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Original von Yog-Sothoth
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Original von quaid
so wie du "ein weiteres modell" beschreibst, finde sogar ich es unfair. wow!
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Dass das Grundeinkommen funktionieren könnte ist möglich, ich sehe da allerdings trotzdem nicht viel Sinn drin, wenn diejenigen die arbeiten mehr Arbeit erledigen müssen, aber dafür noch weniger Lohn bekommen, als ihnen sonst schon ohne die zusätzliche Arbeit zustünde. |
ich denke, es gibt eine erhebliche anzahl von menschen, die sich mit der existenzsicherung nicht zufrieden geben möchten, die sich auch mal größere anschaffungen leisten möchten, die gesellschaftliche teilhabe und anerkennung wollen, die produktiv sein wollen, die demnachgehen wollen was sie gut können.
wichtig ist dabei nicht der lohn an sich, sondern das tatsächliche einkommen insgesamt, welches sich dann aus grundeinkommen+lohn zusammensetzt. und selbstverständlich steigt der lohn auch weiterhin mit steigender verantwortung / voraussetzung für den job.
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Ich wiederhole mich ja nur ungerne, aber dass ein Grundeinkommen funktionieren könnte (da es Leute gibt die trotz des schlechteren Arbeit/Lohn-Verhältnisses zugunsten eines höheren Lebensstandards arbeiten) schließe ich ja nicht aus. Was sich mir allerdings nicht erschließt ist - wie gesagt - der Sinn hinter dem Ganzen: Genau so gut könnte man ja auch eine WG-Regelung machen, die besagt dass niemand etwas tun muss, aber diejenigen die etwas tun müssen die Arbeit für alle anderen miterledigen. Als "Belohnung" dürfen sich die Fleißigen dann z.B. mehr von dem Essen nehmen, das sie selbst gekocht haben, als die anderen, die nichts dafür getan haben, während aber jeder das Recht hätte sich so viel zu nehmen, dass sein Existenzminimum gesichert ist ... ich habe ja nicht unbedingt etwas gegen lockerere WG-Regelungen, und mache auch gerne schon mal etwas mehr, aber so ein "Recht auf Faulheit" ist doch echt für'n Arsch (als "Belohnung" dafür, dass man arbeitet ist man den anderen dann noch etwas schuldig).
Wie gesagt wäre sowas in einem ungerechten System als Notlösung evtl. akzeptabel, aber m.M.n. definitiv nichts Erstrebenswertes.
Das mit dem "Lohn + Grundeinkommen" hört sich ja toll an, man gewinnt fast den Eindruck dass auch die Arbeitenden dadurch mehr bekommen würden als ohne Grundeinkommensregelung, obwohl das Gegenteil der Fall ist (oder will man tatsächlich mehr Geld in Umlauf bringen, und eine gewaltige Inflation herbeiführen?).
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| Was sich mir allerdings nicht erschließt ist - wie gesagt - der Sinn hinter dem Ganzen |
wie wäre es damit: heutzutage existiert eine art arbeitszwang, die unter dem deckmantel der aktivierenden arbeitsmarktpolitik toleriert wird. unter zwang werden die leute aber nicht immer das tun, was gewünscht ist. noch eher glaube ich, dass sie das im gegenteiligen szenario tun werden - in freiheit. wenn ihnen das grundeinkommen gesichert ist, werden viele aus den verschiedensten motiven heraus arbeit suchen.
es ist ein schritt in richtung dessen, was sowieso vom grundgesetz her garantiert wird, in der umsetzung aber kläglich scheitert.
ein positiver nebeneffekt wird sein, dass überflüssiger scheiss, für den der bedarf erst geweckt werden muss, wahrscheinlich einfach wegfällt, weil kaum jemand freiwillig für sowas arbeiten wird.
irgendwelche zahlen und statistiken oder der oberbegriff der wirtschaft, konjunktur oder whatever sollte sowieso niemals eine höhere bedeutung haben als der mensch selbst. dass die menschen einander ausbeuten und/oder zu etwas zwingen, um den gewinn ihrer firma zu steigern, die wirtschaft anzukurbeln o.ä. klingt wie eine moderne form der sklaverei.
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| als "Belohnung" dafür, dass man arbeitet ist man den anderen dann noch etwas schuldig |
in deinem wg-beispiel ist das so, weil du es so auslegst. aber wenn du arbeiten gehst, dann tust du das im system mit bürgergeld nur für dich, um etwas hinzu zu verdienen und mit dem extra verdienten geld dinge machen zu können, die du dir nicht leisten könntest, wenn du von der existenzsicherung leben würdest. ich halte das für sehr erstrebenswert und denke, dass über kurz oder lang so ziemlich jeder arbeit suchen würde. wichtig ist dabei nur, dass es aus freien stücken geschieht und man tatsächlich frei den beruf wählt. die zahl der arbeitsplätze würde ja eher steigen, wenn die löhne sich dem bürgergeld anpassen.
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| man gewinnt fast den Eindruck dass auch die Arbeitenden dadurch mehr bekommen würden als ohne Grundeinkommensregelung, obwohl das Gegenteil der Fall ist |
nehmen wir an, eine stelle ist mit 1800eur brutto vergütet. diese lohnsumme wird um betrag x vermindert, wobei der betrag x dem bürgergeld entspricht. wieso also ist das gegenteil der fall? es geht hier um die frage der existenzsicherung, nicht um die höhe der löhne - diese würden sich dem system nur anpassen.
der rest ist eine frage des geldverteilungsproblemes.
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Ja, wir wissen jetzt, dass es ein "Großmünster-Manifest" gibt.
Topic:
Ich finde das Thema erstmal sehr gut. Ich kenne den Text von Lafurgue, allerdings eben nur aus der Übersetzung von Bernstein, die ja nicht ganz korrekt sein sollen lt. dem Link.
Dass man ebenso wie das Recht auf Tätigkeit ein Recht auf Faulheit haben kann, finde ich schon rein philosophisch mal für bedenkenswert.
Rein marxistisch gesprochen wäre im idealen Kommunismus auch das Recht auf totale Faulheit möglich, wenn das den Interessen des Betroffenen am ehesten entpricht.
Wer von sich aus erkennen kann, dass er lieber gar nix machen sollte, der sollte dies auch als eine Fähigkeit ansehen und dies ausfüren. (Heutzutage abreiten auch eher zu viele Leute, die gar nicht arbeiten bräuchten und bei vielen Sachen frage ich mich auch, wozu die arbeiten. Ich kann z.B. auf Beläsdtigungen am Telefon durch Werbescheiße verzichten und hätte dadurch imo keine Verluste in der Lebensqualität.
Solange muss man wirklich von dm ausgehen, was da ist.
Aber dazu muss man erstmal wissen, was die damals unter Arbeit verstanden. Marx hatte eigentlich bei dem Begriff "Arbeit" nur die produktive Arbeit im Kopf, die auch Mehrwert schafft, also in erster Linie indstrielle Produktionsprozeße.
Dass die industrielle Revolution und Automatisierung mal so weit kommen würde, dass man sich faktisch eher darüber Gedanken machen muss, wie man den ganzen Scheiß wieder umsetzen kann und heute so viele Autos z.B. produziert werden, dass jeder Bürger ein eigenes haben könnte. Die Zeiten während der ersten Hälfte der 18. Jahrhunertert sind beim besten Willen noch nicht so, als dass man sich vorstellen konnte, dass es an industriell produzierten Güter ein Überschuss existieren hätte können.
D.h., vieles, was wir heute machen, beduetete damals gar keine Arbeit. Dienstleistungen wie Verkauf sind bei Marx noch mit drin, aber Service und Pflege u. a. Sachen, die micht in Zahlen ausgedrückt werden können, zumindest nicht deren Mehrwert.
Ich denke auch, dass bestimmte Arbeiten nicht aufgegeben werden können und es zumindest organisiert werden muss, wie manche Arbeiten von statten gehen müssen. Das sind dann aber sehr wenige Arbeiten und bei denen kann man sich dann ggf. anfangen Gedanken zu machen, wie man das Recht auf Faulheit evtl. dann wieder einschränken müsste, wenn die gesellschatftlch unverzichtbare Arbeit nicht mehr erfüllt würde.
Eine Vwrteilungsfrage des Reichtums, quaid, ist das Nichtvorhanden sein von Gleichheit tatsächlich. Wir müssen nur allen, die mehr als 620 € im Monat vrdienen, alles, was darüber ist abzugeben. 620 € sind ungefähr das, was ein alleinstehender HARTZIVLR empfangt, wenn seine Miet. und Heizkostungen 220 € ausmachen.
Solange dann offenbar das materielle Wohl weltweit doch sehr niedrig ist, so lang ist Arbeit, die irgendwie organsisert sein muss, wohl notwendig, schätz ich.
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darauf dass ich dir in allem recht gebe. und dass ich mich nicht auf die dogmen, paradigmen und spielregeln der gegner einlasse.
wenn wir zu faul wären um die welt auszubeuten, wenn wir zu faul wären essen zu vernichten um preise stabiel zu halten dann würde einiges besser laufen.
ich bin auch für ein bedingungsloses grundeinkommen. wär für mich nur der erste schritt das geld schließendlich abzuschaffen und einfach die rohstoffe gerecht zu verteilen.
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Hey, ich habe noch ne viel bessere Idee:
Wir werden einfach alle zu faul unglücklich zu sein, dann müssen wir gar nichts machen und uns nicht mehr mit so kompliziterten Dingen wie Gesellschaft, Verteilung, Grundeinkommen, Resourcen und Geld rumschlagen, wir sind einfach immer glücklich!
Btw, ich finde Grundeinkommen ne gute Idee. Allerdings glaube ich, wird das sehr schwer einzuführen, weil damit teilweise völlig überzogene Forderungen verbunden sind, das schreckt die Gegner und Unentschlossene ab und führt zu Uneinigkeit bei denen, die es wollen.
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"Do you believe in free will?" "I have no choice."
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zum zweiten teil deines beitrages stimme ich zu, xoc. allerdings sehe ich bislang nichtmal ernste anstrengungen zur einführung. es ist, als sorgen die bestehenden mächte dafür, dass das garnicht erst zum "großen" thema wird.
p.s.: was sind das z.b. für "völlig überzogene forderungen"?
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wave unregistriert
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Ich halte ein Grundeinkommen auch für eine durchaus gute Idee. Alledings halte ich es für eine SEHR SCHLECHTE Idee, mit einem Grundeinkommen einen zu geringen Lebensstandard und zu schlechte Arbeitesbedingungen kompensieren zu wollen. Das würde nämlich das Problem lediglich aufschieben und nicht lösen.
Zur Faulheit: Natürlich hat jeder das Recht faul zu sein. Das kann man niemandem absprechen. Ist wie in der Steinzeit: Leg dich in eine Höhle, jage nicht und sei faul. Gut, da spielt der Hungertod und ähnliche Argumente noch mit rein usw..
Aber mal wieder im Ernst, ich sehe das folgende Problem: Alle Errungenschaften, die wir so haben und weiterhin behalten wollen müssen (zumindest bis wir Robotor haben, die das für uns erledigen (auch diese Robotor müssen gebaut werden (bis wir Bauroboter haben, die..(..((..)...)) wir uns leider in irgendeiner Weise erarbeiten. Und da steckt selbst in vielen Alltagskleinigkeiten wie Klopapier, Fahrzeugen, TFT-Monitoren etc.. einfach ein ganzen Haufen Arbeit drin, der irgendwie getan werden muss, wenn man diese Dinge für die Gesellschaft haben will. Nun könnt ihr auf all das verzichten und Faulheit propagieren oder das eben weiterhin unterhalten und daran arbeiten zumindest mit WENIGER Arbeit auszukommen.
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Kann es sein Zarathustra, dass es dir eigentlich gar nicht um das Recht auf Faulheit geht, sondern darum, die Menschen von den Konsequenzen, die die Faulheit hat, zu befreien?
Quaid, sogar die CDU diskutiert drüber.
Und die "völlig überzogenen Forderungen" sind z.B. 1500 Euro/Monat.
Dabei ist sogar das eher niedrige Bürgergeld der CDU bereits schwer zu finanzieren.
http://www.spiegel.de/wirtschaft/0,1518,478741,00.html
Ach ja, ich finde es, kann nicht schaden, wenn die Menschen sich mal überlege, wie lange es dauert würde, wenn sie *alles*, was sie konsumieren von Grund auf selbst herstellen müssten.
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"Do you believe in free will?" "I have no choice."
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wenn die folgenden aussagen stimmen:
-alle staatsgewalt geht vom volke aus*
-das credo der politik lautet: vom volk, für das volk
und die regierung tatsächlich nicht einfach nach belieben, höhe der spenden und einfluss sowie rhetorische fähigkeiten der lobbyisten politik betreibt, dann frage ich mich, warum kirchliche ämter immernoch für heutige verhältnisse extrem hoch vergütet werdn auf grundlage bis zu mehrerer hundert jahre alter beschlüsse, oder warum die oft und viel kritisierte "aktivierende arbeitsmarktpolitik" von der schröder-regierung quasi unangetastet blieb während der schwarz-gelben regierung, und bezüglich der hartz4-höhe erst ein höchstrichterlicher beschluss eine neuberechnung zu tage brachte (wobei die neuberechnung, dessen zweifelhafte grundlage (die angeblich aus datenschutzgründen nicht offengelegt werden sollte) auch wieder zu denken gibt)
was ich beobachte, sind unpopulistische entscheidungen zur amtszeit-mitte und populistische entscheidungen zu anstehenden wahlen sowie jederzeit von den oppositionen (auch wenn diese wissen, dass man das eh nicht umsetzen kann / wird). ich beobachte auch, dass gerne mal vorhaben durchgesetzt werden, auch wenn das volk sich grob spaltet in "ist mir egal" und "wollen wir definitiv nicht".
* damit meine ich, dass die staatsgewalt tatsächlich vom volk ausgeht und für das volk dient, und nicht "wir machen mal unser ding, und wenn das volk sich organisiert und meckert, dann ändern wir vielleicht den kurs"
das bürgergeld mag schwer zu finanzieren sein. ich glaube, es hat nichtmal jemand das gegenteil behauptet. vielleicht ist es sogar extrem schwer, denn das bürgergeld würde einige änderungen mit sich bringen, die vielen nicht schmecken würde, denen es heute ausgesprochen gut geht.
und dann ist da noch der gerechtigkeitssinn der menschen. sie glauben, sie gehen nicht für sich arbeiten, sondern für andere, und diese sollten dann gefälligst auch arbeiten gehen. in etwa so, als würden sie nach jedem arbeitstag jedem einzelnen arbeitslosen einen bestimmten geldbetrag geben, und hätten dann das recht, sich aufzuregen, wenn sie das geld nehmen, ohne etwas zu tun - und das unabhängig davon, ob sie tatsächlich was tun, und in welchem umfang. dass hetze und schlechtmacherei gegenüber arbeitslosen nur propaganda ist, weiß man spätestens seit BILD.
was "der spiegel" scheinbar übersieht, wenn er sagt: "Das "solidarische Bürgergeld" ist ein Verarmungsprogramm.", ist die tatsache, dass mit dem bürgergeld eine überaus wichtige komponente des derzeitigen systems wegfällt: der zwang. das recht auf freiheit und freie berufswahl fände endlich in vollem umfang statt. wem das bürgergeld nicht reicht, der kann hinzuverdienen. da die löhne dem bürgergeld angepasst werden können, können mehr arbeitsplätze geschaffen werden.
aber das größte kommt ja erst noch vom spiegel:
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| Schlimmer noch – und das gilt für alle Grundeinkommensmodelle: Das Konzept blendet die Vielschichtigkeit von Armut vollkommen aus. Die heutige Unterschicht leidet keineswegs nur an Geldknappheit, sondern gerade auch an fehlenden Chancen aktiver Teilhabe, an mangelnder Bildung und der "Vererbung" sozialer Benachteiligung. Ein sozialer Staat ermutigt, aktiviert und befähigt deshalb seine Bürger zu Partizipation, Leistung, Kreativität. Er investiert in die Menschen, anstatt sie zu alimentieren. |
Quelle
so so! nun ist das bürgergeld auch verantwortlich für die gesamte bildungspolitik, die suggestiv gestrichen wird, während sie vorher in vollem umfang da war
der sozialstaat, den wir heute haben, aktiviert in der tat.. zu teilnahme an teuren maßnahmen, die niemandem etwas bringen außer den maßnahme-anbietern selbst. insofern investiert der staat wohl eher in dritte, die maßnahmen für erwerbslose anbieten, um die arbeitslosenstatistik weiter zu schönen.
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| Die Verfechter des Grundeinkommens hingegen wollen die Säulen der Sozialversicherung (Rente, Arbeitslosigkeit, Pflege, Unfall) einfach niederreißen, die Fürsorgesysteme und Maßnahmen zur Arbeitsförderung einstellen. |
was für ein vorurteil! es steht noch nichtmal ein konkretes konzept fest, sondern es gibt viele verschiedene konzepte. doch der spiegel sieht sich vor vollendeten tatsachen. das der text von einem überzeugten gegner des grundeinkommens verfasst wurde, ist mehr als offensichtlich. und es wird mehrfach außer acht gelassen, dass viele zahlungen garnicht nötig sind, wenn man hinzuverdient; oder dass vielen leuten die neue freiheit, die sie hätten, wichtiger wäre.
es gibt sicherlich aspekte, die entschieden gegen das bürgergeld sprechen. niemand wird so vermessen sein, zu behaupten, dass das bürgergeld der goldene ausweg ohne nachteile wäre. aber dann nicht mit so einem mist:
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| Stattdessen verführt das Bürgergeld zu der Annahme, Arbeit sei etwas, was man je nach Lebensabschnittslaune tun oder eben lassen könne. Mehr noch: Mit einiger Wahrscheinlichkeit würde ein bedingungsloses Grundeinkommen die gesellschaftlichen Vorstellungen über den Sinn und Wert von Arbeit negativ verändern und die Motivation der Menschen mindern, sich zu qualifizieren. |
ein höherer hinzuverdienst ist wohl kein motivationsgrund für eine nicht unerhebliche anzahl von menschen, sich zu qualifizieren, um dann in entsprechend gut bezahlten jobs zu arbeiten, wie?
zu guter letzt:
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| Selbst für das Grundeinkommen gilt eben: Man kann nur das Geld verteilen, welches man zunächst erwirtschaftet hat. |
der aussage liegt zugrunde, dass heute mehr erwirtschaftet wird als mit einem grundeinkommen-system. und trotzdem hat die schröder-regierung mal eben hartz4 erschaffen, dessen betrag noch unter der damaligen sozialhilfe liegt - von der arbeitslosenhilfe ganz zu schweigen. und dann ist da ja noch die ausweitung des niedriglohnsektors in deutschland, unter anderem mithilfe der änderungen für die zeitarbeitsbranche.
das zitat deutet ganz wunderbar auf das verteilungsproblem des geldes, welches wir sowieso schon haben.
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Letzteres würde uns um Jahre zurückwerfen, deshalb haben wir ja auch sowas wie ein Erbrecht, dass man auch die Dinge nutzen kann, die ein Vorfahr schon erbaut hat.
Aber ich habe eher das Gefühl, dass der Text wirklich nicht gelesen wurde.
Da geht es nicht um ein bedingungsloses Grundeinkommen (was ich, wie in einem anderen Thread schon mal dargelegt, nur begrenzt sinnvoll finde, weil es Menschen mit höheren und niedrigeren Lebensbedarf gibt), sondern eben um ein Recht auf Faulheit.
Lafargue redet über das Überproduzieren, er redet davon, dass der Proletarier sich mit drei (statt wie damals 12h) zufrieden geben soll. Und er schildert auch, Xoc, sehr deutlich die Konsequenzen:
Dann gäb es keinen Krieg, keinen Autogestank, keine schmutzigen Flüsse, keine Nationalbank, kein dies nicht, kein das nicht, sondern eigentlich nur Menschen wie uns.
Dass ca. 75% der Waren und Dienstleistungen, die hier angeboten werden, überflüssig sind, denke ich mir mal einfach so. Jeder kann auf bestimmte Sachen verzichten, wenn er seinen Lebensstandard senken will.
Nur:
Das hat nix mit Niederlegen der Arbeit von allen zu tun.
Nochmal: Ich weiß nicht, was daran so schwer zu verstehen ist. Zur Zeit entsprcht die Wirtschaftsleistung jedes Menschen auf der Welt in Geldwerten ausgedrückt 620 € brutto. Damit müssten wir dann alle auskommen, egal, ob wir arbeiten oder nicht. Jedes "Bürgergeld" oder ähnliches höher anzusetzen wäre eine Ausbeutung der im Trikont lebenden Menschen. Das wäre maximal ein Ruhighalten der Klassen, eine Überlebensstrategie des Kapitalismus.
Zur Zeit gibt es ausreichend gesellschaftlich sinnvolle Arbeit, die man machen kann. Ich gehe zwar auch davon aus, dass, wenn wir diese gerecht verteilen würden, kaum mehr als 3 oder 4 h Arbeit tgl. nötig sein würden, um den jetzigen Lebensstandard zu halten UND den im Trikont zu verbessern, aber die Arbeit wird da sein.
Recht auf Faulheit würde ich heute lieber ersetzt sehen als ein "Recht auf Rückzug" aus dem kapitalistischen System, den man sich auch erst "erarbeiten" muss. Das Recht, weniger zu arbeiten, weniger zu verdienen, die Arbeit zu machen, die ich auch machen will uswusf.
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wave unregistriert
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| so so! nun ist das bürgergeld auch verantwortlich für die gesamte bildungspolitik, die suggestiv gestrichen wird, während sie vorher in vollem umfang da war Augen rollen der sozialstaat, den wir heute haben, aktiviert in der tat.. zu teilnahme an teuren maßnahmen, die niemandem etwas bringen außer den maßnahme-anbietern selbst. insofern investiert der staat wohl eher in dritte, die maßnahmen für erwerbslose anbieten, um die arbeitslosenstatistik weiter zu schönen. |
Du solltest zunächst mal richtig lesen @quaid. Das was du schreibst passt in keinster Weise zu den in der Passage getroffenen Aussagen.
Im übrigen hat der Spiegel mit dem von dir zitierten Absatz vollkommen Recht. Das Stichwort lautet: Geistige Armut.
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Original von wave
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(spiegel.de)
Schlimmer noch – und das gilt für alle Grundeinkommensmodelle: Das Konzept blendet die Vielschichtigkeit von Armut vollkommen aus. Die heutige Unterschicht leidet keineswegs nur an Geldknappheit, sondern gerade auch an fehlenden Chancen aktiver Teilhabe, an mangelnder Bildung und der "Vererbung" sozialer Benachteiligung. Ein sozialer Staat ermutigt, aktiviert und befähigt deshalb seine Bürger zu Partizipation, Leistung, Kreativität. Er investiert in die Menschen, anstatt sie zu alimentieren. |
(quaid)
so so! nun ist das bürgergeld auch verantwortlich für die gesamte bildungspolitik, die suggestiv gestrichen wird, während sie vorher in vollem umfang da war Augen rollen der sozialstaat, den wir heute haben, aktiviert in der tat.. zu teilnahme an teuren maßnahmen, die niemandem etwas bringen außer den maßnahme-anbietern selbst. insofern investiert der staat wohl eher in dritte, die maßnahmen für erwerbslose anbieten, um die arbeitslosenstatistik weiter zu schönen. |
Du solltest zunächst mal richtig lesen @quaid. Das was du schreibst passt in keinster Weise zu den in der Passage getroffenen Aussagen.
Im übrigen hat der Spiegel mit dem von dir zitierten Absatz vollkommen Recht. Das Stichwort lautet: Geistige Armut. |
vielleicht habe ich da was falsch verstanden. vielleicht auch nicht.
dazu hätte ich erstmal gern erläutert, inwiefern ein hartz4-empfänger und vergleichsweise noch ein arbeiter teilhabe an bildung haben, was beim bürgergeld nicht so wäre. vielleicht insbesondere in hinblick auf die aktuellen einsparungen der regierung bei "bildung und soziales" und dem geringen anteil an bildung bei der berechnung der hartz4-grundlage.
mir ist natürlich klar, dass einige bürgergeld-konzepte am ende weniger geld bringen können für einen bürger als zuvor, doch das ist nicht das, worum es mir beim bürgergeld geht, sondern um die gewonnene freiheit. was mir da weniger klar ist, ist die brücke vom bürgergeld zur bildungspolitik, die vom autor da geschlagen wird.
ein sozialer staat aktiviert - wie gesagt, unter passivem zwang - zu arbeit ins blinde, egal wie wichtig die produkte sind, und egal wie mies die arbeitsbedingungen sind, hauptsache produktivität über jedem wert - auch über dem des menschen - und hauptsache, die kennziffer der wirtschaftlichkeit stimmt. dieser sozialstaat ist nicht mehr so sozial, wie er sich gerne gibt. wenn ich also darüber schreibe, wie die aktivierung des sozialen staates tatsächlich aussieht, wieso passt das dann "in keinster Weise" zu dem zitat?
ich bin der meinung, da nichts falsch verstanden zu haben. wo bleibt denn die investition des sozialstaates in den menschen, wenn die Argen und sonstige einrichtungen die order haben, geld zu sparen wo es nur geht (selbst wenn jemand sich dann überlegen muss, wie er die kosten für die miete bezahlt, oder wenn mal wieder ein leistungsantrag verschwindet), und wenn selbst it-fachleute zu teuren pc-kursen für anfänger geschickt werden, was letztendlich aber nur die maßnahmeträger reich macht, und nicht an bildung sondern an dreckigem geld.
der sozialstaat ist nicht sozial, weil er so heißt. ein vermittlungsvorschlag ist nicht einfach nur ein vorschlag, weil er so heißt.
was ändert sich an der bildungspolitik, wenn die bürger ihr geld nicht mehr unter der prämisse kriegen, sklaven der fallmanager zu sein und auf deren schnipsen anzutanzen, sondern das geld bedingungslos kriegen?
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Der Thread ist mir mittlerweile zu weit weg vom Recht auf Faulheit.
Aber ich nehme mir dieses Recht dennoch mal raus und lese jetzt einfach nicht mehr den ganzen Sermon, der hier noch zu bedingungslosem Grundeinkommen gepostet wird.
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Original von Arne Reload
Der Thread ist mir mittlerweile zu weit weg vom Recht auf Faulheit.
Aber ich nehme mir dieses Recht dennoch mal raus und lese jetzt einfach nicht mehr den ganzen Sermon, der hier noch zu bedingungslosem Grundeinkommen gepostet wird. |
das "recht auf faulheit" hängt unmittelbar mit dem bedingungslosen grundeinkommen zusammen. und gerade von dir, mister "ich poste des nachts in allen threads teilweise ellenlange texte" hätte ich erwartet, dass du dich rege beteiligst
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arne:
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Aber ich habe eher das Gefühl, dass der Text wirklich nicht gelesen wurde.
Da geht es nicht um ein bedingungsloses Grundeinkommen (was ich, wie in einem anderen Thread schon mal dargelegt, nur begrenzt sinnvoll finde, weil es Menschen mit höheren und niedrigeren Lebensbedarf gibt), sondern eben um ein Recht auf Faulheit. |
ich bin nicht sicher, auch wen genau du dich beziehst, aber den bogen zum bürgergeld habe ich hier geschlagen.
übrigens: inwiefern sind menschen mit höherem und niedrigerem lebensbedarf tangiert hinsichtlich des heutigen systems im vergleich zu einem system mit bürgergeld? in beiden systemen gibt es eine gewisse geldsumme (heute unter passivem arbeitszwang, bei bürgergeld bedingungslos), und man kann in beiden systemen hinzuverdienen durch arbeit - je nach lohn.
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| Recht auf Faulheit würde ich heute lieber ersetzt sehen als ein "Recht auf Rückzug" aus dem kapitalistischen System, den man sich auch erst "erarbeiten" muss. Das Recht, weniger zu arbeiten, weniger zu verdienen, die Arbeit zu machen, die ich auch machen will uswusf. |
die umbenennung erscheint mir auf den ersten blick ganz gut.
nur das "weniger verdienen" ist ohne bezug so eine sache.
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wave unregistriert
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| wo bleibt denn die investition des sozialstaates in den menschen, wenn die Argen und sonstige einrichtungen die order haben, geld zu sparen wo es nur geht |
Um es klipp und klar zu sagen: Die Investition in den Menschen schlägt sich weder im Magen der Kinder, noch in der Bildung nieder, sondern vllt in der Bildschirmdiagonalen des Fernsehers oder dem Hubraum des Autos oder sonstwo...
Oder glaubst du allen ernstes ein Hartz4-Empfänger würde auch nur einen Funken intelligenter, wenn der Staat noch 100€ für Bildung auf den Satz draufschlagen würde?
Und genau da liegt das Problem: Es fehlt nicht am Geld bzw. wenn man mehr zahlen würde, würde es versickern und gut is. Die Probleme liegen an ganz anderen Stellen und GENAU die Missachtung dieses Problems steht in der Passage des Spiegels.
Da steht gar nix davon, dass die Bildung jetzt gut is und dann schlechter würde oder so ähnlich.
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die foren-antworten von der spiegel-seite sind übrigens recht lesenswert, wie ich finde:
http://forum.spiegel.de/showthread.php?t=1473
ganz besonders hervor tut sich aus meiner sicht dieser beitrag.
p.s.: auch lesenswert:
http://www.taz.de/1/archiv/archiv/?dig=2006/12/01/a0141
dort geht es um eine art feldversuch, der widerlegte, dass faulheit überhand nehmen würde
p.p.s.: und hier kann man mit etwas zeit auch gerne mal reinschauen:
http://www.brandeins.de/archiv/magazin/n...-der-angst.html
zitat daraus:
| Zitat: |
V. Arbeitslosigkeit ist Erfolg
Schlimm ist die aktuelle Lage nur, weil wir sie immer nur von einer Seite sehen: Ohne Erwerbsarbeit ist der Mensch kein Mensch. Dabei ist das Fiasko der Arbeitsgesellschaft nichts weiter als der Erfolg des Kapitalismus. Seine Fähigkeit, mit immer weniger Leistung immer bessere Ergebnisse zu erzielen, schafft Arbeitslosigkeit. Von Übel ist das nur, weil wir unsere wirklichen Siege nicht wahrnehmen. |
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Original von quaid
dort geht es um eine art feldversuch, der widerlegte, dass faulheit überhand nehmen würde
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Ziemlich dreiste Behauptung.
Brasilien: Ok, bei 33 Euro/Monat bin ich mir auch sicher, dass die Faulheit nicht überhand nehmen wird
Kanada: Die vierköpfige Familie: 120 Dollar/Monat und Kopf.
USA: Familie mit mehreren Kindern: < 100 Dollar/Monat und Kopf.
Selbst wenn man berücksichtigt, dass der Dollar damals mehr wert war, ist das nicht sonderlich viel.
Wurde denn wenigstens widerlegt, dass die Faulheit bei so niedrigem Grundeinkommen nicht überhand nehmen würde? Nein, nicht mal das:
Die Leute wussten, dass es nur ein Feldversuch ist, also wahrscheinlich in absehbarer Zeit wieder enden wird. Klar, dass dann deutlich weniger ihren Job hinschmeissen, wenn sie wissen, dass sie ihn bald wieder brauchen. Das ist etwas völlig anders, als wenn das Einkommen bis zum Lebensende garantiert ist.
Unverheiratete Frauen haben sich in der Zeit, die das lief (ein paar Jahre) 5% weniger gearbeitet. Bleibt es dabei? Oder würde es weiter sinken, vielleicht sogar alle paar Jahre wieder um 5%? Solche Fragen wurden keineswegs beantwortet.
Widerlegt wurde also höchtens, dass wenn man ein sehr geringes Grundeinkommen für kurze Zeit zahlt, die Faulheit innerhalb dieser Zeit nicht überhand nimmt. Mehr nicht.
Ich glaube btw auch, dass die Faulheit auch langfristig nicht überhand nimmt, wenn das Grundeinkommen niedrig genug ist, aber die Feldversuche haben das keineswegs bewiesen, im Gegenteil, man kann die Feldversuche auch als Indiz ansehen, dass sogar bei einem niedrigen Grundeinkommen die Arbeitslosigkeit um bis zu 5 Prozentpunkte ansteigen kann, was die Finanzierung deutlich schwerer macht.
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"Do you believe in free will?" "I have no choice."
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