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Zum Ende der Seite springen Das Recht auf Faulheit  
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Zarathustra




Das Recht auf Faulheit 13.11.2010 13:42 Diesen Beitrag einem Moderator melden Zum Anfang der Seite springen

Es ist was Faul im State...

Was hat der übertriebene (Aber)glaube an die Arbeit der westlichen Welt gebracht außer soziale Misstände, Umweltzerstörung etc.? Wie sagte man früher so schön: Arbeit macht frei.

Ich rede hier vor allem von Lohnarbeit und Lohnsklaven. Sicherlich ist nicht alle Arbeit schlecht und ist es schwierig und bedarf es einiger Übung um Muße zu finden und Faul zu sein. Wer schafft es schon einen ganzen Tag nichts zu tun? Viele stürzen sich in jede erdenkliche Arbeit um dem denken nach dem Sinn dahinter zu entgehen.

Doch haben auch faule Menschen ein Existenzrecht? Ich denke Ja und bevor ich hier lange ausschweife erstmal der Link zu dem Buch von Paul Lafargue der dies alles wohl schon viel besser beschrieb als ich es je könnte (wär mir auch zu viel Arbeit):

http://www.anarchie.de/main-14024.html
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Xoc

lol

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13.11.2010 14:11 Diesen Beitrag einem Moderator melden Zum Anfang der Seite springen

Zumindest die Frage, was die Industrielle Revolution, Wissenschaft, etc alles gebracht haben, lässt sich beantworten:

http://www.gapminder.org/world/

Deutlich bessere Gesundheit, ein deutlich längeres Leben, wesentlich mehr Wohlstand und weniger Gewalt. Und das nahezu überall in der Welt.


Ich hätte absolut kein Problem damit völlig ohne bezahlte Arbeit zu leben, wenn mir denn jemand dann mein Leben trotzdem bezahlt.

Aber als Gesellschaftsmodell funktioniert das eben nicht, wir haben keine Replikatoren.

"Do you believe in free will?" "I have no choice."
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Zarathustra




13.11.2010 15:04 Diesen Beitrag einem Moderator melden Zum Anfang der Seite springen

statistiken die ich nicht selbst gefälscht hab traue ich grundsätzlich nicht. es soll da z.b. früher eine viel höhere kindersterblichkeit gegeben haben aber die menschen die das überlebt haben sind dann auch so alt geworden wie heutzutage. zum anderen hat die industrielle revolution viele moderne krankheiten erst gemacht und wenn sie jetzt versucht diese zu heilen wird die industrie dafür gefeiert obwohl sie der ursprung ist.

was der wille zum geld und zur macht und dem dazugehörigen ausbreitungsdrang mit der welt macht, und das heute noch und nicht nur zu zeiten der kollonisation - da würde ich global nicht von weniger gewalt sprechen.

mehr wohlstand haben wir dadurch sicher, denn wir auf dem rücken anderer austragen.
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quaid

their law


13.11.2010 15:11 Diesen Beitrag einem Moderator melden Zum Anfang der Seite springen

das system, das wir haben, baut nunmal auf arbeit auf. der kapitalismus, die marktwirtschaft.. das ist so gestaltet, dass es immer mehr geben muss. produktivität bedeutet quasi, mit immer geringeren mitteln immer größere erträge zu erzielen. wenn von einem geschäftsjahr (oder meinetwegen auch quartal) zum anderen der gewinn nicht gestiegen ist, spricht man schon vom verlust. es ist eine fahrt auf schienen, die irgendwann aufhören, und dann gehts nur noch bergab in einen tiefen canyon.
aber wenn ich mir die unverfrohrenheit mancher entscheidungsträger, chefs, manager und vielleicht auch lobbyisten so ansehe, dann glaube ich, das ist denen mehr als bekannt - sie nehmen es in kauf und schaufeln sich in die eigenen taschen, was geht, solange es noch geht.

ich fang immer wieder gern davon an: kik chef stefan heinig ist ein vorzeigekapitalist. er schafft den größtmöglichen profit, indem er die geldknappheit der immer kleiner werdenden mittelschicht und immer größer werdenden "unterschicht" ausnutzt und seine produktionsstätten dorthin verlagert, wo menschenwürdige arbeitsbedingungen garnicht bekannt sind. schätzungsweise 500mio. schwer ist er mitlerweile. einige seiner arbeitnehmer klagten den rechtmäßigen tariflohn ein (ihr verdienst belief sich auf ca 5eur pro stunde), und kriegen nach erfolgreicher klage noch eine ohrfeige vom heinig, weil ihr lohn dadurch über eine steuerschwelle kommt.
und verona pooth, ehemalige feldbusch, hat sich dem geistigen bankrott hingegeben, denn den tatsächlichen bankrott hat ja ihr ehemann, franjo, schon vorgelegt. ich kriege jedes mal das kotzen, wenn ich die verona-werbung für kik sehe. in einem interview, das einer reportage über die unmenschlichen arbeitsbedingungen für kik-produkte angeschlossen wurde, war verona nur solange gesprächsbereit, wie es neutral zur sache ging; wurden eben diese arbeitsbedingungen angesprochen, wurde der moderator plötzlich ignoriert und abseits stehen gelassen. was tut man nicht alles für geld, nicht wahr?

gerald häfner hielt dazu einen hervorragenden vortrag zur arbeit. (link (achtung, videolänge ca 1.5h). dort beschreibt er u.a., wie gut und wichtig die arbeit an sich ist, und wie traurig das ist, was wir mit der arbeit heute gemacht haben. wer etwas zeit hat, sollte sich das ansehen.

ich jedenfalls habe verständnis für jeden, der sich aus protest gegen das derzeitige arbeitssystem, wenn ich es mal so nennen darf, stellt. ich halte protest sogar für überaus wichtig. wer weiß, ob die heutigen proteste (und damit meine ich die wenigen, die überhaupt noch existieren), echt sind. es gibt da z.b. gerüchte, dass gewisse gruppen von lobbyisten organisiert sind, um den leuten zu vermitteln, dass da noch widerstand herrscht. aber das sind nur gerüchte. doch sollte man schon ganz genau hinhören bei solchen gerüchten. denn wenn in den medien berichtet wird, wie z.b. die franzosen sich gegen studiengebührenerhöhungen, renteneinstiegsaltererhöhungen u.ä. zur wehr setzen, während die deutschen scheinbar alles hinnehmen und selbst den größten terz in kurzer zeit wieder vergessen haben, dann fängt man u.u. schon an, sich zu wundern.


um mal auf die frage einzugehen:
Zitat:
haben auch faule Menschen ein Existenzrecht?

ein existenzrecht hat grundsätzlich erstmal jeder. allerdings ist unser system auf eine weise aufgebaut, die einige bedingungen an das existenzrecht knüpft.
dazu möchte ich gern ein paar zitate anführen.
Zitat:
Art. 12 GG:


(1) Alle Deutschen haben das Recht, Beruf, Arbeitsplatz und Ausbildungsstätte frei zu wählen. Die Berufsausübung kann durch Gesetz oder auf Grund eines Gesetzes geregelt werden.

(2) Niemand darf zu einer bestimmten Arbeit gezwungen werden, außer im Rahmen einer herkömmlichen allgemeinen, für alle gleichen öffentlichen Dienstleistungspflicht.

(3) Zwangsarbeit ist nur bei einer gerichtlich angeordneten Freiheitsentziehung zulässig.

dieses gesetz wird ausgehebelt von den aktuellen gesetzgebungen und bestimmungen der "aktivierenden" arbeitsmarktpolitik von schröder & co.
sich einen beruf und arbeitsplatz frei aussuchen und nicht einer zwangsarbeit unterzogen werden darf seither nur, wer bereit ist, sich seiner finanziellen mittel (teilweise sogar samt miete) bis zu 100% sanktionieren zu lassen und von lebensmittelgutscheinen zu leben. die menschenwürde, die eigentlich unantastbar ist, hat hier nichts mehr verloren, weshalb sie im gegensatz zu früheren ausführungen des sozialgesetzbuches in den aktuellen SGB garnicht mehr erwähnt wird.
also gibt es zur zeit für "faule" menschen wohl nur ein existenzrecht mit verminderter menschenwürde.

wo wir gerade bei menschenwürdigen existenzminimum sind:
die frage, ob auch faule menschen ein existenzrecht haben, ist an sich unglücklich gewählt. denn genau diese faulheit ist der hauptkritikpunkt der diskussionsgegner. viel mehr sollte es darum gehen, inwiefern der arbeitszwang präsent ist, und wie weit man in das vom grundgesetz her garantierte existenzminimum überhaupt eingreifen darf, und inwiefern die faulheit nur daher kommt, dass die aussichten auf dem arbeitsmarkt heutzuage für manche äußerst ermüdend sind.

ausgehend vom grundgesetz muss man es schon so sehen, dass unabhängig von intention und hintergrund dessen das menschenwürdige existenzminimum jederzeit gesichert sein muss gemäß Art. 1 Abs. 1 GG in verbindung mit dem sozialstaatsprinzip des Art. 20 Abs. 1 GG.
in diesen gesetzestexten steht nichts von einer koppelung der sicherung des menschenwürdigen existenzminimums an arbeitsmarktrelevante bedingungen. So ist in diesem Bezug der §31 SGB II (der sog. Sanktionsparagraf) fragwürdig, denn er erlaubt eine Absenkung des Existenzminimums.
das existenzminimum wird im grundgesetz gesichert. das arbeitslosengeld 2 stellt den berechnungen der wirtschaftsweisen nach das minimum dar, welches zur existenz benötigt wird. der paragraf 31 SGB II erlaubt eine absenkung eben dieses existenzminimums.
meines wissens nach ist der aktuelle stand der richter der sozialgerichte (die mit derartigen klagen hinsichtlich das sanktionsparagrafen geradezu überflutet wurden) den klägern mitlerweile grundsätzlich recht sprechen und die kommungen und Argen auf den hinweis zum sanktionsparagrafen 31 verzichten. das muss man sich mal geben! eine regierung setzt ein gremium ein (welches aus meiner sicht aus völlig falsch gewählten leuten bestand), welches wiederum die SGB reformieren sollten.. und dabei kommt etwas heraus, das jahrelang bestand hat, und erst nach vielen jahren wird richterlich anerkannt, dass es gesetzeswidrig ist,
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quaid

their law


13.11.2010 15:21 Diesen Beitrag einem Moderator melden Zum Anfang der Seite springen

nun möchte ich noch auf das eingehen, was xoc gesagt hat.
es ist richtig, wir haben keine replikatoren. aber waren wir uns nicht schon einmal einig, dass geld an sich nicht das problem ist, sondern die verteilung des geldes? zumindest theoretisch ließe sich das bürgergeld bzw. das bedingungslose grundeinkommen problemlos finanzieren.

zur fehlverteilung: ich denke da an maßlose gier, skrupellose spekulation, unfaire löhne, veraltete bestimmungen, korruption, fehlausgaben etc.

das eigentliche problem, was ich sehe, sind die schwarzseher, die diese idee abtun mit der begründung, es würde verfall mit sich bringen. das stimmt an sich, aber verfallen würde lediglich das system, wie wir es heute haben (mitsamt seinen schlechten nebenwirkungen), um platz zu machen für ein neues (und darauf liegt die betonung).
ich glaube, das system würde einen positiven wandel erfahren im sinne von gerald häfners ideologie der arbeit. ich bin der überzeugung, dass menschen, die sich nicht mehr dem druck und zwang ausgesetzt sehen, von ganz allein anfangen, sich eine beschäftigung zu suchen - und zwar endlich 100%ig dem grundgesetz entsprechend frei gewählt und ohne jeden zwang.
damit einhergehen sollte natürlich eine gut kontrollierte einwanderungspolitik, eine angemessene arbeitsmarktreform (die sogar den arbeitgebern gut tun würde, denn sie könnten die gezahlten löhne dem grundeinkommen anpassen) und damit einhergehend ein größeres beschäftigungsfeld (was ich für realistisch halte angesichts der sinkenden zu zahlenden löhne).

keiner der wirtschaftsweisen braucht so tun, als wenn wir jemals alle arbeitslosen in arbeit bringen könnten - dafür gibt es nicht genug willige arbeitgeber, denn irgendwo muss ja auch das geld für den lohn herkommen. und keiner braucht so tun, als würden wir im paradies leben, wenn die arbeitslosenzahlen halbiert wären, als würden die löhne steigen, als würde die wirtschaft als selbstläufer immer weiter steigen (als kennziffer).
zur zeit sieht es allerdings so aus, als wäre eine erhebliche anzahl an mächtigen menschen daran interessiert, dass alles weitesgehend so bleibt, wie es ist, und jene, auf die es letztendlich ankommt (die arbeitnehmerschaft) an der kurzen leine gehalten werden (die "unproduktiven" an der noch kürzeren leine) - in etwa so, wie es didi hallervorden mal vorhergesagt hat.

p.s.: wer hat schon bock auf arbeit mit den heutigen aussichten? eine interessante frage, insbesondere deshalb, weil jene, die sich doch ganz guten aussichten gegenüber sehen, dazu tendieren werden, sich auf die gegenseite zu stellen und die existenz eines problems vielleicht sogar eher anzweifeln würden.
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quaid

their law


13.11.2010 15:39 Diesen Beitrag einem Moderator melden Zum Anfang der Seite springen

vielleicht sollten wir auch mal darüber reden, inwiefern wir überhaupt noch die kontrolle haben über das geld als zahlungsmittel, oder ob das geld nicht längst uns regiert. wenn dinge, die an der börse passieren, weltweite auswirkungen mit jahrelangen nachwirkungen haben können, und wenn das geld es schafft, dass die menschen einander verhundern lassen, dann klingt das eher danach, dass da etwas völlig aus dem ruder gelaufen ist.
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Hansi
unregistriert
13.11.2010 21:25 Diesen Beitrag einem Moderator melden Zum Anfang der Seite springen

Von wegen weniger Gewalt, pah. Ich wurde heute in der Bahn zweimal Zeuge von Fußballgewalt. Erst lassen mich diese dummen Pisser von Mönchengladbach-Fans nich aus der Bahn aussteigen und ich muss mir den Weg an Prolls und Bullen frei pogen und ne Weile später zetteln Kölner-Deppen ne Schlägerei in der Bahn an. Zumal man auch nicht vergessen darf, dass dieser Staatsapparat samt seinem Polizeiapparat das widerlichste und gewalttätigste Pack ist, dass es überhaupt gibt.

nibbler51




14.11.2010 03:04 Diesen Beitrag einem Moderator melden Zum Anfang der Seite springen

http://grossmuenster.net/
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Arne Reload



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14.11.2010 08:45 Diesen Beitrag einem Moderator melden Zum Anfang der Seite springen

Ja, wir wissen jetzt, dass es ein "Großmünster-Manifest" gibt.

Topic:
Ich finde das Thema erstmal sehr gut. Ich kenne den Text von Lafurgue, allerdings eben nur aus der Übersetzung von Bernstein, die ja nicht ganz korrekt sein sollen lt. dem Link.
Dass man ebenso wie das Recht auf Tätigkeit ein Recht auf Faulheit haben kann, finde ich schon rein philosophisch mal für bedenkenswert.
Rein marxistisch gesprochen wäre im idealen Kommunismus auch das Recht auf totale Faulheit möglich, wenn das den Interessen des Betroffenen am ehesten entpricht.
Wer von sich aus erkennen kann, dass er lieber gar nix machen sollte, der sollte dies auch als eine Fähigkeit ansehen und dies ausfüren. (Heutzutage abreiten auch eher zu viele Leute, die gar nicht arbeiten bräuchten und bei vielen Sachen frage ich mich auch, wozu die arbeiten. Ich kann z.B. auf Beläsdtigungen am Telefon durch Werbescheiße verzichten und hätte dadurch imo keine Verluste in der Lebensqualität.

Solange muss man wirklich von dm ausgehen, was da ist.
Aber dazu muss man erstmal wissen, was die damals unter Arbeit verstanden. Marx hatte eigentlich bei dem Begriff "Arbeit" nur die produktive Arbeit im Kopf, die auch Mehrwert schafft, also in erster Linie indstrielle Produktionsprozeße.
Dass die industrielle Revolution und Automatisierung mal so weit kommen würde, dass man sich faktisch eher darüber Gedanken machen muss, wie man den ganzen Scheiß wieder umsetzen kann und heute so viele Autos z.B. produziert werden, dass jeder Bürger ein eigenes haben könnte. Die Zeiten während der ersten Hälfte der 18. Jahrhunertert sind beim besten Willen noch nicht so, als dass man sich vorstellen konnte, dass es an industriell produzierten Güter ein Überschuss existieren hätte können.

D.h., vieles, was wir heute machen, beduetete damals gar keine Arbeit. Dienstleistungen wie Verkauf sind bei Marx noch mit drin, aber Service und Pflege u. a. Sachen, die micht in Zahlen ausgedrückt werden können, zumindest nicht deren Mehrwert.
Ich denke auch, dass bestimmte Arbeiten nicht aufgegeben werden können und es zumindest organisiert werden muss, wie manche Arbeiten von statten gehen müssen. Das sind dann aber sehr wenige Arbeiten und bei denen kann man sich dann ggf. anfangen Gedanken zu machen, wie man das Recht auf Faulheit evtl. dann wieder einschränken müsste, wenn die gesellschatftlch unverzichtbare Arbeit nicht mehr erfüllt würde.

Eine Vwrteilungsfrage des Reichtums, quaid, ist das Nichtvorhanden sein von Gleichheit tatsächlich. Wir müssen nur allen, die mehr als 620 € im Monat vrdienen, alles, was darüber ist abzugeben. 620 € sind ungefähr das, was ein alleinstehender HARTZIVLR empfangt, wenn seine Miet. und Heizkostungen 220 € ausmachen.

Solange dann offenbar das materielle Wohl weltweit doch sehr niedrig ist, so lang ist Arbeit, die irgendwie organsisert sein muss, wohl notwendig, schätz ich.
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Hansi
unregistriert
14.11.2010 10:33 Diesen Beitrag einem Moderator melden Zum Anfang der Seite springen

Stimmt gar nich! Ich bekomm insgesamt und inklusive 195 Euro Miete einen Satz von 554 Euro. Wie kommst du auf 620 Euro, @Arne? Der Regelsatz is ja eh immer der selbe (außer man hat ne kostenaufwendige Ernährung durch Krankheit oder so). Regelsatz für eine Single-Person sind 359 Euro (bald ja dann 364, juchhei) und dazu dann halt die Miete wenn sie im Rahmen liegt. Deine Rechnung geht auch mit der Warmmiete von 220 Euro nicht auf. Mit deiner Miete müssten es für diese Person dann 579 Euro sein.

quaid

their law


14.11.2010 13:29 Diesen Beitrag einem Moderator melden Zum Anfang der Seite springen

in berlin ist der maximalrichtwert (ohne kulanz) für single-mietwohnungen 379euro. bei den (steigenden) mietpreisen ist das auch nötig.
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Hansi
unregistriert
14.11.2010 15:04 Diesen Beitrag einem Moderator melden Zum Anfang der Seite springen

Hier sinds 385. Was bei den Mietpreisen eine Frechheit ist.

Yog-Sothoth




14.11.2010 17:15 Diesen Beitrag einem Moderator melden Zum Anfang der Seite springen

Wenn jeder das Recht auf Faulheit und auf Existenzsicherung hätte, dann müsste irgendwer verpflichtet werden, für die Existenzsicherung anderer zu sorgen - was unmöglich wäre, da dann sein Recht auf Faulheit verletzt wäre.

Ein Recht auf Existenzsicherung ist aber zumindest für gehandicapte Menschen notwendig, wenn man ein gesichertes soziales Netz haben will, und dazu stünde ein Recht auf Faulheit für alle arbeitsfähigen Menschen im Widerspruch.

Das Argument, dass nicht jeder arbeitsfähige Mensch eingestellt werden kann, da das Geld um ihn zu bezahlen ja irgendwo herkommen muss, funktioniert höchstens in Systemen, in denen irgendwas schief läuft - Geld muss nicht irgendwo herkommen, es muss im Umlauf bleiben. Das Problem ist lediglich, die Verteilung von Arbeit und Lohn so zu organisieren, dass sie gerecht ist.
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quaid

their law


14.11.2010 19:18 Diesen Beitrag einem Moderator melden Zum Anfang der Seite springen

Zitat:
Wenn jeder das Recht auf Faulheit und auf Existenzsicherung hätte, dann müsste irgendwer verpflichtet werden, für die Existenzsicherung anderer zu sorgen - was unmöglich wäre, da dann sein Recht auf Faulheit verletzt wäre.

ich glaube, das stimmt nicht. und zwar deshalb, weil diese aussage der annahme zugrunde liegt, dass dann ausnahmslos jeder sein "recht auf faulheit" auch 100%ig wahrnehmen würde.
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Yog-Sothoth




14.11.2010 21:44 Diesen Beitrag einem Moderator melden Zum Anfang der Seite springen

@quaid: Ich denke das ist ein guter Punkt, den du da ansprichst, auch wenn ich der Ansicht bin dass meine Aussage dennoch richtig ist.

Möglich wäre z.B. ein Modell, wo jeder das eingeschränkte Recht hat faul sein zu dürfen, solange dadurch niemand auf sein Recht auf Existenzsicherung verzichten muss, und solange man der Gesellschaft dadurch nicht zu stark zu Lasten fällt. Das wäre dann als vorübergehende Notlösung in einem ungerechten System denkbar, aber m.M.n. zumindest langfristig nichts Erstrebenswertes.

Ein weiteres Modell wäre eins, wo jeder der arbeitet die Option hat, einen Teil seines Lohns an diejenigen zu spenden, die zu faul zum Arbeiten sind. Jeder der nicht arbeitet, obwohl er das könnte hätte dann das Recht, sich seinen Teil von diesen Spenden zu nehmen.
(Edit: hab's mal verbessert, war falsch formuliert)

Ich halte diese Ansätze allerdings für relativ unsinnig, besser wäre es m.M.n. sich Gedanken darüber zu machen, wie man es erreichen kann, dass sich möglichst viele in die Gesellschaft mit einbringen können, und dann basierend auf dem Nutzen für die Gesellschaft belohnt werden. Das würde dann auch zu weniger Arbeit für den Einzelnen führen, wenn jeder seinen Teil leistet. Ist allerdings nicht ganz leicht zu realisieren...

Dieser Beitrag wurde 1 mal editiert, zum letzten Mal von Yog-Sothoth am 15.11.2010 02:44.

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quaid

their law


15.11.2010 00:28 Diesen Beitrag einem Moderator melden Zum Anfang der Seite springen

so wie du "ein weiteres modell" beschreibst, finde sogar ich es unfair. wow! Augenzwinkern
man sollte die macht der wörter wohl nie unterschätzen. vielleicht ist es da besser, sich auf konkrete, bestehende konzepte zu beschränken, als das rad neu erfinden zu wollen:

http://www.pro-buergergeld.de/

das konzept des bürgergeldes entspricht quasi dem bedingungslosen grundeinkommen.. nur das es eben insofern nicht bedingungslos ist, als das es mit dem einkommen 'skaliert', was ich allerdings für sehr fair halte.
das bürgergeld ist durchaus realisierbar. doch die bestehenden mächte sind nicht daran interessiert, und die gründe dafür basieren sowohl auf fakten als auch vermutungen. das kann sich jeder selbst zusammenreimen.
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Yog-Sothoth




15.11.2010 03:08 Diesen Beitrag einem Moderator melden Zum Anfang der Seite springen

Zitat:
Original von quaid
so wie du "ein weiteres modell" beschreibst, finde sogar ich es unfair. wow! Augenzwinkern

Ups, was hab' ich denn da fabriziert? Sorry, war anders gemeint, hab's aber jetzt verbessert.

Dass das Grundeinkommen funktionieren könnte ist möglich, ich sehe da allerdings trotzdem nicht viel Sinn drin, wenn diejenigen die arbeiten mehr Arbeit erledigen müssen, aber dafür noch weniger Lohn bekommen, als ihnen sonst schon ohne die zusätzliche Arbeit zustünde.
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Arne Reload



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15.11.2010 04:53 Diesen Beitrag einem Moderator melden Zum Anfang der Seite springen

Zitat:
Original von Hansi
Stimmt gar nich! Ich bekomm insgesamt und inklusive 195 Euro Miete einen Satz von 554 Euro. Wie kommst du auf 620 Euro, @Arne? .


War tatsächlich ein Rechenfehler von mir, es hätte heißen müssen, dass jeder HartzIVler, der zu den 364 € einen Wohn-und Heizkostenzuschuß in Höhe von mindestens 256 € bekommt, eben das Verteilungsproblem mit auslöst, von dem Quaid gesprochen hat.
Mir kam es auf die 620 € an, denn das ist das durchschnittliche Bruttoeinkommen eines jeden Menschen auf der Welt, wäre Geld gerecht verteilt. D.h. eben auch, jeder der mehr als 620 € BRUTTO im Monat hat, müsste dann was abgeben, wenn es nur um gerechte Verteilung des bislang bestehenden produzierten gehen würde,

Mein Problem bei dem Recht auf Faulheit ist dann eben auch, wie dieses Recht GERECHT und GLOBAL durchgesetzt werden soll. Das Recht impliziert schon einen sehr geringen Lebensstandard für jeden, mehr haben wollen für manche, die das Recht nicht in Anspruch nähmen, wäre überhaupt nicht drin, dann müsste der Lebensstandard für die, die das Recht in Anspruch nehmen wollen, noch geringer sein.

Ich schätze das mal ähnlich ein, wie Marx das wohl auch eingeschätzt hätte. Bis das Recht durchsetzbar wäre, müsste es eben eine ideale kommunistische/anarchistische Gesellschaft schon geben, solange wird das Recht nur vereinzelten zugute kommen. (Reichen Erben, Rentnern, Kranken, Behinderten, Finanzbeamten, Mitarbeitern der deutschen Bahn, Studenten, Individualpädagogen Vorstandsvorsitzende etc.)
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quaid

their law


15.11.2010 12:40 Diesen Beitrag einem Moderator melden Zum Anfang der Seite springen

Zitat:
Original von Yog-Sothoth
Zitat:
Original von quaid
so wie du "ein weiteres modell" beschreibst, finde sogar ich es unfair. wow! Augenzwinkern

Dass das Grundeinkommen funktionieren könnte ist möglich, ich sehe da allerdings trotzdem nicht viel Sinn drin, wenn diejenigen die arbeiten mehr Arbeit erledigen müssen, aber dafür noch weniger Lohn bekommen, als ihnen sonst schon ohne die zusätzliche Arbeit zustünde.

ich denke, es gibt eine erhebliche anzahl von menschen, die sich mit der existenzsicherung nicht zufrieden geben möchten, die sich auch mal größere anschaffungen leisten möchten, die gesellschaftliche teilhabe und anerkennung wollen, die produktiv sein wollen, die demnachgehen wollen was sie gut können.
wichtig ist dabei nicht der lohn an sich, sondern das tatsächliche einkommen insgesamt, welches sich dann aus grundeinkommen+lohn zusammensetzt. und selbstverständlich steigt der lohn auch weiterhin mit steigender verantwortung / voraussetzung für den job.
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Yog-Sothoth




15.11.2010 17:22 Diesen Beitrag einem Moderator melden Zum Anfang der Seite springen

Ich wiederhole mich ja nur ungerne, aber dass ein Grundeinkommen funktionieren könnte (da es Leute gibt die trotz des schlechteren Arbeit/Lohn-Verhältnisses zugunsten eines höheren Lebensstandards arbeiten) schließe ich ja nicht aus. Was sich mir allerdings nicht erschließt ist - wie gesagt - der Sinn hinter dem Ganzen: Genau so gut könnte man ja auch eine WG-Regelung machen, die besagt dass niemand etwas tun muss, aber diejenigen die etwas tun müssen die Arbeit für alle anderen miterledigen. Als "Belohnung" dürfen sich die Fleißigen dann z.B. mehr von dem Essen nehmen, das sie selbst gekocht haben, als die anderen, die nichts dafür getan haben, während aber jeder das Recht hätte sich so viel zu nehmen, dass sein Existenzminimum gesichert ist ... ich habe ja nicht unbedingt etwas gegen lockerere WG-Regelungen, und mache auch gerne schon mal etwas mehr, aber so ein "Recht auf Faulheit" ist doch echt für'n Arsch (als "Belohnung" dafür, dass man arbeitet ist man den anderen dann noch etwas schuldig).

Wie gesagt wäre sowas in einem ungerechten System als Notlösung evtl. akzeptabel, aber m.M.n. definitiv nichts Erstrebenswertes.

Das mit dem "Lohn + Grundeinkommen" hört sich ja toll an, man gewinnt fast den Eindruck dass auch die Arbeitenden dadurch mehr bekommen würden als ohne Grundeinkommensregelung, obwohl das Gegenteil der Fall ist (oder will man tatsächlich mehr Geld in Umlauf bringen, und eine gewaltige Inflation herbeiführen?).
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