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Haste mal Freiheiet?
18.02.2011 03:08 |
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Haste mal Freiheit?
An den Fahrkartenautomat gelehnt
schreit ein Mann, als wäre sein Platz bedroht
die Tüten an, nach denen er sich sehnt
man will nicht sehen, doch man sieht die Not.
Man will nicht riechen, doch es riecht nach Kot.
Man will nur eine Karte und dann weg.
Man wünscht ihn im Gefängnis oder tot.
Man wünscht sich Bahnordner zu diesem Zweck.
Er wünscht sich alle Menschen ins Exil.,
nur einen der sich mit ihm prügeln will
und eine für die Nacht- er wünscht nicht viel.
Noch etwas Schnaps und Wein, er wäre still.
Aber wir leben hier Demokratie,
der Wunsch des Einen ist nicht von Gewicht-
Man trug ihn weg, während er weiter schrie,
er schrie davor schon- es kümmerte nicht.
Am Automat herrscht nun wieder Betrieb,
die braune Spur erinnert an den Mann.
Unsere Freiheit ist so wie ein Sieb,
sie filtert aus, was doch nicht frei sein kann.
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Seien wir realistisch- versuchen wir das Unmögliche!
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Also das errinert mich ein bißchen an geschichten die mir passiert sind. Aber ich find den Text ein bißchen naiv. Was ist daran frei wenn man sich nicht unter kontrolle hat. Also es gut dargestellt das siuch die menschen nicht um einander kümmern sondern die Aparate auf ihn loslässt aber die Geschichte hört zu früh auf. wie geht es weiter mit dem schreier kommt er in ne Ausnüchterungszelle oder gleich in die Psychatrie. Bekommt er hilfe oder wird er weggespert. Ist das auch nötig das er hilfe bekommt oder hat er gerade ne Krise die er selbst überwinden kann. Also das Gedicht prangert einen Mißstand unserer egoistischen Gesellschaft an aber digradiert den Protagonisten nur zu einen Objekt und ist damit nicht besser als der Misstand den es anprangert.
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dian unregistriert
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Also ich finde das Gedicht sehr gelungen... meiner Meinung nach vielleicht sogar dein Bestes, @ Bakunins Bart.
Naivität kann ich hierin auch nicht erkennen, eigentlich ist es doch eher eine gut beobachtete, recht nüchterne Zustandsbeschreibung. Und der Begriff der Freiheit bleibt sehr vage, bietet verschiedene Interpretationsansätze, und führt dadurch bedingt vermutlich auch dazu, dass das Gedicht auf verschiedene Menschen eben recht unterschiedlich wirkt.
Auf jeden Fall danke @Bakunins Bart, dass du mal wieder darauf aufmerksam machst, dass wir hier eine Texte- und Lyrics-Sektion haben. Ich hatte das schon selber ganz vergessen gehabt.
Wäre schön, wenn auch hier in diesem Unterforum mal wieder etwas mehr Leben einkehren würde...
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ah, endlich mal wieder ein gedicht.
4 zeilen in jeder der 5 strophen mit abab-reimform - sowas lese ich am liebsten bei lyrischen texten, weil der lesefluss mir so ideal erscheint.
die reime sind passend und besonders gut gelungen ist der übergang zur 2. strophe.
das vorlesen des gedichtes wäre wohl eher etwas für geübte, da das tempo variiert. die sprachpausen sind nicht immer an derselben stelle, manche wörter müssten sprachlich gestreckt werden um dem tempo der vorzeile gerecht zu werden (so z.b. bei den ersten beiden zeilen). die intonation hingegen erscheint da etwas einfacher.
inhaltlich mag ich die gesellschaftskritik, die recht deutlich heraussticht. es wird ganz klar und richtig beschrieben, wie "man" (also die anderen menschen), der mann selbst als protagonist und jene, die als exekutive dargestellt werden (und den mann wegtragen) reagieren. es würde mich nicht wundern, wenn das eine reale beobachtung war, die hier in gedichtform verewigt wurde.
folgendes ist mir noch unklar:
zeile 2: was für tüten sind gemeint?
zeile 9: ist der punkt hinter "Exil" absicht?
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Mit den Tüten sind EInkaufstüten gemeint. Der Punkt ist nicht Absicht.
Eigentlich ging es mir bei diesem Gedicht vor allem um den Freiheits-Begriff.
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Seien wir realistisch- versuchen wir das Unmögliche!
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