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Zum Ende der Seite springen Kernkraft und Vernunft  
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dian
unregistriert
Kernkraft und Vernunft 19.08.2008 12:29 Diesen Beitrag einem Moderator melden Zum Anfang der Seite springen

Um etwas Ordnung reinzubringen, mache ich dafür lieber mal einen eigenen Thread auf...

Nemesus schrieb im Sticker-Thread:

Zitat:
Das, was Du da vorschlägst, würde hervorragend in eine Welt passen, in der jeder Mensch vernünftig reagiert.
Davon sind wir leider noch Lichtjahre entfernt. Es liegt nicht an einer schlechten Struktur. Ich gebe Dir mal ein Beispiel:

Als Tchernobyl erstrahlte, wir schrieben das Jahr 1986, war die Panik groß und die Massenmedien machten sie nicht kleiner.

Setdem gab es viele Leute, die keine Ahnung hatten, und die sich reihenweise dafür starkmachten, dass ausgerechnet Deutschland, der über die ganzen Jahre führende Hersteller für sichere "Atom-Meiler" aus der Kernkraft aussteigt.

Die Argumentation war immer gleich: WIr müssen ein Zeichen setzen, Kernkraft ist schädlich für die Umwelt, wir können doch auch mit AlternativEnergien etwas erreichen. Und wir können Strom sparen.

Seit dem hat sich eigentlich wenig verändert. Die Prinzipien der Kernspaltung sind gleich geblieben. Das naturwissenschaftliche Verständnis in der Gesellschaft ist gleich schlecht geblieben. Die Umweltproblematik aktueller denn je. Was neu ist, sind im Wesentliche 3 Dinge:

1) Der Preis für Öl und Kohle hat sich erhöht.
2) All unsere Nachbarn bauen wesentlich unserere "Atom-Meiler", weil SicherheitsExperte Deutschland weiterhin ein Zeichen setzen will, dass offensichtlich NIEMAND gehört hat (in meinen Augen zu Recht).
3) Und zum Schluss das BESTE: Kurz nach Tchernbobyl waren 90% der Bevölkerung gegen KLernkraft - Der Umwelt zuliebe.
Heute, nach neuesten Umfragen, sind über 50% der Deutschen für das Weiiterbestehen von Atom-Meilern.

Die erste Frage, die ich also stelle ist, was war und ist die wahre Motivation? Die Natur oder das Geld?
Hat das noch etwas mit Vernunft und Struktur oder eher mit kurzzeitigem Egoismus und Manipulation zu tun?


Ich frage mich gerade nur, wer denn nun eigentlich genau festlegt, wie man "vernünftig" auf einen atomaren Supergau wie in Tschernobyl reagieren sollte?
Nemesus? Die Atom-Lobby? Die armen Sozialhilfeempfänger, die im Winter frieren müssen, weil Öl und Gas immer teurer werden? Oder nicht doch eher die Atom-Gegner? Die Hersteller von Solaranlagen? Die Eltern, deren Kinder Krebs bekommen und vom Staat nicht entschädigt werden, weil es ja keinen Beweis dafür gibt, dass das Kernkraftwerk in der Nachbarschaft irgendetwas damit zu tun hat?

Gibt es in diesem Fall überhaupt etwas, was sich ganz allgemeingültig als "vernünftig" bezeichnen lässt?
Oder liegt Vernunft hier nicht eher im Auge des Betrachters?
Wer dafür ist, mag seine guten Gründe haben... aber ich denke, die Gründe derjenigen, die dagegen sind, sind nicht weniger plausibel und nachvollziehbar.
Einfach zu sagen: Diejenigen, die auf Atomstrom setzen, sind die Vernünftigen, und alle anderen sind eben manipuliert, ist mit Verlaub ein wenig arg arrogant. Genauso gut könnte ich umgekehrt argumentieren, dass diejenigen, die Atomstrom ablehnen, weil sie eingesehen haben, was das für ein Teufelszeug ist, die Vernünftigen sind, und jene, die nur des Geldes und des praktischen Nutzens wegen für Kernkraft sind, materialistisch verblendete Fortschrittsgläubige...

Meine Meinung dazu:
Kernkraft ist nicht böse!
Böse ist aber, was viele Menschen damit tun.
Und damit meine ich nicht nur, dass sie sie zum Bau von Waffen einsetzen.
Auch, Anwohner zu enteignen und den Menschen gefährliche Anlagen direkt vor die Nase zu setzen, obwohl diese sich davor fürchten und sie mehrheitlich gar nicht haben wollen, ist böse.
Man sollte die Bevölkerung daher nicht fragen:
"Seid ihr dafür, dass Deutschland in Zukunft wieder auf Atomkraft setzt?",
sondern:
"Wärt ihr bereit, in eurer unmittelbaren Nachbarschaft ein Atomkraftwerk zu akzeptieren?"
Jede Wette, dass die Umfrageergebnisse dann ganz anders aussehen würden.
Denn ob man etwas für eine gute Idee hält, hängt nicht selten einfach nur davon ab, wie weit man von den eventuellen negativen Folgen dieser Idee entfernt ist...
Ok, Nemesus, dir glaube ich sogar, dass du kein Problem damit hättest, in deinem Garten ein Kernkraftwerk oder eine Zuchtstation für Ebola-Viren zu tolerieren. großes Grinsen Aber ich denke mal, die große Mehrheit der Bevölkerung sieht das dann doch (meines Erachtens völlig zu Recht) ein wenig anders.

Kebap

porno jüngling aus der hölle


19.08.2008 14:15 Diesen Beitrag einem Moderator melden Zum Anfang der Seite springen

Zitat:
Meine Meinung dazu:
Kernkraft ist nicht böse!
Böse ist aber, was viele Menschen damit tun.


Du sprichst atomare Waffen an und dass die Kraftwerke explodieren könnten, aber auch wenn sie friedlich weiterlaufen, produzieren sie dabei Müll, den wir nichtmal halbwegs sinnvoll weiterverarbeiten können, sondern tatsächlich irgendwo "zwischenlagern" wollen, und zwar für einige Millionen Jahre.

Question Authority ~ Think for Yourself
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Seneca
unregistriert
19.08.2008 14:18 Diesen Beitrag einem Moderator melden Zum Anfang der Seite springen

Wenn ich mir es vernünftig durchüberlege, dann ist gegen Atomernergie an sich nichts einzuwenden. Das Kernproblem (50 Cent in die Wortspielkasse) ist jedoch, dass man den blöden Abfall abertausende Jahre sicher einlagern muss. D.h. mit Kernenergie schaffen wir uns heute Probleme für morgen. Alleine deswegen habe ich Bedenken. Risiko: Vernachlässigbar. Energiegewinnung: Sauber.
Aber wohin mit dem verseuchten Zeug?

komakino



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19.08.2008 14:37 Diesen Beitrag einem Moderator melden Zum Anfang der Seite springen

Die Kostenaufwände für ein wirklich sicheres Atomkraftwerk sind einfach gigantisch und zu teuer.. jedoch solang solche nicht gegeben sind bleibe ich Atomkraftgegner...

"And manifest the daydream
Like those who fell before
And glorify our small attempts
And hate ourselves no more

Blow words between these sucker's teeth
And bind these panicked hands
Lose your heart like a clumsy bell
Please be well"

-Horses in the Sky
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Bakunins Bart




20.08.2008 19:30 Diesen Beitrag einem Moderator melden Zum Anfang der Seite springen

Ich denke auch, dass die Kernkraft an sich nicht böse ist, auch Waffen sind nicht böse an sich, man kann damit auch Tontauben schießen.

Richtig angewandt ist alles kein Problem, deswegen denke ich auch ist die Klima-Frage ein Problem der Gesamt-Bedinungen.

Seien wir realistisch- versuchen wir das Unmögliche!
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Arne Kroger
unregistriert
22.08.2008 03:13 Diesen Beitrag einem Moderator melden Zum Anfang der Seite springen

Also, ich denke, dass da, wo die gesamte Bevölkerung das entscheiden kann, ob sie Kernernergie will, dann ist das sinnvoll. Muss dann aber auch das gesamte Gebiet betreffen, das evtl. geschädigt werden kann, ansonsten muss der Betreiber eben eine Versicherung finden, die wahnsinnig genug wäre, das Risiko abzudecken.

Btw hättte ich auch nix gegen Kernreaktoren und Ebola-Zuchtstationen bei @nemesus im Garten.

Zelder

Spiegel deines Elends

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05.10.2008 21:28 Diesen Beitrag einem Moderator melden Zum Anfang der Seite springen

Wenn man die vorraussichtlichen Kosten für die Endlagerung von Atommüll für Dauer der Radioaktivität in jedes Kilowatt Atomstrom einrechnen würde, dann könnte man Atomstrom überhaupt nicht mehr bezahlen! Da man das nicht tut, überlässt man diese Rechnung einfach unseren Nachfahren.
Und wenn von Halbwertszeiten die Rede ist, bedeutet das ja nur, dass in dieser Zeit die Hälfte der Elemente zerfallen sind, und das muss nicht zwangsläufig bedeuten, dass die neuen Elemente nicht auch radioaktiv sind.

Wenn jetzt CDU Politiker, die sich nie für die Umwelt interessiert haben, jetzt plötzlich Atomstrom als tolle, CO2 freie Alternative anpreisen, bekomme ich echt das Kotzen.

Ja, Kernkraftwerke sind nicht böse. Aber wir sind blöd.

Hallo übrigens... Augenzwinkern

Zelder



"All the people who created traditions, who created countries, who created rules - them fuckers are dead.
Why don't you start your own world while you got the chance?"
Bill Hicks
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