Griechenland: Dringender Aufruf für internationale Solidarität!
21.05.2011 14:33
Genossen und Genossinnen,
Die Absicht dieser Mitteilung ist es euch kurz darüber zu informieren, was in den letzten Tage in Griechenland geschah. Außerdem möchten wir an alle AnarchistInnen weltweit einen internationalen Solidaritätsaufruf richten.
Griechenland ist an derzeit an einem kritischen Wendepunkt angelangt. Viele kritische Veränderungen finden auf gesellschaftlicher sowie politischer und wirtschaftlicher Ebene statt. Die Desintegration und Auflösung eines bislang dominanten Modells von Macht und Ausbeutung ist mehr als offensichtlich, So ist definiert, was allgemein „Krise“ genannt wird.
Was wir jetzt erfahren ist das vollständige Scheitern eines Systems, das nicht mehr länger in der Lage ist den gesellschaftlichen Grundkonsens sicher zu stellen und deshalb einen bedingungslosen Frontalangriff, ohne die typischen offiziellen Erklärungen, erleidet.
Zunächst, zu Beginn dieser Situation, die „Krise“ genannt wurde, bezog sich der Angriff auf die materialistischen Bedingungen. Hierunter fallen z.B. die Entwertung der Arbeit, horizontale Lohnsenkungen, „Flexibilisierung“ der Arbeitsbedingungen, die Institutionalisierung der Unsicherheit, der Preisanstieg bei Konsumgütern und öffentlichen Dienstleistungen sowie Kürzungen bei der Sozialhilfe. Einhergehend mit dem Verkauf öffentlichen Vermögens an private Individuen, einer ausgedehnten Polizeipräsenz auf den Straßen, den Auktionen, sowie der Anstieg der Arbeitslosigkeit.
Außerdem, wurde eine beispiellose Propagandattacke lanciert. Die durch Staat und Kapital kontrollierten Massenmedien entfachten eine atemberaubende Zahl von Katastrophenmeldungen und Desasterszenarien und produzieren im Rahmen ihrer Berichterstattung ständig neue „Meilensteine,“ solche wie: „Wenn die Troika nicht die nächste Ratenzahlung der Schulden zustimmt, werden wir auseinanderfallen…“ Mit diesen Strategien, schafft es der kommunikative Mechanismus der Macht kontinuierlich einen Zustand von Terror aufrechtzuerhalten, der die Lähmung der Gesellschaft durch Erpressung bewirkt.
Jedoch hat für einen Teil der griechischen Gesellschaft und des Proletariats der Widerstand niemals aufgehört zu existieren, Von Zeit zu Zeit finden in unterschiedlicher Intensität Generalstreiks statt, an denen sich Menschen beteiligen, die aktiv Widerstand leisten und ihren Willen ausdrücken, gegen die von Staat und Kapital auferlegten Zustände zu kämpfen.
Auf der Generalstreiksdemo am 11. Mai in Athen marschierten abermals Tausende und verliehen ihrer Opposition gegenüber den unsozialen Maßnahmen des griechischen Staates ihre Stimme. (Maßnahmen, die die ArbeiterInnen und die Mehrheit der Menschen betreffen). Während der größte Teil der Protestierenden am Parlament vorbei gegangen und bereits wieder auf dem Rückweg war, griffen die Bullen, ohne provoziert worden zu sein mit sehr großer Brutalität die radikalsten Demoblöcke, von AnarchistInnen und Antiautoritären, Nachbarschaftsversammlungen, Basisgewerkschaften, außerparlamentarische Linke an. Sie schlugen mit beispielloser Rohheit zu und feuerten Unmengen von Tränengas, bis diese Blöcke aufgelöst waren. Mehr als einhundert DemonstrantInnen mussten ins Krankenhaus gebracht werden, einige mussten operiert werden.
Unser Genosse Yannis war der Demonstrant, der sich im Augenblick im kritischsten Gesundheitszustand befindet. Er hatte einen mörderischen Angriff durch die Bullen erlitten, der ein schweres Kopftrauma zur Folge hatte,. Lt. einem später veröffentlichen Bericht wurde Yannis im Zustand des Antimortem (Stadium vor dem Tod) ins Krankenhaus gebracht. Nach Feststellung der Ärzte musst er aufgrund des Umfangs der inneren Blutungen im Kopf sofort operiert werden; er wird seitdem von der Intensivstation intubiert. Sein Zustand ist immer noch kritisch, aber stabil.
Es ist offensichtlich, dass diese mörderischen Angriffe gegen Demonstranten am Mittwoch, den 11. Mai einem einzigen Zweck hatten als all die einzuschüchtern, die gegen die Angriffe von Staat und Kapital Widerstand leisten. Ziel war die Unterwerfung der Leute mit der Botschaft: „Bleibt zu hause, ruhig und diszipliniert.“
An dieser Methode der Herrschenden beteiligen sich immer mehr Rechtsaußen und / oder ihre parastaatlichen Ableger. Der Ausbruch rassistischer Gewalt vervielfacht sich über das ganze Land und erreichte letzte Woche, angesichts eines kaltblütigen Mordes an einen Bewohner im Zentrum von Athen den Höhepunkt.Viele MigrantInnen wurden zum Ziel, ein Pogrom gegen MigrantInnen wurde entfacht. Gruppen organisierter und / oder unabhängiger Faschisten, Rassisten und Anhänger der extremen Rechten griffen Migranten an, verletzten mehrere, während der Tod eines Flüchtlings wohl auch durch sie verursacht wurde. Gleichzeitig griffen Neonazis an der Seite der Polizei auch besetzte Häuser in der Innenstadt ein. Das führte dazu, dass wir AnarchistInnen uns selbst, unter Lebensgefahr gegen Polizei und faschistische Brutalität verteidigen mussten.
Der Ernst der Situation ist deutlich. Seitdem die Gesellschaft einen beispiellosen Angriff auf materielle Dinge erleidet befindet sich die anarchistische Szene, als eine der radikalsten Teile- unter polizeilicher und faschistischer Attacke ( (im wahrsten Sinne des Wortes, wenn man die mörderische rasende Wut dieser Angriffe betrachtet).
Da ist der Grund, warum wir dringend zur internationalen Solidarität aufrufen!
Solidarität war immer eine der besonderen Werte von AnarchistInnen. Wir zählen immer auf Solidarität zur Unterstützung unsere Kampfes, der darin besteht sich gegen die Isolation und die Gefahr eines Rückzugs ins private Leben (gefördert durch die Staatsmacht) sowie die kapitalistischen Zustände von Individuation und den Abbau der kollektiven Idee zu wehren.
Jetzt, wo die griechische Gesellschaft und das Proletariat eine beispiellose Verschlechterung der Lebensbedingung erleidet, jetzt wo AnarchistInnen sich unter solch einer Unterdrückung befinden, die aktuell Dimensionen versuchten Mordes annimmt. Jetzt, wo das anarchistische, politische Umfeld im Visier von staatlicher Gewalt und faschistischer Gefahr steht, rufen wir alle unsere GenossInnen in der ganzen Welt zu Aktionen auf und wir bitten darum solidarisch zu unserem Kampf zu stehen: durch Organisation von Veranstaltungen, Demonstrationen, Märschen, Protesten, dem Verfassen von Texten, durch Worte und Aktionen; Alles, was die GenossInnen am angebrachtesten halten; jeder möglicher Ausdruck der revolutionären Solidarität, den nur Anarchisten kennen und demonstrieren wollen, vitalisiert unseren Geist und stärkt unsere Kämpfe.
The Loathsome mask has fallen the man remains
Sceptreless, free, uncircumscribed, but man
Equal, unclassed, tribless and nationless,
Exempt from awe, worship, degree, the king,
Over himself, just, gentle, wise.
Percy Bysshe Shelley
Indessen ist das gerade wieder der Vorzug der neuen Richtung, dass wir nicht dogmatisch die Welt antizipieren, sondern erst aus der Kritik der alten Welt die neue finden wollen. Karl Marx
In Spanien spielen sich derzeit ähnliche Szenen ab, gerade da es zur Abwechslung mal nicht nur aus einer bestimmten politischen Richtung kommt (rechts oder links) sondern vom gesamten spanischen Volk ausgeht, finde ich es äußerst schade, dass die Medien so gut wie gar nicht darüber berichten, aber da man die Bewegung nicht eindeutig zu einer gruppe von Linken, Rechten oder Islamisten etc. zuordnen kann, scheuen sich scheinbar die Medien darüber zu berichten.
Ich lehne die Grundübereinkunft des Gemeinwesens ab, insbesondere die Überbewertung von Besitz.
“All authority of any kind, especially in the field of thought and understanding, is the most destructive, evil thing. Leaders destroy the followers and followers destroy the leaders. You have to be your own teacher and your own disciple. You have to question everything that man has accepted as valuable, as necessary.”
„Warum siehst du den Splitter im Auge deines Bruders, aber den Balken in deinem Auge bemerkst du nicht?“
Ich habe ein kleines Problem mit Berichterstattungen, die darauf abzielen bestimmte Bewegungen mit aller Gewalt als "ideologiefrei" oder "das ganze Volk umfassend" zu charakterisieren. Letztlich führen solche Zuordnungen nur dazu, einen bestimmten Bereich zu definieren der als legitime Form des Protestes angesehen wird und meist mit mageren Zugeständnisses (wenn überhaupt) abgespeist werden kann.
Natürlich sind Etiketten wie "rechts" und "links" ungenügend um ein polit. Spektrum zu umschreiben, aber das entbindet nicht von der Notwendigkeit, eine Bewegung mit differenziertem kritischem Inhalt zu füllen.
Solange das nicht geschieht, führen solche "Volksbewegungen", so sympathisch sie auch sein mögen, nirgendwo hin.
Griechenland ist hier zur Abwechslung ein schönes Gegenbeispiel mit Potential, weil hier die Spaltung zwischen Staat und Bevölkerung weitaus offensichtlicher und allgemein anerkannter erscheint und insbesondere die anarchistische Bewegung inspirierend einwirkt.
The Loathsome mask has fallen the man remains
Sceptreless, free, uncircumscribed, but man
Equal, unclassed, tribless and nationless,
Exempt from awe, worship, degree, the king,
Over himself, just, gentle, wise.
Percy Bysshe Shelley
Indessen ist das gerade wieder der Vorzug der neuen Richtung, dass wir nicht dogmatisch die Welt antizipieren, sondern erst aus der Kritik der alten Welt die neue finden wollen. Karl Marx
hoffentlich macht das deutsche volk endlich mal die augen auf und schaut sich an was in ihrem land los ist.ich hoffe das es in deutschland auch endlich mal eine reformation gibt denn wenn nicht werden wir alle von der vorgetäuschten demokratie früher oder später getötet
direkte demokratie ist auch scheiße. ich will gar nich wissen was dann für neue gesetze erlassen werden wenn die ganzen bildwähler das direkt wählen können.
demokratie ist auch nur eine weitere form von herrschaft
ich meine freie regierung das es nur so weit regiert wird wie nötig damit keine unterdrückung herrscht .das es zwar gesetze gibt die auch von polizisten oder milizen gesichert werden aber das es keine oberherrschaft gibt
wo ist der unterschied zum heutigen system?
denkst du wirklich diese polizisten würden sich dann (im gegensatz zu den jetzigen polizisten weltweit) auf einmal alle an die gesetze halten?
macht wird IMMER missbraucht. egal wer die macht hat.
gesetze helfen nicht. gesetze helfen dieser gesellschaft doch auch nich. werden kinderschänder durch gesetze davon abgehalten kinder zu missbrauchen? nein!
gesetz lösen nicht die ursache des problems. sie sind nur dafür da die folgen des problems hinter gitter zu sperren sodass die leute nichts mehr davon mitkriegen udn die gesellschaft nicht hinterfragen müssen.
ich würde sagen das es keine monopole geben darf. und wenn es ein monopol gibt, dann für alle die gleichen. es darf das gewaltmonopol nicht beim staat liegen. entweder darf jeder gewalt einsetzen wenn es nötig ist- oder keiner. und wie dann verstöß geregelt werden darf dann auch nicht nur ein alter richter klären, das haben alle betroffenen zu klären.
auch hier muss ne gewaltige bewusstseinsveränderung bei den menschen stattfinden.
freiheit ist das recht alles zu tun was anderen nicht schadet.
das ist alles woran man sich halten muss. wenn sich jemand nicht dran hält müssen die beteiligten klären wieso das passiert ist. aber niemand darf über den anderen richten. die höchststrafe falls jemand wirklich was schlimmes getan hat sollte der ausschluss aus dem kollektiv sein (wo man halt gerade lebt)
Seid mal ehrlich...
Griechenland und die EUdSSR ist doch genau das Gleiche, wie damals Deutschland vor dem Dritten Reich und den so genannten Siegermächten, oder?
stimmt es bringt nichts. sollen wir daraus lernen dass wir sowieso nichts ändern können?
grichenland hat eine völlig andere geschichte. da gab es in den 70ern noch ne militärdiktatur. der großteil der leute HASST die polizei. überhaupt ist das obrigkeitsdenken nicht mal annähernd so stark wie damals in preußen/deutschland.
zudem ist nationalistische szene eher schwach. die antifaschistische jedoch recht groß und durchschlagskräftig.
naja ich könnte noch viel aufzählen aber es bringt nichts überhaupt darüber nachzudenken. wie ich bereits sagte: es liegt an uns wie die zukunft aussehen wird
Ich lehne die Grundübereinkunft des Gemeinwesens ab, insbesondere die Überbewertung von Besitz.
“All authority of any kind, especially in the field of thought and understanding, is the most destructive, evil thing. Leaders destroy the followers and followers destroy the leaders. You have to be your own teacher and your own disciple. You have to question everything that man has accepted as valuable, as necessary.”
„Warum siehst du den Splitter im Auge deines Bruders, aber den Balken in deinem Auge bemerkst du nicht?“
Jetzt steht Griechenland scheinbar doch vor dem Staatsbankrott, was eigentlich unvermeidbar war und früher oder später auch anderen Staaten droht. Ich sehe darin aber auch in aller erster Linie eine gewaltige Chance auf die Griechen zukommen, sich von ihren Herrschern zu befreien und echte Unabhängigkeit zu erlangen. Während deutsche Politiker nur daran denken Banken und Versicherungen zu retten und die griechische Regierung der Bevölkerung weiter neue Sparprogramme auferlegen will, aber nicht mal mehr die Gehälter für Staatsbeamte ab Oktober zahlen kann wächst der Unmut und das Unverständnis in der Bevölkerung. Diese Situation könnte die Griechische Bevölkerung als erstes Volk in der EU dazu veranlassen, sich von seinem Staat zu trennen und eine neue Währung drucken lassen, mit eigenen emissionsrechten und unabhängig von Privatbanken und ohne Zinsen beim Verleih des Geldes zu verlangen versteht sich, um neue Ideen zu entwickeln, die zu einem Fairen Austausch von Waren und Dienstleistungen und einer gleichen Verteilung von Gütern und Vermögen führen und einem gerechteren und sozialen Staats- und Finanzsystem zu gelangen. Es wird der Bevölkerung nichts bringen weiter zu Demonstrieren und zu Fordern, (sie werden ja doch nicht gehört) denn der Staat ist handlungsunfähig und nur eine Marionette des Kapitalistischen Systems, viel mehr müssen sie die Dinge nun selbst in die Hand nehmen und mit ihren eigenen Händen etwas neues schaffen und sich von Autoritäten und Dogmen des Alten Systems befreien.
Was meint ihr? Und wie schätzt ihr die Situation ein, was wird nun geschehen, wenn Griechenland zahlungsunfähig ist und der Staat auch seine Schläger nicht mehr länger finanzieren kann? Werden wir zeugen des ersten Staatsbankrots in der Eurozone und wie wird die Griechische Bevölkerung darauf reagieren. Irgendwie bin ich total aufgeregt zu erleben wie das System nun langsam unter seinen Schulden und Lügengebilden zusammenbricht.
Sehe ich das zu Optimistisch?
Ich lehne die Grundübereinkunft des Gemeinwesens ab, insbesondere die Überbewertung von Besitz.
“All authority of any kind, especially in the field of thought and understanding, is the most destructive, evil thing. Leaders destroy the followers and followers destroy the leaders. You have to be your own teacher and your own disciple. You have to question everything that man has accepted as valuable, as necessary.”
„Warum siehst du den Splitter im Auge deines Bruders, aber den Balken in deinem Auge bemerkst du nicht?“