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Ein Buch schreiben...
23.12.2008 01:05 |
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Das Thema wurde jetzt mehrfach erwähnt, deshalb frage ich mal:
Habt ihr schon mal ein Buch / Bücher geschrieben, oder habt ihr vor eins zu schreiben? Wenn ihr eins geschrieben habt oder schreiben wollt / würdet, worüber habt / wollt / würdet ihr schreiben? Und worin liegt die Motivation?
Ich persönlich hatte schon länger vor gehabt ein musiktheoretisches Büchlein über akustische Grundlagen und mögliche Tonräume zu schreiben und als .pdf zu veröffentlichen, um ein paar künstliche Einschränkungen durch verbreitete Konventionen zu beleuchten, komm dabei aber nicht wirklich vorwärts, u.a. auch wegen meinem Studium, sonstigen Nebenprojekten und meinen Ansprüchen an das Projekt, von denen ich weiß dass ich sowieso weit darunter bleiben werde.
@dian: Ich denke bei dir weiß ich so ungefähr bescheid, aber du kannst ja trotzdem was zu deinen Romanen schreiben, wenn du Lust hast.
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RE: Ein Buch schreiben...
23.12.2008 01:44 |
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Also aktuell schreibe ich an einem, dazu kann und möchte ich jetzt noch nichts sagen.
Ich habe noch ein Drehbuch auf Halde liegen, wo ich mir, wenn ich mal Lust habe, die Figuren ein wenig anschauen muss. Die haben sich nämlich frei nach dem Erfinder, ohne Absprache selbständig gemacht und irgendwie fehlt mir da die Form, um daraus wieder eine Story zu machen
naja war der Anfang wo man auf ein paar Dinge nicht geachtet hat und einfach mal los geschrieben hat. Kann gut gehen, muss aber nicht
und bei mir war es der letztere Teil. Aber wer weiß.
Das Genre ist ähnlich wie Dian, weshalb ich ja auch öfter mal gerne seine Metaphern hier im Forum übernehme (Lemminge und co) sozialkritisch mit einem Schuss Phantasie. Also sehr stark an die Gegenwart angelehnt, jedoch mit Elementen, die es so nicht wirklich sichtbar gibt. Edith sagt: meiner Meinung nach schreib ich allerdings weniger Anarcho (noch nicht *g*)
Wer Lust hat Romane zu schreiben dem empfehle ich sich das "Handwerk" dazu anzuschauen - es ist ein kreativer Prozess, aber wenn man bestimmte Grundlagen kennt, gehts einfacher, auch wenn es nicht zwingend nötig ist. Aber man sollte zum Beispiel die Story kennen - man sollte Anfang und Ende definieren- und dann loslegen. Muss man nicht hilft aber ungemein, damit man irgendwo ankommt und es noch ne Story ist. Es sei denn man möchte etwas gänzlich anders schreiben ohne Linie
gibt ja auch surreale Maler, die ich nicht verstehe - zumindest nicht wie sie . Aber deshalb steht da oben ja auch empfehle. No must.
Saludos
PS. Wenn ich soweit bin gibts hier Leseproben
, aber immo hängt es wieder, weil ich Hunger habe (na gut noch nicht ganz) und nen kleinen Job brauche - fuck ... jaja hier auf den Kanaren gibt es nicht mal die Miete bezahlt wenn du nichts hast ... hier zählt Familie, nur schade wenn keine da ist
Dieser Beitrag wurde 1 mal editiert, zum letzten Mal von Engel des Süden am 23.12.2008 01:45.
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Hansi unregistriert
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Ich geb zu diesem Thema einfach mal keinen Kommentar ab
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Du musst aber zugeben, dass dein Beitrag etwas paradoxes hat, Hansi
Also ich hab schon ein paar mal angesetzt, was zu schreiben, hatte meistens schon einen Anfang, dann ist mir aber einfach nichts gutes mehr eingefallen. Ist bei vielen Dingen so.
"I never finish anyth" ist tatsächlich eine sehr treffende Feststellung...
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@Hansi: Schon klar, musst du ja auch nicht.
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Hansi unregistriert
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| Du musst aber zugeben, dass dein Beitrag etwas paradoxes hat, Hansi großes Grinsen |
Hier mit entschuldige ich mich bei allen Outsidern die die Insideranspielungen hier nicht peilen, erklären werd ich euch das hier trotzdem nich.
@Yog: Vielen Dank!
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dian unregistriert
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Ich glaube, das weiß Hansi schon...
Aber generell wissen es wohl tatsächlich viele noch nicht: Sich ein eigenes Buch drucken lassen ist heutzutage so günstig, da ist man schon mit 20 oder 30 Euro dabei. Das ist sogar problemlos machbar, wenn man nur ein einziges Exemplar für sich selbst haben will.
(Als originelles Geschenk ist sowas auch immer wieder eine gute Idee.)
Das große Problem an diesem ganzen Book on Demand-Service sehe ich darin, sobald man versucht, damit richtig Geld zu verdienen... dafür sind die Grundpreise von denen einfach zu hoch. Will man also Gewinn machen, müsste man für die Bücher doppelt oder dreimal so viel verlangen, wie ein vergleichbares Buch im normalen Buchhandel kosten würde... nur, wer kauft das dann noch?
Wer zahlt 30 Euro für den Roman eines unbekannten Newcomers, wenn er im Kaufhaus für 8,90 die größten Bestseller bekommen kann?
Ich denke, Book on Demand ist ne prima Sache zum Einstieg, oder wenn man so wie ich das ganze nicht in erster Linie um des Erfolges Willen betreibt.
Aber wenn man einmal allein von der Schriftstellerei leben möchte, ist es wohl nach wie vor unerlässlich, sich so wie in der guten alten Zeit einen Verlag zu suchen, Lesungen abzuhalten, Autogramme zu gritzeln und irgendwelchen Journalisten in den Arsch zu kriechen.
| Zitat: |
| den Anfang und das Ende haben und dann kann man sich überlegen wie man am spannendsten verhindert das das Ende zu schnell kommt |
Ich bin mir nicht ganz sicher, ob diese Vorgehensweise wirklich gut ist für die Qualität in der Mitte des Buches...
Über Anfang und Ende mache ich mir eigentlich zunächst eher wenig Gedanken.
Erst einmal versuche ich, aus den vielen einzelnen Ideen, die in meinem Kopf rumschwirren, irgendwie eine zusammenhängende Geschichte zu machen.
Da ist es oft so, dass mir irgendwelche Dinge, die später in der Mitte des Buches stehen, zu allererst eingefallen sind.
Um mal ein Beispiel aus "Gegenweltl" zu nennen: So habe ich etwa die Szene, in der sich Yao mit den Skinheads anlegt, schon vor meinem inneren Auge ablaufen sehen, noch ehe ich überhaupt irgendwelche Skinheads in meiner Story drin hatte.
Ich wusste auch nicht, ob die Szene nun eher am Anfang oder eher am Ende kommen sollte...
Und so hatte ich noch ein paar dutzend anderer Szenen in meinem Kopf. Ungeordnet und oft mit wechselnder Besetzung. Die Kunst war dann eben, das alles zusammen zu führen in einer einzigen Story, und so, dass es auch Sinn ergibt.
Tja, und das bringt mich auf meine momentane Situation...
Ok, ich hab zwar noch knapp vier Jahre Zeit bis zum Erscheinen meines nächsten Werkes... aber irgendwann muss ich ja mal damit anfangen.
Zur Zeit ist es auch so, dass ich nur wenige Fragmente in meinem Kopf habe, von denen ich weiß, dass sie im neuen Roman drin sein sollten. Aber noch ist mir ein komplettes Rätsel, wie ich sie zusammenführen werde.
Ich sehe Schnee.. einen verschneiten Wald, irgendwo in Deutschland.
Ich sehe, wie sich dort zwei Menschen begegnen. Ich sehe jemanden, der einen imaginären Freund besitzt und traurig ist, dass dieser Freund nicht real ist. Ich sehe ein heruntergekommenes Kinderheim, irgendwo in Russland oder Osteuropa, aus dem jemand mit Gewalt befreit wird. Ich sehe das Thema "Astralreise" und irgendwelche Dämonen oder ähnliches. Und dann sehe ich noch einen einsamen Geist, der in Kabul in Afghanistan an der Straße hockt und die vorbeilaufenden Menschen beobachtet...
ähm ja. So ist das gerade in meinem Kopf.
Da ist noch nicht mal ansatzweise so etwas wie eine Struktur erkennbar. Ich habe zwar so eine Vermutung, wie die Story anfangen könnte, aber ich weiß nicht, wie sie endet, wer die Bösen in der Geschichte sind, und um was es eigentlich überhaupt geht.
Und so verhält sich das bei mir in der Anfangsphase eigentlich fast immer.
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Das Problem wenn man eine klare Vorstellung davon hat wie die Geschichte enden soll ist, dass man meist die Ereignisse so wählt dass sie auf das Ende hindeuten, was das Ende weniger überraschend erscheinen lässt; außerdem wirkt die Geschichte dann meist etwas künstlich, da das Ende nicht durch die Ereignisse verursacht wird, sondern die Ereignisse durch das Ende (-> Fatalismus). Natürlich passt sowas gut in Fantasy-Geschichten, oder wenn die Geschichte eine konkrete Botschaft vermitteln soll, allerdings auf Kosten der Plausibilität.
...naja, aber zumindest wenn man wie LuCk3R Schwierigkeiten mit der Fertigstellung hat ist es nicht unbedingt verkehrt, erst mal mit einem klaren Konzept anzufangen.
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| Zitat: |
Original von Yog-Sothoth
Das Problem wenn man eine klare Vorstellung davon hat wie die Geschichte enden soll ist, dass man meist die Ereignisse so wählt dass sie auf das Ende hindeuten, was das Ende weniger überraschend erscheinen lässt; außerdem wirkt die Geschichte dann meist etwas künstlich, da das Ende nicht durch die Ereignisse verursacht wird, sondern die Ereignisse durch das Ende (-> Fatalismus). Natürlich passt sowas gut in Fantasy-Geschichten, oder wenn die Geschichte eine konkrete Botschaft vermitteln soll, allerdings auf Kosten der Plausibilität.
...naja, aber zumindest wenn man wie LuCk3R Schwierigkeiten mit der Fertigstellung hat ist es nicht unbedingt verkehrt, erst mal mit einem klaren Konzept anzufangen.
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ähm ... Einspruch .... fast jedes Drehbuch und auch Bücher werden auf diese Art geschrieben. Es war sicherlich eine verkürzte Wiedergabe von dem was da noch dazu gehört - Zwischen jedem Anfang und jedem Ende kommt ja noch ein wenig. Klar wenn man vom Anfang linear auf das Ende schreibt, dann passiert das was Du beschrieben hast.
Ob es mit wissen des Autors von Anfang und Ende künstlich wirkt liegt in der Fähigkeit des Autors und klar manchmal verändert der sich auch, wenn er dann doch nicht passte.
Der etwas erweiterte Abriss eines (Dreh)Buches KANN so aussehen (ich schreib kann weil es ein Gerüst ist das natürlich niemals zwingend ist.):
Einleitung (Entfaltung der Charaktere
Plotpoint 1 (Wendepunkt am Anfang) - Es passiert etwas das der Geschichte dynamik geben soll (im Film nach ca 10 min.)
Plotpoint Mitte (Wieder ein Wendepunkt) - bei Dian waren es die Skinheads
Plotpoint 3 (Wendepunkt am Ende) - Dieser führt die Geschichte dann zu einer Auflösung - Bei Dians Gegenwelt war es das überraschende Drücken des Knopfes
Auflösung aller inneren und äusseren Geschichten
Die Wendepunkte sind Mittel der Dramaturgie und sollen genau das verhindern was Du beschrieben hast - das absehbare Ende
Ed können ein oder zwei mehr Wendepunkte sein, allerdings hängt das von der Länge des Stoffes ab, bei 90 MIn Film ca 3 Stück (weniger sind zu linear, mehr verwuseln und dann wirds nicht mehr flüssig)
Auch wenn Dian sagt er schreibt nicht so, er beherrscht aber die "Werkzeuge", sei es intuitiv oder angeeignet. Sie funktionieren, wenn man sie nutzen kann.
Schreiben ist meistens auch kein Prozess der in einem durch läuft, manchmal liegt die Rohfassung ewig rum, weil noch was fehlt - was weiss man dann noch nicht, aber irgendwann macht es plopp und alles ist wie es sein soll. Manchmal auch erst nach der 5. Überarbeitung. Man sollte nur nicht überkritisch mit sich sein.
Und man sollte Zeit haben schreiben zu können, das fehlt mir leider und wenn ich erst einmal raus bin aus der Story brauch ich noch mehr Zeit und die hab ich nicht, weil mein Magen knurrt
Keine Ahnung ob es bei Dian auch so ist, aber bei mir fangen die Figuren an zu leben und dann macht es Spass mit ihnen zu arbeiten und man hat Respekt vor ihrem Charakter, dann läuft die Story - wenn man dann raus muss , ist es einfach schwer sie wieder kennen zu lernen. Es scheint mir manchmal so als wenn sie sich in der Zwischenzeit genauso weiterentwickelt haben wie die Umwelt.
Und wärend ich hier schon wieder so viel schreibe, kotzt es mich an das ich den Kopf nicht frei habe, meinen Stoff weiter zu schreiben
- ich kann es halt nicht einfach mal ne halbe Stunde so nebenbei ...
Saludos
kleine Buchempfehlung:
Syd Field: Das Handbuch zum Drehbuch
Er beschreibt es recht einleuchtend, was wann wieso gemacht werden kann, Ich mag das Buch
- aber es spricht natürlich auch nichts gegen freies Schreiben, jeder wie er mag und kann.
Dieser Beitrag wurde 1 mal editiert, zum letzten Mal von Engel des Süden am 25.12.2008 05:16.
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OK, ich hab' mich ein bisschen blöd ausgedrückt:
Natürlich kann man auch Ereignisse einbauen die das tatsächliche Ende eher unwahrscheinlich erscheinen lassen, und den Leser an der Nase herumführen, was allerdings nichts daran ändert dass diese Ereignisse in einer bestimmten Beziehung zum Ende stehen, was meiner Einschätzung nach oft zu weniger plausiblen Geschichten führen dürfte, und nicht so leicht passiert wenn man noch kein festes Ende im Sinn hat (das Prinzip "Ende" an sich ist sowieso recht abstrakt, da die Zeit nicht aufhört zu laufen nur weil ein "Schlüsselereignis" eingetreten ist). Natürlich macht es auch oft gerade den Reiz aus wenn alle Ereignisse auf eine interessante Art verknüpft sind, selbst (und gerade wenn) es nicht sonderlich plausibel wirkt, allerdings kann es natürlich auch stören wenn eine Geschichte zu konstruiert wirkt.
(und nein, ich habe noch keinen Roman geschrieben, sondern spekuliere bloß etwas rum ^^)
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dian unregistriert
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| Zitat: |
| Auch wenn Dian sagt er schreibt nicht so, er beherrscht aber die "Werkzeuge", sei es intuitiv oder angeeignet. |
Nun, ich habe früher sehr viele Filme angeschaut. Man kann das sicher nicht eins zu eins aufs Buchschreiben übertragen... aber was Aufbau und Dramaturgie angeht, hat mir das Filmeschauen jedenfalls mehr geholfen, als der Deutschunterricht an der Schule, wo sie einem zwar schön theoretisches Wissen über den Aufbau von Kurzgeschichten beigebracht haben... aber das theoretische Wissen darüber, wann ein Spannungshöhepunkt oder Wendepunkt kommen soll, nützt einem rein gar nichts, wenn man es nicht fühlen kann, weil "fühlen" so ziemlich das letzte ist, was einem an der Schule vermittelt wird.
Was ich an manchen Filmen ganz besonders schätze, sind diese Momente, wenn plötzlich alles, was man zu wissen glaubt, auf den Kopf gestellt wird...
solche Momente wie etwa in "Fight Club", wenn sich heraustellt, dass Tyler und der namenlose Erzähler ein und die selbe Person sind, oder in "Angel Heart", wenn einem plötzlich klar wird, dass der Typ nach sich selbst fahndet.
In "Gegenwelt" habe ich davon ja dann exzessiv gebraucht gemacht, in dem ich den Leser (vor allem gegen Ende) nahezu ständig auf falsche Fährten locke. Und ich denke, das werde ich auf jeden Fall auch bei zukünftigen Werken so beibehalten.
| Zitat: |
| Keine Ahnung ob es bei Dian auch so ist, aber bei mir fangen die Figuren an zu leben und dann macht es Spass mit ihnen zu arbeiten und man hat Respekt vor ihrem Charakter |
Definitiv. Es ist dann oft so, dass nicht ich den Fortgang der Geschichte oder eines bestimmten Dialoges bestimme, sondern dass ich total in die Perspektive eines Charakters eintauche und sich dann daraus, wie dieser in einer konkreten Situation handeln würde, alles weitere ergibt.
Das hat schon etwas von Improvisationstheater, auch wenn es nur in meinem Kopf stattfindet.
Manchmal schaue ich so lange durch die Augen einer fiktiven Person, dass es mir hinterher wirklich so vorkommt, als hätte ich deren Leben mitgelebt... ist nicht immer leicht, danach wieder ins normale Leben zurückzufinden und sich mit normalen Alltagsproblemen zu beschäftigen, wenn man gerade eben noch Freiheitskämpfer oder finsterer Rächer war. Trotzdem will ich diese Erfahrungen auch auf keinen Fall mehr missen... das Leben erschiene mir so unbedeutend und gewöhnlich ohne sie.
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Original von Yog-Sothoth
.........und den Leser an der Nase herumführen, was allerdings nichts daran ändert dass diese Ereignisse in einer bestimmten Beziehung zum Ende stehen, .........
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Naja das ist ja schon auch Sinn einer Geschichte, das man etwas Zusammenhängendes erzählt. Wild durcheinandergeworfene Dinge sind eine Aufzählung, eine Geschichte lebt von ihrem Verlauf. Einer Sache der man folgt, Sozusagen eine Schnitzeljagd - ohne das der Leser weiß wo sie endet. Der Autor sollte es grob wissen, sonst laufen einen die Figuren davon. Natürlich nur wenn man eine Aussage hat, die man gerne weitergeben möchte.
| Zitat: |
Original von Yog-Sothoth
(das Prinzip "Ende" an sich ist sowieso recht abstrakt, da die Zeit nicht aufhört zu laufen nur weil ein "Schlüsselereignis" eingetreten ist). |
Nö gar nicht Abstrakt - das Ende ist definitv da, wenn die letzte Seite beschrieben ist, nichts fortlaufend. Klarer Anfang (ein gewählter Zeitpunkt) , der Verlauf der Story (Zeitraum oder Zeiträume) Klares Ende (Zeitpunkt)
Das es die Möglichkeiten gibt ein Ende so zu gestalten, dass eine Fortsetzung möglich ist, ist nicht die Frage. Aber die Fortsetzung ist wieder Anfang, Verlauf, Ende.
Ein Buch ist halt so ... begrenzt auf die Anzahl der Seiten, die man schreibt. Danach ist es vorbei. Definitiv. Wie es weitergeht oder davor wahr bleibt Sache des Lesers, wenn es ihn interessiert, oder der Autor schreibt irgendwann dazu etwas
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sandu mehta unregistriert
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also ich schreib fast immer nur fragmente, die zu meinen momentanen ideen und szenen im kopf, usw. passen. manchmal entstehen dann zusammenhänge zu anderen fragmenten oder neue szenen, an die ich noch nicht dachte; meistens scheitert es aber, wenn ich gezielt versuche, ein sinnganzes, vor allem in chronologisch plausibler form, daraus zu schaffen. die verbindungen der fragmente müssen von alleine geschehen, oder garnicht, ansonsten sind sie gekünstelt und nichts wert.
aber ich kann mich ja damit trösten, ach so postmodern zu sein, dass ich über große sinnzusammenhänge längst hinausgewachsen bin und so.. (mit sicherheit kann ich jedenfalls sagen, dass mich standardfolgen mit anfang-mitte-schluss, guten und bösen, und einer moral der geschicht' zu tod langweilen.. )
dennoch weiss ich nicht, was davon in welcher reihenfolge ich in einem buch veröffentlichen sollte. bisher hab ich nur paar stücke auf meiner homepage und vereinzelt in irgendwelchen forenposts oder so.
Dieser Beitrag wurde 3 mal editiert, zum letzten Mal von sandu mehta am 25.12.2008 18:39.
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Original von Engel des Süden
Naja das ist ja schon auch Sinn einer Geschichte, das man etwas Zusammenhängendes erzählt. Wild durcheinandergeworfene Dinge sind eine Aufzählung, eine Geschichte lebt von ihrem Verlauf. Einer Sache der man folgt, Sozusagen eine Schnitzeljagd - ohne das der Leser weiß wo sie endet. Der Autor sollte es grob wissen, sonst laufen einen die Figuren davon. Natürlich nur wenn man eine Aussage hat, die man gerne weitergeben möchte. |
Genau das meine ich ja: Das Leben besteht aus wild durcheinander geworfenen Dingen, während die Ereignisse einer Geschichte meist künstlich verkettet sind. Das kann oft auf gute oder sogar großartige Ergebnisse hinauslaufen, wirkt aber oft etwas künstlich.
| Zitat: |
Original von Yog-Sothoth
Nö gar nicht Abstrakt - das Ende ist definitv da, wenn die letzte Seite beschrieben ist, nichts fortlaufend. Klarer Anfang (ein gewählter Zeitpunkt) , der Verlauf der Story (Zeitraum oder Zeiträume) Klares Ende (Zeitpunkt)
Das es die Möglichkeiten gibt ein Ende so zu gestalten, dass eine Fortsetzung möglich ist, ist nicht die Frage. Aber die Fortsetzung ist wieder Anfang, Verlauf, Ende.
Ein Buch ist halt so ... begrenzt auf die Anzahl der Seiten, die man schreibt. Danach ist es vorbei. Definitiv. Wie es weitergeht oder davor wahr bleibt Sache des Lesers, wenn es ihn interessiert, oder der Autor schreibt irgendwann dazu etwas
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Naja, mit dem "Prinzip Ende" meinte ich auch weniger, dass irgendwann die letzte Seite kommt, das ist klar. Was ich meine ist dass auf dieser Seite oft so viel abgeschlossen und aufgeklärt ist, wie das im normalen Leben einfach nicht passiert. Klar hat man manchmal Ereignisse in seinem Leben, die man gerne als Schlüsselereignis bezeichnet, aber die lösen dann meist auch nur wenige von unzähligen "Handlungssträngen" auf. Natürlich gibt es viele Ausnahmen, wo das Ende einer Geschichte noch extrem viel offen lässt, was man zum Glück auch gerade in der Gegenwartskultur oft sieht, aber dann hat man ja im Grunde genommen auch kein "Ende", und bzgl. der Plausibilität wenig Grund alle Ereignisse im Buch so stark auf das "Ende" auszurichten, da es ja kein tatsächliches Ende ist.
...und wenn ich von "Plausibilität" und "abstrakt" spreche, dann meine ich das relativ wertfrei, d.h. es muss nichts Schlechtes sein.
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Ui, hab' länger keinen Roman mehr gelesen...als Extrembeispiel für eine unnatürliche Verkettung fiele mir Herr der Ringe ein, wo so ziehmlich jede Reisestation eine essentielle Funktion für den späteren Verlauf gespielt hat (z.B. das Hünengrab, in dem die ganzen magischen Waffen lagen, von denen "Stich" später gegen die Riesenspinne absolut notwendig war). Naja, und zum Ende hin sind natürlich so ziehmlich alle Probleme aus der Welt geschafft; zumindest nachdem die Hobbits zu Hause "aufgeräumt" haben.
(ich hoffe ich erzähle hier keinen Unsinn, hab's ewig nicht mehr gelesen)
...naja, in den meisten Büchern ist der Effekt natürlich nicht so stark, aber trotzdem meist mehr oder weniger vorhanden, und ich denke wenn man sich nicht direkt auf ein Ende und eine grobe Plotstruktur festlegt, dann ist es einfacher die Geschichte plausibler wirken zu lassen. Wobei natürlich nichts dagegen spricht, sich von vornherein zu überlegen dass der Protagonist eine gespaltene Persönlichkeit besitzt, ein Werwolf ist etc., also Dinge, die der Leser erst später erfährt, aber ohne dabei ein konkretes Ereignis im Sinn zu haben, auf welches man alle vorigen Ereignisse ausrichtet.
Natürlich sind das bloß alles Theorien, die ich nicht 1:1 in der Praxis anwenden, aber mit einbeziehen würde, und anhand von Spezialfällen entscheiden würde wie ich vorgehe...denke ich mal, ich hab' noch keinen Roman geschrieben. ^^
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Hmm - das wirft die Frage auf ob den Roman dann noch jemand lesen möchte - und ob er nicht abruppt zu Ende wäre, einfach so
Stellen wir uns vor sie hätten die Waffen nicht gefunden und es taucht auf einmal eine "konstruierte Spinne auf, die nur mit den Waffen bekämpft werden kann, dann ist die Geschichte vorbei ... vielleicht noch: << ... und sie laufen heute noch vor der riesen Spinne weg ...>>
Ich denke Du machst die Sache komplizierter als sie ist. Jede Geschichte ist ein Konstrukt, weil es ist ja eine erdachte Geschichte. Es liegt am Autor, ob er es schafft das ganze fliessend und ruckelfrei schreiben zu können. Sprich das Talent des Autors ist es die Spannungsbögen und inneren Storys zu einem Ende zu bringen (jedenfalls, wenn man einen Roman schreibt).
Um das einmal zu verdeutlichen, was ich sagen möchte zurück zur Gegenwelt
... es ist konstruiert, das die Figuren sich auf den Bahngleisen treffen (nach deiner Definition) und unser Hauptdarsteller nicht gleich überfahren wird, es ist konstruiert, das die Engelskinder in der Kirche auftauchen und es ist konstruiert das die Pistolen so oft "KLICK" machen ... das nur einmal als wenige Beispiele.
Und es ist super gut konstruiert, es macht Spass diese geschichte zu lesen und die Figuren auf ihren Weg zu begleiten, so soll für mich ein Buch sein, es ist nichts zu langartmig und nichts zu abwegig (für einen Phantasyroman
)
Und doch ist es wenn man das Buch sezieren will nur ein aneinderhängen von Konstrukten. Eine Szene nach der anderen und es gibt tausend hoch tausend hoch tausend andere Variationen, die man mit --ja, aber wenn das nicht passiert wäre, dann hätte es nicht funktioniert --- das ist aber nichtd er Zweck eines Buches. Ein Roman soll unterhalten, Spannung vermitteln, damit man gerne liest, schlüssig sein in den Charakteren und Überraschungen bereit liegen haben.
Ich denke Wir reden auch über zwei verschiedene Dinge - Du aus der Sicht des Lesers und der soll das Ende natürlich nicht kennen
Und ich aus der Sichtweise des Schreibers, der ja etwas ausdrücken will, eine Message rüberbringen und das geht nur, wenn man sich über dem Stoff im Klaren ist. Wie gesgat das im Schreibprozess viele Dinge weggelassen werden, neue hinzukommen und das ganze eigentlich ziemlich dynamisch ist, darüber brauchen wir nicht reden.
Aber was ist der Sinn warum möchtest DU ein Buch schreiben ?
Was ist Deine Aussage ?
Und stellst Du dann nicht die Frage nach dem - Wie bringe ich das am besten rüber?
Wie fängst du an ? Warum fängst Du an ?
Willst Du Deine Message schon am Anfang erzählen ? Weil wie es endet weißt Du ja nicht ?
Einfach mal ein paar Fragen um das mal weiter zu bringen.
Und mein Standpunkt ist für mich sehr richtig, weil ich habe schon einmal ein Buch genau so geschrieben, wie Du es vorschlägst. Besser gesagt ich habe ein Drittel Buch geschrieben, danach sind mir die Figuren abgehauen, weil sie etwas anderes zu tun hatten, als auf ein Ende hinzuleben, das keiner kennt, daraufhin haben sie ihr eigenes Ende gefunden, allerdings war es dann auch das Ende des Buches, aber auch wieder nicht, weil bis dahin war es ein Buch ohne Aussage. Spannung, die ins nichts führt ... so ungefähr als wenn ich den Tagesablauf von meiner Nachbarin protokolliere, zwar alles superplausibel, aber auch super langweilig
Aber es gibt einen ganz guten Tipp von mir: Mach es einfach einmal genauso, wie Du es Dir vorstellst, dann weisst Du ob es funktioniert, oder auch nicht.
Ich denke das kann man nur selbst erleben.
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sandu mehta unregistriert
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an engel
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| Stellen wir uns vor sie [die darsteller in hdr] hätten die Waffen nicht gefunden und es taucht auf einmal eine "konstruierte Spinne auf, die nur mit den Waffen bekämpft werden kann, dann ist die Geschichte vorbei ... vielleicht noch: << ... und sie laufen heute noch vor der riesen Spinne weg ...>> |
hey, das klingt gut. ich bin ja eh mehr für kurzgeschichten. kann man dann ja vielleicht sogar mehrere versionen von schreiben
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| Um das einmal zu verdeutlichen, was ich sagen möchte zurück zur Gegenwelt ... es ist konstruiert, das die Figuren sich auf den Bahngleisen treffen (nach deiner Definition) und unser Hauptdarsteller nicht gleich überfahren wird, es ist konstruiert, das die Engelskinder in der Kirche auftauchen und es ist konstruiert das die Pistolen so oft "KLICK" machen ... das nur einmal als wenige Beispiele. Und es ist super gut konstruiert [...] |
also ehrlich gesagt fand ich gerade solche stellen nervig ^^ im ersten unity-"roman" war das am extremsten.
| Zitat: |
| Und ich aus der Sichtweise des Schreibers, der ja etwas ausdrücken will, eine Message rüberbringen und das geht nur, wenn man sich über dem Stoff im Klaren ist. |
man könnte das ja ganz nett finden, vielleicht sogar nostalgisch, aber um auch mal was neues auszuprobieren hilft es vielleicht, das ganze unterfangen vielmehr als altmodisch und verkrampft zu betrachten.
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| Willst Du Deine Message schon am Anfang erzählen ? Weil wie es endet weißt Du ja nicht ? |
wenn ich eine "message" hätte, oder irgend etwas in der art, würd ichs am ehesten so machen. im grunde ziehen sich auf die weise motive, gedanken, themen, usw., durch ein ganzes buch, ja sogar durch textsammlungen hindurch und sind durch den gesamtkontext an jeder stelle mehr oder weniger, mikroskopisch, enthalten..
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| Spannung, die ins nichts führt ... |
yay! das ist kunst wie ich sie mir vorstelle ^^
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| so ungefähr als wenn ich den Tagesablauf von meiner Nachbarin protokolliere, zwar alles superplausibel, aber auch super langweilig großes Grinsen |
wie, spannende langeweile? aber im ernst: so ein tagesablauf kann genauso ziemlich spannend wie unplausibel sein..
Dieser Beitrag wurde 5 mal editiert, zum letzten Mal von sandu mehta am 28.12.2008 00:41.
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