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@Remus Kay:
Ist im Grunde ganz einfach, obwohl genau diese beiden Arten von Aussagen gerne und oft verwechselt werden. Deskriptiv = beschreibend (ist-Zustand), Normativ=wertend (Soll-Zustand)
Vom einen kann nicht auf den anderen geschlossen werden (normativer Fehlschluss).
Wenn beispielsweise irgendein wissenschaftlicher Beweis eine unterschiedliche Intelligenz von Weißen und Schwarzen feststellen würde, ist damit noch lange nicht gesagt dass hieraus irgendeine Konsequenz gezogen werden müsste. Dies hängt eben von den grundlegenden ethischen Vorstellungen einer Gesellschaft ab, die sich nicht in wissenschaftlichen Begriffen auflösen lassen.
Übrigens hat eine redliche Wissenschaft meiner Auffassung nach eben gerade nicht den Anspruch, alles ganz genau wissen zu KÖNNEN. Wissenschaft arbeitet nach dem Prinzip der Falsifikation, d.h. dass jede Forschung progressiv ausgerichtet ist und Theorien den Weg für eine Entwicklung weisen sollen, die sie letztlich wiederlegen wird.
Bei all der 'Verteufelung' von immer komplexer und weitreichender werdender wissenschaftlicher Forschung wird oft übersehen, dass es nicht die harten Fakten bzw. Theorien sind, die bedrohlich sein können, sondern die gesellschaftlichen Ideologie und Machtverhältnisse, die diese instrumentalisieren.
Entsprechend sollte die Auseinandersetzung mit Wissenschaft und ihren Möglichkeiten imho vielmehr eine Herausforderung an unser generelles Verständnis von Zusammenleben darstellen. Für eine hochentwickelte Gesellschaft unter kapitalistischen Bedingungen seh ich jedenfalls schwarz!
P.S. kurz gegoogelt:
"Wissenschaft hat keine ideologischen Implikationen. Sie sagt uns einfach, wie die Welt ist – nicht wie sie sein sollte. Wenn sich eine Rechtfertigung, ein moralisches Ureil oder sonst irgendeine dieser »sollte«-Aussagen als Schlussfolgerung aus rein wissenschaftlichen Prämissen ausgibt, kann man daher nur eines tun, nämlich die Logik der Folgerung in Frage zu stellen; die Prämissen bleiben davon unberührt. Leider sind die Menschen häufig derart entrüstet über die Schlussfolgerungen, dass sie nicht deren Fehlerhaftigkeit, sondern die wissenschaftlichen Erkenntnisse insgesamt zurückweisen."
http://www.gavagai.de/themen/HHPT06.htm
The Loathsome mask has fallen the man remains
Sceptreless, free, uncircumscribed, but man
Equal, unclassed, tribless and nationless,
Exempt from awe, worship, degree, the king,
Over himself, just, gentle, wise.
Percy Bysshe Shelley
Indessen ist das gerade wieder der Vorzug der neuen Richtung, dass wir nicht dogmatisch die Welt antizipieren, sondern erst aus der Kritik der alten Welt die neue finden wollen. Karl Marx
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dian unregistriert
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@ Remus Kay:
| Zitat: |
| Wenn jeder Mensch wirklich frei sein soll, muss er auch das Recht haben sich aus freien Stücken für oder gegen eine schwachsinnige Ideologie zu entscheiden. Alles andere wäre Bevormundung und hätte mit Anarchie recht wenig zu tun. |
Na, ich würde es ja niemandem verbieten. Ich halte den Mist nur für komplett überflüssig. Aber wer daran glauben möchte, soll das meinetwegen tun. Ich habe nur gewisse Schwierigkeiten, solche Menschen ernstzunehmen, die freiwillig sich selbst und andere unterdrücken, um einem imaginären Fabelwesen zu gefallen.
@ Arne:
| Zitat: |
| So, das sind jetzt Theorien, die man mit etwas wissenschaftlicher Begabung auch weiter erforschen kann. Theorien aus dem mystischen Bereich kann ich aber nicht weiter erforschen. |
Eben. Und ich hätte auch kein Problem mit Wissenschaftlern, die sich hinstellen und sagen: "Wir können über die Existenz eines Jenseits keine Aussagen machen, weil wir es nicht messen können."
Was mich nur nervt, ist diese Arroganz, mit der manche Leute aus der Wissenschaftsfraktion behaupten: "Wir können es nicht messen, also ist davon auszugehen, dass ein Jenseits nicht existiert."
Das hat für mich dann nicht mehr viel mit wissenschaftlicher Objektivität zu tun... eher mit Scheuklappen- und Wunschdenken, wie es auch bei religiösen Menschen weit verbreitet ist.
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| Zitat: |
Original von dian
Eben. Und ich hätte auch kein Problem mit Wissenschaftlern, die sich hinstellen und sagen: "Wir können über die Existenz eines Jenseits keine Aussagen machen, weil wir es nicht messen können."
Was mich nur nervt, ist diese Arroganz, mit der manche Leute aus der Wissenschaftsfraktion behaupten: "Wir können es nicht messen, also ist davon auszugehen, dass ein Jenseits nicht existiert."
Das hat für mich dann nicht mehr viel mit wissenschaftlicher Objektivität zu tun... eher mit Scheuklappen- und Wunschdenken, wie es auch bei religiösen Menschen weit verbreitet ist. |
Da bin ich mir aber nicht sicher, ob die zweitere Aussage nicht eher den wissenschaftlichen Kriterien entspricht als die erstere.
Man kann eben maximal sagen, dass man, wenn man eine Erklärung sucht, diejenige wählt, die am wenigsten Aufwand sozusagen benötigt. Das wäre jetzt eine Sache eben bei den Nahtoderlebnissen, dass man eher sagen sollte, diese werden wohl ihre Ursache in den oben beschriebenen Punkten haben. Damit wäre aber dennoch nix darüber gesagt, ob es ein Jenseits gibt. Maximal kann man damit jemanden widerlegen, der meint aus Nahtoderlebnissen einen unwiderlegbaren Beweis fürs Jenseits zu sehen.
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