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| Und wieder sitze ich im Bus. Es ist morgens um sieben Uhr dreissig, Linie 32. Es ist regnerisch und kalt, bald wird es schneien. Die Nässe dringt durch Schuhe und Hosen. Wie gelähmt sitze ich da und sehe ich die gefassten, ruhigen Gesichter. Eine junge Frau unterdrückt ein Gähnen, verzieht ihre Mundwinkel. «Nordstrasse», brummt der Chauffeur. Wieder überfällt mich dieses Gefühl der Fremdheit. Ungläubig starre ich durch das Fenster. «Wozu das Ganze?» «Warum mache ich das noch mit?» «Wie lange noch?» Eine Maschine hat mich im Griff. Ekel stallt sich in meiner Brust. Es geht unaufhaltsam dem Arbeitsplatz entgegen. «Guten Morgen, Arbeitsvieh!» Der Aufschub ist kurz, die Zeit zerrinnt von Station zu Station. Gewaltsam wurde ich dem Schlaf entrissen, widerstandslos verschlingt mich die Alltagsmaschine. |
gefällt mir gut, von der art her wie es geschrieben ist.
mich würde allerdings einwas interessieren:
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| In der Altsteinzeit [..] erforderte das Überleben nur wenig Zeit und mässige Anstrengungen. |
wie kann er das ernst meinen? wenn ich hunger hab, geh ich zum kühlschrank oder in irgendeinen laden. in der freien natur müsste ich mir erst was fangen (und den ekel überwinden)..
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Original von quaid
wie kann er das ernst meinen? wenn ich hunger hab, geh ich zum kühlschrank oder in irgendeinen laden. in der freien natur müsste ich mir erst was fangen (und den ekel überwinden).. |
och eigentlich ganz einfach
erstens gehst Du nicht nur zum Kühlscharnk, sondern hast als erstes Deine zeit damit verbracht Geld zu verdienen, um den Kühlschrank zu kaufen, den Strom dafür zu finanzieren und die Nahrungsmittel für den Inhalt zu kaufen, danach gehst oder fährst Du in die Stadt zum Laden, um die Dinge zu kaufen, die du in den Kühlschrank tust und wenn Du das alles gemacht hast, gehst Du nur mal eben zum Kühlschrank, wenn Du Hunger hast
Naja und der "Ekel" ist rein anerzogen ... Chinesen essen gerne Hunde und Katzen und stellen die sogar gehäutet vor die Tür des restaurants, weil es eine Delikatesse ist
"wir" finden das Ekelhaft *g* Inder finden unsere Kuhhaltung auch Ekelhaft ....
Dieser Beitrag wurde 1 mal editiert, zum letzten Mal von Engel des Süden am 19.01.2009 03:35.
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ja, stimmt schon. ich frage mich, wo und wann ich den ekel erlernt habe. ich stelle mir eine scheibe fleisch vor mit diesem weißen, weichen rand. den könnte ich unmöglich essen..
wie das ganze bolo`bolo geschrieben ist, finde ich jedenfalls recht interessant.
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dian unregistriert
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Warum gibt's so wenig Antworten in diesem Thread?
Zugegeben, ich habe mir den Text auch jetzt erst komplett durchgelesen... aber der ist mal wirklich richtig gut!
Interessante neue Ansatzpunkte, nachvollziehbare Beispiele, und das alles in einer alltagstauglichen, verständlichen Sprache geschrieben... genau so, wie es meines Erachtens sein sollte, wenn man mit einem Text ein paar Leute erreichen möchte.
Das, was dort über die Maschine erzählt wird, erinnert mich stark an meine eigenen Worte über die große, stinkende Maschine in "Gegenwelt".
Und auch das hier kommt mir irgendwie sehr vertraut vor:
| Zitat: |
| Selbst weit hinten in einem «verlassenen» Gebirgstal bist Du nie sicher vor der Steuerbehörde, den Rekrutierungsorganen, der Polizei. Die Maschine kann mit ihren Fangarmen jeden Ort auf diesem Planeten innert weniger Stunden erreichen. Wir sind «besetzt». Nicht einmal in der entferntesten Ecke der Wüste Gobi kannst Du absolut sicher sein, unbeobachtet in aller Ruhe unter freiem Himmel scheissen zu können. |
vergleiche "Gegenwelt":
| Zitat: |
| Auf unserem Planeten ist es längst viel zu eng geworden. Es gibt keine Gebiete mehr, die man einfach so besiedeln und zu seinem Besitz erklären könnte. [...] Selbst wenn wir eine völlig autarke Kommune irgendwo im entferntesten Winkel von Sibirien aus dem Boden stampfen würden, würde irgendwann jemand kommen und uns zwingen, in seinen Krieg zu ziehen, unsere Kinder seinen Schulen anzuvertrauen, oder Platz für den Bau seiner Ölpipeline zu schaffen... |
Also da gibt es doch etliche Gemeinsamkeiten.
Auch sehr lobenswert fand ich, dass der Verfasser sich auch nicht scheut, den Staatssozialismus, -kommunismus etc. als Teil der selben Unterdrückungsmaschine zu bezeichnen wie den Kapitalismus.
Die Einteilung mit den A-, B- und C-Kategorien finde ich schon erstaunlich plausibel, auch wenn man das sicherlich nicht übertreiben und zu sehr dogmatisieren sollte.
Das mit dem Zeitplan finde ich dann allerdings etwas albern... aber ok, ich hab früher auch mal geglaubt, dass das mit der Weltrevolution ganz fix gehen würde, wenn nur erstmal jeder die Wahrheit über unsere Gesellschaft in Buchform nachlesen könnte...
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