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arbeit macht krank - reloaded
19.04.2008 00:49 |
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ich mache mir gerade gedanken über arnes text.
im gespräch mit einem kumpel sagte ich:
"ich kann es schon verstehen, wenn die leute vor der wahl stehen, von hartz IV zu leben oder sich z.b. bei einer dieser zeitarbeiterfirmen kaputt zu ackern wegen dem kapitalistischem system und dabei maximal genauso viel verdienen wie mit sozialhilfe - auch wenn ich recht verständnislos da stehe, wenn ich demotiviert hinter der kasse stehe und einem arbeitslosen kippen verkaufe."
ich bin da echt im zwiespalt.
einerseits kann ich es nicht leiden, wenn ich selbst ackere und aufgrund meiner psyche dabei ziemlich leide.
andererseits denke ich, ich bin selbst schuld wenn ich auf das psycho-gelaber höre, wo die ganzen leute ständig von ihrer tollen arbeit reden.
unterstützt wird zweiteres davon, dass wir dieses kapitalistische system vor unseren augen haben. ich habs selbst gemerkt, als ich mal ein paar tage in einer wendeln-fabrik gearbeitet habe.
wir sehen zu, wie irgendwelche leute, die in ihrem schicksal unglaublich viel glück gehabt haben müssen, erfolg haben und sich ihr leben leicht machen, und wir denken uns..frech gewinnt.
doch haben wir hier den amerikanischen traum? könnten wir reich werden, wenn wir mit einer drecksarbeit anfangen und irgendwann aufsteigen? würden uns diese reichen bosse überhaupt lassen?
irgendwo denk ich mir, mit deutschland muss etwas nicht in ordnung sein.
ich fang irgendwo nach zig jahren in der schule eine arbeit an und weiß jetzt schon, dass ich 1.) genau nach den mietpreisen schauen und jeden euro zweimal umdrehen muss und 2.) meine rente niedrig genug ausfallen wird um nicht davon leben zu können.
ich schalte die glotze ein und sehe auf kabel1 irgendeine merkwürdige show, wo auswanderer davon erzählen, wie stolz sie sind, den schritt gewagt zu haben, deutschland zu verlassen und ihre arbeit im ausland fortzuführen. sie würden ja soviel mehr verdienen (menschengerecht eben!) und könnten sich nun sogar ein eigenes haus leisten.
sollte es tatsächlich soetwas wie die deutsche mentalität geben, die bildlich gesprochen ein arbeitshetzer ist? irgendwie fällt es mir schwer, daran zu glauben. auch wenn man sagt, griechen sind besonders gastfreundlich, brasilianer besonders offen und so weiter.. menschen sind allgemein sehr verschieden.
ich sage: lasst die soziale schere bis zum maximum ausscheren, lasst uns einen aufstand starten. nehmt den reichen ihr geld, und sie sind auch nur menschen wie du und ich - bloß ohne ihr ego.
und ich denke: aber erst austrinken.
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Arne Kroger unregistriert
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Was erst austrinken?
Ich wüsste jetzt niemanden außer den Albrechtbrüdern, die sich aber vollkommen aus der Öffentlichkeit raushalten, die in Deutschland zu den Superreichen gehören, die nicht schon zu Nazizeiten diese Position innehatten.
Das kapitalistische System verteidigt sich mit Gewalt. Mit Gewalt ist die deutsche Bourgeoisie an ihre Macht gekommen und damit wird sie sie auch verteidigen. Für Pleitebanken ist immer Geld da, damit die Aktionäre nicht mal auf etwas verzichten müssen, für die Bevölkerung, die darunter leidet, die arbeitslos wird etc. ist nix da.
Und in Deutschland wird genauso schlecht bzw. genauso gut gearbeitet wie in anderen Staaten auch, eher schlechter, wenn ich mir anschaue, dass SIEMENS nur noch per Korruption seine Aufträge bekommt.
Allerdings sind andere Nationen eben weniger Nazihaft als die Deutschen und auch etwas gebildeter, denn die trauen sich, auszuwandern, wenn es ihren Lebensstandard steigert. Das sind in der BRD nur die wenigstens, die das mal machen.
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Leberkrebs unregistriert
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@ Arne
Zum Auswandern musst Du erstmal ne Menge Geld haben. Man braucht erstmal 2-3Monate sich in dem neuen Land einzuleben. Und dann ist es auch nicht so, das man als Ausländer dort sofort Arbeit hat. Besonders wegen der Sprachschwierigkeiten. Diese ganzen "Glückliche Auswanderer" - Soaps sind die nächste Verdummungswelle fürs Volk. Damit wird nur wieder ein Totschlagargument geschaffen: "Dir passt Deutschland nicht, dann wander eben aus!" Damit können die Verantwortlichen wieder jede Forderung zurückweisen.
@ quaid
Ja, es gibt jede Menge Arbeitshetzer in Deutschland. Sogar eine Kumpel-Freundin von mir kam auf den Trichter mir die Freundschaft zu kündigen, aus dem einzigen Grund weil ich ihr vorgerechnet habe das Arbeit für mich keinen Sinn macht, das ich nicht umsonst arbeiten will.
Die Frau hält sich obendrein für eine stramme überzeugte Grüne.
Hey, das sind doch die Spielregeln der Liberalen: Angebot und Nachfrage!
Auf dem Arbeitsmarkt werden mir beschissene Jobs mit noch beschisseneren Löhnen angeboten. Also habe ICH keine Nachfrage nach diesem Angebot. Mit welchem Recht greift der Staat in den Arbeitsmarkt jetzt ein und ZWINGT mich zu arbeiten? (Oder möchte mich gern zwingen?) Sonst heisst es immer: Der Staat darf nicht eingreifen!
Ja nee, is klar: Der Staat soll immer DANN eingreifen, Wenn Bonzen, Bänker, Arbeitgeber das wünschen. Wer nicht zu diesen Gruppen gehört, hat gefälligst vom Staat nix zu verlangen. Du bist Deutschland!
Dieser Beitrag wurde 1 mal editiert, zum letzten Mal von Leberkrebs am 19.04.2008 17:51.
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Arne Kroger unregistriert
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Also, zum Auswandern:
Das kommt in Betracht für die Menschen, die entweder mal Glück hatten und einige Sprachen können, die man normalerweise nicht an deutschen Schulen lernt. Da lernt man nämlich weiterhin Sprachen, die man nun wirklich nicht gebrauchen kann, wenn man im Arbeitsleben was machen will. Englisch und Französisch sind nicht gerade Sprachen, die in Staaten gesprochen werden, wo dringlichst Arbeitskräfte gebraucht werden.
Das geht zwar alles, aber das ist eben sehr kostenintensiv, die Sprachen nachzuholen und das wird selten bezahlt von den Agenturen.
Und die Staaten selber holen nur die Berufe (und finanzieren dann auch alles wie z.B. Norwegen), die sie brauchen. Da wäre ich auch schon lange gelandet, wenn da nicht die Zigaretten ca. 8 € umgerechnet kosten würden.
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Leberkrebs unregistriert
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Irland könnte noch ne Idee zum Auswandern sein, da kommt man sogar mit Englisch erstmal halbwegs durch. Alerdings sollte man sich mit weniger als 20 Sommertagen im Jahr anfreunden können. (Definition "Sommertag" = Höchsttemperatur ab 25°)
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Arne Kroger unregistriert
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Irland ist mir zu katholisch.
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Leberkrebs unregistriert
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Irland hat aber immernoch eine starke Arbeiterbewegung und deutlich höhere Kaufkraft verglichen mit Deutschland. Auch Mindestlöhne von 9€ für UNGELERNTE (mit Gesellenbrief gibts schon mehr) wenn ich mich jetzt grad nicht vertue.
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Arne Kroger unregistriert
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Ja nu, in welchem Land ist es nicht besser als in Deutschland. Das ist keine große Kunst, solange es westlich oder nördlich von Deutschland liegt.
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Leberkrebs unregistriert
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vor allem ist Irland so ein Land, wo sofort die Scheisse kocht wenn da sowas wie Angela Merkel irgendwie zu regieren anfinge.
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Hansi unregistriert
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In welchem Zusammenhang stehen Rentner mit der CDU? Das hab ich immer noch nicht verstanden, ausser man bedient sich abgedroschener Klischees. Um ein Thema was wir mal im Chat hatten aufzugreifen: Im Osten von Deutschland hat die Linkspartei immer weit die Nase vorn (@Arne kann ja die Quellen dazu liefern). Und rate mal wer die da wählt!?! Richtig! Ganz viele Rentner. Davon gibts gerade in den kleinen ländlichen (und davon gibts im Osten verdammt viele) Gegenden nämlich sehr, sehr viele, da es die Jüngeren in die weite Welt zieht *miraneigenenasepack*. Und trotz der älteren Bevölkerung gewinnt die Linkspartei dort die meisten Wahlen. Das geht natürlich auf alte SED Zeiten zurück, ist aber wieder ein anderes Thema. Lediglich deine Brille alle Rentner wählen CDU hab ich dir hoffentlich abgenommen.
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Arne Kroger unregistriert
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Im Osten sind eben die Rentner die vernünftigen, allerdings haben die ja auch keine Ahnung, was sie mit ihrer Macht als Wähler anfangen sollen.
Die Linke im Osten ist eine ziemlich reformistische Partei, die meisten Linken kommen aus den westdeutschen Kreisverbänden.
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Hansi unregistriert
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Ahja, im Osten sind die Rentner also vernünftig, im Westen Scheiße, aber ansonsten die restlichen Menschen natürlich genau anders herum verteilt. @Arne teilt die Welt ein und die Welt scheint noch verrückter zu werden.
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Eastwood unregistriert
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Ich glaube nicht, dass sie ernshaft daran glaubt, dass Sie das Land reagiert.
Sie muss sagen, was sie sagen muss. Nicht mehr und nicht weniger. Und schätze, dass die Art wie sie ihre auswendig gelernte Reden vorträgt, bei vielen weder das Gefühl von Glaubwürdigkeit noch von Symphtie erzeugen.
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Leberkrebs unregistriert
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Leider bei zuvielen. 35% wählen noch CDU, von der gesamten Wahlbevölkerung. Daraus sind 5% Besserverdiener, 25% verkalkte Rentner und 5% Vollidioten.
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Leberkrebs unregistriert
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Das beweist sogar meine These Hansi. Es wird bevorzugt gewählt, was man als Zuchtverhalten von den Eltern gelernt hat. Jedenfalls ist das bei Rentner so. Und die Rentner im Osten sind eben gewöhnt, Sozialismus zu wählen, also Linkspartei. Im Rheinland sind dagegen die Rentner immernoch an Konrad Adenauer gewöhnt, also hier CDU. Und dieses Verhalten passiert in beiden Fällen fast ohne Nachdenken. Die Statistik WER CDU wählt, gibt es übrigens aus Umfragen, aufgeschlüsselt nach Lebensalter. Und da sind nunmal Personen ab 50 weit vorne bei CDU.
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