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nargaroth - semper fidelis - ein review - vom traum die angst vor der mutter zu überwinden
21.08.2007 22:39 |
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oder alternativ die menschheit zu töten.
kommen wir hier exklusiv für die unity nun mal zu einem selteneren umstand: bunti schreibt ein review. wieso ich normalerweise keine reviews schreibe hat viele gründe die hier zu erwähnen nicht nötig sind.
widmen wir uns lieber der neuen scheibe des ungekrönten königs der total dunkelheit und deutschlands antwort auf größen wie sven lindgren oder peter jöstkalf.
los gehts:
introduction
erster gedanke: das kenn ich doch? erwartet mich nun wieder ein langer gang durch die dunklen windungen eines schier wahnsinnigen genies was es wie kein zweites versteht samples so zu strukturieren, dass sie eine atmosphäre erzeugen die ihres gleichen sucht? weit gefehlt und die wandlungsfähigkeit des herrn kanwulf unterschätzt. es handelt sich um ein - für seine verhältnisse wirkliches kurzes - intro welches in kurzer prägnanter form (1.12min) den weg ebnet zum ersten kracher der cd.
artefucked
der name lässt es erahnen, hier werden keine gefangenen gemacht, weder bei deutsch französischen kultursendern weder bei der breiten masse die sich heutzutage "blackmetaler" schimpft. ein rohes stück eisen erhitzt im zorn, geschlagen mit der wut und schlussendlich in trauer ertränkt.
der satan ists
zugegeben, einer der schwächeren songs der neuen platte, wenn auch dieser weiß zu begeistern. das riffing ist klassisch roh gehalten und der gesang durschneidet die wenigen lichten momente mit kreischendem getöse. das hättest du besser machen können...
vereinsamt
wer anhand des titels nun ein atmosphärischeres stück erwartet im stile alter louvre d´hiver der hat hier weit gefehlt. der titel lässt es zwar nicht vermuten aber hier wird ein brett serviert, dass seines gleichen sucht. definitiv ein song an dem sich der rest der szene sich in zukunft messen muss.
der leiermann
man erkennt vielleicht schon an den titeln den neuen den nargaroth beschreitet: zurück zu den wurzeln. das heißt in seinem fall: keine gefangengenen, auf deren seite nicht, wie auf seiner. ein sehr schmerzerfüllter song der laut lyrics das schicksal des leiermanns beschreibt den er als junge immer auf dem jahrmarkt sah.
semper fidelis
der namensgeber für die platte ließ ja schon einiges erwarten, aber die erwartungen werden hier wahrlich übertroffen. zeigte kanwulf auf seinen letzten veröffentlichungen stellenweise schwäche bezüglich seiner einstellung, so wird hiermit jeder zweifel behoben. sicher wieder ein song an dem sich mancher gutmensch die zähne ausbeißen wird.
hate song
ein englischsprachiger titel, ein englischsprachiger song. da ich mich mit der englischen sprache nie wirklich beschäftigt habe kann ich zu dem titel und den lyrics nicht viel sagen. musikalisch ist er höchstens mittelmäßig.
into the dead faces of aftermath
wenn dieses album in akte aufgeteilt wäre, dann würde dieses lied auf den 2. akt, den abschlussakt vorbereiten. auch wenn er einen stellenweise das blut gefrieren lässt, ahnt man jedoch das kommende...
Meine Phantasien Sind Wie Brennendes Laub, Nicht Von Dauer
hier beweist kanwulf wieder, dass er sein handwerk versteht wenn es um technisch versierten blackmetal geht. der titel mag täuschen, hier wird hart geklotzt, nicht gekleckert.
I Got My Dead Man Sleep
kommen wir zu meinem persönlichen favoriten. der song erinnert mich an ein epos in mattem schwarz. mit einer länge von über 10 minuten ein song der durch sich lebt. vom anfang an steigert sich das spiel und das gefühl in einem selbst. zum ende bricht sich der zorn in dem offensichtlich gepeinigtem kanwulf raum und in einem finale, dass einem an einen orkan erinnert, wird einem die belanglosigkeit der existenz mensch wieder bewusst.
i still know + outroduction
einsam zurückgelassen fühlt man sich am ende dieses tonträgers. die letzten beiden lieder lassen einen die erschöpfung spüren die kanwulf wieder gekonnt durch atmosphärische klänge zu erzeugen versteht.
allzuviele abschließende worte geschweige denn eine bewertung in einem lächerlichen bewertungssystem mit maßstäben á la 1 - 10 erspare ich mich hier an der stelle, da ich sowas für entwürdigend halte.
so... das wars mal von meiner seite. btw. die songtitel stimmen alle so
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I'm gonna find my way to the sun
If I destroy myself, I can shine on
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Für dieses den Geist erhebende Review bin ich dir zu Dank verpflichtet Herr Seelenspiegel, tatsächlich versteht es kaum jemand wie Kanwulf, mit einer Platte tiefste seelische Narben zu schlagen und sie gleich darauf wieder heilen zu lassen. Der Stil deiner Rezension jedenfalls passt sich sehr gut dem gehobenen Anspruch des Werkes an, ohne die Wurzeln zu seinen Vorvätern zu vergessen. Lediglich der Kommentar zu "Der Satan Ists", Kanwulfs ironischer Referenz an die lahm gewordenen Gottväter des skandivanischen schwarzen Metalls ist mir zu launig-lapidar gehalten, ganz im Stile zeitgenössischer Reviewschmierer der humanistischen Mainstream-Metallpresse. Ansonsten vergebe ich 9/10 Punkten für dieses Review, die Platte selbst lässt sich selbstverständlich ebensowenig in ein entwürdigendes Wertungssystem zwängen wie die frühen Samsas Traum-Werke.
Damit der Rest des Forums vielleicht auch mitlachen kann: "Lügen und Unwahrheiten um Kanwulf und Nargaroth" von einem Erlanger Trve Black Metal-Kiddie (naaa, an wen denken wir da @Lonewolf?). Sehr lustig. Dazu passt auch Kanwulfs Kommentar zum neuen Album
| Zitat: |
The new outburst of Kanwulf (Ash) was recorded in 2001 and intended to be
released in 2001 as a Farwell to the scene. Nargaroth plays here a Black Metal
style, which is almost forgotten within the rotten ranks of the so called band
elite in BM. This piece of nostalgic value can only reach minds with strong
roots to itself and the art Black Metal.(True German Black Metal) |
Echt, der Typ hat Humor. Naja, zur Platte: einmal gehört und für sterilen repetitiven Black Metal befunden. Braucht seit 1993 IMO kein Mensch mehr, aber die Geschmäcker sind verschieden und so. Wenigstens auf "Zorn des Lammes" könnten wir uns tatsächlich noch einigen, wenn @soul, ich und ein Mensch mit gutem Musikgeschmack mit Ghettoblaster auf einer einsamen Insel stranden würden und die Nargaroth-Diskografie angespült würde.
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...aber CARCASS haben nach der Heartwork auch nur noch Scheiße rausgebracht!!
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| Zitat: |
Original von Benway
Für dieses den Geist erhebende Review bin ich dir zu Dank verpflichtet Herr Seelenspiegel, tatsächlich versteht es kaum jemand wie Kanwulf, mit einer Platte tiefste seelische Narben zu schlagen und sie gleich darauf wieder heilen zu lassen. Der Stil deiner Rezension jedenfalls passt sich sehr gut dem gehobenen Anspruch des Werkes an, ohne die Wurzeln zu seinen Vorvätern zu vergessen. Lediglich der Kommentar zu "Der Satan Ists", Kanwulfs ironischer Referenz an die lahm gewordenen Gottväter des skandivanischen schwarzen Metalls ist mir zu launig-lapidar gehalten, ganz im Stile zeitgenössischer Reviewschmierer der humanistischen Mainstream-Metallpresse. Ansonsten vergebe ich 9/10 Punkten für dieses Review, die Platte selbst lässt sich selbstverständlich ebensowenig in ein entwürdigendes Wertungssystem zwängen wie die frühen Samsas Traum-Werke.
Damit der Rest des Forums vielleicht auch mitlachen kann: "Lügen und Unwahrheiten um Kanwulf und Nargaroth" von einem Erlanger Trve Black Metal-Kiddie (naaa, an wen denken wir da @Lonewolf?). Sehr lustig. Dazu passt auch Kanwulfs Kommentar zum neuen Album
| Zitat: |
The new outburst of Kanwulf (Ash) was recorded in 2001 and intended to be
released in 2001 as a Farwell to the scene. Nargaroth plays here a Black Metal
style, which is almost forgotten within the rotten ranks of the so called band
elite in BM. This piece of nostalgic value can only reach minds with strong
roots to itself and the art Black Metal.(True German Black Metal) |
Echt, der Typ hat Humor. Naja, zur Platte: einmal gehört und für sterilen repetitiven Black Metal befunden. Braucht seit 1993 IMO kein Mensch mehr, aber die Geschmäcker sind verschieden und so. Wenigstens auf "Zorn des Lammes" könnten wir uns tatsächlich noch einigen, wenn @soul, ich und ein Mensch mit gutem Musikgeschmack mit Ghettoblaster auf einer einsamen Insel stranden würden und die Nargaroth-Diskografie angespült käme. |
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...aber CARCASS haben nach der Heartwork auch nur noch Scheiße rausgebracht!!
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| Zitat: |
| danke, dafür das ich das album vor dem review nicht einmal gehört hab, konnte es dich wenigstens zu dem netten kommentar bewägen. |
Hrmpf, nun, dann hast du offenbar strong roots zu dir selbst und der art of black metal (true german hateful misanthropic metal) sowie einen guten Draht zu deinen germanischen Vorvätern. Irgendwie muss die Essenz von Kanwulfs noblem Seelenschmertz nach sechzig Sekunden etwas in deinem kollektiven Unbewusstsein zum Schwingen gebracht haben - und wie dankst du das dem Künstler? Durch entwürdigende Kommentare wie sie in jedem zionistischen Schmierblatt der metallverarbeitenden Industrie à la ‚Rock Hard' zu lesen sein werden. Echt, du bist das Letzte. Da ist mir ja der Schmierbrief von @Lonewolfs' Kommilitonen noch lieber, da steckt wenigstens noch Herzblut drin und nicht der blanke zersetzende Einfluss einer von der US-Kulturindustrie für echte, starke Kunst unempfänglich gewordenen Seele. Sei froh, dass deine Vorväter nicht mehr mitkriegen müssen, was für eine Schande du für sie bist. Als ich vor dreizehn Jahren nach Polen gewandert bin, haben Rob Darken und ich im Gespräch bereits glasklar vorhergesehen, dass die einstmals reinblütige Black Metal-Szene eines Tages von ignoranten, Post Rock konsumierenden DSL-Kiddies wie dir bevölkert sein würde, die Black Metal nur mehr als kulturelles Extrem sehen. Ich zieh mich jetzt enttäuscht in mich selbst zurück, genieße des alten Kriegers Seelenruh' und onaniere in würdevoller Stille auf mein "Orke"-Demo von 1993.
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...aber CARCASS haben nach der Heartwork auch nur noch Scheiße rausgebracht!!
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Dass das "True-Black-Metal"-Kiddie, das wohl ein paar Jährchen älter als du sein dürfte ein Kommilitone ist , wäre mir neu. Aber ich find's schön dass er anscheinend eine neue Beschäftigung gefunden hat, und auf
dem Wege des vom wahren Untergrund geächteten Weltnetzes nun erneut für Aufmerksamkeit unter der BM-Jüngerschar sorgen kann. Seitdem die Schwarzmetall.com-Kloake in die Tiefen des Äther geblasen wurde sah es mit billiger Unterhaltung in Form von Personendebatten etwas mau aus, schön dass Herr Wagner nun endlich wieder die negative Form der Aufmerksamkeit zukommt, die er verdient.
The Loathsome mask has fallen the man remains
Sceptreless, free, uncircumscribed, but man
Equal, unclassed, tribless and nationless,
Exempt from awe, worship, degree, the king,
Over himself, just, gentle, wise.
Percy Bysshe Shelley
Indessen ist das gerade wieder der Vorzug der neuen Richtung, dass wir nicht dogmatisch die Welt antizipieren, sondern erst aus der Kritik der alten Welt die neue finden wollen. Karl Marx
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