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der aufkommende punkt ist der, dass arbeit sich lohnen muss. wenn also die hartz4 bezüge tatsächlich zu niedrig sein sollten (oder eben die schenkungen/gutscheine), dann müssten folgerichtig alle anderen gehälter auch angepasst werden, damit der unterschied zwischen arbeitnehmern und arbeitslosen vor allem der unterschied im geldbeutel bleibt.
ich kann so manche arbeitnehmer verstehen, die bei dem urteil mehr und mehr fragen, warum sie noch 40 stunden in der woche arbeiten gehen sollen..früh aufstehen, abrackern etc.. obwohl sie nicht viel mehr verdienen als vergleichbare arbeitslose.
leider bietet die heutige konstellation aus sozialstaat-demokratie-geldwäscherei-korruption nicht naheliegend die möglichkeit, einen mindestlohn zu garantieren, damit auch weiterhin der unterschied zwischen arbeitslosen und -nehmern am geld zu spüren ist und jene, die finanziell besser stehen wollen, eine gute motivation in der arbeit haben.
| Beitragsänderung: |
hoffentlich kommen wir mal auf seite 12.. das übergroße bild sprengt den rahmen, was mich tierisch nervt
ah..na bitte |
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Die Gehälter würden sich ja von selbst anpassen, weil das eben nach Angebot und Nachfrage geht.
Es war ja eher andersrum, dass man die HartzIV-Sätze eben so niedrig ansetzte, damit man die Löhne weiter senken konnte.
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angebot und nachfrage? das musste nochmal erläutern, bitte.
angenommen, zwei leute bewerben sich für offene stellen, und werden nach ihren gehaltsvorstellungen gefragt.
einer stellt sich 1500 vor, der andere 1800. beide werden genommen..vllt wäre die firma bis 1900 gegangen, wenn der bewerber sich entsprechend verkauft..das ist dann eben pech.
und das trifft nur zu, wenn das gehalt nicht schon von vornherein indiskutabel feststeht, so wie es bei 1€jobs, 400€jobs und den mindestlohngehältern der fall ist.
| Zitat: |
| Es war ja eher andersrum, dass man die HartzIV-Sätze eben so niedrig ansetzte, damit man die Löhne weiter senken konnte. |
viva la capitalism.. wenn die arbeitgeber sich nur mal in die situation ihrer arbeitnehmer versetzen könnten, anstatt nur den spruch "immerhin hamse arbeit" loszulassen.
es geht um den wert der arbeit.
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Unter der Sache mit Angebot und Nachfrage versteht man, dass, wenn eine Ware ANGEBOTEN wird, diese erstmal nichts wert ist, wenn keinerlei Nachfrage nach ihr besteht. Bzw: Besser gesagt, der Anbieter kann nix dafür verlangen.
Wenn einer schon mal da ist, der das haben möchte, dann kann derjenige, der NACHFRAGT, sagen, was er dafür geben möchte, muss jedoch auch darauf eingehen, was derjenige, der es anbietet, dafür haben möchte.
Sind jetzt zwei da, die nach der Ware fragen, dann kann der Verkäufer natürlich dahin verkaufen, wo er am meisten dafür bekommt.
Andersrum kann derjenige, der nachfragt, wenn zwei Anbieter da sind, natürlich dort kaufen, wo es am preiswertesten ist.
Und nicht anders läuft das bei Arbeit ab. Fragen viele nach Arbeit nach und es gibt nur wenige, die Arbeit anbieten, können diejenigen, die die Arbeit anbieten, also die Arbeitgeber sich die aussuchen, die am wenigstens für ihre Arbeit haben wollen.
Das ist nur etwas eingeschränkt hier in der BRD, weil wir keinen sog. idealen Markt bei der Arbeit haben.
Es gibt zum einen Tarifverträge, in denen festgelegt ist, was der Arbeitgeber bezahlen muss, es gibt Kündigungsschutz (d.h., der Arbeitgeber muss auch langfristig mit der angebotenen Arbeitskraft planen können) und es gibt eben sog. LOHNERSATZLEISTUNGEN für Menschen, die nicht arbeiten, wie z.B. Hartz IV.
Und hier gilt auch: Je niedriger diese Lohnersatzleistung ist, desto eher müssen Menschen, die Geld haben wollen, ihre Arbeitskraft anbieten, auch eben für Preise, für die es sich eigentlich gar nicht lohnen würde, zu arbeiten.
Daher kann auch eben eine niedrige HartzIV-Leistung dafür sorgen, dass mehr Menschen Arbeit anbieten, obwohl die Nachfrage gleich bleibt. Also sinken die Löhne.
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interessante diskussion zum thema lohngestaltung und hartz4:
http://www.xing.com/net/igz/news-275011/...lohne-25189219/
Frank Grossnick sagte dort:
| Zitat: |
| Diese Menschen, die einen Arbeitsvertrag mit einem Lohn von 5 Euro oder weniger unterschreiben, wägen dies nicht mit der Frage ab, bei welchen Unternehmen sie mehr bekommen, sondern wie diese genug Geld zusammen bekommen und für das nötigste (Essen, Miete und Zigaretten) zu sorgen. Bei Ablehung eines Jobangebotes drohen bis zu 3 Monaten sperre bei der Agentur für Arbeit. Dies kann der Abgrund in die Kriminalität sein. Die Enscheidung zur Arbeitsaufnahme hat dann eher mit einen noch vorhandenen Anstandsgefühl zu tun, um noch für die eigenen Bezüge verantwortlich zu sein, als sich in das Netz der Gesellschaft fallen zu lassen. Die meisten, die für 5 Euro zum Arbeiten gehen, bekommen dann eh HArtz 4 Aufstockung, wobei wir dann schon beim Bürgergeld sind. Das ist meines Kenntnisstandes die größte Wettbewerbsverzerrung im Niedriglohnsektor die man sich vorstellen kann. Ab jetzt ist es egal was ich meinen Mitarbeitern bezahle, da für den Rest eh die Gesellschaft aufkommt, sprich der größte Ausbeuter hat den besten Wettbewerbsvorteil auf Kosten der Allgemeinheit. Weitergedacht, bezahle ich mit meinen Steuern meinen Wettbewerb, der sich mit sittenwiedrigen Methoden eine goldene Nase verdient. |
sehr treffend formuliert, wie ich finde.
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Michael Hacker hat hier ebenfalls einen interessanten standpunkt:
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Einen gesetzlichen Mindestlohn lehne ich strikt ab. Wenn man so will, haben wir ja schon einen staatlich verordneten gesetzlichen Mindestlohn mit dem H4-Sätzen.
Einen tariflichen Mindestlohn fordern iGZ und BZA. Als freier Unternehmer bin ich zunächst einmal gegen jeden (staatlichen) Eingriff in die Tarifautonomie. Andererseits kann es nicht angehen, dass auf dem Rücken der Zeitarbeitnehmerschaft und der Solidargemeinschaft der Steuer- und Beitragszahler einzelne ihre Spielchen treiben, und sich das ganze auch noch großzügig versilbern lassen. So etwas ist für mich nicht nur unmoralisch, sondern doch mehr idiotisch. (CSR lässt hoffen)
Mehr als die Hälfte meiner Mitarbeiter erhält zur Zeit schon nahezu Equal Pay Kondittionen, das geht allerdings im Süden und mit Facharbeitern etwas leichter, als im Norden der Republik und mit Helfern.
Persönlich finde ich einen Gedanken immer tragfähiger:
Mit einem Bedingungslosen Grundeinkommen (das übrigens locker finanzierbar ist) hätten wir die ganzen leidigen Diskussionen über Mindestlohn, über Armut, über Ausbeuterei, über Kombilöhne, über Staatsquote, vom Tisch. Wir brauchen nämlich kein Recht auf Arbeit, sondern ein Recht auf Freiheit. In einer Zeit von Überproduktionen und künstlicher Verknappung der Güter verhalten wir uns wie unsere kannibalischen Urahnen, und meinen Armut verurteilen, ja noch mehr, ausbeuten zu müssen. Alle staatlichen Programme zur Vermeidung von Armut rechtfertigen und verköstigen nur den Verteilapparat und begünstigen die Investoren. Die Armen errreichen die staatlichen Hilfsprogramme nie und nimmer.
Der Staat gibt bereits jährlich 720 Milliarden für Sozialleistungen aus. Wenn er sich den Verteilungsapparat spart, kann er jedem deutschen Bürger monatlich 730 Euro überweisen. Fürs Nichtstun. Und wenns ein bischen mehr sein darf, kann der ja arbeiten. Nicht nur in der Zeitarbeit. |
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730 € ist weniger als die meisten HartzIV-Bezieher bekommen, wenn sie sich um Arbeit bemühen und ihre Unkosten zur Arbeitsaufnahme einreichen und sich die auch auszahlen lassen.
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Ein Bürgergeld sollte ja auch nicht all zu hoch sein. Soviel eben, dass man davon leben, kann. 730 € sind schon recht viel.
Ausserdem sind in den 720 Milliarden auch die Renten drinnen, die kann man nicht einfach so den Leuten streichen.
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"Do you believe in free will?" "I have no choice."
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Hansi unregistriert
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| Ausserdem sind in den 720 Milliarden auch die Renten drinnen, die kann man nicht einfach so den Leuten streichen. |
Warum nicht? Damit die Hütte nicht endgültig anfängt zu fackeln?
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| Zitat: |
Original von Xoc
Ein Bürgergeld sollte ja auch nicht all zu hoch sein. Soviel eben, dass man davon leben, kann. 730 € sind schon recht viel.
Ausserdem sind in den 720 Milliarden auch die Renten drinnen, die kann man nicht einfach so den Leuten streichen. |
730 € Rente für jeden sind aber weit über dem Durchschnitt, was ein heutiger Arbeitnehmer erwarten kann, wenn er mal 67 ist bzw schon sehr viel höher als das, was ein heutiger Schüler oder Student mit 76 erwarten kann, was er dann als Rente bekommen würde, ausgehend von dem, was die staatliche Rentenversicherung zahlen kann.
Und was mich eben stört immer an diesem Bürgergeld, ist, dass es in keinster Weise irgendwie an dem Bedarf orientiert ist. Es gibt Personen, die einfach mehr brauchen und auch welche, die weniger benötigen. Insofern ist es völlig blödsinnig, jedem, unabhängig vom Bedarf das gleiche zu zahlen.
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wie erklärt sich denn z.b. der mehrbedarf, abgesehen von weiteren personen im haushalt?
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Hansi unregistriert
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Zum Beispiel bei Krankheiten die eine kostenaufwendigere Ernährung benötigen, oder Medikamente, Behandlungsmethoden etc.
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Ja, eben.
Ein Rollstuhlfahrer wird für 720 € kaum in der Lage sein, seine Wohnung so umbauen zu können, dass er ebenso leben kann wie jemand, der laufen kann.
Neben Krankheit können auch noch Behinderungen wie z.B. geistige Behinderungen es sogar notwendig machen, dass man dauerhaft betreut werden muss. Das kann man auch nicht von 720 € zahlen.
Und es werden auch mehr Ausgaben, wenn Du z.B. arbeiten willst, also eine Arbeit aufnehmen willst oder Dich ganz einfach ehrenamtlich engagieren willst.
Okay, beim letzten kann man evtl. noch sagen, das wäre dann das Privatvergnügen, wenn jemand unbedingt was für die Gesellschaft machen will oder arbeiten gehen will. Das würde ich aber auch sehr genau abwägen, ob das angemessen ist und evtl. nicht doch sich negativ auswirkt auf die Gesellschaftsstruktur.
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730eur sind mehr, als eine person mit hartz4 bekommt.
abgesehen davon könnte man in die vision gleich eine gesundheitsreform einbringen.
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Also, ob 730 € mehr sind als wie ein HartzIV-Beziher erhält, ist von sehr vielen Faktoren abhängig. Da in dem Betrag die Mietkosten und auch noch die Krakenversicherung (bislang war auch noch Rentenversicherung darin einthalten, das ist gekürzt worden, das merken die Leute aber erst, wenn sie 65 sind) drin sind, halte ich 730 € eher am unteren Rand des HartzIV-Bezuges.
Gut wäre eine solche Lösung für alle kinderreichen Familien. Eine Familie, die wie die Bundesarbeitsministerin wie die Türken Kinder wirft, hätte mit 7 Kindern dann immerhin 6570 € Monatseinkommen. Ficken statt Arbeiten würde sich da tatsächlich lohnen.
Da eben auch alle Gesundheitskosten in den 730 Mrd drin sind, kann man dann nicht mehr viel reformieren. Man kann dann jedem von den 730 €, die er erhält, natürlich noch mehr Krankenkassenbeiträge abnehmen, damit dann eben auch Rollstuhlfahrer besser ausgestattet werden. (Der durchschnittliche Versicherungssatz bei einer gesetzlichen Krankenkasse beträgt btw. 15% des Einkommens, d.h., 110 € gingen von den 730 € sowieso ab für Krankenversicherung und dabei würde nix geändert, weiter Arzt- und Rezeptgebühren und keinerlei Verbesserung irgendwo.)
Alte pflegebdürftige Menschen müssten also, um versorgt zu werden, in Heimen untergebracht werden, wo sie von 620 € nicht nur versorgt werden, sondern auch noch ihre Lebensmittel und ihre Unterkunft bezahlt wird. Rechnen wir mal damit, dass dann noch ca 300 € jedem Pflegebedürftigen pro Moant bleibt, müsste man, um eine Pflegekraft zu bezahlen, die nur 1200 € brutto verdient, 3 Menschen zusammenpacken. Dann wären sie 8 h an jedem Wochentag versorgt, an den Wochenenden und nachts und morgens wäre niemand da. Um das auszugleichen, bräuchte man also noch mal jweils 3 Menschen, sind wir also insgesamt schon bei 9 nur an Wochentagen. Für Urlaub und Krankheit und Wochenenden erhöht sich das logischerweise auf ca. nochmal mindestens 6. Insgesamt also 15 Leute für eine dauerhafte Betreuung, die pflegebedürftige Menschen rund um die Uhr brauchen. Stellenschlüssel 1:15 heißt bei einem 8h-Tag (nix mehr mit Arbeitszeitverkürzung), dass man 32 Minuten Zeit für jeden Pflegebdürftigen hat, also zum Waschen, Fütttern und natürlich auch zum Dokumentieren, um Arztbesuche einzuleiten etc.
Kurzum: in ca. 6 Monaten haben die alle Dekubitus in einem Ausmaße, dass man durch deren Liegewunden durchschauen kann, so verfault sind die. Irgendwelche Einzelmaßnahmen für Jugendliche oder Kinder, die besondere Betreuung bedürfen, gibt es nicht mehr.
Dafür bekommt aber Herr Ackermann und der überle´bende Aldi-Bruder wenigstens noch zussätzlich 730 € im Monat.
Schön. Die brauchen das bestimmt.
Das ist ein selten blödsinniger und inhumaner Vorschlag.
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ich sehe keinen grund, warum jemand den gebrauch des bedingungslosen grundeinkommens beantragen sollte, wenn er eh schon locker von seinem verdienst leben kann. das betrifft insbesondere wohlhabende leute.
mit der gesundheitsreform meinte ich, dass etwas anderes zutage kommen muss als das, was rösler da verzapft hat:
| Zitat: |
Im Kern besteht die Gesundheitsreform aus drei Elementen:
* Der allgemeine Beitragssatz steigt von 14,9 auf 15,5 Prozent, so dass Arbeitnehmer in Zukunft 8,2 Prozent, Arbeitgeber 7,3 Prozent vom Einkommen zahlen müssen. Der Arbeitgeberbeitrag wird allerdings eingefroren.
* Künftige Ausgabensteigerungen müssen allein die Versicherten tragen. Dazu sollen sie eine vom Einkommen unabhängige Prämie bezahlen, die jede Kasse selbst festlegt.
* Sofern die von der Kasse festgelegte Prämie zwei Prozent des Einkommens eines Versicherten übersteigt, soll der Steuerzahler grundsätzlich für die Differenz aufkommen.
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und schon gar nicht will ich sowas hören wie von der csu, dass jeder arztbesuch kosten soll. was denken die sich, wollen die absichtlich die kranken bestrafen, damit sie vielleicht garnicht mehr zum arzt gehen (können)?
und wieso wird eigentlich nicht mal so reformiert, dass die reichen das meiste zahlen und die armen das wenigste? mir ist echt nicht klar, wieso immer die geringverdiener drauf zahlen müssen, während die reichen gefahr laufen, ihr geld zu horten anstatt es in die wirtschaft zu pumpen.
solche teilweise human-fernen ideen entstammen wohl einem politiker-volk, wie es in einer demokratie gar nicht auf dauer geben sollte. ich vertrete da die selbe meinung wie gerald häfner (video)
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dian unregistriert
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@Arne:
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| Stellenschlüssel 1:15 heißt bei einem 8h-Tag (nix mehr mit Arbeitszeitverkürzung), dass man 32 Minuten Zeit für jeden Pflegebdürftigen hat, also zum Waschen, Fütttern und natürlich auch zum Dokumentieren, um Arztbesuche einzuleiten etc. |
Viel mehr Zeit als 32 Minuten pro Patienten dürften die in einem durchschnittlichen Altenheim heute auch nicht haben...
Davon abgesehen bin ich aber sowieso gegen die industrielle Unterbringung von Menschen in Pflegeheimen, so wie das heute stattfindet. Ist ja inzwischen ein richtiger Geschäftszweig geworden... die Pflegeheime und Krankenhäuser haben Manager, die sich um nix anderes kümmern, als darum, dass der Laden rentabel läuft.
Ich denke, hier ist doch mal ganz grundsätzlich was völlig pervers.
Und natürlich kann man nicht einfach das Grundeinkommen einführen, und alle anderen Dinge genauso weiterlaufen lassen wie bisher. Das würde sich aber wohl innerhalb kürzester Zeit von selbst regulieren.
Der Sinn eines bedingungslosen Grundeinkommens ist ja schließlich auch, dass dadurch auch der Profitzwang und der ständige Druck des Geldverdienens von den Menschen genommen wird... so dass die eben auch mal sagen können: "Statt 8 Stunden am Tag bei McDonalds am Schalter zu stehen, würde ich mir lieber gern mal ein paar Stunden die Woche Zeit nehmen, um mich um meine kranke Oma zu kümmern."
Ohne billige Arbeitskräfte, die bereit sind, aus purer Existenzangst für eine Handvoll Euro niederste Sklaventätigkeiten auszuüben, würden eine Menge kapitalistischer Branchen von ganz alleine zusammenbrechen... übrig bleiben würde das, wofür wirklich Bedarf besteht.
Und ich denke, es gäbe genug Menschen, die sich sehr gerne ehrenamtlich um alte Menschen, Kinder oder Behinderte kümmern würden... wenn man sie im Gegenzug von der Notwendigkeit, sich ständig für das Sichern der eigenen Existenz prostituieren zu müssen, befreien würde.
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Original von quaid
ich sehe keinen grund, warum jemand den gebrauch des bedingungslosen grundeinkommens beantragen sollte, wenn er eh schon locker von seinem verdienst leben kann. das betrifft insbesondere wohlhabende leute. |
Ja, natürtlich, warum sollten die das machen?
Warum sollte ein Ackermann weiter Arbeitsplätze abbauen als Vorstandschef, wenn er selber schon Millionen und mehr auf dem Konto hat?
Warum sollte ein ehemaliger Bundeskanzler, der seine fette Pension hat, auch noch in einen Gazprom-Aufischtsrat einziehen?
Warum sollte ein Schlecker, der alles hat, noch an den Bedingungen für seine Mitarbeiter sparen?
Das würden die alle nie tun, nicht wahr???
Gegenfrage:
Warum sollte man denen das überhaupt anbieten, wenn sie es nicht nötig haben?
Zur Gesundheitsreform allgemein:
Es gibt -zig Staaten in der Welt, in denen die Menschen eine längere Lebensdauer haben als wie in der BRD und die mit wesentlich weniger Ausgaben für ihr Gesundheitssystem auskommen. Da gibt es nun wirklich Beweise, dass das deutsche Gesundheitssystem eines der schlechtesten und teuersten in der Welt ist.
| Zitat: |
Original von Dian
Und natürlich kann man nicht einfach das Grundeinkommen einführen, und alle anderen Dinge genauso weiterlaufen lassen wie bisher. Das würde sich aber wohl innerhalb kürzester Zeit von selbst regulieren.
Der Sinn eines bedingungslosen Grundeinkommens ist ja schließlich auch, dass dadurch auch der Profitzwang und der ständige Druck des Geldverdienens von den Menschen genommen wird... so dass die eben auch mal sagen können: "Statt 8 Stunden am Tag bei McDonalds am Schalter zu stehen, würde ich mir lieber gern mal ein paar Stunden die Woche Zeit nehmen, um mich um meine kranke Oma zu kümmern."
Ohne billige Arbeitskräfte, die bereit sind, aus purer Existenzangst für eine Handvoll Euro niederste Sklaventätigkeiten auszuüben, würden eine Menge kapitalistischer Branchen von ganz alleine zusammenbrechen... übrig bleiben würde das, wofür wirklich Bedarf besteht.
Und ich denke, es gäbe genug Menschen, die sich sehr gerne ehrenamtlich um alte Menschen, Kinder oder Behinderte kümmern würden... wenn man sie im Gegenzug von der Notwendigkeit, sich ständig für das Sichern der eigenen Existenz prostituieren zu müssen, befreien würde. |
Mag sein, nur was hat das Verlust von Existenzängsten mit mit einem bedingungslosen Grundeinkommen von ca. 620 € pro Person zu tun?
Um das geht es hier. Das wird diskutiert, auch in der Öffentlichkeit, das sind Gedanken, die quaid da aufschnappt und weitergibt. Mit 620 € ist man mit Sicherheit nicht mehr in der Lage, genügend Zeit aufzubringen und die Materiralien für jemanden zu besorgen, der pflegebedürftig ist. Damit hat man mehr Existenzängste als wie jeder HartzIV-Bezieher.
Es sei denn, man heißt Spiegel und es ist der Wunsch von uns allen, von solchen Menschen im Alter mal versorgt zu werden, wenn wir Hilfe benötigen.
Dass pflegebdürftige oder behinderte Menschen, oder eben auch Kinder und Jugendliche, das Recht auf Selbstbestimmung haben, also sich evtl. auch aussuchen können sollten, wer sie betreut und pflegt, tritt man mit solchen Vorschlägen, wo von Ackermann bis Tetra alle das gleiche erhalten und nix mehr differenziert wird mit Füßen.
Wenn man dafür sorgen will, dass andere Zustände herrschen als wie in deutschen Pflegeheimen, empfehle ich eher das norwegische Modell.
Da gibt es keine Heime mehr, nicht mehr für Alte, für Kinder, für Behinderte oder für Jugendliche. Die werden alle 1:1 betreut wie ich das bei Manuel mache. Die skandinavischen Länder gehen dafür aber genau andersrum vor.
Die geben viel den Menschen, die es eben benötigen wie diese Gruppen und nehmen viel von den Menschen, die mehr als genug haben.
Damit kommt man zehnmal weiter als wie mit dem Vertrauen, dass Typen wie Ackermann, Merkel, Westerwelle und wie der ganze Dreck auch heißt, morgen fröhlich auf ihr Grundeinkommen zu den Millionen noch zusätzlich verzichtet oder lieber kündigen, um von ihrem Grundeinkommen alte Menschen zu pflegen.
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| Warum sollte ein Ackermann weiter Arbeitsplätze abbauen als Vorstandschef, wenn er selber schon Millionen und mehr auf dem Konto hat? |
du beantwortest die frage aus sicht von ackermann. ich jedoch habe meine antwort aus meiner sicht gegeben und sagte absichtlich: "ich sehe keinen grund.."
okay, ich hätte es geschickter formulieren können, denn nachvollziehen kann ich ja theoretisch schon, wenn jemand gierig ist, auch wenn ich es nicht billige.
aber da stellst du ja schon die richtige frage: warum denen das überhaupt anbieten, die es nicht brauchen? vorausgesetzt, man könnte das prüfen, ohne auf stasi-methoden zurückgreifen zu müssen.
| Zitat: |
| was hat das Verlust von Existenzängsten mit mit einem bedingungslosen Grundeinkommen von ca. 620 € pro Person zu tun? |
mit einem bedingungslosen grundeinkommen verliert man die existenzangst, kann sich um wirklich wichtige dinge kümmern anstatt unsinnigen mist machen zu müssen, um über die runden zu kommen.
| Zitat: |
| Mit 620 € ist man mit Sicherheit nicht mehr in der Lage, genügend Zeit aufzubringen und die Materiralien für jemanden zu besorgen, der pflegebedürftig ist. Damit hat man mehr Existenzängste als wie jeder HartzIV-Bezieher. |
das bedingungslose grundeinkommen bedeutet nicht zwangsläufig, dass es keine angestellten in der pflegebranche gibt. aber sag mal, sprichst du dich grundsätzlich gegen das bedingungslose grundeinkommen aus?
übrigens: "als" bei vergleichen mit unterschieden und "wie" bei vergleichen ohne unterschiede, aber nicht beides gleichzeitig
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RE: @arne
13.08.2010 02:42 |
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Original von quaid
aber da stellst du ja schon die richtige frage: warum denen das überhaupt anbieten, die es nicht brauchen? vorausgesetzt, man könnte das prüfen, ohne auf stasi-methoden zurückgreifen zu müssen. |
Ja, was ist dann daran bedingungslos, wenn man es nicht jedem anbietet, d.h. man es offenbar davon abhängig macht, dass man es überhaupt angeboten bekommt? Das ist ja wohl dann schon mal alles andere als bedingungslos, wenn ich sage, Du bekommst das nur, wenn Du der oder der bist.
| Zitat: |
mit einem bedingungslosen grundeinkommen verliert man die existenzangst, kann sich um wirklich wichtige dinge kümmern anstatt unsinnigen mist machen zu müssen, um über die runden zu kommen. |
Ja?
Morgen wird das bedingungslose Grundeinkommen von 1 € im Leben eingeführt. Und dann hat keiner mehr Existenzängste, weil er einmal im Leben einen Euro bekommt???
Ob man Angst haben muss, zu verhungern hat ja wohl nix damit zu tun, ob man z.B. bedingugnslos eine Schale Reis mal alle 50 Jahre bekommt, sondern wohl eher damit, dass man ausreichend zum Leben hat.
| Zitat: |
aber sag mal, sprichst du dich grundsätzlich gegen das bedingungslose grundeinkommen aus? |
Ja, und zwar nicht nur grundsätzlich, sondern auch bedingungslos.
Ich sehe einfach nicht, was das bringen soll, jedem das gleiche zu geben, unabhängig von seinen finanziellen Verhältnissen und seinem Bedarf.
Jeder soll das machen, was er am besten kann, womit er am zufriedensten wird (solange dabei alle gesellschaftlich notwendige Arbeit erfüllt wird) und jeder soll das bekommen, was er braucht, um zu leben (solange dies ausreichend zur Verfügung steht).
Ich sehe absolut keinen Sinn darin, allen Menschen das gleiche zu geben, egal ob sie das brauchen oder nicht brauchen oder mehr brauchen. Damit hat man die gleiche Situation wie heute. Manche haben zuviel, manche zu wenig und manche genau das richtige. Was soll das bringen???
Dieser Beitrag wurde 1 mal editiert, zum letzten Mal von Arne Reload am 13.08.2010 02:43.
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