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Zum Ende der Seite springen Revolte und so  
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quaid

their law


Revolte und so 22.12.2008 12:27 Diesen Beitrag einem Moderator melden Zum Anfang der Seite springen

wie es so ist, komme ich gleich von einem thema zum nächsten.

es wird oft gesellschaftskritik betrieben: zu hohe steuern, zu niedrige oder zu hohe löhne, keine lohnerhöhungen trotz immer teurer werdender lebenshaltungskosten etc.
auch wird immer gesagt: man müsste auf die straße gehen, wie früher.
und auch ist allen klar: die angst verhindert, dass man sich wehrt. die angst, dass man gefeuert wird oder künftig schlechter behandelt.

aber wenn nur genug leute mitmachen würden, dann wäre schnell klar, wer das system überhaupt am laufen hält.
nur mal angenommen, man würde eine bundesweite revolte starten und ein drittel aller einwohner in deutschland machen mit, dann wären jegliche negativen konsequenzen nicht tragbar. entlassungen in derartigen höhen? unwahrscheinlich.

um es mal mit den worten aus fight club zu sagen: wir machen bringen den chefs, die uns wegen einem aufstand entlassen wollten, dass essen. wir beschützen sie vor übergriffen. wir reinigen das wasser, in dem sie sich duschen.
wir arbeiten nicht in dem system, wir sind das system.

ich stelle mir das gut vor. eine demo; alle gehen auf die straße die etwas auszusetzen haben an den o.g. punkten; und da es sicherer ist je mehr mitmachen, spricht sich das ganze wie ein lauffeuer rum. man müsste nur extrem aggressiv werbung machen. bei beliebten videos von youtube, in diversen foren und was uns sonst noch einfallen könnte.

und dann zeig mir einen politiker, dessen personenschützer auch bei dieser demo waren, an dem das ganze spurlos vorbei geht. zeig mir einen betrieb, dem der verlust eines verlorengegangenen arbeitstages absolut nichts ausmacht.
es ist wie bei der deutschen bahn, dort wurde auch auf kosten anderer gestreikt. nur das diesmal wirklich die "dicken und großen" getroffen wären. klingt alles etwas utopisch, ist selbst im schlimmsten fall haben wir immernoch eine anarchie großes Grinsen
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dian
unregistriert
22.12.2008 17:01 Diesen Beitrag einem Moderator melden Zum Anfang der Seite springen

Zitat:
die angst verhindert, dass man sich wehrt. die angst, dass man gefeuert wird oder künftig schlechter behandelt.

Wobei ich gar nicht mal so sicher bin, ob die Angst der Menschen der Hauptgrund ist, dass alles so bleibt, wie es ist.
Das mag sicher bei Leuten zutreffen, die ein eigenes Häuschen und einen guten Job haben... aber der durchschnittliche Hartz4-Empfänger oder gerade ganz junge Leute, die noch gar nichts besitzen, was man ihnen als Repression wegnehmen könnte? (außer ihrem Internetanschluss... großes Grinsen )
Ich versteh nicht, dass aus dieser Richtung nicht viel mehr Protest kommt.
In Griechenland geht es doch auch...

Aber ich denke, das ist kein rein deutsches Problem. Man sagt zwar immer, die Deutschen seien besonders revolutionsresistent... aber wenn man sich mal die USA anschaut, dann sieht man, dass auch dort die Mentalität nicht all zu viel anders zu sein scheint.
Da verspricht der Staat der scheiß Industrie 700 Milliarden (!!) Dollar... nur, damit auch zukünftig alles so beschissen bleiben kann, wie es ist.
Das muss man sich mal vorstellen...
Also wenn ich drei stressige Jobs hätte, nicht mal ne Krankenversicherung, und dann noch Zugang zu automatischen Waffen... und wenn ich dann sowas hören würde von meiner Regierung... hmm... da kann ich mich jedenfalls auch nur wundern, dass es in Amiland so verhältnismäßig ruhig bleibt. (von ein paar einzelnen Amokläufen abgesehen)
Ich meine, mit 700 Milliarden könnte man auch ein richtig vernünftiges Gesundheitssystem installieren, man könnte 700.000 Menschen zu Millionären machen, die ein Leben lang überhaupt nicht mehr arbeiten bräuchten... (hab ich das richtig gerechnet?? Erscheint mir etwas viel... wäre krass, wenn es so wäre...)

Aber zurück nach Deutschland:
Geht mal auf nen Weihnachtsmarkt... oder kauft euch einen Weihnachtsbaum (hab gehört, dass viele dafür zwischen 30 und 40 Euro ausgeben..)
Die Weihnachtsmärkte jedenfalls sind so voll wie eh und je. So schlimm kann die momentane Wirtschaftskrise nun wirklich nicht sein.
Ich glaube, wenn man alle Weihnachtsmärkte verbieten würde, dann hätte man recht schnell ein paar Millionen Menschen auf der Straße, die dagegen demonstrieren würden.
Wenn die USA jetzt im Iran einmarschieren würden, hätten wir auch ganz schnell ganz viele Demonstrationen.
Es gibt Massendemonstrationen gegen konkrete Politikerbeschlüsse...
Massendemonstrationen, um bestimmte umstrittene Entscheidungen zurückzunehmen.
Aber man bringt anscheinend keine Menschenmassen auf die Straße mit der Forderung, dass sich etwas ändern soll, was bisher schon immer so war....
Zumindest in der Erinnerung der heute lebenden Menschen gab es schon immer Kapitalismus (oder sozialistische Zwangsarbeit), es gab schon immer Schulpflicht, Hierarchien und eine Zwei-Klassen-Gesellschaft... selbst in der angeblich klassenfreien DDR.
Ich glaube, die Hemmschwelle, Dinge verändern zu wollen, die sich schon seit Jahrzehnten oder Jahrhunderten in den Köpfen festgesetzt haben, ist ungleich höher als die Hemmschwelle, gegen etwas böses Neues auf die Straße zu gehen.
Das ist das Problem.

quaid

their law


22.12.2008 17:53 Diesen Beitrag einem Moderator melden Zum Anfang der Seite springen

gut, aber wenn man unzufrieden ist, kann man sich auch entschließen, etwas zu ändern.
ich würde es versuchen wollen.

wieviele niedriglöhner gibt es? wieviele zeitarbeiter?
oder noch besser: wieviele sind von der steuerlast und dem erhöhten renteneintrittsalter betroffen? wieviele sehen zu, wie top-manager, die ihre firma fast in den ruin treiben, mit exorbitanten abfindungen nach hause gehen? wieviele sehen zu, wie politiker sich für vorlesungen einschreiben, zu denen sie nicht erscheinen obwohl sie die vergütung kassieren? wieviele sehen politiker, die an ihrer unser aller lage kaum etwas gutes beitragen (von versprechungen mal abgesehen), und trotzdem zwei oder dreifach für ihre rente ausgesorgt haben, während man selbst zu rentenzeiten kaum noch auskommen wird?

stoff für revolte ist jede menge da. man muss die leute nur wieder wachrütteln! denn wer würde den alltag überstehen, ohne all diese dinge zu verdrängen?
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Bakunins Bart




13.01.2009 23:39 Diesen Beitrag einem Moderator melden Zum Anfang der Seite springen

Ich denke das wichtigste ist: Zusammenhänge klarmachen, Strukturen aufbauen, zwischenmenschliche Zusammenhalt stärken.

Denn wenn die perspektivlosen Kiddies auf der Straße begreifen, dass sie im Wesentlichen das gleiche Interesse wie der Fabrikarbeiter haben- wenn der geplagte Schüler wüsste, das was ihn unterdrückt ist dasselbe, dass den Rentner schadet- wenn diese noch den Glauben an die Alternative hätten, bestehende Stukturen auf die sie zurückreifen können ( autonome Zentren, Generationsübergreifende Häuser, Umsonstläden,....)
Dann wäre der wichtigste Schritt getan, der auch in Griechenland nun zu fruchten beginnt.

Seien wir realistisch- versuchen wir das Unmögliche!
E-Mail an Bakunins Bart senden Fügen Sie Bakunins Bart in Ihre Kontaktliste ein
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quaid

their law


18.01.2009 12:11 Diesen Beitrag einem Moderator melden Zum Anfang der Seite springen

ich greif das thema gerne wieder auf.
wie kommt es, dass selbst in den finanzschwächsten zeiten lieber von entlassungen gesprochen werden oder der stilllegung der fabriken und somit der suspendierung der arbeiter, als mal von der abschwächung der übermäßigen gehälter der oberen etagen zu sprechen?

ich hatte es gerade erst wieder vor augen. da werden summen ausgezahlt, die andere im jahr verdienen. ich weiß absolut nicht, wie irgendjemand bei klarem verstand auf die idee kommen kann, jemandem so übermäßig und unverhältnismäßig viel zu bezahlen.
ich weiß nur, dass meiner bescheidenen meinung nach niemand soviel arbeit leisten oder soviel wissen kann, dass er entsprechende beträge auch verdient hätte. man spricht ja immerhin von verdienst! und wenn es jemand verdient hätte, dann bekommt er es nicht. (wahrscheinlich, weil er als leiharbeiter angestellt ist großes Grinsen )

Zitat:
Der finnische Handy-Weltmarktführer Nokia erklärte seine Schließungspläne für das Werk in Bochum mit dem „starken Druck, die Kosten zu senken“. Nokia-Personalchef Juha Äkräs sagte dem Nachrichtenmagazin „Focus“, der Standort Rumänien biete enorme Vorteile. „Dort arbeiten die Menschen für ein Zehntel der deutschen Entgelte“, so Äkräs. „Selbst wenn sich die Löhne in den kommenden Jahren verdoppeln oder verdreifachen, lohnt sich das.“

merkwürdig..da steht garnichts von sklaven, aber das wort kam mir sofort in den sinn. warum arbeitet herr juha äkräs nicht mal für ein zehntel seines lohns, oder kann er sich dann seinen lebensunterhalt nicht mehr leisten? für seinen namen wäre er zu anderen zeiten der geschichte hingerichtet worden.

sicher, es ist die sache der firma, wie die dinge geregelt werden. aber es wäre ebenfalls ein passender anstoß für revolte. ich erinnere dezent an die küchen-szene im restaurant aus dem film "fight club". wir erledigen die arbeit. ohne uns sind selbst die reichsten, erhabendsten menschen nichts.
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quaid

their law


18.01.2009 12:27 Diesen Beitrag einem Moderator melden Zum Anfang der Seite springen

Zitat:
Die deutschen Verbraucher treffen durch ihre Gier nach Billigem selbst die Entscheidungen der Konzerne mit.
solche kommentare sind angesichts der gier der "großen" hinfällig. konkurrenzkampf ist gut und kurbelt die wirtschaft an. aber die wirtschaft findet ja nun schon nicht mehr in deutschland statt.

anbei noch ein foto, dass zwar sehr speziell ist, aber aufdeckt, wie nokia denken will und wirklich denkt.
Dateianhang:
jpg nokia2_DW_Wirtschaf_483496g.jpg (24 KB, 116 mal heruntergeladen)
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Zelder

Spiegel deines Elends

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26.01.2009 05:25 Diesen Beitrag einem Moderator melden Zum Anfang der Seite springen

Ich finde deine Idee sehr sympathisch, quiad. Dass die Welt krank ist, dafür muss man nicht besonders intelligent sein. Auf dieser Ebene könnte man ziemlich einfach Sympathisanten auf seine Seite ziehen.
Das von dir ausgedachte Szenario zeigt zeigt aber auch schon den Kern des Problems, finde ich. Willst du diese Gesellschaft nur zerstören, oder auch verändern und neu aufbauen?
Du hast nichts von Aufbau geschrieben, und ich habe auch keine Idee wie man in einer so großen Revolte überhaupt noch etwas aufbauen will.
Zu viele Einzelne, jeder hat seinen eigenen Grund, dieses System zu hassen. Jeder zerstört es irgendwo anders. Ich glaube kaum, dass sich Hartz-4 Empfänger, Rentner, Arbeitslose und Arbeitssklaven, Ausländer, Schüler, Obdachlose und die ganzen Individualisten wie wir zusammensetzen und dann etwas an dieser Gesellschaft zum positiven verändern können.



"All the people who created traditions, who created countries, who created rules - them fuckers are dead.
Why don't you start your own world while you got the chance?"
Bill Hicks
E-Mail an Zelder senden
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dian
unregistriert
26.01.2009 12:06 Diesen Beitrag einem Moderator melden Zum Anfang der Seite springen

Zitat:
Ich glaube kaum, dass sich Hartz-4 Empfänger, Rentner, Arbeitslose und Arbeitssklaven, Ausländer, Schüler, Obdachlose und die ganzen Individualisten wie wir zusammensetzen und dann etwas an dieser Gesellschaft zum positiven verändern können.

Wie schon an anderer Stelle erwähnt... es fehlt völlig an klassen- und generationsübergreifenden Zusammengehörigkeitsgefühl. Wenn sich die Leute durch mal miteinander verbunden fühlen, dann höchstens noch durch ihre Nationalität oder ihren Fußballverein.
Aber so ein Solidaritätsgefühl a la "Wir Kleinen gegen die bösen Verbrecher da oben" fehlt irgendwie völlig.

Mein Lieblingsbeispiel sind ja immer der typische linksradikale Jugendliche aus gutem Elternhaus, der aufs Gymnasium geht, Punkmusik hört und prinizipiell ausländerfreundlich ist... und der typische Hauptschüler mit Migrationshintergrund, der irgendwelche Soulscheiße hört, von Politik keine Ahnung hat und meist auch noch übel nationalistisch drauf ist, wenn es um sein eigenes Heimatland (Türkei, Albanien, etc.) geht.
Setze zwei so unterschiedliche Typen miteinander in einen Raum, und sie werden sich höchstwahrscheinlich nur anschweigen oder sich über kurz oder lang die Fresse polieren. Sie werden sich NICHT miteinander solidarisieren und erkennen, dass sie gemeinsam mehr bewegen könnten... weil zum gemeinsamen Handeln erstmal auch ein gemeinsames Denken und ein gemeinsames Weltbild gehört.
Das ganze könnte man auch mit Emos und Hoppern machen... sie mögen beide ihre Schule hassen, beide keinen Bock auf die Gesellschaft haben und beide lieber mit ihren Kumpels rumhängen als das zu tun, was die Erwachsenen von ihnen verlangen... sie werden trotzdem nicht genügend Gemeinsamkeiten finden, um sich dauerhaft und langfristig zu vernetzen.

Wichtig wäre also zunächst einmal, diese Barrieren zu überwinden und miteinander ins Gespräch zu kommen.
Das geht aber meines Erachtens nur, wenn man erstmal seine unterschiedliche Prägung überwindet bzw. überhaupt erstmal realisiert, dass man auf bestimmte Weise geprägt worden ist.
Geh mal zu einem türkischen Jung-Gangster hin und erzähl ihm, dass er nur deshalb so auf Gewalt steht, weil er früher immer von seinem Vater verprügelt wurde, und dass er vor allem deshalb was gegen Schwule hat, weil ihm das in der Musik, die er hört, und von seiner konservativen Familie so eingetrichtert wurde.
Der schaut euch vermutlich nur dumm an und haut euch dann eine aufs Maul.
Das soll jetzt aber nicht heißen, dass es nur an denen liegt...
auch die typischen "Linken" tragen schließlich ihren Teil zum mangelnden interkulturellen Verständnis bei. Etwa durch eine Gymnasiastensprache mit verschachtelten Sätzen und ganz vielen Fremdwörtern, die ein normalsterblicher Straßengangster eh nicht versteht... durch ein gewisses elitäres Denken, und nicht zuletzt dadurch, dass man zwar furchtbar ausländerfreundlich und tolerant ist, aber letztlich mit Ausländern, die weder Marx gelesen haben noch sonstwie linksradikal aktiv sind, eigentlich nichts zu tun haben möchte, weil man sie insgeheim (ohne es jemals zugeben zu können) doch nur für primitive Tiere hält.
Ok, ist jetzt vielleicht etwas überspitzt formuliert... aber ich denke, das trifft den Kern des Problems schon ganz gut.
Wir müssen zusammenkommen... und zwar nicht nur mit denen, die eh schon so denken wie wir, sondern vor allem auch mit "Andersgläubigen". Wir müssen zusammenkommen, und dann müsste da auch noch eine beiderseitige Bereitschaft da sein, einander zuzuhören und sich auf die Welt des jeweils anderen einzulassen.

Das wäre zumindest mal der erste Schritt zu einer subkultur-übergreifenden Solidarität unter jungen Leuten.
Da aber letztlich wohl jeder von seiner Prägung und seiner Sicht der Dinge überzeugt ist (sonst hätte er sie ja schließlich nicht), ist die Bereitschaft, sich auf andere Weltanschauungen einzulassen, relativ gering.
Ich selbst schließe mich da auch nicht aus. Meine Bereitschaft, mir von irgendwelchen anderen Menschen, Assis oder Hoppern die Welt erklären zu lassen, geht auch nahezu gegen null.
Nicht zuletzt deshalb hänge ich ja auch am liebsten hier bei der Unity rum... wo man von dem ganzen verblödeten Gesocks einigermaßen verschont bleibt. Andererseits darf man dann von dem Gesocks natürlich auch nicht erwarten, dass es einen ernstnimmt oder auch nur ein kleines bisschen zu verstehen versucht.

quaid

their law


26.01.2009 12:55 Diesen Beitrag einem Moderator melden Zum Anfang der Seite springen

stimmt, ich habe bisher kein wort darüber verloren, wie es weiter gehen sollte.
ich habe da allerdings garnicht so sehr die zerstörung im eigentlichen sinne im auge gehabt. viel mehr dachte ich da an gemeinsame streiks. dass sollte dann natürlich nicht so ablaufen wie bei der deutschen bahn letztes jahr, weil das den konzern nicht weiter kratzt.

aber wo gehen politiker ohne ihre personenschützer hin? was machen supermarktketten ohne ihre angestellten; großhändler ohne lieferanten und manager ohne sekretäre? ich sags euch: sie hören uns zu.

vielleicht sehe ich das ganze zu sehr durch eine rosarote brille. als ob man einfach durch propaganda, wie man es in deutschland ja eh zu gut kennt, die leute aufrütteln und solidarisieren könnte, um letztendlich einen riesigen marsch durch die straßen zu organsieren und die wirtschaft zum stillstand zu bringen, bis die besserstehenden dieser welt (oder erstmal nation) verstehen, dass sie ihre eigenen mitmenschen nicht länger wie maschinen behandeln können.
aber nur vielleicht..
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Seneca
unregistriert
26.01.2009 13:06 Diesen Beitrag einem Moderator melden Zum Anfang der Seite springen

So, nun raffe ich mich mal wieder auf, um euch einen kleinen Dämpfer zu versetzen:

Die Protest- und Revoltbewegung wie ihr sie euch vorstellt, würdet ihr innerhalb von zwei Tagen völlig gegen die Wand fahren mit eurem Konzept und zwar gnadenlos und unaufhaltsam und die Kapitalisten würden sich einen ablachen und das Volk würde sich abwenden. Warum?
Ihr macht einen entscheidenden Denkfehler, indem ihr die Probleme isoliert für sich betrachtet, denn sie sind nicht isoliert, sondern tausendfach miteinander verknüpft!
Anschaulich: Wenn der Hilfsarbeiter 6€ pro Stunde verdient steckt da nicht nur das Problem dahinter, dass der wenig Geld in der Tasche hat, sondern auch das Problem, dass für diese Arbeitsstelle nicht mehr Geld zur Verfügung steht. D.h. wenn man den Lohn auf 9€ erhöht, dann hat der Arbeiter nicht mehr Geld in der Tasche, sondern er wird entlassen! Beispiel eines Bekannten: Kleine Firma mit 90 Mitarbeitern, Chef hat jährlich einen Gewinn von 100000€. Ja, jetzt schreien Quaid und Konsorten "Bonze, Ausbeuter, Mindestlohn blabla". Ich präsentere euch die Rechnung: Selbst wenn der Chef auf ALLE seine Bezüge verzichtet, macht das eine Lohnerhöhung von satten 50Cent pro Stunde, also von 6€ auf 6,50€. Das reicht genauso wenig wie die 6€. Es sind also nicht die Arbeiter die Opfer des Chefs, das wäre viel zu einfach, sondern ALLES INKL CHEF sitzen im Boot des Systems fest.

Noch ein anschauliches Beispiel: Steuersenkung. Ständig wird sie von irgendwelchen Leuten gefordert und ich sage euch: Wer Steuerentlastungen fordert hat null, aber wirklich 0,0 Ahnung von der Materie. Denn das Problem "zu wenig Geld in der Tasche" ist wiederum gekoppelt mit dem Problem "Staatshaushalt". Und nein, die Steuer werden nicht deshalb nicht gesenkt, weil die Politiker Quaid oder jemand anderes ärgern wollen, sondern weil ganz einfach kein Geld da ist, sodass man die Einnahmen senken würde!!


Zusammenfassend: Es muss ein GESAMTKONZEPT her und keine Rumdokterei an einzelnen Kleinproblemen, denn die Lösung eines Einzelproblems verlagert das ganze nur woanders hin. Dies habt ihr offensichtlich genausowenig begriffen, wie die Politik, mit dem Unterschied, dass ihr bei den Lösungsansätzen noch dilettantischer vorgeht.

Oder um es anders zeigen: Nachdem alle Firmenchefs von eurem Revoltenmob brutal hingerichtet und alles, was nach Arbeit riecht zerstört wurde, was antwortet ihr, wenn euch jemand fragt "Wie geht's weiter?"
dian
unregistriert
26.01.2009 13:26 Diesen Beitrag einem Moderator melden Zum Anfang der Seite springen

Also die "Alle Bonzen an die Wand stellen"-Fraktion befindet sich meines Wissens immer noch bei Mind Riot, und nicht hier bei uns. Augenzwinkern

Dass alles miteinander zusammenhängt, und dass es mit einzelnen Herumdoktoreien nicht getan ist, bezweifelt doch überhaupt niemand... und dass der Mindestlohn oder eine Steuersenkung ein Allheilmittel für all unsere Probleme wäre, hat auch niemand behauptet.
Aber wenn du hier ernsthaft sagst: "Und nein, die Steuer werden nicht deshalb nicht gesenkt, weil die Politiker Quaid oder jemand anderes ärgern wollen, sondern weil ganz einfach kein Geld da ist", dann stellst du dich, wie ich finde, etwas zu sehr auf die Seite des Establishments (wie ich überhaupt in letzter Zeit häufiger den Eindruck habe, dass du dich zunehmend zum SPDler bzw. Mainstreamlinken entwickelst.)
Für bestimmte Dinge ist nämlich sehr wohl Geld vorhanden, beispielsweise, um notleidende Banken oder Automobilkonzerne zu unterstützen, oder um irgendwo am anderen Ende der Welt ein bisschen Krieg zu spielen, oder um ein repressives Überwachungssystem aufzubauen, um Millionen unnützer Bürohengste durchzufüttern, etc.
Das Geld wird einfach nur grundsätzlich falsch verteilt. Einfach zu behaupten: "Nö, sorry, ist kein Geld da", ist in etwa so, wie wenn ein Bonze mit teurer Uhr und Diamantring an einem Bettler vorbeigeht und ihm sagt: "Tut mir leid, ich habe leider kein Kleingeld." Es ist schlicht unmoralisch und falsch.
Seneca
unregistriert
26.01.2009 13:58 Diesen Beitrag einem Moderator melden Zum Anfang der Seite springen

Zitat:
Das Geld wird einfach nur grundsätzlich falsch verteilt.


Richtig, aber selbst wenn man das falsch verteilte Geld richtig verteilen würde, würde es nicht reichen, denn es gibt im Verhältnis zu einzelnen "Großaufwendungen" einfach viel zu viele Menschen in Deutschland, auf die man das Geld verteilen müsste. 2,5€ mehr im Jahr nützen niemandem was.


Und ich glaube, dass du mich etwas falsch verstanden hast: Ich rechtfertige und unterstütze das System in keinster Weise. Ich sage nur, dass in einem System nicht alles möglich ist. Deswegen muss man sich entscheiden zwischen:

1. Man findet das System gut, dann muss man es versuchen am laufen zu halten.
2. Man findet das System reformbedürftig, will es aber nicht abschaffen, dann ist man !!GEZWUNGEN!! es so zu reformieren, dass es noch lauffähig ist, denn sonst bricht es ja komplett zusammen.
3. Man findet das System von Grund auf irreparabel schlecht, dann muss man es aufgeben, es einstampfen und entweder ein neues etablieren oder auf ein System verzichten. Punkt 3 hat jedoch zur Bedingung, dass man auch alle Vorteile aufgeben muss, die man dank des Systems evt hat.

Was ihr jedoch versucht, ist eine Mischung aus 2. und 3., indem ihr alle Nachteile grundsätzlich abschaffen wollt, aber den eigenen Hintern weiterhin in den Vorteilen suhlen. Das funktioniert nicht, denn ein System ist an gewisse technisch-organisatorische Bedingungen gekoppelt, damit es funktioniert.

Oder um es mal wieder bildlich zu machen:
Ihr wollt das vollendete Qualitäts-Auto mit 1000€ Neupreis, so klein, dass es in die kleinste Parklücke passt mit Stauraum für einen halben Haushalt, 3 Liter Motor mit 300PS, einen Verbraucht von 3 Litern/100km und vollgepanzert mit einem Leergewicht von 600kg.
Das einzige was ich euch sage, und das ist weder Systemkritik noch Systemverteidigung: Dieses Auto zu konstruieren ist genauso unmöglich, wie ein System zu konstruieren, indem man einerseits komplett frei ist, nichts zahlen muss und keine Verpflichtungen hat, aber andererseits wegen jedem Scheiß zum Staat rennen kann und die Hand aufhalten.
Entweder ganz oder gar nicht oder eben alles halb. Aber nur positives mitnehmen und negatives fernhalten funktioniert nicht.
Seneca
unregistriert
26.01.2009 14:50 Diesen Beitrag einem Moderator melden Zum Anfang der Seite springen

Oder nochmal ein Beispiel: Ihr fordert, dass die Menschen keine Lemminge sind. Sie sollen gebildet sein, selbst denken können, unabhängig etc etc.
Gleichzeitig ist aber die Schule für euch der Bildungsknast, Unterdrückung, Schulpflicht aufhebe, Kindheit genießen, spielen, rumtoben blabla.

Jetzt hätte ich von euch mal gerne das Rezept, mit welchem sich die Faktoren "Analphabet, weil keine Schule" und "Gebildet, selbstständig, unabhängig" vereinbaren lassen, ich bitte um Konzepte.

Engel des Süden

Engelskind im Exil

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26.01.2009 15:00 Diesen Beitrag einem Moderator melden Zum Anfang der Seite springen

In einigen Punkten muss ich Seneca recht geben.

Mit dem jetzigen System:

Steuersenkungen - nicht sinnvoll, bei einer Staatsverschuldung von 1,5 Bill € und mehr, kann man seine Einnahmen nicht senken.
(Chef ich brauch weniger Geld, ich hab mir gerade eine Luxusvilla auf Kredit gekauft)

Mindestlohn - habe ich auch schon geschrieben ist zweischneidig - zum einen stützt es das System, allerdings schützt es auch vor Ausbeutung, wer sich keine Mitarbeiter leisten kann, kann halt keine haben. Und wenn er welche braucht muss er eben die Preise erhöhen, damit er das Geld hat. Und dann passte es auch wieder mit dem Verbraucher, der durch seine "Geiz-ist-geil" Mentalität sich selber den Lohn klaut.

Quaid hat ebenfalls Recht
Die Gier des Kapitals dreht ebenfalls an der selben Spirale

Und Dian hat auch Recht, das vorhandenes und nicht vorhandenes Geld für denkbar dämliche Dinge verwendet wird.

Was kann man daraus folgern: Jede einzelene Position stimmt und es wären Nebelkerzen, wenn man die jetzt gegenseitig zerdiskutiert.
Denn das aufeinandertreffen dieser Punkte potenziert die Problematik und ist in der Gesamtheit Ursache.

Ohne dem jetzigen System:

Ich befürworte ebenfalls einen Systemwechsel, allerdings glaube ich zur zeit nicht daran, das er von aussen erfolgt, weil es da nicht genug potential an Revoluzern mit Konzept gibt großes Grinsen
Ich denke es wird sich von innen (von selbst) zerfetzen, was dann kommt wird dann wieder ein Produkt von Zufällen, Machtgeierei und so sein ...

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Meine Posts erheben keinen Anspruch auf universelles Wissen.
Nimm Dir was Du brauchst,
verwerfe was Du willst.
Finde Deine eigenes Bild und lebe wie DU es willst.
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quaid

their law


26.01.2009 15:12 Diesen Beitrag einem Moderator melden Zum Anfang der Seite springen

seneca:
hast du n studium in der hinsicht vorzuweisen, oder hast du dein wissen durch hörensagen und aus nachrichten erlangt? du trittst hier recht überzeugt auf. aber irgendwie glaube ich dir nicht, dass du deine aussagen bombensicher feststellen kannst.
im übrigen kannste dir deine spitzel á la "quaid und konsorten schreien "bonze,ausbeuter, mindestlohn,blabla" sparen. das ist unterste schublade und alles andere, als konstruktiv.

Zitat:
Wer Steuerentlastungen fordert hat null, aber wirklich 0,0 Ahnung von der Materie

verallgemeinerung inc?
man fordert steuerentlastungen normalerweise nicht permanent und ohne ausgleich. nur wissen die meisten nicht genug über das thema, um genaue vorschläge zum ausgleich zu machen.
letztendlich entsteht der ruf nach steuerentlastung auch nur aus dem wunsch nach mehr geld in der tasche.

Zitat:
weil die Politiker Quaid oder jemand anderes ärgern wollen

du kannst nicht ernsthaft über ein thema diskutieren, und dann mit derart billigen anspielungen daher kommen. das hier ist nicht mein thema, sondern unseres. und ich denke keinesfalls, dass irgendwelche politiker mich ärgern wollen.

Zitat:
"Wie geht's weiter?"

die frage habe ich oben schon beantwortet. ich habe mir bislang noch keine gedanken dazu gemacht, wie es weitergehen könnte. genau genommen steht noch garnichts fest.

Zitat:
Was ihr jedoch versucht,

und hier hast du etwas falsch verstanden. versucht wird hier garnichts. nur diskutiert und ansichten beleuchtet. das erkennst du an wörtern wie "würden" in meinem einleitungstext.

edit: wir diskutieren hier. für dich scheinen wir aber nur der pöbel mit ein und derselben meinung zu sein, den du mit "Ihr" verallgemeinern kannst. da solltest du deine aussagen vielleicht nochmal überdenken.
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Seneca
unregistriert
26.01.2009 15:23 Diesen Beitrag einem Moderator melden Zum Anfang der Seite springen

Wo du schon meinen Diskussionsstil kritisierst @quaid: Ich halte es für einen denkbar schlechten Stil, meine Beiträge, welche eindeutig auf die Sache gemünzt waren und dich und deine Argumentation lediglich als Beispiel verwendet haben, als persönliche Angriffe oder dämliche Anspielungen zu werten. Wenn ich jemanden blöd anlabern wollte, könnte ich das auf der Straße tun, die Leute dort kenne ich nämlich ungefähr genausogut wie dich.

Ich kritisiere euch (also diejenigen, die vor mir gepostet haben) in der Tat, denn ich habe meine Gründe dafür, welche ich denke ich auch dargelegt habe.


Zitat:

seneca:
hast du n studium in der hinsicht vorzuweisen, oder hast du dein wissen durch hörensagen und aus nachrichten erlangt? du trittst hier recht überzeugt auf. aber irgendwie glaube ich dir nicht, dass du deine aussagen bombensicher feststellen kannst.


Wenn ich nicht überzeugt wäre, würde ich auch nicht posten und was ist schon bombensicher?



Zitat:
wir diskutieren hier. für dich scheinen wir aber nur der pöbel mit ein und derselben meinung zu sein, den du mit "Ihr" verallgemeinern kannst. da solltest du deine aussagen vielleicht nochmal überdenken.


Ich denke du weißt genau, dass mit dem "ihr" der relativ einheitiche Tenor meiner Vorposter gemeint war. Wer da herausfällt muss sich ja nicht angesprochen fühlen.
Außerdem seid ihr für mich nicht der Pöbel, aber ihr solltet euch auch über eines klar sein: Das System hat Fehler und man kann es natürlich abschaffen oder verbessern. Die Menschen neigen (und da schließe ich euch ganz bewusst mit ein und mich auch!) aber gerne dazu, Missstände, die nicht systembedingt sind auch auf das System zu schieben, weil das wahnsinnig bequem ist einfach, denn dann muss man keine Mitschuld eingestehen. Und nach dem Umsturz wundert man sich dann, wieso die Probleme nicht verschwunden sind, sondern immer noch da.

quaid

their law


26.01.2009 16:34 Diesen Beitrag einem Moderator melden Zum Anfang der Seite springen

mein stil ist schlecht? du bist doch hier reingekommen wie ein alles-wisser, der uns unwissende aufklären wollte. du warst dir doch sicher, ich wäre der überzeugung die politiker würden mich nicht mögen (oder war es doch eine spitzel?).
und wo ist nun dein diplom in wirtschaftswissenschaft, oder deine sonstigen quellen, dass du uns einen "dämpfer" verpasen musst und sogar mit kleinen rechenbeispielen hilfst?

Zitat:
Beispiel eines Bekannten: Kleine Firma mit 90 Mitarbeitern, Chef hat jährlich einen Gewinn von 100000€. Ja, jetzt schreien Quaid und Konsorten "Bonze, Ausbeuter, Mindestlohn blabla". Ich präsentere euch die Rechnung: Selbst wenn der Chef auf ALLE seine Bezüge verzichtet, macht das eine Lohnerhöhung von satten 50Cent pro Stunde, also von 6€ auf 6,50€. Das reicht genauso wenig wie die 6€.

das hier zum beispiel ist für mich nur hörensagen. oder hast du die buchführung für deinen bekannten übernommen? kannst du so sicher, wie du hier vorhin aufgetreten bist mit deiner rechnung, sicher sein dass dein bekannter sich da nicht rausreden wollte, um seine löhne zu rechtfertigen?
ich möchte fast wetten, dass es mittel und wege gäbe. aber dazu muss man sich damit beschäftigen, und nicht die ganze sache als unmöglich ab tun.


herrschaftsformen ändern hat früher schon funktioniert. aber so weit muss es garnicht gehen. damn, wir sind nichtmal ins detail gegangen hier, weil bis vor kurzem kaum jemand das thema interessiert hat.
was im thread gefehlt hat, sind diskussionsfreudige leute, und keine "dämpfer verpassenden" vorrechner, die sich dann rauswinden, sie meinten ja garnicht alle, und man wisse schon wer gemeint war.

Zitat:
wie ein System zu konstruieren, indem man einerseits komplett frei ist, nichts zahlen muss und keine Verpflichtungen hat, aber andererseits wegen jedem Scheiß zum Staat rennen kann und die Hand aufhalten.

das hat nie jemand gefordert. ich meinerseits fordere besserungen, höchstens. ich kann wie erwähnt keine ausgleiche anbieten, aber ich beteilige mich an der diskussion gerne und zeige auf schwachstellen. da brauche ich immernoch keinen seneca, der mir sagt, "so geht das aber nicht!". sag mir lieber, wie es geht. denn dass es uptopia nicht gibt, wissen wir wohl alle.
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quaid

their law


26.01.2009 17:30 Diesen Beitrag einem Moderator melden Zum Anfang der Seite springen

sorry seneca, ich hab aus versehen deinen beitrag editiert statt zu antworten -.-

im endeffekt habe ich auf deinen beitrag geantwortet, dass wir alle durchaus wissen, dass es immer nachteile geben wird. nur weil wir es noch nicht zur sprache gebracht haben, muss das nicht bedeuten, dass wir der überzeugung sind, es gäbe keine.
aber dann reden wir lieber über diese nachteile, als uns belehren zu lassen, dass wir das thema zu einseitig beleuchten.

im übrigen glaube ich nicht so sehr an das gute im menschen. zumwinkel, der postchef wenn ich mich nicht irre, hat jede menge geringverdiener beschäftigt und selbst in seinem reichtum noch steuern hinterzogen. ich würde ja fast wetten, dass der möglichkeiten unter verschluss gehalten hat, wie man die bezüge der niedriglöhner hätte verbessern können, ohne dem betrieb an die substanz zu gehen.
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dian
unregistriert
26.01.2009 17:38 Diesen Beitrag einem Moderator melden Zum Anfang der Seite springen

Zitat:
sorry seneca, ich hab aus versehen deinen beitrag editiert statt zu antworten

Hehe, das kenne ich. großes Grinsen
Nein, ohne scheiß, nicht dass ihr denkt, wir admins machen das mit Absicht:
Wenn man gerade so im Eifer des Gefechts ist, gerade noch seinen eigenen Post bearbeitet hat und dann auf den nächsten Beitrag antworten will, hat sich das ziemlich schnell... und rückgängig machen ist nicht. Ein falscher Knopfdruck, und der schöne Post ist für immer dahin. Da muss man echt höllisch aufpassen.
Richtig unschön wird das dann allerdings erst für den Leser, der der Diskussion zu folgen versucht und auf einmal gar nichts mehr kapiert...
dian
unregistriert
26.01.2009 18:01 Diesen Beitrag einem Moderator melden Zum Anfang der Seite springen

Aber zurück zum Topic:

@ Seneca:
Zitat:
Das System hat Fehler und man kann es natürlich abschaffen oder verbessern. Die Menschen neigen (und da schließe ich euch ganz bewusst mit ein und mich auch!) aber gerne dazu, Missstände, die nicht systembedingt sind auch auf das System zu schieben, weil das wahnsinnig bequem ist einfach, denn dann muss man keine Mitschuld eingestehen. Und nach dem Umsturz wundert man sich dann, wieso die Probleme nicht verschwunden sind, sondern immer noch da.

Das kommt erst mal ganz darauf an, wie du "System" nun definierst...
wenn du dich nur auf die parlamentarische Demokratie und den Kapitalismus beziehst, ist natürlich definitiv nicht alles die Schuld des Systems.
Erweiterst du den Begriff "System" aber dahingehend, dass auch zwischenmenschliche Beziehungen, die Art, wie Eltern ihre Kinder erziehen, Religion, Medien etc. zum System dazugehören, dann sieht es schon etwas anders aus.
Wenn ich von den äußeren Umständen bzw. der Gesellschaft rede, meine ich damit in der Regel nicht nur die Wirtschafts- und Staatsform, sondern eben auch alles andere, was zur Prägung eines Menschen und dem Aufwachsen in dieser hierarchisch organisierten Welt dazugehört. Und ich denke schon, dass das so ziemlich der Hauptgrund für die derzeitigen Probleme ist.

Den Vorwurf, alles aufs System zu schieben, müsstest du außerdem in erster Linie mal diversen etablierten linken Parteien und Organisationen machen, die sich ja wirklich zu großen Teilen nur auf die üblichen Feindbilder stürzen... nach dem Motto: Wenn erstmal die Bonzen weg sind, wird alles besser.
Aber gerade das sollte ja nicht der Weg der Unity sein...
ich denke eigentlich, dass wir, mehr als die meisten anderen aus dem gesellschaftskritischen Bereich, auch Missstände wie Gruppenzwang und Herdenmentalität ansprechen, die natürlich ebenfalls zur Gesamtproblematik dazugehören, und die sich nicht alleine durch einen Politikwechsel verändern lassen.
Charakterliche (Selbst-)Optimierung gehört für mich immer mit dazu.
Nur das heißt ja noch lange nicht, dass man deshalb plötzlich nicht mehr für Steuersenkungen sein darf, nur weil du der Meinung bist, dass diese sich nicht finanzieren lassen...
Ich bin sogar für eine Senkung der Steuer auf null, nebenbei bemerkt... ich will, dass der Staat nur noch von denen finanziert wird, die freiwillig etwas zur Erhaltung unseres wunderbaren Systems beitragen möchten. Ich glaube, dann wäre der Staat nämlich in kürzester Zeit handlungsunfähig, und wir könnten endlich mal etwas neues ausprobieren. Augenzwinkern
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