|
|
Die Gedanken sind frei
07.08.2010 05:11 |
 |
Was will uns diese Strophe sagen ? Jemand eine Idee ?
Drum will ich auf immer
den Sorgen entsagen
und will mich auch nimmer
mit Grillen mehr plagen.
Man kann ja im Herzen
stets lachen und scherzen
und denken dabei:
Die Gedanken sind frei!
|
|
|
|
|  |
|
|
für mich sieht das so aus wie "dont worry, be happy"
|
|
|
|
|
|  |
|
|
Drum will ich auf immer
den Sorgen entsagen
und will mich auch nimmer
mit Grillen mehr plagen.
Man kann ja im Herzen
stets lachen und scherzen
und denken dabei:
Die Gedanken sind frei!
Der Texter will sich darüber keine Gedanken mehr machen, sich keine Sorgen mehr darüber machen, kein "grillen" mehr im Kopf haben.
Er kann sich ja denken was er will, egal was jemand anderst sagt. Niemand kann ihm die Gedanken nehmen, nicht lesen.
bleib einfach ganz cool und solangs no tanzen kannst....
.... und wenns auch bloß im kopf passiert
|
|
|
|
|
|  |
|
|
Also was ziemlich banales.
Das ganze Lied, aus dem die Strophe ist, ist ja auch nix anderes als eine Aneinanderreohung von Banalitäten. In Deutschland galt sowas aber schon als revolutionär.
|
|
|
|
|  |
|
|
Zum Thema Banalitäten: Die Tatsache, dass man in einem Augenblick unzählige Optionen hat, was man machen könnte, ist auch recht banal. Ist es deshalb unsinnig, sich so etwas ins Gedächtnis zu rufen? Ich denke nicht...
Davon abgesehen - den Teil "Drum will ich auf immer
den Sorgen entsagen" finde ich alles andere als banal; das ist eine klare Einstellung, die ich auch nicht teile, weshalb ich mit dem Text nicht all zu viel anfangen kann.
P.S.: "Grillen" ist ein Synonym für Sorgen, oder etwas in der Richtung, wenn ich mich recht erinnere.
|
|
|
|
|  |
|
|
Ich habe ja auch nicht geschrieben, dass man deshalb sowas weder für Volksmusik oder andere Schlagertexte verwenden darf.
Nur revolutionär, wie das Lied manchmal eingesetzt wurde in der Geschichte, ist es eben nicht, sage ich.
|
|
|
|
|  |
|
|
bleib einfach ganz cool und solangs no tanzen kannst....
.... und wenns auch bloß im kopf passiert
bleib einfach ganz cool und solangs no tanzen kannst....
.... und wenns auch bloß im kopf passiert
|
|
|
|
|
|
dian unregistriert
 |
|
Hier gibt's den vollständigen Text des Liedes:
http://de.wikipedia.org/wiki/Die_Gedanken_sind_frei
Ich denke, man sollte die Strophe dann schon im Kontext betrachten, und nicht für sich alleinstehend.
Der Text ist zu einer Zeit entstanden, als Zensur und staatliche Repression allgegenwärtig waren... (also irgendwann zwischen 10000 v. Chr. und heute)
Es geht darin klar um den Wunsch nach Freiheit. Aber wahrscheinlich wurde man allein für das Aussprechen dieses Wunsches in Deutschland schon an die Wand gestellt, daher belässt es der Autor dabei, zu betonen, dass niemand überprüfen kann, was er denkt... ohne dass er die Eier hätte, genauer auszuführen, was er eigentlich denkt.
Und da muss ich dann auch mal Arne recht geben:
| Zitat: |
| Das ganze Lied, aus dem die Strophe ist, ist ja auch nix anderes als eine Aneinanderreohung von Banalitäten. In Deutschland galt sowas aber schon als revolutionär. |
Ich vermute mal, dass das Lied damals auch eher nicht von Bauern oder dem Proletariat gesungen wurde, sondern es ist wohl eher ein Protest-Song des Bürgertums... also von Leuten, die nicht am Rand der Gesellschaft standen, sondern in deren Mitte, und die eben trotzdem nicht ganz zufrieden mit der Regierung waren.
Die ganze Pseudo-Revolution in Deutschland ist ja damals vor allem von diesen Kreisen ausgegangen, also von Studenten und wohlsituierten Bürgern. Nicht von denjenigen, die nichts mehr zu verlieren hatten, also von den Armen und Gesetzlosen (die waren wohl größtenteils zu verblödet, um an sowas Heidnisches wie "Revolution" überhaupt nur zu denken), sondern eben von Leuten, die durchaus eine Menge zu verlieren hatten... gesellschaftliches Ansehen, Haus, Beruf, Familie, Wohlstand, Zukunft, etc.
Und da ist es dann ja irgendwie kein Wunder, dass nur so ein halbherziger Versuch dabei herauskam.
Sehr schön deutlich wird das auch in dieser Strophe der alten Version von 1800:
| Zitat: |
Ich werde gewiß
Mich niemals beschweren,
Will man mir bald dies,
Bald jenes verwehren;
Ich kann ja im Herzen
Stets lachen und scherzen;
Es bleibet dabei:
Die Gedanken sind frei |
Das ist dann schon eher die pure Resignation, vermischt mit einem winzigen Anflug von Trotz.
Ein pseudorevolutionärer Klemmfurz, nach dem Motto: "Eigentlich würde ich ja gern mal meine Meinung sagen, aber das bringt ja doch nur Ärger."
Wenn so Revolution in Deutschland aussieht, dann braucht man sich ja nicht zu wundern, dass es heute immer noch jede Menge Zensur und staatliche Unterdrückung gibt.
Das gibt es in Frankreich zwar alles auch noch... aber die haben wenigstens einen Revolutions-Song, der mal klar ausgesprochen hat, was Sache ist:
| Zitat: |
[...]Zittert, Tyrannen und Ihr Niederträchtigen
Schande aller Parteien,
Zittert! Eure verruchten Pläne
Werden Euch endlich heimgezahlt! (2 x)
Jeder ist Soldat, um Euch zu bekämpfen,
Wenn sie fallen, unsere jungen Helden,
Zeugt die Erde neue,
Die bereit sind, gegen Euch zu kämpfen
Zu den Waffen, Bürger!
Schließt die Reihen,
Vorwärts, marschieren wir!
Das unreine Blut
tränke unserer Äcker Furchen![...]" |
Davon hätte sich der gute Herr Hoffmann von Fallersleben mal eine Scheibe abschneiden können...
|
|
|
|
|
|  |
|
|
Die fünfte Strophe hört sich auch eher nach "Lustige Musikanten" an als wie nach was revolutionärem:
| Zitat: |
5. Ich liebe den Wein,
mein Mädchen vor allen,
sie tut mir allein
am besten gefallen.
Ich bin nicht alleine
bei meinem Glas Weine,
mein Mädchen dabei:
Die Gedanken sind frei! |
|
|
|
|
|  |
Hansi unregistriert
 |
|
Wieso lassen sich Revolutionäre und lustige Musikanten denn nicht wunderbar kombinieren?
|
|
|
|
|
|  |
|
|
Sag' mir mal Bescheid, wenn "Mono für alle", "Slime" oder ähnliches bei den Lustigen Musikanten auftritt oder wenn die Wildecker Herzbuben "Rote Armee Fraktion" da singen, dann gucke ich das doch mal.
|
|
|
|
|  |
Hansi unregistriert
 |
|
Ich meinte mit "lustige Musikanten" jetzt tatsälchlich einfach Menschen die dem Hedonismus fröhnen und eben einfach das tun, was ihnen Spaß macht und keine Volksmusiksendungen
. Natürlich bedarf es der revolutionären Idee, aber bei der macht es eben keinen Unterschied ob man sie singt oder gröhlt oder in trockene Theorieschinken verpackt, dass is dann nur ne Frage des Geschmacks und ich find revolutionäre, lustige Musikanten eben besser als trockene Theoriekeulen, dass Musikantenstadl wird freilich keine Weltrevolution veranstalten, dass is mir klar.
|
|
|
|
|
|
|
|
 |
|
 |