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Zum Ende der Seite springen Anarchie - Mehr als nur Kritik am Staat  
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 RE: Anarchie - Mehr als nur Kritik am Staat komakino 30.06.2009 14:42

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dian
unregistriert
Anarchie - Mehr als nur Kritik am Staat 23.06.2009 18:56 Diesen Beitrag einem Moderator melden Zum Anfang der Seite springen

Da auch hier im Forum die Meinungen zum Thema "Anarchie" ein wenig auseinander gehen, will ich an dieser Stelle nochmal versuchen, meine persönliche Sichtweise darzustellen.

Erinnern wir uns einmal an die Anfangstage des Unity-Projekts. Quaid und die anderen, die schon fast von Anfang an dabei sind, werden mir sicher zustimmen, dass damals eher selten von Anarchie die Rede war.
Ursprünglicher gesellschaftskritischer Ansatz des Forums war vor allem die kritische Auseinandersetzung mit der menschlichen Herdentier-Mentalität, zerstörerischen Gruppendynamiken und dem Lemmingismus.
Und die meines Erachtens dümmste aller Herdentier-Eigenschaften ist es nunmal, fremden Personen zu gehorchen, nur weil diese irgendein Dokument oder einen bestimmten Rang innehaben.
Ich kanns ja noch eher nachvollziehen, wenn man sich einem dominanten Alphatier deshalb anschließt, weil es einen durch körperliche oder geistige Überlegenheit beeindruckt hat. Aber den letzten Witzfiguren Respekt entgegenbringen, nur weil ihre Handlungen von irgendjemandem legitimiert wurden?

Ich betrachte gesellschaftliche Hierarchien weniger als brauchbares Werkzeug, um Ordnung zu schaffen, sondern vielmehr als eine perverse, bürokratisierte Steigerung der Umgangsformen, wie sie in irgendeiner adrenalin-strotzenden Jugendclique oder einer Horde wildlebender Paviane herrschen.
Das Grundprinzip bleibt das gleiche. "Gehorche dem Willen der Alpha-Tiere, oder du wirst von der Gruppe geächtet."
Nun behaupten aber viele, dass es ohne Gesetz und Ordnung nunmal nicht geht... erst recht nicht in einer so unübersichtlichen Gesellschaft wie der heutigen.
Meine Frage hierzu:
Behauptet ihr das auch bei einer Clique randalierender Halbstarker?
Sagt ihr da auch: "Ohne dass sie ihren Leithammeln hinterherrennen und alles tun, was das Alphamännchen verlangt, geht es nunmal nicht?"
Natürlich geht es auch ohne! Die Freundschaften sind sogar noch weitaus intensiver und langlebiger, wenn sie eben nicht auf Mitläufertum oder Unterordnung basieren.
Warum sollte dies also auf der großen gesellschaftlichen Ebene so viel anders sein?
Ich denke, dass es ohne Hierarchien menschlicher zugehen würde, aber durchaus geordnet... denn Ordnung ist eben nicht zwangsläufig mit Hierarchien verbunden. Auch eine Gesellschaft, in der alle die selben Rechte haben, hat eine Ordnung und hat Regeln.. und sei es auch nur die eine Regel, dass sich niemand über seine Mitmenschen stellen darf.

Aber wie gesagt, das ist in meiner Definition nur ein Teilbereich dessen, was Anarchie bedeutet.
Es geht ausdrücklich nicht nur um (bzw. gegen) den Staat. Viele Anarchisten vergessen das auch ein bisschen, wie mir scheint, und konzentrieren sich ausschließlich auf das Feindbild des faschistoiden Staatsapparates.
Ich würde andere Gebiete als fast noch wichtiger bezeichnen... etwa die hierarchischen Strukturen in den Familien oder das Herdenverhalten auf dem Schulhof.
Hier findet die Prägung der Menschen am stärksten statt.
Was in dieser Prägungsphase vermittelt bzw. nicht vermittelt wird, ist das entscheidende. Denn ist der Mensch erstmal geprägt, haben Staat und Gesellschaft im Grunde relativ schlechte Chancen, den ganzen Menschen nochmal komplett umzukrempeln.
Oder anders formuliert:
Aus einem Menschen, der in einem freien Umfeld aufgewachsen ist und sich unmanipuliert entwickeln konnte, machst du im Erwachsenenalter höchstwahrscheinlich keinen bürokratischen Befehlsempfänger mehr.
Im Umkehrschluss kannst du es auch fast komplett vergessen, Menschen im Erwachsenenalter noch über Obrigkeitsgläubigkeit oder ihre Herdentiermentalität aufzuklären, wenn sie von Kindesbeinen an darin trainiert wurden, dem jeweiligen Herdenchef (sei es Papi, dem Lehrer oder den coolen Checkern von nebenan) hinterherzulaufen.

Ich finde, die "anarchistische Bewegung" (falls es sowas überhaupt gibt) sollte diesen persönlichkeitsschädigenden Vorgängen in Elternhaus, Schule oder unter gleichaltrigen Jugendlichen viel mehr Aufmerksamkeit entgegenbringen.
Auch Kampf gegen Faschismus wird meines Erachtens viel zu einseitig nur auf der Straße geführt. Es müssten sich viel mehr Kräfte dort bündeln, wo die Ursache des faschistischen Denkens gelegt wird... in den Familien und auf dem Schulhof.
Der Aufklärung an der Basis, bei den Nachbarn, und insbesondere Hilfsangebote an die Kids, die sich von ihren Eltern, Lehrern oder Mitschülern unter Druck gesetzt fühlen, müssten noch einen viel höheren Stellenwert eingeräumt bekommen, als es momentan der Fall ist.
Das Übel an der Wurzel ausrotten bedeutet, erstmal zu verstehen, wo sich überhaupt die Wurzeln befinden.

Arne Reload



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24.06.2009 04:44 Diesen Beitrag einem Moderator melden Zum Anfang der Seite springen

Naja, zum letzteren weiß ich auch nicht unbedingt. Das müsste man dann mal zumindest untersuchen, ob z.B. ein Kanther besser wegkam bei den Parteispendenaffären als ein Zumwinkel. Und bei ganz kleinen "Fischen" kann eine Steuernachzahlung eben auch schon die Existenz kosten.
Und versuche mal als Arbeitnehmer Steuern zu hinterziehen, z.B. Einkommenstsuer. Das geht gar nicht, weil sie Dir den höchstmöglichen Betrag erst gar nicht auszahlen und Du, im Gegensatz zu einem Unternehmen erst darum betteln musst, etwas von Deinen vorab einbehaltenen Steuern zurückzubekommen.

Insgesamt möchte ich aber etwas davor warnen, diese Schulhofstrukturen von pubertierenden Menschen zu einseitig zu sehen.
Da gibt es eben nicht andauernd das Alphatierchen, was automatisch dauerhaft die gleiche Position hat, sondern diese Position wechselt schon durchaus auch anarchistisch, wenn man so sagen will.
Um eine solche Position in einer Gruppe ausüben zu können, ist zum einen auch dauerhafte Präsenz notwendig und auch eine ganze Menge an körperlicher Stärke und auch sozialer Intelleigenz, um die Gruppenbedürfnisse befiredigen zu können.
Das ist ein gewaltiger Unterschied zu Machtstrukturen, die nur deshalb entstehen, weil sie sich durch Organisationsform etabliert haben.
Also:
Unseren dicken Dorfbullen könnte Manuel, wenn der den mal erwischen würde bei etwas, was er nicht nach Ansicht des Bullen nicht darf, schnell einen in die Eier treten und wegrennen oder fahren. Da kommt der körperlich nicht mehr mit.
Nur: Solange der in einer Organisation mit staatlicher Legitimation untergebracht ist, die nur ihm das Recht, Waffen zu tragen erlaubt und diese Organisation sich dann zusammenschließt und alle gegen einen vorgehen, wird Manuel chancenlos. Das ist ein anderer Herrschaftsfall wie auf dem Schulhof.
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Xoc

lol

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23.06.2009 20:28 Diesen Beitrag einem Moderator melden Zum Anfang der Seite springen

Kleine Gruppen sich nicht mit grossen Gruppen vergleichbar.
Was in kleinen Gruppen wunderbar funktionieren kann, scheitert bei grossen Gruppen, einfach weil nicht mehr jeder jeden kennen kann und deswegen diverse soziale Mechanismen wie Freundschaft nicht mehr zu den gleichen Effekten führen.

Ich denke nicht, dass Hierachien pauschal schlecht sind.
Sinnvolle Hierachien zeichnet meiner Ansicht nach aus, dass sie so flach wie möglich und nur so hoch wie nötig sind.
Was lokal entschieden werden kann, sollte auch lokal entschieden werden. Und nicht von einer übergeordneten Stelle.
Ein anderer wichtiger Punkt ist Verantwortung.
Jeder Position mit Macht muss auch von einer gleich grossen Verantwortung begleitet werden. Das heisst, dass der, der die Entscheidung fällt auch für sie gerade stehen muss. Und im Falle von Machtmissbrauch oder Ineffizenz muss der Entscheidungsträge ausgetauscht und/oder bestraft werden können.
Der letzte Punkt ist Qualifikation. Eine Position sollte vom Qualifziertesten eingenommen werden und nicht vom Machtgeilsten oder vom Sohn.

Die Frage muss also meiner Meinung nach lauten, wie müssen die Hierachien organisiert sei, damit die obrigen Punkte möglichst gut erfüllt sind und die Kontrollmechanismen auch dann greifen, wenn eine gewissen Anzahl von Leuten mit schlechten Absichten oder Dummheit am Werk ist.

"Do you believe in free will?" "I have no choice."
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quaid

their law


23.06.2009 22:09 Diesen Beitrag einem Moderator melden Zum Anfang der Seite springen

dian:
ja, lemming war damals ein großes wort. heute sind wir auf jeden fall elementarer beim diskutieren.
aber anarchistische züge gab es auch damals schon, besonders wenn man andere foren in den vergleich gesetzt hat Augenzwinkern

xoc:
das kann ich schonmal unterschreiben. ich denke da an diese "top-manager", die ein paar fantastilliarden in den sand gesetzt haben, und am ende mit einer millionenschweren abfindung nach hause geschickt wurden; oder an diverse politiker, die bei steueraffären nen klaps aufn hintern und ne geldstrafe bekommen, während 'der kleine bürger' das gefängnis von innen kennenlernen darf.
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quaid

their law


24.06.2009 21:35 Diesen Beitrag einem Moderator melden Zum Anfang der Seite springen

@wave:
Zitat:
Stammtischgesabbel. Zeige mir einen konkreten Fall, in dem ein "kleiner Fisch" wegen nur einmaliger Steuerhinterziehung ins Gefängnis geschickt wurde. Da gibts nämlich keinen.
Dass Reiche und Mächtige durch Beziehungen und Geld viel erreichen steht außer Frage, aber das muss man nicht auch noch in den Bereich der Märchen ausdehnen.

kann sein, dass es stammtischgesabbel ist. aber genauso wenig, wie ich dir ein konkretes beispiel nennen kann, kannst du beweisen, dass es tatsächlich keinen gibt.
es ist nunmal tatsache, dass man als manager/politiker eine dicke abfindung und ein "du, du!" bekommt, wenn man mal so richtig mist baut.
wo ist allein der sinn darin, jemandem, der richtig böse mist gebaut hat, eine abfindung in höhe seiner restlichen bezüge bis vertragsende zahlt? das ist wie "hier hast du das geld, dass du im nächsten jahr verdient hättest, ohne dass du dafür arbeiten musst. und nun senke dein haupt.."
ich müsste jetzt suchen. aber ich habe damals eine seite gesehen, wo beispiele genannt wurden für bemerkenswert milde urteile gegen manager und politiker.
allein schon, dass die sich für vorlesungen eintragen und bezüge dafür kassieren, obwohl sie garnicht dort auftauchen, ist für den "kleinen mann" ein kündigungsgrund.


@liuthari:
Zitat:
Aber dient nicht eben dieses Dokument oder der Rang, ich ergänze das mal z.B. durch die Uniform als Zeichen dafür, dass die Person eine Art Alphatier darstellt und eine Art Überlegenheit besitzt?

mag sein. nur dass zu beginn das alphamännchen eben vorrecht auf futter und weib hatte, mal so ausgedrückt.
heute kann man sich getrost einen konservativen, alten mann vorstellen mit ernstem, in falten gelegten blick, verbittert von was-weiß-ich, der über unzählige soldaten befielt, dessen willen kategorisch gebrochen wird, um sie zum funktionieren zu bewegen. und wenn es sein muss, wandern sie alle in den tod für die vorstellungen des "oberbefehlshabers". so ist es in der vergangenheit oft genug passiert, und genau das taucht in diversen videos von dian auch auf. das hat heutzutage kaum noch etwas mit überlegenheit zu tun.

was die überlegenheit angeht: diverse "hohe tiere" der neuzeit kamen ja überhaupt nur durch connections / glück / geld dort hin, wo sie zeitlebens stehen. wenn man da von überlegenheit spricht, dann in bezug auf die faulheit oder das desinteresse derer, die es diesen leuten nicht gleich tun oder es zumindest versuchen. aber vergleichen würde ich das nicht.

Zitat:
In meinen Augen kann man sich nicht unmanipuliert entwickeln

wie kann man sicher sein, dass diese ansicht nicht aus der tatsache entsteht, dass seit ewigkeiten eine unmanipulierte entwicklung quasi unmöglich ist? kritisiert wird nicht die manipulation an sich bzw. die manipulation durch unveränderbare einflüsse wie die umwelt. ich denke, gemeint ist eher die manipulation durch medien, trends und ähnlichem.
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Xoc

lol

images/avatars/avatar-508.jpg


25.06.2009 00:10 Diesen Beitrag einem Moderator melden Zum Anfang der Seite springen

Zitat:
Original von quaid
kann sein, dass es stammtischgesabbel ist. aber genauso wenig, wie ich dir ein konkretes beispiel nennen kann, kannst du beweisen, dass es tatsächlich keinen gibt.


Die Beweislast liegt sinnvoller Weise immer bei dem, der die Existenzbehauptung aufstellt.

Zitat:
Original von wave
Ich erweitere das mal zu einer Äquivalenz: Auch jeder, der Verantwortung trägt, muss mit ausreichend Macht ausgestattet werden, damit er seiner Verantwortung auch gerecht werden kann. Jemanden auf einen Posten zu setzen und ihm keine Chance zu geben, sein Konzept auch durchzusetzen ist recht ineffizient.


Sinnvolle Erweiterung. Dem kann ich zustimmen. Sonst hat er keine Verantwortung, sondern ist nur ein Sündenbock.

"Do you believe in free will?" "I have no choice."
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wave
unregistriert
23.06.2009 23:35 Diesen Beitrag einem Moderator melden Zum Anfang der Seite springen

Zitat:
Jeder Position mit Macht muss auch von einer gleich grossen Verantwortung begleitet werden. Das heisst, dass der, der die Entscheidung fällt auch für sie gerade stehen muss. Und im Falle von Machtmissbrauch oder Ineffizenz muss der Entscheidungsträge ausgetauscht und/oder bestraft werden können.


Ich erweitere das mal zu einer Äquivalenz: Auch jeder, der Verantwortung trägt, muss mit ausreichend Macht ausgestattet werden, damit er seiner Verantwortung auch gerecht werden kann. Jemanden auf einen Posten zu setzen und ihm keine Chance zu geben, sein Konzept auch durchzusetzen ist recht ineffizient.


Zitat:
ich denke da an diese "top-manager", die ein paar fantastilliarden in den sand gesetzt haben, und am ende mit einer millionenschweren abfindung nach hause geschickt wurden; oder an diverse politiker, die bei steueraffären nen klaps aufn hintern und ne geldstrafe bekommen, während 'der kleine bürger' das gefängnis von innen kennenlernen darf.


Stammtischgesabbel. Zeige mir einen konkreten Fall, in dem ein "kleiner Fisch" wegen nur einmaliger Steuerhinterziehung ins Gefängnis geschickt wurde. Da gibts nämlich keinen.
Dass Reiche und Mächtige durch Beziehungen und Geld viel erreichen steht außer Frage, aber das muss man nicht auch noch in den Bereich der Märchen ausdehnen.

Liuthari




24.06.2009 21:16 Diesen Beitrag einem Moderator melden Zum Anfang der Seite springen

@Dian
Aber dient nicht eben dieses Dokument oder der Rang, ich ergänze das mal z.B. durch die Uniform als Zeichen dafür, dass die Person eine Art Alphatier darstellt und eine Art Überlegenheit besitzt?
Und wenn dem so ist, so sagen Sie es ja fast selber, scheint es in der Regel Sinnvoll dieser Person dann auch in dem Bereich in dem Sie diese Überlegenheit per Gesetzt inne hat zu folgen. Wobei der Grundsatz der „Benutzung des vorhandenen Verstandes“ natürlich nicht ausgeblendet werden soll.
Welche anderen Systeme der Ordnung, außer dem der Hierarchie, schweben Ihnen den vor, die geeignet sind für eine Gesellschaft die aus Millionen Mitgliedern besteht?
Freundschaft ist in meinen Augen auch kein Ordnungssystem, sondern eine positive Beziehung oder Empfindung zwischen zwei Menschen, die sich als Sympathie und Vertrauen zwischen ihnen darstellt, mir ist hier nicht ganz klar wie Freundschaft Ordnung in eine Gesellschaft sicherstellen soll.

In meinen Augen kann man sich nicht unmanipuliert entwickeln, die Entwicklung eines Menschen würde ich neutral als Veränderung in einer bestimmten Zeit durch Interaktion mit seiner Umwelt definieren. Und die Interaktion mit der Umwelt stellt in meinen Augen die Manipulation durch Dieselbe dar. Die bestimmte Zeit würde ich mit der Lebensdauer gleichsetzten und damit ist durch Interaktion mit der Umwelt immer Entwicklung möglich, also auch das Ändern von Anschauungen. Es ist nur Notwendig das die Neue Idee, welche die Alte ersetzen soll muss effektiver sein und man muss in der Lage sein es der Person zu erklären, erkennt Sie einen Vorteil für sich darin dann wird Sie diese Neue Idee dann auch annehmen.
Beim Kampf gegen den Faschismus kann ich Ihnen in allem nur beipflichten.

Liuthari
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Hansi
unregistriert
24.06.2009 21:35 Diesen Beitrag einem Moderator melden Zum Anfang der Seite springen

Seit wann siezen wir uns denn hier? Ich glaube es is völlig ok wenn man sich hier duzt Augenzwinkern . Ansonsten erstmal herzlich willkommen hier.

Liuthari




24.06.2009 22:12 Diesen Beitrag einem Moderator melden Zum Anfang der Seite springen

@quaid

Zu „Beginn“ gab es eine andere Gesellschaftsform eine andere Rechtsform da war es durchaus Recht, dass sich das Alpha Tier nimmt was es will.
Wenn ich unser System richtig verstanden habe, dann hören wir nicht auf den „Alten Mann“ sondern auf das Amt, welches er bekleidet. Und dem Amt sind natürlich Grenzen in der Entscheidung gesetzt. Die Person die dieses Amt bekleidet soll natürlich in den speziellen Grenzen des Amtes überlegen sein und nicht in jeder Lebenslage. Und um das zu gewährleisten gibt es doch entsprechende Kriterien die eine solche Person erfüllen muss.


Zitat von quaid:
„wie kann man sicher sein, dass diese ansicht nicht aus der tatsache entsteht, dass seit ewigkeiten eine unmanipulierte entwicklung quasi unmöglich ist?“

Das geht aus der Definition von Entwicklung hervor, wenn Entwicklung das ist:
„Veränderung in einer bestimmten Zeit durch Interaktion mit seiner Umwelt“

Es gibt also keine Entwicklung ohne Interaktion mit der Umwelt. Wobei ich mit Umwelt in der Tat alles meine was uns umgibt auch Medien, Menschen ect.

@Hansi
Ich danke Ihnen für den Willkommensgruß, Ihnen ist offensichtlich aufgefallen das ich neu hier bin. Ich „siezte“ Sie hier, als Zeichen meiner Achtung und des Respekts vor Ihren Beiträgen. Das ist meiner Interaktion mit der Umwelt geschuldet, also meiner Erziehung. Wobei ich es nicht als Unhöflich empfinde wenn man mich hier „duzt“.
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Hansi
unregistriert
24.06.2009 22:54 Diesen Beitrag einem Moderator melden Zum Anfang der Seite springen

Ich möchte aber bitte nicht gesiezt werden außer von Schlipsaffen und "Autoritäten".

Engel des Süden

Engelskind im Exil

images/avatars/avatar-363.jpg


25.06.2009 02:13 Diesen Beitrag einem Moderator melden Zum Anfang der Seite springen

Zitat:
Original von Hansi
Ich möchte aber bitte nicht gesiezt werden außer von Schlipsaffen und "Autoritäten".


Jeder sollte so sein wie er ist großes Grinsen

Ich finde Liuthari erfrischend Augenzwinkern und als Anarchist darf er mich gerne siezen, wenn er es will .... und da er nicht verlangt das ich ihn sieze ist das ein absolut sinnvoller Zug von ihm das er so ist, wie er ist.

Wenn es Dir partout nicht passt, fühle Dich einfach nicht angesprochen.

Ich finde Inhalte wichtiger, als die Form.

Saludos

Engel des Süden

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Meine Posts erheben keinen Anspruch auf universelles Wissen.
Nimm Dir was Du brauchst,
verwerfe was Du willst.
Finde Deine eigenes Bild und lebe wie DU es willst.
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Arne Reload



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25.06.2009 07:25 Diesen Beitrag einem Moderator melden Zum Anfang der Seite springen

Gesieze hin und geduze her, um mal auf den Inhalt dann auch zu kommen:

Zitat:
Original von Liuthari
@quaid

Zu „Beginn“ gab es eine andere Gesellschaftsform eine andere Rechtsform da war es durchaus Recht, dass sich das Alpha Tier nimmt was es will.
Wenn ich unser System richtig verstanden habe, dann hören wir nicht auf den „Alten Mann“ sondern auf das Amt, welches er bekleidet. Und dem Amt sind natürlich Grenzen in der Entscheidung gesetzt. Die Person die dieses Amt bekleidet soll natürlich in den speziellen Grenzen des Amtes überlegen sein und nicht in jeder Lebenslage. Und um das zu gewährleisten gibt es doch entsprechende Kriterien die eine solche Person erfüllen muss.

.


Das sehe ich leider tausendfach von der Praxis wiederlegt, dass dem Amt irgendwelche Grenzen gesetzt sind. Und wenn es die "natürlichen" sind (Welche sind das?), dann sind sie nicht hilfreich, um bestimmte Ziele zu erreichen, die evtl. nicht "natürlich" sind.
Und auch die Kriterien, die jemand erfüllen muss, sehe ich zumindest so, wie die jetzige Ordnung aufgebaut ist, in keinster Weise. Eher einen Zustand, der eine nachvollziehbare Ordnung auf den Kopf gestellt hat.
Einige Belege oder Beispiele wären mir da ganz lieb, damit ich entsprechende Gegenbelege zu meiner These konkretisieren kann.
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Megapolis
unregistriert
25.06.2009 12:23 Diesen Beitrag einem Moderator melden Zum Anfang der Seite springen

Mir scheint als hätten wir einen neuen Professor hier. Spaß beiseite, nein, ich grüße Sie Liuthari.
Mir persönlich wäre es lieber, wenn Ihre Beiträge nicht so rein wissenschaftlich wären. Da kann man nur schwer abschätzen, was Ihre Meinung darstellt und Sie können mir glauben, dass Wissenschaft zwar großen Nennwert besitzt, die Welt aber von Gefühlen durchzogen ist. Also frage ich Sie einmal völlig labidar: Was fühlen Sie?

Liuthari




27.06.2009 22:03 Diesen Beitrag einem Moderator melden Zum Anfang der Seite springen

@Arne Reload
Das Verständnis, welches ich von unserer Gesellschaft habe geht schon dahin, dass ein Amt zugeschnitten ist für eine Aufgabe und dem entsprechend, dem Amt nicht willkürliche Autorität zukommt, sondern die Autorität in dem Maße, welches Notwendig ist um die Aufgaben des Amtes zu erfüllen. Dem Amt sind also Grenzen gesetzt (weniger natürliche als durch den Menschen, habe ich mich vielleicht unklar Ausgedrückt) durch die Aufgabenerfüllung und in der Moderne durch die Aufgabenteilung.
Sieh mal, zum Beispiel ein Lehrer, wenn er denn Beamter ist, bekleidet ein Amt zu dessen ausübung er bestimmte Rechte und Entscheidungsbefugnisse besitzt und besitzen muss, aber eben keine Allmacht. Und eine Person kann nur in dieses Amt gelangen, wenn sie bestimmte fest definierte Vorraussetzungen mitbringt. Das gleiche gilt doch nun auch für einen Polizisten oder Finanzbeamten oder einen Politiker.

@Megapolis
Ich danke Ihnen für Ihre Kritik und tue mich jetzt aber ein wenig schwer mit Ihrer Frage, was ich denn fühle. Ich für meinen Teil kann Ihre Frage besser beantworten, wenn Sie diese vielleicht konkretisieren, z.B. was fühlen Sie in Bezug auf ..? Ansonsten kann ich Ihnen sagen, dass ich Gefühle wie jeder andere Mensch auch besitze.

@ Engel des Süden

Danke



Liuthari
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Arne Reload



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28.06.2009 05:58 Diesen Beitrag einem Moderator melden Zum Anfang der Seite springen

Okay, bleiben wir bei dem Beispiel eines Lehrers.

Welche Befugnisse sind bei dem eingeschränkt. Zumindest hat er Einfluß auf so elementare Rechte wie die körperliche und psychische Unversehrtheit eines Schülers. Die Schüler, die im qua System zugeordnet sind, sind ihm wehrlos ausgeliefert. Ich sehe da jetzt nicht ganz den Vorteil darin.
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komakino



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30.06.2009 14:42 Diesen Beitrag einem Moderator melden Zum Anfang der Seite springen

Ich kann deine Einstellung nur zu gut nachvollziehen, Dian, gib aber aus rationaler Sicht Xoc recht. Ich denke, wenn wir nicht grad von kleinen Dorfkommunen reden, so sind div. Hierarchien unmöglich zu umgehen. Anarchistischer Aktivismus zeigt sich dann wohl insofern, dass man eben versucht sie jedoch aufs nötigste & eben oberflächlichste zu reduzieren, sodass man immer noch einigermasen "frei" ist. Selbst in Barcelona um '37 herum gab es ja div. Hierarchien, anders könnte man ne Großstadt wohl einfach nicht verwalten..

Schul-Hierarchien denke ich manipulieren einem in Sachen "lemminghaften" Verhaltens garnicht soo sehr, vielmehr aber "brechen" sie einen sodass man sich schlicht einfach nicht traut anitautoritär zu leben / handeln, oder auf div. Arten "auszubrechen", selbst wenn man es sich schon länger wünscht.

Großteil ist wohl auf die Erziehung zurückzuführen.

Und naja, mich stört es nicht nur, wenn man Anarchismus auf die Kritik am Staat reduziert, sondern auch wenn man ihn nur als weiteres politisches Alternativsystem o.Ä. darstellt. Imo hat Anarchist zu sein allerdings weit weniger mit Staats-Hass, vielmehr mit persönlicher Abneigung von Zwangsmechanismen oder unaufrichtigem Verhalten zu tun, was ja weniger ein Ideal als eine Art Empfindung/Charaktereigenschaft oder was auch immer ist.
Insofern glaube ich auch, dass man als Anarchist ja auch durchaus 'nen Kommunismus anstreben kann, oder ne "offene Gesellschaft" alá Popper (je nachdem was man aus rationaler sicht eher befürwortet).
Wo ich mir sicher bin ist, dass der Anarchist, als jemand der ja an etwas recht "unmögliches" glaubt, weit mehr erreichen würde (Damit das Mögliche entsteht, muss das Unmögliche versucht werden) als solche Menschen, die keine persönlichen Abneigungen ggüber Dinge wie oben genannt haben (sprich gut klar kommen mit Leitern hochklettern & Leute bescheissen), und somit schneller in Machtmissbrauch, Habgier u.Ä. verfallen würden, auch wenn sie die selbe Idee anstreben (nehmen wir mal die Bolschewiki als Beispiel..).

Kurzum, Anarchismus ist imo mehr 'ne Sache der Ethik, als der politischen Ansichten..

"And manifest the daydream
Like those who fell before
And glorify our small attempts
And hate ourselves no more

Blow words between these sucker's teeth
And bind these panicked hands
Lose your heart like a clumsy bell
Please be well"

-Horses in the Sky
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