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dian
unregistriert
Landtagswahlen 27.01.2008 23:14 Diesen Beitrag einem Moderator melden Zum Anfang der Seite springen

Sorry, aber ein besseres Thema fällt mir gerade nicht ein.
Also reden wir über Wahlen.
Irgendwo ist ja heute gewählt worden...

Öhm, ich weiß gar nicht, was ich dazu sonst noch schreiben könnte. Ist ja eigentlich schon alles gesagt. Augenzwinkern
Und in den Wahlsendungen im TV haben sich die Politiker parteiübergreifend dermaßen oft wiederholt und immer wieder die selben auswendig gelernten Phrasen vorgetragen, dass man beim Zuschauen schon fast zwangsläufig zum überzeugten Nichtwähler werden muss.
Mit der Linken scheint es ja aufwärts zu gehen, was einerseits ja positiv ist, andererseits aber auch nichts anderes bedeutet, als dass der SPD und den Grünen ein paar Stimmen weggenommen wurden.
Die CDU hat dafür ein paar Stimmen an die FDP verloren.
Am Bemerkenswertesten fand ich noch, als der Altersdurchschnitt der CDU-Wähler gezeigt wurde... Da kann man wohl ganz realistisch darauf hoffen, dass die bald alle mit Onkel Alzheimer im Seniorenheim sitzen und vergessen haben, warum sie früher mal Angst davor hatten, dass ihnen die Ausländer die Arbeitsplätze (oder die Sitzplätze in der U-Bahn) wegnehmen.
Trotzdem wundere ich mich, dass solche Hackfressen wie in der hessischen CDU versammelt sind überhaupt noch von jemandem gewählt werden.
Ist ja nicht nur Roland Koch, der aussieht, als ob Gott beim Schöpfen der Pinsel ausgerutscht wäre...
da gibt es auch noch so einen Innenminister, der aussieht wie ein Schweinebraten auf zwei Beinen. Sowas würde eigentlich eher zu Bayern passen, oder noch besser zu Asterix und Obelix ans Lagerfeuer. (als Hauptmahlzeit, versteht sich)
Kann es sein, dass es ein ungeschriebenes Gesetz gibt, wonach man ganz furchtbar hässlich sein muss, um Innenminister zu werden?
Oder kennt irgendjemand einen halbwegs gutaussehenden Innenminister??

So, das war jetzt aber wirklich genug der Wahlanalyse.
Wird ja bald schon wieder irgendwo gewählt...
Leberkrebs
unregistriert
28.01.2008 01:02 Diesen Beitrag einem Moderator melden Zum Anfang der Seite springen

Wer wählt CDU? Bauernschädel und alte Knäcker!
Also ist in Niedersachsen das Ergebnis mit erneutem CDU-Sieg keine Sensation. Lebt doch dieses Bundesland zu 50% allein von Landwirtschaft!

Aber Linkspartei mit 7%, das ist endgeil. Die Linke wächst jetzt auch im Westen. Wenn der Trend hält, dann gibts im Bundestag 2009 rund 20% Linkspartei.
Und einige vergreiste CDU-Wähler nippeln bis dahin ab.
Wenn ich mir vorstelle arbeiten zu gehen und so einem Knacker die Rente zu finanzieren, damit der / die mir dann zum Dank CDU an den Hals wählt...
KOTZ WÜRG! Was ein Glück das ich nicht arbeiten gehe!
Arne Kroger
unregistriert
28.01.2008 04:32 Diesen Beitrag einem Moderator melden Zum Anfang der Seite springen

Hessen hat mich zwar auch interessiert, aber irgendwie ist nix besonderes dabei rausgekommen. Die neoliberale Einheitspartei CDUSPD hat in Hessen 73,5% und in Niedersachsen 72,8 %. Wobei die CDU in Niedersachsen nicht mit der SPD koaliert, sondern mit einer FDP, deren Vorsitzenden man heute irgendwo, als ich irgendeinen Livestream dazu gefunden habe, sehen konnte und bei dem man eigentlich nicht davon ausgehen kann, dass er irgendwie nicht aus dem Kreis des Homo sapiens sapiens entstammt, der aus dem gleichen Stamm wie die Menschenaffen entstanden ist, sondern eher aus dem, aus dem auch Kröten oder ähnliches Getier entstanden.
Ja ja, so reichhaltig ist Mutter Natur.

Interessant für mich war allein das Abstimmungsverhalten in meinem neuen Wohnörtchen:
Da haben sich die Wähler der LINKSPARTEI gegenüber der Landtagswahl von 2003 versiebenfacht. Von 2 auf 15!!! (Und ich konnte da noch gar nicht abstimmen heute, wollte ich auch eigentlich nicht!) Und die CDU hat dort 10 % verloren und nun nur noch knapp 70% der Stimmen! geschockt

Lohnt sich also wahrscheinlich für mich mal da einen OV aufzumachen. Mich stören nämlich die fehlenden Zebrastreifen an den Kreisverkehren.

MAUS

Too old to die young

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RE: Landtagswahlen 28.01.2008 11:21 Diesen Beitrag einem Moderator melden Zum Anfang der Seite springen

Zitat:
Original von dian
Am Bemerkenswertesten fand ich noch, als der Altersdurchschnitt der CDU-Wähler gezeigt wurde... Da kann man wohl ganz realistisch darauf hoffen, dass die bald alle mit Onkel Alzheimer im Seniorenheim sitzen und vergessen haben, warum sie früher mal Angst davor hatten, dass ihnen die Ausländer die Arbeitsplätze (oder die Sitzplätze in der U-Bahn) wegnehmen.

Wenn die im Altersheim verschwinden, heißt das wohl leider nur, daß das dortige Personal die Kreuzchen für die Bewohner macht, es sei denn, es gibt noch Angehörige, die das unterbinden... Bei meiner Oma konnten mein Onkel und meine Ma jedenfalls damals so gerade noch verhindern, daß meine Oma unwissend zum 1. Mal in ihrem Leben CDU wählt...

HOFFNUNG IST DER IRRSINNIGE GLAUBE AN DAS UNMÖGLICHE
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dian
unregistriert
28.01.2008 13:51 Diesen Beitrag einem Moderator melden Zum Anfang der Seite springen

Warum wählen Alte überhaupt noch, wo es ihnen doch eigentlich eh scheißegal sein kann, wie die Gesellschaft in 20 Jahren aussieht...
Machen die das aus purer Bösartigkeit, um der Jugend nochmal eins reinzuwürgen, bevor sie abnippeln?
Man könnte doch als Alter auch sagen: "Mein Gott, ich halte zwar eher was von den Idealen der CDU, aber mich geht das ja alles eh nix mehr an, die Jugend hat eben andere Werte... da mische ich mich gar nicht mehr ein."
Das wäre doch ein souveräner Standpunkt, der für Altersweisheit spräche.
Aber wirklich weise werden im Alter wohl nur die Haare. großes Grinsen

@ Arne:
Zitat:
sondern mit einer FDP, deren Vorsitzenden man heute irgendwo, als ich irgendeinen Livestream dazu gefunden habe, sehen konnte und bei dem man eigentlich nicht davon ausgehen kann, dass er irgendwie nicht aus dem Kreis des Homo sapiens sapiens entstammt

Meinst du diesen komischen Fidschi?

Ich frage mich wirklich, was bei dem schiefgelaufen ist...
Ich nehme mal an, der ist als Kind von irgendwelchen reichen FDP-Schnöseln adoptiert worden oder sowas, und kommt eigentlich aus einem Entwicklungsland. Oder ist der das regulär gezeugte Kind eines Deutschen mit einer gekauften Frau aus Südostasien oder sowas?
Würde mich mal interessieren...
jedenfalls hat der sicher irgendeinen Entwicklungsland-Hintergrund. Und wie man mit einem solchen Hintergrund zur Bonzenpartei FDP gehen kann, ist mir absolut unverständlich. Das ist ja fast, als ob ich als Jude Nazi werde. (aber auch sowas hat es ja anscheinend schon gegeben...)

Jack



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28.01.2008 19:48 Diesen Beitrag einem Moderator melden Zum Anfang der Seite springen

Hi, auch wenns keinen interessiert, Die Violetten haben in Hessen teilgenommen und zumindest 0.1 % - Yippie ;-)

Interessanter ist wenn man sich überlegt, dass dort nur etwa 64,3% der Wahlberechtigten teilgenommen haben, wovon 2,4 Prozent ungültige Stimmen waren. Das heisst, selbst wenn CDU und SPD zusammen gehen, also 73,5 % der gültigen Stimmen hinter sich vereinen, dann repräsentiert die Regierung nur 45,5% der wahlberechtigten Bürger (0-17 Jahre alte tählen nicht, ebenso die vielen nicht Deutschen die dort wohnen), wobei dann jeweils die Hälfte davon den Partner der Regierung NICHT gewählt hat.

Und das Ganze nennen DIE dann Demokratie - ich jedenfalls nicht!

Liebe Grüsse
Jörg
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M.F
unregistriert
28.01.2008 21:47 Diesen Beitrag einem Moderator melden Zum Anfang der Seite springen

Man ich hätte mir so den vom Roland gefürchtet Linksblock aus SPD_Grüne_LINKE gewünscht unglücklich
Aber klar die SPD Verräter haben da kein Interesse dran.
Dann müssten die ja halten was die versprochen haben.
Wenn man sich mit den anderen Rechten zusammentut ,kann man ja was von, man musste Kompromisse machen, labern.
Ich verstehe echt nicht, warum mache immer noch der SPD glauben.
Die ist doch schon seit der Weimarer Republik nicht mehr links!

Ich hoffe nur, dass der Roland nicht weitermachen kann.
Für den Fall werde ich die Wahl als ungültig erklären! compi_aua
Arne Kroger
unregistriert
29.01.2008 04:23 Diesen Beitrag einem Moderator melden Zum Anfang der Seite springen

Was bei Rösler schief gelaufen ist, habe ich jetzt schon im Thread über hässliche Politiker dargestellt, @Dian.

Und die SPD, @Mf, hat auch die Kriegskredite für den ersten Weltkrieg schon mitgezeichnet, war also schon vor der Weimarer Republik lieber staatstragend als revolutionär, weshalb ja auch Luxemburg u.a. die USPD, die später zur KPD wurde, gründeten.

Ich freue mich auf einen Ministerpräsidenten Roland Koch, denn jedes Volk bekommt die Politiker, die es verdient, das war schon 1933 in Deutschland so.
dian
unregistriert
29.01.2008 11:07 Diesen Beitrag einem Moderator melden Zum Anfang der Seite springen

@ Jack:
Erstmal Glückwunsch zum Wahlergebnis. Aber für 0,1 Prozent kann man sich vermutlich nicht viel kaufen...
zumal auf die "Sonstigen" in der Berichterstattung der Medien irgendwie überhaupt nicht eingegangen wurde. Es wurde ja nicht mal erwähnt, wieviel nun genau die Rechten geholt haben. Es scheint fast so, als wolle das System mit aller Gewalt verhindern, dass nach der fünften Partei irgendwann noch eine sechste hinzukommt. Also schweigt man das am besten alles tot, damit ja niemand auf die Idee kommt, eine Stimme für eine der nicht-etablierten Partei würde irgendetwas bringen.

Kebap

porno jüngling aus der hölle


29.01.2008 20:31 Diesen Beitrag einem Moderator melden Zum Anfang der Seite springen

Schwerwiegende Wahlcomputer-Probleme bei der Hessenwahl - Wahleinsprüche und
Nachwahlen erwartet

Beim Einsatz der NEDAP-Wahlcomputer bei den heutigen Wahlen zum hessischen
Landtag kam es zu gravierenden Problemen und Unregelmäßigkeiten.
Neben massiver Behinderung der Wahlbeobachtung in mehreren Gemeinden kam es zu
einer Reihe von Vorfällen, welche die Behauptungen des hessischen
Innenministeriums über die Sicherheit und Zuverlässigkeit der Wahlcomputer
klar widerlegen. In mindestens einer Gemeinde wurden die Computer über Nacht
in den Privatwohnungen von Parteimitgliedern gelagert. Dies sei "gängige
Praxis", bestätigten Mitarbeiter des Ordnungsamtes den Wahlbeobachtern. Alle
neun Wahlcomputer der Gemeinde Niedernhausen seien privat gelagert worden.
"Die Lagerung der Wahlcomputer über Nacht zu Hause bei Lokalpolitikern ist das
Albtraum-Szenario für eine Innentäter-Manipulation, auch nach der Logik des
hessischen Innenministeriums. So etwas haben selbst wir uns nicht vorstellen
können", sagte der Sprecher des Chaos Computer Club (CCC), Dirk Engling.
In zwei Wahllokalen waren Wahlbeobachter des CCC für längere Zeit alleine mit
den bereits angelieferten Wahlcomputern, bevor der Wahlvorstand eintraf.
Manipulationen hätten problemlos vorgenommen werden können.
In mindestens einem Wahllokal versagte die NEDAP-Technik: Ein Wahlcomputer in
Viernheim zeigte nach Inbetriebnahme um kurz vor 8 Uhr nur eine Fehlermeldung
an. Eine normale Wahl war somit unmöglich. Erst nach einer Stunde war ein
Ersatzcomputer im Wahllokal eingetroffen. In dieser Zeit konnten viele Wähler
ihr Wahlrecht nicht ausüben.
In Obertshausen wurde interessierten Bürgern das Betreten des Wahllokals durch
einen Mitarbeiter des Ordnungsamts verweigert, sogar die Festnahme wurde den
Beobachtern angedroht. "Von Offenheit und der rechtlich verbürgten
Öffentlichkeit der Wahl hat der Wahlleiter von Obertshausen offenbar noch
nichts gehört", kommentierte CCC-Sprecher Dirk Engling. Schon im Vorfeld
versuchten einige Wahlleiter, aktiv eine Wahlbeobachtung zu behindern.
Die Beobachtungen von über 50 interessierten Bürgern ergaben weiterhin, dass
ein großer Teil der älteren Wähler entgegen den Behauptungen im Vorfeld der
Wahl Probleme hatte, die Stimme an den Computern abzugeben. Viele waren so
überfordert, dass Wahlhelfer ihnen bei der Stimmabgabe Hilfestellung geben
mussten.
Der CCC besuchte auch die Verantwortlichen in den hessischen Gemeinden, die
sich nach einer Testphase gegen die umstrittenen Wahlcomputer entschieden
hatten. Als kleines Dankeschön überbrachten CCC-Aktivisten den Wahlhelfern in
den entsprechenden Wahllokalen leckere Kekse zur Stärkung bei der Auszählung.
Dabei ergaben sich interessante Einblicke in die Gründe für die Ablehnung der
NEDAP-Wahlcomputer.
Bei früheren Wahlen hatte Weiterstadt mit Computern abstimmen lassen. "Wir
waren unter den ersten, die Wahlcomputer eingesetzt haben. Nach der ersten
Wahl hatten wir jedoch das Gefühl, dass der Aufwand im Vorfeld zu groß war",
sagte Herr Gerald Eberlein, Wahlleiter aus Weiterstadt. "Ich hatte einfach
nur ein unsicheres Gefühl dabei", begründete er nun die Abkehr von den
umstrittenen Computern.
In Erzhausen wurde auch wieder auf Papier gewählt. "Wir hatten die Computer
wegen des Kumulierens und Panaschierens gemietet, die versprochene
Zeitersparnis war aber nicht eingetreten, es ist einzig teurer geworden.
Deswegen haben wir wieder zu Papier gewechselt", sagte Dieter Karl,
Bürgermeister von Erzhausen, dem CCC. Die vom kommerziellen Anbieter der
NEDAP-Wahlcomputer versprochene Vorteile seien gar nicht eingetreten.
In der Diskussion über die Sinnhaftigkeit von Wahlcomputern zeigt sich, dass
sie nicht nur kein Personal einsparen, sondern ein Mehr an Kosten und Zeit
für die Gemeinden bedeuten, der unbemerkten Manipulation des Ergebnisses
Vorschub leisten sowie Senioren erhebliche Probleme bereiten.
Die Vielzahl der Verstöße gegen die verordneten Prozeduren, die durch die
Wahlbeobachter festgestellt wurden, und die Zuverlässigkeitsprobleme der
NEDAP-Systeme verdeutlichen einmal mehr das grundlegende Problem von
Wahlcomputern: die nicht vorhandene Überprüfbarkeit und Transparenz der Wahl.
Weder Wähler noch Wahlhelfer konnten die Korrektheit der Stimmabgabe und
Zählung nachvollziehen. Eine nachträgliche Neuauszählung ist de facto nicht
möglich.
"Die Wahlbeobachtung in Hessen zeigt, dass es endgültig Zeit wird, die
Wahlcomputer auch in Deutschland aus dem Verkehr zu ziehen", sagte
CCC-Sprecher Dirk Engling. "Gerade angesichts des knappen Wahlausgangs in
Hessen werden die untragbaren Risiken von Computerwahlen überdeutlich."
Der CCC dankt allen Wahlbeobachtern für ihr Engagement!

http://www.ccc.de/press/releases/2008/20080127/

Question Authority ~ Think for Yourself
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MAUS

Too old to die young

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29.01.2008 21:34 Diesen Beitrag einem Moderator melden Zum Anfang der Seite springen

Das mit dem zu Hause bei Politikern lagern ist echt mal krass, naja Dreistigkeit siegt, oder wie war das noch...



Inland
Roland Koch mit Appell ans „gesunde Volksempfinden“ aufgelaufen
Welche Konsequenzen zieht „Die Linke“?
Von Hans-Detlev v. Kirchbach


Vor acht Jahren marschierte Roland Koch, ein damals 41jähriger politischer Nobody, mit einer rechtspopulistischen Kampagne gegen die doppelte Staatsbürgerschaft glatt durch ins Wiesbadener Ministerpräsidentenamt. Heute steht fest, daß sein zweiter Versuch, mit holzhammerartiger Angstmache und ausländerfeindlicher Hetze zum völkischen Tribun gekürt zu werden, kläglich gescheitert ist. Mit dem schlechtesten Ergebnis der CDU bei einer hessischen Landtagswahl seit 1966 ist natürlich nichts mehr mit absoluter Mehrheit für den Rasenden Roland. Angesichts katastrophaler Verluste von über 12 Prozent kann Hessens eiserner Landgraf seine Ambitionen aufs Kanzleramt überdies wohl bis in die Steinzeit vergessen. Noch dazu, da er augenscheinlich in die Falle seiner eigenen Selbstgewißheit gelaufen ist.

Trommelfeuer der Leitmedien hat nicht geholfen

Wer, wie der Kommentator, 1999 vor Ort gesehen hat, welche aufgehetzte, fast haßerfüllte Stimmung Kochs Anti-Ausländer-Agitation seinerzeit hochtrieb, kann kaum der Versuchung widerstehen, im gestrigen Einbruch des völkischen Strategen eine historisch gerechte Strafe für macchiavellistische Skrupellosigkeit und rassistische Demagogie zu erblicken. "Wo kammer dann hier gegen de Kanacken unnerschreiben" - solche Anfragen an einem CDU-Wahlstand in Kassel, in dem Listen gegen die "doppelte Staatsbürgerschaft auslagen, waren kennzeichnend für die damals im Lande Hessen vorherrschende dumpf nationalistische Atmosphäre hart am Rande des Pogroms. Acht Jahre später jedoch scheinen solche Wahlkampfrezepte der autoritär-appellativen Art, wie sie Koch erneut zusammenzurühren versuchte, hierzulande keinen Erfolg mehr zu garantieren. Dem unablässigen Trommelfeuer auflagenstärkster Leitmedien mit dem Thema "Jugend"- und insbesondere "Ausländerkriminalität" zum Trotze gaben dann doch manche Hessen lieber Andrea Ypsilanti ihre Stimme.

Auf Kosten von Minderheiten und unter Aufstachelung des gemutmaßten "gesunden Volksempfindens" wollte Koch seine Machtstellung in Hessen triumphal behaupten. Wäre ihm das in Wiederholung des 99er-Coups gelungen, hätte man am Verstand der Hessen wohl zweifeln können. Jetzt aber kann man vielleicht wagen, einen kleinen Fortschritt der Aufklärung zu mutmaßen, da der angestrebte reflexhafte Automatismus eben nicht funktioniert hat.

Wie immer Mehrheitsbildungen und Koalitionskonstrukte in Hessen ausgehen werden - in Niedersachsen ist der relativ glanzlose Wahlgewinn der CDU-FDP-Koalition prognoseadäquat eingetreten - eine Lehre läßt sich jetzt schon ziehen: Die Ersatzpräsentation von Sündenböcken als Ablenkung von Sozialdemontage und Grundrechtsabbau funktioniert nicht mehr so einfach. Die Leute lassen sich nicht darüber hinwegtäuschen, wer für Verarmung und Entrechtung hierzulande Verantwortung trägt. Protagonisten eben wie Herr Koch, dem zum Beispiel die Peinigungen von Hartz IV noch lange nicht genügten.

Offensive Oppositionspolitik oder „Berline Modell“?

Ungehört verhallten heute auch die Warnungen vor "Systemkritik", wie sie angesichts der Debatte um Managergehälter oder der Nokia-Affäre im ARD-Presseclub am Wahltag von seiten kapitalnaher PR-Journalisten zu hören waren. Stattdessen zieht die Linkspartei sowohl in Hessen mit 5,1 Prozent als auch in Niedersachsen mit 7,1 Prozent - erstmals in westlichen "Flächenländern" - in die jeweiligen Landtage ein. Ob das ein mehr als symbolisches, "dekoratives" Resultat werden wird, hängt freilich davon ab, ob die "Linkspartei" aus ihrem Erfolg auch eine offensive Oppositionspolitik ableitet, in enger Rückkoppelung mit der in schwungvollen Reden gern beschworenen "sozialen Basis", die im Parlamentsalltag aber schnell aus dem Blickfeld gerät.

Die profillose, bürokratische und konfliktscheue Politik der "Linken", dort, wo sie, wie etwa im Berliner Wowereit-Senat, an der Regierung beteiligt ist, sollte in Hessen und Niedersachsen nicht unbedingt als Vorbild dienen. Auf Berliner Landesebene nämlich wird unter der Sozialsenatorin Knacke-Werner von der Linkspartei Hartz IV genau so "korrekt" und stromlinienförmig, also gegen die Betroffenen, exekutiert wie überall sonst auch; von "Widerstand gegen Hartz IV" ist keine Rede. Gerade letzte Woche stimmte die Berliner Linkspartei einem Berliner Personalvertretungsgesetz zu, das die Mitbestimmungsrechte der Personalvertretungen massiv beschneidet. Als weiteren Akt "neoliberaler Sozialraubpolitik" der rot-roten Stadtregierung kritisierte nicht nur die "linke zeitung" (www.linkezeitung.de) diese skandalöse Entmündigung der Beschäftigten in Berlins öffentlichem Dienst. Auch der DGB-Vorsitzende von Berlin/Brandenburg, Dieter Scholz, protestierte gegen das "demokratiefeindliche Verhalten", gemünzt insbesondere auf die "linke" Arbeits- und Sozialsenatorin Heidi Knacke-Werner.

Damit soll der Wahlerfolg der Linkspartei in Hessen und Niedersachsen nicht kleingeredet werden. Aber der Hinweis muß gestattet sein, daß reale Politik für gesellschaftliche Veränderung im Interesse gesellschaftlicher Mehrheiten nicht bei Rhetorik und Symbolik nach den Rezepten ihres „Vordenkers“ dem Vorbild von André Brie ihr Bewenden haben kann (s. NRhZ 112). Das Beispiel Berlin zeigt jedenfalls in mancher Hinsicht, wie es nicht gehen darf. Das sollte die Linkspartei bei aller momentaner Euphorie angesichts der Wahlüberraschungen in Hessen und Niedersachsen dauerhaft nicht verdrängen. (PK)

Online-Flyer Nr. 131 vom 29.01.2008
http://www.nrhz.de/flyer/beitrag.php?id=12030

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Arne Kroger
unregistriert
30.01.2008 04:52 Diesen Beitrag einem Moderator melden Zum Anfang der Seite springen

Zitat:
Original von dian

zumal auf die "Sonstigen" in der Berichterstattung der Medien irgendwie überhaupt nicht eingegangen wurde. Es wurde ja nicht mal erwähnt, wieviel nun genau die Rechten geholt haben. Es scheint fast so, als wolle das System mit aller Gewalt verhindern, dass nach der fünften Partei irgendwann noch eine sechste hinzukommt. Also schweigt man das am besten alles tot, damit ja niemand auf die Idee kommt, eine Stimme für eine der nicht-etablierten Partei würde irgendetwas bringen.


Das ist aber am Anfang immer so. Macht auch eigentlich nur Spaß, solange einen die Massenmedien ignorieren, ansonsten versuchen die nämlich recht schnell, wie das jetzt schon bei der LINKEN passiert, sich auch mit angeblich gemäßigten Positionen einzumischen.
Gibt einige sehr schöne Darstellungen von von Ditfurth, wie der SPIEGEL es geschafft, da die Rechten hochzujubeln, bis die Linken wie eben von Ditfurth die Partei verlassen haben.
Leberkrebs
unregistriert
30.01.2008 19:33 Diesen Beitrag einem Moderator melden Zum Anfang der Seite springen

Von wegen Wahlen in Deutschland sind "echt"...
Arschknappes Ergebnis in Hessen bei 2,4% ungültigen Stimmen...
Wetten das das alles keine CDU-Wähler waren? Augen rollen

Eine kleine Ergebniskurrektur im Sinne der Bonzenlobby hat sich da doch gradezu aufgedrängt, das Dummmvolk wird schon nix bemerken wie immer.
Arne Kroger
unregistriert
31.01.2008 02:29 Diesen Beitrag einem Moderator melden Zum Anfang der Seite springen

Ich glaube, dem Kapital ist das ziemlich egal, ob Koch oder Ypsilanti dran sind. Wüsste jetzt auf Anhieb zumindest keine politischen, wichtigen Punkte, in denen die sich unterscheiden. Die machen eh 'ne große Koalition. Jede Wette.
Leberkrebs
unregistriert
31.01.2008 23:39 Diesen Beitrag einem Moderator melden Zum Anfang der Seite springen

Och, da gibts angeblich zB den Punkt Mindestlohn...
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