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Zum Ende der Seite springen Aufruf zu Protesten im Internet soll als Bildung einer kriminellen Vereinigung bestraft werden  
Beiträge zu diesem Thema Autor Datum
 Aufruf zu Protesten im Internet soll als Bildung einer kriminellen Vereinigung bestraft werden Lonewolf 14.04.2012 14:12
 Repression gegen CNT Runyu 27.04.2012 21:39

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Lonewolf



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Aufruf zu Protesten im Internet soll als Bildung einer kriminellen Vereinigung bestraft werden 14.04.2012 14:12 Diesen Beitrag einem Moderator melden Zum Anfang der Seite springen

Spaniens Herrschende demonstrieren, mit welchen Mitteln sich Staat und Kapital über die Krise hinweg zu retten versuchen:

http://www.heise.de/tp/artikel/36/36751/1.html

Aufruf zu Protesten im Internet soll als Bildung einer kriminellen Vereinigung bestraft werden

Florian Rötzer 12.04.2012

Spaniens rechte Regierung rüstet gegen Proteste auf und will mit drastischen Verschärfungen des Strafgesetzes für Ruhe sorgen, selbst passiver Widerstand soll als Angriff auf die Staatsgewalt geahndet werden

In der spanischen Regierung scheint die Angst umzugehen. Die rechte PP, die ihre Verbindung zur Franco-Zeit noch nicht aufgelöst hat, setzt harte Sparmaßnahmen um, die wie so oft besonders die Mittelschicht und die sozial Schwächeren belasten. Der Unmut mit der Regierung, die erst ein paar Monate im Amt ist, wächst, was auch die letzten Wahlen in Andalusien und Asturien gezeigt haben (Vereinte Linke verhindert rechten Durchmarsch in Spanien[1]).

ÿDie Arbeitslosigkeit steigt, besonders unter den jungen Menschen, die noch zu Zehntausenden unter der sozialistischen Regierung begonnen haben, ihre Empörung durch Stadtplatzbesetzungen zu zeigen. Auch nach dem massiven Generalstreik[2] und Protesten von Schülern (Kinder als "Feinde" der spanischen Polizei[3]) kann die rechte Regierung davon ausgehen, dass Demonstrationen und andere Protestformen zunehmen werden, wenn das Land durch die Sparmaßnahmen weiter in die Verschuldung und eine Wirtschaftskrise abrutscht. Für den 12. Mai rufen die Empörten (M-15) zu Massenprotesten in zahlreichen spanischen Städten auf. Am 15. Mai 2011 war die Bewegung der Empörten, der [http://www.heise.de/tp/blogs/8/149848 Jugend "ohne Job, ohne Wohnung, ohne Pension und ohne Angst"] entstanden, hat "wirkliche Demokratie" eingefordert und lange den Platz La Puerta del Sol in Madrid besetzt.

Der spanische Innenminister Jorge Fernandez Diaz[4], der wie andere Minister der Regierung Mitglied der Vatikansekte Opus Dei[5] sein soll, kündigte[6] im Parlament am Mittwoch eine Reform der Strafgesetzgebung an. Ziel ist es, diejenigen strafrechtlich verfolgen zu können, die im Internet oder anderen Medien zu Protesten aufrufen[7], die wie beim Generalstreik in Barcelona[8] am 29. März "ernsthaft den öffentlichen Frieden stören". Das soll künftig als Bildung einer kriminellen Vereinigung gelten. In Barcelona war es zu heftigen Auseinandersetzungen zwischen Polizisten und Demonstranten und zu Beschädigung von Banken und der Börse gekommen.

Als Mindeststrafe will Diaz zwei Jahre Gefängnishaft durchsetzen. Man habe solche Aufrufe in Barcelona und anderen Städten gesehen und juristisch nicht angemessen darauf reagieren können. Treffen soll es Personen, die sich verabreden, koordinierte und gewalttätige Straßenproteste oder Angriffe auf Sicherheitskräfte, andere Bürger oder städtische Einrichtungen zu provozieren. Der Innenminister bezeichnete die Teilnahme an vandalischen Akten als "Straßenterrorismus". Die schärferen Maßnahmen seien notwendig[9], um die "Spirale der Gewalt" zu bekämpfen, die "Antisystem-Kollektive" mit Techniken der "Stadtguerilla" erreichen wollen. Der Staatsanwaltschaft könnte es möglich sein, so kommentieren Medien, Menschen, die verdächtigt werden, zu Protesten aufzurufen, präventiv festzunehmen.

Die Regierung versucht, die zu erwartenden Proteste zu kriminalisieren und die Menschen, selbst wenn sie nur im Internet oder auf sozialen Netzwerken zu Protesten aufrufen, durch harte Strafen abzuschrecken. Dazu passt, dass schon passiver Widerstand als Angriff auf die Staatsgewalt gelten soll. Das zielt direkt auf die Bewegung der Empörten. Belangt werden könnten damit alle, die an nicht genehmigten Protesten oder Aktionen teilnehmen, weil dies schon als Angriff auf die Staatsgewalt gewertet wird.

Und strafrechtlich verfolgt soll nicht nur das Werfen von gefährlichen Gegenständen werden, sondern auch schon Drohungen und einschüchternde Verhaltensweisen, also höchst dehnbare "Tatbestände". Als Störung der öffentlichen Ordnung soll auch das Eindringen in öffentliche Gebäude sowie eine Blockade des Zugangs zu ihnen gehören. Verantwortlich sollen die vandalisierenden Demonstranten nicht nur für die Schäden gemacht werden, die sie in den Gebäuden anrichten, sondern auch für alle diejenigen, die als Folge einer Störung eines öffentlichen Dienstes beispielsweise im öffentlichen Transport entstehen.

In Kommentaren wird die Regierung bezichtigt, damit in die Zeiten der Franco-Diktatur zurückzugehen oder eine neue Diktatur, einen Polizeistaat einzurichten. Die Aufregung ist hoch. Man fragt sich, was die Regierung machen will, wenn wieder Zehntausende auf die Straßen gehen.

Anhang

Links
[1]

http://www.heise.de/tp/blogs/8/151689
[2]

http://www.heise.de/tp/artikel/36/36681/1.html
[3]

http://www.heise.de/tp/blogs/8/151480
[4]

http://www.interior.gob.es/
[5]

http://www.heise.de/tp/artikel/36/36143/1.html
[6]

http://politica.elpais.com/politica/2012...016_538948.html
[7]

http://politica.elpais.com/politica/2012...016_538948.html
[8]

http://ccaa.elpais.com/ccaa/2012/03/29/c...115_944370.html
[9]

http://www.publico.es/espana/429127/conv...-de-pena-minima

The Loathsome mask has fallen the man remains
Sceptreless, free, uncircumscribed, but man
Equal, unclassed, tribless and nationless,
Exempt from awe, worship, degree, the king,
Over himself, just, gentle, wise.

Percy Bysshe Shelley


Indessen ist das gerade wieder der Vorzug der neuen Richtung, dass wir nicht dogmatisch die Welt antizipieren, sondern erst aus der Kritik der alten Welt die neue finden wollen. Karl Marx
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Runyu

Mensch

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Repression gegen CNT 27.04.2012 21:39 Diesen Beitrag einem Moderator melden Zum Anfang der Seite springen

Mit Angst, Sorge, Hoffnung und Wut sehen wir in diesen Tagen nach Spanien.
Nach dem Generalstreik, der sich gegen die arbeiterInnenfeindlichen Reformen wendet hagelt es jetzt Verhaftungen und neue Repressionsgesetze. Dabei sind die Vorwürfe gegen Inhaftierte teilweise so lächerlich, dass es für jeden ersichtlich wird um was es wirklich geht. Der soziale und politische Protest soll durch Angst und Schrecken verhindert werden um ungestört die Schuldenkrise managen zu können. Dabei bleiben selbst die minimalsten Grundrechte (z.B. Versammlungsfreiheit) auf der Strecke.
Eine anarchosyndikalistische Gewerkschaftlerin (CGT) wurde angeblich wegen Brandstiftung verhaftet. Der Brandstiftung eines Pappkartons! Der Karton, gefüllt mit Banknoten-Imitaten war am Tag des Generalstreiks im Rahmen einer symbolischen und angekündigten Aktion auf dem Bürgersteig gegenüber der Börse von Barcelona von mehreren AktivistInnen der CGT in Brand gesteckt worden.
Tatsächlich geht es dabei wohl darum die beiden anarchosyndikalistischen Gewerkschaften CNT und CGT zu verfolgen. Das geben die Politiker der regierenden Franco-Nachfolgerpartei auch offen zu. Der katalanische Innenminister kündigte an CNT und CGT von nun an gezielt juristisch zu verfolgen. Künftig soll man deshalb schon bei der Blockade eines Platzes (wie es die Occupy-Bewegung mit ihren Camps auch in Deutschland tut) wegen Störung der öffentlichen Ordnung haftbar sein. Des weiteren werden alle Anmelder, Aufrufende Organisationen und Bewerber (z.B. bei twitter, facebook, usw) einer Demonstration für dort evt. begangene Straftaten haftbar gemacht. Als Demo-Anmelder steht man daher bald mit halbem Bein im Knast. Randale auf Demos wird nach den neuen Gesetzen als Terrorismus eingestuft. Und das Teilen eines Links (Aufruf zu Demonstration oder Streik) auf Facebook kann plötzlich zu einer Anklage wegen Unterstützung terroristischer Vereinigungen führen. Dies ist ein schwerer Verstoß gegen das Versammlungsrecht, da es die Bürger durch Abschreckung massiv an der Kundgabe ihrer politischen Meinung und der Wahrnehmung ihrer Grundrechte hindert. Das ist Terror im ursprünglichen Wortsinn und erinnert unangenehm an die faschistische Diktatur Francos, die von Spanien nie offiziell aufgearbeitet wurde. Kein Wunder, denn die regierende nationalkonservative Partei wurde von führenden Anhängern Froncos nach dessen Tod gegründet.
Verschließt nicht die Augen vor Europas Rechtsruck und dem Abbau elementarer Bürger- und Arbeitsrechte!
Solidarität für die gefangenen Sreikende, Anarchisten und Gewerkschaftler!

www.krisenblog.org/archives/62-M29-Orga-...inhaftiert.html

www.fau.org/artikel/art_120412-112110

In unseren Herzen wächst eine neue Welt. Jetzt in diesem Moment, während ich mit Ihnen rede.
- Durruti
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