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Kann keine Geheimnisse für mich behalten
24.01.2009 01:17 |
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Mir passiert es immer wieder, dass ich Dinge, die man mir eigentlich "anvertraut" hat, teils mit Versprechen, dies nicht weiterzuerzählen, nicht für mich behalten kann.
Ich persönlich kenne für mich keine Geheimnisse. Es ist niemals vorgekommen, dass ich zu jmd. gesagt habe: "Aber sag das bitte niemandem weiter." Wenn das Thema entsprechend intim war, ging ich natürlich schon davon aus (fällt dann für mich unter Konventionen).
An mich selbst wird solch eine Bitte allerdings öfters gerichtet. Und genau das ist denke ich der Punkt: wenn man jemanden ausdrücklich darum bittet, etwas geheimzuhalten, ist es meistens so, dass das Gegenüber das Geheimhalten der Sache (ebensowenig wie ich) eben nicht als selbstverständlich betrachtet.
Ein Beispiel: gute Freundin ist zweimal durch die Führerscheinprüfung gefallen und hat mich gebeten, dies nicht weiterzuerzählen.
Was ist der Sinn dieser Geheimnistuerei? Irgendwas kann doch mit der Person nicht stimmen, die aus sowas unbedingt ein Geheimnis machen muss, oder? Sie meinte, sie wolle es nicht gegenüber jedem rechtfertigen müssen, aber was gibt es da zu rechtfertigen? Ist das schlimm?
Uneinsichtig wie ich bin, habe ich das Versprechen gebrochen und meiner besten Freundin davon erzählt. Dummer- / ehrlicherweise habe ich entsprechender Freundin wiederum erzählt, dass ich das Versprechen gebrochen habe und "ich eben so bin". Jetzt ist sie sauer.
Natürlich ist es nicht in Ordnung, ein Versprechen zu brechen, das man eingegangen ist und das sehe ich so auch ein - das war ein Fehler. Ich hätte im Vornherein klarstellen sollen, dass ich nicht die Person für sowas bin, da ich es - je nach Fall - teilweise recht lächerlich finde und irgendwo meine eigene Betrachtung darauf habe, was ich für mich behalten sollte und was nicht.
Andererseits finde ich es eben einfach schwachsinnig, wegen solchen Lapalien solch einen Kindergarten zu gestalten.
Ich muss erwähnen, dass ich prinzipiell ein sehr uneinsichtiger Mensch bin, der sich schon oft wegen der ein oder anderen Ausplauderei unbeliebt gemacht hat.
Ich verabscheue innerlich so eine Art von Geheimnistuerei, weiß andererseits aber auch, dass es nicht i.O. ist, Versprechen zu brechen. Passieren tut's mir trotzdem immer wieder, weil es eben meistens so ist, dass das Gegenüber erzählt und erst danach zur Vertraulichkeitsfrage kommt .... naja und da kann ich ja schlecht Nein sagen ^^
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SweetPrettyMuthaFuckinCountryAcidHouseMusicAllNightLong
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zanthia unregistriert
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RE: Kann keine Geheimnisse für mich behalten
24.01.2009 01:51 |
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| Zitat: |
Original von deep7
Ich verabscheue innerlich so eine Art von Geheimnistuerei, weiß andererseits aber auch, dass es nicht i.O. ist, Versprechen zu brechen. Passieren tut's mir trotzdem immer wieder, weil es eben meistens so ist, dass das Gegenüber erzählt und erst danach zur Vertraulichkeitsfrage kommt .... naja und da kann ich ja schlecht Nein sagen ^^ |
warum eigentlich nicht?
wenn das wieder mal passieren sollte, warum sollte man dann nicht z.b.sagen dürfen: "tut mir leid, aber mit deiner bitte hast du dich gerade an den falschen gewandt. ich gehe mit vertraulichen dingen grundsätzlich auch so um, ohne , dass man mich darum bittet, aber informationen, deren vertraulichkeit nicht für mich einleuchtet, behandel ich so frei, wie ich es für richtig halte. "
man könnte damit dann die leute, die sich dann als "geschädigte" empfinden und sauer sind, vorwarnen, dass sie beim nächsten mal zuvor ankündigen, wann etwas "geheimes" kommt. dann kann man es ja immer noch ablehnen, ob man das überhaupt hören möchte, oder nicht.
ich kann deine abneigung gegen diese art von "geheimnistuerei" nachvollziehen, zumal ich sowas selbst auch öfter erlebe und es mir eher wie ein etwas albernes spiel vorkommt, denn wie eine wirklich vertrauliche angelegenheit.
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Vllt. wollte ich einen unnötigen Disput vermeiden. Immerhin wusste ich nicht im Vornherein 1. dass ich das überhaupt weitererzähle 2. dass ich das dann auch noch beichte.
Die Sache ist jetzt aber auch nicht der springende Punkt.
Ansonsten: gut, dass du mich nachvollziehen kannst.
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SweetPrettyMuthaFuckinCountryAcidHouseMusicAllNightLong
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Hansi unregistriert
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Öhm ja, bei einigen Threads fehlen mir die Worte. Wo is das fucking Problem? Versprochen ist versprochen und wird nicht gebrochen, du hast es getan (was durchaus menschlich ist und passieren kann, auch wenn es eigentlich nicht sollte). Da es sich hier nun aber um eine pillepalle Lapalie handelt ist das doch auch egal. Du hattest halt in dem Punkt völlig andere Prioritäten als deine Freundin. Wieso macht man daraus so ein Problem das es sich lohnt dafür nen Thread auf zu machen? Hätte deine Freundin wenigstens noch jemanden gekillt oder so, aber ne verhauene Führerscheinprüfung is nu echt nix nennenswertes.
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..abgesehen vom finanziellen aspekt und dem aufgeschobenen stress, that is.
(habs hinter mir)
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Seneca unregistriert
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Naja, ich sehe zwar im aktuellen Fall kein Problem, weil es wirklich eine Lappalie ist, generell ist die Diskussion aber durchaus interessant.
Ich halte es in der Hinsicht wie beim Lügen auch. Ein Religionslehrer hat mir vor ewiger Zeit mal die zehn Gebote interpretiert und das so aufgefasst, dass das "Du sollst nicht falsch Zeugnis reden wider deinem Nächsten" nicht grundsätzlich als Lügenverbot, sondern als Verbot der schlechten Lüge zu interpretieren sei und dass man durchaus lügen darf, wenn das für die Mitmenschen besser ist.
Analog handhabe ich das mit den Versprechen. Sich nicht daran zu halten zum Wohle des anderen halte ich nicht grundsätzlich für verwerflich. Wobei hier wider schwierig ist zu interpretieren, was den nun für das Wohl des anderen am besten ist.
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dian unregistriert
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@ Hansi:
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| Wieso macht man daraus so ein Problem das es sich lohnt dafür nen Thread auf zu machen? |
So lange hier im Forum relativ wenig los ist, bin ich für jeden ernsthaften Thread dankbar, der aufgemacht wird. (um so mehr, wenn es sich zur Abwechslung mal um ein Thema handelt, das bislang noch nicht totdiskutiert wurde.)
Wenn mir jemand etwas Geheimes anvertrauen will, das ich niemandem weitererzählen soll, habe ich immer das Problem, dass ich insbesondere vor meinem besten Freund eigentlich keine Geheimnisse habe... das heißt, ich würde in jedem Fall jemanden hintergehen. Entweder denjenigen, der mir sein Geheimnis anvertraut, oder denjenigen, dem ich dieses Geheimnis nicht erzählen kann, obwohl ich ihm normalerweise alles erzähle.
Für gewöhnlich ist dieses Dilemma allerdings schnell gelöst, indem man einfach gleich, wenn einem jemand ein Geheimnis erzählen will, klarstellt, dass es da noch jemanden gibt, der das dann in jedem Fall auch erfahren wird.
Zumindest ist man dann, wenn man das so macht, moralisch immer auf der sicheren Seite... und in der Regel vertrauen einem die anderen dann trotzdem ihre Geheimnisse an, weil Menschen nunmal redselig sind und oft auch einfach ein dringendes Bedürfnis haben, ihre Geheimnisse mit anderen zu teilen.
@ deep7:
| Zitat: |
| Passieren tut's mir trotzdem immer wieder, weil es eben meistens so ist, dass das Gegenüber erzählt und erst danach zur Vertraulichkeitsfrage kommt .... |
Na, in einem solchen Fall brauchst du dir aber wirklich keine Vorwürfe zu machen.
Wer erst seine Geheimnisse herausposaunt und dann hinterher darauf besteht, dass man das aber ja nicht weitererzählt, der sollte in Zukunft vielleicht einfach mal folgende Weisheit beherzigen:
Die besten Chancen, dass etwas geheim bleibt, bestehen dann, wenn man NIEMANDEM davon erzählt.
| Zitat: |
| Andererseits finde ich es eben einfach schwachsinnig, wegen solchen Lapalien solch einen Kindergarten zu gestalten. |
Ich finde es generell schwachsinnig, wie manche Menschen die aufwändigsten Lügengebäude konstruieren, in die sie am Ende wesentlich mehr Energie investieren müssen, als es sie kosten würde, einfach mal die Wahrheit zu sagen.
Der Freund meiner Mutter beispielsweise ist offiziell immer noch verheiratet (also nicht mit meiner Mutter, sondern mit seiner Ex). Die leben auch noch zusammen im selben Haus und wissen davon, dass sie einander untreu sind... nur ihren Kindern und der restlichen Familie spielen sie nun schon seit Jahren vor, dass sie ein glückliches Ehepaar wären...
wohl, damit die Nachbarn oder sonstwer nicht schlecht über sie reden.
Sowas finde ich auch total albern (erst recht bei so alten Leuten im Rentenalter, denen es eigentlich eh total egal sein könnte, wie es um ihr soziales Ansehen bestellt ist.)
Ich denke, wenn man sich ständig irgendwelche Ausreden einfallen lassen muss, ist das auf Dauer jedenfalls wesentlich stressiger, als wenn man einfach die Karten auf den Tisch legt und allen sagt, wie es ist.
Und weil ich mir so einen Stress nicht geben muss, bemühe ich mich eigentlich, durch mein Leben zu kommen, ohne all zu vielen Leuten irgendwas vorspielen zu müssen. (was einem im übrigen um so besser gelingt, je weniger soziale Kontakte man pflegt. Also ein weiterer Tipp an alle notorischen Geheimniskrämer: Einfach nicht mehr so viel mit anderen Menschen verkehren! Dann spart ihr euch eine Menge Stress.
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