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Zum Ende der Seite springen Eine verstörende Welt - 7 Fragen  
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Nikita95



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03.05.2011 14:42 Diesen Beitrag einem Moderator melden Zum Anfang der Seite springen

na das weiß ich alles. aber was weiß ich denn über politisches oder so?

was weiß ich über amerikanische bürgerkriege? chinesische/japanische geschichte? das erste was man von japan hört ist das die pearl harbour zerbombt haben.

- "Denn Vodka ist die wärmste Flasche!" -
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deldenker

Freund der Nacht

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03.05.2011 14:57 Diesen Beitrag einem Moderator melden Zum Anfang der Seite springen

Zitat:
na das weiß ich alles


Na, das ist ja schonmal mehr als nur Deutschland. Das man in der Schule als Geschichtlich/Politisch interessierter Mensch zu wenig über diese Gebiete lernt, ist natürlich klar.
Wir sind halt zu weit von individuellem Lernen entfernt.

"Einige Menschen in diesem Land sind sehr reich, aber die meisten von euch sind sehr, sehr arm. Und wisst ihr wieso? Weil ihr alle faule Säcke seid! Euer Land braucht Geld. Aber ihr könnt leider nicht genug Geld beschaffen. Also sag ich euch, was wir tun müssen: Wir werden die Krankenhäuser zumachen und den Leuten Arbeit geben und mehr Raketen herstellen!!"
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Lonewolf



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ein paar Überlegungen 03.05.2011 15:50 Diesen Beitrag einem Moderator melden Zum Anfang der Seite springen

Was dian über den Umgang mit dem Dritten Reich gesagt hat, kann ich ohne Umschweife unterstreichen.
Dass die Aufarbeitung tatsächlich teilweise einem Schuldkult gleicht, liegt an der versuchten Instrumentalisierung der Geschichte für einen neuen deutschen Nationalismus, der sich demokratisch nennt und gerade der Aufrechterhaltung der herrschenden Verhältnisse dient - frei nach dem Motto: Gerade weil "WIR" aus der Geschichte gelernt haben und dies auch regelmäßig rituell zur Schau stellen, ist "UNSER" Staat über jeden Verdacht der Tyrannei erhaben.
Konkret heißt das: Instrumentalisierung von Auschwitz für neue deutsche Angriffskriege, Kampf gegen außer-staatliche Bewegungen mit der Begründung, jede Anzweiflung des staatlichen Gewaltmonopolismus würde nur zu neuen Diktaturen führen, sowie insgesamt eine Rechtfertigung jeder nur erdenklichen Gewaltmaßnahme gegen die Bevölkerung mit dem Verweis auf die "freiheitlich-demokratische" Grundordnung, einer längst jedes konkreten Inhaltes entkleideten Phrase, die heute nur noch der Bekämpfung ausgemachter Feinde des Staates dient.

Anarchismus ist historisch ein relativ umfassendes Ideengebäude, das man grob gesagt auf folgende Grundsätze festlegen kann: - Ablehung der institutionalisierten Machtgefüge (Staat, ökonomische Abhängigkeitsverhältnisse, organisierte Religion usw.) sowie Kampf gegen alle Formen von Hierarchisierung und Unterdrückung, nicht zuletzt auch gegen den Nazi im eigenen Kopf.
Konkret heißt das, dass in der Organisationsform einer solchen Bewegung nicht diejenigen Verhältnisse des bürgerlichen Staates übernommen werden, die man abschaffen will (Parteien, autoritäre Gewerkschaften) - ein wichtiger Unterschied zu den marxistischen Bewegungen der Vergangenheit und Gegenwart.

Wie lässt sich heute umsetzen? Indem ich existierende staatskritische Bewegungen radikalisiere und insbesondere von dem Irrglauben kuriere, durch mehr demokratische Teilhabe sei etwas zu gewinnen. Der Staat ist nichts, an dem ich mich beteiligt sehen, sondern etwas dass ich möglichst durch direkte Aktionen aushebeln will.
Anstatt gegen Studiengebühren zu argumentieren, organisiere ich deren Boykott. Anstatt mich einfach so aus meinem besetzten Haus vertreiben zu lassen, rechne ich dem Staat praktisch die Kosten einer Räumung vor (siehe Liebig 14 in Berlin).

Utpoische Überlegungen wie eine andere Gesellschaft aussehen soll kann man nicht pauschal beantworten. Sie sollte den formulierten Grundsätzen soweit wie möglich entsprechen - Aufhebung ökonomischer Abhängigkeiten (zB durch Vergesellschaften des urbanen Wohnraums), Aufhebung des Repräsentationsprinzips bzw. direkte Teilhabe an der Organisation der EIGENEN Lebensbedingungen (also keine Volksabstimmungen über den Umgang mit Minderheiten oder ähnlichen Schwachsinn), zB Bau von Infrastruktur, Produktion, Bildung etc, DAS sind Punkte über die man tatsächlich nach dem Mehrheitsprinzip abstimmen kann, wobei immer nach Möglichkeiten gesucht werden sollte wie sich eventuell Einzelne des Beschlüssen entziehen können, ohne die Freiheit der Anderen zu beeinträchtigen.

Ganz ohne Zwang wird es niemals gehen, hierbei hat Engels in seinem Text über die Autorität leider recht. Faschisten, Kapitalisten, Reaktionäre jeder Art werden sich nicht durch gute Argumente überzeugen lassen. Eine anarchistische Bewegung wird sich kämpferisch durchsetzen müssen, das ist schlicht und ergreifend eine Frage der Schlagkraft. Um ihrem Feind nicht am Ende zu entsprechen, ist es wichtig, auch den bewaffneten Kampf nicht in der militarisierten Form führen zu müssen, die der Gegenseite entspricht.


Aber insbesondere die beiden letzten Abschnitte sind ferne Zukunftsmusik. Wichtig ist der Kampf im Hier und Jetzt - für Freiräume zum Beispiel, aus denen Staat und Kapital so weit wie möglich herausgetrieben werden, für den Kampf gegen die Machenschaften von Polizei und Justiz, auch für einen gewissen Rückhalt in Teilen der Bevölkerung, zB durch Wohltätigkeit, Bündnisse etc.

The Loathsome mask has fallen the man remains
Sceptreless, free, uncircumscribed, but man
Equal, unclassed, tribless and nationless,
Exempt from awe, worship, degree, the king,
Over himself, just, gentle, wise.

Percy Bysshe Shelley


Indessen ist das gerade wieder der Vorzug der neuen Richtung, dass wir nicht dogmatisch die Welt antizipieren, sondern erst aus der Kritik der alten Welt die neue finden wollen. Karl Marx
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Shadowleake



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04.05.2011 09:09 Diesen Beitrag einem Moderator melden Zum Anfang der Seite springen

hui, einen tag nichts geschieben und schon den anschluss verpasst xD ihr seid ja fleißig

also, um einfach wieder etwas reinzukommen werd ich erstmal die vor urzeiten gestellte frage von shinobi beantworten: ähm ja für mich stellen regeln etwas von außen kommendes dar. das was du meintest sind in so fern individuelle erkenntnisse, die jedoch von äußeren stützen gehalten werden können! (hab ich doch richtig verstanden oder?)

so und jetzt, da ich die diskussion eh nicht mehr so richtig mitbekommen hab einfach zu den neuen fragen xD:
1. Warum seid ihr hier, also in diesem Forum habt ihr euch immer für sowas interessiert oder was war das auschlaggebende für eure jetzige Denkweise ?

ich habe eigl schon immer so in der art gedacht, wie ich jetzt denke. sicher haben mich meine entwicklung und mein zunehmendes wissen in meiner art zu denken beinflusst, aber alles in allem war die struktur da!

2. Mal was aktuelles großes Grinsen Was haltet ihr von der Hochzeit in England und dem Budget das dafür aufgebracht wurde - hätte man es lieber in Hilfsprojekte stecken sollen oder ist gesellschaftlich diese Tradition berechtigt ?

hmm von der hochzeit habe ich erst 3 tage zu spät erfahren xD also sie geht mir eigl sonst wo vorbei. was das budget angeht... hätte man sicher besser verwenden können, aber da kann man auf den allgemeinen lebensstandart dieser familie zurückkommen.

3. Vorurteile, Nazismus, Hitler... sind ja alles heikle Themen in Deutschland: findet ihr wir halten zu sehr an unser Vergangenheit fest, viele meiner Generation können sich heutzutage gar nicht mehr damit indentifizieren, und das ewige Durchkauen im Geschichtsunterrichr nervt sie. Ist dieses Thema zu übertrieben behandelt hier in Deutschland ?

ich finde, die geschichte gehört abgeschlossen! es ist passiert und wir können es auch nicht ändern. dennoch dürfen wir nicht so weiter machen, wie davor. aufklärung ist deshalb meiner meinung nach sehr wichtig! -> (ich les grad das, was lonewolf über dians eintag geschieben hat... Kann ich unterstreichen großes Grinsen klingt einleuchtend) großes Grinsen

so, ich hoffe, ich habe euch nicht aus den themen herrausgesrissen, wenn doch tuts mir leid xD
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