|
|
Steuern und Ausbeutung
17.11.2010 01:29 |
 |
| Zitat: |
| Zitat: |
Carsten Schneider, Der Spiegel
...... Der SPD-Bundestagsabgeordnete Carsten Schneider erklärt, warum dies zutiefst unsozial ist.
..... |
Was zu tiefst unsozial ist ist, dass man zwar die Armut grenzenlos machen, aber auf keinen Fall eine Obergrenze schaffen will.
Der Staat, nicht nur unserer, vergibt alles was unseren Staat ausmacht, zum Erwerb an Unternehmer. Das heißt, alles was 82 Millionen Menschen gehört, von den Bodenschätzen an, bis zur Arbeitskraft dieser Bürger, wird zum Gewinn einzelner Menschen, oder Firmen freigegeben. Alles was zum Erhalt unseres Staates benötigt wird, bezahlen diese 82 Millionen Menschen. Straßenbau, Energieerzeugung, Schulen, Universitäten, alles wird von den Bürgern erwirtschaftet.
Ist es überhaupt noch angemessen von den Bürgern überhaupt noch Steuern zu verlangen? Müssten nicht viel mehr, für das Ausbeuten dieser Bürger, etwas an den Staat gezahlt werden, damit diese Bürger gar nichts mehr bezahlen müssten.
Wenn nun deutsche Unternehmen diese, ich sage mal, sozial Steuer nicht zahlen wollen, oder können, dann müssen diese Ausbeutungserlaubnisse an ausländische Unternehmer vermietet werden. Allerdings nicht als Einmalzahlung, sondern als 1, 2, oder 10 Jahresbeiträge.
Der normale Bürger wird bis zu einem Einkommen von sagen wir mal, heutigen Gegenwert von 40.000 Euro steuerfrei gestellt.
Da die Sozialkosten für KV, RV, ausschließlich durch Arbeit finanziert wird, muss der Staat ein neues System installieren. Der Wert des Staates und seiner Bürger muss ausreichen, die notwendigen Ausgaben zu finanzieren. Dieser Gedanke mag diesen, oder jenen erschrecken, aber es kann nicht angehen, das Rentner und Sozialhilfeempfänger durch eine MwSt den Staat am Leben halten und ausländische Firmen, alles was diese per Gesetz bezahlen benutzen, um den erwirtschafteten Gewinn in ihren Heimatländern versteuern.
MfG,
Rainer |
Quelle
Also, eine Frage in die Runde:
Ist es überhaupt noch angemessen von den Bürgern überhaupt noch Steuern zu verlangen?
|
|
|
|
|
|
|
|
Ja, denn auch Unternehmen gehören Bürgern dieses Staates, manchmal sind sie auch nur indriekt dran beteiligt, weil sie ein Sparkonto bei einer Bank haben, die einen Anteil an einem Investmentfond hat, der an einem Unternehmen beteiligt ist.
Jeder, der Profit macht, soll soweit er überdurchschnittlichen Gewinn macht, auch was zahlen.
|
|
|
|
|
wave unregistriert
 |
|
Der Text ist natürlich zunächst mal ziemlich populistischer Blödsinn. Denn: Es ist schlussendlich IN DER SUMME egal woher man das Geld nimmt. Wenn man sich Bundeswehr, Bahnen, Straßen und sonstwas leisten will (was hier nicht Diskussionsgegenstand sein soll), dann muss das Geld irgendwo her kommen. Wenn ich den Bürgern keine Steuern mehr abnehme und dafür die Unternehmen höher besteuere, dann sinken die Löhne und der Bürger hat keinen Tick mehr Geld in der Tasche.
Was noch hinzukommt: Eine Person gibt Geld auf eine andere Art aus, wie es Unternehmen machen. Die Investitionsquote ist bei Privatpersonen recht gering. Das Geld wird verfressen, versoffen, verraucht, an Vermieter bezahlt usw...Es ergibt sich für die einzelne Person kein unmittelbarer Mehrwert. Unternehmen hingegen investieren, bauen Fabriken, Maschinen etc, d.h. es entstehen Güter, die greifbar vorhanden sind.
Besteuere ich nun Unternehmen hoch, gehen diese Investitionen zurück, da es sich ja nicht lohnt Profit zu machen, da einem ja eh alles sofort weggenommen wird. Damit erreicht man etwas, was man eigentlich nicht will, nämlich, dass die Produktivität und der Fortschritt geringer wird bei NULL Wirkung für den Bürger.
Anders herum macht es mehr Sinn: Unternehmen komplett steuerfrei stellen. Eine Firma (bestehend aus Briefkasten, Gebäude etc) kann ja nicht wohlhabend sein in dem Sinne. An diesem Geld kann sich auch niemand bereichern und alles, was der Geschäftsführer privat einkassiert ist dann entsprechend zu versteuern.
Das Steuerkonzept sieht dann sinnvoller Weise so aus, dass es ab einem gewissen hohen Betrag (deutlich höher als dass sich Änderungen noch auf den unmittelbaren Alltagslebensstandard eines Normalmenschen auswirken) eine Flat-Tax gibt und darunter logistisch ansteigend et mit negativer Einkommenssteuer kombiniert, die das Bürgergeld ersetzen könnte usw.....
Aber das führt uns wieder in die von @Waldgänger kritisierte "Steuerberaterdiskussion".
|
|
|
|
|
|
|
|
Ich denke, es ist sozialer, wenn man den Konsum besteuert und nicht die Produktion.
Jaja, ich kann mir vorstellen, was einige nun wieder denken
Warum?
Die Unternehmen geben die Kosten eh an die Bürger weiter, über die Preise.
Aber sowas wie Mehrwertsteuer müssen alle Firmen zahlen, die ihre Produkte verkaufen wollen, egal, wo sie produziert. Sie haben also keine Möglichkeit zur Steuerflucht, das ist sehr sozial.
|
"Do you believe in free will?" "I have no choice."
|
|
|
|
|
|
|
|
wave:
| Zitat: |
| Wenn ich den Bürgern keine Steuern mehr abnehme und dafür die Unternehmen höher besteuere, dann sinken die Löhne und der Bürger hat keinen Tick mehr Geld in der Tasche. |
es könnten auch die (teils unermesslich hohen gewinne) der firmen sinken, aber das ist natürlich das letzte, was passieren wird
| Zitat: |
| Besteuere ich nun Unternehmen hoch, gehen diese Investitionen zurück, da es sich ja nicht lohnt Profit zu machen, da einem ja eh alles sofort weggenommen wird. |
also das ist jetzt aber von dir etwas populistisch, oder? dass es sich garnicht mehr lohnen würde, profit zu machen, und einem "sofort" "alles" weggenommen wird, sieht zumindest arg nach übertreibung aus.
| Zitat: |
Anders herum macht es mehr Sinn: Unternehmen komplett steuerfrei stellen. Eine Firma (bestehend aus Briefkasten, Gebäude etc) kann ja nicht wohlhabend sein in dem Sinne. An diesem Geld kann sich auch niemand bereichern und alles, was der Geschäftsführer privat einkassiert ist dann entsprechend zu versteuern.
Das Steuerkonzept sieht dann sinnvoller Weise so aus, dass es ab einem gewissen hohen Betrag (deutlich höher als dass sich Änderungen noch auf den unmittelbaren Alltagslebensstandard eines Normalmenschen auswirken) eine Flat-Tax gibt und darunter logistisch ansteigend et mit negativer Einkommenssteuer kombiniert, die das Bürgergeld ersetzen könnte usw..... |
es gibt gerüchte, dass eine vereinfachung des steuersystems unerwünscht ist. das würde zumindest erklären, warum an einigen ecken nichts getan wird, obwohl es durchaus sinnvollere lösungen gibt.
ist das wahrscheinlich?
xoc:
| Zitat: |
Die Unternehmen geben die Kosten eh an die Bürger weiter, über die Preise.
Aber sowas wie Mehrwertsteuer müssen alle Firmen zahlen, die ihre Produkte verkaufen wollen, egal, wo sie produziert. Sie haben also keine Möglichkeit zur Steuerflucht, das ist sehr sozial. |
sozial ist, was arbeit schafft!
okay, mal ernsthaft. steuerflucht zu verhindern halte ich für eine gute sache. allerdings sieht es zur zeit eher so aus, als packt man einfach auf alles, was einen namen hat, eine steuer, um mehreinnahmen zu sichern, anstatt zu schauen, wo man bestehendes optimieren könne. neulich hörte ich erst davon, dass in einer stadt als pilot-projekt die luft besteuert werden soll, was z.b. für werbe-schilder, die von häusern aus quer in die luft ragen, zutreffen würde.
|
|
|
|
|
|
wave unregistriert
 |
|
| Zitat: |
| es könnten auch die (teils unermesslich hohen gewinne) der firmen sinken, aber das ist natürlich das letzte, was passieren wird |
Du kannst mir ja gerne erläutern, was an diesen Gewinnen der Firmen so böse sein soll. Eine Firma ist kein Mensch, der massig verdient und dann in Luxus lebt, sondern eine Firma ist eine Art "Objekt", welches Geld lediglich wieder investieren oder eben anhäufen, nicht aber im Sinne des klassischen Luxuslebens verbrauchen kann.
Problematisch ist lediglich die Ausschüttung der Gelder an Privatpersonen und die kann man steuern, ohne, dass man dem Unternehmen Kapital entziehen muss, welches für Investitionen gebraucht wird.
Im Übrigen sind die Gewinnspannen der Firmen recht gering im Allgemeinen, zumindest gemessen am Gesamtumsatz.
|
|
|
|
|
|
|
|
ich hab manchmal echt das gefühl, bevor du auch nur den versuch einer interpretation anstellst, unterstellst du mir direkt, dass ich schwachsinn rede.
du weißt doch sicher, was ich meine. das geld, was letzten endes bei den leuten aus den oberen etagen der firmen landet.
obama hatte doch mal die managergehälter der firmen, die staatlich unterstützt werden, auf 500k $ limitiert. das sind rund 42k im monat. und selbst das ist noch eine unvorstellbar hohe summe, die eine ganz neue dimension von luxus eröffnet.
p.s.: das einzig böse daran ist die tatsache, dass eher arbeitsplätze gestrichen, die arbeitsplatzkonditionen verschlechtert oder löhnerhöhungen einbehalten werden, anstatt die scheinbar recht üppigen gehälter der oberen etagen in irgendeiner weise zu begrenzen - sei es recht oder nicht.
|
|
|
|
|
|
wave unregistriert
 |
|
| Zitat: |
du weißt doch sicher, was ich meine. das geld, was letzten endes bei den leuten aus den oberen etagen der firmen landet.
obama hatte doch mal die managergehälter der firmen, die staatlich unterstützt werden, auf 500k $ limitiert. das sind rund 42k im monat. und selbst das ist noch eine unvorstellbar hohe summe, die eine ganz neue dimension von luxus eröffnet.
p.s.: das einzig böse daran ist die tatsache, dass eher arbeitsplätze gestrichen, die arbeitsplatzkonditionen verschlechtert oder löhnerhöhungen einbehalten werden, anstatt die scheinbar recht üppigen gehälter der oberen etagen in irgendeiner weise zu begrenzen - sei es recht oder nicht. |
Wenn du die oberen Etagen meinst, die viel verdienen, dann solltest du das auch so sagen und nicht darüber reden, dem Unternehmen als solches die flüssigen Mittel zu entziehen. Und da wie bereits gesagt Geschäftliches und Privates getrennt ist, kannst du dem Manager ans Geld, indem du SEINEN PERSÖNLICHEN Einkommensteuersatz so anpasst, dass du dein Ziel erreichst. Der darf nämlich auch nicht einfach in die Kasse des Unternehmens reingreifen, sondern versteuert das ganze was er bekommt wie jeder andere auch.
Was allerdings die Ergiebigkeit dieses Eingriffs angelangt, so dürfte das enttäuschend sein. Dafür gibt es einfach nicht Reiche genug, damit sich das wirklich lohnt.
|
|
|
|
|
|
|
|
Das lohnt sich schon, wenn man dann eben die Einzelposten sich anschaut. Bei einem Steuersystem wie im alten Schweden, wo der einzelne zum Teil an die 99% seines Einkommens an Steuern zu zahlen hatte, weil dort einfach seit Wikingerzeiten oder so die Gemeinschaft höher als das Individuum angesehen wurde, hat das schon ausgereicht, damals einen Wohlfahrtsstaat erster Klasse zu etablieren, der nur durch die Ermordung von Palme eigentlich gebremst werden konnte.
Also, es gibt Modelle, wo man, dann allerdings auch extremer Besteuerung hoher Einkommen durchaus stattliche Einnahmen für den Staat herausholen kann.
| Zitat: |
Original von Xoc
Ich denke, es ist sozialer, wenn man den Konsum besteuert und nicht die Produktion.
Jaja, ich kann mir vorstellen, was einige nun wieder denken
Warum?
Die Unternehmen geben die Kosten eh an die Bürger weiter, über die Preise.
Aber sowas wie Mehrwertsteuer müssen alle Firmen zahlen, die ihre Produkte verkaufen wollen, egal, wo sie produziert. Sie haben also keine Möglichkeit zur Steuerflucht, das ist sehr sozial. |
Problem dabei bleibt, dass man dann nicht etwas zurückerstatten kann. Also Arbeitsplätze, die aus beruflichen Gründen einen höheren Konsum erfordern, werden dadurch benachteiligt.
Zumal s nicht stimmt, dass die Unternehmen automatisch Mehrwertsteuer entrichten. Manche Dienstleistungen sind davon ausgenommen und für die Veredelung von Produkten kann das Unternehmen natürlich alle Kosten, die es hat, die MWST enthalten als Vorsteuern wieder absetzen.
Solange dann nicht ein Arbeitgeber, der aus beruflichen Gründen was einkauft, das gleiche Recht hat, ist das schon vom Gleichheitsgrundatz unmöglich.
Und die Gerechtigkeit wird imo nicht erreicht, wenn derjenige, der auch Kosten für seine Arbeit bereit ist, auf sich zu nehmen, diese dann nicht per Steuern erstattet bekommen kann.
|
|
|
|
|
|
|
| Zitat: |
Original von Arne Reload
Zumal s nicht stimmt, dass die Unternehmen automatisch Mehrwertsteuer entrichten. Manche Dienstleistungen sind davon ausgenommen und für die Veredelung von Produkten kann das Unternehmen natürlich alle Kosten, die es hat, die MWST enthalten als Vorsteuern wieder absetzen.
Solange dann nicht ein Arbeitgeber, der aus beruflichen Gründen was einkauft, das gleiche Recht hat, ist das schon vom Gleichheitsgrundatz unmöglich.
Und die Gerechtigkeit wird imo nicht erreicht, wenn derjenige, der auch Kosten für seine Arbeit bereit ist, auf sich zu nehmen, diese dann nicht per Steuern erstattet bekommen kann. |
Das ist ja auch richtig so, dass auf Zwischenprodukte keine Mehrwertsteuer anfällt.
Und wenn du aus beruflichen Gründen was einkaufst, was nicht für den Endverbrauch ist, sondern weiterverkauft wird (dort fällt dann die Mehrwertsteuer an), dann musst du auch keine Mehrwertsteuer zahlen.
Wenn du allerdings Manuel durchfüttern musst, dann zahlst du darauf natürlich genauso Mehrwertsteuer wie wenn Manuel sich selbst durchfüttern würde.
Grundsatz sollte sein, dass für jedes Produkt bis zum Endverbrauch einmal Mehrwertsteuer gezahlt wird.
Wenn du dann mehr Geld brauchst um Manuel durchzufüttern, dann müsste dir das dein Chef eben geben. Allerdings ist es fraglich, ob das nötig ist, schliesslich kriegt ihr 2*BGE pro Monat.
|
"Do you believe in free will?" "I have no choice."
|
|
|
|
|
|
|
|
| Zitat: |
Original von Xoc
Wenn du dann mehr Geld brauchst um Manuel durchzufüttern, dann müsste dir das dein Chef eben geben. Allerdings ist es fraglich, ob das nötig ist, schliesslich kriegt ihr 2*BGE pro Monat. |
Ganz so einfach ist das nicht.
Wenn wir wirkich alle Kosten, die Arbeitnehmer jetzt von der Steuer absetzen können, wieder auf den Lohn draufschlagen, dann hat letztendlich der Unternehmer auch nix davon, weil dann die Löhne steigern.
Es geht ja nicht nur um solche Extrembeispiele, wo man ganze Wohungen o.ä. von der Steuer absetzen kann, sondern z.B. auch so einfache Sachen wie Fahrtkosten zur Arbeitsstätte.
Und was willst Du mit den Freibeträgen für Behinderte z.B. machen? Du kannst kaum erwarten, dass der Arbeitgeber die auch noch mitträgt und damit seine Personalkosten erhöht. Dann wird der zusehen, möglichst nur noch so alte Menschen einzustellen, die keine Kinder mehr bekommen können.
Dass es die personelle Schieflage noch weiter vorantreibt, ist auch meine Sorge. Sicher werden die Arbeitgeber schnell die Löhne bei allen erhöhen, die man braucht. Von der Uni kommende Informatiker, Ingenieure oder auch eben männliche Erzieher über 40 haben keine Probleme, aber werden die dann nicht von den gering qualifizierten eher erwarten, dass sie die Kosten alle selber tragen? Das würde in dem unteren Kohnsegment die Löhne noch weiter drücken.
|
|
|
|
|
|