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Seneca
unregistriert
26.01.2009 23:09 Diesen Beitrag einem Moderator melden Zum Anfang der Seite springen

Du hast vollkommen Recht @dian, aber ich meinte das "auf das System schieben" auch im erweiterten Sinne.
Um mal ein Beispiel zu geben: Es gibt viele Menschen, die keinerlei inneren Antrieb haben etwas zu machen. Wirklich keinerlei. Die sind noch nicht mal in der Lage das zu tun, was ihnen Spaß macht und sich an den Dingen festzubeißen, die sie für richtig und gut halten.
Dies ist meiner Ansicht nach eine persönliche Schwäche. Von vielen wird das aber aufs System geschoben, weil ja eh alles so restriktiv, gemein und blöd ist. Das ist aber eben nichts als eine plumpe Ausrede, denn es gibt im System durchaus auch Nischen, die man problemlos nutzen kann. Aber diejenigen, die noch nicht einmal das tun, wie werden die dann die große Freiheit nutzen? Eben: Gar nicht, das einzige was denen der Sturz des Systems bringt ist, dass die Ausrede wegfällt.
Mit solchen Leuten ist kein Umsturz zu machen, weil das böse System als Fassade dient und der Antrieb und der Biss im Leben, den man auch für einen Umsturz bräuchte nicht vorhanden ist.

Dies ist nur eines von vielen Beispielen. Gerne neigen die Leute auch dazu ihre eigene Blödheit aufs System zu schieben, ohne dass auch nur irgendein System daran Schuld haben könnte.


Zitat:
Nur das heißt ja noch lange nicht, dass man deshalb plötzlich nicht mehr für Steuersenkungen sein darf,


Ihr dürft sein für was ihr wollt, ihr könnt euch auch ein Loch ins Knie bohren und Gips reinfüllen.


Zitat:
ich würde ja fast wetten, dass der möglichkeiten unter verschluss gehalten hat, wie man die bezüge der niedriglöhner hätte verbessern können, ohne dem betrieb an die substanz zu gehen.


Weshalb hätte er das tun sollen?

quaid

their law


26.01.2009 23:37 Diesen Beitrag einem Moderator melden Zum Anfang der Seite springen

weil viele in ähnlichen situationen schlechter dastehen würden, sofern sie seinem beispiel nicht folgen würden. weil es ein meilenstein wäre, der aufzeigen würde, dass es auch ohne gesetzlichen mindestlohn ginge.
aber wie es scheint, haben gewisse leute kein problem damit, menschen eine vollzeitbeschäftigung anzubieten, von der man kaum leben kann, während sie selbst ausserordentlich gut da stehen.
ergo machen sie sich möglicherweise nichtmal viele gedanken zu dem thema.
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Engel des Süden

Engelskind im Exil

images/avatars/avatar-363.jpg


27.01.2009 02:13 Diesen Beitrag einem Moderator melden Zum Anfang der Seite springen

Zitat:
Original von Seneca
Um mal ein Beispiel zu geben: Es gibt viele Menschen, die keinerlei inneren Antrieb haben etwas zu machen. Wirklich keinerlei. Die sind noch nicht mal in der Lage das zu tun, was ihnen Spaß macht und sich an den Dingen festzubeißen, die sie für richtig und gut halten.
Dies ist meiner Ansicht nach eine persönliche Schwäche. Von vielen wird das aber aufs System geschoben, weil ja eh alles so restriktiv, gemein und blöd ist. Das ist aber eben nichts als eine plumpe Ausrede, denn es gibt im System durchaus auch Nischen, die man problemlos nutzen kann. Aber diejenigen, die noch nicht einmal das tun, wie werden die dann die große Freiheit nutzen? Eben: Gar nicht, das einzige was denen der Sturz des Systems bringt ist, dass die Ausrede wegfällt.
Mit solchen Leuten ist kein Umsturz zu machen, weil das böse System als Fassade dient und der Antrieb und der Biss im Leben, den man auch für einen Umsturz bräuchte nicht vorhanden ist.



Da gebe ich Dir zum größten Teil Recht, allerdings bleibt zu berücksichtigen, das Bocklosigkeit auch durch das Umfeld hergestellt wird.

Wenn Du tausendmal auf die Fresse bekommst, kann es durchaus passieren, das man keine Lust hat mehr aufzustehen.

Beispiel:
Arbeitslose, die keine Systemgegner sind, aber trotzdem nicht mehr wollen und sich mit der Situation abfinden, da jede weitere Bewerbung eh für die Katz ist (was ja nicht der Realität entsprehen muss, aber wahrscheinlich ist)
Aus Selbstschutzt kommen dann Sprüche die gerne zietiert werden vom Mainstream, wie - Ich bin doch nicht doof und geh arbeiten.
Die Ursache liegt in der Dauerdemütigung der Ablehnung.

Ich behaupte sogar das die Verelendung nur aus diesem Grunde schrittweise gemacht wird um Revolten vorzubeugen.

Diejenigen, die noch etwas im System zu verteidigen haben, sprich kleinen Wohlstand, werden es nicht angreifen. Die Anzahl der "Enteigneten" darf nicht zu groß auf einmal werden. Erst wenn die nächste Gruppe dann kraftlos ist, kommt die nächste drann ....

Hartz 4 wäre in dieser Hinsicht fast schief gegangen, weil die Gruppe recht groß war (sozusagen grenzwertig) aber da hat das System noch einmal Glück gehabt. Und dank der Mainstreampresse werden sie ja auch weiterhin kleingehalten (Schmarotzertum und groß aufgebauschte Missbrauchs-Storys)
Da ist erst einmal Verteidigung der erste Reflex - zum Angriff hat man da denn wenig Zeit und irgendwann keinen Mut, keine Lust mehr, weil es Kraft kostet.

Dieser Beitrag wurde 1 mal editiert, zum letzten Mal von Engel des Süden am 27.01.2009 02:13.



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Zelder

Spiegel deines Elends

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27.01.2009 12:18 Diesen Beitrag einem Moderator melden Zum Anfang der Seite springen

Zitat:
Original von Seneca
So, nun raffe ich mich mal wieder auf, um euch einen kleinen Dämpfer zu versetzen:

Zitat:

Ich halte es für einen denkbar schlechten Stil, meine Beiträge, welche eindeutig auf die Sache gemünzt waren und dich und deine Argumentation lediglich als Beispiel verwendet haben, als persönliche Angriffe oder dämliche Anspielungen zu werten.

Augen rollen


Zitat:

Anschaulich: Wenn der Hilfsarbeiter 6€ pro Stunde verdient steckt da nicht nur das Problem dahinter, dass der wenig Geld in der Tasche hat, sondern auch das Problem, dass für diese Arbeitsstelle nicht mehr Geld zur Verfügung steht. D.h. wenn man den Lohn auf 9€ erhöht, dann hat der Arbeiter nicht mehr Geld in der Tasche, sondern er wird entlassen! Beispiel eines Bekannten: Kleine Firma mit 90 Mitarbeitern, Chef hat jährlich einen Gewinn von 100000€. Ja, jetzt schreien Quaid und Konsorten "Bonze, Ausbeuter, Mindestlohn blabla". Ich präsentere euch die Rechnung: Selbst wenn der Chef auf ALLE seine Bezüge verzichtet, macht das eine Lohnerhöhung von satten 50Cent pro Stunde, also von 6€ auf 6,50€. Das reicht genauso wenig wie die 6€. Es sind also nicht die Arbeiter die Opfer des Chefs, das wäre viel zu einfach, sondern ALLES INKL CHEF sitzen im Boot des Systems fest.

Das ist tatsächlich genau die Argumentation, die der fleißige Zeitungsleser verinnerlicht hat. Sie hat aber nichts mit der Realität zu tun.
1. Mitarbeiter werden nicht entlassen, weil sie zu teuer sind. Genauso wenig werden Mitarbeiter eingestellt, nur weil sie billig sind.
Mitarbeiter werden eingestellt, weil dadurch der Gewinn erhöht werden kann. Kann man den Gewinn erhöhen, indem man sie entlässt, dann werden sie entlassen.
2. Höhere Betriebskosten werden auf die Preise ausgelagert. So einfach ist das.

Wir reden hier über den Niedriglohnsektor (20 % aller Arbeitnehmer). Die anderen, meist ausgebildeten Arbeitnehmer verdienen durchweg alle teils deutlich mehr. (Das übrigen freiwillig gezahlt, ohne das die Arbeitgeber pleite gehen)

Ich selbst habe mal bei einem Pizzabringdienst gearbeitet. Für 5€/h. Das ist übrigens Standard in der Branche. Der Chef machte einen Umsatz von 20-30.000 € im Monat. Käme jetzt der Mindestlohn von 7,5€, würde der Chef keinen einzigen Mitarbeiter entlassen, weil er schon vorher mit dem Minimum an Mitarbeitern gearbeitet hatte. Aber deine Pizza würde teurer werden, SCHEISSE!

Anderes Beispiel
In der Gebäudereinigung haben wir mittlerweile einen gesetzlichen Mindestlohn von 8,15€. Und weißt du was, diese Branchen haben förmlich um Mindestlöhne gebettelt, um sich vor osteuropäischer Konkurrenz zu schützen. Gäbe es die EU-Osterweiterung nicht, gäbe es diese Mindestlöhne auch nicht. Und das obwohl sie offensichtlich bezahlbar sind...



"All the people who created traditions, who created countries, who created rules - them fuckers are dead.
Why don't you start your own world while you got the chance?"
Bill Hicks
E-Mail an Zelder senden
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Seneca
unregistriert
27.01.2009 12:38 Diesen Beitrag einem Moderator melden Zum Anfang der Seite springen

Zitat:
Aber deine Pizza würde teurer werden, SCHEISSE!


Korrekt. Deswegen würde ich mir keine mehr bestellen, sondern selberbacken und damit käme kein einziger Euro für die Bezahlung der Mitarbeiter mehr rein.

Was dein Smilie am Anfang mir sagen soll verstehe ich nicht sry.

quaid

their law


27.01.2009 17:05 Diesen Beitrag einem Moderator melden Zum Anfang der Seite springen

die leute wissen um die lage der arbeitnehmer meistens bescheid. so zum beispiel auch bei den friseuren.
würde nun bekannt, dass pizzen aus dem grund teurer werden, damit die angestellten ein faires gehalt bekommen, wäre das für mich absolut kein grund, dieses geschäft zu meiden. im gegenteil.
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Seneca
unregistriert
27.01.2009 19:16 Diesen Beitrag einem Moderator melden Zum Anfang der Seite springen

Das mag im Einzelfall vllt richtig sein. Ich persönlich würde jedem zu schlecht bezahlten auch ein höheres Gehalt gönnen und bin ja durchaus auch der Meinung, dass man den Missstand des zu niedrig Entlohnens dauerhaft beseitigen sollte. Hierfür muss man das Problem jedoch an der Wurzel packen und kann nicht einfach sagen, man setzt höhere Löhne fest.

Denn es wäre nicht nur der Pizzamensch, sondern auch der Friseur, der Straßenkehrer, die Kassiererin im Supermarkt, die Bäckerangestellten, die LKW Fahrer etc etc...
Und nun darfst du dreimal raten, wen die daraus resultierende Preiserhöhung treffen würde. großes Grinsen Nein, nicht diejenigen, die soviel verdienen, dass Lebensmittel und so nur 1% ausmachen, sondern diejenigen, die nahezu 100% dafür ausgeben müssen, d.h. die Geringverdiener. Da beißt sich die Katze in den Schwanz. Mal abgesehen davon, dass es Entlassungen geben wird in hohem Ausmaße, nämlich an den Stellen, wo das Geschäft komplett unrentabel wird mit höheren Löhnen. Security im Kaufhaus zB. Wenn die mal mehr kostet als die geklauten Waren wert sind, dann werden die Wachmänner rausgeworfen und fertig.
Ich hoffe du erkennst den Pferdefuß bzw die Luftnummer an der Mindestlohngeschichte.

Es müsste ein Systemwechsel her. Denn das Problem ist: In jedem System, wo es so etwas wie "Geld" (oder sei es direkter Tausch oder was weiß ich) gibt, gibt es einen Markt. Und diesen Markt gibt es auch, wenn man eig keine Marktwirtschaft hat, ja selbst bei staatlicher Preisbindung, nämlich in dem Sinne, dass niemand gezwungen ist etwas zu erwerben, was ihm zu teuer ist. Und die Menschen, die in den Bereichen beschäftigt sind, wo ab einem gewissen Preis eben Feierabend ist, denen kann man so gut wie gar nicht helfen, auch nicht mit einem Mindestlohn. Wie gesagt, Friseur zum Beispiel: Ich werde NIEMALS 30€ für einen Haarschnitt bezahlen, weil es MIR PERSÖNLICH dieses Geld nicht wert wäre. Das völlig unabhängig davon, dass ich dem Friseur sein Geld gönnen würde. Gäbe es Mindestlohn beim Friseur mit Herrenhaarschnitt 30€, dann käme eine Schermaschine her und gut is. Andere würden es genauso machen. Die einzige Lösung wäre daher, dass Geschäftsmodell als ganzes umzustellen und komplett zu reformieren. Hierfür wäre es aber nötig, dass der Friseur mehr kann als nur Haare schneiden und die Kassiererin mehr als nur kassieren. Ich fürchte daran dürfte es bei einigen scheitern.
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