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Original von Anarchyes
1.) Ich habe mir das Video von Erich Fromm angeschaut und habe bemerkt, das die Infos, den ich reinbringen wollte, von Arne gar nicht verstanden wurden.
Es geht darum, das meines Wissens nach, die groesste Gefahr fuer die Freiheit von uns Menschen von dieser Psychiaterlobby, einschliesslich der Pharmaindustrie, ausgeht. Es werden jetzt schon Kinder mit "oppositionellem Verhalten" als psychische Stoerung diagnostiziert und in Psychiatrien eingeliefert. Wenn die mit dem neuen "DSM"-Update durchkommen und auch die ersten "Erwaxenen" wegen "oppositionellem Verhalten" in die Psychiatrie eingesperrt werden, haben alle Anderesdenkenden damit zu rechnen, frueher oder spaeter psychiatrisiert werden zu koennen. Was das heissen kann brauche ich jetzt, glaube ich, nicht mehr weiter zu erlaeutern. Ganz zu schweigen, das die Homosexualitaet wieder von diesen Damen und Herren als Krankheit klassifiziert wird. Da brauch' man gar nicht gross mit Verschwoerungstheorien kommen. Jeder kann sich vorstellen, was das fuer ein Profit fuer die Pharmaindustrie werden wuerde. Und was waere mit der Freiheit der Menschen ?
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Dann haben wir wirklich den Knackpunkt gefunden, an denen unterschiedliche Vorstellungen der meisten User hier und von Euch deutlich werden.
Ihr nehmt einen bestimmten Punkt aus den Mißständen heraus und kritisiert ihn konkret, viele von uns sind nicht unbedingt begeistert von systemimmanenten Lösungen.
(Ich versuche jetzt mal für mehrere User hier in der Mehrzahl zu sprechen, obwohl ich von mir spreche, aber andere können ja ergänzen, außerdem betrifft es, wie ich es bislang erlebt habe, doch den größten Teil der User hier, wenn die das auch wahrscheinlich noch etwas anders formulieren würden. Nicht alle eben. Über verschiedene Einzelpunkte wie ökonomische oder politische Organisation eines anderen System gehen die Auffassungen weit auseinander, noch mehr natürlich dann, wie etwas anderes umgesetzt werden kann.)
Sprich:
Dass hier die Definition, was "krank" ist, auch irgendwo offiziell festgeschrieben wird im ICD-10 ist jetzt nicht so das Relevante für uns, sondern es ist EIN Punkt, wie innerhalb des System das selbige versucht, sich am Laufen zu erhalten.
Grundansatzpunkt ist dabei eben, was Fromm sagt, dass wir in einem System leben, wo viele, die heute (psychisch) "krank" genannt werden, eigentlich nichts anderes sind, als diejenigen, die noch mitbekommen, dass wir in einer entfremdeten Gesellschaftsstruktur leben müssen, die nicht für alle die Möglichkeiten der Entfaltung bietet, die sie benötigen, um frei und zufrieden in dieser Gesellschaft zu leben.
Natürlich kann man das bei Kindern oder Menschen, die eben (noch ) nicht alle "Erziehungsansätze" dieser Gesellschaft durchlebt haben und noch eigenständiger denken, noch am besten beobachten, dass bei diesen abweichendes Verhalten von der Masse sanktioniert wird. Wesentlich häufiger wird das allerdings bei Kindern nicht durch Psychiater gemacht, sondern eben einfach durch Menschen, die meinen, sie müssten Kinder erziehen. Mit allen anderen Punkten, die auf ein Kind oder einen Jugendlichen einwirken, wird nicht erst durch irgendwelche Neudefinitonen von abweichendem Verhalten als Krankheit auf diese eingewirkt, sondern eben durch alles, was unsere Umwelt an Konsumverhalten, Medien, Eltern, Lehrer usw. zu bieten hat.
Und dies eben auch mit dem Ziel einen möglichst dem System angepassten Menschen zu erschaffen.
Da ist dann eben diese Neudefinition eines abweichenden Verhaltens als Krankheit nur einer der vielen Punkten, die neben dauerhafter Überwachung, finanzieller Abhängiskeitsschaffung durch staatliche Institutionen oder Aufstellung von entsprechenden Lehrplänen für die Schule, sogar in letzter Zeit genetischen Ansätzen, dazu beitragen sollen, Menschen zu schaffen, die sich dem System unterordnen und nicht frei für sich entscheiden sollen, was für sie das beste ist.
Eure Ansatzpunkt, sich da ein einzelnen Phänomen heruaszugreifen (Definition von psychischen Krankheiten bei Kindern), ist da etwas bürgerlicher sozusagen.
In dem Posting von Contrarian in diesem Thread hier habe ich da eher Ansatzpunkte gefunden, die sich mit den unserigen hier decken könnten. (Da er sich hier noch nicht vorgestellt hatte, gehe ich mal davon aus, dass er auch aus Eurem Umfeld stammt, scheint aber Ansätze zu haben, die sich eher mit denen der meisten User hier decken. Insofern kennt Ihr evtl. daher die unterschiedlichen Ansatzpunkte eher.)
Insofern war es wohl den meisten auch schwer nachvollziehbar, was Spiegel jetzt überhaupt wollte und ich schließe nach wie vor nicht aus, dass auch in seinen Ansatzpunkten zur Hilfe viele Sachen nicht die gleichen sind wie wir Hilfe verstehen würden.
Es ist an sich schon mehr als unüblich, dass nicht derjenige, der Hilfe will, sich an uns selbst wendet, sondern dass das eben von dritten übertragen wird. Du hast dabei immer das Problem, dass man für jemand anderen sprechen muss. Das sollte bei konkreten Sachen wirklich nur sehr eingeschränkt passieren. (Merke ich auch gerade, wenn ich versuche die Unterschiede, die zwischen den bisherigen Usern und Euren Vorstellungen herrschen, herauszustellen und meine eigene, noch wesentlich stärker als bei anderen her marxistsich geprägte Interpretation dazu nicht zu stark einfließen zu lassen.)
Und wenn sich dann noch im Laufe einer Schilderung des Falles heruasstellt, dass das Interesse der Hilfe gar nicht in dem Maße von dem geschilderten direkt betroffenen ausgeht wie im Falle Daniel, sondern eher von der Mutter, die ja nach unserer Interpretation eher ebenso versucht, Daniel in das System zu integrieren, das vorherrscht, dann fühlt man sich eben irgendwann auch noch zusätzlich verarscht, um jetzt mal an diesem Einzelfall die Unterschiede klar zu machen, die sich aus den unterschiedlichen Ansatzpunkten von Euch und den meisten Usern hier ergeben.
Hätte z.B. statt Hansi selber seine Mutter hier irgendwann mal nachgefragt, wie man ihrem Sohn in Cottbus helfen soll, wären wahrscheinlich ganz andere Sachen herausgekommen, die wahrscheinlich Hansi nicht so stark die Möglichkeiten gegeben hätten, seine Vorstellungen von Leben zu verwirklichen.
Sicherlich ist es auch für uns interessant, auf diesen Punkt, die Definition des abweichenden Verhaltens als Krankheit noch mal als einen weiteren Aspekt kennezulernen, aber er ist eben, wie gesagt, nur ein Symptom innerhalb eines Systems, dass nicht auf die Bedürfnisse der in ihm lebenden Menschen abgestimmt ist und mit solchen repressiven Maßnahmen versucht, zu überleben.
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Mir kommt es so vor, als ob zu viele Leute noch schlafen, und die, die wissen, sich nicht aktivieren etwas entgegen zu setzen. Und hat dann, keinen Widerstand zu leisten wirklich noch etwas mit einem freien Willen zu tun. Deswegen kann ich generell die Sichtweise von "Spiegel" unterstuetzen, Power dafuer zu machen, das sich Leute politisch aktivieren.. |
Da spricht, s.o., nichts gegen.
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Und am besten da, wo auch die wirklichen Ursachen liegen; in der Kinderrechtepolitik. Und wenn die Leute ein bisschen Druck abkriegen, finde ich das halb so schlimm. |
Das ist eben imo nicht der Hauptpunkt, sondern nur eine Sache innerhalb des Systems. Kinder bekommen evtl. noch eher mit, wie ihre Wünsche unterdrückt werden innerhalb des Systems, aber dass deswegen Erwachsene, die in diesem System leben, weniger leiden, sehe ich nicht.
Menschenrechte sind Menschenrechte und eine Teilung in Kinder- und Erwachsenenrechte ist größtenteils schwachsinnig.
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Wenn man mal ueberlegt, das unsere Freiheit auf dem Spiel steht. |
Du meinst, Du hast noch "Freiheit" in diesem System? Einzelne Freiheiten evtl. noch, die man sich schwer erkämpfen muss (z.B. Widerstand zu leisten, wie Du oben schreibst), aber den Begriff "frei" hier anzuwenden, ist imo schon lange nicht mehr gegeben und war es auch nie.
Dieser Beitrag wurde 1 mal editiert, zum letzten Mal von Arne Reload am 11.06.2010 08:04.
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Interessant, wie unterschiedlich man so ein Video beurteilen kann.
Ich finde, das Video zeigt ziemlich klar, dass es eine gute Sache ist, wenn sich die Wissenschaft und die Medizin um die Kinder kümmert. Ich habe keinen Kommentar eines Wissenschaflers aus dem Video in Erinnerung, der mir negativ aufgefallen wäre.
Die wissen meistens wenigstens, was solche Tests und Statistiken aussagen und vor allem: Was nicht.
Das grosse Problem sind die Eltern, entweder direkt in der Erziehung oder indirekt, indem sie völlig unfähige Politiker wählen, die nix von den Ergebnissen der Wissenschaft verstehen (genauso wie die Eltern) und dann in ihrem Unverständnis Unheil anrichten.
Aber selbst wissenschaftliche Ergebnisse missverstehen und missbrauchen ist noch besser als z.B. religiöse Texte oder Traditionen als Grundlage der Erziehung und Kinderpolitik zu benutzen.
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"Do you believe in free will?" "I have no choice."
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Die Frage ist, wen Du da als Wissenschaftler bezeichnest.
Interessant fand ich z.B., dass da ein Neurologe darauf hingewiesen hat, dass das bildgebende Verfahren von Hirnstrommessungen dazu führt, dass jeder glaubt, diese Ergebnisse interpretieren zu können und Psychologen sofort daraus die falschen Schlüsse ziehen.
Ob da nun unbedingt Politiker was mit zu tun haben, weiß ich gar nicht, aber es gab da auch genügend Ansätze, dass die Psychologen erst tätig wurden auf Wunsch von Eltern.
Richtig interpretiert haben die wahrscheinlich schon die Ergebnisse und letztendlich haben sie nix anderes gemacht, als das, wofür sie bezahlt werden. Den Wunsch ihres Auftraggebers zu erfüllen, in den meisten Fällen wohl eben die Eltern, die keine Kinder haben wollen, die nachfragen und unruhig sind oder gar aggressiv werden, wenn sie beim Spielen beschissen werden.
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