zanthia unregistriert
 |
|
|
|
|
|
|
|
|
die gute sieht das etwas engstirnig. ich sehe das problem eher in der natur des menschen als herdentier, weniger in der erziehung zum dummian und jasager.
seht mich an - ich wurde auch nicht zu dem erzogen, was ich heute bin ^^
|
|
|
|
|
|
sandu mehta unregistriert
 |
|
| Zitat: |
| die gute sieht das etwas engstirnig. ich sehe das problem eher in der natur des menschen als herdentier, weniger in der erziehung zum dummian und jasager. |
meinst du damit, menschen können garnicht anders als dummian und jasager und damit auch grausam zu sein? das klingt dann aber eher so, als hätte man dir etwas eingetrichtert..
| Zitat: |
| seht mich an - ich wurde auch nicht zu dem erzogen, was ich heute bin ^^ |
vielleicht war es nicht die absicht der erziehung, dass du genau so bist wie heute, aber sie hat doch sicher stark dazu beigetragen. und so wie du heute bist, meinst du, bist du allem grausamen aus der erziehung erhaben? hast du es also geschafft, dich von der "menschlichen natur" zu befreien?
hmm, hast du den text eigentlich gelesen? deine antwort kam irgendwie schnell..
|
|
|
|
|
|
dian unregistriert
 |
|
So wie ich das sehe, lässt sich der Text problemlos mit einem Zitat aus der Unity-Philosophie zusammenfassen:
| Zitat: |
Die Zusammenhänge zwischen dem militärisch-strengen Erziehungsstil im Kaiserreich und der Weimarer Republik, und dem späteren Gieren der Deutschen nach einem starken Führer, der ihnen die Marschrichtung vorgab, sind jedenfalls mehr als offensichtlich.
Und so müssen sich die überzeugten Verfechter konservativer Erziehungsmethoden schon die Frage gefallen lassen, ob so etwas wie der Zweite Weltkrieg oder der Holocaust rein logistisch überhaupt möglich gewesen wäre, wenn die Eltern ihre Kinder damals nicht zu willenlosen Robotern erzogen hätten, die auf Kommando still, pünktlich und gehorsam sind, sondern zu unangepassten Individualisten, die sich von niemandem widerstandslos ins Bett oder sonstwohin schicken lassen. |
Dass Hitler in seiner Kindheit schwere psychische Schäden erlitten hat, wäre mir jetzt fast schon zu banal gewesen, um es so breit auszuformulieren, wie Alice Miller das getan hat... einfach, weil das doch im Grunde völlig selbstverständlich ist. (jedenfalls für mich)
Auch die meisten sonstigen Diktatoren, Serienkiller und Totschläger hatten wohl nicht gerade eine glückliche Kindheit.
Und ich denke schon, dass sich in Hinsicht auf Prügelstrafe, körperlicher Missbrauch, etc. schon einiges im Bewusstsein der Öffentlichkeit getan hat... also so revolutionär ist die These, dass Kinder, denen man Gewalt angetan hat, später mit hoher Wahrscheinlichkeit auch gewalttätig werden, ja nun eigentlich nicht. Vielleicht war sie es ja damals, als Alice Miller diese These zum ersten Mal formuliert hat...
Interessanter finde ich, zu betrachten, welche Auswirkungen die ganz alltägliche, psychische Unterdrückung auf die Kinder und Jugendlichen hat... Hausaufgaben, Internetverbot, morgens früh aufstehen zu müssen, Eltern, die ihnen vorschreiben, wie und mit wem sie ihre Freizeit zu verbringen haben, etc.
Hierfür ist in der Öffentlichkeit heute noch so gut wie gar kein Bewusstsein vorhanden... das ist für die Eltern von heute, wie es aussieht, tatsächlich noch ganz normale "Erziehung", so, wie es für Hitlers Eltern ganz normale Erziehung war, dass man ab und zu den Rohrstock auspackte.
Über die Gefahren dieser schleichenden, gesellschaftlich akzeptierten Form der Gehirnwäsche kann man also meines Erachtens gar nicht genug aufklären.
Und da muss noch viel mehr geschehen, damit sich wirklich etwas ändert.
Momentan kommt es mir allerdings eher so vor, als wäre die Elterngeneration von heute (beispielsweise die Eltern von unseren minderjährigen Forenmitgliedern, von denen ich ein paar ja schon kennenlernen "durfte"...) sogar wieder spießiger und konservativer geworden, als die Elterngeneration von vor zwanzig Jahren...
Das ist zwar nur eine subjektive Beobachtung, aber ich bilde mir schon ein, dass da eine Tendenz in diese Richtung zu erkennen ist. Und das lässt sich dann nur sehr bedingt damit erklären, dass diese Eltern ihrerseits von ihren Eltern verstärkt geprügelt worden sind.
Eher habe ich den Eindruck, dass die neue Generation der Eltern einfach egoistischer ist und mehr an ihren eigenen Spaß denkt, so dass sie von ihrem Nachwuchs ganz selbstverständlich erwarten, dass der ihnen keinen Stress macht und gefälligst ruhig auf seinem Stuhl zu sitzen hat, während seine Eltern ihrem Konsum-, Ego- oder Karrieretrip nachgehen.
Mir scheint, Menschen können auch noch aus anderen Gründen zum Monster werden, als aufgrund ihrer Erziehung... und das ist wohl auch, was quaid gemeint hat, dass es nicht nur die Erziehung alleine sein kann, sondern dass da auch noch ganz andere Faktoren eine Rolle spielen.
|
|
|
|
|
|
|
|
alice miller sagt, ohne erziehung zu blindem gehorsam hätte kein adolf hitler je die macht ergreifen können.
ich sage, da braucht es keine erziehung zu blindem gehorsam. der mensch ist ein herdentier, kein einzelgänger. wenn 99menschen ja sagen, wird der 100ste mit relativer sicherheit auch ja sagen. das wollte ich damit sagen.
und wenn wir schon dabei sind: ja, ich denke, menschen sind nunmal grausam. die natur verlangt es ab. was wir heute haben, ist die reinste mickey maus gesellschaft. wir haben ein sozialsystem, falls jemand nicht arbeiten kann oder will. wir haben toleranz. wir haben support für behinderte menschen. das gesetz des stärkeren gilt nicht mehr im eigentlichen sinne. heute zählt nicht mehr manneskraft und das wissen über das überleben in der freien natur. heute zählt durchsetzungsvermögen und überzeugungskraft.
wenn wir den blick in die schulen schweifen lassen, sehen wir die grausamkeit am walten. sehr oft auf psychischer natur (wie der amokläufer berichtete über die gangs, zu denen man nur dazu gehört, wenn man die neuesten markenklamotten trägt) und manchmal auch auf physischer natur.
wenn eine gruppe gegen einen einzelnen hetzt, sind 5von6 kinder / jugendliche mit von der partie, nur die wenigsten stellen sich gegen die mehrheit und bitten um vernunft.
im übrigen bin ich der grausamkeit aus der erziehung sicher nicht erhaben.
p.s.: ich habe den text nicht durchgelesen. ich habe mir nur einen überblick verschafft, worum es geht.
|
|
|
|
|
|
|
|
darf man sich aussuchen ob du keine zeit oder lust hast?^^
|
|
|
|
|
|
zanthia unregistriert
 |
|
| Zitat: |
Original von dian
Interessanter finde ich, zu betrachten, welche Auswirkungen die ganz alltägliche, psychische Unterdrückung auf die Kinder und Jugendlichen hat... Hausaufgaben, Internetverbot, morgens früh aufstehen zu müssen, Eltern, die ihnen vorschreiben, wie und mit wem sie ihre Freizeit zu verbringen haben, etc. |
Das finde ich auch interessanter und darauf kommt sie auch recht eindrucksvoll im Kapitel über "Schwarze Pädagogik" in "Am Anfang war Erziehung" zu sprechen.
Alice Miller bezeichnet mit dem Begriff Schwarze Pädagogik alle Verhaltensweisen, die einen ansatzweise manipulativen und repressiven Charakter haben.
(wikipedia,schwarze pädagogik)
und das trifft dann auch auf deine angeführten beispiele zu.
...viel interessanter noch finde ich jedoch den anfang des ganzen.
das, was sich erziehung schimpft, wird von generation zu generation weitergegeben. beschädigte kinder werden zu beschädigten eltern..usw.
doch wann und warum fing dieses selbstschädigende verhalten an?
und worin genau besteht der schaden am selbst, den eine generation der nächsten weitergibt? zumindest diese frage wird in dem buch teilweise beantwortet.
|
|
|
|
|
|
|