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Der Einzelne und die Gesellschaft
02.09.2009 19:16 |
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7. Einzelner/ Gesellschaft
Besonders schwerwiegend ist die Kategorie „Ich“ und „die Gesellschaft“. Jene Trennung reißt das isolierte Individuum leicht aus dem gesellschaftlichen Kontext. Wieder ein zweischneidiges Unterfangen: Einerseits kann ein einseitiges Schuldbewusstsein so entstehen (Ich bekomme keine Arbeit= Ich allein bin Schuld), andererseits kann die Schuld so auch weggeschoben werden (Es ist „die Gesellschaft“).
Dass jede/r einzelne weltimmanent (vom Weltgeschehen beeinflusst) wie auch weltkonstituierend (das Weltgeschehen beeinflussend) ist wird dabei außer Acht gelassen und genau das ist wichtiger Grundstein gegen eine Entwicklung, die immer eine Dynamik zwischen „Einzelnem“ und „Gesellschaft“ sein müsste, die eine kategorische Trennung aber zum stocken bringt.
Weit verbreite Ansichten und Tendenzen (nicht in der Philosophie, aber in der Bevölkerung) entstehen aus so einem Weltbild:
-der „freie Wille“, das heißt jeder Mensch könnte unabhängig von Erfahrungen und Vergangenheit immer frei wählen, wenn er nur wolle (darauf stützt sich der gesamte freie Markt)
-der „Determinismus“, das heißt das Schicksal/Naturgesetze,… bestimmen schon alles vor und der Einzelne muss sich diesem fügen.
Auf die alleinige Verantwortlichkeit des „gesunden“ Menschen (mit gegebenenfalls einigen Einschränkungen) schließen auch z.B. die Justiz bzw. gehen von ihr aus. Wer diese Trennung nicht mehr aufrechterhalten kann, gilt weitgehend als „krank“.
Auch gibt sich aus der Trennung von Einzelnem und Gesellschaft schnell ein Schein-Widerspruch, ein „entweder/oder“.
Entweder wir haben eine Gesellschaft, in der das autonome Subjekt auf dem Markt frei „egoistisch“ sein könne, oder einen Staat, der alles unter die Kappe der „Nations“-Gesellschaft schluckt. Dass eine Befreiung des Einzelnen auch immer nur eine Befreiung der Gesellschaft sein kann und andersherum kommt dabei nicht als Gedanke auf.
Komplexe gesellschaftliche Vorgänge werden verkürzt auf die „Gier“ des Einzelnen geführt.
Andersherum und genauso entwicklungsfeindlich können sie auf „das System“ geschoben werden ohne es genau zu betrachten und zu beachten, dass es auch nur von Menschen getragen ist.
Auch der Widerspruch „Altruismus/ Egoismus“ löst sich mit der Aufhebung der Kategorisierung von „Einzelnem/Gesellschaft“ auf, denn es kommt nicht auf das Zurückstecken oder Ausleben von Bedürfnissen an, sondern auf die Umgestaltung der Gesellschaft (die der Einzelne im Grade seiner Vernetzung mit anderen herbeiführen kann), sodass die Bedürfnisse generell Platz haben anstatt den Interessen des Kapitals. Ein falscher Altruismus zugunsten der herrschenden Kapitalsinteressen legt nur Erwartungen an andere Menschen hoch, die so nicht erfüllt werden können.
Mit der gewichtigste Punkt ist der Umgang mit Problemen und Kritik. Da sich der Einzelne für sein Leben voll verantwortlich fühlt und Probleme nicht als zugleich gesellschaftliche Probleme sieht, wird nach außen oft eine „heile Fassade“ ausgestellt und es wird versucht an die Probleme individuell heranzugehen (was von vorneherein scheitern muss, weil sie nie individuell entstehen). Da die anderen Menschen das auch so sehen, besteht zudem die Gefahr, dass die „Schwäche“ in Konkurrenz um Selbstwertgefühl ausgenutzt wird.
Genauso die Kritikfähigkeit: Es wird oft um den heißen Brei getanzt und die direkte, klare Kritik gescheut, die für eine Entwicklung so wichtig wäre. Welche Beziehung die Menschen auch immer untereinander haben, der Einzelne hält sich im groben allein für sein Leben verantwortlich. Das heißt, alles was er sagt und denkt wäre ein reiner Ausdruck seiner selbst.
Wird dies nun kritisiert, sieht er daher seine Person selbst angegriffen („Ich denke, also bin ich“à Ich bin, was ich denke). Dass die eigene Person mehr ist als ein starres Muster (eine Identität) aus Ideologie und Handlung, scheint fern und daher drehen sich viele Diskussionen nicht um den eigentlichen Inhalt, sondern um ein „Recht haben“- Aufwertung der eigenen Identität.
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Seien wir realistisch- versuchen wir das Unmögliche!
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RE: Der Einzelne und die Gesellschaft
02.09.2009 20:00 |
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| Zitat: |
Original von Bakunins Bart
Mit der gewichtigste Punkt ist der Umgang mit Problemen und Kritik. Da sich der Einzelne für sein Leben voll verantwortlich fühlt und Probleme nicht als zugleich gesellschaftliche Probleme sieht, wird nach außen oft eine „heile Fassade“ ausgestellt und es wird versucht an die Probleme individuell heranzugehen (was von vorneherein scheitern muss, weil sie nie individuell entstehen). Da die anderen Menschen das auch so sehen, besteht zudem die Gefahr, dass die „Schwäche“ in Konkurrenz um Selbstwertgefühl ausgenutzt wird.
Genauso die Kritikfähigkeit: Es wird oft um den heißen Brei getanzt und die direkte, klare Kritik gescheut, die für eine Entwicklung so wichtig wäre. Welche Beziehung die Menschen auch immer untereinander haben, der Einzelne hält sich im groben allein für sein Leben verantwortlich. Das heißt, alles was er sagt und denkt wäre ein reiner Ausdruck seiner selbst.
Wird dies nun kritisiert, sieht er daher seine Person selbst angegriffen („Ich denke, also bin ich“à Ich bin, was ich denke). Dass die eigene Person mehr ist als ein starres Muster (eine Identität) aus Ideologie und Handlung, scheint fern und daher drehen sich viele Diskussionen nicht um den eigentlichen Inhalt, sondern um ein „Recht haben“- Aufwertung der eigenen Identität. |
Das finde ich auch so,sehr gut ausgedrückt,vor allem der Punkt mit der Kritikfähigkeit..
Ganz oben steht "7. Einzelner/ Gesellschaft",ich schließe daraus das du das on irgendwo übernommen hast bzw. das es nur ein Teil des geschrieben Textes ist,könnst mir v. einen Link schicken,wie ich zu 1-6 komme oder on 7 - aufwärts,falls ich mit meiner Vermutung richtig liegen sollte...
Gruß Jonas
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"Wenn ein Mensch in seiner Dachkammer ein Verlangen hegt, das stark genug ist, setzt er von seiner Dachkammer aus die Welt in Brand." Antoine de Saint-Exupéry
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Endlich mal ein vernünftiger Text hier!
Allerdings, kannst du die Referenz "darauf stützt sich der gesamte freie Markt" ausführen? Bin mir nicht sicher, was du damit meinst und ob das richtig ist.
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"Do you believe in free will?" "I have no choice."
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dabei bist du dir nicht sicher? aber dass du alle anderen aktuellen threads mit dem satz davor nieder machst, da bist du dir schon sicher? ^^
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Keine Sorgen quaid, du wirst sicher irgendwann mal wieder so groben Unfug von dir geben, dass ich dich dafür verpflücken werden. Bis dahin darfst du auch mal meine sanfte Ader geniessen.
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"Do you believe in free will?" "I have no choice."
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ääh ja. du machst das schon, xoc...
#edit: oh und ähm..warst du das nicht mit der ina-aktion nach der kellerübergabe? wenn ja, lasse ich dich hiermit wissen, dass ich mir lieber eingestehe, manchmal zeug zu posten, was in den augen manch anderer schwachsinnig erscheint, als stolz zu sein auf arroganz, oder vielleicht respektlosigkeit und ignoranz, wie sie für z.b. diese aktion nötig war. etwas anderes als stolz käme wohl nicht in frage, nachdem du es offenkundig zugegeben hast.
wenn du es nicht warst..vergiss es halt.
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Ist von mir der Text und ja, es gibt noch weitere Nummern davon. Die gewichtigste schien mir allerdings der Einzelne und die Gesellschaft- heut abend sind mir dazu auch noch 2 Gedanken gekommen.
Bin noch nicht fertig mit dem ganzen Text kann ihn aber reinstellen, wenn er fertig ist.
Der freie Markt hat als ideologischen Überbau den "American Dream"- jede/r könnte, wenn er/sie nur wollte. Daraus folgert sich, dass die "Verlierer" irgendwo selbst Schuld tragen und darüber legitimiert sich dann das MArktprinzip.
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Seien wir realistisch- versuchen wir das Unmögliche!
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Sorry, aber ich habe entweder kein einziges Wort aus dem Text verstanden, oder es handelt sich um ein Aneinandereihen von Banalitäten, die sehr kompliziert ausgedrückt sind.
Evtl. kannst Du mal sagen, was die Quintessenz davon jetzt sein soll!?!
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Der Text ist richtig, mehr kann ich nicht hinzufügen, er spiegelt so in etwa das was ich über das Thema denke. (Auch wenn meine Gedanken und Umschreibungen dafür polarisierender sind.) Es sind genau diese Barrieren des Denkens die uns fesseln und es dürfte schwer sein sich davon zu befreien.
Etwas kann so eindeutig sein wie es nur geht, solange es die meisten nicht kapieren oder nicht kapieren wollen wird es nicht zur Kenntnis genommen.
Dieser Beitrag wurde 1 mal editiert, zum letzten Mal von DonBaron am 04.09.2009 00:31.
"Most people are so ungrateful to be alive, but not you, not any more... "
„Man muss noch Chaos in sich haben, um einen tanzenden Stern gebären zu können.“
"Man verdirbt einen Jüngling am sichersten, wenn man ihn anleitet, den Gleichdenkenden höher zu achten, als den Andersdenkenden. "
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Ist ein wenig aus dem Kontext herausgerissen: Soll im Wesentlichen um Kategorien und den Sinn dahinter gehen. Was bringt die Kategorie "Einzelner/Gesellschaft"? Was die von "Mann/Frau"?
Es geht darum, Hindernisse beiseite zu räumen- und ich beobachte diese Hindernisse bei vielen Menschen im Alltag. Die bipolare Ansichtsweise, "entweder du oder ich", "entweder ich oder die Gesellschaft", "allein du bist Schuld" oder "allein die Gesellschaft ist Schuld".
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