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Anfänge?
04.11.2010 21:20 |
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Wann habt ihr euch zum ersten mal mit dem allgemeinem Sozialismus beschäftigt?
Welcher anlass hat euch dazu gebracht???
Hat es eure Leben in irgendeiner Form verändert, oder seit ihr noch immer wie ihr früher gewesen seit?
War das euer erster politischer Kontakt oder hattet ihr früher nie book auf diese ganze andere scheiße.
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RE: Anfänge?
05.11.2010 02:26 |
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| Zitat: |
Original von Madafuckingamoklauf
Wann habt ihr euch zum ersten mal mit dem allgemeinem Sozialismus beschäftigt?
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Mittelstufe? Zumindest das erste, an was ich mich erinnere.
| Zitat: |
Original von Madafuckingamoklauf
Welcher anlass hat euch dazu gebracht???
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Geschichtsunterricht. Unser Geschichtslehrer schien dem Sozialismus/Kommunismus nicht ganz abgeneigt zu sein und hat das etwas ausführlicher behandelt.
| Zitat: |
Original von Madafuckingamoklauf
Hat es eure Leben in irgendeiner Form verändert, oder seit ihr noch immer wie ihr früher gewesen seit?
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Nicht wesentlich verändert. Ich fand es weder theoretisch besonders faszinierend noch die praktischen Resultate, wurde ja reichlich probiert.
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"Do you believe in free will?" "I have no choice."
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Naja, in meiner Kindheit hörte man das in jeder Nachrichtensendung, dass es "kommunistische" oder "sozialistische" Regime geben würde. Gemeint waren damit die ganzen ehemaligen Ostblockstaaten, die ja teilweise Versuche des Sozialismus durchgeführt haben.
Ich war von dem schon als Kind angetan, weil es eher meinem Gerechtigkeitssinn entsprach. Das lag wohl auch daran, dass, als ich noch klein war, mir meine Eltern immer aus "Pünktchen und Anton" vorgelesen haben und das schon ziemlich sozialrevolutionär war.
Ich kann also schlecht sagen, ob es mein Leben verändert hat, eigentlich habe ich immer so gedacht.
Politisch aktiviert wurde ich durch die Anti-AKW-Bewegung und durch die RAF und die damit verbundenen Repressionen des Staates.
Als dann sowas wie "DIE GRÜNEN" entstanden, war ich von Anfang an, so mit 17 Jahren, dabei.
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| Zitat: |
Original von Arne Reload
Ich war von dem schon als Kind angetan, weil es eher meinem Gerechtigkeitssinn entsprach. |
Eine "jeder nach seinen Fähigkeiten und seinen Befürfnissen" Gerechtigkeit hat leider den Haken, dass für jedes Bedürfnis auch jemand oder sogar viele da sein müssen, die die Fähigkeiten, Möglichkeiten und den Willen haben, dieses auch zu befriedigen.
Wir haben eben keinen Star Trek Replikator.
Wenn man das einfach ausblenden kann, wäre es sicher die beste Idee.
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"Do you believe in free will?" "I have no choice."
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Gibt es eigentlich in der Natur etwas, was mit Sozialismus vergleichbar wäre - also etwas von dem man behaupten könnte " Diese Viecher leben den Sozialismus und sie leben gut damit " ?
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Original von Tom
Gibt es eigentlich in der Natur etwas, was mit Sozialismus vergleichbar wäre - also etwas von dem man behaupten könnte " Diese Viecher leben den Sozialismus und sie leben gut damit " ?
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Neija, vielleicht manche Insektenstaaten? Hängt davon ab, wie man Sozialismus genau definiert.
Man könnte auch argumentieren, dass ein Rudel sozialistisch ist, ich finde aber, dass das die Definition von Sozialismus zu sehr erweitert. Eine Familie bezeichnet man ja auch nicht als sozialistisch.
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"Do you believe in free will?" "I have no choice."
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Naja, das mit den Bedürfnissen und Fähigkeiten ist auch eher eben in der Endstufe, dem Kommunismus vorgesehen.
Am Anfang steht auch schon im Sozialismus dies alles sehr stark in Verbindung mit "solidarisch" und da kommt das schon hin mit dem Insektenstaaten: Bei den Ameisen arbeitet jede nach ihrem Bedürfnis, so gesehen. Sie hat keinen Willen offenbar, aber dient ihrer Königin, dazu gibt es sie, also wird es auch ihr Bedürfnis sein.
Da funktioniert schon einiges nach dem Solidaritätsprinzip.
Und wenn man anfängt, das durchzudenken, dann kann man u.a. auch beim Sozialismus landen, wenn man sich damit genauer beschäftigt.
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RE: Anfänge?
06.11.2010 14:21 |
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| Zitat: |
Original von Madafuckingamoklauf
Wann habt ihr euch zum ersten mal mit dem allgemeinem Sozialismus beschäftigt?
Welcher anlass hat euch dazu gebracht???
Hat es eure Leben in irgendeiner Form verändert, oder seit ihr noch immer wie ihr früher gewesen seit?
War das euer erster politischer Kontakt oder hattet ihr früher nie book auf diese ganze andere scheiße. |
- Es fing wohl ganz klassisch mit Che Guevara und entsprechender Revolutionsromantik an, wobei für mich Sozialismus in dem Kontext im wesentlichen für radikale Umverteilung durch die staatliche Instanz stand.
Die Entstehung der globalisierungskritischen Bewegung, Seattle und Genua, hat dann wohl die Gegnerschaft gegenüber dem Staat und seinen Lakaien verfestigt. Irgendeine subkulturelle Prägung, zB Punk oder Harcdcore, hat anders als bei vielen anderen für mich nie eine Rolle gespielt. Die Beschäftigung mit politischer Theorie aus allen Lagern hat mich letztlich darin bestätigt, wo ich mich verorten will: in der radikalen Linken.
Natürlich verändern einen die Kämpfe die man führt gravierend - insbesondere das Verhältnis zu Recht und Gewalt wird nach ein paar prägenden Erfahrungen nie mehr dasselbe sein.
Natur und Sozialismus? Soweit ich weiß befriedigen Tiere immer nur ihre Bedürfnisse und stellen keine Waren zum Verkauf her. Das macht sie allerdings nicht zu Sozialisten
Wenn Marx etwas wichtig war, dann die bewusste Überwindung der urwüchsigen Gewalten.
Interessant und lesenswert ist aber in diesem Zusammenhang das Buch "Gegenseitige Hilfe in der Tier- und Menschenwelt" von Kropotkin - quasi eine Antithese zum damals neu aufkommenden pseudo-wissenschaftlichen Sozialdarwinismus als Reaktion auf Darwins Theorien.
The Loathsome mask has fallen the man remains
Sceptreless, free, uncircumscribed, but man
Equal, unclassed, tribless and nationless,
Exempt from awe, worship, degree, the king,
Over himself, just, gentle, wise.
Percy Bysshe Shelley
Indessen ist das gerade wieder der Vorzug der neuen Richtung, dass wir nicht dogmatisch die Welt antizipieren, sondern erst aus der Kritik der alten Welt die neue finden wollen. Karl Marx
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