Arne Kroger unregistriert
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Wenn Du ein Rind, Schwein oder irgendwas Geflügeltes bist, @Xoc, wäre das evtl. ganz sinnvoll, allerdings ist solchen Tieren unseren Erfahrungswerten nach Empathie nicht unbedingt gegeben.
Und wenn Du gerne Menschenwürste ist, dann entweder von Menschen, die gerne zu Wurst verarbeitet werden wollten (Soylent Green
) oder Du solltest laut kategorischen Imperativ eben auch davon ausgehen, dass Dich mal jemand unfreiwillig zu Wurst verarbeitet.
Das ist die einfachste Logik.
Und das gleiche gilt eben auch für Amokläufe. Solange ich keinen Bock habe, einem Amokläufer zum Opfer zu fallen, dann mache ich auch keinen Amoklauf.
Kompliziert wird das, wenn man so in einem Alter ist, wo es einem egal wird, ob man abgeknallt wird oder nicht. Da aber halte ich es auch für fair, dass man sich dann beim Töten auf die Menschen konzentriert, bei denen man aufgrund ihres bisherigen Verhaltens sagen kann, dass die auch bislang sich so benommen haben, als das es ihnen egal sein müsste, ob sie abkratzen oder nicht, weil sie bislang auch keine Anzeichen dafür gezeigt haben, dass ihnen ein Menschenleben etwas wert ist.
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dian unregistriert
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Vielleicht sollte man an dieser Stelle noch mal darauf hinweisen, dass es gar nicht erwiesen ist, dass der gute Sturmgeist gemobbt wurde.
Er war wohl ein Außenseiter an seiner Schule... na und, das war ich auch. Bin aber noch lange nicht gemobbt worden deshalb.
Und genau wie Sturmgeist denke ich auch, dass 95 Prozent der Menschen dumme Herdentiere sind.
Was ich nicht verstehe, ist, warum er meinte, irgendetwas an dieser Tatsache ändern zu können, wenn er ein paar wenige dieser Millionen Herdentiere mit sich in den Tod reißt.
Oder ist seine Tat eher als Protest gegen diese Zustände zu verstehen? Wenn ja, dann war es wohl kontraproduktiv, weil man durch einen Amoklauf kein einziges Herdentier zu einem Individualisten macht. Ganz im Gegenteil. Der hat doch eher erreicht, dass an seiner Schule nun selbst die größten Individualisten zu Kollektivisten geworden sind und sich gegenseitig heulend in den Armen lagen.
Wenn jemand eine Schule für einen Amoklauf aussucht, muss das jedenfalls nicht zwangsläufig bedeuten, dass er an dieser Schule gemobbt worden ist.
Als junger Mensch hat man einfach noch nicht so viel Bezugspunkte zu der Welt der Erwachsenen. Man hat die meiste Zeit seines Lebens in der Schule verbracht, nicht in Ämtern, nicht im Parlament, und nicht sonst irgendwo, wo Amokläufe vielleicht sinnvoller wären.
Wenn man nun also gegen die gesamte menschliche Existenz ist und einem sein Leben einfach nur auf den Geist geht, ist es naheliegend, dass man sich für einen Amoklauf einen Ort auswählt, mit dem man sich in irgendeiner Weise verbunden fühlt.
Ganz davon abgesehen, dass es nunmal wesentlich einfacher ist, eine Schule voller wehrloser Kinder zu überfallen, als eine staatliche Institution, wo es Sicherheitsleute gibt und die Büros in der Regel nur einen Knopfdruck vom nächsten Polizeirevier entfernt sind.
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Original von Arne Kroger
Wenn Du ein Rind, Schwein oder irgendwas Geflügeltes bist, @Xoc, wäre das evtl. ganz sinnvoll, allerdings ist solchen Tieren unseren Erfahrungswerten nach Empathie nicht unbedingt gegeben. |
Unseren Erfahrungswerten nach ist Empathie gegeben. Sie hängt nur genau wie beim Menschen zum grössten Teil von persönlichem Kontakt und einer emotionalen Beziehung ab.
Ich bin ein fühlendes Wesen, genauso wie ein Schwein, ich bin auch ein Säugetier, genauso wie ein Schwein. Ok, es ist kein Mensch. Aber wieso dort die Grenze ziehen? Das ist genauso willkürlich, wie wenn ich die Grenze bei Arieren, Reichen, Grossen, Intelligenten oder sonst irgendeiner Gruppe ziehe.
| Zitat: |
Und wenn Du gerne Menschenwürste ist, dann entweder von Menschen, die gerne zu Wurst verarbeitet werden wollten (Soylent Green
) oder Du solltest laut kategorischen Imperativ eben auch davon ausgehen, dass Dich mal jemand unfreiwillig zu Wurst verarbeitet.
Das ist die einfachste Logik.
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Und völlig nutzlos der Schluss, weil er die willkürliche Annahme, dass man als Gruppe, auf die der kat. Imperativ angewendet werden soll die Menschheit wählt und nicht Arier oder fühlende Lebewesen.
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"Do you believe in free will?" "I have no choice."
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Hallo Xoc,
vielleicht hatte Hitler einen an der Waffel, und vielleicht auch noch Göring mit seinem Uniform-Fimmel. Aber all die anderen? Oder war die SS- und Wehrmachtsführung ganz unbeteiligt? Über Goebbels schreibt Wikipedia was von katholischem Elternhaus, Klassenbester, Germanistik und Philosophie, Frauengeschichten, großem Bekanntenkreis usw.
Ich weiß es nicht sicher. Vielleicht will auch ich einfach nur nicht glauben, daß jemand, der Klassenbester, arm und unsportlich war, Propagandaminister wird, so wie andere nicht glauben wollen, daß es keine besonderen Merkmale gegeben hat. Und selbst wenn: es gibt sicher auch andere, welche die resultierende Wut auf die Verhältnisse positiv kanalisieren konnten.
| Zitat: |
Es entzieht sich meiner Logik wieso man es gut finden muss selbst zu sterben um es gut zu finde, wenn andere sterben.
Muss ich mir auch wünschen zu einem Würstchen verarbeitet zu werden um mir eine Würst zum Essen zu wünschen? |
Ich glaube, da hast Du mich gänzlich mißverstanden - es war genau andersherum gemeint, nämlich so, wie es geschrieben war. Diesmal war kein weiterer, besonderer Gedanke hinter meiner Aussage. Ich meinte einfach, wenn ihr mich alle genug nervt und mich alles ankotzt, dann erschieße ich euch vielleicht, weil ich das in dem Moment selbst will, denn sonst würde ich es ja nicht tun (wenn ich nicht wahnsinnig bin), aber deswegen kann ich trotzdem vorher nicht so recht den Amoklauf eines anderen gutheißen, oder? Oder doch?
Es war also eigentlich ohne moralische Pointe gemeint.
zum Teil kann ich ja selbst eine klammheimliche Freude nicht unterdrücken, wenn es die richtigen trifft. Aber begründen läßt sich das kaum.
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| Und völlig nutzlos der Schluss, weil er die willkürliche Annahme, dass man als Gruppe, auf die der kat. Imperativ angewendet werden soll die Menschheit wählt und nicht Arier oder fühlende Lebewesen. |
Seufz, das ist der Xoc, wie ich ihn in Erinnerung habe, auch nach 5 Jahren nur allzugut. Aber heute habe ich zu wenig Kraft, um als knallharter Humanist dagegen zu protestieren. Es ist ja eh sinnlos - ich muß0 mir Calgmoths Worte wieder in Erinnerung rufen. Ich glaube halt das: Der Mensch als Krone der Schöpfung und Maß aller Dinge, der sich die Natur Untertan macht.
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Sollen sie mich doch hassen, wenn sie mich bloß fürchten. (Unveröffentlichtes Abizeitungs-Lebensmotto)
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Arne Kroger unregistriert
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@Xoc:
So, wie Du argumentierst, argumentieren auch Typen wie Peter Singer und andere radikale Tierschützer.
Die legen einfach das Niveau als oberstes Kriterium fest und sagen, Orang-Utans sollen Menschenrechte bekommen und dafür soll man geistig behinderte oder alte demente Menschen abkratzen lassen.
Passt mir persönlich nicht.
@Dian:
Das ist das Problem, dass solche Typen eben niemals Bock haben, mal was aus sich zu machen und ausschließlich in der Kreisliga spielen wollen.
Wen interessiert eine Schule am Arsch der Welt?
Da können die so viele abknallen, wie die wollen, aber zum Real Madrid des Amoklaufs, nach Al-Kaida oder so, kommen die nie. Dafür sind das alles viel zu kleine und bequeme Geister.
Wobei Al-Kaida auch allmählich mal den Trainer wechseln könnte, der bringt nix mehr. Nur noch kleine nationale Erfolge im Irak und Afghanistan. Die großen internationalen Erfolge bleiben aus.
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MAUS
Too old to die young

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Da ich den "Überwachungsthread" heute schon wieder sehr beansprucht habe, packe ich das mal hier rein, denn zum Thema Amoklauf ganz allgemein, und den daraus resultierenden "Maßnahmen" paßt es ja allemal... Vorreiter sind, wie so oft, die Amis, aber auf "Nachahmungstäter" braucht die Welt sicherlich nicht all zu lang warten, wofür Ursachenbekämpfung und Sozialkompetenzvermittlung, wenn auch Überwachung möglich ist...
13.11.2007 12:22
Überwachungskameras in US-Schulen direkt mit der Polizei verbunden
Nicht in einer großen Stadt, sondern in drei öffentlichen Primärschulen des kleinen Landkreises Demarest in New Jersey hat man eine neue Stufe der Videoüberwachung begonnen. Schon länger wurden die Eingangsbereiche der Schulen von Kameras überwacht. Aus Sorge vor möglichen Gewalttaten wie Amok laufenden Schülern hat nun die Schulverwaltung an jeder der Schulen sieben bis neun neue Überwachungskameras installiert, auf die die Polizei direkt von ihrem Hauptquartier aus oder von den Laptops in den Fahrzeugen zugreifen kann. "Die Schulen sollen", so der Polizeichef, "die sichersten Orte sein. Nichts ist wertvoller als unsere Kinder."
Die Kameras wurden in Turnhallen, Cafeterias, Gängen, Spielplätzen und Eingangsbereichen aufgestellt. Die Klassenzimmer sind noch überwachungsfrei, um die Privatsphäre zu wahren, noch wird auch kein Ton aufgenommen. Die Bilder werden einen Monat lang gespeichert. Die Polizei kann auf den Laptops gleichzeitig 16 verschiedene Kameras beobachten. "Ein Polizeioffizier hat", sagt der Polizeichef stolz, "17 Augen an vielen Orten." Für den Schuldirektor haben die Kameras auch noch einen weiteren Zweck. Weil die Bilder mit der Zeitangabe für einen Monat gespeichert werden, sollen sie nicht nur kriminelles, sondern auch schlechtes Verhalten abschrecken. An einer weiteren Schule ist geplant, ein Kamerasystem zu installieren, das erkennt, wenn sich jemand in einer Notlage befindet oder zu Boden stürzt und die Polizei dann automatisch warnt.
In manchen Schulen gehen die Sicherheitsvorkehrungen noch weiter. So wurde beispielsweise diesen Herbst an der Wissahickon High School in Ambler, Pennsylvania, verboten, in der Schule normale Rucksäcke oder Taschen zu haben. Diese müssen am Eingang in Schließfächern abgegeben werden, im Schulbereich dürfen nur noch durchsichtige Plastiktaschen mit sich geführt werden. In anderen Schulen sind Rucksäcke ganz verboten. Es hätte zunächst Proteste der Schüler gegeben, schließlich hätten alle die Maßnahme akzeptiert. (fr/Telepolis)
Originalseite:
http://www.heise.de/newsticker/meldung/98890
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HOFFNUNG IST DER IRRSINNIGE GLAUBE AN DAS UNMÖGLICHE
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Hansi unregistriert
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Gibts nich auch schon irgendwo in Amiland Peilsender für den Fuss für Schüler? So langsam wird das alles nur noch lächerlich und gleichzeitig traurig.
Hab mir btw gestern überlegt, als ich im Lager ne realistisch aussehende Spielzeugpistole gefunden hab, ob ich mir hier Karneval nich n Schild mit "Opfer der Gesellschaft" um den Hals hänge und dabei mit der Knarre rumlaufe, fertig wäre mein Karnevalskostüm
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dian unregistriert
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| Zitat: |
Selbstdarstellung
So präsentierte sich "Sturmgeist89" im Internet
Auf der Internetplatfom Youtube hat der mutmaßliche finnische Amokläufer seine Tat angekündigt und seine persönlichen Beweggründe für das blutige Massaker an seiner Schule dargelegt. WELT ONLINE hat das Pamphlet von "Sturmgeist89" übersetzt.
Alter: 18
männlich, aus Finnland
Ich bin ein zynischer Existenzialist, anti-humanistischer Humanist, anti-sozialer Sozialdarwinist, realistischer Idealist und ein gottgleicher Atheist.
Ich bin vorbereitet, um zu kämpfen und für meine Sache zu sterben. Ich, als ein natürlicher Sortierer, werde alle eliminieren, die sich als wertlos, als Blamage für die menschliche Rasse und als Ausfall der natürlichen Selektion erweisen.
Ihr werdet euch fragen, warum ich das getan habe, und was ich will. Also, die meisten von euch sind zu arrogant und willensschwach, um das zu verstehen ... Ihr werdet vermutlich sagen, dass ich „verrückt“, „ausgeflippt“ „psychopathisch“ oder „kriminell“ bin, oder irgend so ein Scheiß. Nein, die Wahrheit ist das ich nur ein Tier, ein Mensch, ein Individuum, ein Andersdenkender bin.
Ich habe genug. Ich möchte kein Teil dieser verdammten Gesellschaft mehr sein. Wie einige andere, weise Menschen in der Vergangenheit gesagt haben, die menschliche Rasse ist es nicht wert, dass man um sie kämpft ... nur wert, dass man sie tötet. Wenn meine Feinde sich ängstigen und verstecken werden, wenn mein Name genannt wird ... Wenn die Verbrecher dieser korrupten Regierungen in den Straßen erschossen worden sind ... Wenn die Regeln der unterbelichteten Gesellschaften und des demokratischen Systems ersetzt werden durch Gerechtigkeit ... Wenn intelligente Menschen endlich frei sind und sie die Gesellschaft führen anstelle der unterbelichteten Regeln der Mehrheit.
An diesem Tag der Erlösung werdet ihr wissen, was ich will.
Lang lebe die Revolution! Revolution gegen das System, welches nicht nur die Mehrheit der willensschwachen Massen versklavt, sondern auch die kleine Minderheit der intelligenten, willensstarken Individuen. Wenn wir in einer anderen Welt leben wollen, müssen wir handeln. Wir müssen uns gegen die versklavenden, korrupten und totalitären Regime erheben und die Tyrannen und Verbrecher stürzen.
Ich kann nicht alleine alles verändern. Aber hoffentlich werden meine Aktionen all die intelligenten Menschen der Welt inspirieren, so dass sie selbst eine Revolution gegen die bestehenden Systeme starten. Die Menschen, die in dieser Welt der Täuschung leben und sie unterstützen sind meine Feinde.
Ich bin bereit für diese Sache zu sterben, weil ich weiß, dass sich richtig und wahrhaft ist ... Auch wenn ich mein Leben lassen muss, oder mein Kampf als teuflisch bezeichnet werden wird ... Ich werde lieber sterben als ein solch unglückliches Leben weiter zu leben.
Und erinnert euch, dass das mein Krieg, meine Idee und mein Plan ist. Gebt niemand anderem die Schuld, als mir. Gebt nicht meinen Eltern oder meinen Freunden die Schuld. Ich habe niemandem von meinen Plänen erzählt. Ich habe sie immer für mich behalten. Gebt nicht den Filmen, die ich sehe, nicht der Musik, die ich höre, nicht den Spiele die ich spiele oder den Bücher, die ich lese, die Schuld. Nein, sie hatten nichts damit zu tun. Das ist mein Krieg: Ein Mann gegen die Menschlichkeit, die Regierungen und die willensschwachen Massen der Welt. Keine Gnade für den Abschaum auf dieser Welt. DIE MENSCHHEIT IST ÜBERSCHÄTZT! Es ist Zeit, NATÜRLICHE SELEKTION und DAS ÜBERLEBEN DER TAUGLICHSTEN wieder wirken zu lassen.
Auszug aus dem Steckbrief des mutmaßlichen Amokläufers:
Land: Finnland
Beschäftigung: arbeitsloser Philosoph, Ausgestoßener
Firmen: Die menschliche Rasse (allerdings bereits eine Stufe höher entwickelt)
Schlagworte:
Schule Amoklauf Finnland Tote Schießerei
Interessen und Hobbys: Existenzialismus, Freiheit, Wahrheit, soziale/persönliche Psychologie, wissenschaftliche Evolution, politische Korrektheit, Frauen, Gewehre (Ich liebe dich Cathrine), schießen, Computer Spiele, Sarkasmus, Ironie, Massen- und Serienmörder, schwarzer Humor und Absurdes
Filme und Shows: Matrix, Falling Down, Natural Born Killers
Musik: KMFDM, Rammstein, Eisbrecher, Nine Inch Nails, Grendel |
Also ich finde, das hört sich doch eigentlich nach einem recht sympathischen Burschen an...
Vielleicht mal abgesehen davon, dass er etwas arg sozialdarwinistisch drauf war und anscheinend ernsthaft daran geglaubt hat, durch seine "Aktionen" die Weltrevolution vorantreiben zu können.
Naja, ob ein paar tote Finnen so weltbewegend sind, wage ich mal zu bezweifeln. Und die Reaktionen auf seine Taten sind eigentlich in den allermeisten Internetforen (auch in den alternativen) nur voller Abscheu und dem üblichen Gutmenschengesülze.
Also bewirkt hat er mit seiner Tat null.
Hätte er noch zwanzig Jahre weitergelebt und die zwanzig Jahre dafür verwendet, Flugblätter mit seinen politischen Forderungen zu verteilen, hätte er vermutlich mehr erreicht. Aber naja, ich kann's ihm nicht verübeln, dass er keinen Bock drauf hatte, sich für eine bessere Welt großartig anzustrengen.
Wenn ich nur allein schon in der Zeitung lesen muss, wie Harald Schmidt von irgendwelchen Gutmenschen angegriffen wird, weil er ein paar (nicht mal besonders witzige) Nazi-Gags gemacht hat... da komme ich dann schon auch ins Grübeln, ob es nicht besser für die Menschheit wäre, einen gewissen Menschenschlag komplett auszurotten. (und nein, damit meine ich nicht schlechte Latenight-Comedians, sondern Gutmenschen, die sich über Nazi-Witze aufregen, und sich dabei selber als die größten Nazis outen.) Dieses Pack, das den Menschen aufgrund irgendwelcher (wahrscheinlich im Christentum fußenden) Moralvorstellungen am liebsten alles verbieten möchte, ist eine geistige Pest, die die Menschheit immer weiter verdummen wird!
Aber wie gesagt, Flugblätter zu verteilen bringt gegen diesen Irrsinn vermutlich mehr, als denen eine Kugel in den Kopf zu jagen, und sie damit indirekt auch noch in ihrem Weltbild zu bestätigen.
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Hansi unregistriert
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Hey cool, danke @Dian. Endlich is mal ein Abschiedsbrief aufgetaucht und joa, rein von dem was er schreibt, ist er mir sogar noch wesentlich sympathischer als Bastian. Aber diesen Brief würd man natürlich nur höchst selten (oder zusammengekürzt und zweckentfremdet) zu lesen kriegen, wenn man nun nicht explizit danach sucht. Und klar, dass er mit seinem Amoklauf nix erreicht was er wollte ist denke ich klar, aber ich denke irgendwann ist man so am Ende, dass die Sicherung einfach durchbrennt und man den Point of no return erreicht und einfach Amok läuft (oder seine Sachen packt und abhaut
).
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Blabla.. der Auslöser war doch wie zuletzt ne Freundin die ihn verlassen hat. Sympathie? Sympathie empfeinde ich mit Menschen, die in einer Situation wie der des Finnen sich intelligent verhalten, und anstatt wie wild um sich zu schießen das aussteigen anstreben (und gegenbfalls auch noch versuchen Dinge zum besseren zu wenden). Diese "Humanity is overrated" Scheiße ist doch nur seine persönliche Rechtfertigung für seine Schwäche, das er nie was auf die Reihe kriegt, und versucht die Dinge zu verändern.
und @Dian,
Tatsächlich kotzt mich so gutbürgerliche Scheiße auch an, allerdings ist es imo nicht schlecht den Mord an Unschuldigen (so hättet ihr euch doch zumindest auch genannt, wärt ihr an dieser Schule gewesen und nun tot, oder?) zu verurteilen.. der Bastian Bosse hatte zumindest noch klare Ansätze in Sachen Konsumgesellschaft, der hatte sich zumindest so 'n bisschen ein Gesellschaftliches Konstrukt gebaut, sich Gedanken gemacht. Während der Finne es wohl nichtmal in Erwägung zog daran zu denken, das unter anderem auch er an seinem Leid schuld ist, und man dies auch ändern kann..
Menschen die sich mit Mördern solidarisieren haben wir schon genug, das ist imo der falsche zukunftstaugliche Ansatz...
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"And manifest the daydream
Like those who fell before
And glorify our small attempts
And hate ourselves no more
Blow words between these sucker's teeth
And bind these panicked hands
Lose your heart like a clumsy bell
Please be well"
-Horses in the Sky
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Hansi unregistriert
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Keiner Behauptet, dass es nicht auch andere und ggf. bessere Möglichkeiten gibt. Aber er hat sich nunmal für diese Entschieden und nein, selbst wenn ich von ihm an seiner Schule erschossen wäre, würde ich mich nich als armes unschuldiges Opfer sehen. Es geht hier nämlich gar nicht um Schuld, die ist eh subjektiv. Nein viel mehr geht es darum, dass er an seinem Leben was geändert hat (oder es halt beendet, ist auch ne Veränderung), weil es ihm auf den Sack ging. Klar hat er Leute erschossen die gar nix dafür können und vllt mit ihm nix zu tun hatten, und? Ja jetzt werden die Angehörigen und Freunde der Opfer wieder ganz bestürzt und traurig sein, dass sie einen Angehörigen verloren haben. Dürfen sie ja auch, aber das Leben geht halt weiter (oder wenn sies deswegen beenden möchten halt nicht, ist dann auch ihre Entscheidung). Ich hab mit denen die da jetzt trauern nix zu tun, also kanns mir in erster Linie egal sein, ob da irgendwo jemand abnippelt aus Gründen die ich irgendwie nachvollziehen kann. Ich mein, wenn der Ami irakische Zivilisten erschießt, dann kotzt mich das an. Der Ami tut dies nur aus Profitgier und weil er die Macht hat (noch mehr davon will). Man muss den Grund weshalb jemand tötet mit berücksichtigen und ich kann da die Gründe es Amokläufers mehr nachvollziehen als wenn ein Amerikanischer Soldat ein irakisches Kind erschießt.
Und woher hast du das mit der Freundin? Hast du ne Quelle dazu?
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dian unregistriert
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@ Atreju:
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| Diese "Humanity is overrated" Scheiße ist doch nur seine persönliche Rechtfertigung für seine Schwäche, das er nie was auf die Reihe kriegt, und versucht die Dinge zu verändern. |
Es gibt sicher welche, für die so ein Gedankenkonstrukt nur eine Rechtfertigung ist.
Aber man kann es auch wirklich glauben. Man kann so sehr von der Wertlosigkeit der Menschheit überzeugt sein, dass man es als seine Religion ansieht.
Ich denke, für Sturmgeist war es eine Religion. Eine überaus schlüssige, im übrigen, denn ein nihilistisches Weltbild lässt sich wesentlich leichter logisch begründen und aufrecht erhalten, als ein humanistisches oder christliches.
Man braucht doch nur die Nachrichten einzuschalten, um zu sehen, wie dumm die Menschheit ist und wie sie sich gegenseitig das Leben zur Hölle macht.
Jedesmal, wenn er den Fernseher angemacht hat, hat er Bestätigung erhalten. Jedesmal, wenn ihn jemand dumm angemacht hat, hat er Bestätigung erhalten.
Der hat das schon echt geglaubt. Und abgesehen davon, dass die Welt dadurch, dass man sich selbst und ein paar andere tötet, auch nicht besser wird, (weil immer neue Menschen nachwachsen werden), kann ich sein Weltbild sowohl intellektuell als auch gefühlsmäßig schon recht gut nachvollziehen.
Hätte er in seinem Abschiedsbrief noch das Wort "Lemming" benutzt, hätte das schließlich auch ein früher Text von mir sein können. Nur, dass ich eben im Gegensatz zu ihm der Meinung bin, dass sich das Lemming-Problem nicht durch Gewalt lösen lässt, sondern nur, in dem man die Lemminge klüger macht.
| Zitat: |
| Während der Finne es wohl nichtmal in Erwägung zog daran zu denken, das unter anderem auch er an seinem Leid schuld ist, und man dies auch ändern kann.. |
Zumindest in dem Brief und dem Video wirkt er auf mich aber gar nicht wie jemand, der übermäßig darunter leiden würde, dass seine Freundin ihn verlassen hat, dass er ein schlechtes Zeugnis bekommen hat, oder ähnliches..
Wenn mir das Leben nicht mehr lebenswert erscheint, weil mich meine Freundin verlassen hat, dann schreibe ich doch in meinem Abschiedsbrief irgendwas über die Freundin oder die fehlende Liebe.
Hat er aber nicht gemacht, genauso wenig, wie er sich mit dem finnischen Schulsystem auseinandergesetzt hat... was dann für mich irgendwie den Schluss nahelegt, dass seine Überzeugung tiefer ging, und nicht nur dazu diente, dass sich ein milchgesichtiger Schul- oder Liebesversager wenigstens einmal in seinem Leben wie ein Held fühlen konnte. Das war sicher ein angenehmer Nebeneffekt für ihn, den er wohl auch genossen hat... aber den Hauptgrund sehe ich eher in philosophischen Gedankengängen, die ihn in diese Sackgasse manövriert haben.
Deshalb regt es mich ja auch auf, wenn in irgendwelchen Durchschnittsforen Durchschnittsjugendliche so unqualifiziertes Zeug von sich geben wie "Was für ein Feigling" oder "So ein Schwachkopf."
Die haben keinen Plan davon, in was für finsteren Gedankenwelten man sich verlieren kann... die kennen nur ihre heile Plastikwelt und versuchen, aus dieser heilen Welt heraus Dinge zu erklären, deren wahre Ursachen sie intellektuell wahrscheinlich vollkommen überfordern würden.
Das soll jetzt nicht bedeuten, dass ich Sturmgeists Ansichten allesamt gutheiße ... aber ich möchte doch darum bitten, dass man auch Mördern das Recht zugesteht, eventuell intelligent zu sein und überlegenswerte Gedankengänge zu haben, und sie nicht vorschnell als "debil" oder "geisteskrank" abstempelt, nur weil man ihre Tat nicht nachvollziehen kann.
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Leberkrebs unregistriert
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Original von Hansi
Hey cool, danke @Dian. Endlich is mal ein Abschiedsbrief aufgetaucht und joa, rein von dem was er schreibt, ist er mir sogar noch wesentlich sympathischer als Bastian. Aber diesen Brief würd man natürlich nur höchst selten (oder zusammengekürzt und zweckentfremdet) zu lesen kriegen, wenn man nun nicht explizit danach sucht. Und klar, dass er mit seinem Amoklauf nix erreicht was er wollte ist denke ich klar, aber ich denke irgendwann ist man so am Ende, dass die Sicherung einfach durchbrennt und man den Point of no return erreicht und einfach Amok läuft (oder seine Sachen packt und abhaut
). |
NATÜRLICHE SELEKTION, DAS ÜBERLEBEN DER TAUGLICHSTEN (Endfazit des Abschiedsbrief)
Das findest Du also sympathisch Hansi? Hmmm, hatten wir das nicht schonmal, Leute die das "sympathisch" fanden?
Und wie läuft denn die moderne Realität? Zielen nicht politiker und Arbeitgeber tagtäglich dahin, daß nurnoch die "tauglichen" überleben und alle unproduktiven Schwachen möglichst schnell verrecken? Müsste man bei diesem Fazit / dieser Idee unsere Gesellschaft nicht völlig geil finden?
Dieser Beitrag wurde 1 mal editiert, zum letzten Mal von Leberkrebs am 14.11.2007 22:39.
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Original von Hansi
Nein viel mehr geht es darum, dass er an seinem Leben was geändert hat (oder es halt beendet, ist auch ne Veränderung), weil es ihm auf den Sack ging. Klar hat er Leute erschossen die gar nix dafür können und vllt mit ihm nix zu tun hatten, und? |
Tagtäglich wollen Konzernchefs und Politiker ja auch nur ihr Leben verändern, weil es ihnen auf den Sack geht zu wenig Geld zu haben (bzw. zu wenig geliebt zu werden, was sie durch Macht oder Geld zu kompensieren versuchen) und dann beuten sie Menschen aus, die eventuell garnichts dafür können und auch nichts mit ihren Zielen zu tun haben, und? Denke du weißt worauf ich damit hinaus will.
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| Ich mein, wenn der Ami irakische Zivilisten erschießt, dann kotzt mich das an. Der Ami tut dies nur aus Profitgier und weil er die Macht hat (noch mehr davon will). Man muss den Grund weshalb jemand tötet mit berücksichtigen und ich kann da die Gründe es Amokläufers mehr nachvollziehen als wenn ein Amerikanischer Soldat ein irakisches Kind erschießt. |
Zur Formulierung "Der Ami" sagte ich ja bereits etwas im Chat. Die geht mMn garnicht. Zurück zur Sache:
Glaube kaum, dass es dem einfachen amerikanischen Soldaten im Irak um Macht oder Profit geht, denn er sahnt ja nicht die Millionen ab. Vielmehr kämpfen diese Menschen für etwas an das sie Glauben (sei es die Überlegenheit der westlichen Werte, die Demokratie, Gott, etc...). Genau das macht er ja laut seinem Geschreibsel da auch, es geht angeblich um ein höheres Ziel, um eine Art Revolution um die Durchsetzung der natürlichen Auslese...Daraus schließe ich einfach, dass der Typ keinen Anschluss fand (vllt. weil er gehänselt wurde) und sich dann eine Art persönliche Heilslehre zusammengebastelt hat, für die er dann sich und andere in den Tod bringt. So ne Art Heilslehre basteln sich viele, weil es halt einfach zu schwer ist ohne Halt auf dieser Welt klarzukommen. Unter all diesen Menschen gibt es dann recht viele, die ihre persönliche Heilslehre für die einzig wahre und natürlich die tollste halten, (so wie die Gutmenschen z.b. dian). Schaut man also genauer hin, so gehört er genau zu diesem Schlag Menschen, nur dass seine Lehre eben beinhaltet, dass er noch ein paar Leute abknallt. Andere leben eine solche Selbstüberschätzung eben durch Mobbing oder Gutmenschentum aus.
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Leberkrebs unregistriert
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Ja, die vebreiteste Heilslehre ist zur Zeit wohl der Kapitalismus in unterschiedlichen Formen. Das besonders eklige für MICH daran ist: Obwohl ich das System verabscheue MUSS ich gewissermaßen daran teilnehmen und auch nach möglichst viel Geld streben. Denn in meinen Verhältnissen bedeutet "möglichst viel Geld" das ich Obdachlosigkeit und Hunger vermeide. Es ekelt mich an, andererseits will ich mich nicht in den Tod treiben lassen. Das ist eine schwierige Zwickmühle.
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dian unregistriert
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@ Lovecraft:
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| Was genau ist an diesem unsäglichen Pamphlet fortschrittlich? Wo erhebt er politische Forderungen, oder auch nur anerkennenswerte persönliche? Er ist nichts als ein blanker Faschist! |
Ok, seine Äußerungen, wonach die Starken die geistig schwachen Massen führen sollen, stinken definitiv nach Faschismus. Das ist ja auch genau der Teil, dem ich NICHT zustimme.
Aber wenn er von Freiheit spricht, und von seinem Hass auf ein System, "welches nicht nur die Mehrheit der willensschwachen Massen versklavt, sondern auch die kleine Minderheit der intelligenten, willensstarken Individuen", dann kann ich das schon sehr gut nachempfinden.
Hätte er sich nicht umgebracht und stattdessen noch ein paar Jahre ausgehalten und sein Weltbild weiterentwickelt, wäre er vielleicht auch noch von dem sozialdarwinistischen Quatsch weggekommen. Wer weiß das schon.
"Blanker Faschismus" ist jedenfalls was anderes.
Faschismus bedeutet irgendwo auch, es gut zu finden, dass es dumme Massen gibt, die man für einen höheren Zweck manipulieren kann. Ich glaube nicht, dass er es gut fand, dass die Masse so dumm und manipulierbar ist.
Jedenfalls lese ich aus seinem Brief heraus, dass er an dieser Tatsache eher ein bisschen verzweifelt ist, als dass es ihm wie ein erstrebenswerter Zustand erschienen wäre.
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