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essenz des films "american history x"
18.03.2009 15:49 |
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achtung, spoiler! wer den film "american history X" noch nicht gesehen hat und die story nocht vorweg kennen möchte, sollte nicht weiter lesen!
ich hab mir den film grad mal wieder gegeben.
sehr deutlich wird, wie der protagonist durch manipulation in die rechte szene rutscht und selbst propagiert, was er gelernt hat.
später sagt er, er war wütend, und was er tat, hat daran nichts geändert.
okay, er kommt also ins gefängnis und merkt durch 2 dinge, dass er wohl bisher die ganze sache zu einseitig sah: erstmal sind die "rechten" im bau nicht im selben maße überzeugt von ihrer sache wie er selbst, denn sie dealen mit ausländern und verticken den stoff an die eigenen leute.
dann kommt hinzu, dass der schwarze, mit dem er im gefängnis die laken zusammen legen muss, eigentlich ganz okay ist und sich sogar dafür eingesetzt hat, dass die schwarzen ihm nichts an tun, nachdem er sich von den anderen "rechten" abgewendet hat.
soweit verstehe ich das alles noch. allerdings ist mir das ende absolut nicht schlüssig.
der sohn des protagonisten kommt eines tages aus der toilette der schule und sieht, wie drei schwarze auf obercool machen und einen weißen, der am boden liegt, treten und nieder machen.
der sohn des protagonisten macht nichts weiter, als lässig da zu stehen. den schubser des schwarzen erwiedert er, indem er ihm zigarettenqualm ins gesicht pustet. dann läutet die schulglocke. die schwarzen verabschieden sich mit "hast glück, dass es geläutet hat" und "knall ihn doch ab!"
dann sagt der sohn zu dem, der am boden liegt: "man, lass dir doch son scheiss nich gefallen!"
bis hier hin lässt sich das noch sehr gut nachvollziehen.
doch am ende des films kommt der schwarze, der den sohn geschubst hatte und den qualm ins gesicht gepustet bekam, in die schultoilette, wo auch der sohn war (der inzwischen dank der "läuterung" seines vaters auch anders denkt) und knallt ihn einfach ab - sichtlich geschockt von dem ausmaß seiner tat, dem blut und allem.
was sagt denn das jetzt aus?
bis zu dieser szene war klar, dass vorurteile schlecht sind, es sowohl gute als auch böse schwarze und weiße menschen gibt; und die ganze story war dabei, gut auszuklingen.
und dann kommt der schwarze an, und wirft alles wieder über den haufen, indem er den sohn abknallt wegen einer lächerlichen sache.
die einzige quintessenz, die man daraus schließen könnte, wäre "weisse menschen kapieren irgendwann, was richtig ist, aber schwarze nicht - die werden mit ihrem ghetto-gehabe stets so erzogen und knallen dich für jeden scheiss ab, auch wenn man quit war" oder etwa "den sohn des protagonisten hat man aufgeklärt und überzeugt, dass es nicht richtig war, wie er bisher gedacht hatte, aber der schwarze hatte nach wie vor zu einseitig gedacht und deshalb sein obercooles pew pew gangster gehabe durchgezogen".
sieht da jemand mehr durch als ich?
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Hansi unregistriert
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Ich glaube diese Szene soll das Gleichgewicht halten und zum differenzieren anstoßen. Es darf halt keine Guten und Bösen geben, es geht allein um die Taten. Es zeigt sehr gut, wie Vorurteile, Hass und Rassismus entstehen können und wie die Hautfarbe in diese Thematik mit einbezogen wird, obwohl das eigentlich überhaupt keine Rolle spielen sollte.
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dian unregistriert
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Ich hab den Schluss des Films nur noch so ungefähr in Erinnerung.
Wenn mich mein Gedächtnis aber nicht ganz trügt, handelt es sich nicht um den Sohn, sondern um den jüngeren Bruder des geläuterten Neonazis. Ich nehme mal an, du hast den Film auf Englisch geschaut... sonst wäre dir das sicherlich aufgefallen.
Ich fand den Schluss auch etwas merkwürdig (im Sinne von untypisch).
Vielleicht war gerade dies ja die Absicht der Filmemacher, dass sie eben kein sozialromantisches Gutmenschenwerk abliefern wollten, wo sich am Ende alle Probleme in Wohlgefallen auflösen. Vielleicht wollten sie zeigen, dass die innere Wandlung eines Menschen noch lange keine Garantie dafür ist, dass man nicht doch irgendwann von dieser dämlichen Welt und den in ihr herrschenden Regeln eingeholt wird.
Ich denke, es ist ein mutiges Ende für solch einen Film. Dass sich einige Neonazis (unter denen der Film ja durchaus auch den einen oder anderen Fan hat) von diesem Ende in ihrem Hass auf Schwarze bestätigt fühlen könnten, mag natürlich sein... aber ich kann mir nicht vorstellen, dass dies die Absicht der Macher war.
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das problem, dass ich dabei sehe, ist allerdings, dass es auf ungewöhnliche weise gegen das gute ende spricht, welches vor dieser szene suggeriert wird, weil man dann denken könnte, der anfangsgedanke des protagonisten (rassismus) sei richtig..
edit: flüchtigkeitsfehler, was den "sohn" angeht.
im übrigen kommen die schwarzen in dem film nicht besonders gut weg, finde ich. vorurteile wurden thematisiert, okay.
aber nebem dem lehrer des protagonisten und seines jüngeren bruders und dem arbeitskollegen des protagonisten im gefängnis (stellvertretend für "gute schwarze") sieht man nur die gruppe der schwarzen, die am anfang das auto des protagonisten stehlen wollen und die gruppe von schwarzen, die am ende den jungen schwarzen dazu bringen, den jüngeren bruder des protagonisten wegen einer lächerlichkeit umzubringen - und das neben den schwarzen mördern des feuerwehrmannes und vaters des protagonisten.
die schwarzen insassen im gefängnis haben den protagonisten ja scheinbar nur nicht angerührt wegen dem arbeitskollegen des protagonisten, der das geregelt hat.
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MAUS
Too old to die young

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| Zitat: |
Original von dian
Vielleicht war gerade dies ja die Absicht der Filmemacher, dass sie eben kein sozialromantisches Gutmenschenwerk abliefern wollten, wo sich am Ende alle Probleme in Wohlgefallen auflösen. Vielleicht wollten sie zeigen, dass die innere Wandlung eines Menschen noch lange keine Garantie dafür ist, dass man nicht doch irgendwann von dieser dämlichen Welt und den in ihr herrschenden Regeln eingeholt wird.
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Joar, so in der Art hab ich das auch verstanden, nur weil 1 Mensch seine Denkweisen ändert, ändern sich noch lange nicht die ihn umgebenden Umstände, aus denen heraus erst solche Aggressionen entstehen können. Will sagen, die Wandlung hat beim jüngeren Bruder eingesetzt (ich meine auch, daß der schwarze Schüler von dieser Wandlung zB noch gar nichts wußte), und nicht beim schwarzen Schüler, da dieser kein vergleichbares Erlebnis hatte, was ihn zum Umdenken hätte bewegen können. Ich fand jetzt aber auch nicht, daß die weißen Menschen da besser weggekommen sind, als die schwarzen, es gab insgesamt sehr wenig Personen, die irgendwie wirklich sympathisch waren, wie in der richtigen Welt halt
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HOFFNUNG IST DER IRRSINNIGE GLAUBE AN DAS UNMÖGLICHE
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