Arne Kroger unregistriert
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Ich selber würde mich da eher der mehr oder minder versteckt von @Lonewolf angebrachten These anschließen, dass am Anfang einer Gesellschaft, in der das Individuum wieder größere Gestaltungsmöglichkeiten für sich selbst autonom wählen kann als bislang, die Abschaffung des Eigentums an Produktionsmitteln stehen muss. Diesbezüglich hat @Lonewolf btw einen interessanten Link für Radfahrer im Bereich sonstiges angegeben, der schon in die richtige Richtung geht.
Aber auch dies wäre nur ein Anfang und setzt voraus, dass die dort tätigen Menschen sich ggf. auch mit geringeren Einkommen begnügen und ihren Lebensstandard reduzieren.
Wir haben vergleichbare Verhältnisse in Argentinien gehabt, wo dies häufiger stattfand, nachdem die Währung des Landes zusammenbrach. Aber auch hier bezog sich der alternative Wirtschaftskreislauf zuerst nur auf bereits vorhandene und somit tauschbare Waren, nicht auf die neu zu produzierenden.
Meine eigene Erfahrung ist da auch eher negativ, da ich die Situation kenne, als mein alter Arbeitgeber, der Deutsche Orden, zahlungsunfähig wurde und ich auch schon von der Besetzung des Heimes träumte und ggf. sogar schon von Teilen der Mitarbeitervertretung (=Betriebsräte in kirchlichen Betrieben) Genossenschaftmodelle diskutiert wurden.
Der Großteil der völlig phlegmatischen und verwöhnten westlichen Wohlstandsbalgen, die sich Erzieher u.ä. nennen, hatte natürlich kein Interesse, dafür evtl. auch mal nur die geringste Initiative zu entwickeln, wenn doch so praktische andere Großkonzerne wie Diakonie und Caritas zur Übernahme zur Verfügung stehen könnten, die ein braves vor sich hinschlummern zu den gewohnten prallen Öffentlichen-Dienst-Bezügen möglich machen würden.
Will sagen:
Solange wir uns nicht einig sind, dass das über die ökonomischen Verhältnisse nur zu erreichen ist und solange die Bildung in wirtschaftlichen Bereichen in den meisten Staaten unter aller Sau ist, wird sich da sowieso nix tun (Ist nunmal selten, dass jemand gleichzeitig Erzieher und Bankkaufmann ist, leider).
Bevor man nun der Menschheit allgemein die Unfähigkeit zuspricht, nix regeln zu können, ist der Ansatzpunkt immer noch die Bildung, die allerdings ausschließlich von den Herrschenden verwaltet wird oder maximal noch der ein oder andere hilflose Versuch bildungsbürgerlicher Schichten mit unverständlichem Kauderwelsch die Lust der Betroffenen an Eigengestaltung des eigenen Lebens noch zu vermiesen.
(Was nicht heißen soll, @Lonewolf, dass der o.g. Link zum Postanarchismus nicht okay ist, dient aber nur zur internen Diskussion und schafft keine breitere Wirkung, und wenn man innere Zirkel hat, die sich als Avantgarde begreifen, hat man schon wieder Machtstrukturen, die das o.g. Ziel leider ausschließen.)
Da reagiert der Kapitalismus schneller und bietet auf einmal Menschen wie mir die Möglichkeiten an, selber als frei gestaltender Heimleiter in meinen eigenen vier Wänden durch Aufnahme von zu betreuenden Personen tätig zu werden bzw. über die Angebote von an sich sehr gut vergüteten Maßnahmen im betreuten Wohnen, diejenigen wie mich zu korrumpieren, damit wir uns selber als Unternehmer auf das kapitalistische Modell einlassen.
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