dian unregistriert
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Kultur des Lärms
19.06.2009 14:11 |
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Gerade nerven draußen auf der Straße wieder ein paar Kids, indem sie irgendwelche komischen Kinderreime intonieren.
Wohlgemerkt mit einer Lautstärke, die eigentlich völlig unnötig wäre.
HALTET DIE FRESSE, IHR SCHEISS GÖREN!!!!! ICH VERSUCHE HIER ZU ARBEITEN UND DIE WELT ZU RETTEN!!!!!!!!
grmpf
Nein, ich will jetzt nicht den empfindlichen Spießer raushängen lassen.
Aber ganz allgemein interessiert mich, als naturgemäß eher stillen Typen, schon die Frage: Haben wir eine "Kultur des Lärms"?
Oder ist Lärm nicht eher ein Zeichen von Unkultur?
Heutzutage ist es doch so:
Kinder, die still sind, werden tendentiell als krank und abnormal bezeichnet.
Möglichst laut und möglichst sinnlos Geräusche von sich zu geben, gilt hingegen als normal und gesund.
Unter Teenagern ist das sogar noch schlimmer. Da ist unauffällig und leise sein schon regelrecht ein Zeichen von Schwäche.
Im Erwachsenenalter wird es bei den meisten dann wieder etwas besser... aber selbst viele Rentner, die sich über die lauten Jugendlichen auf der Straße aufregen, sind privat, wenn sie mal mit Gleichgesinnten bei einer Geburtstagsfeier zusammensitzen, mindestens genauso laut und rücksichtslos.
Von den Gartennazis, die schon um 8 Uhr morgens damit anfangen Rasen zu mähen oder die Fließen für ihre scheiß Terasse zu schneiden, ganz zu schweigen.
Wie seht ihr das?
Ist laut sein und Krach machen ein Zeichen von Lebensfreude? Oder doch eher ein Zeichen von Intolleranz seinen Mitmenschen gegenüber?
Ist es natürlich? Ist es angelernt?
Sollte man Kindern möglichst früh klar machen, dass das, was sie als "Freude" empfinden, anderen auch als Lärmbelästigung erscheinen kann?
Wer ist intoleranter? Derjenige, der Krach macht, oder derjenige, der sich davon gestört fühlt?
Es gilt als selbstverständlich in der heutigen Gesellschaft, dass man fremde Menschen nicht einfach anfasst und gegen ihren Willen berührt.
Aber bei den akustischen Signalen, die man verursacht, scheint man weitaus weniger Distanz zu wahren. Da berührt man ständig die Privatsphäre anderer, ohne sich darüber auch nur Gedanken zu machen... und wer sich aufregt, gilt eben, wie erwähnt, schnell als humorloser Spießer und Spielverderber.
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Hiphop-Gangster-Mukke mit dem Handy im Bus zu hören ist schonmal ein Zeichen von Respektlosigkeit (und schlechtem Geschmack).
Allgemein "Krach machen" würde ich einfach auf Aufmerksamkeitshascherei bezeichnen. Damit auch ja jeder mitkriegt, was für tolle Musik man doch hört (oder eben nicht).
Es ist natürlich aber auch so, dass man, wenn man mit seinen Kumpels unterwegs ist und Spaß hat, diese Freude durch das gemeinsame Musikhören steigert. Es hat schon was für sich, mit einigen Metalern "Fear of the Dark" zu singen und auch darauf zu pogen.
Andere Argumente für laute Musik hat natürlich die Spaßband J.B.O..
Zur Intoleranz kann ich noch sagen, dass es mir in dem Moment, wo ich laut mit meinen Freunde Spaß an guter Musik habe, mir egal ist, wenn sich ein paar Spießer angegriffen fühlen
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"Einige Menschen in diesem Land sind sehr reich, aber die meisten von euch sind sehr, sehr arm. Und wisst ihr wieso? Weil ihr alle faule Säcke seid! Euer Land braucht Geld. Aber ihr könnt leider nicht genug Geld beschaffen. Also sag ich euch, was wir tun müssen: Wir werden die Krankenhäuser zumachen und den Leuten Arbeit geben und mehr Raketen herstellen!!"
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Hansi unregistriert
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Tja wo sind nun die Grenzen? Gibt nunmal Menschen die sich schnell gestört fühlen und andere die auch mal gerne auf den Putz hauen (was nicht immer was schlechtes sein muss, schließlich muss man ja auch mal Spaß haben [dürfen] ). Ich glaub gegenseitige Rücksichtnahme und wenn möglich Absprachen können da sehr helfen ansonsten sollte man sich auch mal selbst reflektieren können ab wo man selbst überempfindlich reagiert. Leider fehlt vielen Menschen die volle Rücksichtnahme und Einsicht. Auch hier sollte man mal die Extremisten aus dem Game kicken, gröhlende Idioten und zimperliche Mimöschen find ich persönlich beidermaßen nervend, ich denk die Mischung machts. Die in der Stille Angesammelten Emotionen, Empfindungen und Gedanken müssen schließlich auch mal raus. Es kann btw auch verdammt gut tun mal ganz alleine in nen verlassenen Wald oder so zu gehen und so laut zu schreien was einem auf der Seele brennt.
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Ohne jetzt spießig zu klingeln aber ich finde Kinder sollten Selbstdisziplin lernen. Z. B. beim Judo wo sie sich ohne gestört zu werden raufen können wie sie wollen und dadurch noch Disziplin lernen. Schaut man sich die lauten Kinder an sind die lautesten doch diejenigen mit der größten Scheiße im Kopf die sie den anderen auf Kosten der Ruhe mitteilen. Nein dann doch lieber Kinder die Disziplin aufbringen können und ein Ventil haben wie z. B. den Judosport.
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Megapolis unregistriert
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Es ist mit dem Lärm soweit gekommen, dass in meinem Bekanntenkreis einer war, der jedesmal, wenn es ganz still war, total ausgeflippt ist und agressiv das Bedürfnis verspürte auf andere loszugehen. Inwieweit das mit Lärm zu tun hat, bleibt fraglich.
Lärm allerdings macht krank und das kennt man schon aus dem alten Rom. Die Römer hatten enorme Schlafprobleme, wegen des Geschreis der Fuhrleute auch während der Nacht.
Ich persönlich kann Lärm vertragen, sehne mich aber stets nach Ruhe. Das Problem ist doch, dass wir gerade geradezu von Lärm erziehen lassen. Das fängt doch bei Musik an und hört bei Fernsehen nicht aus.
Stille hat man heutzutage nur auf der Toilette. Musik durch den mp3-player, die lautsprecher des handys, das beschallen mit beats durch jungspunde die ihre autoboxen voll aufdrehen, die hauptverkehrsstraßen und fast jeden tag ein feuerwerk, zu mindest am wochenende. Das hat man davon, wenn man eine Pyrotechnikerwerkstatt direkt im Ort hat.
Helfen da Ohrenstöpsel? Soldaten in Amerika schlafen auf Schiffen in ständiger Bereitschaft. Und dieser Schlaf ist niemals tief und nicht gerade erholsam. Wenn diese heimkommen warte sie auf die nicht vorhandenden Lautsprecheransagen, Flugzeugmotoren etc.
Ja ich würde dur chaus sagen wir leben in einer Kultur des Lärms und das Schlimmste ist, dass sich entweder viele Menschen sich daran gewöhnt haben oder sich nicht drum kümmern.
Trotzdem, wir sehnen uns nicht ohne Grund nach stillen Orten, wo wir uns zurückziewhen können. Dagegen etwas zumachen oder zu unternehmen dürfte schwierig sein. Die vorgeschriebene Mittagsruhe finde ich da ganz praktisch auch wenn sich viele daran nicht halten.
Wir reden jetzt zwar darüber aber wer hat mit seinen Kumpels nicht schon mal eine Party gefeiert und war richtig laut. Sind wir da besser oder fortschrittlicher? Nun immerhin reden wir darüber, und das ist schon mal ein Anfang...
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Hansi unregistriert
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| Zitat: |
| Stille hat man heutzutage nur auf der Toilette. |
Hast du schonmal in einer WG gewohnt?
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wave unregistriert
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| Zitat: |
Hiphop-Gangster-Mukke mit dem Handy im Bus zu hören ist schonmal ein Zeichen von Respektlosigkeit (und schlechtem Geschmack).
(...)
Zur Intoleranz kann ich noch sagen, dass es mir in dem Moment, wo ich laut mit meinen Freunde Spaß an guter Musik habe, mir egal ist, wenn sich ein paar Spießer angegriffen fühlen . |
Ja nee is klar. Weil die dB, welche Metal verursachte für Ruhebedürftige natürlich viel angenehmer sind als Hiphop.
Irgendwie hab ich manchmal das Gefühl, dass die wahren Spießer diejenigen sind, welche am lautesten gegen dieselbigen wettern.
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ich geb dir zwar recht, wave. aber es ist schon bemerkenswert, dass du dich nach einer schweigezeit ausgerechnet zu diesem thema meldest, und über wetternde spießer schreibst ^^
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wave unregistriert
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Eig wollte ich mich ja wirklich zurückhalten. Aber manchmal wird Dämlichkeit schlicht unerträglich und es geht nicht anders.
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brauchst dich doch net zurück zu halten..
und für deine einstellung, die bestehenden gegebenheiten als dämlichkeit zu bezeichnen, nenne ich dich jetzt vermessen.
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Definiert mal Lärm?
Das Problem ist, dass da jeder was anderes drunter versteht.
Wenn ich mit Manuel draußen unterwegs bin, findet der nunmal seine HipHop- und Punk-Mucke angenehmer als das Zwitschern von Vögel, im Gegensatz zu mir.
Und ich finde seine HipHop- und Punkmucke schöner als das Vorbeifahren eines Autos.
Ihr könnt Euch ja alle Räume zulegen, in denen die absolute Ruhe herrscht. KA, ob das was bringt.
Man kann Ohren nicht zuklappen wie Augen und man kann auch vor Lärm nicht so schnell und weit wegrennen wie vor Berührungen. Ganz ohne Grund werden unsere Ohren ja nicht so konstruiert worden sein, denn sie sollen eben auch im Ruhezustand noch eine Gefahr wahrnehmbar werden lassen.
Von mir aus kann man alle elektrischen Geräte wieder abschaffen. Ich hatte schon extreme Schwierigkeiten, als ich damals im Moor in Ostfriesland war, gegenüber meinem Chef durchzusetzen, dass ich mir für die Gartenpflege einen nicht motorisierten Rasenmäher holen durfte.
Nur glaube ich auch nicht, dass der Strom für unsere PCs gerade komplett lautlos hergestellt wird.
Und ich schätze mal, dass es kaum möglich ist, objektiv da z.B. zwischen Mucke und Hundebellen was unterschiedliches auszumachen.
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Lärm ist so relativ:
Manchmal gehen mir die Partiekiddies die aufm Parkplatz 200 Meter weit weg die Fetzen fliegen lassen total auf die Nüsschen - vor allem wenn ich sechs Stunden später aufstehen sollte um zur Arbeit zu gehen.
Ein andermal ist es der Lärm meines PC's, den ich aber meist gar nicht registriere.
Dann ist es die leise vor sich hinbrummende Straßenlaterne vor dem Fenster, die umso lauter brummt, je müder und genervter ich werde.
Irgendwelche Spastiker, die meinen mit Highspeed irgendwo lang düsen zu müssen oder nen Burn out hinlegen zu müssen - und das hört man halt Nachts auf nem Berg Kilometerweit.
Dann gibt es da noch die Ghettokiddies, die selbst im Wald mit ihren bis zum übersteuern aufgedrehten Handies einen schon im Vorfeld ihres Erscheinens über ihre Ankunft informieren wollen. (Ihr seid ja sooooo cooool!)
Und zu guter letzt gibt es noch die Leute, die immer mit ihren Stöckchen durch die Natur schlurfen und die man, genau wie die Ghettokiddiz, schon meilenweit im Vorraus hört.
Und unsereins fühlt sich schon Schuldig, wenn er Samstag mittags den Elektrorasenmäher anwirft und die Nachbarschaft damit akkustisch verschmutzt.
Ich kannte mal einen, der wurde - ich weiss nimmer genau - entweder agressiv oder traurig, weil ich nicht mit ihm geredet hab.
Manche scheinen süchtig nach Lärm zu sein.
Je lauter und je sinnloser, desto besser. Dann hören sie schon nicht das, was ich "Gedanken" nenne.
Den Höhepunkt dieser Perversion nennt man "Industrial".
</Zynismus>
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Nur durch Individuen, die aus der Reihe schlagen, findet EVOLUTION statt!
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Was ich nicht ausstehen kann ist wenn jemand Lärm macht, um Außenstehende auf sich aufmerksam zu machen und zu provozieren.
Ich bin zwar recht lärmempfindlich, kann es aber noch nachvollziehen wenn jemand sich laut freut, Party feiert oder den Tag mit handwerklichen Tätigkeiten beginnt, und schraub da i.d.R. meine Bedürfnisse etwas zurück - solange es nicht ausartet.
Was Leute an Lärm finden kann ich auch nicht so ganz nachvollziehen, aber jedem das seine.
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Sternschnuppe unregistriert
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Ich habe eher selten was gegen Lärm..
Ich glaube es liegt einfach am Menschen und ob er gerade gestresst ist..
Wenn ich gestresst bin, oder gerade wenn man Migräne hat könnte man ja bei jedem unangenehmen Geräusch an die Decke gehn...
Aber da ich nun fast 1 Jahr baustelle vorm Fnester hatte und ich merke heute wieder, das son blöder bager vor meinem Fnester auf der Straße rumfährt, das ich wohl noch länger Baustelle ertragen muss, wobei ich es nicht mehr direkt mitbekomme.. weil ich mich mitlerweile dran gewöhnt habe, das ständig so laute Geräusche um mich sind..
Da kommen wir zum Punkt Gewohnheit.. Es ist eine Gewohntheit auf bestimmte dinge wie zum Beispiel das klirren eines Schlüssels nervend zu reagieren..
Meine Schwester hatte die unglaubliche Angewohnheit mit ihren Schlüssel rumzuklirren und ich ging damals ständig deswegen an die decke.. bis ich mich frage warum eigentlich.. Naja irgendwann wars nicht mehr Lärm für mich.. ich habe es manhcmal nicht einal mehr wahrgenommen...
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