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dian
unregistriert
05.01.2008 14:06 Diesen Beitrag einem Moderator melden Zum Anfang der Seite springen

Hier mal eine interessante Statistik zum Thema Kindstötungen:




Wie man sieht, nehmen die Fälle also entgegen der öffentlichen Wahrnehmung nicht zu, sondern sogar ab.
Die Statistik geht leider nicht so weit zurück... aber ich mache jede Wette, dass in den prüden 50er-Jahren, in denen christliche Moralvorstellungen noch weiter verbreitet waren, sogar weitaus mehr Kinder zu Tode gekommen sind als heutzutage. Aber damals hat das außerhalb des eigenen Wohnortes niemand erfahren... weil vieles auch innerfamiliär geregelt wurde, und weil es keine Gruppierung gab, die ein wirtschaftliches Interesse daran hatte, solche unerfreulichen Nachrichten an die große Glocke zu hängen und landesweit zu vermarkten.

Trotzdem beraten die Politiker wie blöde darüber, welche neuen Vorschriften man den Eltern noch machen könnte, um eine "weitere Zunahme" solcher Fälle zu verhindern... die Kirchen machen die mangelnde Religiosität der Menschen dafür verantwortlich...
Und das Volk ist sogar noch dankbar dafür, weil das Volk nie gelernt hat, zwischen subjektiver und objektiver Wahrnehmung zu unterscheiden.

Karim




05.01.2008 17:46 Diesen Beitrag einem Moderator melden Zum Anfang der Seite springen

Das ist eben der heutige Sicherheitswahn. Den kann man überall beobachten. ich weiß auch nicht, woher das kommt. Wenn ich z.B. daran denke wie ungeschützt vor 20 Jahren noch ein Rennfahrer Rennen fuhr und jederzeit rechnen musste einen tödlichen Unfall zu bauen, und man heute dazu im Gegensatz alles mit teils übertriebenen Sicherheitsvorkehrungen überhäuft. Die Leute haben halt erkannt, dass man mit dem Thema Sicherheit auch viel Geld verdienen kann. Ein weiteres Beispiel für Kommerz. Hinter allem steckt eine Geldfrage.

Die Arbeit ist etwas Unnatürliches. Die Faulheit allein ist göttlich.

Anatole France
16.04.1844 - 12.10.1924
----------------------------------------------------

"This doesn´t happen to fucking synthesizers." (Midge Ure beim Konzert in Augsburg am 16.10.05 nachdem ihm eine Gitarrensaite gerissen ist).
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Arne Kroger
unregistriert
06.01.2008 02:57 Diesen Beitrag einem Moderator melden Zum Anfang der Seite springen

Eben, und habt Ihr jemals einen einzigen Finanzierungsvorschlag gehört, der irgendwelche Verbesserungen in dem Erziehungssystem der BRD vollziehbar machen würde???

Da ist nix gekommen und wird auch nix kommen und über 90% der Bevölkerung sind zu dumm, um nachzufragen.
Leberkrebs
unregistriert
07.01.2008 09:34 Diesen Beitrag einem Moderator melden Zum Anfang der Seite springen

Vorschriften sind sinnlos wenn den Menschen gleichzeitig die Überlebensgrundlage entzogen wird. Mit "Überleben" meine ich dabei auch ein Leben in der Gemeinschaft und nicht durch Armut ausgegrenzt. In Deutschland bekommen die betroffenen Leute (noch) kein Hungerödem. Verglichen mit den meisten Mitmenschen werden sie jedoch durch Geldentzug künstlich zu Schwerbehinderten gemacht. Schwerbehindert weil sie überall nichtmehr teilnehmen können.
Arne Kroger
unregistriert
08.01.2008 02:24 Diesen Beitrag einem Moderator melden Zum Anfang der Seite springen

Und weil sie sich noch nicht trauen, sich das zu holen, was Ihnen zusteht.
dian
unregistriert
06.05.2008 11:32 Diesen Beitrag einem Moderator melden Zum Anfang der Seite springen

Ach, den Thread hier könnte man eigentlich auch mal langsam wieder reaktivieren...
schließlich vergeht kein Tag, an dem in den Medien nicht neue "grausige Details" vom neuesten österreichischen Inzestfall aufgedeckt werden.
Wobei, das was heute als grausig gilt, war vermutlich vor 100 Jahren in österreichischen Bergdörfern noch ganz normale Familienplanung.
Möchte nicht wissen, wie viele damals von ihren Männern oder Vätern eingesperrt und missbraucht wurden...
das hat außerhalb des Dorfes aber niemand interessiert. Und wenn es den Nachbarn zu dumm wurde, dass der Dudelmoser jeden Tag seine Tochter missbraucht, dann hat man den Dudelmoser halt irgendwann aus Versehen bei der Jagd erschossen, und alles war wieder friedlich auf der Alm.
Heutzutage hingegen wird daraus eine Staatsaffäre, über die fast weltweit berichtet wird, und in der jeder mitreden will... selbst diejenigen, denen es eigentlich scheißegal sein könnte, weil sie in ihrem Leben nie in dieses österreichische Kaff kommen werden.

Kleine Anekdote am Rande, die irgendwie dazu passt:
Beim Hornauer auf Kanal Telemedial waren neulich ein paar typische Durchschnitts-Jugendliche zu Gast.
Der gute Mann hat ihnen die Chance gegeben, vor laufender Kamera ihren Frust loszuwerden und sich alles von der Seele zu quatschen, was sie ankotzt.
"Was würdet ihr ändern, wenn ihr König von Deutschland wärt?" hat er sie gefragt...
Die Jungs waren sichtlich überfordert und mussten erstmal überlegen, ob sie überhaupt irgendetwas ändern wollten. Und schließlich fiel es ihnen ein:
"Das Strafrecht müsste verschärft werden, damit perverse Vergewaltiger für immer weggesperrt bleiben."
Ja...
anscheinend haben die Menschen wirklich keine anderen Probleme mehr.
Dabei verkennen sie völlig, dass sie, die sogenannten "normalen" Menschen, es sind, die den Opfern eigentlich erst das Gefühl geben, sich für das, was ihnen angetan wurde, schämen zu müssen.
Für die Familie, die im Keller gelebt hat, war das lange Jahre lang etwas ganz normales.
Für die war das Alltag, dass ab und zu Papa ins Zimmer kommt und sie durchvögelt.
Natürlich war das nicht schön. Natürlich ist der Alte ein krankes Arschloch, dem man eine Lektion erteilen sollte.
Aber der eigentliche Horror beginnt für die Familie doch erst jetzt, nach ihrer Befreiung:
Sie werden von einem Arzt zum anderen gereicht, ihnen wird gesagt, dass sie psychisch krank sind und dringend behandelt werden müssen... Draußen vor dem Krankenhaus lauern Heerscharen von Reportern, immer mal wieder kommt die Polizei und befragt sie...
jeder will von ihnen ganz genau jedes Detail wissen, wie oft sie wann von wem besucht und missbraucht worden sind.

Das, was für sie so viele Jahre lang traurige Normalität war, mit der sie sich mehr oder weniger abgefunden hatten, wird ihnen plötzlich genommen.
"Nein, das war nicht normal!", sagt man ihnen. "Ihr seid ein absoluter Einzelfall. Die einzigen von Millionen Menschen, die so etwas erleben mussten. Ihr seid ganz schlimme, bemitleidenswerte Kreaturen. Ihr seid so etwas wie ein blindes rumänisches Kind, das ohne Arme und Beine geboren wurde. Ihr seid nicht lebensfähig ohne unsere Hilfe."
Schöne Hilfe, nicht wahr?
Da würde es mir auch gleich viel besser gehen, wenn man sich so liebevoll um mich kümmern würde. großes Grinsen
Warum hätte man nicht einfach den Keller aufsperren und ihnen sagen können: "So, ihr seid jetzt frei! Euer Vater ist aus Versehen bei der Jagd in eine Schlucht gestürzt. Wenn ihr irgendwann Lust habt, könnt ihr ja rauskommen und euch die Welt da draußen anschauen."
Vermutlich wären sie davon weniger traumatisiert worden.
Aber die ganzen Psychologen, Pressefritzen, Polizisten und Kriseninterventionsteams wollen ja auch ihre Daseinsberechtigung haben und ab und zu mal etwas Gutes tun dürfen.
Und Millionen Zeitungsleser und Fernsehzuschauer wollen auch mal wieder Herz zeigen und sich daran weiden können, was für ne kranke Scheiße doch anderswo in der Welt passiert.
Pädotainment eben.

komakino



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06.05.2008 14:13 Diesen Beitrag einem Moderator melden Zum Anfang der Seite springen

Lol Dian, gut möglich dass diese Opfer der ganze Presserummel nun kaputt macht, aber sie ohne jegliche Hilfe "raus" zu lassen wäre ein noch größerer fataler Fehler. Es steht für mich auser Frage das jemand der jahrelang innerhalb von 8m² (oder wieviel auch immer) leben musste, psychisch so kaputt wird dass er ohne fremde Hilfe lebensunfähig wird. Ist ja selbst bei normalen Häftlingen oft so.

(Im übrigen ist Amstetten kein Kaff ^^)

"And manifest the daydream
Like those who fell before
And glorify our small attempts
And hate ourselves no more

Blow words between these sucker's teeth
And bind these panicked hands
Lose your heart like a clumsy bell
Please be well"

-Horses in the Sky
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Leberkrebs
unregistriert
06.05.2008 19:25 Diesen Beitrag einem Moderator melden Zum Anfang der Seite springen

@ Dian
Ging Dein Gedankengang schonmal soweit, das die "typischen Durchschnitts-Jugendlichen" für ihre Aussage ein typisches "Taschengeld" vom Sender bekommen haben? Das Zögern und Überlegen kam deswegen, weil sie wegen Verblödung sich fast nichtmehr an den abgesprochenen Satz erinnern konnten.


Ansonsten: Vor gut 300 Jahren war es sogar noch üblich, mit 12 zu heiraten. Und gevögelt wurde da bestimmt auch öfters vor der Ehe.
Das bedeutet nicht das ich das gut finde, aber man sieht mal wie sich alles verändert. Außerdem ist Kindersex immer gut um das Volk von anderen Sachen abzulenken, oder wenn irgendeine Partei auf Stimmenfang gehen will.
Arne Kroger
unregistriert
07.05.2008 01:19 Diesen Beitrag einem Moderator melden Zum Anfang der Seite springen

Ich schätze mal, dass solche Geschichten breit getrampelt werden, hat einfach den Sinn, dass die Leute nicht merken, dass sie selber seit Jahrzehnten in einem Gefängnis leben, in dem sie als Sklaven des Kapitals gehalten werden.
Oder für denjenigen, der es gerne etwas weniger klassenkämpferisch ausgedrückt haben möchte: Sie leben eingebunden in den gesellschaftlichen Zwängen, aus denen sie sich nicht befreien, obwohl ihnen es möglich wäre und wo ihr Wunsch, dass es irgendwo eine Tür geben würde, die man nur öffnen braucht, um das neue Leben zu erkennen, sich nie erfüllen wird.

Das Gefängnis, in dem die waren, ist nix anderes als eine Parabel für alle Kinder und für die meisten Menschen, die es gewohnt sind, sich ihrem Schicksal zu ergeben.
Würde man nicht noch irgendwen finden, dem es evtl. noch dreckiger ging, könnte ja tatsächlich mal so etwas wie Vernunft in den Menschen auftauchen, so dass sie nachdenken.

Lesetipp: Günter Eich: Träume, der erste Traum.
Leberkrebs
unregistriert
07.05.2008 08:35 Diesen Beitrag einem Moderator melden Zum Anfang der Seite springen

ja, das ist auch ein wesentlicher Grund der Hetze gegen Arbeitslose. Die Gutmenschengesellschaft bekommt ein Ventil und gleichzeitig wird damit Angst und Druck verstärkt, damit sie willig zu Hungerlöhnen malochen.
Eine Dreiklassengesellschaft wie im alten Rom. Bürger mit vollem Recht (heute obere 10.000), Bürger mit halbem Bürgerrecht (heute Gutmenschen-Massenvieh) und zuletzt Sklaven (heute Hartz-IV).
dian
unregistriert
07.05.2008 11:24 Diesen Beitrag einem Moderator melden Zum Anfang der Seite springen

@ Atreju:
Zitat:
Lol Dian, gut möglich dass diese Opfer der ganze Presserummel nun kaputt macht, aber sie ohne jegliche Hilfe "raus" zu lassen wäre ein noch größerer fataler Fehler.

Natürlich soll man ihnen dabei helfen, sich mit der neuen Situation zurecht zu finden... aber im Idealfall eben nur dann, wenn die Betroffenen selbst es so wünschen.
Irgendwie glaube ich nämlich, die wurden erst gar nicht gefragt.
"Hallo, ihr seid jetzt frei! Na, was wollt ihr jetzt machen? Habt ihr Lust auf ein bisschen psychologische Betreuung? Wollt ihr in ein Krankenhaus, oder lieber zu irgendwelchen Freunden oder Verwandten? Oder wollt ihr noch ein wenig im Keller wohnen bleiben und euch langsam an die neue Situation gewöhnen?"
Nee, so läuft das nunmal nicht in der modernen Welt. Da geht alles seinen gewohnten bürokratischen Gang. Da werden die Menschen in den Lastwagen gesteckt und dort hingekarrt, wofür sich der Polizeichef in ihrem Namen entschieden hat.
Das war in früheren Zeiten in so einem Fall sicher anders.
Nicht, dass es früher unbedingt immer gerechter zugegangen ist...
aber ich denke, früher hätte zumindest noch die Wahrscheinlichkeit bestanden, dass Nachbarn oder andere engagierte Bürger die armen Menschen bei sich aufnehmen und sie so einfach dadurch langsam wieder ins normale Leben integriert werden, in dem sie den geregelten Tagesablauf einer "normalen" Familie miterleben können.
Doch mit den heutigen Bürgern ist so etwas ja gar nicht mehr möglich, weil die längst verlernt haben, mit extremen Situationen und Abnormalitäten umzugehen.
Die sind so von ihrem risikolosen Alltag verblödet, dass sie für alles, was von diesem Alltag abweicht, sofort einen Experten brauchen.
Ein Experte, der weiß, wie man mit Vergewaltigungsopfern umgeht... ein Experte, der den Menschen beim Verarbeiten der langen Gefangenschaft hilft... ein Experte, der darüber entscheidet, wo die Kinder unterkommen... ein ganzes Team von Experten, das für die Bestrafung des Übeltäters zuständig ist...
Selbst die kleinsten Dinge, die die Menschen früher eigenverantwortlich regeln konnten, würden sie heute völlig überfordern. Der moderne Bürger ist ein unselbständiges, hilfloses Wesen, das echte Krisen überhaupt nicht mehr bewältigen kann ohne studierte Experten.
In ein paar Jahren wird es ganz normal sein, wenn völlig überraschend die 95jährige Oma stirbt, erstmal einen Diplompsychologen zu konsultieren und sich von dem erklären zu lassen, wie man am besten trauert.
Und wenn ein Kind beim Spielen von der Schaukel fällt oder im Kindergarten von einem anderen Kind verprügelt wird, geht's erstmal auf dem schnellsten Weg zum Kinderpsychologen.
Jedenfalls waren die Menschen noch nie so unselbständig wie heute... und ich glaube, diese Entwicklung wird von den Machthabern durchaus begrüßt.
Leberkrebs
unregistriert
07.05.2008 18:59 Diesen Beitrag einem Moderator melden Zum Anfang der Seite springen

Ich denke früher wären die dann in irgendeinem Kloster, bei frommen Schwestern und Brüdern verschwunden. Das war früher nämlich das allgemeine Abstellgleis für Leute, von denen man nicht weiß wohin damit und wer sie versorgen soll.

Interessant ist dieser fast schon schizophrene Paradigmenwechsel in der Gesellschaft: Totalüberwachung, Bürokratie, Gesetze, Vollsicherheit und dann aber schallt es aus jeder Regierungsrede "Eigenverantwortung, Eigenverantwortung, Selbstvorsorge, Selbstvorsorge..."

hmm smilie33

Dieser Beitrag wurde 1 mal editiert, zum letzten Mal von Leberkrebs am 07.05.2008 19:08.

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