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Zufrieden = Stillstand?
12.11.2009 21:16 |
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hallo,
mich würd interesieren ob es jemanden ähnlich geht, ich versuch mich kurz und verständlich auszu drücken.
nach vielen jahren depressionen, entzügen und verzweiflung hab ichs jetzt doch ziemlich schnell geschafft meine ziele zu erreichen, wie das jetzt so schnell ging hab ich irgendwie nicht richtig mit bekommen, erschreckend das ganze. ich hab mir nichts mehr gewünscht als eine wohnung und eine beschäftigung. jetzt hab ich beides, gut meine depressionen werd ich wohl nie los, wobei ich immer noch bezweifel das dass wirklich eine krankheit ist als vielmehr das produkt aus vergangenheit + die fähigkeit über den tellerrand hinaus zu denken + gegenwärtige situation.
ich bin zufrieden wie mein leben im moment ist, ich habe nicht viel.. aber was heisst das.. für mich heisst "nicht viel" -mehr als zuvor. das verlangen nach mehr oder besser ist einfach nicht da. von mir aus kann das ganze ruhig 20 jahre oder länger so weiter gehen wie jetzt.........
ich hab keine ahnung wie ich mich ausdrücken soll wie ich fragen/sagen kann was ich eigentlich sagen will....
wenn man zufrieden ist, wartet man praktisch nur noch auf den tot?!
ich bin über die jahre ziemlich gleichgültig geworden.. das heisst ich hänge nicht am leben, ich will aber auch nicht unbedingt tot sein.. wie soll ich sagen mir ists egal.... ich fühl mich irgendwie so wie wenn man ein spiel durchgespielt hatt, man kann zwar weiterspielen aber man hatt bereits alles gesehen was man sehen wollte.. ach keine ahnung ich kriegs nicht hin das auszu drücken was ich meine.. aber soviel text ich poste trotzdem mal vieleicht ließt ja wer die zeilen und sieht irgendwie was ich meine...
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Shai unregistriert
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Also den ersten Teil kann ich nachvollziehen, so eine ähnliche Erfahrung hatte ich auch und ich hätte nichts dagegen, wenn ich sie mal wieder hätte, da alles im Moment net Chao ist.. aber egal.
Ich habe damals alles geschafft was ich schaffen wolllte, konnte auf einmlaldinge, die ich vorher nicht konnte..
Ich frag mich, welch inneren Antrieb ich damls gehabt haben muss, er fehlt mir sehr...
Doch wie man sich schon denken kann, hielt das "zufrieden" sein nicht lange an, leider..
Kurz darauf musste ich feststelle das das nicht alles ist, was ich sehen und wissen woltle, bzw, was ich alles nur erleben wollte und alles was hinter der Grneze des unerreichbaren lag wollte ich auch... ich wollte es ebenso sehen und erleben wie das, was mir bereits möglich war... sowas ist deprimierend..
vielleicht bin ich vom Thema abgekommen, dann tuts mir leid ...
aber das erinnerte mich gerade an das von damals ^^
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M.F unregistriert
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RE: Zufrieden = Stillstand?
12.11.2009 22:00 |
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| Zitat: |
Original von Braindead87
ich fühl mich irgendwie so wie wenn man ein spiel durchgespielt hatt, man kann zwar weiterspielen aber man hatt bereits alles gesehen was man sehen wollte |
Wie Alt bist du?
Gibt es kein Land, dass du mal bereisen möchtest, kein Rezept, dass du gerne ausprobieren wolltest, nichts was du gerne erleben würdest, nicht was du gerne tun wolltest?
Kann ich mir kaum vorstellen.
Der Umfang diese Spiels, dass sich Leben nennt, ist so gewaltig, dass ein einziges Leben fast schon wieder viel zu kurz ist.
Und ja Depressionen sind eine Krankheit und es gibt Menschen die einem helfen können.
Du hast nur ein Leben, nutze es.
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wie kommst du darauf, dass du deine depression nie los wirst?
du könntest - auf die gefahr hin, mehr in das system integriert zu werden, als du willst - einen psychiater / psychiologen aufsuchen und hoffen, eine(n) gute(n) zu erwischen.
hier ein auszug aus dem focus mit dem titelthema "depressionen":
- wenn die alarmreaktion des körpers ausser kontrolle gerät -
(1) hormonelle aufrüstung
körperliche und psychische stressoren lösen im zwischenhirn eine kaskade von biochemischen reaktionen aus
(2) über das blut gelangen botenstoffe zu den nebennierenrinden
(3) diese schütten cortisol aus. das stresshormon passt den körper an die bedrohliche situation an, mobilisiert energiereserven, stärkt die widerstandsfähigkeit
(4) nach ende der stressbelastung flaut bei gesunden die hormonausschüttung ab. der regelkreis normalisiert sich.
(5) gestörte regulation: genetische varianten bei der ausbildung von hormonrezeptoren erschweren bei vielen depressiven, dass sich die kaskade der botenstoffe zurückbildet
(6) der dauerhaft erhöhte spiegel von stresshormonen im blut schadet den gehirnzellen. mögliche folgen: die produktion der neurotransmitter serotonin und noradrenalin sinkt. diese stoffe übermitteln impulse, die für das wohlbefinden wichtig sind. ein mangel kann zu niedergeschlagenheit und depressionen führen.
(7) therapie an den synapsen: an ihren kontaktstellen kommuniziert eine nervenzelle mit der nachfolgenden über botenstoffe, die sie in den synaptischen spalt ausschüttet. überschüssige moleküle werden zurück in die ursprungszelle geschleust und dort wiederaufbereitet. dadurch sinkt die konzentration aktiver neurotransmitter im spalt
(8) pharmaka gleichen defizit aus: moderne antidepressiva blockieren den transport der moleküle in die ursprungszelle. ihre konzentration im synaptischen spalt steigt dadurch an. dies kann nach einigen wochen die stressanpassung verbessern und in einigen hirnregionen neue nervenzellen zum wachsen bringen.
zurück zu deiner frage:
wenn du sagst, man wartet im zustand der zufriedenheit nur auf den tod, implizierst du damit ja, dass man den tod als solchen akzeptiert. soweit sind die meisten noch nichtmal. sie leben vor sich hin und suchen immer wieder den adrenalinkick. sie flüchten in der wenigen freizeit ins abenteuer; springen aus flugzeugen, besteigen berge oder reißen einfach one-night-stands in entsprechenden lokalitäten auf. sie leben einfach vor sich hin..
irgendwann, wenn mal eine schwere erkrankung kommt oder man am alter merkt, dass nichts mehr so leicht ist wie früher, kommen vielleicht die ersten ernsthaften gedanken an den tod. man wird sich langsam darüber klar, dass einen tag gibt, an dem man einfach nicht mehr da ist, und die welt sich trotzdem weiter dreht.
ich will damit sagen, dass ich es für absurd halte, wenn du sagst, man wartet auf den tod. man lebt ja nicht für den tod, sondern für das leben selbst. ich bezweifle, dass es dir überhaupt egal sein kann, ob du lebst, oder tot bist. du redest da nicht von jemand anderem, sondern von dir selbst. aller wahrscheinlichkeit nach wirst du nicht einen postmortalen zustand empfinden, bei dem du dann im zuge deiner "egalität" einfach weiter machst - das gehirn arbeitet dann nicht mehr.
ich glaube, das gefühl nachempfinden zu können. doch wenn man der "kreissäge" zu nahe kommt, empfindet man wohl anders, denn dann kommt die mutter aller urinstinkte - der überlebensinstinkt - durch. da reicht schon ein adrenalinstoß, wenn man nachts aufwacht und vermutet, etwas gehört zu haben, was da nicht hingehört.
gleichgültigkeit ist übrigens ein ziemlich eindeutiges zeichen von depression, und das kann dich am "leben" ziemlich kräftig hindern. ich denke, ich weiß sehr gut, wovon ich da rede. ich wollte auch zuerst den vergleich mit einem videospiel ziehen. doch ein spiel lässt sich anhalten, neustarten und das leben geht auch nach einem spiel weiter. nach dem leben kommt der tod, und der symbolisiert den eintritt in ein ungewisses nichts.
als rat würde ich sagen: komme weg von der langeweile. lebe lieber für den moment, und setz dir kleine etappenziele. wenn du samstag frei hast, freu dich eben darauf, von der arbeit durchatmen zu können. vielleicht bestellst du dir hin und wieder ein buch, das du auf dem weg von der und zur arbeit lesen kannst - ebenfalls etwas, worauf man sich freuen kann, wenn das buch einen fesselt. oder du machst es dir zur aufgabe, leute zu finden, die dich besser zu verstehen scheinen, als du selbst und die dir eine hand reichen, wenn alle anderen dir ein grab zu schaufeln scheinen.
p.s.:
wenn es draußen windig kühl ist, unternimm ruhig mal einen spaziergang - aber ohne auf die uhr schauen zu müssen. schau dir den horizont und sternenhimmel genau an, oder die gelben straßenlaternen; die scheinwerfer der autos und die anderen passanten, während dir der wind um die ohren pfeift.
das letzte mal, als ich diese recht simple erfahrung machte, fühlte ich mich naturnahe und lebendig. so weit weg von einer depression war ich sehr lange nicht mehr.
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| Zitat: |
| ich fühl mich irgendwie so wie wenn man ein spiel durchgespielt hatt, man kann zwar weiterspielen aber man hatt bereits alles gesehen was man sehen wollte.. |
Gutes Beispiel das macht es mir leichter dich zu verstehen und ich denke zu wissen worauf du hinaus willst, mir ging es früher fast genauso. Das war aber die Zeit bevor ich anfing richtig intensiv über den Tellerrand zu schauen, die Gleichgültigkeit und meine existenzialistische Einstellung sind geblieben, auch hänge ich nach wie vor nicht besonders an meinem Leben. Nur inzwischen wäre es mir zu wenig ohne ein Licht am Ende des Tunnels, oder zumindest die wage Hoffnung darauf weiter vor mich hinzu vegetieren, dieses Licht symbolisiert für mich keines Wegs den Erlöser oder ein Leben nach dem Tod. Sondern lediglich der Glaube das es da noch mehr geben muss in dieser Welt. Als dieses von einem gewissen Amokläufer so schön formulierte S.A.A.R.T, (Schule, Ausbildung, Arbeit, Rente, Tod) das höchstens noch durch Ablenkung und Konsum unterbrochen wird und der festgelegte Weg, eines jeden Individuums in dieser Gesellschaft zu sein scheint.
Würde ich nicht glauben das es da mehr gibt als dieses sinnentleerte vor sich hin vegetieren, könnte ich mich auch auf die nächsten Gleise Werfen. Ich denke hinter die Fassade des Lebens zu Blicken, macht zwangsläufig die meisten Menschen vorübergehend oder auch dauerhaft depressiv. Jedoch empfinde ich das auch weniger als eine Krankheit, sondern eher als eine logische Reaktion bedingt durch die harte Erkenntnis, das das Leben weniger harmonisch und geordnet verläuft, als es uns Eltern, Politiker und Vertreter der Medien schon seit unserer Geburt Glauben lassen, wir erkennen plötzlich unseren Platz in dieser Maschinerie und wie vergänglich und verwerflich das meiste ist. Wir merken das man uns unser gesamtes Leben nur unserer Freiheit, Eigenverantwortung und unserer Würde beraubt und uns dafür massenhaft Lügen aufgetischt hat, um das alles zu Rechtfertigen.
Ich kann dir nur raten nicht aufzugeben und weiter nach deinem omnipotenten Paradies zu suchen. Bedenke das sich das Leben lohnen sollte, man lebt es schließlich nur einmal und es wäre schade im stillstand zu verharren und auf sein Ende zu warten. Dann kann man meiner Meinung nach auch gleich selbst Hand anlegen und den Prozess etwas beschleunigen, es sei den man versinkt gerne in Selbstmitleid. Die Entscheidung kann dir jedoch niemand abnehmen.
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Ich lehne die Grundübereinkunft des Gemeinwesens ab, insbesondere die Überbewertung von Besitz.
“All authority of any kind, especially in the field of thought and understanding, is the most destructive, evil thing. Leaders destroy the followers and followers destroy the leaders. You have to be your own teacher and your own disciple. You have to question everything that man has accepted as valuable, as necessary.”
„Warum siehst du den Splitter im Auge deines Bruders, aber den Balken in deinem Auge bemerkst du nicht?“
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Ich finde, Zufriedenheit ist ein Paradoxon: Wenn man keine Wünsche / Bedürfnisse hat, wie kann man da glücklich sein (und somit zufrieden)? Ein Grund, warum ich auch nie verstanden habe, wie sich Leute auf ein Paradies freuen können, dass sie nach dem Tod erwarten - ich mag das Hier und Jetzt, ein Paradies fände ich stinklangweilig.
Ein Gefühl von Gleichgültigkeit habe ich auch manchmal - ich ziehe mich dann erst mal etwas zurück, lasse die Gedanken kreisen und gebe mich ganz diesem Gefühl hin. Ist dann meistens nur eine Phase, und wenn die rum ist habe ich wieder um so mehr Lust auf das Leben.
Ich habe auch schon recht früh erkannt, dass es so etwas wie einen definitiven "Sinn des Lebens" nicht gibt. Allerdings wüsste ich nicht, warum ich das Leben versäumen sollte, wenn der Tod sowieso irgendwann kommt (was auch immer dieser bedeutet, wahrscheinlich aber bloß nicht-Existenz). Was mich alleine schon am Leben fasziniert ist die Beschäftigung mit Musik (Theorie, Praxis, Konsum) - ich wüsste nicht, warum ich das versäumen sollte.
Und ich denke für jeden gibt es Dinge im Leben, die ihn faszinieren, oder die ein Gefühl in ihm auslösen welches Grund genug ist, weiterzuleben - oder nicht?
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Also, ich kenne das genau so.
Ich habe zwar nie in dem Sinne Depressionen gehabt, aber immer, wenn ich mal was erreicht habe, was ich mir lange vorgenommen habe (allerdings in erster Linie auf beruflicher oder sonstwie öffentlicher Ebene) setze bei mir der Gedeankengang ein: "Und was ist jetzt so toll daran?"
Und wenn ich es nicht selber geschafft habe, dann daraus die Konsequenzen zu ziehen und mich ganz schnell wieder aus dem Staub zu machen, dann hat das mein Körper für mich erledigt.
Ich bekam einfach immer, wenn ich einen Zustand erreicht hatte, bei dem andere zufrieden ihr weiteres Leben bis zur Rente geplant hätten, entweder selber die Kurve oder eine Krankheit, die so schwer war, dass der Lebensabschnitt sich damit eh von selbst erldigte und ich wieder nach einem neuen Ziel jagen konnte.
(Privat ist das eigentlich, von einer Ausnahme abgesehen ähnlich bei mir, wenn ich das habe, was ich haben wollte, dann bin ich schnell gelangweilt und will wieder weiter jagen, um was neues zu bekommen.)
"Mein lieber Bruder ärgert sich,
hat alles, was er will.
Nur, was er will,
das hat er nicht.
Mein lieber Bruder ärgert sich."
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hallo,
herzlichen dank für die vielen antworten.
also es ist nicht so das ich jetzt sage "toll jetzt hab ichs erreicht was kommt jetzt"? nein im gegenteil ich weiss das bisschen was ich habe (wo andere sagen, das ist unterste unterschicht) echt zu schätzen, jeden tag kann ich kaum glauben das ich hab was ich hab, gut wenn man mein fernseher oder sonstwas kaputt geht hab ich ein problem weil ich nicht wüsste wie ich mir einen neuen leisten könnte.
ich bin 22, das hatte ja wer gefragt, völlige zufriedenheit im leben zu erreichen ist denke ich ausgeschlossen.. eine welt in der ich völlig zufrieden wäre würde aussehen wie das leben der indianer das jeder mensch in seinem kleinen stamm ist, wo jeder jeden kennt, jeder jeden achtet, vieleicht nicht jeder jeden mag, es aber dennoch keine blinden hass gibt. die verschiedenen stämme miteinander handeln voneinander lernen.... das mag lächerlich klingen aber das ist eben mein bild der perfekten welt...
ich bin evangelischer christ, und die frage ob es gott gibt stellt sich für mich nicht, sie ist ein logischer schluss.. aber das ist ein anderes thema.....
man muss trotz allem immer realistisch bleiben, und ich weiss das ich was ich zu erreichen vermag, hab ich erreicht mehr kann nicht kommen, mehr will ich auch nicht, es ist gut so wie es jetzt ist, meine herausforderung ist jetzt nicht mehr ziele zu erreichen sondern das erreichte zu halten, und nicht zu vergessen es zu schätzen zu wissen.
man kann nicht vom leben reden ohne den tot im hinterkopf zu haben weil der schlicht und einfach dazu gehört, aufgrund meines glaubens habe ich kein problem mit dem tot im gegenteil.
psychologen ja.. das ist ein thema wo ich romana drüber schreiben könnte, ich war bei einigen, mir hilft das nichts entweder bin ich zu dumm die zusammenhänge zu begreifen oder es ist was für leute die echt an diesen tschuldigung unsinn glauben..
es fängt schon da an, was sind depressionen? aller wahrscheinlichkeit nach ein mangel an bestimmten neurotransmittern im gehirn, so... wie will ein psychologe was an meiner gehirnchemie ändern? das können nur medikamente, die nehme ich auch. aber kann es wirklich helfen ratschläge von jemanden entgegen zu nehmen der einen nicht kennt, der wahrscheinlich nicht mal annährend weiss was es heisst auch nur für eine stunde nachvollziehen zu können was seine patienten durchtgemacht haben?
wenn es nach diesem leben kein weiteres leben gibt, was solls im moment des todes ist dann eh das bewusstsein völlig weg, man spürt nichts mehr alles gesagte getane usw. ist verschwunden, vergangenheit gegenwart zukunft hören auf zu existieren, also vor was angst haben?
wenn es ein leben dannach gibt, dann stelle ich mir es herrlich vor.
ich möchte nicht das jemand meint ich würde mich auf den tot freuen so ist es wirklich nicht, aber ich sags nochmal ich hänge nicht am leben möchte aber auch nicht unbedingt sterben.
andere länder berreisen hm nee.. das ist nichts für mich es gibt wirklich nichts mehr was ich wirklich will, und noch nicht hatte..
na gut eines schon ich wäre gerne vater geworden aber da meine oma sich selbst getötet hatt, mein vater an depressionen und suchterkrankungen leidet, ich und mein bruder an depressionen und suchterkrankungen leide/litt würde das heissen ich würde das höchst wahrscheinlich vererben, und das kann und will ich nicht verantworten und niemanden antun. das heisst völlige zufriedenheit wird es für mich erst im tot oder nie geben. aber einfach zufriedenheit habe ich erreicht, und weiss es zu schätzen..
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| Ich finde, Zufriedenheit ist ein Paradoxon: Wenn man keine Wünsche / Bedürfnisse hat, wie kann man da glücklich sein (und somit zufrieden)? |
Nun ja manche Leute haben das Bedürfnis, sich von ihren Wünschen und Bedürfnissen zu trennen, da sie erkannt zu haben Glauben, darin die Ursache für ihre Unzufriedenheit gefunden zu haben. Ist ja auch kein Wunder, immerhin macht es einen meistens unglücklich, entweder werden die Wünsche die man hat nicht erfüllt, oder man hat das Gefühl seinen Lebenssinn zu verlieren, nachdem man seine Ziele erreicht hat. So gesehen ist jemand ohne Wünsche und Ziele der sich einfach so am Leben erfreuen kann, wohl am glücklichsten von allen falls das überhaupt möglich ist. Dann sollte es jedoch kein Ziel oder Ideal sein das es zu erreichen gilt, das wäre schließlich ein Widerspruch in sich, das funktioniert wohl nur dann, wenn es für einen so normal ist wie die Luft zum atmen sich am leben selbst zu Erfreuen. Leute wie wir die sich darüber den Kopf zerbrechen, wie sie glücklich sein können sind davon wohl meilenweit entfernt.
Was den Sinn des Lebens angeht kann ich nicht zu 100% sagen das es ihn überhaupt gibt, vielleicht ist es jedoch sinnvoll danach zu suchen.
Wer weis eins dürfte jedoch feststehen nämlich das es kein Paradies gibt das für alle gleich ist, sondern immer nur das individuelle Paradies für einen selbst. Was genau das ist kann ich euch auch nicht sagen, ich vermute die suche nach dem Paradies ist für mich jedoch nichts anderes als die suche nach dem Glück und glücklich zu sein, ist für mich wiederum der Sinn des Lebens. Sinn macht es für mich jedoch nur wenn ich danach Suche, weil schon die Suche selbst mich in gewisser weise glücklich macht. Ich weis das macht die Sache nicht weniger paradox.
Vielleicht habe ich die Suche nach etwas das vielleicht gar nicht existiert, nur deshalb zu meinem Lebensinhalt gemacht, damit ich nie den Sinn im Leben verliere. Wie wichtig es mir damit überhaupt ist und ob es mir letzten Endes, eigentlich nicht auch scheiß egal ist. Und ob ich diese letzten Zeilen nur angehängt habe um mich von einem religiösen Fanatiker zu unterscheiden, der im grunde das selbe macht nur das er anstatt an ein solches Ideal, an Gott glaubt wer weis.
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Ich lehne die Grundübereinkunft des Gemeinwesens ab, insbesondere die Überbewertung von Besitz.
“All authority of any kind, especially in the field of thought and understanding, is the most destructive, evil thing. Leaders destroy the followers and followers destroy the leaders. You have to be your own teacher and your own disciple. You have to question everything that man has accepted as valuable, as necessary.”
„Warum siehst du den Splitter im Auge deines Bruders, aber den Balken in deinem Auge bemerkst du nicht?“
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Original von Shinobi180
Nun ja manche Leute haben das Bedürfnis, sich von ihren Wünschen und Bedürfnissen zu trennen, da sie erkannt zu haben Glauben, darin die Ursache für ihre Unzufriedenheit gefunden zu haben. Ist ja auch kein Wunder, immerhin macht es einen meistens unglücklich, entweder werden die Wünsche die man hat nicht erfüllt, oder man hat das Gefühl seinen Lebenssinn zu verlieren, nachdem man seine Ziele erreicht hat. So gesehen ist jemand ohne Wünsche und Ziele der sich einfach so am Leben erfreuen kann, wohl am glücklichsten von allen falls das überhaupt möglich ist. Dann sollte es jedoch kein Ziel oder Ideal sein das es zu erreichen gilt, das wäre schließlich ein Widerspruch in sich, das funktioniert wohl nur dann, wenn es für einen so normal ist wie die Luft zum atmen sich am leben selbst zu Erfreuen. Leute wie wir die sich darüber den Kopf zerbrechen, wie sie glücklich sein können sind davon wohl meilenweit entfernt.
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Ich sehe das anders: Man kann sich Ziele setzen, die man nie erreicht, aber denen man immer näher kommt, so dass man etwas erreicht, worüber man sich freuen kann, und trotzdem noch ein Ziel hat. Z.B. ist eines meiner Ziele, das Phänomen Musik / Akustik (insbesondere bestimmte Teilgebiete davon) besser zu verstehen. Ich werde sie nie vollständig verstehen, aber ich komme immer wieder auf Erkenntnisse, die den "Aufwand" (nein, eigentlich macht das eher Spaß) mehr als wert sind.
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Evangelischer Christ und Depressionenen?
Hm, lass mich mal raten:
1.)
Ich tippe auf Lutherianer. Evtl. sogar Alt-Lutherianer. Reformiert nach Zwingli eher unwahrscheinlich, aber da kenne ich mich nicht hundertprozentig aus, Reformiert nach Calvin kann ich mir nicht vorstellen, aber umso mehr würde es mich dann interessieren, wie man dann depressiv werden kann.
Wie gesagt, ich tippe mal auf Lutherianer, deren Jenseits-Perspektive ist tatsächlich nicht so umwerfend dolle, finde ich.
2.)
Ich tippe auch mal, wenn ich mit dem Lutherianer Recht habe, dass Du aus Süddeutschland kommst. Deren Kirchen sind irgendwie schon rein optisch ein Ort, an dem man jederzeit Depressionen finden kann. Muffig und grau. Obwohl ich einige Jahre in Schwaben bei einem kirchlichen Arbeitgeber war, habe ich nie (obwohl das dienstlich manchmal nötig gewesen wäre) deren Kirche aufgesucht, die war nur darauf gebaut, einen als unterwürfigen Wicht vor Gott oder vor irgendetwas erscheinen zu lassen.
(Wenn Du mehr über Therapieformen erzählen würdest, wüsste ich noch schneller Bescheid! Ist in letzter Zeit hier ein Hobby von mir geworden, sowas zu erkennen.)
http://www.youtube.com/watch?v=aab16E7aBHA
Wenn an so verzerrte Wahnvorstellungen von Religion zu glauben, nicht zu Depressionen führen kann, dann weiß ich es auch nicht.
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Zufriedenheit ist Gift für den Wachstum einer Gesellschaft. Die besten Ideen der Menschheitsgeschichte wurden stets aus Not und Unzufriedenheit heraus geboren. Denn diese Anstrengungen wären bei einem zufriedenen Geist niemals möglich gewesen. Durch absolute Zufriedenheit würde sich die Menschheit doch gar nicht vorwärts bewegen. Der ruhelose Geist immer weiterzumarschieren und niemals stehen zu bleiben ist bereits fest in uns verankert. Vielleicht ist dieser geschädigte, kaputte Geist auch die Summe der Zeit als die Menschheit ständig auf Messers Schneide stand. Vor der Agrarrevolution, als sie gezwungen war ständig von einem Ort zum nächsten zu wandern um zu überleben. Wer weiß.
Das ist der Grund warum Anarchie niemals eine dauerhafte Lösung sein kann.
Eher ein vorübergehendes Stadium das den Einzug einer perfekteren Gesellschaftsform als die vorherige einläutet. Anarchie würde nur solange währen bis wieder einige Menschen die Grundbasis von Macht wiederentdecken, und das ist die Zurückhaltung von Bildung und Wissen. Das Grundfundament auf dem korrupte, ungerechtfertigte Machtstrukturen wachsen und gedeihen können. Dies wäre in einer anarchischen Welt ein Leichtes. Damit solche korrupten Auswüchse nicht gedeihen können bedarf es einer Führung die die Anarchie gleichmäßig verteilt und dafür sorgt dass so etwas gar nicht entsteht. Womit der nächsten Diktatur Tor und Riegel offen stehen. Es bedürfte nur der Etablierung eines Militärs oder die Technologie zur Waffenherstellung um den Zustand der Anarchie in eine Dikaturform zu verwandeln.
Aber egal, ich schweife ab. Der Mensch wird wohl niemals zu 100% zufrieden sein, denn genau das ist der Motor der uns vorantreibt und uns zu immer größeren Leistungen treibt. Höchstens als vorübergehender Gemütszustand käme er in Betracht. Die Tendenz des Vollkommenen zur Selbstzerstörung ist präsent und hat sich in alten Imperien immer wieder konsequent geäußert, während das Unvollkommene stets der Perfektion entgegenstrebt. Das ist der Kreislauf des Lebens. Er ergibt wenig Sinn, aber warum soll alles Sinn ergeben?
Eine Welt die man nicht zu 100% berechnen kann weil sie keinen Sinn ergibt sondern macht was sie will ist doch viel interessanter. Außerdem kann man nicht beides haben; Freiheit und einen Sinn. Denn ein Sinn kettet uns an, macht uns abhängig von der Natur geflochtenen Variablen und Naturgesetzen. Was zwar im großen Maße sowieso geschieht, was aber nicht der Kern unserer Existenz ist. Einem Sinn im Leben wird zuviel Bedeutung beigemeßen. Ich persönlich finde eine irrationale Welt wesentlich interessanter als eine rationale.
Dieser Beitrag wurde 1 mal editiert, zum letzten Mal von DonBaron am 16.11.2009 15:09.
"Most people are so ungrateful to be alive, but not you, not any more... "
„Man muss noch Chaos in sich haben, um einen tanzenden Stern gebären zu können.“
"Man verdirbt einen Jüngling am sichersten, wenn man ihn anleitet, den Gleichdenkenden höher zu achten, als den Andersdenkenden. "
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dian unregistriert
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@ Illumatrix:
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| Anarchie würde nur solange währen bis wieder einige Menschen die Grundbasis von Macht wiederentdecken, und das ist die Zurückhaltung von Bildung und Wissen |
Die Theorie besagt, dass die Menschen, wenn sie erst mal in einer echten anarchistischen Gesellschaft leben, ganz anders ticken werden als die meisten Menschen von heute... dass ihnen ihre Freiheit und ihr Wissen heilig ist, und es daher unmöglich ist, diese freien Menschen noch einmal mit den selben alten, billigen Tricks zu versklaven.
Also das wäre der Idealzustand. Eine Gesellschaft, in der nahezu alle Menschen so aufgeklärt und unmanipulierbar sind, wie heutzutage leider nur ganz wenige.
In der Praxis würden aber sicherlich Probleme auftreten... vielleicht nicht in der ersten Generation derer, die eine anarchistische Gesellschaftsordnung auf die Beine gestellt haben, aber doch irgendwann bei deren Nachfahren.
Angenommen, es würde tatsächlich funktionieren, und das Leben in der anarchistischen Gesellschaft wäre wie im Paradies... ohne Ungerechtigkeit, ohne Krieg, ohne materielle Unzufriedenheit.
Wie sollte man garantieren, dass die Menschen auch weiterhin wehrhaft und stark bleiben?
Ein bequemes, sorgenfreies Leben kann schnell zur Verweichlichung führen. Vielleicht nicht bei den Alten, die noch ein anderes, härteres Leben kannten... aber bei denen, die in dieses Leben hineingeboren wurden und gar nicht mehr wissen, was Mobbing oder psychischer Druck ist.
Man kann das ja heute schon prima beobachten. Manch Alter, der noch den zweiten Weltkrieg miterlebt hat, erträgt Schicksalsschläge auch ganz ohne psychologische Betreuung, während heute schon Kids psychologische Betreuung benötigen, nur weil die Oma stirbt oder es an ihrer Schule eine Amoklaufdrohung gab.
Insofern kann ich natürlich auch deine Bedenken nachvollziehen, dass es früher oder später in einer anarchistischen Gesellschaft dazu führen würde, dass ein Teil der Bevölkerung hoffnungslos verweichlicht, während ein anderer Teil die Erinnerung an Zwang, Gewalt und härtere Zeiten überliefert, und dadurch letztlich den anderen überlegen sein wird.... ein Bildungsgefälle, dass dann schnell zu neuer Unterdrückung/Manipulation führen kann.
Genaugenommen ist das aber kein rein anarchistisches Problem.
Es betrifft jede Gesellschaft, der es irgendwann "zu gut" geht...
die Degeneration setzt ein, die Menschen verblöden, ihre Ängste werden immer schwachsinniger und irrationaler, bis sie irgendwann nicht mal mehr die selbstverständlichsten Dinge beherrschen (wie etwa sich zu wehren, wenn sie jemand auf dem Schulhof oder sonstwo rumschubst)
Ein Teufelskreis, aus dem es keinen Ausweg gibt?
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Eine anarchistische Welt wird nicht funktionieren. Anarchie kann nur in überschaubaren Kreisen funktionieren, wo jeder jeden kennt, und die Konsequenzen seiner Handlungen abschätzen kann - und selbst da hängt es von den Individuen ab, wie gut (und ob) es klappt.
Anarchie mag eine lokale Lösung sein, aber global muss es klare Vereinbahrungen zwischen Gemeinden / sonstigen sozialen Zusammenschlüssen geben, sonst wird das nix.
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@dian
Ich halte das mit der Verweichlichung für unrealistisch. Denn in einer anarchischen Gesellschaft ohne Herrscher und Beherrschte müsste jeder sehr hart arbeiten um sich selbst ernähren zu können. In unserem derzeitigen System geschieht das auch allerdings durch extrem viele Umwege die eben nur die Leute die in der sprichwörtlichen Nahrungskette über einen stark begünstigen. Die Viehzucht und Feldarbeit würden Pflicht werden für jede Familie. Sofern es das Konzept Familie noch geben wird, was ich jedoch stark annehme. Fischfang und Jagd würden höchstens nach einigen Jahren genutzt werden wenn sich das Natursystem ein wenig erholt hat.
Eine anarchische Welt wäre garantiert kein Ponyhof. Die Bildung müsste extrem hoch sein (Damit die Menschen wehrhaft und aufgeklärt sind und die Anarchie keiner Diktatur weichen muss) und körperliche Arbeit Alltag. Bei solch hohen Ansprüchen wird es diese verweichlichte Generation, die wegen jedem Mückenschiss rumheult sicher nicht geben.
| Zitat: |
| Ein bequemes, sorgenfreies Leben kann schnell zur Verweichlichung führen. |
In einer Anarchie? Absolut nicht. Allein mit dem Verschwinden von Supermärkten und Geld werden die Menschen so panisch und aufgebracht sein und realisieren dass sie jetzt komplett auf sich allein gestellt sind und ihnen ihr Geld nichts nützt. Die verweichlichten Menschen würden entweder wie die Fliegen sterben weil sie sich selbst nicht versorgen können oder aber richtig aufblühen weil sie so zum ersten Mal richtig frei leben können.
Vielleicht tut jenen Menschen eine ehrliche Anarchie richtig gut anstelle einer falschen Demokratie? (Ich weiß der Vergleich hinkt.)
Ich hab aber noch eine Theorie: In einer Anarchie würden sich langsam aber stetig die Menschen mit vielen Kenntnissen in der Jagd und Nahrungsbeschaffung gesellschaftlich hocharbeiten (Solche Menschen wären extrem bevorzugt da sie das Überleben von sehr vielen Menschen sichern) bis sie irgendwann zu einem Militärputsch in der Lage sind.
Aber wie bereits gesagt halte ich Anarchie nur für eine Übergangsform, die dauerhaft nicht bestehen kann. Es würde sich stets neue Machtstrukturen rauskristallisieren, man kann ja schlecht alle Menschen überwachen. Mit einer extrem stabilen, aufgeklärten, ausgeglichenen Bevölkerung weltweit könnte es klappen. Aber die haben wir ja nicht.
"Most people are so ungrateful to be alive, but not you, not any more... "
„Man muss noch Chaos in sich haben, um einen tanzenden Stern gebären zu können.“
"Man verdirbt einen Jüngling am sichersten, wenn man ihn anleitet, den Gleichdenkenden höher zu achten, als den Andersdenkenden. "
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M.F unregistriert
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Original von dian
Ein Teufelskreis, aus dem es keinen Ausweg gibt? |
Oh man Dian du denkst doch über solche Dinge nicht seit gestern nach, du denkst sogar deutlich länger über sowas nach als ich, bist ja auch um einiges älter.
Und das ist das Ergebnis?
Anarchistische Ideen auf dem Niveau eines jungpubertierenden Bravopunks?
Ist ja nicht so, dass du keine Möglichkeiten hättest dich weiterzuentwickeln, gab ja genug Interessante User hier, gibt genug anarchistische Autoren von denen man lernen kann.
Jahrelang die selbe Scheiße erzählen?
Das Ergebnis wird sich wohl auch nicht nach weiteren 10 Jahren Wand anstarren ändern.
Darüber nachdenken wie schlecht die Welt doch ist, weil stattdessen mal über sich selbst nachdenken, mal über die eigenen Fehler nachdenken, die eigene Sozialisation hinterfragen zu schmerzhaft ist.
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Original von Dian:
Ein bequemes, sorgenfreies Leben kann schnell zur Verweichlichung führen.
Original von Illumatrix:
In einer Anarchie? Absolut nicht. Allein mit dem Verschwinden von Supermärkten und Geld werden die Menschen so panisch und aufgebracht sein und realisieren dass sie jetzt komplett auf sich allein gestellt sind und ihnen ihr Geld nichts nützt. Die verweichlichten Menschen würden entweder wie die Fliegen sterben weil sie sich selbst nicht versorgen können oder aber richtig aufblühen weil sie so zum ersten Mal richtig frei leben können. |
zunächst einmal könnte mit menschen, wie du sie beschreibst, illu, wahrscheinlich eh nicht funktionieren. allein der wegfall einer staatlichen obrigkeit, die als aufpasser fungiert (und dabei gerne mal überwachungsmäßig oder menschenrechtlich recht weit geht) würde zur kriminalität vieler einladen. das belassen der freiräume untereinander würde darüber hinaus auch nicht funktionieren.
du kannst nicht die anarchie ausrufen in einer beliebigen menschenmenge, die sich dem dann fügt. unter anderem würden sich auch szenarien wie von dir geschildert ergeben.
das gesetz des stärkeren/durchsetzungsfähigeren (oder hier wohl eher: anpassungsfähigeren) deckt sich mit der aussage in deinem letzten satz des zitates. alles bis dahin wäre der kampf um die anarchie selbst. viele anarchie-kompatible formen eines systems, welche einfach korrelieren können, gibt es nicht, oder?
| Zitat: |
Original von M.F.:
Jahrelang die selbe Scheiße erzählen? |
ich hoffe, ich irre nicht, wenn mir bei dem grundgedanken der weiterentwicklung der vergleich mit expandierenden firmen vor augen schwebt, für die ein konstanter verlauf in bezug auf eine bilanz innerhalb eines geschäftsjahres bereits einen verlust darstellt, einfach weil man keinen gewinn gemacht hat (sinnbezogen übertragen: sich nicht weiterentwickelt hat).
muss ich mir die weiterentwicklung, von der so gern gesprochen wird, wie eine linie in einem kurvendiagramm vorstellen, die immer höher geht? wenn nein: wie kann man wissen, dass jemand nicht längst an einem punkt angekommen ist, der für einen selbst in ordnung ist?
wenn man das beurteilen kann in einer weise, wie ich das von M.F. lese, dann müsste ich schlussfolgern, dass er entweder "weiter" oder "erleuchteter" ist (klingt iwie beides ungünstig gewählt von mir), oder dass er das vollkommen objektiv beurteilen kann. zweiteres würde ich spontan bezweifeln wollen, denn so viel wird M.F. nicht von Dian wissen, um anhand seiner wortwahl bzw. aussagen, die sich mit früheren ähneln oder gar decken, verbindliche aussagen über seine weiterentwicklung (in welchem genauen bezug auch immer) machen zu können.
| Zitat: |
| Das Ergebnis wird sich wohl auch nicht nach weiteren 10 Jahren Wand anstarren ändern. |
was ist, wenn du nach 10 jahren plötzlich etwas an/in der wand siehst, was du vorher nicht gesehen hast? sagst du dann, du bzw. derjenige (b)ist verrückt, erleuchtet oder weiterentwickelter? ich frage rein aus neugier.
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Also ich würde mich als Anarchist bezeichnen, weil ich mir keine Vorschriften mehr machen lasse und mir auch nicht sagen lasse, was ich für wenn oder was auch immer tun soll. Ich laufe auch nicht mit einem A im Kreis rum um mich einer Gruppe zugehörig zu fühlen, oder zu zeigen das ich anarchistisch denke das ist nämlich für mich Abhängigkeit einer bestimmten Gruppe, Religion, Nationalität, Ideologie oder sonst was. Unabhängigkeit und Freiheit gehören für mich untrennbar zum Anarchismus dazu.
Jetzt Frage ich mich jedoch warum es immer ein ganzheitliches Gesellschaftsmodell sein muss, an das sich alle Menschen zu halten haben? Das hat nämlich rein gar nichts mit dem Anarchismus zu tun, ich Glaube nämlich auch nicht daran das alle Menschen irgendwann so reif sein werden, das diese Methode des Zusammenlebens problemlos funktioniert, auch wenn es schön wäre und den Alltag der Anarchisten enorm erleichtern würde, da ihnen niemand mehr versuchen würde etwas aufzuzwingen. Aber selbst in unserer Gesellschaft ist es möglich als Anarchist zu Leben, auch wenn es nicht gerade leicht ist da hier alles auf Regeln, Normen, Pflichten und Konventionen aufgebaut ist, also kurz = Autorität aber ich muss mir dennoch nichts von dieser Autorität sagen lassen! Auch wenn ich dann vorsichtig sein muss nicht in den Knast zu kommen und so meine physische Freiheit zu verlieren, meine Freiheit im geiste und meine Würde kann mir keiner nehmen, wenn ich mich nicht Brechen und Biegen lasse und so muss ich auch keinem anderen etwas vorschreiben oder verbieten kann mich aber jeder zeit gegen ihn verteidigen, wenn er meine Freiheit gefährdet. Für mich zählt auch noch dazu keine Angst zu haben und mich nicht zu fürchten wovor auch? Durch Furcht werden immer wieder die schlechten Eigenschaften der Menschen gefördert, was zu Gewalt und Machtausübung führt eins sollte einem als Anarchist jedoch klar sein, im Anarchismus hat Sicherheit meiner Meinung nach nichts zu suchen, da es mit der Freiheit aneinander stößt.
Das einzige was ich mir wünschen würde ist eine alternative zu dem bestehenden Gesellschaftsmodell, um ohne Schwierigkeiten und Repressalien als Anarchist Leben zu können. Aber in unserer Gesellschaft muss man sich immer noch an ihre Regeln, Normen und Pflichten halten in ihre Schulen gehen, ihre Arbeiten vollrichten oder ihre Steuern zahlen, usw. versucht man sich dem zu entziehen und ist dafür sogar bereit auf die Annehmlichkeiten der Gesellschaft zu verzichten, steht man ohne alternative leider schnell auf der Straße, oder hat rechtliche folgen zu fürchten. Unsere Demokratie ist für mich nichts weiter als eine vom Volk legitimierte Diktatur, die Mehrheit entscheidet und alle auch die Jenigen die dagegen waren müssen sich daran halten und andernfalls mit Strafen rechnen. Ich kann ja verstehen das man sich als Mitglied der Gesellschaft an Regeln und Pflichten zu halten hat; aber ich konnte mir diese Gesellschaft nun mal nicht aussuchen trotzdem lebe ich als Anarchist so gut es geht.
Und sage mir: Lieber aufrecht sterben als auf Knien zu leben
Außerdem muss hier meiner Meinung nach, auch unterschieden werden, zwischen dem Kollektivistischen Anarchismus:
http://de.wikipedia.org/wiki/Kollektivistischer_Anarchismus
Und dem Individualistischen Anarchismus:
http://de.wikipedia.org/wiki/Individualistischer_Anarchismus
Ich persönlich bevorzuge eher letzteres, da für mich das Individuum mehr zählt, als die Übereinkunft des Kollektivs, die sich oftmals auch wieder auf Zwang und Machtausübung stützen würde. Für den Kollektiven Anarchismus, ist meiner Meinung nach, einfach noch nicht die nötige Vernunft, bei der Bevölkerung vorhanden.
Für mich ist der Anarchismus in aller erster Linie kein Gesellschaftsmodell sondern eine Lebenseinstellung und ich lebe diesen Anarchismus, jeden Tag. Ich vordere weder ein weltweites anarchistisches System, noch fordere ich einen anarchistischen Staat, das einzige was ich mir wünsche ist eine tolerante alternative, so das man als Anarchist nach seinen eigenen Ansichten, Idealen und Moralvorstellungen Leben kann. In keiner Gesellschaft dieser Welt wird man mit einer solchen Einstellung geduldet oder toleriert, kein Wunder die Herrschenden könnten ja auch ihre macht verlieren, wenn sich zu viele für diese Form des Lebens entschließen.
Also ich will mich von niemandem mehr Bevormunden, Kontrollieren, Regieren und Benutzen lassen. Niemand soll mir etwas Aufzwingen, oder Aufdrängen das ich nicht will. Ich möchte keine Grenzen, Fesseln und Barrieren und genauso verfahre ich auch mit meinen Mitmenschen. Leben und Leben lassen, würdevoll und in Freiheit. Auch wenn ich damit eher alleine stehe. Ich bleibe dabei und deshalb, zähle ich mich als Anarchist.
Anmerkung: Sorry ist etwas lang geworden, dieser Text ist lediglich meine persöhnliche Meinung und Einstellung zum Anarchismus und ich habe ehrlich gesagt keine Lust, mich hier dafür zu rechtfertigen oder das lang und breit zu Diskutieren.
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Ich lehne die Grundübereinkunft des Gemeinwesens ab, insbesondere die Überbewertung von Besitz.
“All authority of any kind, especially in the field of thought and understanding, is the most destructive, evil thing. Leaders destroy the followers and followers destroy the leaders. You have to be your own teacher and your own disciple. You have to question everything that man has accepted as valuable, as necessary.”
„Warum siehst du den Splitter im Auge deines Bruders, aber den Balken in deinem Auge bemerkst du nicht?“
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dian unregistriert
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@ M.F:
| Zitat: |
Und das ist das Ergebnis?
Anarchistische Ideen auf dem Niveau eines jungpubertierenden Bravopunks?
Ist ja nicht so, dass du keine Möglichkeiten hättest dich weiterzuentwickeln, gab ja genug Interessante User hier, gibt genug anarchistische Autoren von denen man lernen kann. |
Wie du schon sagst... es gibt bereits genug Autoren, die über anarchistische Theorie schreiben, und die das besser können als ich.
Ich sehe keinen Grund, jetzt selber auch noch damit anzufangen, auf akademischem Niveau politische Streitschriften zu verfassen, mit denen man wunderbar in Fachdiskussionen angeben kann, die aber letztlich kein normaler Mensch mehr versteht.
Die politische/wirtschaftliche Ebene von Anarchie und die Ausarbeitung von konkreten Gesellschaftsmodellen interessiert mich reichlich wenig.
Im Grunde ist es mir sogar scheißegal, ob eine anarchistische Weltordnung tatsächlich funktionieren würde oder nicht... denn das würde nicht das geringste an der Tatsache ändern, dass ich mich persönlich als Anarchist betrachte.
Für mich ist Anarchie in erster Linie eine Lebenseinstellung und Philosophie... eine ganz bestimmte Art zu denken und zu fühlen.
Bringe genügend Menschen dazu, auf diese Art zu denken und zu fühlen... und es wird auch im globalen Maßstab funktionieren. Bringe nicht genügend Menschen dazu, so zu denken und zu fühlen... dann wird es auch in tausend Jahren nicht funktionieren... egal, wie toll die Theorien auch ausgearbeitet sein mögen.
Aber wie ich gerade sehe, hat Shinobi das ja auch schon ganz gut in meinem Sinne formuliert. Dem hätte ich eigentlich gar nichts mehr hinzuzufügen brauchen.
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Hansi unregistriert
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Jo, Anarchie muss man einfach leben so gut es geht und wenn man sich in relativ gleichgesinnten Gruppen aufhält ist das auch gar nicht all zu schwer. Darf ich dir mal ne Frage stellen M.F.? Was bedeutet leben für dich?
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