Unity-Forum
RegistrierungTeammitgliederMitgliederlisteHäufig gestellte FragenSucheZur Startseite Texte Homepage chat

Unity-Forum » :: Kunst & Aufklärung :: » Texte & Lyrics » Outside the cage » Hallo Gast [Anmelden|Registrieren]
Letzter Beitrag | Erster ungelesener Beitrag | Druckvorschau | Thema zu Favoriten hinzufügen |
Neues Thema erstellen Antwort erstellen
Zum Ende der Seite springen Outside the cage  
Beiträge zu diesem Thema Autor Datum
 Outside the cage kobin 06.03.2011 23:46
 RE: Outside the cage TheWolfsmann 15.03.2011 05:55
 RE: Outside the cage TheWolfsmann 15.03.2011 05:59
 RE: Outside the cage kobin 07.03.2011 17:58
 RE: Outside the cage Xoc 10.03.2011 00:59
 RE: Outside the cage quaid 10.03.2011 10:54
 RE: Outside the cage Xoc 10.03.2011 21:19
 RE: Outside the cage quaid 11.03.2011 01:07
 RE: Outside the cage Shinobi 15.03.2011 10:10
 RE: Outside the cage TheWolfsmann 15.03.2011 10:34

Autor
Beitrag « Vorheriges Thema | Nächstes Thema »
kobin
unregistriert
Outside the cage 06.03.2011 23:46 Diesen Beitrag einem Moderator melden Zum Anfang der Seite springen

Waren wir letztendlich nicht alle aus einem Grund in dieses Forum zusammengekommen? Waren wir nicht alle einmal der Meinung, dass es mit der Gesellschaft so nicht weitergehen kann? Haben wir uns nicht alle nach einem tieferen Sinn in diesen bejammernswerten Zeiten gesehnt?

Die Welt schreitet voran. Mit jeder Sekunde, jeder Minute, jeder Stunde, jedem Tag, jeden Monat und jeden Jahres werden mehr und mehr Menschen aufgrund dieses Systems getötet, die nicht hätten sterben müssen, nicht hätten sterben dürfen. Und obgleich offiziell Frieden herrscht, tobt dort draußen der erbitterste Krieg seit Menschengedenken. Es ist kein herkömmlicher Krieg, es ist ein schmutziger Krieg. Es ist ein Krieg, der in unseren Köpfen wütet, es ist ein Krieg des Herzens. Er droht mit aller Schrecklichkeit, das Vertrauen, das wir noch für uns und die Menschheit bewahren konnten, auszulöschen.
Die Nachrichten berichtigen nur notdürftig über diese Dinge. Und wenn wir auch noch nicht von einer Zensur sprechen können, so bleiben doch wichtige Aspekte weitesgehend unbeachtet. Es sind die Einzelschicksale, die im Verborgenen bleiben, die am schnellsten vergessen werden.
Wir philosophieren hier über die abartigsten Dinge, und sprechen über so wenig Essentielles. Wir breiten unser Ego aus und merken nicht einmal, dass wir dadurch nur noch mehr Schaden einrichten. Es fehlt der aktive Wunsch, sich mit dem Gräuel, dass diese Welt für uns bereithält zu öffnen und Anteilnahme, Empathie entwickeln zu können.
Wir beruhigen unser Gewissen dadurch, dass wir Obdachlosen Geld geben, Hilfsorganisationen kleinere und größere Geldbeträge überweisen. Doch wir verfolgen den Weg des Geldes nicht, wir vergewissern uns nicht, ob auch wirklich im entsprechenden Land etwas getan wird und tief in uns drin wollen wir das auch gar nicht. Wenn wir zwischen gesunder aber stummer und kranker aber erwachter Geistigkeit entscheiden müssen, wählen wir das Wohlbefinden, zum Schaden unser einst so hehren Ziele.
Derweil kommen immer mehr Fanatiker auf, die beschließen, dass sie mit einer Hand voll Leute die Welt retten können, die freien Meinungsaustausch dazu benutzen, andere zu manipulieren und ein Übel durch das Andere ersetzen.
Wir richten unser Blick immer zuerst auf uns, dann auf unser nahes Umfeld und dann auf die Politik. Doch die Psyche der Menschen, die unter Einrichtungen dieses Systems zu leiden haben, überlassen wir achselzuckend den dafür bereitstehenden Psychologen. Schüler und Schülerrinnen, die, keinen Sinn mehr sehend, den letzten Ausweg wählen, weil sie dem psychischen Druck der modernen Arbeitswelt, der Sinnentbehrtheit dieser Gesellschaft nicht länger standzuhalten vermögen, Menschen, die aufgrund ihrer Andersartigkeit und Unangepasstheit an die bestehende Verhältnisse in psychiatrischen Anstalten weggesperrt werden, sind nur einige Beispiele für die aktuelle Verfahrenheit.
Wir müssen aus der traumlosen Agonie erwachen, die kein Platz für die wahren Ideale und Werte der Menschheit Platz bietet. Immer mehr Menschen erkranken weltweit an Depressionen, leiden an dem berüchtigten Burn-Out Syndrom und existieren mehr, als dass sie wirklich leben.
Zu oft lassen wir unsere Tage einfach nur vorbeifliegen, zu oft haben wir uns schon mit aufhellenden Gedanken getröstet, zu oft haben wir nur gedacht aber nicht gefühlt, gefühlt aber nicht gelebt.
Viele aus den nachfolgenden Generationen, unschuldige Kinder, die von klein auf das Gesetz der Straße kennenlernen mussten, werden den morgigen Tag nicht mehr eleben. Es sind nicht nur Kinder, Menschen aus einem Land, von einem Kontinent. Sie kommen aus der ganzen Welt. Sie schnüffeln am Teppichleim, der sie den Hunger vergessen lässt, sie verkaufen ihren Körper für etwas Essensgeld, sie sind in Banden groß geworden, die sie zum Bettler heranzüchten, sie lassen ihnen die Augen ausstechen, damit sie mehr Geld einnehmen. Jugendliche aus Asien und Nahost werden weiterverkauft, vergewaltigt, tote Babys im Rinnstein liegen gelassen. Waffen werden mit Blutdiamanten bezahlt, die ganze Dörfer auslöschen. Alle acht Stunden begeht ein junger Heranwachsender bzw. eine junge Heranwachsende in Amerika durch eine Schusswaffe, Selbstmord, alle sechs Sekunden stirbt ein Kind an Hunger und Unterernährung, obgleich es genug Nahrung für alle gäbe.
Es sind die gleichen Gedanken, immer und immer wieder, sie sind unbeschreibbar, doch sie lassen uns, wenn wir sie zulassen keine Ruhe mehr, wir verdrängen sie, doch einmal gedacht, einmal wahrhaftig erwacht, wird man sie nicht mehr los. Man möchte vielleicht in die Matrix zurück, doch selbst da wird das Wissen bleiben, dass man einstmals ein anderer Mensch war, ein fühlendes Wesen, dass bereit war, die enge Käfigtür weit aufzustoßen und das erste Mal die kühlende Luft der Freiheit atmete. Doch gänzlich hinausgehen wollte man nicht. Die blassen Schatten an der Höhlenwand reichten aus, befriedigten alle Neugier. Nur wenige trauten sich, den beschwerlichen Weg auf sich zu nehmen, alles zu riskieren wofür sie bisher gelebt hatten, ihr ganzes vergangenes Leben fortzuwerfen und sich für den Anbruch einer neuen Zeit einzusetzen.
Die Todesmaschinerie läuft weiter. Tag für Tag. Es sterben weiter Menschen, ohne dass wir den Namen kannten, ohne dass wir uns ein einziges Mal umdrehten, ohne dass wir in unseren Tagewerk innehielten. Es sind die Desillusionierten, Verzweifelten, Depressiven die noch standhalten versuchen, die den Schein erkennen und eine neue Identität suchen, einen neuen Namen, ihn ändern und ändern und sich doch nicht von der Realität lossagen können. Es sind die Kinder dieser Welt, Herzenskinder, die ewig Junggebliebenen, die nicht aufgeben können oder wollen, die sich diese neue Zeit einsetzen, die dafür verachtet, verspottet und verlacht werden, aufgrund ihrer Fehler, ihrer Unnatürlichkeit, ihrer Identitätskrise, ihres oftmals untypischen Sozialverhaltens. Es sind die echten Querdenker, Emotionalisten dieser Welt.
Wir erinnern uns nur trübe an die vergangenen Ereignisse in der Geschichte. Unmöglich all das Leid nachzuempfinden sind wir gezwungen fast immer denselben Fehler wieder und wieder zubegehen. Auch damals gab es kritische Ansätze, die inmitten von Terror, Krieg und Elend zu freien und selbstbestimmten Denken aufforderten. Zu wenige waren bereit, für ihre wahren Gefühle zu kämpfen und beschlossen, aus einem Gefühl der Wohlgefälligkeit und oft auch Angst heraus, dass die Anpassung, und der größtmögliche, persönliche Gewinn von entscheidender Bedeutung war, die in letzter Konsequenz zum Tod in millionfacher Höhe führte.
Es ist unser knappes und dürftiges Leben nicht wert, in einem goldenen Käfig zu leben. Unsere Zeit wird nicht irgendwann heraufkommen, nicht durch andere und nicht einfach durch Äußerlichkeiten, sie wird durch uns jetzt und unmittelbar bestimmt werden, durch unser Sein, durch unser Streben, in dieser Sekunde zu jedem Augenblick bis zu unserem eigenen Vergehen. Und am Ende soll wenigstens die Gewissheit bleiben, dass man zumindest den Versuch unternommen hat, wirklich und wahrhaftig zu leben.

Dieser Beitrag wurde 2 mal editiert, zum letzten Mal von kobin am 06.03.2011 23:52.


TheWolfsmann

Mors certa Hora incerta

images/avatars/avatar-500.jpg


RE: Outside the cage 15.03.2011 05:55 Diesen Beitrag einem Moderator melden Zum Anfang der Seite springen

Zitat:
Original von Kobin
Waren wir letztendlich nicht alle aus einem Grund in dieses Forum zusammengekommen? Waren wir nicht alle einmal der Meinung, dass es mit der Gesellschaft so nicht weitergehen kann? Haben wir uns nicht alle nach einem tieferen Sinn in diesen bejammernswerten Zeiten gesehnt?

Die Welt schreitet voran. Mit jeder Sekunde, jeder Minute, jeder Stunde, jedem Tag, jeden Monat und jeden Jahres werden mehr und mehr Menschen aufgrund dieses Systems getötet, die nicht hätten sterben müssen, nicht hätten sterben dürfen. Und obgleich offiziell Frieden herrscht, tobt dort draußen der erbitterste Krieg seit Menschengedenken. Es ist kein herkömmlicher Krieg, es ist ein schmutziger Krieg. Es ist ein Krieg, der in unseren Köpfen wütet, es ist ein Krieg des Herzens. Er droht mit aller Schrecklichkeit, das Vertrauen, das wir noch für uns und die Menschheit bewahren konnten, auszulöschen.
Die Nachrichten berichtigen nur notdürftig über diese Dinge. Und wenn wir auch noch nicht von einer Zensur sprechen können, so bleiben doch wichtige Aspekte weitesgehend unbeachtet. Es sind die Einzelschicksale, die im Verborgenen bleiben, die am schnellsten vergessen werden.
Wir philosophieren hier über die abartigsten Dinge, und sprechen über so wenig Essentielles. Wir breiten unser Ego aus und merken nicht einmal, dass wir dadurch nur noch mehr Schaden einrichten. Es fehlt der aktive Wunsch, sich mit dem Gräuel, dass diese Welt für uns bereithält zu öffnen und Anteilnahme, Empathie entwickeln zu können.
Wir beruhigen unser Gewissen dadurch, dass wir Obdachlosen Geld geben, Hilfsorganisationen kleinere und größere Geldbeträge überweisen. Doch wir verfolgen den Weg des Geldes nicht, wir vergewissern uns nicht, ob auch wirklich im entsprechenden Land etwas getan wird und tief in uns drin wollen wir das auch gar nicht. Wenn wir zwischen gesunder aber stummer und kranker aber erwachter Geistigkeit entscheiden müssen, wählen wir das Wohlbefinden, zum Schaden unser einst so hehren Ziele.
Derweil kommen immer mehr Fanatiker auf, die beschließen, dass sie mit einer Hand voll Leute die Welt retten können, die freien Meinungsaustausch dazu benutzen, andere zu manipulieren und ein Übel durch das Andere ersetzen.
Wir richten unser Blick immer zuerst auf uns, dann auf unser nahes Umfeld und dann auf die Politik. Doch die Psyche der Menschen, die unter Einrichtungen dieses Systems zu leiden haben, überlassen wir achselzuckend den dafür bereitstehenden Psychologen. Schüler und Schülerrinnen, die, keinen Sinn mehr sehend, den letzten Ausweg wählen, weil sie dem psychischen Druck der modernen Arbeitswelt, der Sinnentbehrtheit dieser Gesellschaft nicht länger standzuhalten vermögen, Menschen, die aufgrund ihrer Andersartigkeit und Unangepasstheit an die bestehende Verhältnisse in psychiatrischen Anstalten weggesperrt werden, sind nur einige Beispiele für die aktuelle Verfahrenheit.
Wir müssen aus der traumlosen Agonie erwachen, die kein Platz für die wahren Ideale und Werte der Menschheit Platz bietet. Immer mehr Menschen erkranken weltweit an Depressionen, leiden an dem berüchtigten Burn-Out Syndrom und existieren mehr, als dass sie wirklich leben.
Zu oft lassen wir unsere Tage einfach nur vorbeifliegen, zu oft haben wir uns schon mit aufhellenden Gedanken getröstet, zu oft haben wir nur gedacht aber nicht gefühlt, gefühlt aber nicht gelebt.
Viele aus den nachfolgenden Generationen, unschuldige Kinder, die von klein auf das Gesetz der Straße kennenlernen mussten, werden den morgigen Tag nicht mehr eleben. Es sind nicht nur Kinder, Menschen aus einem Land, von einem Kontinent. Sie kommen aus der ganzen Welt. Sie schnüffeln am Teppichleim, der sie den Hunger vergessen lässt, sie verkaufen ihren Körper für etwas Essensgeld, sie sind in Banden groß geworden, die sie zum Bettler heranzüchten, sie lassen ihnen die Augen ausstechen, damit sie mehr Geld einnehmen. Jugendliche aus Asien und Nahost werden weiterverkauft, vergewaltigt, tote Babys im Rinnstein liegen gelassen. Waffen werden mit Blutdiamanten bezahlt, die ganze Dörfer auslöschen. Alle acht Stunden begeht ein junger Heranwachsender bzw. eine junge Heranwachsende in Amerika durch eine Schusswaffe, Selbstmord, alle sechs Sekunden stirbt ein Kind an Hunger und Unterernährung, obgleich es genug Nahrung für alle gäbe.
Es sind die gleichen Gedanken, immer und immer wieder, sie sind unbeschreibbar, doch sie lassen uns, wenn wir sie zulassen keine Ruhe mehr, wir verdrängen sie, doch einmal gedacht, einmal wahrhaftig erwacht, wird man sie nicht mehr los. Man möchte vielleicht in die Matrix zurück, doch selbst da wird das Wissen bleiben, dass man einstmals ein anderer Mensch war, ein fühlendes Wesen, dass bereit war, die enge Käfigtür weit aufzustoßen und das erste Mal die kühlende Luft der Freiheit atmete. Doch gänzlich hinausgehen wollte man nicht. Die blassen Schatten an der Höhlenwand reichten aus, befriedigten alle Neugier. Nur wenige trauten sich, den beschwerlichen Weg auf sich zu nehmen, alles zu riskieren wofür sie bisher gelebt hatten, ihr ganzes vergangenes Leben fortzuwerfen und sich für den Anbruch einer neuen Zeit einzusetzen.
Die Todesmaschinerie läuft weiter. Tag für Tag. Es sterben weiter Menschen, ohne dass wir den Namen kannten, ohne dass wir uns ein einziges Mal umdrehten, ohne dass wir in unseren Tagewerk innehielten. Es sind die Desillusionierten, Verzweifelten, Depressiven die noch standhalten versuchen, die den Schein erkennen und eine neue Identität suchen, einen neuen Namen, ihn ändern und ändern und sich doch nicht von der Realität lossagen können. Es sind die Kinder dieser Welt, Herzenskinder, die ewig Junggebliebenen, die nicht aufgeben können oder wollen, die sich diese neue Zeit einsetzen, die dafür verachtet, verspottet und verlacht werden, aufgrund ihrer Fehler, ihrer Unnatürlichkeit, ihrer Identitätskrise, ihres oftmals untypischen Sozialverhaltens. Es sind die echten Querdenker, Emotionalisten dieser Welt.
Wir erinnern uns nur trübe an die vergangenen Ereignisse in der Geschichte. Unmöglich all das Leid nachzuempfinden sind wir gezwungen fast immer denselben Fehler wieder und wieder zubegehen. Auch damals gab es kritische Ansätze, die inmitten von Terror, Krieg und Elend zu freien und selbstbestimmten Denken aufforderten. Zu wenige waren bereit, für ihre wahren Gefühle zu kämpfen und beschlossen, aus einem Gefühl der Wohlgefälligkeit und oft auch Angst heraus, dass die Anpassung, und der größtmögliche, persönliche Gewinn von entscheidender Bedeutung war, die in letzter Konsequenz zum Tod in millionfacher Höhe führte.
Es ist unser knappes und dürftiges Leben nicht wert, in einem goldenen Käfig zu leben. Unsere Zeit wird nicht irgendwann heraufkommen, nicht durch andere und nicht einfach durch Äußerlichkeiten, sie wird durch uns jetzt und unmittelbar bestimmt werden, durch unser Sein, durch unser Streben, in dieser Sekunde zu jedem Augenblick bis zu unserem eigenen Vergehen. Und am Ende soll wenigstens die Gewissheit bleiben, dass man zumindest den Versuch unternommen hat, wirklich und wahrhaftig zu leben.
E-Mail an TheWolfsmann senden
Auf diesen Beitrag antworten Zitatantwort auf diesen Beitrag erstellen Diesen Beitrag editieren/löschen

TheWolfsmann

Mors certa Hora incerta

images/avatars/avatar-500.jpg


15.03.2011 05:59 Diesen Beitrag einem Moderator melden Zum Anfang der Seite springen

"Es ist kein herkömmlicher Krieg, es ist ein schmutziger Krieg" Zitat
Frage: Es gibt also saubere (herkömmliche) Kriege und schmutzige Kriege?
Nein! Jeder Krieg egal in welcher Form ist schmutzig, blutig und äusserst Brutal. Deshalb nennt man ihn Krieg. Alles andere sind nur Meinungsverschiedenheiten, oder Geplänkel.
E-Mail an TheWolfsmann senden
Auf diesen Beitrag antworten Zitatantwort auf diesen Beitrag erstellen Diesen Beitrag editieren/löschen
kobin
unregistriert
07.03.2011 17:58 Diesen Beitrag einem Moderator melden Zum Anfang der Seite springen

Wofür lebt der Mensch? Was ist der Zweck seines Daseins auf Erden? Was ist sein Vermächtnis?
Ist es sein Zweck, Frieden zu schließen, mit der Welt, mit dem System, mit sich selbst?

Wenn der Mensch unbewusst Dinge aufnimmt, die er aktiv nicht durchdenkt, durchlebt und fühlt, wie kann er dann ausreichend Verständnis, Empathie und Bewusstsein entwickeln für die Problematiken dieser Welt? Hat der Mensch die Pflicht, die Last dieser Welt zu tragen, als Fürsprecher all derer einzuspringen, die sich nicht wehren können? Wäre es egoistisch, sich ausschließlich auf sein eigenes Wohlbefinden zu konzentrieren? Was kann der Mensch ertragen und was nicht? Ist er fähig, über sich hinauszuwachsen und sein Leben der Veränderung des System zu widmen? Ist das eigene Leben überhaupt bedeutsam genug, ist es lebenswert genug, als dass man es über das Leben von anderen stellen könnte?
Erinnern sich Menschen an erlebte, schockierende Momente? Legt sich wirklich ein grauer Schleier über das Gedächtnis? Kann die Zeit solche Wunden heilen?

Was ist mit den Träumen, Bildern all jenen Menschen, die aufgrund von schockierenden Erlebnissen, die sie teilweise auch am eigenen Körper erfahren mussten, ausgelöst wurden und ein Traumata heraufbeschwor?
Erinnern sie sich nicht mehr? Sind diese Menschen wirklich glücklich? Oder spüren sie einfach, dass etwas nicht stimmt? Haben sie nicht die Bilder all die Zeit im Gedächtnis, die sie nie wieder loswerden können? Fühlen sie die Machtlosigkeit der eigenen Existenz Tag für Tag? Sind sie nicht mehr als ein Spielball unter dem Machtgespinst der Tyrannen, Diktatoren und eigensinnigen Politikern?

Was bedeutet Leben?

Ist es Leben zu nennen, weil wir biologisch existieren? Ist Leben allein an eine biologische Komponente gebunden? Was macht das Leben aus? Wie definieren wir den Begriff „Leben“, wie sollten wir ihn definieren? Geht er über eine existenz-biologische Betrachtung hinaus, ist er an einer gewissen Ethik, Moral gebunden? Wie dürfen wir das Leben von anderen beeinflussen?

Ist es Leben zu nennen, in eine Welt hineingeboren zu werden, die uns seit jeher selbstbestimmt? Wozu dann unser Drang nach Freiheit, Frieden, Unabhängikeit und damit auch Macht? Ist es Leben zu nennen, Tag für Tag einer gewissen Routine bzw. Maschinerie zu folgen und mit einem letzten Seufzer ins Grab zu steigen? Ist das die Rückbesinnung, die eigene Reflektion über das Selbst, das Sein, was uns tatsächlich ausmachen sollte?

Für einen einzigen Moment das wahre Licht der Welt erblickt zu haben, Frieden zu empfinden, eins zu werden, und trotzdem sein Leben der Veränderung zu widmen, für andere aufzugeben, die uns am Nächsten waren. Alt oder jung zu sterben, am Krückstock gehen oder in der Blüte des Lebens?

Was ist der Sinn des Lebens, wenn nicht um einmal zu sterben? Es ist der Dualismus, der zusammengenommen immer Sinn ergibt. Und dort wo der Dualismus sich zu einem ganzen verbindet, wird die Vollkommenheit deutlich. Wir schlafen, essen, trinken, reproduzieren uns fort, doch zu wenige leben. Leben für einen einzigen Moment, der einem wichtiger war, als die Vergangenheit, wichtiger als die Zukunft, wo man nur das reine Selbst findet, und nicht das eigene Bewusstsein im Spiegel der Zeit, wo alles nur an Bedeutung verliert und nur das Hier und Jetzt zählt, wo keine Zeit mehr existiert, nur noch das Handeln im Einklang mit sich selbst.

Dieser Beitrag wurde 2 mal editiert, zum letzten Mal von kobin am 07.03.2011 18:00.


Xoc

lol

images/avatars/avatar-508.jpg


10.03.2011 00:59 Diesen Beitrag einem Moderator melden Zum Anfang der Seite springen

Zitat:
Original von Kobin
Wofür lebt der Mensch? as ist der Zweck seines Daseins auf Erden?


Da der Mensch mehr als nur "eine einheitliche Sache" ist, hat diese Frage auch mehr als eine Antwort:
Der Mensch als biologisches Lebewesen hat den Zweck seine Gene zu verbreiten.
Der Mensch memetische Kopiermaschine hat den Zweck seine Lieblingsmeme zu verbreiten und auszuführen.
Der Mensch als emotionale Lernmaschine hat den Zweck positiven Emotionen anzustreben und negative zu vermeiden.

Zitat:
Ist es sein Zweck, Frieden zu schließen, mit der Welt, mit dem System, mit sich selbst?


Nein, das kann aber Nebenprodukt sein.

Zitat:
Wenn der Mensch unbewusst Dinge aufnimmt, die er aktiv nicht durchdenkt, durchlebt und fühlt, wie kann er dann ausreichend Verständnis, Empathie und Bewusstsein entwickeln für die Problematiken dieser Welt?


Indem er lernt die sich der wesentlichen Dinge bewusst zu sein.

Zitat:
Hat der Mensch die Pflicht, die Last dieser Welt zu tragen, als Fürsprecher all derer einzuspringen, die sich nicht wehren können?


Nein, ausser er legt sich diese Pflicht selbst auf.

Zitat:
Wäre es egoistisch, sich ausschließlich auf sein eigenes Wohlbefinden zu konzentrieren?


Das eigene Wohlbefinden schliesst das Wohlbedinden der anderen nicht aus.
Im Endeffekt können wir eh nichts anderes machen, als Dinge für uns. Menschen sind altruistisch, weil sie selbst sich dadurch besser fühlen.

Zitat:
Was kann der Mensch ertragen und was nicht?


Das hängt von seiner Fähigkeit Emotionen zu verarbeiten ab.


Zitat:
Ist er fähig, über sich hinauszuwachsen und sein Leben der Veränderung des System zu widmen?


Ja.

Zitat:
Ist das eigene Leben überhaupt bedeutsam genug, ist es lebenswert genug, als dass man es über das Leben von anderen stellen könnte?


Das ist eine Entscheidung, die jeder für sich selbst fällen kann. Bedeutsamkeit ist subjektiv.


Zitat:
Erinnern sich Menschen an erlebte, schockierende Momente?


Oft ja.

Zitat:
Legt sich wirklich ein grauer Schleier über das Gedächtnis?


Manchmal, machmal nicht.

Zitat:
Kann die Zeit solche Wunden heilen?


Die gegenwärtige emotionale Interpretation vergangener Ereignisse kann sich komplett ändern.


Zitat:
Was ist mit den Träumen, Bildern all jenen Menschen, die aufgrund von schockierenden Erlebnissen, die sie teilweise auch am eigenen Körper erfahren mussten, ausgelöst wurden und ein Traumata heraufbeschwor? Erinnern sie sich nicht mehr?


Die, die einfach verdrängen sind meistens die, die irgendwann scheitern werden. Die, die draus lernen und die Sache abhaken sind die erfolgreichen.


Zitat:
Sind diese Menschen wirklich glücklich?


Ich kenne Leute, die verdrängten nur und brachen dann komplett zusammen.

Zitat:
Was bedeutet Leben? Ist es Leben zu nennen, weil wir biologisch existieren? Ist Leben allein an eine biologische Komponente gebunden? Was macht das Leben aus? Wie definieren wir den Begriff „Leben“, wie sollten wir ihn definieren?


Leben bedeutet, dass etwas Lebenscharakter hat.
Das heisst, sich verändert, sich vermehrt, Stoffwechsel hat, einer Evolution unterliegt, Bewusstsein hat, etc. Die Definition ist unscharf. Leben als binäre Kategorie ist eine Erfindung des Menschen.

Zitat:
Geht er über eine existenz-biologische Betrachtung hinaus, ist er an einer gewissen Ethik, Moral gebunden?


Ja zum ersten, nein zum zweiten.

Zitat:
Wie dürfen wir das Leben von anderen beeinflussen?


"Dürfen" ohne die Nennung einer Instanz, die Verbote aufstellt ist undefiniert.

Zitat:
Ist es Leben zu nennen, in eine Welt hineingeboren zu werden, die uns seit jeher selbstbestimmt?


Ja.

Zitat:
Wozu dann unser Drang nach Freiheit, Frieden, Unabhängikeit und damit auch Macht?


Weil er uns erfolgreich machen kann.

Zitat:
Ist es Leben zu nennen, Tag für Tag einer gewissen Routine bzw. Maschinerie zu folgen und mit einem letzten Seufzer ins Grab zu steigen?


Ja.

Zitat:
Ist das die Rückbesinnung, die eigene Reflektion über das Selbst, das Sein, was uns tatsächlich ausmachen sollte? Für einen einzigen Moment das wahre Licht der Welt erblickt zu haben, Frieden zu empfinden, eins zu werden, und trotzdem sein Leben der Veränderung zu widmen, für andere aufzugeben, die uns am Nächsten waren. Alt oder jung zu sterben, am Krückstock gehen oder in der Blüte des Lebens?


Too much Lyrics/Bullshit.

Zitat:
Was ist der Sinn des Lebens, wenn nicht um einmal zu sterben


Siehe "Wofür lebt der Mensch?".

Zitat:
Es ist der Dualismus, der zusammengenommen immer Sinn ergibt. Und dort wo der Dualismus sich zu einem ganzen verbindet, wird die Vollkommenheit deutlich.


Dualismus ist nichts besonderes und als ontologische Philosophie Bullshit.

Zitat:
Wir schlafen, essen, trinken, reproduzieren uns fort, doch zu wenige leben. Leben für einen einzigen Moment, der einem wichtiger war, als die Vergangenheit, wichtiger als die Zukunft, wo man nur das reine Selbst findet, und nicht das eigene Bewusstsein im Spiegel der Zeit, wo alles nur an Bedeutung verliert und nur das Hier und Jetzt zählt, wo keine Zeit mehr existiert, nur noch das Handeln im Einklang mit sich selbst.


Stop beeing depressed.

"Do you believe in free will?" "I have no choice."
E-Mail an Xoc senden
Auf diesen Beitrag antworten Zitatantwort auf diesen Beitrag erstellen Diesen Beitrag editieren/löschen

quaid

their law


10.03.2011 10:54 Diesen Beitrag einem Moderator melden Zum Anfang der Seite springen

bist du nicht etwas zu rational und ausgehend von deinen beiträgen zu emotionslos, um anderen gut gemeinte ratschläge zu depressionen zu geben, xoc?
ich meine.. du bist mir nicht gerade für deine empathie bekannt, und es ist ja nicht so, als würde ein depressiver jetzt sagen: "ach so, ich muss aufhören, depressiv zu sein. und ich dachte, das hört von alleine auf, wenn ich nur weiter depressive gedanken habe".
für den fall, dass dein ratschlag nicht gut gemeint war.. naja, das wäre dann nicht gutzuheißen.
Auf diesen Beitrag antworten Zitatantwort auf diesen Beitrag erstellen Diesen Beitrag editieren/löschen

Xoc

lol

images/avatars/avatar-508.jpg


10.03.2011 21:19 Diesen Beitrag einem Moderator melden Zum Anfang der Seite springen

Zitat:
Original von quaid
bist du nicht etwas zu rational und ausgehend von deinen beiträgen zu emotionslos, um anderen gut gemeinte ratschläge zu depressionen zu geben, xoc?
ich meine.. du bist mir nicht gerade für deine empathie bekannt, und es ist ja nicht so, als würde ein depressiver jetzt sagen: "ach so, ich muss aufhören, depressiv zu sein. und ich dachte, das hört von alleine auf, wenn ich nur weiter depressive gedanken habe".
für den fall, dass dein ratschlag nicht gut gemeint war.. naja, das wäre dann nicht gutzuheißen.


Kobin wollte, dass ich antworte, beschwer dich also bei ihm Augenzwinkern
Ausserdem fand er die Antwort nett, laut Chat.
Und ich kann in meinem Beitrag auch keinen Ratschlag zu Depressionen finden.

"Do you believe in free will?" "I have no choice."
E-Mail an Xoc senden
Auf diesen Beitrag antworten Zitatantwort auf diesen Beitrag erstellen Diesen Beitrag editieren/löschen

quaid

their law


11.03.2011 01:07 Diesen Beitrag einem Moderator melden Zum Anfang der Seite springen

na "Stop beeing depressed. " ist doch ein vorschlag.
wenn er die antwort "nett" fand, dann passt es ja.
Auf diesen Beitrag antworten Zitatantwort auf diesen Beitrag erstellen Diesen Beitrag editieren/löschen

Shinobi

Erneuerung

images/avatars/avatar-1053.gif


15.03.2011 10:10 Diesen Beitrag einem Moderator melden Zum Anfang der Seite springen

@TheWolfsmann
Ich denke Kobin wollte auf etwas anderes hinaus, das Schmutzige an diesem Krieg ist, dass es kein offizieller, kein offensichtlicher Krieg ist, sondern einer der im Verborgenen läuft. Es ist der stetige Konflikt des Menschen, als unzufriedenes eingeengtes Wesen, mit sich selbst und seiner Umwelt. Was letztlich aber auch zu den kriegen in der realen Welt führen kann. Natürlich gibt es keine Sauberen Kriege. Augenzwinkern

Ich lehne die Grundübereinkunft des Gemeinwesens ab, insbesondere die Überbewertung von Besitz.


“All authority of any kind, especially in the field of thought and understanding, is the most destructive, evil thing. Leaders destroy the followers and followers destroy the leaders. You have to be your own teacher and your own disciple. You have to question everything that man has accepted as valuable, as necessary.”


„Warum siehst du den Splitter im Auge deines Bruders, aber den Balken in deinem Auge bemerkst du nicht?“
E-Mail an Shinobi senden
Auf diesen Beitrag antworten Zitatantwort auf diesen Beitrag erstellen Diesen Beitrag editieren/löschen

TheWolfsmann

Mors certa Hora incerta

images/avatars/avatar-500.jpg


15.03.2011 10:34 Diesen Beitrag einem Moderator melden Zum Anfang der Seite springen

Aha... Unzufrieden und eingeengt aha! Dagegen könnten die meisten Menschen mit einfachsten Mitteln etwas unternehmen wenn sie dann nur wollten.
Allerdings bin ich auf meinen Wanderungen auch schon oft Kuhherden begegnet die dicht zusammen auf der Weide standen und den ganzen Tag mit Gras kauen verbrachten, und damit recht glücklich waren.
Na ja, es gibt halt schlaue Kühe großes Grinsen
E-Mail an TheWolfsmann senden
Auf diesen Beitrag antworten Zitatantwort auf diesen Beitrag erstellen Diesen Beitrag editieren/löschen
Baumstruktur | Brettstruktur
Gehe zu:
Neues Thema erstellen Antwort erstellen
Unity-Forum » :: Kunst & Aufklärung :: » Texte & Lyrics » Outside the cage

Schnellantwort
Benutzername:
Überschrift:  
Optionen:




Antworten:

Powered by Burning Board 2.2.2 © 2001-2004 WoltLab GmbH | Impressum