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Von mir aus kann jeder Deutschland lieben und stolz darauf sein oder Nazis hassen, Nazifirmen oder jüdische Firmen boykottieren, etc, das ist seine Sache, aber wenn irgendein Mob meint, dass man Menschen aufgrund seines Geschlechtes, seiner Abstammung, seiner Rasse, seiner Sprache, seiner Heimat und Herkunft, seines Glaubens, seiner religiösen oder politischen Anschauungen am Studieren hindern sollte, dann hört der Spass auf.
Ich habe eben keine "Wischi-Waschi-Toleranz", deswegen bin ich gegen den Scheiss der Antifa.
Und ja Arne, das gilt auch für Christen und Kreationisten. Wenn Wissenschaflter anfangen sollten die mit Farbbeuteln in der Uni zu bewerfen, um sie am studieren zu hindern, dann gehören die genauso gestoppt wie die Antifa, sowas hilft nicht, dass ist nur ein Bärendienst.
Was hilft ist (ideologiefreie!) Bildung bezüglich Sprache, Argumentationen, Logik, Psychologie, Geschichte etc.
Es ist so verdammt austauschbar, was du von dir gibst, Lonewolf:
Wer antifaschistische oder kommunistische Ideologien annimmt, tut dies aus bestimmten Wertvorstellungen heraus. Die bekommt man nicht durch Diskussion aus ihm raus, und leider wird es immer dieses Potential an Hetzern und Verirrten geben - die Frage kann nur sein, wie ich effektiv verhindere, dass sie Schaden anrichten. Sie daran zu hindern,Karriere zu machen, ist schon mal ein guter Ansatz.
Was brave Dmokraten nicht verstehen mögen ist, dass eine Auseinandersetzung mit Kommunisten immer in Gewalt münden wird - es ist bloß die Frage, wann und in welchem Ausmaß. Und da ist mir die Auseinandersetzung auf der Straße lieber als der Kampf gegen eine bedeutsam gewordene politische Bewegung, die sich durch den Kampf in den Parlamenten und Hörsälen zu einer wirklichen Bedrohung entwickelt hat, weil "tolerante" demokratische Mitmenschen leider nicht rechtzeitig an ihrer eigenen Scheinheiligkeit erstickt sind.
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"Do you believe in free will?" "I have no choice."
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@Xoc: Dass sich mit dir keine sinnvollen Debatten zu dem Thema führen lassen, hast du mehrfach eindrucksvoll bewiesen. Wie Arne schon sagte: Wischiwaschi-Toleranz par excellence. Wer Gewalt gegen Rassisten mit rassistischer Gewalt gleichsetzt, dem kann ich auch nicht mehr helfen. Übrigens bin ich auch der letzte, der Menschen wegen ihrer politischen Meinung am Studieren oder an sonstwas hindern würde. Aber Faschismus ist nunmal keine Meinung, sondern ein Verbrechen - manchmal sind die Dinge tatsächlich so einfach.
"Ideologiefreiheit", ich lach mich kaputt
Du bist hier das beste Beispiel für bürgerlich-ideologische Verblendung, die ihren "demokratischen" Toleranzkonsens gegen alle "Extreme" verteidigen will. Wenn du wirklich mal lernen willst, wie Ideologie-Kritik sinnvoll angebracht wird, empfehle ich mal einen Blick auf die Links zu werfen die ich gepostet habe. Aber das wirst du ohnehin nicht tun, also belassen wir es dabei.
P.s. Hinsichtlich der Farbbeutel-Attacke stimmt es wohl leider, dass die nicht viel geholfen hat. Aber das ist kein Argument gegen zuviel, sondern höchstens eines gegen zuwenig Militanz.
Ach ja, es gibt in der rechten Szene sogar einen gängigen Terminus für Leute wie dich: Toleranztrottel. Womit der Menschenschlag treffend bezeichnet wäre ,der dem Kampf gegen Rechts mit seinen naiv-demokratischen Vorstellungen tatsächlich einen Bärendienst erweist.
The Loathsome mask has fallen the man remains
Sceptreless, free, uncircumscribed, but man
Equal, unclassed, tribless and nationless,
Exempt from awe, worship, degree, the king,
Over himself, just, gentle, wise.
Percy Bysshe Shelley
Indessen ist das gerade wieder der Vorzug der neuen Richtung, dass wir nicht dogmatisch die Welt antizipieren, sondern erst aus der Kritik der alten Welt die neue finden wollen. Karl Marx
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Ja, ich toleriere es tatsächlich, wenn Leute von ihrem guten Recht, z.B. zu studieren, gebrauch machen. Schlimm, nicht?
Ich verstehe allerdings nicht, was an der Toleranz "Wischiwaschi" ist, ich kann klar sagen, was ich toleriere und was nicht.
Und ob die rechte Szene für mich einen Terminus hat oder nicht ist mir reichlich egal, ich richte meine Ansichten nicht danach ob sie Rechten Miss- oder Gefallen, das überlasse ich gerne dir.
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"Do you believe in free will?" "I have no choice."
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Aus demokratischer Perspektive, die ich mal kurzfristig annehmen will, ist wischiwaschi-Toleranz eine durchaus treffende Umschreibung für die Akzeptanz von Bestrebungen, die eben jenes Recht auf individuelle Entfaltung aufzuheben trachten, die man eigentlich in Schutz nehmen will. Eine solche Toleranz zersetzt sich langfristig selbst und ist nur solange durchzuhalten, wie sich das feindliche Gegenüber völlig selbstständig marginalisiert.
Ansonsten merkt man dir halt den Naturwissenschaftler an, der seinen platten Positivismus auf den Bereich der Gesellschaftstheorie übertragen will und damit gründlich auf die Schnauze fliegt. Politische und gesellschaftliche Theorie ist niemals "ideologiefrei", sondern fußt in letzter Konsequenz auf einem normativen Glaubensbekenntnis bzw. einem Werturteil. Deine humanistischen Vorstellungen von "ideologiefreier" Bildung fußen noch auf einem überholten Aufklärungsideal, das noch an eine objektiv bestimmbare "vernünftige" Gesellschaft glaubte, und auch heute leider noch in vielen Köpfen vorherrscht.
Hieraus erklärt sich auch die schon genannte Hilflosigkeit, wenn man merkt dass die Führung eines demokratischen Diskurses eben von einer gemeinsamen Übereinkunft abhängt, die man bei nicht vereinbaren politischen Wertvorstellungen nunmal nicht vorliegen hat.
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Indessen ist das gerade wieder der Vorzug der neuen Richtung, dass wir nicht dogmatisch die Welt antizipieren, sondern erst aus der Kritik der alten Welt die neue finden wollen. Karl Marx
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Original von Lonewolf
Aus demokratischer Perspektive, die ich mal kurzfristig annehmen will, ist wischiwaschi-Toleranz eine durchaus treffende Umschreibung für die Akzeptanz von Bestrebungen, die eben jenes Recht auf individuelle Entfaltung aufzuheben trachten, die man eigentlich in Schutz nehmen will. Eine solche Toleranz zersetzt sich langfristig selbst und ist nur solange durchzuhalten, wie sich das feindliche Gegenüber völlig selbstständig marginalisiert.
Ansonsten merkt man dir halt den Naturwissenschaftler an, der seinen platten Positivismus auf den Bereich der Gesellschaftstheorie übertragen will und damit gründlich auf die Schnauze fliegt. Politische und gesellschaftliche Theorie ist niemals "ideologiefrei", sondern fußt in letzter Konsequenz auf einem normativen Glaubensbekenntnis bzw. einem Werturteil. Deine humanistischen Vorstellungen von "ideologiefreier" Bildung fußen noch auf einem überholten Aufklärungsideal, das noch an eine objektiv bestimmbare "vernünftige" Gesellschaft glaubte, und auch heute leider noch in vielen Köpfen vorherrscht.
Hieraus erklärt sich auch die schon genannte Hilflosigkeit, wenn man merkt dass die Führung eines demokratischen Diskurses eben von einer gemeinsamen Übereinkunft abhängt, die man bei nicht vereinbaren politischen Wertvorstellungen nunmal nicht vorliegen hat. |
Nun, ich für meinen Teil habe das Gefühl, da schwingen sehr viel Vorurteile mit. Ich werde mich nicht weiter in das Gespräch einmischen, das bleibt Xoc, Wave und dir überlassen, aber ich habe eine Frage:
Inwiefern rechtfertigst du, das deine eigene "linke" Ideologie soviel "richtiger" ist als die eines Faschisten, inwiefern beurteilst du sie objektiv richtig. Ist es nur ein vorhandene Ideal, das dich dazu bringt, Faschismus zu hassen, oder hat es gute andere Gründe? (Ich behalte meine eigene Vorstellung jetzt einmal im Hintergrund)
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Original von porcupine
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Original von Lonewolf
Aus demokratischer Perspektive, die ich mal kurzfristig annehmen will, ist wischiwaschi-Toleranz eine durchaus treffende Umschreibung für die Akzeptanz von Bestrebungen, die eben jenes Recht auf individuelle Entfaltung aufzuheben trachten, die man eigentlich in Schutz nehmen will. Eine solche Toleranz zersetzt sich langfristig selbst und ist nur solange durchzuhalten, wie sich das feindliche Gegenüber völlig selbstständig marginalisiert.
Ansonsten merkt man dir halt den Naturwissenschaftler an, der seinen platten Positivismus auf den Bereich der Gesellschaftstheorie übertragen will und damit gründlich auf die Schnauze fliegt. Politische und gesellschaftliche Theorie ist niemals "ideologiefrei", sondern fußt in letzter Konsequenz auf einem normativen Glaubensbekenntnis bzw. einem Werturteil. Deine humanistischen Vorstellungen von "ideologiefreier" Bildung fußen noch auf einem überholten Aufklärungsideal, das noch an eine objektiv bestimmbare "vernünftige" Gesellschaft glaubte, und auch heute leider noch in vielen Köpfen vorherrscht.
Hieraus erklärt sich auch die schon genannte Hilflosigkeit, wenn man merkt dass die Führung eines demokratischen Diskurses eben von einer gemeinsamen Übereinkunft abhängt, die man bei nicht vereinbaren politischen Wertvorstellungen nunmal nicht vorliegen hat. |
Nun, ich für meinen Teil habe das Gefühl, da schwingen sehr viel Vorurteile mit. Ich werde mich nicht weiter in das Gespräch einmischen, das bleibt Xoc, Wave und dir überlassen, aber ich habe eine Frage:
Inwiefern rechtfertigst du, das deine eigene "linke" Ideologie soviel "richtiger" ist als die eines Faschisten, inwiefern beurteilst du sie objektiv richtig. Ist es nur ein vorhandene Ideal, das dich dazu bringt, Faschismus zu hassen, oder hat es gute andere Gründe? (Ich behalte meine eigene Vorstellung jetzt einmal im Hintergrund) |
Nun, den Vorwürfe des Vorurteils kann ich nur sagen, dass Xoc mir hier eben rein gar nichts bietet, an dem man eine Diskussion zum Thema der politischen Theorie und Ideologiekritik aufziehen könnte - alles was kommt, ist stumpfsinnige links-rechts-Gleichsetzung, Beliebigkeitsfloskeln und eine selbstgefällige, unkritische Trennung in "ideologisch-ideologiefrei". Damit kann man vllt. beim Verfassungschutz anheuern, zu einer Erkenntnis über politische Bewegungen im Kontext eines kritischen Gesellschaftsbegriffs kommt man damit nicht.
Zur Beurteilung der eigenen Position: DIe Frage nach der "Objektivität" ist etwas kompliziert. Wie ich schon weiter oben geschrieben habe, kann es imho in der Politik letztlich nicht um Wahrheitsfindung gehen - die politische Entscheidung ist immer die Frage nach der Art und Weise, welche Art des gesellschaftlichen Zusammenlebens man für richtig befindet. Wie wir miteinander leben wollen, ist immer mehr Bekenntnis als Erkenntnis.
Das heißt NICHT, dass man etwa aufhören soll nach guten, begründbaren und mitteilbaren Argumenten für die eigene Vorstellung zu suchen, bloß muss man eben einsehen, dass manche Positionen schlicht und ergeifend niemals vereinbar sein werden, da man immer an Wertsetzungen stoßen wird, die nicht absolut begründbar sind (z.B. der Wert des menschlichen Lebens).
Soll heißen, das Postulat eines Carl Schmitt (immerhin ein Anhänger der Gegenseite!), dass die Kategorien des Politischen sich auf die Dichotomie "Freund-Feind" beschränken, und nicht etwa in ethischen bzw. "wahren" Einsichten gründen, hat zumindest einen wahren Kern.
Die Unfähigkeit, den Feind zu erkennen und ihm entsprechend zu begegnen, ist in diesem Kontext der erste Schritt in den eigenen politischen Untergang.
Natürlich kann man versuchen, eine Ideologie zu enttarnen bzw. zu wiederlegen. Der Antisemitismus fußt z.b. auf zutiefst irrationalen Grundlagen, die man psychologisch zerpflücken kann (siehe "Elemente des Antisemitismus" in der Dialektik der Aufklärung). Allerdings beseitigt die objektive Wiederlegung nicht den Antisemitismus an sich, da er, wie auch alle Religionen , eine Glaubenssache ist. Das ist es, was ich mit sinnlosem Abarbeiten meine - die Waffen der Kritik können nicht die Kritik der Waffen ersetzen!
Meine eigenen Überzeugungen fußen auf Wertvorstellungen, die auf die radikale Befreiung des Individuums aus allen praktischen wie ideellen Zwangszusammenhängen hinausläuft; der Faschismus läuft dem exakt entgegen. Die Stärke des Kommunismus ist es, dass er auf den Idealen der bürgerlichen Aufklärung gründet, diese allerdings vom Kopf auf die Füße stellt - in diesem Sinne ist ein breites Feld der progressiven Auseinandersetzung mit den Verhältnissen gegeben, in denen wir leben.
Soll heißen, dass ich mit den Anhängern gewisser Grundüberzeugungen diesen kritischen Diskurs führen kann, wenn sie selbst - ihrem eigenen Empfinden nach - die Emanzipation des Menschen befördern wollen.
Falls nicht, ist auch keine Grundlage für (gewaltfreien) Dialog gegeben.
Ist deine Frage damit einigermaßen beantwortet ?
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Indessen ist das gerade wieder der Vorzug der neuen Richtung, dass wir nicht dogmatisch die Welt antizipieren, sondern erst aus der Kritik der alten Welt die neue finden wollen. Karl Marx
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Original von Lonewolf
Ist deine Frage damit einigermaßen beantwortet ? |
Nun ja, ich kann nun deine Denkweise nachvollziehen, deswegen muss ich dir aber noch nicht zustimmen.
Eine strikte Freund-Feind Teilung der Politik setzt dich mit deinen "Widersachern" doch nur gleich. Genau das, was du dann den Faschisten vorwerfen kannst, nämlich Idealverblendetheit und fehlende Selbst-kritik, gilt dann auch für dich selbst. Und wenn du nicht bereit bist, für deine Vorstellung solide ethische Grundlagen zu liefern, warum sollte es dann die rechte Gegenseite tun? Wieso sollte sich der von dir überreden lassen, dass sein Rassismus und seine faschistoide Haltung falsch sind?
Genau dieses Problem hab ich nämlich mit linkem Radikalismus, du wirst nie zu einer Lösung kommen, sondern nur mehr Konflikte hervorrufen.
Nazionalsozialismus sollte nicht toleriert werden, weil vieles ethischen Grundlagen widerspricht, und nicht, weil man um jeden Preis gegen die andersartigen Lager vorgehen "muss".
Und ich finde es auch etwas problematisch, Kommunismus dem Faschismus gegenüberzustellen, als ob sie die einzigen zwei Seiten wären.
Gerade du predigst doch, nicht nur am theoretischen hängen zu bleiben. Kommunismus ist das beste Beispiel für eine tolle Theorie, die in der Praxis versagt.
Ich weiß, meine Kritik ist kaum konstruktiv, vor allem, da ich selbst nicht genügend Wissengrundlage habe, dennoch solltest du dich vor blindem Radikalismus hüten.
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Hier der zweite Teil meiner Antwort an porcupine:
"Genau dieses Problem hab ich nämlich mit linkem Radikalismus, du wirst nie zu einer Lösung kommen, sondern nur mehr Konflikte hervorrufen. "
Es gibt einen passenden Satz von einem bekannten linken Zusammenhang:
"Als Antifaschisten kämpfen wir dafür, dass es nicht zu reaktionären Krisenlösungen kommt - Als Kommunisten kämpfen wir dafür, diesen Kampf überflüssig zu machen."
Ich persönlich sehe das etwas nüchterner. Die Vorstellung, überhaupt zu so etwas wie einer "Lösung" zu kommen, wie du es einforderst, setzt quasi einen politischen Endzustand voraus, in dem alle Konflkte aufgehoben werden. Ich frage mich, worauf dieser Anspruch fußt - auf der Vorstellung, dass man alles irgendwie "ausdiskutieren", bzw. einen Konsens finden kann?
Ich weiß worauf der zitierte Satz abzielt: Auf die Beseitigung der materiellen Voraussetzungen, die den Faschismus wirkungsmächtig werden lassen.
Woraus nimmst DU deine Gewissheit, dass eine Lösung bzw. Versöhnung zwischen unterschiedlichen radikalen Postionen überhaupt möglich sein kann?
"Nazionalsozialismus sollte nicht toleriert werden, weil vieles ethischen Grundlagen widerspricht, und nicht, weil man um jeden Preis gegen die andersartigen Lager vorgehen "muss"."
Ich bin etwas verwirrt - was sind das für "ethische Grundlagen", und woher nimmst du sie bzw. wieso sollten sie von den Leuten, die auch du aus dieser Sicht als andersartiges Lager begreifen musst, überhaupt angenommen oder auch nur toleriert werden?
"Und ich finde es auch etwas problematisch, Kommunismus dem Faschismus gegenüberzustellen, als ob sie die einzigen zwei Seiten wären.
Gerade du predigst doch, nicht nur am theoretischen hängen zu bleiben. Kommunismus ist das beste Beispiel für eine tolle Theorie, die in der Praxis versagt."
Ich halte die Aussage, der Kommunismus würde grundsätzlich in der PRaxis versagen, für ziemlich fragwürdig - gerade Marx verweist auf die zwingende Verknüpfung von Theorie und Praxis, soll heißen: Kommunismus ist erstmal keine abstrakte Theorie, sondern der Definition nach eine tatsächliche Bewegung, die die Verhältnisse aufhebt die sie kritisiert. Die Theorie als solche würde ich sinnvoll und aktuell aufteilen in
-Kritik der politischen Ökonomie
-Kritik der politischen Formen (Staat, Gesellschaft,)
-Kritik der gesellschaftlichen Ideologien, die die Verhältnisse stützen und verklären
Diese Theorie ist - natürlich - keine feststehende Doktrin oder quasi-religiöse Heilslehre, sondern ein kritische Analyse historischer Voraussetzungen. Welche politischen Konsequenzen aus den Einsichten resultieren, ist eine Sache, über die trefflich gestritten werden kann. Was du als gescheitert bezeichnen kannst, ist also die jeweilige politische Umsetzung, die immer auf bestimmten Voraussetzungen beruht.
Oder ist die Tatsache, dass eine Demokratie nach westlichem Vorbild derzeit in Afghanistan nicht möglich ist, ein hinreichendes Argument dafür, dass die Demokratie eine nette Theorie ist, die in der Praxis versagt?
Für mich ist dieser kritische Zugang das Entscheidende: Die Analyse-Instrumente, die uns Marx und seine Nachfolger hinterlassen haben, lassen viel Einsicht in gesellschaftliche Zusammenhänge zu, bedürfen aber natürlich immer einer Aktualisierung und konkreten Anwendung, die sich auf kein vorgegebenes Dogma stützen kann.
Es gibt eben weder eine Blaupause, nach der man eine bessere Gesellschaft bauen kann, oder eine feste Handlungsanleitung. Insofern ist der Kommunismus, wie ich ihn verstehe, um einiges "ideologiefreier" als beispielsweise die bürgerliche Gesellschaftstheorie mit all ihren naturalistischen Verklärungen und festbetonierten Vorstellungen, wie die politische Organisation (Staat) einer Gesellschaft "vernünftigerweise" auszusehen hat.
Übrigens ist der Stalinismus auch von positivistischen Vorstellungen durchzogen - der Ansicht, es gäbe ein "historisches Projekt", das sich objektiv bestimmen und durchführen lässt, und dabei natürlich in der Umsetzung jeden "Kollateralschaden" rechtfertigt.
Insofern bin ich eben eher der Ansicht, dass es sinnvoller ist mit Marx gegen Stalin, als mit Stalin gegen Marx zu argumentieren. Trotzdem bin ich freilich kein Marxist, schon allein deswegen, weil seine Theorie imho eben bloß Bestandteil einer treffenden Kritik der Gesellschaft ist, aber eben keineswegs erklären kann, wie "die Welt" als Ganze funktioniert.
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Indessen ist das gerade wieder der Vorzug der neuen Richtung, dass wir nicht dogmatisch die Welt antizipieren, sondern erst aus der Kritik der alten Welt die neue finden wollen. Karl Marx
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Ich vertrete weder einen platten Positivismus, noch fliege ich auf die Schnauze. Letzteres überlasse ich gerne den "wir sind die Guten" Linken und Rechten, die haben darin schon jahrzehntelanges Training.
Das Aufklärungsideal ist nicht überholt, sondern leider nur in der damit sehr erfolgreichen Wissenschaft angenommen worden, in der Gesellschaft hat es sich eher in homöopatischer Dosis verbreitet (aber auch das hat die Welt schon wesentlich angenehmer gemacht)
Das Aufklärung Ideologen wie dir nicht schmeckt, ist mir schon klar.
| Zitat: |
Original von Lonewolf
Aus demokratischer Perspektive, die ich mal kurzfristig annehmen will, ist wischiwaschi-Toleranz eine durchaus treffende Umschreibung für die Akzeptanz von Bestrebungen, die eben jenes Recht auf individuelle Entfaltung aufzuheben trachten, die man eigentlich in Schutz nehmen will. Eine solche Toleranz zersetzt sich langfristig selbst und ist nur solange durchzuhalten, wie sich das feindliche Gegenüber völlig selbstständig marginalisiert. |
Genau deswegen toleriere ich ja Taten, die das Recht auf freie individuelle Entfaltung, wie z.B. zu studieren, aufzuheben trachten, eben nicht.
Wo kommen wir denn da hin, wenn der Mob durch Gewalt entscheidet darf, wessen Werte gut genug sind, damit er studieren darf?
| Zitat: |
| Hieraus erklärt sich auch die schon genannte Hilflosigkeit, wenn man merkt dass die Führung eines demokratischen Diskurses eben von einer gemeinsamen Übereinkunft abhängt, die man bei nicht vereinbaren politischen Wertvorstellungen nunmal nicht vorliegen hat. |
Deswegen sind so Ideologen wie du nicht die Lösung der Problems, sondern Teil des Problems. Aufhetzen, unüberwindbare Gräben bauen, Gewalt, gegen Aufklärung, für Ideologie, etc, das macht es nur schwerer einen Konsens zu finden, mit dem möglichst viele gut leben können.
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"Do you believe in free will?" "I have no choice."
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MAUS
Too old to die young

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Original von wave
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| Das mag auf Dich durchaus zutreffen, wenn ich mir die Bilder von Dir in Erinnerung rufe, tja und ich bin wohl selbst schuld, wenn ich mit zB bunten Haaren deren Aufmerksamkeit auf mich ziehe, was erdreiste ich mich auch, das einfach schöner zu finden... dumm nur, daß es Menschen gibt, die sich ihre "falsche Abstammung", ihre Behinderung oder ihre sexuelle Ausrichtung nicht aussuchen können, aber was einen persönlich nicht betrifft, ist halt einfach bedeutungslos, oder wie war das nochmal... |
Du bist in der Tat selbst schuld, dass du bunte Haare hast, zumindest hoffe ich das. Desweiteren gehört zum "Aufmerksamkeit auf sich ziehen" eine gewisse räumliche Nähe, die gibt es bestimmt nicht bei dir im Wohnzimmer zuhause, sondern erfordert, dass entweder du bei den "Nazis" rumhängst oder sie bei dir. Dies ist eine eher unkluge Taktik, aber macht dich natürlich nicht schuld an eventuellen Übergriffen. |
Och, eigentlich hat es jahrzehnte lang gereicht, einfach in einem Kaff zu wohnen, an dessem einzigen Bahnhof der "Obernazi" residierte, natürlich mit entsprechend regelmäßigem (erwachsenem) Kameradschaftsbesuch, der dann auch schon mal gerne über das kleine "Punker-Geschwisterpaar" (15 u. 16 J. zu dem Zeitpunkt) hergefallen ist, das das Pech hatte, auch da zu wohnen, ist aber auch wirklich "unklug" von denen gewesen, in ihrem Alter nicht einfach mal eben woanders hin ziehen zu können, genauso "unklug" wars dann wohl von mir, den Bahnhof benutzen zu müssen, anstatt mir einfach ein Auto zu kaufen (was ich später sogar getan habe, als ich es mir leisten konnte und das nötige Alter hatte, mit dem Erfolg, daß es mir nicht nur ständig mit Aufklebern vollgepappt, sondern auch zusammengetreten wurde...) Tja, was "hänge ich auch bei den Nazis rum"...
| Zitat: |
Original von wave
Was ich damit sagen will: Dass die Gefahr nicht für jeden gleich groß ist, ist sicherlich zutreffend. Dennoch bleiben 150 Tote in 20 Jahren verschwindend wenig. Ich nehme allerdings deine gefühlte erhöhte Gefahr zur Kenntnis und bitte um Vorschläge, wie diese effizient beseitigt werden kann, ohne dass sich ganze Städte zum Theaterschauplatz "Krieg dumm gegen dumm" entwickeln müssen. Dass die "Nazis" diese Demos nicht veranstalten, um für sich zu werben, sondern um Linke anzuziehen, die sich dann meistens wesentlich ausfälliger benehmen und die Rechten damit als die Guten dastehen lassen, sollte inzwischen jeder begriffen haben. Das schöne für die Rechte ist, dass die Linke das Hirn schön weiter im Stand-By lässt und das mitmacht. |
Aha, leider verstehe ich immer noch nicht, was genau Du ausgerechnet MIR damit sagen willst... daß in Deinem Hirn ein Schalter umgelegt wird, der bei den Worten "bunte Haare" die Schublade "linker Chaot und Steineschmeißer" öffnet?
Ansonsten sehe ich in Deinem Text nämlich gerade keine weitere Parallele zu meinem Leben, da ich weder links, noch jemals auf Demos gegangen bin, auf denen auch nur ansatzweise die Chance bestand, einem "ernsthaften schwarzen Block" zu begegnen, da ich irgendwie nicht der Mensch bin, der noch nach zusätzlichem Streß und Schmerz suchen muß (und nen Bullenknüppel in die Fresse zu bekommen, halte ich persönlich durchaus für eine eher nicht anstrebenswerte Erfahrung, da reichen mir doch die Erlebnisberichte von anderen, man muß ja nicht jede Erfahrung selbst machen...), hab auch ohne Schlägereien schon genug am Hals... Und ich denke auch nicht, daß man mit "Nazis" grundsätzlich nicht reden kann (jedenfalls, solang sie noch nicht organisiert sind, und sich nicht im "Rudel" aufhalten), sonst hätte ich das wohl kaum immer mal wieder getan (vereinzelt sogar mit Erfolg), wenn die Umstände entsprechend günstig waren, hach verdammt, erwischt *g*, schon wieder "bei den Nazis rumgehangen"...
Was die Vorschläge zur Beseitigung meiner "gefühlten" erhöhten Gefahr angeht: ich bin einfach irgendwann in eine Stadt umgezogen, in der sich Dank der Gegenwehr der "linken Chaoten" die Faschos jahrelang nicht getraut haben, selbstbewußt in der Öffentlichkeit aufzutreten, was widerum zur Folge hatte, daß man eben nicht jederzeit mit einem Übergriff auf die körperliche Unversehrtheit rechnen mußte, nach "Kriegsschauplatz" hat es hier deshalb trotzdem nie ausgesehen, (aber vielleicht haben wir auch nur unterschiedliche Vorstellungen von "Krieg"?) und die Probleme im Kaff sind durch Wegzug natürlich auch nicht verschwunden, aber manchmal bring ich tatsächlich genug Egoismus auf, um mein eigenes Leben in Sicherheit zu bringen, insbesondere, wenn "die Ausländer" als weitere potentielle Angriffsfläche genug Leute aufbringen können, um sich selbst zu schützen. Deshalb wurden im Kaff ja auch bis auf einmal (mit der entsprechend bösen Überraschung für die Faschos: Autsch, selbst Schläge bekommen tut ja weh...) nur die vereinzelten "Zecken" (also jeder, der irgendwie subkulturell nicht rechts aussah, oder bekennender "Kommunistenrentner" war) angegriffen, da brauchte man dann nämlich nicht damit rechnen, selbst auch was abzukriegen... In diesem Sinne prügel ich mich selbst zwar nicht (was körperlich auch eh wenig bringen würde, außer noch mehr Schmerzen für mich), kann aber tatsächlich ohne moralische Bedenken sagen, daß es mich keineswegs stört, wenn feige Schlägerasis auch mal voll auf die Fresse kriegen (und diese Aussage gilt nicht nur für "Nazis")...
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HOFFNUNG IST DER IRRSINNIGE GLAUBE AN DAS UNMÖGLICHE
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Ich hab mich bewusst ne Zeit lang aus der Diskussion herausgehalten und will an dieser Stelle auch gar nicht weiter auf die Argumentation zur Verteidigung des Ignorierens und Tolerierens eingehen, meinen Hut aber ziehe ich vor dir, Lonewolf, denn trotz der Tatsache, dass mit einigen hier nicht zu diskutieren ist, bezüglich der Thematik, stand lange ungebrochen der Wille, den ich längst an die Resigantion verlor. Was hat es auch für einen Sinn, sich mit im Wirbel der sich wiederholenden Argumente zu drehen? Und wer nicht begreift, dass, wie du schon erwähnt hast, FASCHISMUS KEINE MEINUNG, SONDERN EIN VERBRECHEN ist, was im Übrigen die "Rechtfertigung" für die Antifaschistische "Ideologie" (die keine Ideologie als solche ist, denn eher gesunder Menschenverstand), mit dem zu diskutieren fehlt mir persönlich der Sinn.
"Wenn die Sonne der Kultur tief steht, werfen selbst Zwerge lange Schatten"
von Götz Alzmann abgewandeltes Zitat eines Tucholski- Spruches
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wave unregistriert
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| FASCHISMUS KEINE MEINUNG, SONDERN EIN VERBRECHEN ist |
Und diese heilige Erkenntnis nimmst du nochmal woher?
Zunächst einmal handelt es sich bei dem, was Menschen denken und sagen nicht um etwas, was man tolerieren könnte. Das Vorhandensein einer Toleranzmöglichkeit impliziert sinnvollerweise, dass ein nichttolerieren auch Konsequenzen hat. Arne hat das an anderer Stelle mal detaillierter ausgeführt.
Faschismus ist zunächst etwas in den Köpfen. Und da ist Toleranz natürlicherweise nicht anwendbar. Oder meint ihr, nur weil ihr faschistisches Gedankengut nicht "toleriert", wäre es plötzlich weg?
Edit: Daraus folgt unmittelbar, dass eine Einstellung des Nichttolerierens sich i.A. nur auf körperliche Handlungen erstrecken kann.
Den Hintergrund des Nichtolerieren des Erwerbs eines Seminarscheins kann ja @lonewolf bei Gelegenheit mal erläutern, wie man das rechtfertigt. Ich bin sicher, es gibt mal wieder eine sehr schlüssige Erklärung.
Dieser Beitrag wurde 2 mal editiert, zum letzten Mal von wave am 31.01.2010 15:15.
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Original von wave
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| FASCHISMUS KEINE MEINUNG, SONDERN EIN VERBRECHEN ist |
Und diese heilige Erkenntnis nimmst du nochmal woher?
Zunächst einmal handelt es sich bei dem, was Menschen denken und sagen nicht um etwas, was man tolerieren könnte. Das Vorhandensein einer Toleranzmöglichkeit impliziert sinnvollerweise, dass ein nichttolerieren auch Konsequenzen hat. Arne hat das an anderer Stelle mal detaillierter ausgeführt.
Faschismus ist zunächst etwas in den Köpfen. Und da ist Toleranz natürlicherweise nicht anwendbar. Oder meint ihr, nur weil ihr faschistisches Gedankengut nicht "toleriert", wäre es plötzlich weg?
Edit: Daraus folgt unmittelbar, dass eine Einstellung des Nichttolerierens sich i.A. nur auf körperliche Handlungen erstrecken kann.
Den Hintergrund des Nichtolerieren des Erwerbs eines Seminarscheins kann ja @lonewolf bei Gelegenheit mal erläutern, wie man das rechtfertigt. Ich bin sicher, es gibt mal wieder eine sehr schlüssige Erklärung. |
Vielleicht solltest du lieber mal auf ganze Postings, auch auf das von Maus, eingehen, bevor du einzelne Aussagen aus dem Zusammenhang reißt.
Eigentlich steht das alles schon da, aber egal.
Zunächst mal ist Faschismus nichts "in den Köpfen", sondern eine reelle politische Bewegung. Über das, was "in den Köpfen" vor sich geht, müsste man tatsächlich um einiges differenzierter sprechen - Manche nannten es den autoritären Charakter und haben interessante Studien dazu vorgelegt.
Das wäre auch wirklich mal ein ganz guter Ansatz, um Arnes Vorschlag nachzugehen und mal zu prüfen, wieviel faschistoides Denken tatsächlich in einem selbst steckt. Die Fragbögen in Adornos "Studien zum autoritären Charakter" sind vllt. nicht ganz unumstritten, aber aufschlussreich.
Ansonsten geht es nicht um einen beknackten Seminarschein, sondern um die grundlegende Frage wie man mit einem Nazi umgeht, der nicht als dumpfer Schläger, sondern subtil und "diskussionsbereit" auftritt. Eigentlich sind sich oft schon die meisten Demokraten hier einig, dass man ihm "kein Forum bieten dürfe".
Prinzipiell bleibt aber, so unrealistisch das auch sein mag, der NS derzeit eine demokratisch wählbare Alternative. Dass NPD und Konsorten also ganz "gewaltfrei" (solange man die verbale Hetze gegen bestimmte Gruppen nicht auch als Gewalt begreifen mag) an politischer Bedeutung zulegen könnten, ist zumindest denkbar. Wer also meint, man könnte/müsste sie tolerieren, solange sie nicht offen gewalttätig auftreten, wird damit im Zweifelsfall tatsächlich eine böse Überraschung erleben.
Für eine lange Faschismus-Definiton werde ich übrigens hier sicher nicht die Finger wund tippen, meine Zeit kann ich auch besser verschwenden.
Grundlegend für das,was uns damals und heute genauso als NS begegnet, ist die postulierte "natürliche" Ungleichheit der Menschen,deren praktische Konsequenz von Ausgrenzung und Deportation bis hin zur Vernichtung reicht, basierend auf einem kruden völkischen Weltbild. Ob man diese Konsequenz sinnvollerweise nun als Verbrechen bezeichnet oder nicht, kann jeder halten wie er will.
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Möchte vielleicht jemand den Wischiwaschibegriff "Faschismus" mal sauber definieren, bevor drüber diskutiert wird?
Ach ja, ich bin natürlich sehr begeistert davon, wenn Meinungen zu Verbrechen erklärt werden. Ich wollte schon immer Gedankenverbrechen haben! Scheiss auf Menschenrechte und Rechtsstaat, wir müssen schliesslich die riesen Bedrohung durch Terr.. äh Nazis stoppen, das ist viel wichtiger!
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Wieso eine lange Definition, du sagtest doch selbst:
"Aber Faschismus ist nunmal keine Meinung, sondern ein Verbrechen - manchmal sind die Dinge tatsächlich so einfach."
Also, bitte eine ganz einfache und kurze Definition, die klar macht, was nun alles ein Verbrechen ist und was nicht.
Aber ich nehme an, dass es viel angenehmer ist, wenn man nach Gutdünken irgendwas zum Verbrechen erklären kann.
Zum Betrachten des Erfolges des Antifaschismus finde ich es übrigens ganz interessant, die DDR zu betrachten, die in ihrem Selbstverständnis antifaschistisch war. Trotz (oder gerade wegen?) einer linken, sozialistischen Regierung, eines antifaschistischen Schutzwalls und Stasi haben sie nun mehr Probleme mit Nazis und rechtsextremen Parteien als die alten Bundesländern.
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| deren praktische Konsequenz von Ausgrenzung und Deportation bis hin zur Vernichtung reicht, basierend auf einem kruden völkischen Weltbild. Ob man diese Konsequenz sinnvollerweise nun als Verbrechen bezeichnet oder nicht, kann jeder halten wie er will. |
Wenn du einfach nur sagen möchtest, dass Deporationen und Vernichtungen Verbrechen sind, dann tu das doch einfach, da kann ich dir auch zustimmen, das steht sogar schon in den Menschenrechten. Falls sich diesbezüglich in Deutschland jemand etwas zu Schulden kommen lässt, kann das in Gerichten verhandelt und verurteilt werden. Es ist nicht die Aufgabe von Linksextremen hier Judikative und Exekutive zu übernehmen.
Es ist ausserdem bereits schon für die Verfolgung von rechtsextremen Symbolen, Holocaustleugnung, Hetzschriften und verfassungsfeindlichen Parteien gesorgt. Das ist mehr als genügend, andere Länder kommen mit weniger aus.
Aber ob Verbrechen nun auf einem kruden völkischen Weltbild oder einem kruden kommunistischen, religiösem oder sonst einem Weltbild beruhen macht keinen grossen Unterschied.
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"Do you believe in free will?" "I have no choice."
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Hansi unregistriert
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| Falls sich diesbezüglich in Deutschland jemand etwas zu Schulden kommen lässt, kann das in Gerichten verhandelt und verurteilt werden. Es ist nicht die Aufgabe von Linksextremen hier Judikative und Exekutive zu übernehmen. |
Und wer soll es sonst tun wenn Judikative und Exekutive versagen bzw. ein Teil des ganzen Problems sind? Denn mit Verlaub, die Justiz hatte und hat noch nie viel mit gesundem Menschenverstand und Gerechtigkeit zu tun, oft hat sie nur noch alles viel schlimmer gemacht. Das hier Theorie und Praxis zwei völlig verschiedene paar Schuhe sind sollte klar sein, wenn man über dieses Thema spricht.
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Original von Hansi
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| Falls sich diesbezüglich in Deutschland jemand etwas zu Schulden kommen lässt, kann das in Gerichten verhandelt und verurteilt werden. Es ist nicht die Aufgabe von Linksextremen hier Judikative und Exekutive zu übernehmen. |
Und wer soll es sonst tun wenn Judikative und Exekutive versagen bzw. ein Teil des ganzen Problems sind? Denn mit Verlaub, die Justiz hatte und hat noch nie viel mit gesundem Menschenverstand und Gerechtigkeit zu tun, oft hat sie nur noch alles viel schlimmer gemacht. Das hier Theorie und Praxis zwei völlig verschiedene paar Schuhe sind sollte klar sein, wenn man über dieses Thema spricht. |
Eben. Von dem praktischen Versagen der Institutionen mal abgesehen - welche Rolle sollte man einem staatlichen Adressat in der Bekämpfung von nationalistischen und rassistischen Bestrebungen überhaupt zuerkennen, der weitaus mehr Menschenleben durch Deportationen oder Aussperrungen auf dem Gewissen hat, als Neonazis seit der Wende?
Demokratisches Bewusstsein, das sich affirmaitv auf den bürgerlichen Nationalstaat bezieht, bewegt sich immer zwischen den Polen der Naivität und Heuchelei. Da geb ich eher Arne recht, der ja schon mehrfach angedeutet hat, dass man angesichts des politischen status quo durchaus die Frage stellen kann, wieviel Aufmerksamkeit man einer marginalisierten Bewegung wie dem NS überhaupt im Verhältnis dazu zuerkennen sollte.
Ach ja, hier mal ein aktuelles Beispiel, wie wenig autonomer Antifaschismus in der Praxis bringt: http://linksunten.indymedia.org/de/node/16451
http://www.npd-verbot-jetzt.de/antifa-ex...20091020c.shtml
Mindestens ein verhinderter Bombenanschlag, ein aufgeflogener rechter Terrorist und ein zerschlagener NPD-Kreisverband, mal als kleine Bilanz antifaschistischer Kontinuität in Freiburg, die sich glücklicherweise nicht vorher mit dem staatlichen Gewaltmonopol abspricht.
The Loathsome mask has fallen the man remains
Sceptreless, free, uncircumscribed, but man
Equal, unclassed, tribless and nationless,
Exempt from awe, worship, degree, the king,
Over himself, just, gentle, wise.
Percy Bysshe Shelley
Indessen ist das gerade wieder der Vorzug der neuen Richtung, dass wir nicht dogmatisch die Welt antizipieren, sondern erst aus der Kritik der alten Welt die neue finden wollen. Karl Marx
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Das ungute Gefühl, der Polizei dabei noch zu helfen, bleibt.
Aber, was ich nach wie vor bedenklicher finde, und hier von Euch, Lonewolf und Skeptiker, beantwortet wurde, ist die Frage nach dem Geschichtsrevisionismus, der letztendlich auch in den Aufrufen der Gegendemonstration deutlich wird.
Auch da ist davon die Rede, dass die Nazis "DIE OPFER" der Bombenangriffe auf Dresden instrumetalisieren wollen. Und da steht "Opfer" nicht in Anführungsstrichen, in deren Aufruf.
Ich halte das schon für bedenklich, wenn sich die antifaschistische Ecke auch dem Vokabular bedient, dass die Faschisten selber nehmen. Sind wirklich die durch Luftangriffe der Allierten ums Leben Gekommene "Opfer". Und infolgedessen die Alliertten "Täter"? Die in Buchenwald befreiten haben in ihrem Schwur ausdrücklich die allierten Armeen gedankt, sie haben auf deren wichtige Rolle hingewiesen.
Dass das einfach Übernehmen oder Bagatellisieren von faschistoiden Auffassungen schnell in der Mitte der Gesellschaft ankommen kann, sieht man auch in diesem Thread. Umso erschreckender finde ich, dass es auch schon in der autonomen Begrifflichkeit wohl Einzug gefunden hat.
Persönlich würde ich deshalb eher an dieser Veranstaltung teilnehmen, weil mir das politisch doch unverfänglicher vorkommt.
Zur weiteren Diskussion muss ich allerdings erstmal Dich fragen, Xoc, welche Nachweise Du denn hast, dass in der Zeit von 33 bis 45 deutsche Gerichte in der Lage (oder auch nur gewillt gewesen) wären, dem Völkermord damals Einhalt zu gebieten. Ich würde da gerne mal ein Urteil sehen, dass dazu führt, dass Du einer DEUTSCHEN Judikative und Exekutive das zutraust. Mir sind diesbezüglich keinerlei Urteile oder Handlungen bekannt, die von eben diesen Institutionen in Deutschland ausgingen.
Desweiteren ignorierst Du einen Hinweis von mir, nämlich den, dass diejenigen, die an Universitäten ausgebildet werden, auch bald diejenigen sein könnten, die Bildung vermitteln. Und wie willst Du dann, bitteschön, mehr Entscheidungen auf Vernunftebene erhalten, wenn dort Ideologen wie Kreationisten oder Rassisten die Menschen ausbilden??
Das beantwortest Du nicht, bzw. gehst nicht auf die Folgen ein, sondern sagst nur. Mit meinem Gewissen ist ein Studienverbot nicht vereinbar. Das greift wesentlich zu kurz, wenn man nicht auch über die evtl. Folgen reflektiert.
Zum Begriff des Faschismus nur kurz ein Ansatzpunkt, wie ich ihn verstehe.
Es ist eine autoritäre Form von Kapiatlismus, die die meisten rechtsstaatlichen Elemente wie Unabhängigkeit der Judikative z.B. weitesgehend ausschaltet und diese wie alle anderen Gewalten einem Führerprinzip unterwerfen will. Neben oder manchmal sogar anstelle des personengebundenen Führerprinzips tritt oft noch eine mystische, spirituelle Haltung, die nicht wahrnehmbare Unterschiede zwischen Menschen beschreiben will, die dann zu unterschiedlichen Rechten von Menschen führen sollen.
Es ist allerdings okay, wenn Du es nicht "tolerieren" kannst, wenn jemand am studieren in Deutschland gehindert wird aufgrund seiner Heimat. Da ist aber die Antifa der falsche Ansatzpunkt, ich sehe niemanden, den sie hindert. Da hätte ich gerne mal eine Quelle.
Gehindert wurde z.B. ein Ernest Mandel am Studieren in Deutschland, in dem man ihm Einreiseverbot gab. Mandel war ein jüdischer Widerstandskämpfer in der Resistance (die sich btw auch einer antifaschistischen Tradition rühmt).
Weitere Beispiele, zum Teil ganz aus Deiner Nähe sind noch hier zu finden:
http://www.fr-online.de/frankfurt_und_he...em_cnt=2158715&
http://www.taz.de/1/zukunft/schwerpunkt-...en-abschiebung/
http://www.welt.de/hamburg/article228028...bung-zuvor.html
Die Frage stellt sich dadurch immer nun, was Du gegen diese tatsächlich von Verlust der Studienfähigkeit der o.g. unternehmen willst, wenn es Dich so schockt.
Seneca:
Du bist immer noch nicht drauf eingegangen, wieso Du in den Schubladen denkst, dass Ausländer keine Faschisten sein können bzw. es eben die Ausländer, die Dich zusammenschlugen keine gewesen sein konnte.
(Und was sind für einen Schwaben überhaupt Ausländer? Jeder, der hochdeutsch sprechen kann?
)
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@Arne: Zur Sache mit dem Geschichtsrevisionismus geb ich dir ja Recht, und würde auch behaupten dass es eigentlich Konsens sein sollte, im Rahmen des öffentlichen Protestes gegen Nazi-Veranstaltungen grundlegende Ideologiekritik zu üben - sprich, sich von dem staatstragenden bürgerlichen Antifaschismus klar abzugrenzen. Wieso das im autonomen Lager eben doch nicht Konsens ist, hat im wesentlichen zwei Ursachen.
Die erste ist taktischer Natur, was gerade bei einem elementaren Großevent wie Dresden zum Tragen kommt. Das Konzept läuft eben auf die solidarische, unkritische Massenblockade hinaus, mit der Absicht, einen der größten Nazi-Aufmärsche tatsächlich langfristig unmöglich machen. Das als Erfolg zu sehen, lässt sich aus emanzipatorischer Perspektive schon vertreten - es ist halt immer die Frage, wann und wie man noch die Kritik am Ganzen quasi nachreichen will.
Die zweite Ursache liegt halt in der Tatsache, dass die autonome Linke längst nicht auf dem Stand kritischer Aufarbeitung mit den eigenen Mythen ist, die vorallem durch die antideutsche Bewegung angestoßen wurde. Zum einen sehen immer noch viele den Faschismus im wesentlichen als Verschwörung einer Minderheit aus Kapitalisten und Nazi-Kadern gegen die gebeutelte deutsche Arbeiterklasse, die sich angesichts des Bombardements natürlich auch als Opfer fühlen darf. Zum anderen lebt eben auch noch die DDR-Propaganda in den Köpfen vieler weiter, bei der Bombardierung habe es sich nicht um einen kriegstaktischen Schritt gehandelt, sondern um die gezielte vorsorgliche Zerstörung der Sowjetzone.
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Indessen ist das gerade wieder der Vorzug der neuen Richtung, dass wir nicht dogmatisch die Welt antizipieren, sondern erst aus der Kritik der alten Welt die neue finden wollen. Karl Marx
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@porcupine: So unkonstruktiv ist deine Kritik gar nicht mal, auch wenn ich den Eindruck habe dass wir wohl aneinandervorbeireden bzw. die Antwort auf deine Einwände größtenteils schon in meinen Postings enthalten ist. Aber egal
"Eine strikte Freund-Feind Teilung der Politik setzt dich mit deinen "Widersachern" doch nur gleich. Genau das, was du dann den Faschisten vorwerfen kannst, nämlich Idealverblendetheit und fehlende Selbst-kritik, gilt dann auch für dich selbst. Und wenn du nicht bereit bist, für deine Vorstellung solide ethische Grundlagen zu liefern, warum sollte es dann die rechte Gegenseite tun? Wieso sollte sich der von dir überreden lassen, dass sein Rassismus und seine faschistoide Haltung falsch sind?"
Die Freund-Feind Teilung ist einfach eine illusionslose Sicht auf die Dinge, die ich versucht habe darzulegen: Nazis sind gegen die rationale Widerlegung ihrer Weltanschauung relativ immun, weil es ihnen letztlich überhaupt nicht um einen theoretisch begründbaren Zugang zur materiellen Wirklichkeit geht. Wo du es mit faschistischer oder allgemein reaktionärer Theorie auf gehobenem Niveau zu tun hast ,besteht die Argumentationsführung in der Regel GERADE darin, einer allgemein zugänglichen, ethischen Grundlage im Sinne der Aufklärung durch Anti-Intellektualismus und Relativismus zu begegnen, UND im Gegenzug dazu einen "natürlichen" Zusammenhang" als normative Grundlage des Zusammenlebens zu postulieren.
Die Diskussion ist für Nazis im besten Fall eine manipulative Übung, mehr nicht. Ihrer Ideologie ist Vernichtung, Terror und Unterdrückung des Individuums bereits inhärent - also will/kann ich sie auch nicht davon überzeugen, dass sie falsch liegen, sondern nur verhindern dass sie Schaden anrichten.
Diese kritische Haltung muss man natürlich auf jede Überzeugung ausweiten, in der bestimmte gefährliche Tendenzen angelegt sind. Exakt das ist auch eine Aufgabe ideologiekritischer Herangehensweise, wie ich sie im besten Sinne verstehe, und die sich natürlich für mich als undogmatischen Linken gerade auch auf die Aufarbeitung realsozialistischer Bewegungen und ihrer theoretischen Grundlage bezieht. Der Faschismus ist nur ein sehr eindeutiger Fall.
Natürlich ist es möglich, ethische Postulate und Maximen aufzustellen, die zumindest überzeugend klingen. Aber leider muss, und auch das verstehe ich unter kritischer Einsicht, der Bereich der Morallehre im wesentlichen in letzter Instanz immer auf ein Glaubensbekenntnis zurückgreifen, das nicht weiter hinterfragt wird. Oder kennst du irgendeinen ethischen Ansatz, der absolute Gültigkeit und Anwendbarkeit für sich beanspruchen kann? Dann bist du weiter als die Philosophie in zweitausend Jahren gekommen ist bzw. kommen kann.
Übrigens: Geistesgeschichtlich ist der Nihilismus genau in dem Moment aufgetreten, in dem der postulierte Absolutheitsanspruch der Aufklärung die Überzeugungskraft verloren hat. Man kann also sagen, dass Werteverlust und ein totaler Rationalitätsbegriff immer Hand in Hand gegangen sind.
Wir können jetzt natürlich darüber diskutieren, wie ethische Postulate vor diesem Hintergrund überhaupt noch möglich werden. Aber das sprengt wirklich den Rahmen dieses Threads.
Vielleicht sollte man noch kurz erwähnen, dass sich sämtliche politische Theoretiker in der Regel in ihrem grundlegenden Glaubenskenntnis hinsichtlich der menschlichen Natur unterscheiden - zu welcher Gesellschaftsform du kommst, hängt immer damit zusammen ob du eine optimistische (Locke, Rousseau, Marx, Kant) oder pessimistische (Hobbes, Cortes, Schmitt) Anthropologie unterstellst.
Eigentlich geht jede dieser Theorien von diesem Grundpostulat aus, das nunmal, wie schon gesagt, eine Glaubenssache ist.
Ende des ersten Teils - Der Rest meiner Antwort wird nachgereicht.
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