Hansi unregistriert
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Pädagogik
10.06.2008 21:15 |
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So, nachdem hier ja jetzt endlich Ruhe eingekehrt ist und ich mich mit @zanthia gerade im Chat unterhalten wieso das nun alles so in die Hose ging, kam mir der Gedanke das wohl ein "Stolperstein" das zu starke einschränken des Topics war. Wir redeten (oder stritten eher
) über verschiedene Theorien von verstaubten Pädagogen die irgendwann mal Bücher schreiben mussten.
Das ist imo aber kein Anspruch der Unity, schließlich sollte man sich ja auch völlig eigene Gedanken zu einem Thema machen und eine eigene Strategie entwickeln wie man mit Situationen angeht.
Daher eröffne ich hier nochmal einen neuen und völlig allgemeinen Thread zur Pädagogik, da mich das Thema wirklich interessiert und ich sowieso von studierten Pädagogen umzingelt bin im RL (ich kenne mindestens 6). Also lasst euren dicken Wälzer in der Schrankwand und kramt in eurem Hirn. Wie würdet ihr ein Kind "erziehen" wenn ihr denn eins hättest (oder habt, speziell @Arne
). @Arne bitte ich diesmal auch speziell mal ernsthafter zu bleiben, da ich hier auch eine Art eigene Unity-"Theorie" entwickeln möchte.
Und da ich son Thema schonmal vorschlage, geb ich auch gleich meinen Senf dazu.
Ich finde ein Kind sollte sich so frei wie möglich entwickeln können, immer mit dem liebevollen jedoch nie belehrendem Verhalten des Erziehers. Man sollte Kindern imo keine Grenzen setzen, sondern sie Grenzen "entdecken" lassen, immer mit dem wachsamen Auge, dass im Notfall keine all zu großen Katerstrophen passieren. Gegenseitiger Respekt sind natürlich genauso wichtig wie Verständniss, Vertrauen und Ehrlichkeit. Desweitern sollte man darauf achten, dass nicht jeder seine Probleme für sich löst, sondern man Probleme gemeinsam löst. Verbote und Vorschriften gehören natürlich in die Altkleidersammlung genauso wie eine "Hierarchie" die die Erzieher über das Kind stellt.
Denn man muss sich ja überlegen, was man mit der "Erziehung" überhaupt bewirken möchte und ich für meinen Teil möchte einen freiheitsliebenden, liebenswerten, herzlichen, ehrlichen, aber auch rebellisch wenns nötig wird, niemals aufgebenden, das Leben genießenden, materiellen Besitz nicht überbewertenden Erwachsenen.
So, ich bin erstmal fertig mit meinem ersten Brainstorming hier, jetzt seid ihr dran.
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Arne Kroger unregistriert
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Naja, evtl. sollte man andersrum vorgehen, @Hansi, und nicht erst mal sagen, wie es laufen soll, um dann festzulegen, was überhaupt das Ziel sein soll.
Zuerst einmal sollte man definieren, was überhaupt Sinn und Zweck einer Erziehung sein sollte.
Und da habe ich so meine Bedenken, dass z.B. Deine Vorstellungen, @Hansi, zu dem von Dir avisierten Ziel führen könnten.
Denn auch bei Dir ist ein Kind ein Kind ist ein Kind.
Das allseits bekannte Einheitskind, das wir erzeugen nach den gewünschten @nemesischen Wertvorstellungen, dass dann immer ein und das gleiche Verhalten auf alle pädagogischen Maßnahmen zeigt.
Toll, wo sind diese Kinder?
Sind die evtl. damals schon von den Nazis im Lebensborn gezüchtet worden???
Bringt das denn wirklich was, den Säugling selber erst mal die Erfahrung machen zu lassen, dass, wenn er sich nicht um Essen kümmert, verhungert? Ist evtl. sinnvoll, wenn ich Überpopulation bekämpfen will, aber nicht für die Ziele, die Du ansprachst.
Also, man kann maximal über verschiedene didaktische Methoden reden, die evtl. empirisch eine bestimmte Wirkung haben (klassische Konditionierung, Modelllernen, Sanktionierungen etc.).
Und vorab sollte eben jedem klar sein, dass es nicht so ist, dass alle Menschen gleich sind, auch wenn alle die gleichen Rechte haben sollten. Wäre zwar auch eine nicht uninteressante Vorstellung, wenn wir die Menschheit zu Borgs umfunktionieren könnten, aber Individualität sollte schon nicht nur ein Erziehungsziel sein, sondern eben auch vorausgesetzt werden.
Menschen sind unterschiedlich, manche Sachen sogar von Geburt an und müssen deshalb auch unterschiedlich behandelt werden,
Ich habe ja schon mal angefangen, dazu praktische Fragen zu stellen und leider wenig Atworten bekommen. Wie soll man sich verhalten, wenn man mit Menschen konfrontiert wird, die sich normalerweise so verhalten:
http://www.dailymotion.com/swf/x58z2a
Erziehungsvorschlage?
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Hansi unregistriert
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Erstmal Danke für diesen Beitrag @Arne, ich denke er hat alle Kritiker an dir in der Vergangenheit eines besseren belehrt und gezeigt, dass hier auch eine sachliche, aufgeschlossene, ruhig aber bestimmte und respektvolle Diskussion möglich ist. Zum Thema:
| Zitat: |
Original von Arne Kroger
Naja, evtl. sollte man andersrum vorgehen, @Hansi, und nicht erst mal sagen, wie es laufen soll, um dann festzulegen, was überhaupt das Ziel sein soll. |
Interessanter und diskussionswürdiger Punkt. Natürlich macht das andersrum mehr Sinn, aber als ich meinen Vorbeitrag verfasste, da kam es mir genau anders herum in den Sinn, warum auch immer. War das jetzt einfach ein "Denkfehler" meinerseits oder liegt darin ein Problem wenn man über Pädagogik redet?
| Zitat: |
Zuerst einmal sollte man definieren, was überhaupt Sinn und Zweck einer Erziehung sein sollte.
Und da habe ich so meine Bedenken, dass z.B. Deine Vorstellungen, @Hansi, zu dem von Dir avisierten Ziel führen könnten. |
Das man erst nach Sinn und Zweck sucht macht Sinn, aber warum hast du bei meinen Vorstellungen da Bedenken und vorallem welche?
| Zitat: |
Denn auch bei Dir ist ein Kind ein Kind ist ein Kind.
Das allseits bekannte Einheitskind, das wir erzeugen nach den gewünschten @nemesischen Wertvorstellungen, dass dann immer ein und das gleiche Verhalten auf alle pädagogischen Maßnahmen zeigt.
Toll, wo sind diese Kinder?
Sind die evtl. damals schon von den Nazis im Lebensborn gezüchtet worden??? |
Naja @Arne und an dieser Stelle kommt der Erzieher wirklich zum tragen, weil er einen Teil von sich, dem Kind mit auf den Weg geben kann. Nun ist die Frage des Erziehers groß, was das denn nun sein soll, damit ich dem Kind einen Rat mit auf den Weg geben kann, welcher dann darüber entscheidet ob das Kind ein glückliches oder unglückliches Leben führen wird. Und schließlich hat das auch noch einen ganz egoistischen Grund, nämlich den einen Teil von uns ewig weiter zu reichen, denn für nichts anderes hat die Natur ja eingerichtet, dass wir uns fortpflanzen.
Das heißt nun also man muss dabei sehr vorsichtig und bedacht sein, was man dem Kind alles fürs spätere Leben mit auf den Weg geben möchte. Oder siehst du es so krass unterschiedlich, dass du sagst das Kind soll vollkommen allein seinen Weg finden? Da wäre ich vorsichtig, weil du dann riskierst, dass das Kind mal unglücklich und unzufrieden sein wird, weil es nämlich von einem Fettnäpfchen ins nächste tritt und diese magisch anzieht wie der süße Brei die Bienen. Denn wenn man ihm etwas von sich mit auf den Weg gibt, dann gibt man ihm auch schon Tipps mit auf den Weg, Fehler zu vermeiden, die man selbst mal begangen hat.
Allerdings finde ich auch, dass man mit diesem "Übertragen" von Wertevorstellungen von sich selbst in der Person des Erziehers maßvoll und sehr bedacht umgehen sollte. Hier ist auch der Punkt, wo Erzieher verantwortlich für ihr Handeln werden und darüber entscheiden dürfen, welchen weiteren Lebensweg ihr Kind gehen wird. Und nun frage ich übergreifend nochmal gerne, welche das denn sein sollen und wo man besser aufhört, damit das Kind nicht manipuliert wird. Ich glaube der Grat ist hier sehr schmal und ein übereifriges und übermotiviertes, hitzköpfiges Verhalten wie es z. B. ein Herr @nemesus an den Tag legte würden einer freien Entfaltung der Persönlichkeit des Kindes nur im Wege stehen, wenn nicht sogar lähmen. Man sollte sich als Erzieher selbst mehr mit seiner eigenen "Strenge" befassen, bevor man sich auf die "Strenge" im Umgang mit dem Kind besinnt. Hier beginnt die Lehre der Vernunft. Ich glaube Vernunft könnte man den Kindern bedenkenlos mit auf den Weg geben, wenn man denn erstmal klärt, was Vernunft überhaupt bedeutet. Wikipedia sagt folgendes:
| Zitat: |
| Mit Vernunft als philosophischem Fachbegriff wird die Fähigkeit des menschlichen Geistes bezeichnet, von einzelnen Beobachtungen und Erfahrungen auf universelle Zusammenhänge in der Welt zu schließen, deren Bedeutung zu erkennen und danach zu handeln – insbesondere auch im Hinblick auf die eigene Lebenssituation (vgl. Nous). Die Vernunft ist das oberste Erkenntnisvermögen, das den Verstand kontrolliert und diesem Grenzen setzt bzw. dessen Beschränkungen erkennt. Sie ist damit das wichtigste Mittel der geistigen Reflexion und das wichtigste Werkzeug der Philosophie. |
Ich finde dies ist ein hervorragender Ansatzpunkt, den ich gerne weiter diskutieren würde.
| Zitat: |
| Bringt das denn wirklich was, den Säugling selber erst mal die Erfahrung machen zu lassen, dass, wenn er sich nicht um Essen kümmert, verhungert? Ist evtl. sinnvoll, wenn ich Überpopulation bekämpfen will, aber nicht für die Ziele, die Du ansprachst. |
Und hier kommt eben der Punkt, den wir im anderen Thread auch schon hatten. Für mich ist ein Säugling etwas anderes als ein Kind. Dazu würde ich gerne nochmal einen Beitrag von @Xoc lesen, da er mir ja in diesem Punkt bepflichtete, sich aber besser ausdrücken konnte als ich.
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| Und vorab sollte eben jedem klar sein, dass es nicht so ist, dass alle Menschen gleich sind, auch wenn alle die gleichen Rechte haben sollten. Wäre zwar auch eine nicht uninteressante Vorstellung, wenn wir die Menschheit zu Borgs umfunktionieren könnten, aber Individualität sollte schon nicht nur ein Erziehungsziel sein, sondern eben auch vorausgesetzt werden. |
Jo, hier trennt sich die Ethik von der Natur.
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Menschen sind unterschiedlich, manche Sachen sogar von Geburt an und müssen deshalb auch unterschiedlich behandelt werden,
Ich habe ja schon mal angefangen, dazu praktische Fragen zu stellen und leider wenig Atworten bekommen. Wie soll man sich verhalten, wenn man mit Menschen konfrontiert wird, die sich normalerweise so verhalten:
http://www.dailymotion.com/swf/x58z2a
Erziehungsvorschlage? |
Leider keine Erziehungsvorschläge, aber nochmals Dank und Lob für diesen Beitrag in der Hoffnung ihnen bald Erziehungsvorschläge liefern zu können, Herr @Kroger.
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dian unregistriert
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Sind wir doch mal ehrlich:
Das größte Problem der Pädagogik sind nicht die Kinder, sondern jene, die die Kinder zu erziehen versuchen.
95 Prozent der Pädagogen haben selber keine besonders große Ahnung vom Leben, die über die Erfahrungen eines Durchschnittsmenschen hinausgehen.
Wie sollen denn Leute, die nach dem Abi gleich studieren begonnen haben und nach Ende des Studiums direkt ein Lehramt übernehmen, die Kinder angemessen auf "die Welt da draußen" vorbereiten?
Die kennen die Welt da draußen doch selber nur vom Hörensagen!
Einen idealen Lehrer stelle ich mir etwa so vor wie Mr. Miyagi aus "Karate Kid"...
ein weiser, alter Mann mit viel Lebenserfahrung, der nicht nur reden, sondern vor allem auch zuhören kann, und weiß, was seine Schüler umtreibt.
So jemand könnte den Kindern echte Werte vermitteln... und die Kids würden so jemanden vor allem auch ernst nehmen, weil sie instinktiv spüren, ob da jemand vor ihnen steht, der wirklich Ahnung hat, oder ob da nur ein langweiliger Beamter seinen Job macht.
So gesehen denke ich auch, dass Arne durch seine unkonventionelle Art bei Manuel mehr bewirken kann als die ganzen Durchschnittspädagogen, die sich wahrscheinlich davor schon vergeblich an dem Jungen abgemüht haben.
Kinder brauchen Vorbilder, um etwas zu lernen... aber das System gibt ihnen nur Witzfiguren.
Wenn ich dran denke, wie das bei uns in der Schule war... da waren die meisten Lehrer so lächerlich, dass sich selbst die dümmsten Schüler denen gegenüber noch intellektuell überlegen gefühlt haben.
Und die Eltern sind leider oft keinen Deut besser.
Die wissen zwar, wie man fickt und Nachwuchs in die Welt setzt... aber die meisten von ihnen haben doch überhaupt keine Zeit gehabt in ihrem bisherigen Leben, um sich mal tiefergehende Gedanken über den Sinn von allem zu machen.
Sprich: Sie setzen Kinder in eine Welt und wollen diese Kinder dann auch noch erziehen, obwohl sie nichtmal selber einen Plan haben, was sie eigentlich auf dieser Welt tun sollen außer Kinder in die Welt zu setzen und die dann zu erziehen.
Da kann überhaupt nix Vernünftiges dabei rauskommen... ganz egal, was für tolle pädagogische Ansätze sich Eltern und Lehrer auch ausdenken mögen.
Und was Arnes Frage angeht:
| Zitat: |
Ich habe ja schon mal angefangen, dazu praktische Fragen zu stellen und leider wenig Atworten bekommen. Wie soll man sich verhalten, wenn man mit Menschen konfrontiert wird, die sich normalerweise so verhalten:
http://www.dailymotion.com/swf/x58z2a |
Bei diesen Jungs würde ich folgenden pädagogischen Ansatz empfehlen:
http://de.youtube.com/watch?v=AvoNBomWBZI
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zanthia unregistriert
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Original von dian
Und was Arnes Frage angeht:
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Ich habe ja schon mal angefangen, dazu praktische Fragen zu stellen und leider wenig Atworten bekommen. Wie soll man sich verhalten, wenn man mit Menschen konfrontiert wird, die sich normalerweise so verhalten:
http://www.dailymotion.com/swf/x58z2a |
Bei diesen Jungs würde ich folgenden pädagogischen Ansatz empfehlen:
http://de.youtube.com/watch?v=AvoNBomWBZI
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lol...du willst aus manuel nen pawlowschen hund machen
ich würde ihn 3 mal in der woche für 1,5 stunden zum kampfsporttraining schicken. mein tae kwon do lehrer hatte soviel persönlichkeit, dass er leute aus allen schichten und allen altersgruppen in harmonie und disziplin
vereinen konnte.da waren rabauken dabei, die ausserhalb niemals irgendwen respektieren würden,aber während des trainings umgänglich waren.
wenn manuel so hart ist, wie er gerne darstellt, dann könnte er es wohlgemerkt mit disziplin und einsatz in 2 bis 3 jahren bis zum braunen gürtel schaffen.
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dian unregistriert
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| Zitat: |
| da waren rabauken dabei, die ausserhalb niemals irgendwen respektieren würden,aber während des trainings umgänglich waren. |
Ja, "während des Trainings" vielleicht schon...
ist halt die Frage, ob die ihr Kampfkunst dann beim Verlassen des Dojos schön brav in einen Spind einschließen und nur unter Aufsicht ihres Meisters herausholen, oder ob die dann nicht vielleicht später auch, wenn's in der Disco Stress gibt, dankbar darauf zurückgreifen.
Also wenn es wirklich ein erfahrener Lehrer ist, der auch über seinen Unterricht hinaus moralischen Einfluss auf seine Schüler hat (wie der angesprochene Mr. Miyagi), dann fände ich das ne tolle Idee.
Aber die Realität sieht leider meist ganz anders aus.
In der Realität sind die Kids zwei oder drei Stunden die Woche in der Obhut ihres Meisters, und den Rest der Zeit verbringen sie damit, sich mit anderen Asozialen zu treffen, Scheiße zu bauen oder Zuhause von ihren ebenso asozialen Eltern was auf den Deckel zu bekommen.
Eigentlich bräuchten die rund um die Uhr Vollzeit-Betreuung von einem echten Shaolin-Mönch, und keine gelegentliche Action-Pädagogik, bei der sie ab und zu mal ein bisschen aufgestaute Energie loswerden können.
@ Arne:
Um jetzt mal ernsthaft auf deine Frage einzugehen:
Du hast doch Gegenwelt gelesen.
Warum probierst du es also nicht mal mit etwas Gegenwelt-Pädagogik?
| Zitat: |
„Identität...“, murmelte Markus wenig begeistert. „Pass auf, ich zeige dir, was Identität ist!“
Mit diesen Worten griff er hinter sich ins Regal und kramte ein leeres Bierglas hervor, das er vor Kemal auf den kleinen Küchentisch stellte.
„Das sind wir Menschen, wenn wir geboren werden.“, erklärte er dem ein wenig ratlos dreinschauenden Kemal. „Ein Behältnis ohne Inhalt. Manche schön von Form und Wuchs, andere unscheinbar, mit unterschiedlichem Fassungsvermögen... aber noch ohne Inhalt.“
„Und meine Identität?“, fragte Kemal ungeduldig.
„Die kommt jetzt!“
Markus grinste und schüttete den Rest seines Morgenkaffees aus der Kanne in das Glas.
„Das hier... das ist das, was du von deinen Eltern mitbekommst. Ihre Kultur, ihre altmodischen Traditionen... Ich finde, abgestandener Kaffee beschreibt diesen Teil deiner Identität am besten.“
Dann beugte er sich nach hinten und nahm eine Flasche Coca Cola zur Hand.
„Das ist westliche Jugendkultur. Das, was man dir im Fernsehen erzählt. Das, was du kaufen sollst, wenn du dein Taschengeld bekommen hast.“
Er kippte die Cola zu dem Kaffee ins Glas, und erwiderte auf Kemals verwirrten Blick: „Auch das ist ein Teil von dir, oder nicht? Du bist schließlich nicht nur bei deinen Eltern aufgewachsen...“
Markus wartete gar nicht erst auf eine Reaktion von Kemal, sondern beugte sich nach hinten zum Küchenschrank, um noch ein paar weitere Getränke zu holen.
„Was haben wir denn da noch... lass mal sehen... saure Milch... ja, das ist eklig, aber gesund. Das ist der Teil, der dir vom Staat gereicht wird. Du sollst schließlich so lang wie möglich arbeiten können, daher musst du brav bleiben und sollst die Finger vom Alkohol lassen.
Und was haben wir denn hier Schönes? Jim Beam? Das ist der Traum vom Abenteuer, von Männlichkeit und rauschenden Partys, wie in deiner Gangster-Rapmusik!
Und dann wären da natürlich noch deine Kumpels...“
Er griff nach einer Flasche billigem Fusel.
„Hauptsache hart, egal, ob es Sinn macht oder nicht. Ja...“
Beobachtet von den skeptischen Blicken Kemals, schüttete Markus nun von jedem Getränk etwas in das Glas, bis es schließlich kurz vorm Überlaufen war.
„Oh, wie dumm von mir... ich habe noch etwas ganz Wichtiges vergessen...“, murmelte Markus. „Ein Schluck Absinth... die grüne Fee... für all die schönen Diskussionen, die wir in den letzten Wochen geführt haben.“
Er kippte auch davon noch etwas zu der Mischung dazu, wischte den überschwappenden Schaum ab, und schob das Glas dann auffordernd zu Kemal rüber.
„Darf ich vorstellen... deine Identität!“
Angewidert starrte Kemal auf die dunkle, übel riechende Brühe.
„Das ist ekelhaft, Markus!“, beschwerte er sich. „Du erwartest doch wohl nicht, dass ich das jetzt austrinke, oder?“
„Willst du denn nicht wissen, wie es schmeckt?“, erwiderte Markus. „Ich kann dir versichern, es schmeckt genau so, wie es aussieht... aber es ist nunmal deine Identität. Gute Einflüsse, schlechte Einflüsse.. und das ganze ziemlich mies ineinander gemixt...“
„Kann ich es nicht einfach auskippen?“
Markus schüttelte den Kopf.
„Du sagtest doch, du hast Angst davor, keine Identität mehr zu besitzen...“
„Ja schon, aber ich kann mir doch was Eigenes mixen oder das Glas auch einfach leer lassen. Warum ausgerechnet dieses Zeug trinken, das du mir da zusammengemischt hast?“, wollte Kemal verständnislos wissen.
„Warum ausgerechnet die Identität annehmen, die dir das Leben aufgedrückt hat?“, konterte Markus schlagfertig. „Warum nicht eine eigene suchen? Warum nicht allen anderen den Stinkefinger zeigen und einfach auskippen, was dir nicht gefällt? Oder bist du bei der Wahl deiner Getränke etwa wählerischer als bei der Wahl deiner Identität?
Dein Name, deine Religion, deine Nationalität...
das ist alles nur ein Getränk, das andere dir eingeschüttet haben. Und damit kannst du tun und lassen, was immer du willst, Junge.“ |
Was ich sagen will:
Öffne ihm die Augen!
Zunächst einmal muss er kapieren, dass sein bisheriges Leben scheiße verlaufen ist, und dass du es gut mit ihm meinst. Noch besser, wenn er dich auch irgendwie bewundern würde, so wie Kemal den alten Markus bewundert.
Dann könnte man daran gehen, ihm behutsam klar zu machen, dass er sich zu einem ziemlich peinlichen Loser entwickelt hat... dass er eigentlich das Potential dazu hätte, ein echter Held zu sein, und dass er jedoch durch die Gesellschaft und die gestörten Verhältnisse, in denen er vermutlich aufgewachsen ist, daran gehindert wurde, seine vollen Möglichkeiten auszuschöpfen.
Denkst du, er hat dieses Potential überhaupt?
Oder ist er zu dumm dazu? Bin ich da beim Beschreiben, wie aus dem erbärmlichen Möchtegerngangsta Kemal der coole Gegenweltler Demiro wird, etwas zu idealistisch zu Werke gegangen?
Ich glaube jedenfalls, dass es möglich ist... vorausgesetzt, dass die Rahmenbedingungen stimmen und der Aspirant über ein gewisses Maß an Intelligenz verfügt.
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wieso habe ich den thread so lange nicht gesehen? -.-
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| Ich finde ein Kind sollte sich so frei wie möglich entwickeln können, immer mit dem liebevollen jedoch nie belehrendem Verhalten des Erziehers. |
irgendjemand hier hatte mal eine tolle signatur, die zitierte: "die freie entwicklung eines menschen geht so lange gut, bis er auf einen anderen frei entwickelten menschen trifft." (sinngemäss)
| Zitat: |
| http://www.dailymotion.com/swf/x58z2a |
bei denen hilft reden erstmal nichts, denke ich. die haben eine gefestigte meinung von dem, was cool ist und was ihre eigene zukunft bringt.
wenn ich die aufgabe hätte, diese jungs zu "erziehen", dann würde ich sie als allererstes trennen. sobald ihnen klar ist, dass sie ihre eigenen leute nicht wieder sehen werden, werden sie ihre blockade, die sonst verursachen würde, dass sie nur abschalten um später ihren kollegen zu erzählen wie sie vollgelabert wurden, langsam verlieren.
als nächstes müsste man von jedem einzeln das selbstbewustsein zerstören. das schaffen die erzieher in militärischen trainingscamps ganz gut.
sobald das geschafft ist, sind die jungs wie rohlinge, die nach belieben in eine katholische schule oder wo auch immer hingeschickt werden könnten. meine meinung.
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Hansi unregistriert
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Ja @Arne ich seh das ähnlich wie @Dian. Mach ihm klar, dass sein bisheriges Leben alles andere als toll verlief und findet gemeinsam die Ursachen (fremde als auch die von Manuel selbst) und sprecht darüber was für ein Leben sich Manuel denn so vorstellen könnte, daran kann man dann weiter arbeiten, im Prinzip kann er es sich frei aussuchen und wenn er dann ein Ziel gefunden hat, dann wird er auch die Motivation von selbst aufbringen es zu erreichen. Ich kling zwar gerade wie ein alberner Motivationstrainer, aber wenn er erstmal erkennt, dass sein bisheriges Leben eher Scheiße war, dann ist das vllt gar nicht mal der schlechteste Weg.
@Dian: Leider ist aber Mr. Miyagi eine fiktive Filmfigur, tut mir leid wenn ich dein Weltbild jetzt zerrüttele
. Sowas wäre vllt wieder ein gutes Patentrezept, klingt aber erstmal leicht utopisch
.
@zanthia: Kampfsport ist eine Möglichkeit die funktionieren könnte, aber vllt ist es ja auch überhaupt nicht sein Ding, was ich an dem Aspekt aber gut finde, ist der Hintergedanke dabei. Will sagen, der Junge braucht ein Hobby (was er sich natürlich selber aussuchen darf) um seine Gedanken mal etwas abschweifen zu lassen und einen "klaren Kopf" zu bekommen. Oder was denkt ihr?
@quaid: Deine Kinder tun mir jetzt schon leid
. Sorry, wenn das jetzt ein bisschen hart klingt, aber hälst du sone Methode allen Ernstes für angebracht? Denn mit dieser Methode erreichst du ein Kriterium, was wir wohl nicht anstreben, nämlich Manipulation und totales zerfetzen der Persönlichkeit und Individualität.
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hansi:
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| Sorry, wenn das jetzt ein bisschen hart klingt, aber hälst du sone Methode allen Ernstes für angebracht? Denn mit dieser Methode erreichst du ein Kriterium, was wir wohl nicht anstreben, nämlich Manipulation und totales zerfetzen der Persönlichkeit und Individualität. |
wenn du dir das video anschaust..hälst du irgendwas anderes für angebracht? bei denen wird nich mehr viel helfen ausser sowas wie von mir vorgeschlagen wurde, denke ich. es hiess ja auch extra: wenn ich die jungs erziehen müsste.
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Hansi unregistriert
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Natürlich "helfen" da auch andere Methoden (was auch immer "helfen" jetzt bedeuten soll). Das sind auch nur Menschen wie du und ich, lediglich sind sie aggressiver als wir, aber dass heißt ja nicht, dass sie nicht lernfähig sind.
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Arne Kroger unregistriert
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Jetzt der Reihe nach:
Erstmal @Hansi:
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Interessanter und diskussionswürdiger Punkt. Natürlich macht das andersrum mehr Sinn, aber als ich meinen Vorbeitrag verfasste, da kam es mir genau anders herum in den Sinn, warum auch immer. War das jetzt einfach ein "Denkfehler" meinerseits oder liegt darin ein Problem wenn man über Pädagogik redet?
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Nee, das ist ein grundsätzliches Problem von vielen Menschen, die sich mit Pädagogik beschäftigen, dass sie gerne über die sekundären Ergebnisse reden ohne vorab mal abzuklären, was sie überhaupt wollen. Du machst das zwar besonders gerne, dass Du erst mal folgerst und dann die Prämissen festlegst, aber das ist bei fast allen so, wie ich auch gleich noch mal beschreiben kann, wenn ich auf die Ansätze hier zur Praxis eingehe.
Insgesamt setzt Du als Hauptform wohl ein glückliches Leben voraus, dass durch die Erziehung entstehen soll. Tja, da nutzen aber Deine Vorschläge wenig. Herr Ackermann ist als Multimillliardär bestimmt ebenso glücklich wie ein George W.Bush als Präsident. Was jetzt so toll dran sein soll, Kinder zu solchen Typen zu erziehen, ist mir nicht so ganz klar.
Kurzum: Glück als Erziehungsziel ist ziemlich einseitig.
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Allerdings finde ich auch, dass man mit diesem "Übertragen" von Wertevorstellungen von sich selbst in der Person des Erziehers maßvoll und sehr bedacht umgehen sollte. |
Nee, das ist eigentlich das einzige, was ich behalten würde, mir zuliebe. Ich erziehe nach meinen Wertvorstellungen (nach wessen denn sonst), um überhaupt eine Maßgabe zu haben bzw. eigentlich erziehe ich auch gar nicht, sondern ich verhalte mich einfach nach meinen Wertvorstellungen, das reicht. Ob das von dem zu Erziehenden kopiert wrd, kann nicht mein Problem sein.
Von allen Sachen, die ich reflektieren kann, sind sicherlich meine moralischen Grundlagen, diejenigen Sachen, die ich am schlechtesten ablegen kann.
Insofern würde auch bei einem Kleinkind, dass ich lange zu betreuen habe, wahrscheinlich nix anderes rauskommen als jemand, der lernt, dass die Arbeit das höchste und vor lauter Arbeit gar nix anderes mehr kann(Und Arbeit ist hier nicht im Sinne von Lohnarbeit oder sowas gemeint, sondern dazu gehört auch sich für alles verantwortlich zu fühlen, selbst in Foren, in die man mal zufällig gelangt ist, weiterzuschreiben, auch, wenn er es kaum noch zeitmäßig schafft. also jemand, der sein Leben eben weiht, in jedem Wettstreit, der erste, der beste zu werden, und der zwar glücklich für drei dabei ist, der das dann alles hat, nur kaum noch für sich und seine Freunde Zeit.)
Und Kinder sind in der Regel vorher Säuglinge vorher. Und geprägt werden Menschen in allen Phasen ihres Lebens, sowohl als Säugling wie auch als Kind, als Jugendlicher und auch noch als Erwachsener.
Ich persönlich würde sagen, dass ich neben den Prägungen in der frühen Kindheit, die ich nicht beurteilen kann, am ehesten im Erwachsenenalter mich geändert habe. Kann aber auch nicht sagen, ob ich überhaupt diese Fähigkeiten hätte, mich auch noch im Erwachsenenalter zu Veränderungen aufraffen zu können, wenn ich nicht Grundlagen dafür im Kindesalter empfangen hätte.
@dian:
Korrekt ist, dass es z.B. früher nur möglich war, z.B. eine Ausbildung zum Heilerziehungspfleger zu machen, wenn man schon eine andere Ausbildung hinter sich gebracht hatte. In dem jetzigen Projekt, in dem ich arbeite, ist es auch grundsätzlich so, dass man mindestens eine anderwertige Ausbildung gemacht haben muss, wenn man z.B. individualpädagogische Projekte betreuen will.
Wäre eigentlich schön, wenn sich das durchsetzen würde auf alle Bereiche, die was mit Arbeit mit Menschen zu tun haben.
Wenn ich es mir so einfach machen wollte, wie es sich @nemesus es immer in pädagogischen Fragen gemacht hat, dann wäre mir zur Evolution des Menschen auch am liebsten, dass man bis mindestens 40 zeugungsunfähig ist und erst dann Kinder bekommen könnte, da käme evtl. was besseres bei raus als jetzt.
Nur, solange wir ein Wirtschaftssystem haben, was dann maximal die Ausbeutbarkeit der Menschen bis zu dem Zeitpunkt, solange sie kinderlos bleiben, weiter verschärfen würden, brächte auch das alles nix.
Und jetzt auch noch mal eine Sache ganz deutlich an Dich und an @Zanthia:
Ich will hier keinen konkreten Fall besprechen. Manuel hat sich hier zum Teil selber eingebracht, damit muss er dann auch klarkommen, wenn jemand was von ihm will.
Konkret kann ich dazu nix sagen, weil es seine Persönlichkeitsrechte verletzen würde und auch ein Forum zumindest im öffentlichen Teil nicht der rechte Punkt ist, jemanden konkret zu diskutieren.
Mit dem angesporchenen Film habe ich ein Beispiel gezeigt (und um in der Sprache z.B. von Kontaktanzeigen zu bleiben, die dargestellten Personen sind evtl. dem angesprochenen Typus ähnlich, er sagte gerade, ich soll Euch ausrichten, da sind genug Sachen dabei, die er auch schon gemacht hat).
Nur: Wenn Ihr ihm was sagen wollt, dann sprecht ihn konkret an, ich sage nix zu ihm öffentlich, wenn, dann kann er das selber machen.
Ich halte das Beispiel aber auch möglich, allgemein besprochen zu werden, weil die Punkte, die darin wesentlich sind, eben Sachen sind, die unabhängig von den Fragen der individuellen Persönlichkeit identisch sind.
So, und jetzt geht es los:
Fangen wir mal an mit Deiner Beurteilung, @Zanthia:
Auch Du fängst wieder an wie @Hansi, Vorschläge zur Didaktik zu machen, ohne vorher zu sagen, was Du überhaupt erreichen willst.
Ich höre da maximal aus Deinem Vorschlag heraus, dass Du Menschen haben willst, die Disziplin und Einsatz zeigen können.
Klasse.
Was haben wir davon?
Ein disziplinierter KZ-Leiter bekommt natürlich mehr Juden vergast als ein etwas undisziplinierter. Rudolf Höß war bestimmt disziplinierter als Amon Göth. Ist das ein Wert, der verbreitet werden sollte.
Und ich persönlich empfinde schon, dass die Jugendlichen im Film einen sehr hohen Einsatz zeigen.
Ich denke mal, Du wolltest da irgendetwas anderes mit sagen, kann aber nicht schaden, erstmal darüber nachzudenken, dass Disziplin und Einsatzfreude sehr deutliche Sekundärtugenden sind.
Und diesbezüglch auch nochmal an @Dian:
Du bist nun mal ein Autor und glaubst an die Macht der Worte. Das macht nicht jeder und ich kann glücklciherweise auch mit der Macht meines Körpers Diskussionen führen und manchmal ist das auch ganz sinnvoll.
Nur, jetzt die Frage auch hier nach den Werten.
Wer ist denn hier ein Looser?
Die Jugendlichen in den Film, die sich bislang genommen haben, was sie wollten oder die leicht depressiven intellektuellen Schwätzer, die wir sind, und mit unseren Zweifeln leben müssen?
Wenn ich nach Hansi Kriterien vorgehe, dann würde ich mal sagen, dass die Jugendlichen in ihrer Gruppe doch zufriedener sind als wir spinnerten Individualisten.
Denk' mal drüber nach: Auch Du willst einen anderen Wert verkaufen, als wie Du hier darstellst. Warum sollten wir das richtige Leben führen und nicht die anderen???
Ja, @quaid. In einem Punkte hast Du Recht. Die Gruppe, die die Jugendlichen haben, gibt ihnen Selbstvertrauen und Stärke. Ist das ein Grund, sie ihnen wegzunehmen?
Wenn man Bedenken gegen die politischen Meinungen der Unity hätte, sollte man schnell die Unity zerstören, um möglichst bald unser aller Selbstvertrauen zu zerstören, damit wir katholische Betschüler z.B. werden?
Um ehrlich zu sein, finde ich das nicht eine besonders positive Entwicklung für die Unity, wenn wir hieraus ein Ratzingerfreundliches Forum machen wollen.
Amen.
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Arne Kroger unregistriert
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Ja, und dann auch noch schnell zu den Sachen, die geschrieben wurden, die in der Zeit geschrieben wurde, als ich den letzten Beitrag verfasste.
Ja, @Hansi, dann sag' mal, wie ich z.B. Dir klarmachen könnte, dass Dein bisheriges Leben mit SSK und so alles andere als toll war. Oder dass @Dian mit seiner Unity bislang nur ein Looserleben führte?
Wie macht man Euch das klar???
Und von welchen Leuten im Film redet Ihr eigentlich?
Von den paar, die da als Gruppe agieren und sich ihren Spassel machen oder von dem Müll, der sich alles bieten lässt und unfähig ist, einmal als Gruppe zu agieren und nur zuschaut, wenn irgenein wahllos rausgepicktes Opfer drangsaliert wird nach dem Motto "Hauptsache, mich trifft es nicht!"
Die stehen da rum, schauen sich an, wie Oma die Handtasche geklaut wird vom Balkon aus, verpissen sich ängstlich an ihrem Kneipentisch und selbst an den öffentlichsten Orten, wo hunderte von Menschen versammelt sind, schauen sie lieber dämlich rein anstatt mal was zu unternehmen.
Keine Ahnung, wie man solche Leute erziehen kann, aber ich glaube, ganz unrecht hat @quaid nicht. Die dumme zuschauende Masse gehört, genauso wie man es mit den Deutschen 1945 hätte machen sollen, erstmal für das restliche Leben in ein Umerziehungslager.
Aber ich finde sie nicht aggressiver, diese Zuschauer, sondern nur eklig lethargisch und ohne jegliches Wertbewusstsein, was Gerechtigkeit und Ungerechtigkeit anbelangt.
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arne:
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Ja, @quaid. In einem Punkte hast Du Recht. Die Gruppe, die die Jugendlichen haben, gibt ihnen Selbstvertrauen und Stärke. Ist das ein Grund, sie ihnen wegzunehmen?
Wenn man Bedenken gegen die politischen Meinungen der Unity hätte, sollte man schnell die Unity zerstören, um möglichst bald unser aller Selbstvertrauen zu zerstören, damit wir katholische Betschüler z.B. werden?
Um ehrlich zu sein, finde ich das nicht eine besonders positive Entwicklung für die Unity, wenn wir hieraus ein Ratzingerfreundliches Forum machen wollen. |
erstmal sagte ich extra: wenn ich die aufgabe hätte, die jungs zu erziehen. dann sagte ich auch, dass ich glaube, dass es nur so ginge, da die sich sonst garnix sagen lassen.
und dann ist es ja zugegeben lächerlich, einen vergleich zur unity zu ziehen. angefangen damit, dass wir nicht sinnlose gewalt ausüben und sowieso das genaue gegenteil von denen sind, und beendet damit das von einer (manipulativen) änderung hier nie die rede war.
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Arne Kroger unregistriert
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Jetzt noch mal:
Was ist denn schlimmer an Jugendlichen, die sich einfach etwas nehmen, als an passiven Zuscheuern, die sich sowas alles angucken ohne einzugreifen???
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es tut nichts zur sache, was von diesen beiden dingen schlimmer ist.
die eigentliche frage war, wie man diese kids erziehen sollte. ich habe meinen vorschlag gemacht, weil ich denke, dass es nur so geht oder zumindest so am effektivsten ist, weil ich denke das bei denen eh alles zu spät ist.
im übrigen drehen diese kids völlig frei, randalieren sinnlos und sind übernatürlich aggressiv. das hat nichts mehr mit "einfach etwas nehmen" zu tun.
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dian unregistriert
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@ Arne:
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Nur, jetzt die Frage auch hier nach den Werten.
Wer ist denn hier ein Looser?
Die Jugendlichen in den Film, die sich bislang genommen haben, was sie wollten oder die leicht depressiven intellektuellen Schwätzer, die wir sind, und mit unseren Zweifeln leben müssen? |
Jetzt fall doch nicht auf die Propaganda der Rapindustrie rein, die so tut, als ob asoziales Verhalten in irgendeiner Weise was mit "Siegermentalität" oder auch nur "Coolness" zu tun haben würde!
Das ist einfach nur erbärmlich materialistisches Denken, knapp oberhalb des geistigen Niveau eines Tieres, was solche Leute umtreibt.
Immer gierig nach dem nächsten Fick, der nächsten Sensation oder der nächsten Schlägerei...
Die sind Gefangene ihrer niedersten Instinkte.
Das siehst du doch schon daran, wie die abgehen, wenn man ihre Freundin komisch anguckt. Das ist genau das selbe Verhalten wie im Tierreich, wenn zwei brünftige Hirsche aneinandergeraten.
Nee, sorry, solche Leute gehören für mich in den Zoo oder den Urwald. Mit zivilisiertem Leben, wie ich mir das vorstelle, hat das nix zu tun.
Schön.. dann haben sie sich halt genommen, was sie wollten...
Na und? Das tut im Grunde jede Ratte. Muss man jetzt auch noch anfangen, sowas zu bewundern, nur weil es unkonventionell ist und vom typischen Dasein eines Durchschnitssspießers abweicht?
Als ob es was mit Mut oder Aufrichtigkeit zu tun hätte, wenn man sich den ganzen Tag lang von seinem Schwanz steuern lässt...
Wenn du mich fragst, ist das einfach nur die totale Unfähigkeit, sich auf eine höhere, geistige Ebene zu begeben. Allerhöchstens bemitleidenswert, aber mehr nicht.
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Leberkrebs unregistriert
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Bei den Jungs im Film empfehle ich möglichst schnell eine 45er zu ziehen, da sie offenbar mit Spielzeug zur Arbeit gehen.
Anfängerfehler!
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zanthia unregistriert
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| Zitat: |
Original von Arne Kroger
Jetzt der Reihe nach:
Nee, das ist ein grundsätzliches Problem von vielen Menschen, die sich mit Pädagogik beschäftigen, dass sie gerne über die sekundären Ergebnisse reden ohne vorab mal abzuklären, was sie überhaupt wollen. Du machst das zwar besonders gerne, dass Du erst mal folgerst und dann die Prämissen festlegst, aber das ist bei fast allen so, wie ich auch gleich noch mal beschreiben kann, wenn ich auf die Ansätze hier zur Praxis eingehe. |
da scheinst du was anderes gelesen zu haben als ich. dies ist jetzt auch das 2. mal , dass ich lese , dass du hansi unterstellst, er hätte keine ziele genannt. was ich gelesen habe von hansi war das:
| Zitat: |
Original von Hansi
Denn man muss sich ja überlegen, was man mit der "Erziehung" überhaupt bewirken möchte und ich für meinen Teil möchte einen freiheitsliebenden, liebenswerten, herzlichen, ehrlichen, aber auch rebellisch wenns nötig wird, niemals aufgebenden, das Leben genießenden, materiellen Besitz nicht überbewertenden Erwachsenen. |
ich mag vielleicht glücklicherweise auf einem anderen planeten leben als du , arne, aber in meiner welt würde man sagen , das waren die ziele.
und nicht allein das, was du ihm hier unterstellst:
| Zitat: |
Original von Arne Kroger
Insgesamt setzt Du als Hauptform wohl ein glückliches Leben voraus, dass durch die Erziehung entstehen soll. Tja, da nutzen aber Deine Vorschläge wenig. Herr Ackermann ist als Multimillliardär bestimmt ebenso glücklich wie ein George W.Bush als Präsident. Was jetzt so toll dran sein soll, Kinder zu solchen Typen zu erziehen, ist mir nicht so ganz klar.
Kurzum: Glück als Erziehungsziel ist ziemlich einseitig.
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...in meinem realitätstunnel schließt sich auch deine unterstellung allein durch hansis bemerkung:
| Zitat: |
| materiellen Besitz nicht überbewertenden Erwachsenen. |
aus.
falls du jetzt hier irgendwas von primär und sekundär, oder grob und feinlernzielen dozieren willst, dann fehlt mir in meiner realität immer noch eine konkrete aussage von dir und ich stelle fest, dass ich nichts von dir lernen kann, ausser , wie man auf platteste art leute runterputzt.
| Zitat: |
Original von Arne Kroger
| Zitat: |
Original von Hansi
Allerdings finde ich auch, dass man mit diesem "Übertragen" von Wertevorstellungen von sich selbst in der Person des Erziehers maßvoll und sehr bedacht umgehen sollte. |
Nee, das ist eigentlich das einzige, was ich behalten würde, mir zuliebe. Ich erziehe nach meinen Wertvorstellungen (nach wessen denn sonst), um überhaupt eine Maßgabe zu haben bzw. eigentlich erziehe ich auch gar nicht, sondern ich verhalte mich einfach nach meinen Wertvorstellungen, das reicht. |
mir reicht das auch. in meiner welt spricht das, was du da von dir gibst für sich....
| Zitat: |
Original von Arne Kroger
Und jetzt auch noch mal eine Sache ganz deutlich an Dich und an @Zanthia:
Ich will hier keinen konkreten Fall besprechen. Manuel hat sich hier zum Teil selber eingebracht, damit muss er dann auch klarkommen, wenn jemand was von ihm will.
Konkret kann ich dazu nix sagen, weil es seine Persönlichkeitsrechte verletzen würde und auch ein Forum zumindest im öffentlichen Teil nicht der rechte Punkt ist, jemanden konkret zu diskutieren.
Mit dem angesporchenen Film habe ich ein Beispiel gezeigt (und um in der Sprache z.B. von Kontaktanzeigen zu bleiben, die dargestellten Personen sind evtl. dem angesprochenen Typus ähnlich, er sagte gerade, ich soll Euch ausrichten, da sind genug Sachen dabei, die er auch schon gemacht hat).
Nur: Wenn Ihr ihm was sagen wollt, dann sprecht ihn konkret an, ich sage nix zu ihm öffentlich, wenn, dann kann er das selber machen.
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auf meinem planeten sah das auch anders aus:
arne hat mindestens 3 mal einen link von einem video gepostet, in dem jugendliche zu sehen sind, die er mit seinem manuel vergleicht und schon mehr als 3 mal gefragt, wie man mit solchen leuten umgehen könnte. ja, arne, ich hab auch schon beim ersten mal einsehen müssen, dass du es sehr schwer hast und andere haben das hier auch, wie man manchen posts entnehmen konnte.
ausser nun endlich auf deine frage zu antworten, interessiere ich mich nicht für manuel und habe nicht die absicht, seine persönlichkeitsrechte zu verletzen. auch ist mir das im post von dian wohl auch entgangen...ich hatte nicht den eindruck, dass dian persönliche details von manuel hier breitgetreten haben wollte. du arbeitest hier mit unterstellungen, die eine für mich unangenehme diskussionsatmosphäre herstellen. und das hat alles nichts damit zu tun , wie es hier schon mehrfach auch nemesus unterstellt wurde, dass ich auf die raue unity-art nicht klar komme. es macht irgendwann einfach keinen spass mehr, chronisch missverstanden zu werden, dafür brauch ich kein forum , da kann ich dann auch versuchen mit meinen nachbarn oder meiner familie zu reden, da kommt dann genauso viel bei rum.
| Zitat: |
So, und jetzt geht es los:
Fangen wir mal an mit Deiner Beurteilung, @Zanthia:
Auch Du fängst wieder an wie @Hansi, Vorschläge zur Didaktik zu machen, ohne vorher zu sagen, was Du überhaupt erreichen willst.
Ich höre da maximal aus Deinem Vorschlag heraus, dass Du Menschen haben willst, die Disziplin und Einsatz zeigen können.
Klasse.
Was haben wir davon?
Ein disziplinierter KZ-Leiter bekommt natürlich mehr Juden vergast als ein etwas undisziplinierter. Rudolf Höß war bestimmt disziplinierter als Amon Göth. Ist das ein Wert, der verbreitet werden sollte.
Und ich persönlich empfinde schon, dass die Jugendlichen im Film einen sehr hohen Einsatz zeigen.
Ich denke mal, Du wolltest da irgendetwas anderes mit sagen, kann aber nicht schaden, erstmal darüber nachzudenken, dass Disziplin und Einsatzfreude sehr deutliche Sekundärtugenden sind.
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in meiner realität haben sogar dian und hansi mehr damit anfangen können, obwohl sie keine erklärten pädagogischen fachleute sind.
aber ok, nicht jedem menschen ist intuitives verständnis als gabe in die wiege gelegt worden und wie dian schon sagte, oft sind pädagogen eben die schlechtesten vorbilder.
1. bedeutet kampfsport eine kanalisation von aggression
2. setzt sport endorphine frei, die für ausgeglichenheit sorgen
3. erhöht eine gürtelprüfung das selbstwertgefühl, was besonders wichtig ist bei leuten, die sonst kaum zu positiven leistungen fähig sind, und daher eher kritik und zurechtweisung von anderen kassieren, als anerkennung, die ihnen etwas wert wäre.
4. die identifikation mit einem sport ist besser als die identifikation mit
einer gangster-bande
5. im kampfsport wird eine leicht verständliche ethik vermittelt.
6.ein tae kwon do lehrer hat eine bessere vorbildfunktion als vertrocknete pädagogen
7. ein tae kwon do lehrer hat bessere möglichkeiten , sich respekt zu verschaffen und zu verteidigen, als klapprige verzweifelte fachleute
8. 3 mal in der woche training ist auch für einen jungen menschen hart und er kann in dieser zeit keine dummheiten machen und wird danach schön ausgepowert sein
9. er kann die erfahrung machen, dass auch er in der lage ist, etwas sinnvolles zu erreichen und er hat ein ziel, was er als attraktiv empfinden könnte: z.b. den braunen gürtel zu erreichen
10. könnte ihm das training wirklich spass machen und er könnte über den verein neue kontakte knüpfen, die vielleicht noch andere dinge im kopf haben als autos knacken und leute aufklatschen....
| Zitat: |
Original von Arne Kroger
Ja, @Hansi, dann sag' mal, wie ich z.B. Dir klarmachen könnte, dass Dein bisheriges Leben mit SSK und so alles andere als toll war. Oder dass @Dian mit seiner Unity bislang nur ein Looserleben führte?
Wie macht man Euch das klar???
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das ist der harte, raue diskussionsstil eines aus freidenkenden individualisten bestehenden forums?
arne steht hier für eine harte diskussionskultur, die dem ganzen den stempel aufdrücken darf?
in meiner realität ist das masochismus und blökendes- schäfchen- gehabe, arne für sein dumm dreistes auftreten zu belohnen und ihm eine führerposition
zuzugestehen, wie es in den dörflichsten schützenvereinen gehandhabt wird.
damit bin ich dann auch raus aus dieser nummer, einfach weil ich eingesehen habe, dass meine realität eine andere ist.
Dieser Beitrag wurde 1 mal editiert, zum letzten Mal von zanthia am 12.06.2008 12:53.
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Was ist eigentlich, wenn jemand wie Manuel beim Kampfsport Kämpfen lernt, aber nicht die Ethik übernimmt?
Ich weiss zwar nicht, wie wirksam Kampfsport tatsächlich ist, aber wenn er die Kampfkraft von jemandem tatsächlich deutlich erhöht, wäre das im Fall von Manuel wohl recht gefährlich und kontraproduktiv.
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"Do you believe in free will?" "I have no choice."
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dian unregistriert
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Ach, das ist doch zum Kotzen, Leute!
Jedes Mal, wenn hier zumindest ansatzweise ernsthaft über ein Thema diskutiert wird, kommt wieder irgendwer angerannt und flennt rum "Bääh, ich mag den Arne nicht!" oder "Buhuuu, der Nemesus ist so gemein zu mir" oder "Der X vergiftet das Klima im Forum. So lange der hier ist, werde ich hier nicht mehr mitschreiben!"
Ist das eure Vorstellung davon, wie zivilisierte Menschen miteinander umgehen sollten?
Ich finde ja eher, das hat was von einem Kindergarten.
@ Zanthia:
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| es macht irgendwann einfach keinen spass mehr, chronisch missverstanden zu werden, dafür brauch ich kein forum , da kann ich dann auch versuchen mit meinen nachbarn oder meiner familie zu reden, da kommt dann genauso viel bei rum. |
Ok, mal abgesehen davon, dass ich mir nicht vorstellen kann, dass deine Nachbarn so ähnliche Ansichten haben wie Arne...
prinzipiell kann ich das schon verstehen, um was es dir geht.
Ich bin ja auch eher jemand, der Wert auf ein harmonisches Miteinander legt, und den es ankotzt, ständig irgendwelchen unwissenden Mitmenschen das Einnmaleins erklären zu müssen, wenn man mit denen eigentlich viel lieber über Quantenphysik diskutieren möchte.
Aber ich verstehe echt nicht ganz, warum ihr euch gerade so auf Arne einschießt.
Arne hat radikale, unkonventionelle Ansichten... ja, zugegeben.
Arne ist stur. Ok.
Doch wieso ist er deshalb gleich "dummdreist" oder "Müll"?
Ich für meinen Teil habe ja auch nicht immer die selben Ansichten wie Arne... und wenn er gerade seine antideutsche Phase hat und gar nicht merkt, wie er dadurch selber zum Rassisten wird, könnte ich ihn auch manchmal
Trotzdem wäre ich noch nicht einmal auf die Idee gekommen, ihn hier loswerden zu wollen... einfach, weil es mitunter sehr erfrischend sein kann, wenn Arne plötzlich irgendwas in Frage stellt, was für alle anderen eigentlich völlig selbstverständlich gewesen ist. Man muss ihm ja deshalb noch lange nicht zustimmen.
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| in meiner realität ist das masochismus und blökendes- schäfchen- gehabe, arne für sein dumm dreistes auftreten zu belohnen und ihm eine führerposition zuzugestehen, wie es in den dörflichsten schützenvereinen gehandhabt wird. |
Weiß nicht, wie du jetzt darauf kommst, dass Arne hier der Führer wäre, nur weil er hier der Fleißigste ist, was die Zahl der Beiträge angeht.
Arne ist ein User wie alle anderen auch, und jeder hat das Recht, ihn zu ignorieren.
Du hättest beispielsweise verstärkt auf das, was die anderen User zu dem Thema gepostet haben, eingehen können, und Arne und seine Ansichten einfach links liegen lassen.
Aber irgendwie scheint er deine Aufmerksamkeit geradezu magisch anzuziehen, so, wie sich anscheinend auch Nemesus der Faszination von Arnes Weltbild nur sehr schwer zu entziehen vermochte.
Vielleicht solltet ihr ihm in der Plateau-Wikia doch noch einen eigenen Huldigungsschrein einrichten...
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