Unity-Forum
RegistrierungTeammitgliederMitgliederlisteHäufig gestellte FragenSucheZur Startseite Texte Homepage chat

Unity-Forum » :: Diskussionen :: » Politik & Gesellschaft » Hartz IV » Hallo Gast [Anmelden|Registrieren]
Letzter Beitrag | Erster ungelesener Beitrag | Druckvorschau | Thema zu Favoriten hinzufügen |
Seiten (14): « erste ... « vorherige 2 3 [4] 5 6 nächste » ... letzte » Neues Thema erstellen Antwort erstellen
Zum Ende der Seite springen Hartz IV  
Autor
Beitrag « Vorheriges Thema | Nächstes Thema »
Leberkrebs
unregistriert
08.01.2008 18:01 Diesen Beitrag einem Moderator melden Zum Anfang der Seite springen

Nein, die haben eben keine Durchschnittsmiete genommen sondern gehen von der billigsten Miete für die billigste mögliche Bruchbude in der ganzen Stadt aus. Von Durchschnitt keine Rede. 275€ als Warm-Miete wurde mir für 40m² zugestanden. Also ein Kaltmietsatz von 5€ pro m² etwa. Find dafür mal ne Wohnung! Das ist unmöglich in einer Großstadt. Somit darf ich mich jetzt im Winter entscheiden ob ich je nach Laune auf einzelne Mahlzeiten verzichte, oder lieber friere, oder tagelang nicht dusche...

Dieser Beitrag wurde 1 mal editiert, zum letzten Mal von Leberkrebs am 08.01.2008 18:06.

Arne Kroger
unregistriert
09.01.2008 02:53 Diesen Beitrag einem Moderator melden Zum Anfang der Seite springen

Mir haben die meine neue Wohnung noch gar nicht bewilligt, weil die viel zu groß ist für eine Person (90qm²), aber ich brauche die eben für meine Berufsausübung.
Die wollen sich zwar auch mit Händen und Füßen wehren, aber machen die das, verklage ich die wegen versuchten Sozialversicherungsbetruges, weil ich dann länger als notwendig in der Hilfsbedürftigkeit wäre.

Wird noch interessant. Aber den Mietvertrag habe ich trotzdem unterschrieben. großes Grinsen
Leberkrebs
unregistriert
13.01.2008 17:27 Diesen Beitrag einem Moderator melden Zum Anfang der Seite springen

Na dann hoffe ich mal Deine Bootsbatterien sind gut geladen ( Du hast genug Ersparnisse?) denn das wird eine lange Schleichfahrt bevor Du damit durchkommst. Gericht inklusive Berufungsinstanz ist vorprogrammiert. Drück Dir den Daumen für Erfolg. smile
Arne Kroger
unregistriert
14.01.2008 05:01 Diesen Beitrag einem Moderator melden Zum Anfang der Seite springen

Ich habe keine Ersparnisse, die müsste ich ja aufbrauchen.
Mein Cousin ist A 16 beim hessischen Justizminister, der hat welche und mir gesagt, er zahlt das ggf., wenn ich 'n Anwalt brauche.
Leberkrebs
unregistriert
15.01.2008 12:50 Diesen Beitrag einem Moderator melden Zum Anfang der Seite springen

Ich muss mir für solche Fälle immer einen Notgroschen regelrecht vom Mund absparen. Da fallen tatsächlich Mahlzeiten aus zwischendurch. Oder es gibt eben jede Menge Gemüse und Kartoffeln von meinem Anbau in Daddys Garten in der Eifel. Der zahlt mir noch das Auto (alter Polo) damit ich ihn besuchen kann. Den Garten bewirtschafte fast nurnoch ich, wegen Daddys Alter und Gesundheit. Das macht im Sommer schonmal für paar hundert Euronen Lebensmittel aus. Und die spare ich dann für gerichtliche und anwaltliche Aktionen.
Arne Kroger
unregistriert
16.01.2008 01:05 Diesen Beitrag einem Moderator melden Zum Anfang der Seite springen

Würde ich aber nicht zu laut sagen. Sind geldwerte Vorteile, die Dir natürlich gekürzt werden können. Teufel

MAUS

Too old to die young

images/avatars/avatar-16.jpg


19.01.2008 12:07 Diesen Beitrag einem Moderator melden Zum Anfang der Seite springen

Arbeit und Soziales
Gerade Politiker reden das Problem gern durch schiefe Vergleiche schön
Die „Normalität“ der Kinderarmut
Von Christoph Butterwegge


Zum Ende dieses Jahres sorgte kurzzeitig der Kinderreport des christlichen Hilfswerks „World Vision“ für Aufsehen. Die Studie machte nicht nur deutlich, dass Kinder aus armen Familien über weit schlechtere Chancen verfügen als ihre besser gestellten Altersgenossen, sondern auch, dass sie sich ihrer Chancenlosigkeit sehr früh bewusst sind.

Tatsächlich glauben heute schon viele Acht- bis Elfjährige nicht mehr an einen möglichen sozialen Aufstieg, sondern nur noch an eine Zukunft mit dem Namen „Hartz IV“. Von einer sorglosen Kindheit kann also für immer größere Teile der Gesellschaft immer weniger die Rede sein.1] Dennoch war Kinderarmut über Jahrzehnte kein Thema, das die deutsche Öffentlichkeit nennenswert bewegte. Höchstens in der Vorweihnachtszeit oder im Sommerloch nahmen die Massenmedien der Bundesrepublik davon überhaupt Notiz. Hierfür gibt es mehrere Gründe.

Erstens waren in der Bundesrepublik lange Zeit eher ältere Menschen, hauptsächlich Rentnerinnen, von Unterversorgung betroffen. Erst gegen Ende der 80er, Anfang der 90er Jahre etablierte sich der Begriff der „Infantilisierung der Armut“ (Richard Hauser), weil inzwischen junge Menschen zu der am häufigsten und am stärksten von Armut bedrohten Altersgruppe geworden waren.

Hinzu kommt zweitens, dass unser Armutsbild weiterhin von absoluter Not und Elend in den Entwicklungsländern geprägt ist, was viele Bürger und Bürgerinnen daran hindert, Kinderarmut „vor der eigenen Haustür“ auch nur zu erkennen. Außerdem glauben viele irrtümlicherweise, Kinderarmut in Kiel oder Konstanz sei weniger problematisch als jene in Kalkutta. Dabei kann Armut in vermeintlichen Überflussgesellschaften sogar erniedrigender und bedrückender sein, weil vor allem Kinder und Jugendliche neben spürbarer materieller Not einem massiven Druck der Werbeindustrie ausgeliefert sind. Diese suggeriert ihnen, nur durch das Tragen teurer Markenkleidung oder den Besitz hochwertiger Konsumgüter mit ihren Spielkameraden und Mitschülerinnen „mithalten“ zu können.

Empathie und Solidarität erfahren von Armut betroffene Kinder deshalb bei uns oft in einem geringeren Maße, als dies in Regionen der Fall ist, wo kaum jemand ein großes Vermögen besitzt. Gerade Politiker reden das Problem der Kinderarmut gern durch schiefe Vergleiche schön. Typisch dafür ist etwa eine Äußerung jüngeren Datums von Altkanzler Helmut Schmidt: „Manches, was man heute als Armut beklagt, wäre in meiner Kindheit beinahe kleinbürgerlicher Wohlstand gewesen.“2]

Drittens sind jedoch sogar Erzieher, Lehrerinnen und andere Pädagogen aufgrund ihrer Mittelschichtzugehörigkeit manchmal nicht in der Lage, die Probleme von Kindern aus Unterschichtfamilien zu erkennen, die in einem anderen, weniger bürgerlich geprägten Stadtteil oder einem „sozialen Brennpunkt“ wohnen. Ein vierter und maßgeblicher Grund, warum Armut bis heute leicht „übersehen“ wird, liegt schließlich in dem jahrhundertealten Versuch, die Schuld dafür den Betroffenen in die Schuhe zu schieben, welche „faul“ seien, „saufen“ oder „nicht mit Geld umgehen“ könnten.

Armut löst in einem Land, das von seinen Meinungsführern immer noch gern als „nivellierte Mittelstandsgesellschaft“ (Helmut Schelsky) mit möglichem „Fahrstuhl-Effekt“ (Ulrich Beck) nach oben gesehen wird (obwohl diese Konzepte aus den 50er bzw. 80er Jahren stammen), bis heute ideologisch motivierte Abwehrreflexe aus: Regelmäßig wird der einzelne Betroffene für seine Misere verantwortlich gemacht. Im Grunde erwartet man von den Armen, dass sie sich nach der Münchhausen- Methode „am eigenen Schopf“ aus ihrer Lage herausziehen, und ignoriert dabei, dass es dafür sinnvoller Angebote der Sozial-, Arbeitsmarkt- und Beschäftigungspolitik bedarf, die es jedoch immer weniger gibt.

Mit der Armut und den Armen hat deshalb bis heute eigentlich kaum jemand gern zu tun, weil selbst der Umgang mit dem Thema stigmatisiert und die Betroffenen nach ihren negativen Erfahrungen eher selten zu denjenigen Menschen gehören, denen ihr offenes Wesen Freunde und Sympathie einbringt.

Vom Tabu- zum Modethema

Dennoch avancierte Kinderarmut in jüngster Zeit von einem Tabu- fast zu einem Modethema, das immer wieder Schlagzeilen macht. Der Grund dafür liegt auf der Hand: Im Gegensatz zu arbeitslosen Erwachsenen oder gar Bettlern und Obdachlosen gelten Kinder (noch immer) als „würdige Arme“. Man kann ihnen schließlich persönlich die Verantwortung an ihrer Not schlecht zuweisen, sondern blickt eher auf die gesellschaftlichen Verhältnisse. Besonders alarmierend wirkten deshalb Meldungen, wonach von den 11,44 Millionen Kindern unter 15 Jahren im März 2007 fast 1,93 Millionen in Hartz-IV-Haushalten lebten. Zählt man die übrigen Betroffenen hinzu und berücksichtigt zudem die so genannte Dunkelziffer – das heißt die Zahl der eigentlich Anspruchsberechtigten, die aus Unwissenheit, Scham oder anderen Gründen keinen Antrag auf Sozialhilfe bzw. Arbeitslosengeld II stellen –, leben etwa 2,8 bis 3 Millionen Kinder auf oder unter dem Sozialhilfeniveau, also ungefähr jedes vierte Kind dieses Alters.3] Verschärft wird das Problem noch durch regionale Disparitäten (Ost-West und Nord-Süd-Gefälle).4] So kamen in Görlitz 44,1 Prozent aller Kinder unter 15 Jahren aus Hartz-IV-Haushalten, während es im bayerischen Starnberg nur 3,9 Prozent waren. Aber auch in der westdeutschen Großstadt Bremen gibt es Ortsteile, in denen über 60 Prozent aller Kinder zu den Sozialgeldbeziehern gehören und damit schon „von Hause aus“ über geringe Bildungschancen und berufliche Perspektiven verfügen. Immer wahrscheinlicher wird deshalb, dass sich Armut „sozial vererbt“ und intergenerationell verfestigt.5]

Auf dem Höhepunkt des Konjunkturaufschwungs im Frühjahr 2007 sank zwar die Arbeitslosigkeit, die Armut von Kindern nahm jedoch weiter zu. Gleichwohl haben sich Fachwissenschaft, Massenmedien und etablierte Parteien bis heute nicht ernsthaft mit dem Problem auseinander gesetzt, dass ein zunehmender Teil der Bevölkerung sozialer Exklusion unterliegt, während eine Minderheit immer größeren Reichtum anhäuft, unter maßgeblicher Beteiligung der Regierungspolitik (Senkung der Gewinnsteuern, Entlastung der Unternehmen, Steuergeschenke an Kapitaleigentümer). Es passt ins Bild, dass die Große Koalition erst kürzlich beschlossen hat, den Kindern großer Familienunternehmer (wie etwa Albrecht, Burda, Oetker oder Quandt) unter bestimmten Voraussetzungen die Erbschaftsteuer auf 85 Prozent des Betriebsvermögens zu erlassen. Dagegen werden Hartz-IV-Familien besonders hart von jeder Erhöhung der Mehrwertsteuer getroffen, weil sie ihr gesamtes Einkommen in den Alltagskonsum stecken müssen. Hier liegt denn auch eine der Hauptursachen für die sich vertiefende Kluft zwischen Arm und Reich. Von dieser sozialen Spaltung gehen akute Gefahren für den inneren Frieden und die Zukunftsfähigkeit der Gesellschaft aus.

Die ideologische Entsorgung der Armut

In der öffentlichen Diskussion wie in der Fachliteratur werden Ursache und Auslöser von Kinderarmut allerdings nach wie vor häufig verwechselt. Während strukturelle Zusammenhänge und gesellschaftliche Verhältnisse, unter denen Menschen leben und Kinder aufwachsen müssen, die Voraussetzungen für Pauperisierungs- und soziale Polarisierungsprozesse bilden, wird die konkrete Verarmung erst durch bestimmte Ereignisse ausgelöst oder gelangt durch diese voll zur Wirkung. Dadurch entsteht der Eindruck, als sei der Tod des Familienernährers oder die Trennung vom (Ehe-)Partner schuld an der Kinderarmut. Dabei wird jedoch übersehen, dass die Eltern oder der/die Alleinerziehende in aller Regel bereits vor dem betreffenden Schicksalsschlag sozial unzureichend gesichert waren. Auch die neuerdings insbesondere in konservativen Kreisen lautstark reklamierte fehlende oder mangelhafte (Schul-)Bildung ist meist nur der Auslöser, aber nicht die Ursache materieller Not. Obgleich Bildung unersetzlich für das Wohlergehen sozial benachteiligter Kinder wie auch für die Entwicklung ihrer Persönlichkeit ist und ihr Fehlen die Armut potenziert und zementiert, eignen sich Bildung und Kultur keineswegs als Wunderwaffe im Kampf gegen die Kinderarmut.

Im Gegenteil: So wichtig bessere Bildungs- und Kulturangebote nicht nur für Kinder aus Familien mit Migrationshintergrund wären, so wenig können sie allein das gesellschaftliche Problem der Armut lösen. Denn was zum individuellen Aufstieg taugen mag, versagt als gesellschaftliches Patentrezept. Wenn alle Kinder über mehr Bildung verfügten, würden sie vermutlich um die wenigen Ausbildungs- und Arbeitsplätze nur auf einem höheren Niveau, aber nicht mit besseren Chancen konkurrieren. Folglich gäbe es am Ende wieder mehr Taxifahrer mit Abitur und abgeschlossenem Hochschulstudium, aber kaum weniger Armut. Eine bessere Ausbildung erhöht zwar die individuelle Konkurrenzfähigkeit eines Heranwachsenden auf dem Arbeitsmarkt, ohne jedoch Erwerbslosigkeit und Kinderarmut als gesellschaftliche Phänomene zu beseitigen. Hierzu bedarf es nach wie vor der Umverteilung von Arbeit, Einkommen und Vermögen, was die eigentlichen Nutznießer der anhaltenden Verteilungsschieflage aus naheliegenden Gründen nicht gern hören.

Armutsphänomene, Mangelerscheinungen und soziale Bedürftigkeit sind nichts Neues, sondern so alt wie die Menschheit selbst. Und auch die Kinderarmut als besonders subtile Form der Ausgrenzung und der strukturellen Gewalt gegenüber den schwächsten Gesellschaftsmitgliedern gibt es keineswegs erst seit kurzem. In einer Hochleistungsgesellschaft wie der unsrigen, die Leistung geradezu glorifiziert und mit Gehaltszulagen oder Lohnsteigerungen prämiert, ist Armut jedoch höchst funktional. Armut verkörpert nämlich nur das Pendant dessen, was der Tüchtigere und daher Erfolgreiche in des Wortes doppelter Bedeutung „verdient“. Armut ist mithin kein „Betriebsunfall“ des Globalisierungsprozesses, sondern konstitutiver Bestandteil einer kapitalistischen Marktwirtschaft. Bei der gegenwärtigen neoliberalen Restrukturierung aller Lebensbereiche nach dem Muster des Marktes fungiert Armut als willkommenes Disziplinierungsinstrument und sozialer Platzanweiser, während gleichzeitig materieller Wohlstand und privater Reichtum ein geeignetes Lockmittel bilden, das die „Leistungsträger“ zu besonderen Anstrengungen motivieren soll.6] Dass dabei immer mehr Kinder auf der Strecke bleiben, ist insofern nur ein ganz alltäglicher Kollateralschaden der kapitalistischen „Normalität“. (HDH)

Der Beitrag stammt aus der Dezemberausgabe der renommierten politischen Monatszeitschrift "Blätter für deutsche und internationale Politik" (www.blaetter.de).

Online-Flyer Nr. 129 vom 16.01.2008
http://www.nrhz.de/flyer/beitrag.php?id=11957

HOFFNUNG IST DER IRRSINNIGE GLAUBE AN DAS UNMÖGLICHE
E-Mail an MAUS senden
Auf diesen Beitrag antworten Zitatantwort auf diesen Beitrag erstellen Diesen Beitrag editieren/löschen

MAUS

Too old to die young

images/avatars/avatar-16.jpg


30.01.2008 10:49 Diesen Beitrag einem Moderator melden Zum Anfang der Seite springen

Arbeit und Soziales
Widerstand gegen Verwaltungsterror vorerst erfolgreich
Klagen lohnt sich
Von Hans-Dieter Hey


Seit Julie Engel aus Hamburg Hartz IV bekommt, fragt sie sich, was sie diesem Land nur angetan hat, denn sie hat sich nichts vorzuwerfen. Seit zwei Jahren wird sie von der Hamburger ARGE traktiert, ihre Kosten für die Wohnung zu senken oder umzuziehen. Den „Stiefeltretern" in der Verwaltung kam es dabei offensichtlich auf die gültige Rechtslage nicht so sehr an. Nun ist Julie Engel krank und vielleicht erwerbsgemindert.

Bei „Steinway & Sons" – erinnert sich die im Grunde lebenslustige 50jährige gern – habe sie Musikalienhändlerin gelernt. In guten Zeiten sei sie noch mit begeistertem Herzen und vollem Engagement in ihrem Beruf tätig gewesen. In der letzten Firma immerhin 21 Jahre lang, das schaffe kaum noch jemand. Denn heute sei man „ratz fatz" draußen. Dann – 2001 – war auch für sie Schluss, als die Pleite kam.

Seit 18 Jahren ist ihr Stadtteil ihre Heimat, dort hat sie ihr soziales Umfeld. In der 59- Quadratmeter- Wohnung mit zwei Zimmern wohnt sie seit 12 Jahren und fühlt sich dort wohl. Das sollte sich nach der Vorstellung der ARGE Hamburg bald ändern. Im März 2006 erhielt Julie Engel ein unfreundliches Schreiben mit der Aufforderung, die Mietkosten zu senken. Notfalls auch durch Umzug.

Die 59 Quadratmeter seien für eine Person zu viel, der Gesetzgeber gewähre ihr nach den Hartz-Regelungen nur 45 Quadratmeter. Doch ob es diese Wohnungen in Hamburg überhaupt gibt und ob sie zudem frei sind, hat die ARGE in keiner Weise interessiert. Auch zu teuer sei die Wohnung. Man würde ihr nur die gesetzlich vorgesehen 318 Euro im Monat gewähren. Wer den Mietspiegel von Hamburg kennt, weiß: Dafür bekommt man allenfalls 25 Quadratmeter Wohnung – und auch die gibt es am Markt selten genug. Sie solle trotzdem gefälligst auf Wohnungssuche gehen und die Erfolge oder Misserfolge dieser Suche der Arbeitsagentur nachweisen. Die Kosten für diese Suche müsse sie aber aus der Regelleistung selbst bezahlen.

Der Realitätsverlust der Hamburger ARGE gipfelte darin, dass Julie Engel ohne weitere individuelle Prüfung des Sachverhalts der Lebensunterhalt um den vermeintlich überhöhten Mietanteil auf 285 Euro heruntergekürzt wurde. Ihr blieben nur noch 9,50 Euro am Tag für Ernährung, Getränke, Strom, Kleidung, Fahrtkosten, Telefon, Reparaturen, Neubeschaffung, Renovierung, Bewerbungen, Kontogebühren usw. Selbst dass ihr Vermieter die Miete um 33 Euro pro Monat senken wollte, um sie als Mieterin nach so langer Zeit zu behalten, interessierte die hartherzigen Verwaltungstäter der Hamburger ARGE wenig. Der Streit in der Sache, wegen der ganze Ämter und Gerichte jahrelang bemüht werden, geht um 45,79 Euro. Wer den „Blaumilchkanal" von Ephraim Kishon kennt, weiß, wovon hier die Rede ist.

Vielleicht „darf" sie eines Tages in eins der neuen Internierungslager ziehen, wenn eine derzeit im Osten der Republik überlegte Idee bundesweit Schule machen sollte. Dort denkt man sich – nach Auskunft des Spiegel vom 7. Januar – die „Luxusplatte" fürs Existenzminimun aus. Eine Konferenz gab es bereits 1929 – um den Brösencrash vom 24. Oktober herum – mit dem Thema „Die Wohnung für das Existenzminimum", an der auch der Architekt Le Corbusier und der Bauhaus-Gründer Walter Gropius teilnahmen. Na, wer sagt's denn, dass es nicht funktioniert mit dem Luxus in Armut.

Bis dahin hat Julie Engel hoffentlich weiterhin Glück mit der Einschaltung eines Anwalts. Sie klagte, und gehörte damit zu den neuen 80.000 Klägern im Jahr 2006. Von allen Sozialgerichtsprozessen zu Hartz IV waren bisher rund 40 Prozent erfolgreich – vorerst auch der von Julie Engel. Ihre ARGE wurde verdonnert, die komplette Miete bis Februar 2007 zu übernehmen. Doch durch die ganze Aufregung war sie inzwischen psychisch deutlich angeschlagen und empfand die Hartz-IV-Regelungen zusätzlich zu der belastenden Erwerbslosigkeit nur noch als staatlichen Terror. Unterstützung – das heißt Förderung – hatte sie in der Zeit der Arbeitslosigkeit überhaupt nicht erfahren.

Als „Kundin" ihrer ARGE machte sie die inzwischen eingetretenen gesundheitlichen Einschränkungen geltend, denn Umzugsfähigkeit und Erwerbsfähigkeit waren nun deutlich eingeschränkt. Jetzt liegen die Gutachten von zwei Ärzten vor, die eindringlich vor den auftretenden Folgeschäden warnen. Doch ohne dass man auf ihren Zustand Rücksicht nahm, kam bald die nächste Drohung - nämlich dass die ARGE den Unterhalt gänzlich streichen wolle, falls sie die Untersuchung des Ärztlichen Dienstes der Bundesagentur behindere. „Vorgeschobene Gründe" wurden ihr vorgeworfen. Inzwischen sammelten sich bei ihr Berge von Anträgen, Widersprüchen, Bescheiden und Schreiben, die sie nicht gewohnt war und die sie nicht mehr in Ruhe lassen.

Julie Engel stellte sich der amtlichen medizinischen Untersuchung. Doch unbeirrt ging der Hartz-IV-Terror weiter. Während der Ärztliche Dienst der Bundesagentur für sechs Monate Erwerbsunfähigkeit feststellte, bestand ihr persönlicher Ansprechpartner auf vollständiger Erwerbsfähigkeit und Umzugsfähigkeit. Bald war ein erneuter Antrag auf Arbeitslosengeld II fällig. Die amtliche Antwort dürfte nicht überraschen: Ihr wurde erneut die Kürzung der Regelleistung um die vermeintlich zu hohe Miete beschieden – sogar bei erfolgloser Wohnungssuche. Ignoriert hatte die ARGE, dass inzwischen mehrfach in Widersprüchen und Schreiben auf Unzulänglichkeiten und Rechtswidrigkeiten des Verwaltungsverfahrens hingewiesen wurde.

Wer weiß, was aus Julie Engel geworden wäre, hätte sie nicht einen Arbeitslosenhilfe-Verein angesprochen und einen Anwalt eingeschaltet, getreu nach den Worten Berthold Brechts: „Wenn Unrecht zu Recht wird, wird Widerstand zur Pflicht“. Für ein Jahr wird sie nun im Wege eines Deals erst mal in Ruhe gelassen. Denn da – so die ARGE nun – „wäre wohl einiges schief gelaufen”. Dafür solle sie aber ihre Klage zurück nehmen und auf eine Anzeige wegen Körperverletzung und Nötigung verzichten. Der Verwaltungsterror war ja nicht spurlos an ihr vorüber gegangen. Wir werden demnächst weiter über Julie Engel berichten, denn sie ist kein Einzelfall. Hamburg ist überall. (HDH)

Online-Flyer Nr. 130 vom 23.01.2008
http://www.nrhz.de/flyer/beitrag.php?id=11988



Gerichtsverfahren wegen Hartz IV-Protest eingestellt
Mannheim (NRhZ/HIV, 28.1.) In Mannheim wurde nach Mitteilung von vergangenen Donnerstag eine Gerichtsverhandlung gegen elf Protestierer eingestellt. Angeklagt waren die elf Hartz-IV-Kritiker, weil sie vor 3 Jahren im Gemeinderat der Stadt Mannheim gegen die Umsetzung der Agenda 2010 protestiert hatten. Von Seiten der Staatsanwaltschaft wurde den Angeklagten Hausfriedensbruch und Nötigung vorgeworfen. Ein Angeklagter muss allerdings - wegen Nötigung - 250 Euro Strafe zahlen. Alle anderen Angeklagten müssen ihre eigenen Anwaltskosten begleichen. Noch im Dezember hatte die Staatsanwaltschaft das Angebot des Richters abgelehnt, wegen Geringfügigkeit das Verfahren einzustellen. Nun stellte sich heraus, dass die Angeklagten zwar keinen Freispruch erringen konnten, das Verfahren jedoch eingestellt worden ist. Die Hartz IV Kritiker werten dies als Erfolg und kündigten an, auch weiterhin gegen die Ungerechtigkeiten der sogenannten Arbeitsmarktreform zu protestieren: "Für uns ist klar, dass wir unseren damaligen Protest gegen Sozialkahlschlag auch heute noch, drei Jahre später, für legitim halten!"

http://www.nrhz.de/flyer/suche.php?resso...ssort_menu=News

HOFFNUNG IST DER IRRSINNIGE GLAUBE AN DAS UNMÖGLICHE
E-Mail an MAUS senden
Auf diesen Beitrag antworten Zitatantwort auf diesen Beitrag erstellen Diesen Beitrag editieren/löschen
Arne Kroger
unregistriert
31.01.2008 02:23 Diesen Beitrag einem Moderator melden Zum Anfang der Seite springen

Hast Du irgendwo noch das AZ zu dem Gerichtsurteil wegen der angemessenen Wohnung dort. 'Ne ähnliche Auseinandersetzung steht mir nämlich auch noch bevor, weil ich ja jetzt erstmal 'ne zu große Wohnung habe bis dass ich den Jungen da aufnehme, der mir zugewiesen wird.

MAUS

Too old to die young

images/avatars/avatar-16.jpg


31.01.2008 08:48 Diesen Beitrag einem Moderator melden Zum Anfang der Seite springen

Ne, sorry, keine Ahnung, aber vielleicht findest Du ja auf folgender Seite brauchbare Infos:
http://www.arbeitslosennetz.de/content/category/1/184/2/

HOFFNUNG IST DER IRRSINNIGE GLAUBE AN DAS UNMÖGLICHE
E-Mail an MAUS senden
Auf diesen Beitrag antworten Zitatantwort auf diesen Beitrag erstellen Diesen Beitrag editieren/löschen
Arne Kroger
unregistriert
01.02.2008 02:06 Diesen Beitrag einem Moderator melden Zum Anfang der Seite springen

Jau, thx, werde ich mal machen. Betrifft aber wohl eh nur maximal noch 4 - 6 Wochen, dann müsste ich eh den neuen Bewohner haben.

MAUS

Too old to die young

images/avatars/avatar-16.jpg


08.02.2008 11:19 Diesen Beitrag einem Moderator melden Zum Anfang der Seite springen

Statistikspielchen auf dem Ruecken der Arbeitslosen
Berlin (NRhZ/DL, 31.1.) Die Arbeitslosenquote stieg im Monat Januar bundesweit um 0,6 Prozentpunkte auf 8,7 Prozent. Zwar sanken die offiziellen Arbeitslosenzahlen im letzten Jahr, aber nur durch geschoente Daten. Ein-Euro-Jobber und Arbeitslose in Weiterbildungsmassnahmen tauchen in der Statistik nicht mehr auf. Nach dem Willen der Koalition sollen in Zukunft auch erwerbsfaehige Hilfsbeduerftige, die ueber 58 Jahre alt sind, seit 12 Monaten Arbeitslosengeld II beziehen und keine Beschaeftigung angeboten bekommen, nicht mehr als erwerbslos gelten und ab 63 Jahren sogar zwangsverrentet werden. „Auf diese Weise verfaelscht die schwarz-rote Regierung die tatsaechlichen Verhaeltnisse und wird sich weiterhin Erfolge zuschreiben, die in Wahrheit nur Zahlenspielereien auf dem Ruecken der Betroffenen sind", kommentiert Kornelia Moeller, arbeitsmarktpolitische Sprecherin der Fraktion DIE LINKE die Bekanntgabe der Arbeitslosenzahlen fuer den Monat Januar und erklaert weiter: „Der DGB weist darauf hin, dass der leichte Anstieg bei den Beschaeftigungsverhaeltnissen Aelterer nicht bedeutet, dass mehr Aeltere in Arbeit gekommen seien. Vielmehr ist er darauf zurueckzufuehren, dass geburtenstarke Jahrgaenge, die bereits Arbeit haben, aelter werden. Tatsache bleibt, dass durchschnittlich nur 30 Prozent der 60 bis 64-Jaehrigen einer Erwerbsarbeit nachgehen. All diese Schoenfaerbereien und Verschleierungen sind nicht akzeptabel! Noetig sind vielmehr echte Verbesserungen fuer erwerbslose Menschen, mehr Rechte fuer Arbeitnehmer und ein Mindestlohn von 8 Euro 44 plus x."

Originalseite:
http://www.nrhz.de/flyer/suche.php?resso...ssort_menu=News

HOFFNUNG IST DER IRRSINNIGE GLAUBE AN DAS UNMÖGLICHE
E-Mail an MAUS senden
Auf diesen Beitrag antworten Zitatantwort auf diesen Beitrag erstellen Diesen Beitrag editieren/löschen
Arne Kroger
unregistriert
09.02.2008 00:43 Diesen Beitrag einem Moderator melden Zum Anfang der Seite springen

Goil, da ich ja diesen Monat 100 € von den 347 € selbst von der Miete aufbringen muss, empfiehlt mir die Gemeinde hier, sparsam mit dem Geld umzugehen. Tja, RWE und Telekom, wenn Ihr meint, Ihr seht diesen Monat einen Pfennig von mir angesichts dieses Bescheides, dann habt Ihr Euch geschnitten.
Die bekommen alle mitgeteilt, dass ich die Aufforderung habe, vorläufig nix zu zahlen. (sparsamer Umgang!) Zunge raus
Leberkrebs
unregistriert
10.02.2008 01:53 Diesen Beitrag einem Moderator melden Zum Anfang der Seite springen

Wasist denn mit Deinem Internetzugang Arne? Telekom? Oder sonst auch nicht bezahlt? Dann dürfen wir uns auf Deine baldige Zugangs-Sperre einstellen?
Arne Kroger
unregistriert
10.02.2008 03:17 Diesen Beitrag einem Moderator melden Zum Anfang der Seite springen

Och, da gibt es so Tricks, wie man die vertrösten kann. Mit Reklamationen und ähnliches, außerdem kann man den Anbieter wechseln zur Not.

Karim




13.02.2008 19:01 Diesen Beitrag einem Moderator melden Zum Anfang der Seite springen

Die Hetze geht weiter:


Arbeitsvermittler klagen an - Wir werden jeden Tag belogen und betrogen!

Berlin – Deutschlands Jobvermittler stöhnen über die fadenscheinigen Ausreden von Hartz-IV-Empfängern! Zu viele wollen gar keine Arbeit, lassen Jobangebote und Beratungsgespräche mit plumpen Begründungen einfach sausen.

Jetzt reden drei Arbeitsvermittler Klartext! Melanie F., Volker H. und Dieter M.* arbeiten in einem Jobcenter in Berlin, das für 50 000 Arbeitslose zuständig ist. Aus Angst vor Übergriffen wollen sie nicht mit ihren echten Namen genannt werden.

Volker H.: „Ich weiß nicht mehr, ob ich lachen oder weinen soll. Vielen Arbeitslosen ist wirklich keine Ausrede zu plump.“ Arbeitsvermittler Dieter M.: „Wir werden jeden Tag belogen!“

BILD dokumentiert die schlimmsten Ausreden der Arbeitslosen:

• „Eine Silvesterrakete ist in meine Wohnung geflogen und hat den Bescheid verbrannt.“
• „Ich musste mit meiner Mutter zur Entbindung meines Bruders.“
• „Ich hatte keine passende Hose zu Hause, konnte nicht kommen.“
• „Mir fehlte das Kleingeld für den Parkschein!“
• „Ich habe Ratten im Bad, der Kammerjäger musste kommen.“
• „Ich habe keinen Zettel und keinen Stift zu Hause!“
• „In meinem neuen Handy war der Termin noch nicht gespeichert.“
• „Meine Haustür war zugefallen und ich musste auf den Schlüsseldienst warten.“
• „Mein Hund hat die Unterlagen aufgefressen.“
• „Meine Freundin hat den Bescheid in die Waschmaschine gesteckt.“
• „Ich musste mit meiner Katze zum Tierarzt. Das hat den ganzen Tag gedauert.“
• „Der Postbote ist tagelang nicht vorbeigekommen.“ big grins

Vermittlerin Melanie F. klagt: „Viele Kunden behaupten, kein Geld zu haben, spielen auf dem Flur aber mit teuren Videokonsolen, telefonieren mit den modernsten Handys.“ Und weiter: „Es gibt eine Mitwirkungspflicht der Hartz-IV-Empfänger, doch der kommen die meisten nicht nach. Wenn wir dann Leistungen kürzen, werden viele auch noch frech.“

Die Arbeit ist etwas Unnatürliches. Die Faulheit allein ist göttlich.

Anatole France
16.04.1844 - 12.10.1924
----------------------------------------------------

"This doesn´t happen to fucking synthesizers." (Midge Ure beim Konzert in Augsburg am 16.10.05 nachdem ihm eine Gitarrensaite gerissen ist).
E-Mail an Karim senden
Auf diesen Beitrag antworten Zitatantwort auf diesen Beitrag erstellen Diesen Beitrag editieren/löschen
dian
unregistriert
13.02.2008 19:39 Diesen Beitrag einem Moderator melden Zum Anfang der Seite springen

Das Schlimme daran ist, dass sich die BILD gar nicht mal besonders anzustrengen braucht, den Lesern ihre Propaganda in die Köpfe zu stopfen.
In etwa so, wie die BILD das immer darstellt, denkt doch im Prinzip ohnehin fast jeder, der eine Arbeit hat, über diejenigen, die keine haben.
In der ehemaligen Sowjetunion oder der DDR war das übrigens auch nicht anders, auch wenn die dort weder Kapitalismus noch Neoliberalismus hatten. Wer sich da hingestellt hat und gesagt hat: "Ach nö, Genossen, ich hab heute keine Lust zu arbeiten, und mein Parteibuch hat leider der Hund gefressen.", dem ist man dort auch nicht unbedingt mit großem Wohlgefallen begegnet. großes Grinsen
Das soll jetzt die Hetze des elenden Schmierblattes natürlich in keinster Weise entschuldigen. Ich wollte nur mal darauf hingewiesen haben, dass diese "Wer nichts arbeitet, ist auch nichts wert"-Mentalität länder- und parteienübergreifend zu finden ist, und nicht nur in den Köpfen irgendwelcher BILD-lesender Stammtischproleten.
Hansi
unregistriert
13.02.2008 20:24 Diesen Beitrag einem Moderator melden Zum Anfang der Seite springen

Ach das war ein BLÖD-Artikel, danke @Dian, dass hab ich nur durch die geschnallt. Als ich den Text von Karim las, hielt ich es für eine Satire. Ach das war tatsächlich ernst gemeint totlachen . Ich finde es hätte auf die Witz-Seite gepasst.

Am kreativsten finde ich:

• „Ich musste mit meiner Mutter zur Entbindung meines Bruders.“
• „In meinem neuen Handy war der Termin noch nicht gespeichert.“ und natürlich,
• „Der Postbote ist tagelang nicht vorbeigekommen.“ großes Grinsen

Karim




13.02.2008 23:17 Diesen Beitrag einem Moderator melden Zum Anfang der Seite springen

Ja, das liest sich zunächst echt wie Satire. Aber leider ist das bitterer Ernst und geistige Brandstiftung der übelsten Art. Leider kapiert der Großteil der arbeitenden Bevölkerung selber nicht so ganz, dass sie im Prinzip nur 12 Monate von Hartz-IV entfernt sind, sobald sie ihren Job los sind. Stattdessen heulen die auch noch rum, wenn sie dann doch entlassen werden und kriechen ihrem Noch-Arbeitgeber in den Allerwertesten, um noch ein wenig Mitleid erregen zu können, wie bei Nokia gesehen.
In einem anderen Forum habe ich von einer Zeitarbeiterin gelesen, die dort geschrieben hat und sich über andere Leiharbeiter aufgeregt hat, die nur am Rumjammern wären und die Leute es ihr auch nicht gerade einfach machen würde. Statt dass sie sich über die miserablen Arbeitsbedingungen und der schlechten Bezahlung echauviert hat, kroch sie ihrem Arbeitgeber, in dem Fall der Zeitfirma und ihrem Entleiher, virtuell komplett ins Arschloch und stellte sich als die perfekte Arbeitnehmerin dar. Wenn jeder so wäre, hätte auch jeder einen Job und allen würde es gut gehen. Zumindestwardas ihre Logik.
Aus der Kuh sprach der pure Egoismus, Zynismus und Hohn. Und solang der nicht aus den Köpfen raus ist, wird diese ganze Scheiße immer weiter gehen.

Die Arbeit ist etwas Unnatürliches. Die Faulheit allein ist göttlich.

Anatole France
16.04.1844 - 12.10.1924
----------------------------------------------------

"This doesn´t happen to fucking synthesizers." (Midge Ure beim Konzert in Augsburg am 16.10.05 nachdem ihm eine Gitarrensaite gerissen ist).
E-Mail an Karim senden
Auf diesen Beitrag antworten Zitatantwort auf diesen Beitrag erstellen Diesen Beitrag editieren/löschen
Hansi
unregistriert
13.02.2008 23:25 Diesen Beitrag einem Moderator melden Zum Anfang der Seite springen

Ja hab ich doch gesagt. Das müssen noch viel mehr Leute für Satire halten Augenzwinkern . Natürlich ist das alles Propaganda, aber dennoch witzig zu lesen. Das sollte so sein, wie Landser auf Unity-Treffen hören großes Grinsen .
Seiten (14): « erste ... « vorherige 2 3 [4] 5 6 nächste » ... letzte » Baumstruktur | Brettstruktur
Gehe zu:
Neues Thema erstellen Antwort erstellen
Unity-Forum » :: Diskussionen :: » Politik & Gesellschaft » Hartz IV

Schnellantwort
Benutzername:
Überschrift:  
Optionen:




Antworten:

Powered by Burning Board 2.2.2 © 2001-2004 WoltLab GmbH | Impressum