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Wie realisiert man am Besten eine anarchistische Gesellschaft?
25.04.2013 15:12 |
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Ich hatte ja eigentlich geplant mich momentan aus den Diskussionen hier weitgehend rauszuhalten, und nur als stiller Mitleser aktiv zu sein, aber irgendwie will mir das nicht so recht gelingen.
Im thread Gewaltmonopol kam irgendwann mal wieder das Thema Anarchie auf, und das ursprüngliche Thema entfernte sich ein wenig in die Richtung, ob (und wenn ja, wie) Anarchie vernünftig umsetzbar ist, weswegen ich hier mal zu dem Thema einen eigenen Thread aufmache.
Es wäre wünschenswert, wenn die Diskussionsteilnehmer nicht vollkommen voreingenommen auf ihrem Standpunkt beharren, sondern sich auf die Argumente der "Gegenseite" einlassen. Ich behaupte mal jedes Gesellschaftssystem hat so seine Stärken und Schwächen, oder bestimmte Aspekte die zumindest nicht leicht umsetzbar sind, und Anarchie ist da sicher keine Ausnahme. Wer eine anarchistische Gesellschaft will sollte sich mit diesen Aspekten kritisch auseinandersetzen, um evtl. auch kritische Menschen von der Idee überzeugen zu können, und sicherzustellen dass bei der Umsetzung nicht wieder etwas völlig falsch läuft wie bei gewissen "kommunistischen" Systemen.
Von der Anarchie-kritischen Seite würde ich erwarten, dass sie ein ernsthaftes Interesse zeigt und sich auch mit der Grundidee auseindandersetzt, statt mit der Erwartungshaltung hier aufzuschlagen, dass ihnen doch bitte mal jemand ein vollständig ausgeklügeltes Konzept vorlegt, dass in der Praxis auch einwandfrei funktionieren wird. Bis zu einem gewissen Grad kann man sich sinnvolle Konzepte überlegen, oder Erfahrungen aus bisherigen erfolgreichen Ansätzen nutzen, aber vieles muss einfach noch in der Praxis ausprobiert und weiterentwickelt werden.
Wenn über Anarchie diskutiert wird ist natürlich auch wichtig, dass man nicht aneinander vorbeiredet, von daher ist es sinnvoll, sich auf eine Definition zu einigen. Ich lege mal eine vor, die ich persönlich für sinnvoll halte, und gehe dann einfach mal davon aus, dass sich jeder auf diese Definition bezieht, falls er sich nicht klar davon abgrenzt, oder falls wir uns im Verlauf der Diskussion nicht auf eine alternative Definition einigen sollten. Also:
Anarchie ist zuerst einmal eine Einstellung, nach der man aufgezwungenen hierarchischen Strukturen und Unterdrückung prinzipiell aktiv solidarisch ablehnend gegenübersteht. Freiwillig gewählte Hierarchien und Regeln / Vereinbahrungen sind aber vollkommen legitim. Ein Anarchist ist jemand, der diese Einstellung besitzt, wobei es natürlich Grauzonen gibt, z.B. wie aktiv man ist, inwiefern man zu Kompromissen bereit ist, und wie man diese Einstellung auf das Tierreich überträgt.
Eine anarchistische Gesellschaft ist eine Gesellschaft, bei der es ein Minimum an aufgezwungenen hierarchischen Strukturen und Unterdrückung gibt. Es ist also nicht ganz einfach zu entscheiden ab wann eine Gesellschaft anarchistisch ist, da es sich um eine graduelle Eigenschaft handelt, die mehr oder weniger stark umgesetzt sein kann, es sind also auch Kompromisse möglich, wenn sie nötig sind um diesem Ideal näherzukommen.
In einem Zustand der Anomie dagegen hat man Unterdrückung und ein Fehlen von Regeln / Vereinbahrungen, während Anarchie ohne letztere wohl kaum umsetzbar ist. Wer den Unterschied zwischen Anarchie und Anomie also als "Haarspalterei" bezeichnet muss eine völlig andere Vorstellung der Begriffe haben als ich oder ein Großteil der anderen User hier.
P.S.: Ich gebe offen zu dass ich meinen eigenen Standards gegenüber selbst nicht immer nachkomme; das ist aber mehr eine Schwäche von mir als dass ich irgendwas predige, wo ich nicht hinter stehe.
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"minimum an aufgezwungenen strukturen und unterdrückung"
Zählt diese Definition überhaupt als Anarchie? Klingt für mich eher wie Demokratie, nur abgeschwächt.
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dian unregistriert
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Gute Idee, mal ein wenig die Verbissenheit aus der aktuellen Diskussion heraus zu nehmen.
Man wird zu schnell, wenn man sich auf solche Debatten einlässt, dazu gezwungen, sich zu positionieren und diese Position dann mit Klauen und Zähnen zu verteidigen, auch wenn man vielleicht ursprünglich mal etwas völlig anderes sagen wollte.
Also entweder bist du für ein staatliches Gewaltmonopol, oder du bist gleich ein Harcore-Anarchist, der erstmal beweisen muss, dass Anarchie überhaupt funktioniert, bevor die Gegenseite deine Bedenken am heutigen Zustand der Gesellschaft ernst nimmt.
Was mich angeht, kann ich dazu nur sagen: Ich habe mich ursprünglich, als die Idee für dieses Forum aufkam, überhaupt nicht großartig mit Anarchie befasst gehabt, und betrachte mich auch nicht als ideologischer Hardcore-Anarchist, der in einer anarchistischen Gesellschaftsordnung die Lösung für alle Probleme dieser Welt sieht.
Was mich ursprünglich dazu bewogen hat, diese Website zu eröffnen, war vielmehr, die allgegenwärtige Dummheit der modernen Menschen, ihre Engstirnigkeit und Fantasielosigkeit anzuprangern, und Menschen zu suchen, denen das ebenso geht, um sich vielleicht gegenseitig ein bisschen unterstützen oder inspirieren zu können.
Im Lauf der Zeit ist dann eben so die immer stärker werdende Überzeugung in mir herangereift, dass die hierarchischen Systeme, in denen die Menschen seit Jahrtausenden gefangen sind, einen ganz entscheidenden Anteil daran haben, dass die Menschen immer verblödeter und gefühlsverkrüppelter werden.
Selbst den eher konservativ denkenden Zeitgenossen hier im Forum müsste eigentlich klar sein, dass Bevormundung früher oder später immer dazu führen wird, dass der Bevormundete entweder das selbständige Denken verlernt und sich nur noch auf seine Autoritäten verlässt, oder dass er gegen diese Autoritäten und ihre Macht zu rebellieren beginnt.
Also sage ich: Wir müssen die Fesseln lockern und schrittweise ein System herbeiführen, das die Menschen eben nicht mehr bevormundet, sondern zum eigenverantwortlichen Handeln ermutigt.
Doch wenn, so wie heute, in einem Gesetzbuch (oder in der Bibel, oder im Koran, etc.) schon bis ins kleinste Detail vorgegeben ist, welches Verhalten in welchen Situationen erlaubt oder verboten ist... wo ist dann überhaupt noch Platz für die Menschen, ihre eigene Moralvorstellungen und ihre eigene Ethik zu entwickeln?
Bürokratie und Hierarchien halten die Menschen in geistiger Unfreiheit. Sie zu überwinden, oder zumindest soweit es irgendwie möglich ist zu minimieren, ist daher meiner Meinung nach die einzige Chance, die die Menschheit überhaupt hat, um sich jemals über den heutigen Zustand hinaus geistig weiterentwickeln zu können.
Und es nervt ungemein, dass man jedes Mal, sobald man das Thema anspricht (egal wo), in eine bestimmte Ecke gedrängt wird und sich plötzlich selbst erstmal in der Pflicht sieht, zu beweisen, dass Anarchie überhaupt funktionieren kann.
Natürlich funktioniert Anarchie! In jedem Freundeskreis (selbst unter Konservativen und vielen Nazis) funktioniert das gemeinsame Zusammenleben komplett ohne Gesetzbücher, Aufpasser oder Autoritätspersonen, also im Grunde streng anarchistisch.
Weil man sich eben gegenseitig kennt und respektiert.
Der Grund, warum es im großen gesellschaftlichen Rahmen scheinbar nicht funktionieren kann, ist der, dass sich da eben nicht jeder kennt, und dass sich schon gar nicht jeder gegenseitig respektiert.
Regeln und Gesetze sind somit in gewisser Weise der Ersatz dafür, dass die Menschen keinen Respekt vor ihren Mitmenschen empfinden, oder dass sie sich nicht in deren Lage versetzen können.
Das Problem an der Sache ist nur eben, dass diese Regeln nicht von allen Menschen gleichermaßen gewünscht werden... sondern dass es (selbst in einer scheinbar demokratischen Gesellschaft wie der unseren) im Grunde nur eine absolute Minderheit ist, die entscheidet, wie sich die breite Masse zu verhalten hat.
Dass diese Minderheit, die sogenannten oberen Zehntausend, vielleicht nicht unbedingt den richtigen moralischen Maßstab hat, um verbindliche Regeln des Zusammenlebens für die gesamte Bevölkerung festzulegen, sollte eigentlich logisch sein... Jemand, der drei Autos und zwei Häuser besitzt, wird andere Auffassungen von einer gerechten Verteilung der Güter haben als jemand, der Hartz4 bezieht und nicht weiß, wie er über die Runden kommen soll.
Die Reichen machen Gesetze für die Armen.
Die angepassten, oberängstlichen Sicherheitsfreaks machen Gesetze, an die sich auch der mutigste Risikojunkie zu halten hat.
Die Alten machen Gesetze für die Jungen.
Das ist der Status Quo. Und so lange dieser Status Quo existiert, kann gar nicht der nötige BEIDSEITIGE Respekt entstehen, der gebraucht würde, um Regeln überflüssig zu machen.
Denn die gesetzgebende Oberschicht hat ja ihren Willen bereits in nahezu allen Bereichen des Lebens durchgesetzt.
Und ganz ehrlich:
Ich hab gar keinen bock, hier darüber zu diskutieren, wie eine anarchistische Gesellschaft konkret funktionieren könnte, so lange bei der Gegenseite (damit meine ich jetzt nicht so sehr die Leute hier im Forum, sondern eben den angepassten Mainstream in der Gesellschaft) überhaupt kein Verständnis vorhanden ist, dass sich ganz dringend etwas ändern muss.
Dieses Verständnis muss bei denen erstmal erzeugt werden....
und ich fürchte, das wird nicht möglich sein, ohne dass diese Menschen einen ganz gewaltigen Leidensdruck verspüren.
Momentan geht es ihnen offensichtlich zu gut, als dass sie ernsthaft auf die Bedenken derjenigen eingehen würden, denen es nicht so gut geht und die sich in dieser heutigen Welt nicht so gut fühlen.
Also wird es wohl früher oder später darauf hinauslaufen müssen, dass die, die sich jetzt in diesem System noch so wohl und sicher fühlen, so lange Schmerzen zugefügt bekommen, bis sie es nicht mehr aushalten und von ihrem hohen Ross herabsteigen, um sich mit denen an einen Tisch zu setzen, auf die sie bislang nur spöttisch herabgeblick haben.
Und dann, wenn die Alten mit den Jungen beisammensitzen, die Reichen mit den Armen, und die Sicherheitsfreaks mit den Risikojunkies... dann kann man sich vielleicht mal auf Augenhöhe darüber unterhalten, wie die Gesellschaft umstrukturiert werden muss, damit irgendwann nicht nur die einen, sondern auch die anderen in dieser Welt glücklich werden können.
Bis es soweit ist, und die Bereitschaft zu einem gegenseitigen Kompromiss auch bei den Befürwortern des heutigen Systems vorhanden ist (wovon wir meines Erachtens leider noch meilenweit entfernt sind), bleibt eigentlich nur, sich im kleinen, privaten Bereich alternative Strukturen aufzubauen und abzuwarten, bis der Druck im Kessel groß genug ist, und den Menschen ihre ganze Systemscheiße um die Ohren fliegt. Und dann hoffen, dass man auf den Trümmern was Besseres aufbauen kann...
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Wer von Euch kennt denn das StGB wenigstens ansatzweise? Lest Euch doch mal durch, WAS darin als Straftat verzeichnet steht. Ich könnte wetten, das Ihr mit über 90% der Straftaten, die dort genannt werden , einverstanden seid. Bedeutet, daß würdet Ihr auch so bestrafen und nicht als Opfer erleben wollen.
Ne andere Sache ist noch vielleicht die Altersstruktur der User hier. Darüber bin ich jetzt nicht im Bilde. Klar ist aber, daß Jugendliche / junge Erwachsene im Alter von 14 bis etwa 20 Jahren gerne gegen ALLES rebellieren was nur nach Gesetz oder Regelung duftet. Da verliert man schnell Objektivität, durch den rebellischen Impuls. Ich war auchmal so ähnlich, ob Ihrs glaubt oder nicht.
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| Zitat von Tom: |
"minimum an aufgezwungenen strukturen und unterdrückung"
Zählt diese Definition überhaupt als Anarchie? Klingt für mich eher wie Demokratie, nur abgeschwächt. |
Gute Frage - wörtlich übersetzt heißt Anarchie, dass man überhaupt keine Hierarchien hat. Das ist allerdings zumindest auf größere Skalen bezogen völlig utopisch, da man nicht überall die Entstehung von Hierarchien verhindern kann. Man kann entweder die wörtliche Definition nehmen, und dann davon sprechen wie nah man dieser Utopie kommt, oder die von mir vorgeschlagene Definition nehmen, und davon sprechen wie stark diese umgesetzt ist.
Unterdrückung ist für mich eine Form von Hierarchie, das würde ich also in die Definition mit hereinnehmen, und das wird auch i.d.R. in anarchistischen Kreisen so betrachtet, wenn ich das richtig überblicke.
Der Unterschied zur Grundidee der Demokratie ist tatsächlich nicht so groß, in beiden Fällen geht es um die Verwirklichung einer pluralistischen Gesellschaft. Allerdings baut die Demokratie auf einem staatlichen Gewaltmonopol, Mehrheitsentscheid, Minderheitenschutz und Hierarchien auf, und ist (zumindest in der Praxis) eher kapitalistisch geprägt, während Anarchie eher eine direkte Umsetzung einer pluralistischen Gesellschaft ist, die sich selbst organisiert, und bei der man sich gegenseitig in wichtigen Punkten ohne Zwang solidarisch unterstützt.
(korrigiert mich da bitte, wenn ich irgendwo Unsinn erzähle, ich habe nie irgendwelche Bücher zu Staatstheorien gelesen, und mich auch kaum mit Leuten außerhalb des Forums dazu ausgetauscht)
Natürlich muss man zwischen Grundprinzip und praktischer Umsetzung von Demokratie unterscheiden, das gehört dann aber eher in Xoc's Thread.
| Zitat von thepikt: |
| Wer von Euch kennt denn das StGB wenigstens ansatzweise? Lest Euch doch mal durch, WAS darin als Straftat verzeichnet steht. Ich könnte wetten, das Ihr mit über 90% der Straftaten, die dort genannt werden , einverstanden seid. Bedeutet, daß würdet Ihr auch so bestrafen und nicht als Opfer erleben wollen. |
Patente sind eine ziehmlich kranke Sache, Schulunterricht mit hierarchischer Ordnung wird einem aufgezwungen (ich lerne gerne, aber nicht auf diese Art!), Gentrifizierung wird durch die Gesetze unterstützt, Beamten ist es verboten sich politisch zu betätigen, Steuerhinterziehung ist strafbar, auch wenn man keinen Einfluss darauf hat wo die Gelder hinfließen, und und und (k.A. wo die ganzen Gesetze verzeichnet sind). Und dann werden die Grundrechte in der Praxis trotzdem mit Füßen getreten. Also es gibt da schon einiges, was mir aufstößt, und ich habe vermutlich einige wichtige Sachen ausgelassen.
Bestimmte Verhaltensweisen muss man natürlich nicht hinnehmen, und auch in einer anarchistischen Gemeinschaft kann man Vereinbahrungen treffen, wie man mit bestimmten Situationen umgeht. Wichtig ist dabei, dass diese Entscheidungen auf gemeinsamem Konsens beruhen, und jede Gemeinschaft unabhängig ihre eigenen Vereinbahrungen treffen kann. Natürlich kann es auch Vereinbahrungen zwischen Gemeinschaften geben, und Netzwerke von Individuen aus unterschiedlichen Gemeinschaften.
Da in einer anarchistischen Gesellschaft lebenswichtige Ressourcen (mehr oder weniger?) bedingungslos solidarisch geteilt werden fällt in vielen Fällen die Motivation für eine "Straftat" (besser: eine Handlung die der Gemeinschaft schadet) weg. Ansonsten reicht es bei milderen "Straftaten" in einer solidarischen Gemeinschaft oft aus, dass man dem Täter durch Feedback zu verstehen gibt, dass sein Verhalten nicht akzeptabel war, falls es sich um einen Ausnahmefall handelt. Der Täter sieht dann entweder ein, dass er Mist gebaut hat, oder hat die Möglichkeit zu erklären, warum er die Tat für gerechtfertigt hielt, was dann im gemeinsamen Dialog geklärt werden kann. Wenn das nicht funktioniert hat man immer noch die Möglichkeit, sozialen Druck auszuüben, Strafen zu verhängen (falls vorher vereinbahrt), oder die Gemeinschaftsbeziehung mit diesem aufzulösen (was auch zu einer kompletten Spaltung der Gemeinschaft führen kann, aber so ist das halt).
Schwerere Delikte oder Menschen mit starker psychischer Störung (z.B. Sadismus) dagegen sind problematischer, da muss dann auch mal die Freiheit eines Einzelnen zugunsten der Freiheit von anderen eingeschränkt werden. Im ersteren Fall wäre u.a. relevant, ob es sich um einen Einzelfall oder um eine Wiederholungstat handelt, was die Motivation war, ob es sich um ein gemeinschaftsinternes oder auch andere betreffendes Problem handelt, ob der Täter Freunde hat die dessen Verhalten nicht akzeptieren, und die Einfluss auf diesen nehmen können usw. Wichtig ist auch, dass man zwischen Notwehr und Sanktionierung unterscheidet, und dass man nicht unverhältnismäßig reagiert ("Auge um Auge, Zahn um Zahn").
Auch Kontrolle und Ermittlungen sind ein wichtiges Stichwort. Was z.B., wenn irgendwo Kinder in einer konservativen Familie aufgezogen werden, und sich nicht an Ansprechpartner außerhalb der Familie wenden können? Kontrolliert man dann, ob alles in Ordnung ist, oder schaut man weg und verlässt sich darauf, dass da schon nichts schiefläuft? Was ist noch Erziehung, und ab wann werden Kinder unterdrückt, so dass reagiert werden muss?
Und wenn ein Vorfall passiert ist bei dem der Täter unbekannt ist, ist eine anerkannte Autorität (nicht hierarchisch gemeint) sinnvoll, die sich mit den Ermittlungen befasst, und der man vertraut. Das sollte auch in einer anarchistischen Gesellschaft umsetzbar sein, man muss allerdings ein Konzept dazu ausarbeiten.
Problematisch ist auch die Frage, wie man darauf reagiert wenn innerhalb einer anderen Gemeinschaft Menschen tatsächlich oder vermutlich unterdrückt werden, oder wenn sich eine Gemeinschaft asozial nach außen hin verhält. Von daher ist es wie erwähnt auch nicht schlecht, gemeinschaftsübergreifende Netzwerke zu haben.
Auch ist die Frage, wie es mit der Koexistenz von Anarchie und Staaten mit territorial definierten Grenzen aussieht.
Das nur schon mal als Ansatz...
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| Zitat von thepikt: |
Ne andere Sache ist noch vielleicht die Altersstruktur der User hier. Darüber bin ich jetzt nicht im Bilde. Klar ist aber, daß Jugendliche / junge Erwachsene im Alter von 14 bis etwa 20 Jahren gerne gegen ALLES rebellieren was nur nach Gesetz oder Regelung duftet. |
Vielleicht hat das ja auch einen oder mehrere Gründe
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dian unregistriert
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@ thepikt:
| Zitat: |
| Wer von Euch kennt denn das StGB wenigstens ansatzweise? Lest Euch doch mal durch, WAS darin als Straftat verzeichnet steht. Ich könnte wetten, das Ihr mit über 90% der Straftaten, die dort genannt werden , einverstanden seid. |
Ist nicht dein Ernst, oder? Ich würde eher umgekehrt sagen, 90% von dem, was da als "Straftat" bezeichnet wird, ist einfach nur glatte Freiheitsberaubung durch den Staat und der Versuch, seinen Bürgern mit Gewalt sämtliche Eigenverantwortung zu entziehen.
(Hab mich mal kurz auf Wikipedia schlau gemacht... da kriegt man ja das Kotzen, wenn man sieht, was heutzutage alles "strafbar" ist...)
Wenn ich schon so Begriffe höre wie "Straftaten gegen die persönliche Ehre"...
also Beleidigung, Verleumdung, üble Nachrede oder sowas... das wäre mal das Allererste, was ich komplett streichen würde, denn mit sowas sollten reife Menschen nun wirklich ohne staatliche Hilfe zurecht kommen können. Wenn nicht, haben sie das Leben in einer zivilisierten Gesellschaft gar nicht erst verdient, und sollten irgendwo in den Urwald geschickt werden.
Oder dass es strafbar sein soll, die religiösen Gefühle anderer Menschen zu verletzen... Psychisch Kranke sollten zwar ein Recht auf ihre Wahnvorstellungen haben, aber doch kein Recht darauf, dass man sie auch noch ernst nimmt....
Oder "Störung der Totenruhe", what the fuck??? Als ob mich das noch kümmern würde, wenn ich unter der Erde am Verfaulen bin, wenn jemand auf mein Grab pisst.
Nächstes Beispiel Holocaustleugnung - Ich mag keine Holocaustrevisionisten, aber ich finde auch nicht, dass eine Meinung (egal wie krank sie ist) in einer zivilisierten Gesellschaft strafbar sein sollte.
Machen wir gleich weiter mit Inzest, oder dem Verbot, dass man sich nicht nackig zeigen darf, Exhibistionismus.... Denken die wirklich, wenn das nicht gesetzlich geregelt wäre, würde an jeder Ecke einer sitzen und sich einen Runterholen? Und selbst wenn es so wäre... dann wäre es auch ok für mich. Sind nicht eher diejenigen behandlungsbedürftig, die sich am Anblick von einem nackten Körper stören und Sexualität als schmutzig empfinden?
Die kompletten Drogendelikte sind meines Erachtens ebenfalls keine strafwürdigen Taten, sondern im Gegenteil, der Staat begeht verbrecherische Taten, indem er Menschen die Drogen anbauen oder benutzen kriminalisiert.
Ebenso verhält es sich beim Urheberrecht... nicht die Raubkopierer sind die Asozialen, sondern diejenigen, die ihre Monopolstellung ausnutzen, um überhöhte Preise für Güter zu verlangen, die man ebensogut viel billiger oder gar umsonst zur Verfügung stellen könnte.
Was gibt's dann noch... hmm... Meineid, Beamtenbeleidigung, Falschaussage... lauter so Dinge, die nur deshalb strafbar sind, um die Autorität des Staates zu gewährleisten (bzw. erstmal künstlich durch Gewaltandrohung zu erzeugen.)
Und natürlich, falls man es wagt, irgendetwas ohne die dafür erforderliche Genehmigung zu tun, wie nicht angemeldete Demos oder Fahren ohne Führerschein, unerlaubter Waffenbesitz... Ist doch alles total krank... dass es niemanden interessiert, wie gerechtfertigt eine bestimmte Versammlung ist, oder ob ich autofahren kann, sondern nur, ob ich die dafür erforderliche Genehmigung besitze.
Boaboaboaboaboaboaboah... da kommt mir der Rogenkotter hoch, wenn ich nur drüber nachdenke.
Eine Strafgesetzordnung, die teilweise 140 Jahre alt ist und immer mal wieder ein bisschen geupdatet wurde... aber letztlich steckt darin noch immer der selbe obrigkeitsgläubige (Un-)Geist, der letztlich konsequent zu Ende gedacht zu zwei Weltkriegen und Millionen von Toten geführt hat.
Und immer noch halten diese Arschlöcher daran fest, und preisen ihre Rechtsordnung als "alternativlos".
Eigentumsdelikte wie Diebstahl oder Betrug würden in einer sozialeren Gesellschaft, die nicht aus einem ständigen Kampf ums Überleben besteht, ohnehin deutlich weniger werden, und wenn doch mal jemand was klaut, würde ihn eine aufgeklärte Gesellschaft nicht gleich reflexartig dafür verurteilen, sondern sich erstmal an die eigene Nase fassen und überlegen, ob vielleicht noch soziale Ungerechtigkeiten bestehen, die es abzubauen gilt.
Blieben noch Fälle von körperlicher Gewalt... Psychos, die Frauen vergewaltigen, aggressive Schläger die sich nicht unter Kontrolle haben, oder Morde aus Eifersucht, oder weil sich jemand in seiner Ehre verletzt fühlt...
das sind alles Taten, die MIT oder OHNE Justizsystem geschehen würden, denn gerade die Taten im Affekt sind es, bei denen der Täter komplett darauf scheißt, ob er hinterher dafür auf dem elektrischen Stuhl landet oder nur 2 Jahre auf Bewährung bekommt. Die denken in dem Moment nicht darüber nach, was der Staat von so einem Verhalten hält.
In solchen Fällen von Menschen, die sich nicht unter Kontrolle haben, würde ich erstmal schauen, ob der Betreffende zu ändern ist. Falls ja, so sollte man ihn nicht in ein Gefängnis mit hundert anderen Menschen sperren, die sich nicht unter Kontrolle haben... er müsste vielmehr von den reifesten und edelsten Menschen der Gesellschaft in Obhut genommen werden, damit er von ihnen lernen kann, seine Ängste und Triebe im Griff zu haben.
Wo dies nicht gelingt, sollte die Gemeinschaft ihn ausschließen und zum Teufel jagen.
Jegliche Form von Inhaftierung halte ich hingegen für eine absolut rückständige Form der Bestrafung, für eine Art psychische Folter, deren einziges Ziel es ist, den Willen der Häftlinge zu brechen, und sich dabei auch noch ach so "human" zu fühlen. Kerkerhaft wurde ebenso wie Folter und Hinrichtung auch irgendwann im finstersten Mittelalter erfunden... nur leider hat man daran bis heute festgehalten, weil es halt ein bisschen zivilisierter erscheint wie die anderen Strafmethoden. Aber letztlich ist jede Form von Strafe Barbarei, und sollte nur im absoluten Ausnahmefall angewendet werden, als allerletzter Ausweg, aber nicht so wie heute als Standardlösung für jedes Problem, das Menschen miteinander haben.
Dieser Beitrag wurde 2 mal editiert, zum letzten Mal von dian am 26.04.2013 15:01.
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Letztendlich dreht sich alles doch nur um die Frage, wie man langsam den Wandel herbeiführen könnte, denn ohne aufgeklärte Menschen keine Anarchie, jedenfalls nicht im "großen Stil". Ich erlaube mir es, das mal so simpel zu formulieren.
Klar ist es gut, bei sich selbst anzufangen und Suchenden Antworten auf ihre Fragen zu geben. Auch selbst aktiv werden und darüber erzählen ist ne super Sache, allerdings bleibt das wohl in sehr kleinem Rahmen. Kaum jemand kann sich eine anarchistische Gesellschaft vorstellen, falls er sie überhaupt wollen würde, da er dafür auf seinen Eigennutz verzichten müsste. Die meisten Leute übernehmen den vom Staat eingetrichterten Egoismus und sehen weder Grund noch Möglichkeit das zu ändern. Jeder ist sich selbst der Nächste und wenn man mal einem Penner einen Euro hinwirft, dann kommt man dafür in den Himmel, weil man 2 Sekunden auf seinen Eigennutz verzichtet hat
Ich distanziere mich mittlerweile so weit es eben geht von den meisten Menschen. Denn entweder man hilft sich gegenseitig, oder es gilt das Recht des Stärkere, allerdings würde ich bei Variante zwei wohl mit ner Knarre jedem das Hirn rauspusten, der es wagt sich über mich zu stellen. Aber diese kranke Mischung heutzutage ist schlimmer als das "Recht des Stärkeren"-Extrem, denn im Grunde genommen ist es dasselbe, nur bist du dazu verurteilt zu den "Schwachen" zu gehören bzw. darfst dich nicht wehren. Und während der "Starke" im Extrem sich seinen Taten bewusst ist und diese auf dieser Ideologie begründet, wichst man sich heutzutage einen auf seine Humanität, während man jeden foltert, der es wagt sich zu widersetzen! Diese Scheinheiligkeit kotzt mich so an!
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Wie soll man sich selbst finden, wenn dir die Gesellschaft vorschreibt, wer du zu sein hast?
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Anarchisten könnten massenhaft in Parteien eintreten und dann immer gegen machtgeile Arschlöcher stimmen, wenn diese zu Wahlen aufgestellt werden sollen.
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Es gibt zu wenig Anarchisten. Keiner wird "an die Macht kommen" und ob du jetzt Scheisse oder Bullshit zum Regierungsoberhaupt wählst ist sowieso ziemlich egal. Außerdem müsste man gegen seine Überzeugung handeln.
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Wie soll man sich selbst finden, wenn dir die Gesellschaft vorschreibt, wer du zu sein hast?
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Danke @Yog für den Versuch, etwas die heiße Luft aus der Diskussion zu nehmen. Im Gewaltmonopol-Thread dreht sich die Diskussion ja schon lange im Kreis. Der Unterschied zwischen den Idealisten und Realisten im Forum ist wohl selten deutlicher zutage getreten als dort. Mir ist bewusst, dass es eine Vielzahl an Bedeutungen für die Begriffe Realismus und Idealismus gibt, daher schiebe ich an dieser Stelle kurz die Definition ein, auf die ich mich beziehe:
-Als Idealisten bezeichne ich diejenigen, die sich, eine bessere (oder gar ideale) Gesellschaft vorstellen und herbeisehnen. Davon ausgehend überlegen und formulieren sie, wie die Menschen sein müssen (das heißt: sich verändern müssen), damit das Ideal Wirklichkeit wird. Das Ideal ist hier in der unity das der Anarchie, also einer freien Menschheit, in der das Zusammenleben hierarchiefrei ist und auf Konsens beruht.
-Auf der anderen Seite sehe ich die Realisten, die von den Möglichkeiten der (heutigen) Menschheit ausgehen, sich so gewaltfrei wie möglich zu organisieren. Sie gehen also von einem Gesellschaftsmodell aus, das an die Menschen angepasst ist. Da der Mensch nicht unbedingt "edel, hilfreich und gut" (Goethe) ist, gehen die Realisten von einem System aus, dass Egoisten aus egoistischen Gründen davon abhält, anderen zu schaden.
Eine Aussage, die im anderen Thread so oder so ähnlich von Vertretern beider Gruppen gemacht wird: Mit den heutigen Menschen ist Anarchie nicht möglich. Der Unterschied ist, dass die einen die menschlichen Eigenschaften, die dafür sorgen, dass diese Aussage wahr ist, für überwindbar halten und die anderen nicht. Man kann also sagen, Anarchisten sind wahre Optimisten, denn sie halten eine Entwicklung der Menschheit zum Besseren für möglich (und nötig).
Ich hoffe, es ist mir gelungen, beide Seiten weitgehend neutral zu beschreiben.
Anmerkung: Was ich hier geschildert habe, sind die beiden Extreme. Die meisten User stehen sicher auf einer Skala irgendwo dazwischen, aber mehr auf der einen, als auf der anderen Seite.
Meiner Meinung nach haben beide Positionen ihre Daseinsberechtigung. Von Pauschalaussagen wie "Der Mensch ist von Natur aus gut / böse" halte ich nichts. Wir können nicht unsere Biologie verleugnen, die Tatsache, dass jeder Mensch wie jedes andere Lebewesen prinzipiell erst einmal für sich lebt und das wird sich auch nie ändern. Andererseits ist die Menschheit permanent in der Entwicklung und wird prinzipiell immer friedlicher. Am Anfang der Menschheit gab es Stammesgemeinschaften deren Mitglieder sich untereinander geholfen haben (wie bei anderen in Gemeinschaft lebenden Herden- und Rudeltieren). Die verschieden Gemeinschaften waren aber Rivalen. Im Lauf der Geschichte wurden diese Gruppen immer größer. In der heutigen Zeit sind wir mehr und mehr in der Lage, die Menschheit als ein großes Ganzes zu betrachten und den Bewohnern der anderen Erdhalbkugel die gleichen Menschenrechte wie unseren unmittelbaren Nachbarn zugestehen. Im Geflecht der internationalen Beziehungen werden Kriege seltener, weniger Menschen müssen hungern, immer mehr können an technologischer Entwicklung teilhaben.. Ich denke, die Menschheit ist auf einem guten Weg. Solange (und ob sich das je ändert ist die Frage, ich bin mir da momentan unsicher) es aber viele Individuen gibt, die ordentlich die Sau raus lassen würden, gäbe es keine Strukturen (wie Gewaltmonopol), die das nicht ganz verhindern aber stark eindämmen können, bin ich aber gerne bereit, gewisse Einschränkungen meiner Freiheit zugunsten deutlich mehr Sicherheit hinzunehmen. Auf das Recht, schwer bewaffnet durch die Innenstadt laufen zu dürfen, verzichte ich gerne unter der Bedingung, dass das sonst auch niemand darf. Mir ist aber auch klar, dass maximale Sicherheit nur mit minimaler Freiheit möglich wäre.. und ich wünsche mir manchmal etwas weniger Sicherheit zugunsten mehr Freiheit.
@WerBinIch:
Wir alle sind, so behaupte ich ohne es beweisen zu können, Egoisten und das wird sich auch nicht ändern. Echten Altruismus, also Handlungen ohne jeglichen Eigennutz, kann es meiner Ansicht nach nicht geben. Das ist aber auch nicht weiter schlimm. Es reicht wenn wir, weil wir soziale Wesen sind, aus Eigeninteresse gut handeln. Das heißt, der Mensch verhält sich gut..
..um sein Ansehen zu steigern / erhalten, weil er nicht sozial geächtet werden will. (Ein Ausschluss aus der Gruppe kam in der Wildnis, wo der Mensch kaum alleine überleben kann einem Todesurteil gleich und ist immer mit Kränkung verbunden.)
..damit man ihm vertraut.
..weil er ein Mitgefühl hat, das heißt schlechte Taten oder das Unterlassen guter Taten sorgen dafür, dass man sich schlecht fühlt. (Hier kann man auch das freudsche Über-Ich einfügen.)
..weil er erkannt hat, dass er Vorbild für andere ist, die dann ebenfalls gut handeln, auch ihm gegenüber.
Vielleicht habe ich noch weitere Punkte nicht bedacht oder vergessen.
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Unterm Strich ist das Leben gar nicht so schlecht.
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Stimmt, hier unten ist es ok.
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Es war einmal ... eine Gruppe Ruderer auf einer Gallere.
Sie waren Sklaven und Kriegsgefangene, Straeflinge oder freie Ruderer, die gegen gute Bezahlung ruderten. Sie unterschieden sich aeusserlich dadurch, dass die Koepfe der Sklaven und Straeflinge glattrasiert waren, die Kriegsgefangenen durften einen Zopf tragen und die freien Ruderer hatten ihr normales Haar.
Tagein tagaus vezehrten sie ihr Brot unter Deck im Schweisse ihres Angesichts. Natuerlich gab es auch einen Steuermann, einen Offiziersstab, einen Kapitaen - ja sogar einen Schiffseigner, aber den bekamen die Ruderer niemals zu Gesicht.
Dafuer war die Peitsche - zwar nicht immerfort, so doch "aus gegebenem Anlass" - geradezu omnipraesent und schwebte als bestaendige Drohung ueber ihren glattrasierten Schaedeln. Unerbittlich schlug die Trommel den Takt.
Die Sklaven ersehnten die Freiheit und wollten das Schiff bei sich bietender Gelegenheit so schnell wie moeglich verlassen.
Den Kriegsgefangenen und verurteilten Straeflingen ging es nicht viel anders, auch wenn es immer den ein oder anderen Straefling unter Deck gab, der sich aus Angst weigerte mit von Bord zu gehen.
Es waren stets die "freien" Ruderer, die ueberhaupt nicht einsahen auch nur irgend etwas am status quo zu veraendern.
Jeder Fluchtplan, jeglicher Versuch zur heimlichen Konspiration wurde von ihnen nicht nur kategorisch abgelehnt, sondern auch sofort gemeldet. Es ist also nicht schwer zu erraten, wer unter den Ruderern die Peitsche des oefteren zu schmecken bekam.
Die Offiziere, den Steuermann sowie den Kapitaen auf Deck stoerte das alles herzlich wenig.
Was aus den Ruderern geworden ist, niemand weiss es. Boese Zungen behaupten, sie rudern vielleicht noch heute.
Der Schiffseigner an Land, so sagt man, starb eines schoenen Tages als ein hoch angesehener und recht wohlhabender Mann.
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Das erinnert mich jetzt fast etwas an Star-Trek. Captain Picard verhandelt mit Q darüber, ob die Menschheit ein ewiger Sauhaufen ist, oder ob sie sich beständig zum Guten hin weiterentwickelt.
Die Wahrheit liegt irgendwo dazwischen.
Übrigens ist es Irrtum anzunehmen, daß Eigentums-Straftaten allein dadurch beseitigt würden, daß man jedem Menschen freien Zugang zu allen Gütern ermöglicht. Problem ist nämlich, daß die Gesellschaft Ansehen und Ehre eines Menschen heutzutage fast nurnoch über dessen Eigentum definiert. Je mehr Eigentum, desto mehr Bewunderung durch andere Mitglieder der Gersellschaft. Das hat leider auch Bezüge zur Sexualität und Partnerbeziehungen. Wer das meiste Eigentum hat, kriegt eher einen "geilen" Partner. Aus diesen Gründen wird es immerwieder zu Eigentumsdelikten kommen.
Und was die Beispiele "Waffenschein" und "Führerschein" angeht: Man sollte doch wohl nicht einfach jedem erlauben, Auto zu fahren oder mit ner Schusswaffe rumzulaufen, ohne sicherzustellen, daß der vernünftige Umgang mit diesen Gegenständen gelernt wurde.
Das minimiert deutlich das Unfallrisiko, oder? Und nichts anderes bezwecken diese beiden staatlich kontrollierten Zertifikate.
Dieser Beitrag wurde 1 mal editiert, zum letzten Mal von thepikt am 27.04.2013 23:43.
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| Zitat von remus: |
| Wir alle sind, so behaupte ich ohne es beweisen zu können, Egoisten und das wird sich auch nicht ändern. |
Da wage ich zu widersprechen. Ich für meinen Teil will, dass es manchen Menschen gut geht, egal ob ich dafür etwas zurückbekomme.
Warum lassen manche Menschen für andere ihr Leben? Egoismus kann hier nicht die Antwort sein. Beschützerinstinkt? Liebe? Wie auch immer. Jedenfalls besteht das wohl aus mehr als purem Egoismus.
Allgemein finde ich deine Definitionen zu Idealisten und Realisten ziemlich gut.
| Zitat von thepikt: |
| Übrigens ist es Irrtum anzunehmen, daß Eigentums-Straftaten allein dadurch beseitigt würden, daß man jedem Menschen freien Zugang zu allen Gütern ermöglicht. Problem ist nämlich, daß die Gesellschaft Ansehen und Ehre eines Menschen heutzutage fast nurnoch über dessen Eigentum definiert. |
Ein kleiner Hinweis: Es geht hier nicht darum EINE "Variable" zu ändern, sondern MEHRERE. Du kannst den Menschen nicht einfach ihr Überzeugungs- und Glaubensfundament unter den Füßen wegreißen, du musst es Stück für Stück von oben an abbauen.
| Zitat von thepikt: |
| Und was die Beispiele "Waffenschein" und "Führerschein" angeht: Man sollte doch wohl nicht einfach jedem erlauben, Auto zu fahren oder mit ner Schusswaffe rumzulaufen, ohne sicherzustellen, daß der vernünftige Umgang mit diesen Gegenständen gelernt wurde. Das minimiert deutlich das Unfallrisiko, oder? Und nichts anderes bezwecken diese beiden staatlich kontrollierten Zertifikate. |
Das hört sich für mich alles nach "es gibt keine Alternativen" an. Das haben wohl viele Menschen früher aufgedacht, zum Beispiel, dass man nie einen König absetzen wird, etc.
Das ganze ist doch nur Schein-Sicherheit. Fakt ist: Nach der Führerscheinprüfung fahren die meisten wie die Schweine. Und ob Amokläufer einen Waffenschein hatten, danach fragt auch niemand. Vernünftiger Umgang mit Schusswaffen? Notfalls rennen die Leute mit Brotmessern in die Schule, wenn sie sonst keinen Ausweg sehen!
Ich bin fast volljährig und momentan im begleiteten Fahren, d.h. meine Mutter oder mein Vater sitzen auf dem Beifahrersitz und ich fahre. Ich stand bisher ca. 10 mal kurz vor einem Unfall und kein einziges mal wäre es meine Schuld gewesen, obwohl ich eigentlich den Führerschein noch nicht habe, diese Menschen allerdings schon. Wenn jeder Mensch "bewusster" fahren würde, wäre solch ein Zertifikat hinfällig.
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Wie soll man sich selbst finden, wenn dir die Gesellschaft vorschreibt, wer du zu sein hast?
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bevor jemand auf die idee kommt, amokläufer als psychopathen abzustempeln (und man deswegen solche "kliniken" braucht um potenzielle amokläufer wegzusperren), hier(bzw. hier) der ausgang einer studie. hehe.
ich probiers mal einzubinden
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EDIT: Wenn man bedenkt, dass man heutzutage fast jedem Zweiten eine psychische Krankheit diagnostiziert...bildet die tabelle "durchschnittliche Menschen" ab.
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Wie soll man sich selbst finden, wenn dir die Gesellschaft vorschreibt, wer du zu sein hast?
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Tja, ungelöst bleibt das Rätsel wie nun die konkrete, schrittweise Aufklärung der Gesellschaft erfolgen soll. Mit Vorschlägen wie "Fahren ohne Führerschein" wird das eher nicht klappen. Man kann nicht Leute in einen Pkw setzen, die keinerlei Ahnung davon haben und sie dann gleich losfahren lassen.
Ergebnis würde sein,eine totale Überforderung mit Vorfahrtsregeln und angemessener Fahrgeschwindigkeit.
Das gleiche Beispiel kann man insgesamt sehen, wenn die Gesellschaft keine Fähigkeiten erlernt hat, die in einer Anarchie notwendig sind. Das würde auch ne Art "Fahren ohne Führerschein". Das Problem ist, daß zwar die meisten Leute freiwillig einen Führerschein erwerben wollen, aber kaum jemand wird einen "Anarchiekursus" besuchen.
Also wo soll man da ansetzen? Letzten Endes nur Warten und auf ein Wunder hoffen. Aber dann erübrigt sich irgendwie die ganze Diskussion. Das macht momentan soviel Sinn, wie zb der aktuelle Wissenschafts-Hype um bewohnbare Exoplaneten. Klingt ganz faszinierend, ist aber für vorläufig sehr lange Zeit für die praktische Mülltonne.
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Yog, inwiefern Unterscheidet sich deine Definition einer anarchistischen Gesellschaft von einer liberalen Gesellschaft?
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"Do you believe in free will?" "I have no choice."
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| Zitat von thepikt: |
| Tja, ungelöst bleibt das Rätsel wie nun die konkrete, schrittweise Aufklärung der Gesellschaft erfolgen soll. Mit Vorschlägen wie "Fahren ohne Führerschein" wird das eher nicht klappen. |
| Zitat von WerBinIch: |
| Ein kleiner Hinweis: Es geht hier nicht darum EINE "Variable" zu ändern, sondern MEHRERE. Du kannst den Menschen nicht einfach ihr Überzeugungs- und Glaubensfundament unter den Füßen wegreißen, du musst es Stück für Stück von oben an abbauen. |
Also, was kann man tun? Zum Beispiel:
~ Leute zum Nachdenken anregen
~ Menschen, die sich dafür interessieren, Anarchie näher bringen
~ Ein Buch verschreiben/verbreiten, oder ein Bild, einen Film, was auch immer.
Es gibt so viele Möglichkeiten. Es gibt keinen Masterplan, du musst dich einfach mal selbst hinsetzen und überlegen, was helfen würde einen Wandel herbeizuführen. Bevor auch nur irgendetwas verändert werden kann, bzw. langsam alles "aufgeweicht" werden kann, muss sich das Denken der Menschen ändern.
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Wie soll man sich selbst finden, wenn dir die Gesellschaft vorschreibt, wer du zu sein hast?
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