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Zum Ende der Seite springen erziehung und disziplin  
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quaid

their law


erziehung und disziplin 21.11.2008 23:42 Diesen Beitrag einem Moderator melden Zum Anfang der Seite springen

im tv kam gerade so ein knigge-mensch, der in einer familie mit 3 kindern tischmanieren geübt hatte.
in einem interview abseits, das immer wieder zwischengespielt wurde, sagte der mann, dass man heutzutage kaum noch zu disziplin erzogen wird und eben diese disziplin dann aber später gnadenlos eingefordert wird..im berufsleben.

ich denke, da hat er schon recht. wir alle kennen den satz "schule ist die schönste zeit" und wohl alle wollten es damals nicht glauben.
irgendwann wollten viele auch sicher nicht mehr mit der familie gemeinsam am tisch essen. das bedeutet einem selbst manchmal viel weniger als der person, die dazu einlädt - z.b. die mutter. im berufsleben wird dann gefordert, dass man möglichst ähnlich wie eine maschine arbeitet. frei von krankheiten oder mit möglichst schneller kurierung. mehrere stunden gebeugt über ein fließband oder anderen leuten dinge aufschwatzend, die sie nicht brauchen.

ist disziplin nun ein wort aus dem militär, ein wort um zu beschreiben, wie gut man in das gemeinschaftliche muster passt, oder.. wie sauber die zahnräder sind, mit denen man ein teil einer großen maschinerie ist?
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Hansi
unregistriert
22.11.2008 00:22 Diesen Beitrag einem Moderator melden Zum Anfang der Seite springen

Die Schulzeit war doch fürn Arsch, dass sagte ich damals schon und das sage ich heute immer noch und ansonsten hat der Begriff Disziplin zwei Kehrseiten für mich. Die eine ist eben die Disziplin zum absoluten Gehorsam etc., diese finde ich natürlich zum kotzen. Wenn es allerdings um Selbstdisziplin geht und um Sachen die einem persönlich sehr, sehr wichtig sind, dann braucht man auch ein gesundes Maß an Selbstdisziplin um sie gut zu machen, aber ich glaube die entwickelt sich von ganz allein, wenn einem ne Sache richtig wichtig ist. Es geht halt darum um was für eine Art von Disziplin es sich handelt und wie man sie benutzt.
Seneca
unregistriert
22.11.2008 01:13 Diesen Beitrag einem Moderator melden Zum Anfang der Seite springen

Ich finde das Wort Disziplin etwas unglücklich gewählt, aber sei es drum. Ich werde mal ein paar Begriffe aufdröseln, die ich aus diesem "Disziplin" herausziehe und kurz darlegen wie ich sie bewerte.

1. Selbstdisziplin: hierzu gehört für mich, dass man der Versuchung widersteht das kurzfristig Naheliegendste zu tun, weil man mittelfristig einen Vorteil davon hat. Hört sich verklausuliert an, trifft aber IMHO den Kern.
a) Mich ärgert jemand wahnsinnig und beleidigt mich. Naheliegend: Ich hau ihm aufs Maul. Mittelfristig aber völliger Blödsinn, tut mir nur weh und nützt nix.
b) Ich habe früh morgen einen Termin, der mir wirklich sehr wichtig ist. Kumpels bieten mir an, dass ich mich mit ihnen am Abend davor vollaufen lassen könnte: Naheliegend aber trotzdem nicht optimal.
Bei uns würde man einfach sagen: Hey, raff dich mal. Klassische Aufforderung zur Selbstdisziplin.

2. Anstand und Benehmen:
Ob ihr es glaubt oder nicht, aber das ist die einzige Sache bei der ich sowas von verdammt konservativ und sehr sehr anspruchsvoll bin. Zum guten Benehmen zählen bei mir einfachste "klassische" Kinderstube und auch gewisse Spielregeln unter Freunden. IMHO alles absolute Selbstverständlichkeiten:
a) Wenn man Leute trifft die man kennt begrüßt man sie, man sagt bitte und danke und man schaut die Leute an, wenn sie mit einem reden. Man fällt nicht ins Wort und schreit nicht blöd rum.
b) Man hinterlässt keinen Dreck. Wenn man welchen hinterlässt, putzt man ihn weg. Da ist es egal ob am Tisch beim Essen, aufm Klo, beim Grillen oder beim Saufen auf der Parkbank. Wer essen, saufen, scheißen etc kann, kann auch aufräumen.
c) Wenn man von anderen einen Gefallen will sorgt man dafür dass sie keine Umstände damit haben. Unter anderem gibt man geliehenes Geld oder Sachen UNAUFGEFORDERT zeitnah zurück.
d) Wenn man angerufen wird und nicht erreichbar ist, ruft man zurück.
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Die Listen lassen sich beliebig fortsetzen und das ganze hat IMHO mit militärischer Disziplin auch rein gar nichts zu tun, sondern das sind Dinge, die ich für selbstverständlich halte. Klar macht jeder mal Fehler ich würde also keinem den Kopf anreißen, wenn er mal in einem Punkte meine "Liste" missachtet. Aber ein gewisser Grundumgang hat niemandem geschadet bisher.

Engel des Süden

Engelskind im Exil

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22.11.2008 02:25 Diesen Beitrag einem Moderator melden Zum Anfang der Seite springen

Disziplin und Konditionierung von Verhaltensregeln sollen meiner Meinung nur das freie selbstverantwortliche Denken verhindern.

Jeder der selbstverantwortlich denkt, setzt sich Prioritäten nach seinem ermessen.

Um das Beispiel mal aufzugreifen: Wenn man lieber Party macht, ist der Termin für einen selber nicht wichtig. Denn wenn er wichtig ist macht man sie nicht großes Grinsen und ob es richtig war oder nicht weiß man auch erst hinterher, vielleicht fällt einem ja ein Blumentopf auf dem Kopf beim aus dem Haus gehen großes Grinsen

Anstand und Benimm ergibt sich auch aus dem selbstverantwortlichen Denken heraus. Jede Handlung hat eine Konsequenz. Und ich z.B finde nur wichtig das man sich gegenseitig wie einen Menschen behandelt.
Und ich rufe nur den zurück, bei dem ich in dem Augenblick der Meinung bin das er mir wichtig ist, ansonsten soll er es später nochmal versuchen. Ich kenne noch die Zeit ohne Handy und Anrufbeantworter hat prima geklappt und Mangels Rufnummernanzeige wusste man auch gar nicht ob oder wer angerufen hat großes Grinsen - alles nur eine Frage der Sozialisation - was man als Benimm versteht - deshalb liegt meine Devise nicht in starren Verhaltensregeln, sondern von Situation zu Situation wechselbaren Entscheidungen, deren Ausgang ich in der Minute treffe, wo sie anfällt.

Das macht ich zwar unberechenbar für das System, aber Menschen die ich wertschätze, wissen auch das es so ist, weil ich sie so behandele, wenn nicht, wissen sie auch was ist, nämlich das es Gesprächsbedarf gibt großes Grinsen oder ich nur keine Lust hatte - was sich dann aufklären kann.

Dieser Beitrag wurde 1 mal editiert, zum letzten Mal von Engel des Süden am 22.11.2008 02:27.



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dian
unregistriert
23.11.2008 23:13 Diesen Beitrag einem Moderator melden Zum Anfang der Seite springen

Ich denke, dass vieles von dem, was wir heute als "höflich" empfinden, längst seinem ursprünglichen Zweck entfremdet wurde und jetzt quasi nur noch um seiner selbst Willen praktiziert wird.
Als Beispiel bringe ich da immer gern meine Mutter, die eben von kleinauf daran gewöhnt wurde, dass man sich vor dem Essen immer "Guten Appetit!" zu wünschen hat, dass sie es als unhöflich empfindet, wenn man das nicht tut.
Ich empfinde "Guten Appetit!" aber eher als einen völlig unnützen Kommentar, der keinem was bringt, und den man nur deshalb gebetsmühlenartig vor jedem Essen wiederholt, weil man nicht als unhöflich empfunden werden möchte.

Oder dass das Messer links und die Gabel rechts zu liegen hat (oder umgekehrt)...
sowas ist doch nunmal völlig irrelevant. Ich kann ja nachvollziehen, dass man beim Essen nicht furzen soll, weil das anderen den Appetit verderben kann.
Aber warum zur Hölle soll ich beim Essen eine bestimmte Körperhaltung annehmen und mir Gedanken über mein Ess-Besteck machen?
Das sind Sitten, die größtenteils in Zeiten entstanden sind, als die ganzen adligen Emporkömmlinge zusammensaßen und jeder ein bisschen vornehmer und kultivierter sein wollte als sein Nebensitzer.
Und heute haben die Menschen das so verinnerlicht, dass sie gar nicht mehr merken, dass sie im Prinzip genauso dämlich sind wie irgendwelche degenerierten Adligen am Hof des Sonnenkönigs.

Zu dem, was Seneca anspricht:
Das meiste von dem würde ich eher als "Verlässlichkeit" oder "Gewissenhaftigkeit" bezeichnen... das ist etwas, was auch mir ziemlich wichtig ist, wenn ich mich mit Menschen umgebe.
Und "Selbstdisziplin" ist ohnehin etwas, was viele Leute kaum noch kennen. Sie disziplinieren sich zwar selbst, um einen guten Eindruck bei ihrem Chef zu machen oder um sonst irgendein konkretes Ziel zu erreichen... aber Selbstdiziplin, mit dem Ziel, zu wachsen und sich selbst zu verbessern, ist wohl für viele ein Fremdwort.
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