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Zum Ende der Seite springen aufstehen  
Beiträge zu diesem Thema Autor Datum
 aufstehen quaid 24.07.2009 21:38
 RE: aufstehen Arne Reload 25.07.2009 08:31
 RE: aufstehen derSkeptiker 25.07.2009 12:46
 RE: aufstehen quaid 25.07.2009 21:36

Autor
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quaid

their law


aufstehen 24.07.2009 21:38 Diesen Beitrag einem Moderator melden Zum Anfang der Seite springen

ihr kennt vielleicht diese fernsehübertragungen (oder sogar live-auftritte) der künstlerisch tätigen, welche ihre werke vortragen.
dort geht es eher selten um reime, sondern viel mehr um inhaltliches.
an sowas wollte ich mich eh mal probieren, und so bitte ich um möglichst ehrliche kritik zum unterhaltungswert, zur inhaltlichen aussage und der umsetzung künstlerischer freiheit in meinem werk "aufstehen":





wir alle stehen morgens auf,
und gehen abends schlafen.

wir stehen einfach auf, obwohl wir garkeine lust haben,
schon wenn der wecker klingelt, und wir müde sind
und abends gehen wir schlafen, weil wir müde sind
weil wir gearbeitet und unseren soll an der gesellschaft erfüllt haben

drum frage ich mich, was denn wäre,
wenn wir einfach alle mal morgens den wecker klingeln lassen würden,
und nicht aufstehen, sondern den wecker ausschalten und uns umdrehen würden,
und ausschlafen könnten, und den tag genießen, indem wir in ihn hinein leben, und den ganzen tag zuhause bleiben
da frage ich mich doch ernsthaft, was dann wäre

ja und was wäre dann?

die straßen wären leer, und die geschäfte wären leer, und bushaltestellen wären leer, und die kaufhäuser wären auch leer
aber das macht ja nichts, denn dann gäbe es keinen stau, und keine gestressten angestellten, und keine genervten wartenden fahrgäste, und keinen überfall.

ja und was wäre dann?

die großen würden schreien ob ihr gutes geld, welches sie verlören;
doch das geld bliebe bei den kleinen, welche es eigentlich viel besser gebrauchen können
und niemand würde nass werden, wenn es regnet; und auch die regenschirme blieben trocken. keine nassen regenschirme in nassen badewannen an diesem tag.
und keine hektischen winde zögen durch die gassen und freiräume; und so würden die wahren freiräume wieder einzug erhalten und die natur könnte ruhen - wenn auch nur für einen tag

ja und was wäre dann?
es würde wohl regnen. und die milbenpopulation in unseren betten würde vielleicht ansteigen, oder zumindest die verlängerte wärmezeit genießen.
und so bleibe ich einfach liegen, wenigstens für heute,
und träume weiter, und frage mich, wieviele wohl so denken,
wie ich



anmerkungen:
wörter wie "verlören" zähle ich genauso zur künstlerischen freiheit wie die kleinschreibung oder spürbare wiederholungen von worten wie "und" oder der sehr freien interpunktion.
ursprünglich wollte ich ein muster in dem text sehen: 2 sätze, 4 sätze, 6 sätze, 4 sätze, 2 sätze. allerdings passte mir das in der umsetzung nicht, und ich wollte auch nicht zuviel wert auf die rein optische wirkung legen - vor allem wegen dem zeilenumbruch.
inhaltlich ging es mir um träumerei und einen simplen gedanken, den viele haben, aber den niemand ernsthaft erwägen würde. ausserdem wollte ich die folgen eines derartigen (nicht ganz ernsthaft konsequent zu ende gedachten) gedankens beleuchten.
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Arne Reload



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25.07.2009 08:31 Diesen Beitrag einem Moderator melden Zum Anfang der Seite springen

Zwei Sachen dazu:
Zum einen als Kritik lässt Du eine hier sehr schöne Möglichkeit außer acht, weiter sprachlich auf das "Aufstehn" einzugehen. Es gab in meiner Jugend ein Lied, das "Opstaan" (Aufstehn) hieß und genau das Gegenteil von dem meinte, was Du da sagst.
Gibt es sogar eine deutsche Fassung von, habe ich gerade entdeckt:
http://www.youtube.com/watch?v=1lKr8J1VEHk&feature=related

Und dann kommt genau das Gegenteiil von dem raus, was Du meinst, denke ich, wenn Du die Form von Aufstehen da auf einmal mitinterpretieren würdest, denn dann würde es auch nie einen Aufstand geben. Letztendlich haben wir gerade die Situation, dass es allen Menschen, die nicht massig Kapital haben, dreckiger geht und keiner steht auf, UM WAS DAGEGEN ZU MACHEN.


Du willst mit dem Aufstehen was ganz anderes ausdrücken:
Das gab es auch schon in meiner Jugend. Das war das Lied hier, fiel mir sofort ein:
http://www.imeem.com/people/6lCrUG/music...-alle-das-tten/

Irgendwie ist das beruhigend, wenn jetzt Gedanken auftauchen, die mich an Lieder erinnern, die einen ganz wesentlichen Beitrag damals daran hatten bzw. das Stimmungsbild wiedergaben, dass es damals zu einer Hausbesetzerszene und eben auch, dass man über Alternativen nachdenken kann, die es zum Kapitalismus gibt.
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derSkeptiker



images/avatars/avatar-381.jpg


25.07.2009 12:46 Diesen Beitrag einem Moderator melden Zum Anfang der Seite springen

Gedanklich nicht schlecht, vom literarischen her (ich bin ehrlich) mittelmäßig, was aber auch daran liegen kann, dass ich es falsch lese.
Was meintest du für Auftritte? Dachtest du hier an so genannte Poetry Slams? Dann kann der Text wirklich gut ankommen, denn bei derartigen Werken kommt es wahrhaft darauf an, wie sie vorgetragen werden.

Ein Problem habe ich:

"die großen würden schreien ob ihr gutes geld, welches sie verlören;"

ob ihr gutes Geld ... was? Oder meintest du " ob ihres guten Geldes"?

Fazit: (und das ist nur meine Meinung)
Ein Text, der dann richtig gut werden kann, wenn er richtig vorgetragen wird. Als purer Lesetext eher mittelmäßig.

Und bitte: nicht (wieder) die Ehrlichkeit als Unfreundlichkeit verstehen...

Dieser Beitrag wurde 1 mal editiert, zum letzten Mal von derSkeptiker am 25.07.2009 12:48.



"Wenn die Sonne der Kultur tief steht, werfen selbst Zwerge lange Schatten"
von Götz Alzmann abgewandeltes Zitat eines Tucholski- Spruches
E-Mail an derSkeptiker senden
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quaid

their law


25.07.2009 21:36 Diesen Beitrag einem Moderator melden Zum Anfang der Seite springen

arne:
ja, ist ziemlich einseitig betrachtet. so, wie ich es in dem moment eben gesehen bzw mir gedacht habe.
allerdings hab ich mir heute morgen schon gesagt: "man, was haste da bloss fürn mist geschrieben.."
vielleicht kennt das ja jemand. dazu passt glaube ich mein damaliges thema emotionale schizophrenie

skeptiker:
poetry slam, danke. das meinte ich.
bei dem zitat denke ich schon, dass ich das so schreiben wollte. ich fand, das klingt besser.
ich hatte im kopf, wie ich es vortrage. da kommen viele faktoren hinzu wie sprechtempo, lautstärke, betonung, intonation allgemein.. von daher wird es zweifellos richtig sein, dass es darauf ankommt, wie man es vorträgt.
abgesehen davon hat mir, wie schon erwähnt, der text heute morgen schon nicht mehr gefallen. ich denke, meine künstlerische ader hat ihre stärken eher in der zeichnerischen kunst. so gesehen war deine kritik noch zu milde Augenzwinkern
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