|
|
Seit einiger Zeit trage ich eine Idee mit mir herum, die ich trotz der tatsächlich nicht sehr einladenden Stimmung hier in der Unity miitteilen möchte.
Was mir vorschwebt, ist ein sehr einfach gehaltenes Forum mit der Hauptfunktion einer Maillinglist und Abstimmungsfunktion.
Im Laufe der kommenden Monaten besteht das Ziel lediglich darin, sehr viele "Unzufriedene" User, die bereit sind, sich mehr oder weniger zu engagieren, in diese Mailinglist aufzunehmen und über die Entwicklung zu informieren.
Sobald eine bestimmte Anzahl von Usern beteiligt sind (vielleicht 5.000.. oder 10.000) können erste Aktionen gestartet werden.
Solche Aktionen können darin bestehen, gegen bestimmte, allgemein bekannte Korruptionsschweine, Psychoterror auszuüben, z.B. in der Form von Massen-Emails, oder jeder schreibt einen Brief oder so.
Darüber hinaus wäre es möglich, die User zu kleinen Spenden aufzurufen, jeder nur 1 oder 2 Euro. Mit diesem Geld könnte man größere Aktionen starten und die Presse einbeziehen.
Als Initiator müsste man die Mailinglist koordiieren und ein Abstimmungssystem für verschiedene Aktionen entwickeln, damit die User Einfluss nehmen können.
Vielleicht ist die Idee naiv, aber mir gefällt sie, weil die Möglichkeit besteht, mit relativ wenig Mitteln größere Aufmerksamkeit zu erregen.
Natürlich gibt es ausreichend Gründe, warum es nicht klappen könnte. Die Frage ist, ob es einen Versuch wert ist. Wie groß wäre der Aufwand, so ein System zu entwickeln? (Ich habe keine Ahnung von Forenentwicklung o.Ä. und auch keine Zeit das mal eben zu lernen).
Bei der theoretischen Entwicklung würde ich mich jedoch einbringen. Sinnvoll wäre vermutlich eine kleine Projektgruppe innerhalb der Unity...
Soweit die ersten Gedanken dazu...
Lebensform
|
|
|
|
|
Seneca unregistriert
 |
|
Erst einmal herzlich willkommen und vielen Dank für diesen sachorientierten Beitrag (die werden ja immer seltener).
Grundsätzlich halte ich deiene Idee für gut und ich finde sie wäre grundätzlich einen Versuch wert, wobei ich mich mit Forengeschichten auch nicht so auskenne.
Ich habe nur folgende Bedenken bei der Sache: Da es in der Unity noch nie das Zeil war mit einer Stimme zu sprechen bzw das noch nie passiert ist, sehe ich es schon kommen, dass sich Pro- und Contrafraktionen ausbilden werden. Und wie will man etwas anch außen hin vertreten und bewegen, wenn schonmal 80% der User abstimmt ohne eine Ahnung zu haben und diejenigen, welche abstimme wiederum 50:50 gespalten sind?
|
|
|
|
|
|
zanthia unregistriert
 |
|
| Zitat: |
Original von atreju
Ich würde mitmachen |
klar, psychoterror ist genau dein ding, hmm?
@lebensform
häää?
(wo kommen die "unzufriedenen user" her?...unzufrieden womit? engagieren wofür?über welche entwicklung soll informiert werden, über die entwicklung der unzufriedenheit? mit welcher leistung schafft man 5000-10000 user anzulocken? wer sind die allgemein bekannten "korruptionsschweine"?
)
|
|
|
|
|
|
Seneca unregistriert
 |
|
Mensch, @zanthia, stell dich doch nicht blöd. Ziel der Aktion soll es offensichtlich sein einen "Aufschrei der Unzufriedenen" zu starten und durch gezielte Aktionen einfach Leute wachzurütteln. Dem ist grundsätzlich ja mal nichts entgegenzusetzen.
Das Problem ist, dass von einem erwartet wird, dass man hinter Kritik und Geschrei auch ein seriöses Programm nachschiebt. Und daran wird es hapern.
|
|
|
|
|
|
Leberkrebs unregistriert
 |
|
Könnte vor allem daran hapern, das das erstmal eine Konkurrenzveranstaltung zu Plänen ist, die hier von einer Einzelperson vorangetrieben weden.
|
|
|
|
|
|
M.F unregistriert
 |
|
Also an der Idee kann man ruhig arbeiten.
Hatte sogar auch mal sone ähnliche Idee.
Wichtig wäre jetzt erstmal sich zu überlegen, welche Ziele das ganze haben sollte.
Das erzählt mal die Lebensform am besten erstmal selbst.
Also ich hätte durchaus Interesse mitzumachen.
|
|
|
|
|
|
zanthia unregistriert
 |
|
| Zitat: |
Original von Seneca
Mensch, @zanthia, stell dich doch nicht blöd. Ziel der Aktion soll es offensichtlich sein einen "Aufschrei der Unzufriedenen" zu starten und durch gezielte Aktionen einfach Leute wachzurütteln. Dem ist grundsätzlich ja mal nichts entgegenzusetzen.
Das Problem ist, dass von einem erwartet wird, dass man hinter Kritik und Geschrei auch ein seriöses Programm nachschiebt. Und daran wird es hapern. |
öhm...mich blöd stellen gehört tatsächlich zuweilen zu meiner strategie, um leute "wachzurütteln". aber genau hier muss ich passen. ich kapiers tatsächlich nicht. ich meine, ich könnte ja jetzt mit der "idee" kommen, "wie wärs, wenn wir nicht 5, nicht 10 nein sogar 100 tausend leute hätten, da könnten wir sogar noch viel mehr psychoterror organisieren..."?
aber was wollen "wir" den 10000000000000000000....etc. leuten anbieten, vielleicht depressionen? damit könnten wirs vielleicht wie depri.ch irgendwann mal auf 17.000 leute schaffen ...aber was ist schon attraktiver als depris? psychoterror vielleicht?
|
|
|
|
|
|
Seneca unregistriert
 |
|
Naja, machen wir doch mal ein einfaches Beispiel. Wenn wir jetzt die einfache und wenig tiefsinnige These aufstellen, dass wir uns vom Staat überwacht fühlen und der Überwachungsterror ein Ende haben muss, dann könnten wir diese These ausbauen, entsprechend propagieren, Leute anlocken, die der gleichen Meinung sind, und mit der angelockten Masse versuchen dem Innenministerium an den Karren zu fahren, indem wir denen ihre Postfächer verstopfen und ständig jemand dort anruft und alle Leitungen tot sind, die Wände voll plakatiert etc.
Ob das dann tatsächlich was bringt sei mal dahingestellt, aber wenn man das mit einigen hundert Leuten einen Tag lang betreibt kann das gewaltig Aufsehen erregen.
|
|
|
|
|
|
nemesus unregistriert
 |
|
re: Lebensform
18.08.2008 02:53 |
 |
| Zitat: |
Natürlich gibt es ausreichend Gründe, warum es nicht klappen könnte. Die Frage ist, ob es einen Versuch wert ist. Wie groß wäre der Aufwand, so ein System zu entwickeln? (Ich habe keine Ahnung von Forenentwicklung o.Ä. und auch keine Zeit das mal eben zu lernen).
Bei der theoretischen Entwicklung würde ich mich jedoch einbringen. Sinnvoll wäre vermutlich eine kleine Projektgruppe innerhalb der Unity... |
Also, Lebensform,
ich denke, dass ein wie auch immer geartetes Projekt viel Einsatz erfordert. Ich rate Dir also dringend ab, wenn Du nicht bereit bist, Dir viel Zeit für ein solches Projekt ZU NEHMEN.
Die Unity-Statistik von Dir zeigt folgenden Eintrag:
Mitgliedsname: Lebensform
Registriert am: 20.03.2008
Beiträge: 1
Ich denke, das wird nicht reichen, und schon gar nicht, wenn Du wirklich 5000 oder 10000 Leute zusammenbringen möchtest. Das Plateau existiert seit 1999 im Netz, die Unity kam ein Jahr später dazu. Wie Du sehen kannst, hält sich die Anzahl der AKTIVEN Mitglieder im sehr überschaubaren Bereich. Und die Anzahl sinkt noch weiter, je mehr die Aktivität mit Aufwand verbunden ist. (Siehe dazu die letzten Abschiedspost der vergangenen Tage...)
Nebenbei frage ich mich auch nach dem Sinn dieses speziellen Unterfangens.
Kannst Du konkrete Beispiele für >> allgemein bekannte Korruptionsschweine<< nennen?
Und wenn sie bekannt sind, warum braucht dann die Presse eine neue Infoquelle?
Warum sollten sich >>Korruptionsschweine<< von eMails einschüchtern lassen?
Ich persönlich glaube, dass gerade die jüngsten Entwicklungen in der Unity zeigen, dass sich die wirklichen Probleme auf der menschlichen, und nicht auf pseudopolitischen Ebene abspielen.
Was veranlasst Dich dazu, anders zu denken?
Gruß,
N.
|
|
|
|
|
|
|
|
Ich bin prinzipiell kein Feind von Aktionen, allerdings ist es gut, nachzuschauen, was es noch nicht gibt und was sinnvoll wäre...
So gibt es weitaus mitglieds-stärkere Gruppen, die sich schon unter einem gemeinsamen Ziel vereinen(Anrifa,...)
Neu wäre, denke ich, nicht die Destruktion von vorhandenem, das gab und gibt es schon genug, sondern das Erstellen von Neuem, besserem, neuen, bessere, Strukturen,.... Und um diese in den Köpfen zu erstellen, braucht es ersteinmal eine persönliche Entwicklung und gerade diese kann zunächst durch einen Austauch und Diskussionen auf einer Plattform wie dieser stattfinden...
Deswegen würde ich es ein Hauptziel nehmen, viele Leute zu motivieren, sich z.b. hier mit den Themen zu bschäftigen, allerdings wäre der Effekt einer überdachten Aktion, hinter der eine bessere Struktur steckt natürlcih sehr vorantreibend , allerdings müssten viele dahinter stehen....
|
Seien wir realistisch- versuchen wir das Unmögliche!
|
|
|
|
|
|
Arne Kroger unregistriert
 |
|
@Lebensform:
Die Idee ist ja nicht neu, was sie aber nicht deshalb gleich schlecht macht.
Unterschriftensammlungen gab es schon immer. Und man kann eben auch vielfach mit solchen Aktionen manchmal was erreichen, aber meine Erfahrung aus der politischen aktiven Zeit von mir sagt mir auch, dass es immer wieder besser ist, wenn einzelne wirklich mal IHRE INTERESSEN wahrnehmen würden.
Derartige Aktionen haben wir schon hier angefangen.
Einmal z.B. hier in dem Beitrag von mir vom 04.07., wozu mir sogar schon eine Antwort vorliegt, die ich die Tage mal genauer veröffentlichen werden einschließlich meiner Reaktion.
Oder auch hier in meinem Beitrag von 20.02.. Dazu ist noch keine Antort gekommen, die haben noch zwei Monate, dann geht das nochmal raus als Einschreiben mit Rückschein und gleichzeitigem Verweis, dass der Brief schon einmal rausging und der seine Strukturen im Postbereich untersuchen soll, wo der Brief abgeblieben ist.
Deseiteren habe ich auch schon mal hier angeboten, wie man noch mehr machen kann.
Zur Zeit scheitert das meistens daran, dass niemand so richtig hartnäckig sein will.
Ich kann aus meiner Erfahrung nur sagen, dass ich mit meiner Hartnäckigkeit Erfolg hatte, zumindest, wenn ich mir meine materielle und persönliche Enticklung betrachte.
|
|
|
|
|
|
|
|
Schön, dass es einige Reaktionen gab.
@zanthia:
Reine Mundzumund-Propaganda... also E-Mails natürlich eingeschlossen. Man könnte die Idee auch in anderen Foren propagieren. Mit Entwicklung meinte ich, die Mitglieder über die Anzahl der neuen Mitglieder zu informieren, so dass das Projekt nicht in Vergessenheit gerät. So eine Art Countdown starten. Letztlich wird die Qualität des Schneeballeffektes darüber entscheiden, ob und wie viele Leute "mitmachen"
@nemesus:
"Mitmachen" ist das Stichwort. Natürlich wird es einige Zeit in Anspruch nehmen, aber im Gegensatz zu Foren wie der Unity oder dem Plateau wird so gut wie keine Aktivität erwartet, mit Ausnahme von den Initiatoren. Die eigentliche Aktivität besteht darin, sich in die Liste eintragen zu lassen, abzustimmen und einen geringen Beitrag zu leisten.
@Seneca: Dieser Beitrag kann eben so aussehen, dass man - da habe ich ebenfalls dran gedacht - Telefone blockiert, Postfächer überlastet o.Ä. In diesem Zusammenhang ist mir z.B. wieder eingefallen, dass es mal eine Aktion gab, bei der ein ganzer Lastwagen voll AOL-Cd´s gesammelt und im Foyer von Aol entladen wurde. Soweit jedenfalls die mündliche Überlieferung.
Solche Aktione gefallen mir, weil sie kurz und prägnant zum Ausdruck bringen: Behaltet euren Mist, wir machen da nicht mehr mit.
"Korruptionsschweine" habe ich jetzt einfach mal synonym verwendet, für alle geistig armen oder menschenverachtenden Aktionen, mit denen man so ab und an konfrontiert wird. Und an Ideen dürfte es ja wohl in so einem Forum nicht mangeln, sonst macht das Forum an sich keinen Sinn.
@Nemesus:
Ich denke, dass sich zwischenmenschliches Bemühen und politische Aktionen nicht ausschließen. So sehe ich den Schwerpunkt der Unity im politischen Bereich, den des Plateaus im zwischenmenschlichen.
Insofern können sie eine schöne Ergänzung darstellen, wenn nicht permanent gehetzt werden würde.
@Arne:
Ich finde solche Aktionen zum Schmunzeln, vorausgesetzt man bekommt eine Antwort. Aber letztlich steckt man sehr viel Energie für zu wenig Bewegung rein. Unter dem Strich wird es einen genervten Sachbearbeiter geben. Es muss größer sein, mit mehr Bewegung, mehr Öffentlichkeit, provokativer und evtl. auch auf der Grenze der Legalität.
Die Frage ist eben, was Ihr wollt. Soll es ein Anlaufpunkt für Gedankenaustausch sein, dann braucht man überhaupt keine Aktionen. Ich lese hier seit einiger Zeit mal mehr, mal weniger intensiv mit, und kann eigentlich jedem User, bzw. deren Beiträgen, etwas abgewinnen, was mich zum Nachdenken anregt.
Es ist bedauerlich, dass hier versammelte Menschen, die alle ein Stück über den Tellerrand schauen, so viel Energie in sinnlose Streitgespräche investieren.
Würden sie die in ein (irgendein) Projekt stecken, so wäre vielleicht schon etwas entstanden, was wiederum einen positiven Eindruck auf Neuankömmlinge macht.
In diesem Zusammenhang finde ich die Idee mit den Stickern zwar gut und würde auch einen kleinen finanziellen Beitrag leisten, aber man muss sich eben die Frage stellen, was die Neuen hier erwarten können.
Letztlich glaube ich, dass wenn sich in Zukunft überhaupt etwas bewegt, diese Bewegung durch viele kleine Splittergruppen entsteht, die sich dann vielleicht zu einer größeren Bewegung entwickelt..l
Lebensform
PS @Nemesus: Meine Beitragsanzahl hat sich jetzt schon verdoppelt.
Dieser Beitrag wurde 2 mal editiert, zum letzten Mal von Lebensform am 18.08.2008 20:23.
|
|
|
|
|
nemesus unregistriert
 |
|
re: Lebensform
19.08.2008 03:07 |
 |
Über An- und Unangemessenheit und die Konsequenzen
Hallo Lebensform.
Teilweise habe ich Dir schon geantwortet und zwar im Thread über Aufkleber
Dennoch eignet sich Dein Beitrag hervorragend, um meine Thesen des Posts im oben genannten Thread zu stützen.
Du schreibst:
| Zitat: |
| In diesem Zusammenhang ist mir z.B. wieder eingefallen, dass es mal eine Aktion gab, bei der ein ganzer Lastwagen voll AOL-Cd´s gesammelt und im Foyer von Aol entladen wurde. Soweit jedenfalls die mündliche Überlieferung. |
Was glaubst Du, hätte ich getan, wenn ich Chef von AOL gewesen wäre? Ich hätte auf einem Bild beschämt geguckt (was tut man nicht alles für die Presse?) und mir anschließend die Hände gerieben. Meine Gedanken zum Thema wären in etwa diese: >>Vielen Dank, ihr Idoten, das ihr so freundlich gewesen seid, mir meine teuren Werbeträger wieder anzuschleppen. Die verschicke ich jetzt an die nächsten Haushalte und spare so die Herstellungskosten. - Gute Arbeit, Jungs!<<
Und jetzt zu den Fakten. Wiki schreibt:
| Zitat: |
| No More AOL CDs war eine von den US-amerikanischen Informatikern John Lieberman und Jim McKenna initiierte Kampagne, die gegen die Massenproduktion und -versendung von CD-ROMs durch den Online-Dienst AOL protestierte. Die Aktion wurde im August 2001 ins Leben gerufen. Erklärtes Ziel war es, eine Million AOL-CDs zu sammeln, um diese dann medienwirksam mit schweren Lastkraftwagen vor der AOL-Zentrale abzuladen. Zu diesem Zweck wurden neben der zentralen Sammelstelle in El Cerrito in Kalifornien auch mehrere nationale Sammelstellen von freiwilligen Helfern betrieben, unter anderem auch in Deutschland, Österreich und der Schweiz. |
Und nun zum Thema Aktiviät. - Wurde das Ziel erreicht?
Nein, das wurde es nicht. Wiki schreibt:
| Zitat: |
| Insgesamt wurden 410.176 CDs zusammengetragen. |
Im Klartext: Die Kampagne hat ihr selbsternanntes Ziel um über 50% verfehlt.
Sie war witzig, das gebe ich zu, aber hat sie sonst noch etwas ausser einem kleinen Lächeln bewirkt?
Nein. AOL hat exakt 6 Jahre später aufgehört, die CDs zu verschicken, nicht wegen Lastwagen im Hof, sondern weil der Zeitpunkt für jede Werbemaßnahme irgendwann einmal abgelaufen ist.
Du scheinst mir ein netter Mensch zu sein, der viel Unrecht in der Welt sieht und sogar (und das ist selten) etwas dagegen unternehmen möchte.
Wenn Du meinen anderen Post schon gelesen hast, dann weisst Du, dass ich der Überzeugung bin, dass sich Menschlichkeit und Politik nicht ergänzen. Vielmehr halte ich Menschlichkeit für die Basis von Politik. (Die Steigerung davon wärer PolYtik für die Freunde von Wortspielen unter uns.)
Ich glaube, es wäre dringend an der Zeit, uns bewusst zu machen, dass wir neue Vorstellungen von gut und böse, von An- und Unangemessenheit brauchen.
Viele Menschen kennen die 10 Gebote. Viele Menschen kennen die Sage von Robin Hood. Und viele Menschen empfinden beides als ethisch. Sag mir, was denkst Dui, wievielen Menschen, die beides als ethisch empfinden ist aufgefallen, dass das Gebot >>Du sollst nicht stehlen<< nicht mit Robin Hoods >>Arbeit<< vereinbar ist?
Angewandt auf AOL: Wieviele von den Menschen, die CDs wieder zurückschickten, haben Deiner Meinung nach noch am selben Tag, über ICQ oder AIM gechattet, oder sich ein Video von WB reingezogen?
Das ist alles AOL.
Es wird Zeit, neu über Gerechtigkeit + Selbstgerechtigkeit nachzudenken. Haben wir die AOL-CDs von damals nicht verdient?
Wenn keiner die CDs benutzt hätte, hätte AOL schon viel früher der Werbung in der Form aufgehört. Die Tatsache, dass diese Art von Werbung 6 Jahre lief, zeigt, dass sie 6 Jahre lang erfolgreich war.
Mal ein anderes Beispiel:
In einer anderen Zeit schrieb ich auf depri.ch.
Ich fragte: >>Leute, warum so depressiv?<<
Ich bekam Antworten. Und die meisten berichteten von einer Welt, die sie als schlecht empfinden. Keiner versteht sie, nirgends ist Lebensraum, es gibt nichteinmal einen Treffpunkt.
Zu dieser Zeit waren ca. 10 000 Leute angemeldet.
Ich schrieb: >>Jungs, Mädels, ihr seid 10 0000 Leute. Wenn jeder von Euch einmalig 10 Euro gibt, dann habt Ihr 100 000 Euro, um die Welt besser zu machen. Ihr könntet ein riesiges Café einrichten, was sich danach selbst tragen würde.<<
Als Antwort bekam ich:"Depressivität ist eine Krankheit. Nur Medikamente helfen." Unmittelbar danach gab es Streit und ich wurde gegangen.
Sie haben noch immer keinen Treffpunkt. Aber mitlerweile fast 18 000 Mitglieder.
Haben sie etwas besseres verdient, Lebensform?
Ich denke, nein. Fast alle haben nichts besseres verdient. Und die jenigen, die in meinen Augen etwas besseres verdient haben, sind jetzt im Plateau und teilweise in der Unity.
Ich glaube, es ist so:
Alles im Leben kostet. Die Währung ist egal: Es kann Schmerz sein, bei Unangemessenheit, es kann Geld sein oder Zeit oder Aufwand, von mir auch eine Mischung aus all dem.
Jeder von uns hat nur begrenzte Möglichkeiten, die Welt besser zu machen, denn (siehe oben) auch die Welt besser machen kostet. - Wollen wir mal annehmen, dass der Preis heiss ist. (wollen wir es zumidest hoffen)
Dann fragt sich, worin richte ich meine Kraft und wie effizient bin ich. Je größer mein Vertsändnis von der Welt ist, desto gezielter kann ich ansetzen. Je mehr Mittel ich zur Verfügung habe, desto größer ist meine Kraft.
Hier ist ein Kerl im Forum, der nichts besseres zu tun hat, als Leute zu beleidigen/zu bedrohen, sich immer wieder darüber zu beschweren, dass er wieder aus dem Forum geworfen wurde (was nie der Fall war) oder mir irgendeinen Blödsinn an den Kopf zu knallen.
Mein Fehler war, dass ich mich in der Vergangenheit dazu hinreissen ließ, ihm so blöd zu kommen, wie er mir. Nun bekommt er das, was er mit seinem Einsatz verdient hat: weniger Antworten.
Dieser Kerl macht sich selbst vor, dass er ein toller Hecht sei, weil er dem Staat ein Paar Euro aus der Tasche zieht. - Und ich bin nicht überzeugt. Denn auch Kommunismus (und er begreift sich wohl als eine Art Kommunist) in seiner besten Form, kostet.
Ich weiss nicht, wie es Dir geht, aber ich komme zum Schluss, dass wir uns ersteinmal um die Leute kümmern sollten, die es verdient haben. - Die wirklichen Aktivisten, die wirklich handeln, und die, die sich tatsächlich nicht zu Hause fühlen, nicht aus Trägheit, sondern weil wir ersteinmal ein zu Hause erbauen müssen. Und die Leute, die es eigentlich nicht verdient hätten, können in Zukunft immernoch als Trittbrettfahrer davon profitieren.
Konkret auf Dein Beispiel: Suche nicht nach vielen Leuten, die wenig tun, sondern suche nach wenigen, die viel tun können. Schaffe mit ihnen etwas, wofür Menschen mit wenig Aktivität und Verständnis von der Welt, bereit sind, gerne Geld zu geben. Und dann mache etwas sinvolles damit, für die Leute, die es wert sind. Letztendlich ist das auch eine Umverteilung. - Nur eine andere (in meinen Augen gerechtere) Umverteilung, im Kontext zum guten alten "Arm-gegen-Reich-Trauerspiel". Der Unterschied ist, der Weg, den ich vorschlage, könnte funktionieren.
Sei Robn Hood!
Mit meinen besten Wünschen,
nemesus
Dieser Beitrag wurde 1 mal editiert, zum letzten Mal von nemesus am 19.08.2008 03:21.
|
|
|
|
|
|
Leberkrebs unregistriert
 |
|
|
|
|
|
|
dian unregistriert
 |
|
Ich neige dazu, Nemesus zuzustimmen...
Die meisten Menschen haben sich die Welt, in der sie leben, mitsamt ihrer Politiker und Abzocker, durchaus verdient.
Ja, man glaubt es kaum, aber es gibt sogar Menschen, die wählen ernsthaft noch solche Gestalten wie Koch oder Öttinger.... und beschweren sich dann hinterher, wenn sie von irgendeinem Staatsdiener mies behandelt werden...
Da stellt sich mir wirklich die Frage: Was bringt es, Ämter und Behörden oder sonstwen durch irgendwelche Aktionen unter Druck zu setzen, wenn diese Behörden doch von einer masochistischen Mehrheit der Bevölkerung ganz offensichtlich so gewollt sind?
Was bringt es, gegen Konzerne vorzugehen, so lange sich die Menschen sogar freuen, im Fernsehen einen guten Werbespot zu sehen und bei einem Gewinnspiel mitmachen zu können, wo es ein Auto zu gewinnen gibt?
Ich denke, Protest-Aktionen wie die oben angesprochenen können durchaus ein Zeichen setzen, um andere zu motivieren, ebenfalls etwas gegen die Zustände in diesem Land zu tun...
aber das Grundproblem werden sie nicht beseitigen.
Das Grundproblem sind nicht die paar fiesen Ausbeuter und oberen Zehntausend an der Spitze des Eisbergs, sondern die Millionen Hinz und Kunz, die durch ihre ganze Denk- und Lebensweise überhaupt erst die Basis bilden, auf der sich die Unterdrücker breitmachen können.
Will man also die Ungerechtigkeiten beseitigen, muss man diese Basis bröckeln lassen...
aber wie man so etwas macht, habe ich leider auch noch nicht ganz rausgefunden.
|
|
|
|
|
|
Seneca unregistriert
 |
|
| Zitat: |
| Sag mir, was denkst Dui, wievielen Menschen, die beides als ethisch empfinden ist aufgefallen, dass das Gebot >>Du sollst nicht stehlen<< nicht mit Robin Hoods >>Arbeit<< vereinbar ist? |
Dieses Beispiel zieht leider nicht. Ich weiß zwar, wie du es meinst, aber der Knackpunkt ist die Frage der Definition von "Stehlen". Ich für meinen Teil definiere "Stehlen" aber die Aneignung einer fremden Sache UND einen daraus entstehenden Schaden.
Wenn ich also eine große Tüte Bonbons habe und ihr nehmt euch heimlich jeder eins raus, dann seid ihr in meinen Augen keine Diebe, denn dass da was fehlt merke ich noch nicht einma, mir fehlt dadurch nichts.
Deswegen ist "Robin Hoods Arbeit" IMHO im gewissen Sinne durchaus mit dem "Nicht stehlen Gebot" vereinbar.
| Zitat: |
| Ich weiss nicht, wie es Dir geht, aber ich komme zum Schluss, dass wir uns ersteinmal um die Leute kümmern sollten, die es verdient haben. |
Da möchte ich dir widersprechen, denn du lässt eine ganz entscheidende Sache unter den Tisch fallen: Im Leben spielen Zufälle und Glück bzw Pech eine sehr große Rolle.
Und auch dass du @nemesus merkst, dass etwas falsch läuft, du etwas verbessern willst, du dich nach etwas neuem sehnst, das liegt NICHT NUR an deiner Person und an deinem Denken und Tun, sondern unterlag und unterliegt genauso völlig zufälligen Gegebenheiten, wie bei jedem anderen auch. Ich weiß nicht, welche Ereignisse dich dazu gebracht haben so zu sein wie du bist. Ich weiß nur, dass auch anders hätte laufen können und du dann evt genauso ein Lemming wärst heute, fern jeder Erkenntnis.
Bei mir war es zum Beispiel reiner Zufall, dass ich die Unity gefunden habe. Klar, für gewisse Inhalte war ich schon vorher sensibilisiert. Aber ich hätte genauso gut an dem Tag, an dem ich das Forum hier gefunden habe sonst wo gewesen sein und hätte von den neuen Erkenntnnissen und Ideen hier nicht das geringste mitbekommen bis heute. Es war ein glücklicher ZUFALL.
Und wieso sollte ich mir nun das Recht herausnehmen, den Leuten, denen solch zufällige glückliche Ereignisse versagt geblieben sind eine Teilhabe zu verweigern?
Deswegen bin ich au der Meinung, dass wir moralisch verpflichtet sind Werbung zu machen und die Leute versuchen wachzurütteln. Denn es gibt bestimmt auch viele Lemminge, die noch gar nicht wissen, dass sie eig keine sind und zu mehr fähig.
| Zitat: |
| Was bringt es, Ämter und Behörden oder sonstwen durch irgendwelche Aktionen unter Druck zu setzen, wenn diese Behörden doch von einer masochistischen Mehrheit der Bevölkerung ganz offensichtlich so gewollt sind? |
Es gibt ja auch grundsätzlich zwei Arten Poltik zu betreiben. Entweder setzt man ein krasses Zeichen, um Leute wachzurütteln. Oder eben man arbeitet am Problem selbst. Diese beiden Arbeitsweisen schließen sich meist gegenseitig aus, man braucht aber eig beide.
|
|
|
|
|
|
|
|
Mir fehlt momentan die Zeit, aber ich bin der festen Überzeugung, dass sich etliche Beispiele finden lassen, die erfolgreich waren und etwas verändern konnten.
Ein Beispiel fällt mir jedoch spontan ein: http://de.wikipedia.org/wiki/Brent_Spar
Auch wenn Greenpeace Fehler machte, so zeigt es doch, dass Medienaufmerksamkeit etas bewegen kann.
Darüber hinaus kann ich mir vorstellen, dass es auch eine Frage der Hartnäckigkeit ist, wie @Arne schon erwähnte. Einzelaktionen kommen und gehen, werden vergessen und bewirken wenig. Aber vielleicht wären die rund 460.000 CD´s gar keine Zielverfehlung. Was, wenn man die Aktion einen Monat später wiederholt hätte. War die Presse einbezogen, gab es Medienrummel?
Ziel müsste es sein, einigen Menschen das Gefühl zu geben, dass sie beobachtet werden.
Eines der größeren Probleme sehe ich allerdings in der Frage, welches die richtigen Aktionen sind, also Aktionen, die bedeutendere Themen zum Inhalt haben. Insofern mag ich deine Fragestellungen in dem anderen Thread, weil sie in meinem Sinn zum Ausdruck bringen, wie komplex die meisten Sachverhalte heutzutage sind.
Eine Vision wäre natürlich, dass man sehr gezielt einzelne eindeutige Missstände angreift. Vielleicht könnte man mit zuverlässigen investigativen Journalisten zusammenarbeiten, und diese Aktionen würden irgendwann zu einer gefürchteten Institution werden. Aktioniusmus gepaart mit einem gewissen Humor, in Kombination mit den Möglichkeiten der heutigen Verbreitungsmöglichkeiten für "jedermann" könnte ein Schlüssel zum Erfolg sein.
Ich sehe ehrlich gesagt wenig Alternativen. Aufklärung in Familien, Kommunikation in Foren .. ein Café für Menschen die alle weit entfernt leben. Wie viele Generationen soll das dauern?
Obwohl ich Leberkrebs´ Ton nicht einladen empfand, so haben mich dennoch seine Ansichten einiges in Frage stellen lassen (Abgesehen von der Weltuntergangsparanoia).
Wir sind nicht mehr wirklich in der Lage, unser erschaffenes System zu kontrollieren, und es wird schlimmer werden. Obwohl ich zumeist von pathetischen Aussagen nicht angetan bin, so muss hierbei vielleicht wirklich etwas zerstört werden, bevor etwas Neues entstehen kann. Insofern könnte man überlegen, wie man diesen Prozess beschleunigt.
Ich glaube einfach nicht, dass eine kleine Gruppe von Aussteigern das System revolutionieren wird.
@Dian:
Ich sehe das ebenfalls anders. Komm aus deiner Höhle und höre dich um. Natürlich stimmt es, dass die Mehrzahl Lemminge sind. Aber es sind keine glücklichen Lemminge, sondern letztlich Menschen, die weniger Visionen, aber die gleiche Sehnsucht haben wie wir. Gib ihnen ein Ziel, eine Idee, eine Alternative, erst dann wird sich zeigen, ob es richtige Lemminge sind.
@Nemesus:
(Deine Seite habe ich mir angesehen, aber - sofern ich mich beteiligen möchte, denn Diskussionen in Foren haben bei mir nicht oberste Priorität - wird es einige Zeit in Anspruch nehmen, die Beiträge zu lesen)
Wie ich schon geschrieben habe, deine Fragestellungen gefallen mir. Und genau hier sehe ich auch das Problem, dass sich die meisten ein Urteil erlauben, aber nur einen Teilaspekt des Ganzen betrachten (und selbst diesen i.d.R. nicht ausreichend).
Natürlich gefällt mir deine Idee einer wirklichen Gemeinschaft. Ich behaupte, dass Grundproblem der zahllosen Suchenden ist, dass es kein wirkliches zu Hause mehr gibt. Die Gesellschaft, die Vielfältigkeit der Kommunikation und medialen Beeinflussung führen bei vielen zu einer inneren Zerissenheit... aber vielleicht projiziiere ich zuviel auf andere.
Lebensform
Dieser Beitrag wurde 1 mal editiert, zum letzten Mal von Lebensform am 20.08.2008 20:53.
|
|
|
|
|
|
|
Eigentum IST Diebstahl, deswegen ist es nur ein "Gegen-Diebstahl" was Robin Hood tut. Natürlich auch einer, aber immerhin in kleinerem Stile...
@Seneca: Sehe das genauso, manche haben echtr schwerere Bedingungen sich in ihrem Geist zu befreien, ich meine ich z.B. war ein gammliger Schüler, der 13 Jahre Schulzeit genießen durfte, in denen er sich (vor allem zuletzt) die Fächer wo er hingeht ausgesucht hat, und den Rest blau machte und Bücher in der Sonne las;-))
Zum Nachdenken manchmal gekommen bin ich durch teilweise Bekanntschaften, äußere Impulse, genug Zeit um diese innen zu reflektieren,....
Deswegen sollten wir die Menschen nciht aufteilen, in jene, die "es verdient haben" und andere, sonst haben wir bald wieder eine "Diktatur der Verdienten",....
|
Seien wir realistisch- versuchen wir das Unmögliche!
|
|
|
|
|
|
|