Original von Arne Reload
Xoc:
In Deinem Link steht aber auch auf Seite 86 unten, dass der Alkoholkonsum bei Arbeitslosen nicht höher war als wie bei Erwerbstätigen.
Nein, das steht da nicht. Da werden zwar 2 Studien genannt, die keinen höheren Konsum feststellen konnten, aber direkt darüber steht:
"Eine Vielzahl von nationalen wie internationalen Studien bestätigen aber bei Arbeitslosen eine höhere Prävalenzrate zu riskanter Alkohol- und Dorgenkonsummuster im Vergleich zu Beschäftigten."
Vielzahl != Alle, btw.
Zitat:
Und eine direkte Kausalität verneint zumindest der erste Link ziemlich deutlich.
Ich habe ja auch von einer Korrelation gesprochen. (und über mögliche Gründe spekuliert)
Zitat:
Ja, dann finde mal da den Mittelweg. Auf der einen Seite soll es nicht zu hoch sein, auf der anderen Seite auch keinen Druck ausüben, dass man sich wieder Arbeit sucht. Was denn nun?
Wo habe ich gesagt, dass ich keinen Druck will? Gibt sicher Leute, die erst dann keine fiananziellen Druck mehr spüren, wenn sie viele Tausend Euro im Monat haben.
Ich denke eine angemessene Höhe ist, wenn jemand, der mit seinem Geld haushaltet, mit dem BGE gesund leben kann.
Zitat:
Auch das finanzierbarste Konzept (eben mit Steuererhöhungen) von Althaus kann nur von 400 € (und Mietübernahme u.ä, wären dennoch Sonderleistungen, die beantragt werden müssten) reden. Mit 400 € im Monat nimmst Du niemanden den Druck, sich weiter um seine Wohnung zu kümmern, wenn derjenige nicht obdachlos werden möchte.
Ich fände auch ne Mietpauschale, die für ne kleine Wohnung in den meisten Gegenden Deutschlands reicht, besser.
Spart Bürokratie, gibt einen Anreiz in günstigere Gegenden zu ziehen und somit das Mietgefälle zu entschärfen und verhindert, dass Vermieter die Sozialämter abzocken.
An Althaus Modell gefällt mir btw die Steuerkurve nicht ganz, ich finde die kann am Anfang flacher und zum Schluss steiler sein.
"Do you believe in free will?" "I have no choice."
Eben: Und was macht der Sachbearbeiter?
Er kürzt ihm die Mittel, bis der Antragsteller versteht, dass er Hilfe braucht. Ich glaube, die ganze Suchtkrankenarbeit wäre Dir dankbar, wenn Du mal sagen könntest, welche andere Hilfe es noch geben könnte für den Betroffenen außer ihn im Dreck landen zu lassen.
Mir ist nix bekannt, was man gegen den Willen eines Betroffenen untrnehmen kann.
mh. gegen den willen könnte es tatsächlich schwer werden, abhängig vom zustand und der verbleibenden handlungs-sowie entscheidungsfähigkeit des suchtkranken.
als hilfe dachte ich da an die verständigung einer einrichtung zur therapie von suchtkranken durch den sachbearbeiter. ich bin der überzeugung, dass das üblich wäre, wenn der sachbearbeiter drogenkonsum / suchtkrankheit feststellt - hast du andere erfahrungen gemacht? da anstelle dann finanzielle mittel zu kürzen wäre aus humanistischer sicht verwerflich.
Zitat:
Zitat:
(Quaid)
das bge orientiert sich in seiner höhe am existenzminimum, um noch anreize für arbeit zu schaffen.
Wirklich? Das sind lt. deutschem Pfändungsrecht 985,15€. Mir ist kein BGE-Modell bekannt, welches diese Summe zahlen kann.
unabhängig von den möglichkeiten eines bge ging es mir darum, dass das bge auf das existenzminimum ausgerichtet ist - da ist kein geld eingeplant für drogen. wenn man also geld für drogen nimmt von einem bge als einzige einkommensquelle, fehlt es anderswo. so zum beispiel beim essen.
Naja, der eine will den Druck, der dadurch zustande kommt, dass das BGE eben doch eher am Existenzminimum liegt. beim anderen soll es den Zwang aufheben. Also, beiden Ansprüchen wird das BGE schlecht gerecht werden können.
Steuerlich habe ich nicht mal was gegen eine Flattax, wenn der Grundfreibetrag wirklich ausreichend ist, um davon nicht nur so eben, sondern gut zu leben.
Und quaid:
Das wäre schön, wenn es wirklich humanere Ansätze in der Suchtbehandlung geben würde. Als Nikotinabhängiger sage ich mal, das kann man wirklich fast nur mit der Verfügbarkeit, also in erstr Linie mit dem Geld regeln.
ich denke, es geht durchaus beides.
die kritik am zwang bezieht sich auch auf jenen zwang, sich einem (womöglich "machtgeilen") sachbearbeiter "unterwerfen" zu müssen, und seinem diktat zu entsprechen, um nicht unter das existenzminimum zu kommen oder dieses sogar gänzlich versagt zu bekommen (nur ein beispiel, aber das hatten wir ja schon erörtert).
was die suchtbehandlung angeht:
wenn ich depressionen habe, kann ich einfach so zu einem psychologen gehen, und sofern das kein prof. dr. dr. ist, wird das auch nichts kosten, oder irre ich da? inwiefern das nun am ende hilfreich ist, ist dann die nächste frage..
was die suchtbehandlung angeht:
wenn ich depressionen habe, kann ich einfach so zu einem psychologen gehen, und sofern das kein prof. dr. dr. ist, wird das auch nichts kosten, oder irre ich da? inwiefern das nun am ende hilfreich ist, ist dann die nächste frage..
Ja, das kannst Du. Wenn Du privat versichert bist und da auch Therapien von Psychologen mit zur Behandlungszahlung gehören würden. Ansonsten wirst Du als Kassenpatient oder so auf einer deftigen Rechnung sitzen bleiben.
Psychologen haben keine Kassenzulassung und dürfen Dich nur behandeln, wenn Du eine Überweisung von einem kassenzugelassenen Arzt hast, der das Recht von der entsprechenden Krankenkasse hat, derartige Überweisungen auszustellen. Das sind i.d.R. Neurologen und Psychiater und die haben meistens ihre eigenen Therapeuten an der Praxis und Du kannst dann so um die 8 bis 9 Monate warten bis zur ersten Sitzung.
So, jetzt mal zu den Arge-Mitarbeitern:
Das sind nicht alles Beamte, Seneca. Der frühere SPD-Generalsekretär Scholz hat, als er Arbeitsminister war, eine Dienstanweisung herausgegeben, dass ca. 7% bei den einzelnen Arges einzusparen sind.
Dies wurde lt. Verdi-Betriebsräten zum Teil dadurch versucht zu erreichen, dass man den Mitarbeitern Prämien gab, wenn sie besonders effektiv sparten. Manchmal gelang das dadurch, dass sie schnell vermittelten, aber manchmal ging das auch nur, wenn sie effektiv Mittel den Betroffenen kürzten.
Es geht also weder um besonders machtgeile Typen da oder um die Beamten (denen das größtenteils wirklich scheißegal ist, aber die sitzen bei der Agentur für Arbeit, sind also für ALG I noch zuständig, oder sind in den Arges maximal für die Bescheide zuständig), sondern eben einfach darum, dass man mehr verdienen kann, wenn man gut an den betroffenen Fällen spart.
In den Optionskommunen soll es ebensolche Anweisungen geben.
Hinzu kommt noch, dass viele von den Arge-Mitarbeitern selber nur Zeitverträge haben. D.h., wenn die nicht "effektiv" sind, werden deren Verträge kaum verlängert werden und die finden sich ganz schnell auf der anderen Seite des Schreibtischs wieder. (Und was sollen die dann machen, die können doch wirklich nix.)
Er bekommt auch, so behaupten zumindest die verdi-betriebsräte, s.o., eine Prämie, also einen materiellen Vorteil, wenn in seinem Bearbeitungegebiet die Ausgaben geringer waren, also durch schnelle Vermittlung oder eben durch Sanktionen.
Das führt eben auch dazu, dass die Sachbearbeiter meistens nach stumpfsinnigen Gesichtspunkten die Fälle zugeteilt bekommen, beispielsweise nach Bichstaben oder Versicherungsnummeern, damit jeder die gleichen Voraussetzungen hat.
Ein Sachbearbeiter, der ausschließlich Schwerbehinerte bearbeitet z.B., hätte sonst Nachteile bei solchen Prämiensystemen. Er wäre aber wesentlich besser qualifiziert, wenn er sich auf bestimmte Schwerpunkte einlassen könnte.
wave unregistriert
09.12.2010 21:16
Zitat:
sich einem (womöglich "machtgeilen") sachbearbeiter "unterwerfen" zu müssen, und seinem diktat zu entsprechen
Wovon träumst du eigentlich nachts? Für den Sachbearbeiter ist der Arbeitslose ein Job, mehr nicht. 10min die Vorschriften gecheckt und gut is. Ob du dem in den Arsch kriechst, Widerstand leistest oder gar nix tust, ist dem einfach scheißegal.
Wovon träumst du eigentlich nachts? Für den Sachbearbeiter ist der Arbeitslose ein Job, mehr nicht. 10min die Vorschriften gecheckt und gut is. Ob du dem in den Arsch kriechst, Widerstand leistest oder gar nix tust, ist dem einfach scheißegal.
Original von wave
Für den Sachbearbeiter ist der Arbeitslose ein Job, mehr nicht. 10min die Vorschriften gecheckt und gut is. Ob du dem in den Arsch kriechst, Widerstand leistest oder gar nix tust, ist dem einfach scheißegal.
Hm... hast Du persönliche Erfahrungen mit der ArGe? Hört sich zumindest für mich eher nicht so an. Oder Du hattest bis jetzt immer Glück bei den Sachbearbeitern. Ich persönlich hab da schon alles durch, von dem von Dir erwähnten nur-seinen-Job-Macher (2, 1 davon noch beim normalen Arbeitsamt), über wirklich engagierte aufklärende Menschen (1), bis hin zu den Privatkrieg-führenden-falsche-Infos-gebenden-Restgesundheit-gefährdenden-bedrohenden-lügenden-Terrorexperten (9) von denen quaid spricht. Also meiner persönlichen Erfahrung nach sind die von quaid benannten Personen bei 9 zu 3 eindeutig in der Überzahl. Und lustiger Weise wurde der Terror intensiver, sobald ich Widerstand geleistet habe gegen falsche Beschuldigungen, oder mich erdreistete, die "Experten" über tatsächliche rechtliche Gegebenheiten aufzuklären, sowas haben die anscheinend irgendwie nicht so gern, wenn man sich besser auskennt und deshalb nicht so leicht abgezockt werden kann...
HOFFNUNG IST DER IRRSINNIGE GLAUBE AN DAS UNMÖGLICHE
Hansi unregistriert
10.12.2010 15:36
Ja, man merkt das du da in deinem Laden einfach noch nie warst, null Erfahrung hast und diesen durchaus schlimmen Punkt, wenn man schon so arrogant daher labert auch noch relativierst. Hast du schonmal drüber nachgedacht, dass es Kostensparend ist, wenn man sich akut HIlfebedürftige Menschen vom Hals hält in dem man Scheiße zu ihnen und es vllt schafft sie ganz zu vergraulen? Kostensparend und Statistikschönend. Du darfst als Hilfebedürftiger auf der ARGE keinen Spaß haben, dass is das schlimmste was denen passieren kann. Das is auch der Grund weshalb ich da jedesmal nen Heidenspaß hab, da hin zu gehen
.
Ansonsten:
wave unregistriert
10.12.2010 15:10
Erfahrung hin oder her spielt in diesem Fall keine Rolle, da man die Motivation hinter einer Handlung ohnehin nicht sieht. Und entweder macht jemand seinen Job aus Überzeugung oder eben nicht. In zweitem Fall wird sich niemand mehr Ärger machen, als unbedingt nötig. Daher ist es auch vollkommen absurd anzunehmen, ein Sachbearbeiter würde sich daran aufgeilen, Macht über andere Leute auszuüben. Der verdient damit nämlich keinen Cent mehr, wenn er das tut, sondern hat nur zusätzlichen Ärger. Ihr könnt euch daher darauf verlassen, dass miese Behandlung entweder auf Unfähigkeit des SB oder auf die Befolgung von Vorschriften zurückzuführen ist. Mehr steckt da nicht dahinter.
Für den Sachbearbeiter ist der Arbeitslose ein Job, mehr nicht. 10min die Vorschriften gecheckt und gut is. Ob du dem in den Arsch kriechst, Widerstand leistest oder gar nix tust, ist dem einfach scheißegal.
Zitat:
Erfahrung hin oder her spielt in diesem Fall keine Rolle, da man die Motivation hinter einer Handlung ohnehin nicht sieht.
ob dem sb etwas egal ist oder nicht, gehört bereits zur motivation. du redest so, als wüsstest du, wie alle sb ticken. aber das tust du nicht. und ganz offenbar ist deine erfahrung mit sb der arge auch mehr als dürftig - ganz im gegenteil zu diversen anderen leuten hier.
menschen tun die unorthodoxesten und merkwürdigsten dinge aus den verschiedensten gründen - da kommt man nicht immer mit logik weiter.
es gibt unumstrittener weise menschen, die sich an macht aufgeilen und die ausübung dieser macht über andere genießen. das ist denen dann auch recht leicht anzusehen. da gibt es "exemplare", die nutzen ihre narrenfreiheit aus, und so liest man in den foren immer wieder von z.b. egv'en mit rechtswidrigen inhalten, mobbingähnlichen vorfällen im rahmen der maßnahmenzuweisungen u.ä. - von einem bestimmten sb.
quasi wie in "das experiment" (der film) - manier. in welcher häufigkeit das vorkommt - darüber kann ich keine aussage treffen. aber ich habe auch nicht behauptet, dass jeder sb so ist.
deiner aussage hingegen ist kein sb so. und das ist aus meiner sicht nunmal schwachsinnig.
wave unregistriert
10.12.2010 23:51
Zitat:
deiner aussage hingegen ist kein sb so.
Ich habe nie behauptet, dass es Vorfälle xyzblabla nicht geben kann. Es gibt unfreundliche Menschen, es gibt rechtswidrige Vorfälle usw., das mag durchaus alles sein. Das heißt aber noch lange nicht, und ja ich schließe das gänzlich aus, dass da jemand aus Machtgeilheit Menschen an sich bindet, nur um da über den Zwang Macht auszuüben.
Zitat:
Hast du schonmal drüber nachgedacht, dass es Kostensparend ist, wenn man sich akut HIlfebedürftige Menschen vom Hals hält in dem man Scheiße zu ihnen und es vllt schafft sie ganz zu vergraulen?
Klar habe ich schon darüber nachgedacht. Aber das ist ja genau das Gegenteil von dem, was @quaid hier zu propagieren versucht. Wenn ich die Leute vergrault habe, habe ich keinerlei Macht mehr über sie. Und ich denke, es ist im Interesse jedes Sachbearbeiters, keine Macht mehr zu haben, in dem Sinne, dass sich die Leute entweder verpissen oder eben einen Job finden. Dann hat der weniger Arbeit und Ärger.
Um es zusammenzufassen: Es geht auf der Arge bestimmt viel ab, sicher auch rechtswidriges, das habe ich nie bestritten. Lediglich die Story vom machtgeilen Sachbearbeiter ist Humbug. Im übrigen genauso wie die vom machtgeilen Lehrer und ähnlichem...
Dieser Beitrag wurde 1 mal editiert, zum letzten Mal von wave am 10.12.2010 23:53.
du hast nie behauptet, dass es "xyzblabla vorfälle" geben kann?
wenn ich sage:
Zitat:
sich einem (womöglich "machtgeilen") sachbearbeiter "unterwerfen" zu müssen, und seinem diktat zu entsprechen
und dabei sogar relativiere, indem ich sage, dass womöglich einer dabei sein könnte, der machtgeil ist, du dann aber sagst:
Zitat:
Wovon träumst du eigentlich nachts? Für den Sachbearbeiter ist der Arbeitslose ein Job, mehr nicht. 10min die Vorschriften gecheckt und gut is. Ob du dem in den Arsch kriechst, Widerstand leistest oder gar nix tust, ist dem einfach scheißegal.
dann klingt das durchaus so, als wärst du sogar gegen diese relativierung und somit gänzlich gegen die möglichkeit, dass so etwas sein könnte.
Zitat:
Das heißt aber noch lange nicht, und ja ich schließe das gänzlich aus, dass da jemand aus Machtgeilheit Menschen an sich bindet, nur um da über den Zwang Macht auszuüben.
was meinst du mit "an sich bindet"? das interesse der argen besteht eher darin, den bedarf zu verringern oder die elos gänzlich aus dem bedarf zu bringen, um geld zu sparen. ich behaupte, da sind sb bei, die das auch sehr gerne machen..
Zitat:
ber das ist ja genau das Gegenteil von dem, was @quaid hier zu propagieren versucht. Wenn ich die Leute vergrault habe, habe ich keinerlei Macht mehr über sie.
die leute zu vergraulen ist ausübung von macht und spart gleichzeitig geld. darauf kann sich der fiese sb sogar was einbilden, insb. wenn er lob vom vorgesetzten dafür bekommt, weil der die quartalszahlen schafft.