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Zum Ende der Seite springen Emotionen  
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dian
unregistriert
Emotionen 22.09.2008 18:33 Diesen Beitrag einem Moderator melden Zum Anfang der Seite springen

Während die lieben Kollegen von mind riot die Foren-Streitereien der Vergangenheit auf ihre Weise aufarbeiten und über die schädlichen Auswirkungen von elitärem Denken diskutieren, schlage ich vor, dass wir uns mal über die wirklichen Ursachen des Konfliktes (und der meisten anderen Konflikte auf dieser Erde) Gedanken machen.

Ich rede von überflüssigen Emotionen... vom mangelnden Abstand der Menschen zu ihrem Ego... und von dem geradezu masochistischen Zwang, sich in Gefühlszustände reinzusteigern, die einem und dem gesamten Umfeld eigentlich nur Schaden zufügen und niemandem weiterhelfen.
Meiner Meinung nach sollte es Ziel von einem jeden Menschen sein, seine Gefühle in den Griff zu bekommen.
Das heißt nicht, dass ich es für einen Idealzustand halte, zu einem rein logisch denkenden Vulkanier zu werden und irgendwann überhaupt nichts mehr zu fühlen... aber man sollte zumindest lernen, seine Emotionen zu kontrollieren, anstatt sich von ihnen kontrollieren zu lassen.
Doch wenn ich mich in unserer Gesellschaft so umschaue, ist eher das genaue Gegenteil der Fall.
Es scheint mir manchmal, als gäbe es (fast) nur noch zwei Sorten von Menschen...
die einen, die alles runterschlucken, ihre Gefühle verdrängen und das triste, graue Leben einer Maschine führen... und die anderen, die sich ständig von ihren Emotionen mitreißen lassen, und genauso inbrünstig feiern und lachen, wie sie auch andere Menschen anbrüllen und hassen können.
Beides ist aber meines Erachtens falsch und ungesund.
Emotionen sind wichtig, weil wir nur mit ihrer Hilfe Zugang zu Kunst und Gedanken haben... zu einem eigenen Universum, das emotionslosen Robotern für immer verborgen bleiben wird.
Ohne Emotionen kann es keine Spiritualität geben... und ohne echte Spiritualität werden wir vielleicht nie hinter den Sinn unseres Daseins kommen, so fern es überhaupt einen gibt.
Doch Emotionen können auch großen Schaden zufügen.
Sie blenden einen, sie lenken vom Wesentlichen ab, und sie machen, wenn sie all zu negativ sind, letztlich auch psychisch und körperlich krank.
Also sollte man nicht versuchen, einen vernünftigen Umgang mit Emotionen zu finden? Sozusagen einen "goldenen Mittelweg"... wobei damit aber kein fauler Kompromiss gemeint ist, sondern eher der Versuch einer Destillation.
Schädliche Einflüsse der Emotionen gilt es, auszumerzen oder zu trennen, so dass am Ende nur noch die rein positiven Effekte der Emotionen übrig bleiben.
Persönlich praktiziere ich das eigentlich schon seit geraumer Zeit.
So kann ich mich nicht erinnern, wann ich das letzte Mal irgendjemanden angebrüllt habe oder sonstwie aggressiv geworden bin. (ok, nach verlorenem Videospiel flog in der Vergangenheit schonmal irgendein Gegenstand durchs Zimmer... aber dadurch ist eigentlich nie ein lebendes Wesen zu Schaden gekommen! großes Grinsen )
In Konfliktsituationen versuche ich allerdings stets, die Ruhe zu bewahren und mich nicht durch meine Gefühle vom Wesentlichen ablenken zu lassen.
Ich bin auch davon überzeugt, dass derjenige, der selbst in der hitzigsten Diskussionsrunde ruhig und gelassen bleiben kann, am Ende als moralischer Sieger vom Platz gehen wird.

Schön beobachten kann man die Sinnlosigkeit von emotionsgeladenen Streitereien etwa, wenn man sich mal anschaut, wie pubertierende Teenager mit ihren Eltern aneinandergeraten.
Ich kannte da mal ein Mädel, die sich nicht nur des öfteren mit ihrer Mutter in die Haare bekommen hat, sondern die auch noch eine noch zickigere Schwester hatte... Da wurde schonmal gegen Türen getreten, es wurde gekeift, gezickt und sonstiger Psychoterror betrieben.
Und ich behaupte: Das ist kein Einzelfall, sondern geradezu typisch für moderne Familien, wo Menschen auf engstem Raum zusammenleben, weil sie eben durch die gesellschaftlichen Umstände dazu gezwungen werden.
Eltern können nicht einfach ihre Kinder verlassen, auch wenn sie eigentlich gar keinen Bock mehr haben... und Kinder können auch nicht von ihren Eltern fort, sonst werden ihnen gleich die Bullen hinterhergehetzt.
Aber sich gegenseitig demonstrieren, wie sehr einen die anderen ankotzen, möchte man natürlich trotzdem.
Nur... wird dadurch irgendetwas besser?
Muss man sich erst kratzen, anschreien und mit verheulten Augen demonstrativ durchs ganze Haus trampeln, damit man irgendwann einen Weg finden kann, angemessen miteinander umzugehen?
Oder ist nicht jede einzelne Träne, jeder Schrei und jede zugeschlagene Tür nur ein Zeichen von geistiger Schwäche, das den ganzen Konflikt nur noch weiter anheizt?

Ich denke, damit wird sich heutzutage viel zu wenig auseinandergesetzt.
Zappe ich mal abends durch die Fernsehlandschaft, läuft eigentlich in jedem zweiten Sender gerade eine Szene, wo entweder einer den anderen anschnauzt, auf aggressive Weise Druck ausgeübt wird, Menschen weinen oder demonstrativ ihre Angst zur Schau stellen.
Statt den Konsumenten zu sagen: "Hey, kommt doch mal wieder runter und lasst den ganzen Scheiß hinter euch" werden sie regelrecht mit Emotionen (meist negativer Art) bombadiert.
Als "Ausgleich" gibt's dann die Werbung, die sich psychologisch geschickt darum bemüht, möglichst positiv zu emotionalisieren und durch Musik und Harmonie die Gefühle der Menschen zu stimulieren, um sie zum Kauf von einem bestimmten Produkt zu bewegen.
Die Medien sind voller Emotionsterror.
Das bekommen natürlich schon die kleinsten Kinder mit.
Sie wachsen damit auf, sie imitieren es, und werden so irgendwann älter, ohne wirklich reifer zu werden und Abstand zu ihrem Dasein zu gewinnen.
Ja, ich denke sogar, sie werden regelrecht dazu konditioniert, die Kontrolle über ihre Gefühle zu verlieren.
Durch Trauer werden sie schwach...
durch Angst werden sie manipulierbar...
durch Freude werden sie blind...
Generell kann man sagen, je extremer man von seinen Emotionen ergriffen ist, um so schwieriger fällt es einem, den Gesamtzusammenhang im Auge zu behalten und echte Lösungen für die Probleme, die man hat, zu finden.

Ich persönlich empfinde es daher nicht als erstrebenswert, Sklave meiner Gefühle zu sein, und bin bemüht, sie überall dort auszuschalten, wo ich mir von ihnen keinen positiven Nutzen für mein Leben, sondern nur negative Auswirkungen verspreche.
Beispielsweise, wenn es um Trauer geht.
Als mein Vater, den ich durchaus schätzte, starb, habe ich keine einzige Träne vergossen. Ja, ich habe an dem Tag sogar "Business as usual" gemacht und ein kleines Unity-Treffen abgehalten, mich mit den Leuten unterhalten, und mich ab und zu abgesetzt, um meine Mutter zu trösten.
Klingt komisch?
Ist aber so.
Was wäre für mich persönlich besser geworden, wenn ich rumgeheult und mich in irgendwelchen unproduktiven Gefühlszuständen verloren hätte?
In dieser Zeit ist man doch quasi nur gelähmt... und ich denke auch nicht, dass das zur Aufarbeitung wichtig ist, weil man in dem Moment, wo man flennt und sich in seiner Trauer suhlt, ohnehin zu keinem vernünftigen Gedankengang fähig ist.
Also kann man den unproduktiven Teil doch ebenso gut überspringen und gleich mit der produktiven Phase der Aufbereitung anfangen.
Mir gelingt das jedenfalls mittlerweile recht gut.
Klar bin ich auch mal depri und ergehe mich in Hassphantasien...
aber wenn es dann nötig ist, mit anderen Menschen zu interagieren, kann ich das in der Regel auch ganz schnell wieder abstellen.
Ich habe die Kontrolle über dieses Vehikel namens "Körper", mit dessen Hilfe ich mich durch diese Welt fortbewege.
Und nur, wenn ich darüber die Kontrolle habe, kann ich auch Kontrolle über meine Umwelt erlangen.

Ich würde auch Leuten, die im Internet in Diskussionen schnell persönlich werden und andere User beleidigen, raten, sich dringend mal mit ihren eigenen Emotionen zu befassen und sich zu fragen, ob ich nicht vielleicht Recht haben könnte damit, dass diese Emotionen ihnen noch nie irgendwas Gutes getan haben, sondern ihnen letztlich nur selbst am meisten schaden.
Wie gesagt, es geht mir nicht darum, sich vor seinen Gefühlen zu verschließen... Es geht darum, dass man die Gefühle besser für sich selbst, nach innen gerichtet, nutzen und analysieren sollte, statt sie auf andere Menschen zu schleudern und jeden, der sich nicht rechtzeitig in Sicherheit bringen konnte, damit zu belästigen.

Yog-Sothoth




22.09.2008 21:06 Diesen Beitrag einem Moderator melden Zum Anfang der Seite springen

Geht es dir eher um überflüssige Emotionen als Ursache von Konflikten, oder um "die wirklichen Ursachen des Konfliktes"?

Sicher, Emotionalität hat eine Rolle gespielt, aber ich denke das "Problem" war eher dass manche User es sich zum Ziel gemacht haben scheinen, andere User wegen persönlicher Differenzen raus zu mobben, so dass wir hier eher ein Kriegsfeld statt einer Diskussionsplattform hatten; und da ist es mir dann auch egal, ob das auf einer emotionalen Ebene, oder auf einer hinterlistigen kalkulierten Ebene stattfindet.

Ich will hier auch nicht großartig moralisieren, jeder hat halt unterschiedliche Wünsche, was aus der Unity werden soll. Mir persönlich ist es wichtig, persönliche Differenzen zurück zu stellen, und sachlich über Meinungen zu diskutieren, wobei ich es natürlich willkommen heiße wenn man sich dazu noch gut versteht. Andere haben dagegen andere Präferenzen.
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quaid

their law


22.09.2008 23:01 Diesen Beitrag einem Moderator melden Zum Anfang der Seite springen

puh, wollte eig nur kurz vorbei schauen, dann erstmal was futtern gehen. ich les mir das ganze auf jeden fall noch genauer durch, aber jetzt möchte ich schonmal was loswerden:

überflüssige emotionen..dazu gehört doch z.b. auch trauer. heutzutage weint man ja schon bei ner schlechten diagnose. anstatt man sagt, dass es bedauerlich ist..
heute ist alles so verweichlicht. man schwebt in seiner pinken welt, biss man hinaus gerissen wird in die wirklichkeit, die nunmal hart ist.
es reicht doch, wenn man den menschen in guten gedanken behält und es bedauert. aber rumzuweinen und sich die laune zu vermiesen - auch anderen leuten?
das erinnert mich eher an eine selbsthilfegruppe.

was das reinsteigern angeht..da kann ich meinem ego manchmal auch kaum nachgeben. ich weiß es eigentlich besser. ich denke, es hat etwas mit konkurrenz zu tun..man achtet ständig darauf, wie man dasteht und was andere über einen denken.
das abzulegen wird auf jeden fall schwer..
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dian
unregistriert
23.09.2008 11:10 Diesen Beitrag einem Moderator melden Zum Anfang der Seite springen

@ Yog:
Zitat:
Sicher, Emotionalität hat eine Rolle gespielt, aber ich denke das "Problem" war eher dass manche User es sich zum Ziel gemacht haben scheinen, andere User wegen persönlicher Differenzen raus zu mobben

Eben. Und ich glaube nunmal, dass diese persönlichen Differenzen nur deshalb entstanden sind, weil sich einige User zu sehr in ihre Emotionen hineingesteigert haben.
In einem Diskussionsforum wird es immer vorkommen, dass User A eine andere Meinung hat als User B.
Nun kann man das völlig sachlich und objektiv angehen, indem man einfach die Argumente des anderen widerlegt...
doch viel zu oft ist die Argumentationsebene zu diesem Zeitpunkt bereits völlig nebensächlich geworden. Es geht vielmehr für die betroffenen User auf einmal nur noch darum, ihre virtuelle Ehre zu verteidigen, die sie von den Äußerungen des anderen beschmutzt glauben... sie fühlen sich vor einem großen Publikum vorgeführt oder lächerlich gemacht, und können das unmöglich so auf sich sitzen lassen.
Mit Logik hat das meist nichts zu tun... ebenso wenig, wie es was mit Logik zu tun hat, wenn ein Fundamentalist seine Frau erschießt, weil die sich von ihm trennen wollte.
Es sind die Egos und die Gefühle der Menschen, die solche Taten auslösen.
Und die Emotionen wirken noch weiter...
denn wenn bei User A erstmal der Eindruck entstanden ist, dass da ein anderer User ist, der etwas gegen ihn persönlich hat, dann wird er zukünftige Äußerungen dieses Users überhaupt nicht mehr so objektiv und nüchtern auffassen können, wie ein Unbeteiligter dies tut, sondern wird die Äußerungen seines Kontrahenten geradezu fanatisch darauf abklopfen, ob darin irgendwo noch ein weiterer persönlicher Angriff auf ihn versteckt sein könnte.
Und wenn man konkret nach Gründen dafür sucht, sich beleidigt zu fühlen, wird man natürlich immer auch irgendwo fündig werden.
Man will sich zu diesem Zeitpunkt regelrecht persönlich angegriffen fühlen... man lechzt nach jedem weiteren Satz des Gegners, der einen in einem schlechten Licht darstellt, weil man dadurch wiederum für sich selbst die Bestätigung gewinnt, dass der Diskussionspartner genauso niederträchtig ist, wie man es schon immer von ihm vermutet hat.
Ist man erstmal emotionalisiert und sieht nicht mehr die Argumente, sondern nur noch andersdenkende Menschen, die einem Böses wollen, bettelt man förmlich darum, von ihnen gehasst zu werden, um selber seinen Hass noch mehr zu füttern und noch viel stärker zurückhassen zu können.
Mit sachlichen Differenzenzen hat das alles meines Erachtens dann längst nichts mehr zu tun... denn sachliche Differenzen gibt es im Grunde immer und überall. Und so lange man seine Emotionen im Griff hat, sollte man diese Differenzen eigentlich auch auf einer rein sachlichen, unpersönlichen Ebene ansprechen und lösen können.

Yog-Sothoth




23.09.2008 16:44 Diesen Beitrag einem Moderator melden Zum Anfang der Seite springen

Tschuldige, "Persönliche Differenzen" war von mir etwas unpräzise ausgedrückt (man vergebe mir meine "Konfusität"). Es ging mir auch (und gerade) darum, dass viele Konflikte erst dadurch entstanden sind dass manche der Meinung waren, dass bestimmte User "der Unity" (wer oder was auch immer nun da rein fällt) schaden, und eher aus idealistischen als aus egoistischen Gründen einen Kleinkrieg gegen diese "Feinde" geführt haben (sicher, letzteres gab's natürlich auch).

Die ganze Situation hat Reaktionen erfordert, und ich könnte nicht sagen welche Entscheidungen in dieser Situation die "richtigen" gewesen wären; irgendwie schien es kaum eine Lösung zu geben, mit der jeder zufrieden gewesen wäre.
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nemesus
unregistriert
24.09.2008 12:54 Diesen Beitrag einem Moderator melden Zum Anfang der Seite springen

QUOTE]Sagt, woher kommt des Herzens Lust?
Aus dem Kopfe, aus der Brust?[/QUOTE]
William Shakespeare

Lieber dian,

ich muss gestehen, dass ich bisher sehr wenig mit diesem Thread anfangen kann, was ich sehr bedaure, denn nach meiner Überzugung ist das Thema >>Emotionen<< ein sehr wichtiges.
Ich glaube, dass dians Ansatz in eine Richtung führt, die das Thema in eine große Schieflage bringt.

Du redest
Zitat:
von überflüssigen Emotionen... vom mangelnden Abstand der Menschen zu ihrem Ego... und von dem geradezu masochistischen Zwang, sich in Gefühlszustände reinzusteigern, die einem und dem gesamten Umfeld eigentlich nur Schaden zufügen und niemandem weiterhelfen.


Ich möchte das Thema von einer anderen Seite betrachten, vielleicht von einer ungewohnteren.

Fragment I:
Nach einer alten Legende war es Alexander der Große, der bitterlich weinte, als ihm bewusst wurde, dass sein Reich nun die ganze (damals bekannte) Welt umfasste, und dass es darum (aus seiner Sicht) nichts mehr zu erobern gebe.

Fragment II:
Ich erinnere mich an einen Mitschüler, den ich als sehr nett empfand, aber dessen Verstand aufgrund seiner Herkunft stark unterfordert war. In meinen Augen hatte er eine "Sternstunde", als er von unserer damaligen Deutschlehrerin zu Wort gebeten wude. Wir hatten gerade über eine Geschichte diskutiert, und als er gefragt wurde, was er von ihr hielt, stellte sich heraus, dass er stark verblüfft war. Er empfand die Geschichte teilweise als komisch, teilweise als tragisch. "Beides auf einmal" kannte er noch nicht. Er stellte die Frage: "Kann das sein?"
In der darauffolgenden Pause suchte er das Gespräch mit mir. Sein Erleben dieser "neuen Geschmacksrichtung von Gefühlen" schien ihn tief berührt zu haben. Er wirkte noch immer recht fassungslos. Ich stellte ihm die Frage:"Kennst Du die Geschmacksrichtung süss-sauer?" Tatsächlich konnte er den Transfer leisten.

Fragment III
"Sänger?" Sido rapt(?):
Zitat:
Meine Stadt, mein Bezirk, mein Viertel, meine Gegend, meine Straße, mein zu Hause, mein Block,
meine Gedanken, mein Herz, mein Leben, meine Welt reicht vom ersten bis zum sechszehnten Stock.


Worauf ich hinaus möchte?
Auf einen Zusammenhang zwischen Bewusstsein und Emotion.
Meine Frage:
Wenn die Welt des Alexanders wesentlich größer war, als die 16stöckigige sidos, wie groß sind dann deren "Gefühlswelten" im Vergleich?

Nein dian, ich glaube nicht daran, dass das "Böse in der Welt" auf den zu geringen Abstand zwischen Menschen und deren Emotionen zurückzuführen ist. Stattdessen gehe ich davon aus, dass eingeengtes Bewusstsein zu reduziertem Gesprächsstoff und Emotionen führt, die ich als "Grundemotionen" beschreiben möchte, und die nicht über komplexere Gefühle hinausreichen. - Wenig süss-sauer, viel schwarz-weiss.

Nach dieser Interpretation führten weder "persönliche Differenzen" noch "Idealismus" zu unsachlichen Diskussionen, sondern schlicht und ergreifend die geringe Fähigkeit, zu diskutieren, führte zum Wunsch, die Stille mit dem zu übertünchen, was möglich war: Unqualifizierte Aussagen. Auf diese Weise waren und sind Ausschreitungen, gleich welcher Art, leider vorprogrammiert. Reflexion ist zu komplex.

Gruß,
nemi
zanthia
unregistriert
24.09.2008 14:19 Diesen Beitrag einem Moderator melden Zum Anfang der Seite springen

Zitat:
Original von nemesus
Nach dieser Interpretation führten weder "persönliche Differenzen" noch "Idealismus" zu unsachlichen Diskussionen, sondern schlicht und ergreifend die geringe Fähigkeit, zu diskutieren, führte zum Wunsch, die Stille mit dem zu übertünchen, was möglich war: Unqualifizierte Aussagen. Auf diese Weise waren und sind Ausschreitungen, gleich welcher Art, leider vorprogrammiert. Reflexion ist zu komplex.

1. ein forum ist auf streitgespräche ausgelegt. liest man etwas, was man gut findet und dem man uneingeschränkt zustimmen kann, ist die motivation "find ich gut" zu posten geringer, als wenn man etwas liest, was einen aufregt und was man gerne zerpflücken möchte.
2. je weniger in mir selbst der wunsch besteht, eigene gedanken zur diskussion zu stellen, desto mehr werde ich zu einem forumsteilnehmer, der andere gedanken lediglich konsumiert und hauptsächlich nur noch reagiert. ich warte auf beiträge, die mich aufregen, damit ich endlich zuschlagen kann.
3. daher stellt sich für mich die frage, ob das problem überhaupt darin besteht, dass leute sich nicht unter kontrolle haben und ihrer wut freien lauf lassen, oder darin , dass sie gar keine anderen absichten haben, als ihre wut rauszulassen. in wie weit dass mit diskussionsfähigkeiten zu tun hat, weiß ich nicht. ich vermute eher, es hat mit eigenen absichten zu tun.
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