bin.


Zitat von Eastman:
Also mir wäre das sicher lieber gewesen wenn ich mit harter Hand zum richtigen Lebenssinn und Beruf herangeführt worden wäre anstatt sinnlos wissen zu tanken das ich nie wollte und in der Schulzeit ständig erfolglos darüber nachdenken musste wie ich doch noch irgendwie die Kurve kratze.


Ich fände das auch besser als ständig neues (unnützes?) Wissen zu lernen, dass ich zu 60% wahrscheinlich niemals brauchen werde. Richtige Berufsperspektiven habe ich außer auf ständigen (nervigen) Hochschulinformationsveranstaltungen (leider Pflicht) auch nie so wirklich erhalten. Ich habe null Ahnung was nach dem Abi (hoffentlich klappt's) in meinem Leben kommen wird.
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Eev

farewell

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05.06.2015 20:36 Diesen Beitrag einem Moderator melden Zum Anfang der Seite springen

@ Zitterbart,

Ganz ehrlich? Ich finde die Kinder sollten ihren eigenen Arsch mal bewegen und sich selbst kreativ Eselsbrücken bauen.. Entweder ein Kind entwickelt selbst mal die Idee, oder lernt das bereits im Elternhaus... bzw. bekommt man das in der Grundschule sogar beigebracht.
Ich habe z.B. auch LRS... mein ganzen Leben bestand daraus, mir jedes schwierige Wort mit Eselsbrücken zu merken, weil ich sonst nie gewusst hätte, wie man es schreibt. Diese Aufgabe hat mir auch niemand abgenommen, auch meine Familie hätte das nicht tun können..

Und auch ein Lehrer kann einem Schüler das Lernen nicht abnehmen. Man kann von einem Lehrer auch nicht verlangen von hunderten Schülern zu wissen, wie diese am besten sich was merken können und dann auch noch darauf einzugehen.
Man nimmt ein Wort und verbindet es am besten mit etwas emotionalem, lustigem etc.... das muss jeder Mensch für sich tun!


Lernen bringt nicht immer Spaß, und wenn sollte man auch mal selber versuchen sich Spaß dabei zu machen und nicht immer nur alles auf die bösen Lehrer schieben. Das sind auch keine Unterhaltungskasper für jedermann. Zumal, wer eh kein Bock auf Schule hat und lernen hat, da bringt es auch nichts, wenn der Lehrer sie die beste Mühe gibt.

Ich glaube, das das Problem zumindest zum gleichen Anteil auch bei den Schülern liegt...

Bin selbst Schülerin, sehe dieses Theater jeden tag haut nahe und aktuell...
Und ich bin des öfteren ziemlich schockiert. ich war nur etwa. 4 Jahre aus der Schule und es ist einfach ein riesen Unterschied zu meiner damaligen Schulzeit.
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Zitterbart

Salzig schmeckt der Wind


05.06.2015 23:20 Diesen Beitrag einem Moderator melden Zum Anfang der Seite springen

Zitat von Eev:
@ Zitterbart,

Ganz ehrlich? Ich finde die Kinder sollten ihren eigenen Arsch mal bewegen und sich selbst kreativ Eselsbrücken bauen.. Entweder ein Kind entwickelt selbst mal die Idee, oder lernt das bereits im Elternhaus... bzw. bekommt man das in der Grundschule sogar beigebracht.
Ich habe z.B. auch LRS... mein ganzen Leben bestand daraus, mir jedes schwierige Wort mit Eselsbrücken zu merken, weil ich sonst nie gewusst hätte, wie man es schreibt. Diese Aufgabe hat mir auch niemand abgenommen, auch meine Familie hätte das nicht tun können..

Und auch ein Lehrer kann einem Schüler das Lernen nicht abnehmen. Man kann von einem Lehrer auch nicht verlangen von hunderten Schülern zu wissen, wie diese am besten sich was merken können und dann auch noch darauf einzugehen.
Man nimmt ein Wort und verbindet es am besten mit etwas emotionalem, lustigem etc.... das muss jeder Mensch für sich tun!


Lernen bringt nicht immer Spaß, und wenn sollte man auch mal selber versuchen sich Spaß dabei zu machen und nicht immer nur alles auf die bösen Lehrer schieben. Das sind auch keine Unterhaltungskasper für jedermann. Zumal, wer eh kein Bock auf Schule hat und lernen hat, da bringt es auch nichts, wenn der Lehrer sie die beste Mühe gibt.


Natürlich immer gerne ganz ehrlich. smile
Naja, wir reden hier über Kinder ... Ich kann von mir nur sagen, dass ich niemals selbst auf die Idee gekommen bin, etwa Eselsbrücken in großen Umfang zu verwenden und im Nachhinein entsetzt darüber, wieviel Zeit ich mit dem sinnlosen Pauken beispielsweise von Latein-Vokabeln verbracht habe. Ich sage jetzt mal grob: 75% der Zeit hätte ich schon mit konsequent verwendeten Eselsbrücken sicher einsparen können. In meiner Schulzeit wurden sie von mir immer nur genutzt, wenn es auf "normalem" Weg nicht funktioniert hat. Im Nachhinein sicherlich nicht ideal - und genau deshalb wäre es halt schön gewesen, wenn auch mal ein Lehrer darauf hingewiesen hätte. Da verstehe ich dann nicht, warum die Kinder entweder selbst drauf kommen oder halt bei ihren selbst ausgedachten schlechten Methoden bleiben, Schule als Schinderei empfinden und sich entweder durchquälen oder aufgeben sollen. Gerade bei Kindern aus sozial schwächeren Familien ist es ja wohl eher unwahrscheinlich, dass die Eltern sich ausgiebig mit dem Lernen beschäftigt haben und den Nachwuchs hier anleiten können.

Meine Klassenkameraden haben sich zum Teil auch mit ihren (im Nachhinein betrachtet eher unvorteilhaften) Methoden zum Teil voll reingehängt und dann so mit Ach und Krach bestanden. Sie haben ihren Arsch also bewegt, aber sind halt zum Teil auch im Kreis gelaufen - ebenso wie ich auch.

Meiner Meinung nach ist es eher die Aufgabe der Schule, junge Menschen bei der Verwirklichung ihres vollen Potentials zu unterstützen und anzuleiten, als nur stur Wissen nach Lehrplan zu vermitteln - und dazu gehört dann halt eben auch eine Vermittlung und unter Umständen eine Korrektur von Lerntechniken. Etwa die Frage, ob es eine universale Lerntechnik gibt oder ob jeder Schüler seine eigene entwickeln muss, kann ja dabei durchaus angestoßen werden. Natürlich kann es nicht darum gehen, alle Eselsbrücken jedem einzelnen Schüler vorzukauen.

Lernen ist natürlich nicht immer nur Spaß - aber sollte es nicht so spaßig wie möglich sein? Oder anders gefragt: Hättest du es nicht begrüßt, wenn du von deinen Lehrern besser unterstützt worden wärst? Ich kann von mir nur sagen, dass ich mich sehr darüber gefreut und eine Menge Zeit gespart hätte.

Ich bin aber erleichtert, dass das Thema "Lernen lernen" anscheinend an einigen Grundschulen mittlerweile thematisiert wird. smile

Es geht mir auch gar nicht darum, die Lehrer zu verdammen und auf sie zu schimpfen ... Ich kann noch nicht mal ausschließen, dass sie sich (auch aus der eigenen Schulzeit herrührend) selbst nicht besonders ausgiebig mit Lerntechniken beschäftigt haben. Eine andere Frage ist auch, ob man sich wirklich schon zum Kasper macht, wenn man auch mal sagt: Dein Vokabeltest war ja nicht so gut, komm nach der Stunde doch mal zu mir - und dann versucht, herauszufinden, ob und wie gelernt wurde und auf entsprechende Bücher verweist (vielleicht auch als Brief an die Eltern). Ich denke, da kann man auch im derzeitigen normalen Tagesablauf einer Schule schon etwas machen. Vorausgesetzt natürlich, dass ein Bewusstsein für diese Thematik existiert ...

Zitat:

Ich glaube, das das Problem zumindest zum gleichen Anteil auch bei den Schülern liegt...

Bin selbst Schülerin, sehe dieses Theater jeden tag haut nahe und aktuell...
Und ich bin des öfteren ziemlich schockiert. ich war nur etwa. 4 Jahre aus der Schule und es ist einfach ein riesen Unterschied zu meiner damaligen Schulzeit.

Letztendlich ist die Frage, ob die Schüler nicht besser drauf wären, wenn sie mit den Lernen weniger Stress hätten - die Lehrer dann auch mehr Ruhe hätten, was wiederum positiv auf die Schüler wirkt etc. Was ist denn der Unterschied?
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