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Zum Ende der Seite springen "Aus der schönen neuen Welt" v. G.W.  
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 "Aus der schönen neuen Welt" v. G.W. quaid 16.11.2009 22:52
 RE: "Aus der schönen neuen Welt" v. G.W. Arne Reload 17.11.2009 14:44
 RE: "Aus der schönen neuen Welt" v. G.W. quaid 18.11.2009 10:26
 RE: "Aus der schönen neuen Welt" v. G.W. Arne Reload 19.11.2009 08:23
 RE: "Aus der schönen neuen Welt" v. G.W. Shinobi 16.11.2009 23:18
 RE: "Aus der schönen neuen Welt" v. G.W. Hansi 17.11.2009 20:09
 RE: "Aus der schönen neuen Welt" v. G.W. Arne Reload 18.11.2009 04:07
 RE: "Aus der schönen neuen Welt" v. G.W. derSkeptiker 18.11.2009 11:47
 RE: "Aus der schönen neuen Welt" v. G.W. quaid 18.11.2009 14:22
 RE: "Aus der schönen neuen Welt" v. G.W. GerneGroß 18.11.2009 16:20
 RE: "Aus der schönen neuen Welt" v. G.W. Yog-Sothoth 18.11.2009 17:58
 RE: "Aus der schönen neuen Welt" v. G.W. Hansi 19.11.2009 14:22
 RE: "Aus der schönen neuen Welt" v. G.W. Arne Reload 20.11.2009 08:35
 RE: "Aus der schönen neuen Welt" v. G.W. Zelder 19.11.2009 21:32
 RE: "Aus der schönen neuen Welt" v. G.W. quaid 19.11.2009 21:50

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quaid

their law


Text "Aus der schönen neuen Welt" v. G.W. 16.11.2009 22:52 Diesen Beitrag einem Moderator melden Zum Anfang der Seite springen

ihr kennt ja sicherlich günter wallraffs neuestes werk bzw. habt davon mal gehört.
ich rede jetzt mal nicht davon, dass das letzte drittel des buches nur noch von fremden erzählungen handelt, über die wallraff berichtet. oder einseitig wirkende berichterstattung, die glauben machen könnte, dass beschriebene zustände allgegenwärtig sind.
zwei punkte haben mich im kapitel, wo wallraff sich als arbeitsloser tarnt und einige zeit auch so lebt, doch recht aufstocken lassen:

(1)
ein junger arbeitsloser kam in so ein heruntergekommenes kaff, dass arbeitslosen eine unterkunft und beschäftigung verschaffen sollte. tatsächlich hatte man dort nicht mehr als ein dach über dem kopf und jede menge arbeit. die ganze anlage war schäbig.
eines tages kamen zwei dealer bei ihm vorbei, um heroin zu verkaufen. als er sagte, dass er sowas nicht nehme, hat man ihn festgehalten und der eine wollte ihn anfixen, damit er süchtig wird. aufgrund seiner panischen angst vor spritzen reagierte der sonst schüchterne junge mann vollends über, riss sich los und floh aus der einrichtung.

man stelle sich also vor, man kommt in eine einrichtung, die einem helfen soll, und findet dort so etwas vor. leute, die einen abhängig machen wollen, um einem teure drogen zu verkaufen; eine schäbige unterkunft und nichts als arbeit..


(2)
ein fernfahrer berichtete von seinen fahrten - bis zu 48stunden am stück. aufgeputscht mit koffeintabletten und sonstigem zeug, denn sonst ist das nicht auszuhalten. um den job zu behalten und mehr als den mickrigen lohn zu verdienen.
eines tages ist er an der schwedischen grenze, als er von seinem chef beordert wird, an der nächsten tanke rauszufahren und die ladung abzustellen. anschließend sollte er zum nächsten lager zurück fahren. näheres wurde ihm nicht gesagt. im lager angekommen verordnete der chef ihm erstmal eine woche urlaub und schickte ihn sofort nach hause - unter polizeibegleitung. wieder wurde nichts weiter gesagt. er fährt also mit der zugmaschine und polizeilicher begleitung nach hause. fast im ort angekommen ist es schon dunkel, als er von weitem lauter polizeiwagen, kranken- und feuerwehrautos sieht. er kommt nicht mehr weiter, also steigt er aus und sieht eine nachbarin auf ihn zu kommen mit den worten: "es tut mir so leid..sie sind alle vier tot.."
gemeint waren seine frau, sein kind und seine eltern, die in seinem haus waren und durch eine gasexplosion ums leben kamen. dies bedeutete den absturz für ihn, wodurch er letztendlich auf der straße landete. diese lebensgeschichte hörte wallraff, als er bei ca. minus 15 grad draußen übernachtete mit nur einem schlafsack, nachdem er in mehreren behausungsanstalten aufgrund der tageszeit, überfüllung oder sonstwelchen gründen abgelehnt worden war.


ansonsten kann man in dem buch einiges über korrupte vorstände, rausgeekelte/rausgemobbte betriebsräte, intolleranz, gier und vorurteile lesen. nichts neues eigentlich - für mich zumindest. man kann sich solche dinge damit ins bewusstsein holen und detailliert nachlesen, wie es manchen menschengruppen ergehen kann.
behandelt werden schwarze, fabrikarbeiter, callcenter agents sowie obdachlose. die erfahrungsberichte von wallraff selbst lesen sich jedenfalls recht flüssig und spannend.

edit:
aus irgendeinem grund hatte ich peter statt günter geschrieben..
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Arne Reload



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17.11.2009 14:44 Diesen Beitrag einem Moderator melden Zum Anfang der Seite springen

Es ist eine ziemliche Legende, dass man von einer einmaligen Dosis Heroin abhängig werden könnte.

Das bekommt bei einem Menschen, der keinerlei Drogen gewohnt ist, nicht mal Crack hin. Der Körper nimmt das nur als Gift auf.

Ich halte deshalb solche Geschichten für nicht glaubhaft. Das war maximal irgendein doofer Witz.
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quaid

their law


18.11.2009 10:26 Diesen Beitrag einem Moderator melden Zum Anfang der Seite springen

Zitat:
Original von Arne Reload
Es ist eine ziemliche Legende, dass man von einer einmaligen Dosis Heroin abhängig werden könnte.

Das bekommt bei einem Menschen, der keinerlei Drogen gewohnt ist, nicht mal Crack hin. Der Körper nimmt das nur als Gift auf.

Ich halte deshalb solche Geschichten für nicht glaubhaft. Das war maximal irgendein doofer Witz.

im text selbst wurde nicht explizit gesagt, dass eine dosis abhängig macht. es wurde offen gelassen, dass die zwei typen später wieder kommen würden, um erneut anzufixen. das macht die story auch nicht schlechter.

bzgl. nikotin:
es gibt verschiedene arten der abhängigkeit.
abgesehen von der tatsache, dass direkt angeblasener rauch schädlicher und unangenehmer ist als der rauch, den man beim rauchen selbst einatmet: du sagtest selbst, dass nikotin ein weitaus höheres abhängigkeitspotential hat. wie erklärst du dir also, dass man nach deinem beispiel scheinbar doch nicht so schnell abhängig wird?
und hälst du es für möglich, dass wir es hier mit zwei verschiedenen arten der abhängigkeit zu tun haben, denen zugrunde liegt, ob, wie schnell und auf welche weise man abhängig von diesen stoffen wird?
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Arne Reload



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19.11.2009 08:23 Diesen Beitrag einem Moderator melden Zum Anfang der Seite springen

Das ist auch noch etwas komplizierter.
Derjenige, der eben bestimmte psychische Schwierigkeiten mit psychotropen Substanzen versucht, auszugleichen, muss nicht unbedingt mehr suchtgefährdet sein.
Das ganze ist eben auch sehr stark abhängig, um welche psychoropen Substanzen es sich handelt. Alkohol ist so ein Ding, bei dem die Menschen noch nicht so genau wissen, warum das bei einem zur Abhängigkeit führt und bei anderen nicht. Es gibt Menschen, die gerade bei Alkohol sehr schnell mit körperlichen Abhängigkeiten sogar reagieren und es gibt Menschen, die über lange Zeiträume hinweg auch größere Mengen an Alkohol zu sich nehmen können und die hören von einem Tag auf den anderen damit auf ohne die geringsten körperlichen oder psychischen Entzugserscheinungen zu zeigen (Maximal fressen die dann für einige Tage mehr Süßkram, weil Zucker die Leber regeneriert.)

Und es ist wohl auch sehr stark von der Form des Konsums abhängig.
Und deshalb sind eben wohl Crack und Nikotin mit einem sehr hohen Suchtpotenzial ausgestattet, da wohl das Inhalieren, das Rauchen eben geradezu schnell zwangsmäßig wird.

Insofern, quaid:
Laut Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung wird bei Nikotin eine bestimmte Substanz im Gehirn aktiviert, die sich im Sinne des Belohnsungssystems auswirkt.
Zitat:

Nikotin aktiviere auf körperlicher Ebene das „Belohnungssystem“ im Gehirn, etwa durch Ausschüttung des Hormons Dopamin. Auch die Psyche reagiere sehr schnell mit einer „Kopplung von Situation und Zigarette“.

Insofern bleibt einem Raucher gar nix anderes übrig, als das Rauchen einer Zigarette als angenehm zu empfinden. Diese Dopaminkopplung ist wohl bei anderen psychotropen Substanzen nicht in der Form so ausgeprägt. Ich kenne tatsächlich ehemalige Raucher, die noch Jahrzehnte später davon schwärmen, wie toll jetzt z.B. eine Zigarette nach einem Essen wäre. Das wird zwar i.d.R. immer nur als psychsiche Abhängigkeit beschrieben, aber auch psychische Abhängigkeiten haben ja oftmals Ursachen aufgrund irgendwelcher Abläufe im Gehirn.
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Shinobi

Erneuerung

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16.11.2009 23:18 Diesen Beitrag einem Moderator melden Zum Anfang der Seite springen

Hat mir jetzt auf Anhieb nichts gesagt, ich hab dann mal im Internet recherchiert und bemerkt das mir das Buchcover doch sehr bekannt vor kommt. Da meine Mutter das gerade liest jetzt hab ich es hier liegen und kann auch mal darin Lesen, hört sich doch recht interessant an. großes Grinsen

Ich lehne die Grundübereinkunft des Gemeinwesens ab, insbesondere die Überbewertung von Besitz.


“All authority of any kind, especially in the field of thought and understanding, is the most destructive, evil thing. Leaders destroy the followers and followers destroy the leaders. You have to be your own teacher and your own disciple. You have to question everything that man has accepted as valuable, as necessary.”


„Warum siehst du den Splitter im Auge deines Bruders, aber den Balken in deinem Auge bemerkst du nicht?“
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Hansi
unregistriert
17.11.2009 20:09 Diesen Beitrag einem Moderator melden Zum Anfang der Seite springen

Zitat:
Das bekommt bei einem Menschen, der keinerlei Drogen gewohnt ist, nicht mal Crack hin. Der Körper nimmt das nur als Gift auf.


Bei Crack wäre ich da vorsichtig. Das Heroin nicht beim ersten mal abhängig macht kauf ich dir noch ab, aber Crack soll ne richtig heftige Abhänigkeit entfalten. Ich kenn Leute die mit sowas Erfahrung haben und bestätigen können, dass das blankes Teufelszeug ist (auch wenn mir die Wirkung mit "rosa Wolken" beschrieben wurde *achselzuck* ).

Arne Reload



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18.11.2009 04:07 Diesen Beitrag einem Moderator melden Zum Anfang der Seite springen

Ja, nu wüsste ich nicht, dass man Crack spritzen kann.

Und jeder Stoff, der dem Körper zugeführt wird, hat erstmal eine toxische Wirkung.

Crack hat ein hohes Abhängigkeitspotenzial, aber wohl auch wieder in erster Linie am Anfang seelischer Art. Dass man von einem Stoff direkt körperlich abhängig wird, gibt es einfach nicht.
Maximal kann der Körper also eben mit Abwehrreaktionen reagieren. Dann muss man sich eben entscheiden, ob man, um die toxische Reaktion zu mildern, wieder den Stoff, also in dem Falle Crack nimmt oder das einmal durchsteht und somit das überstanden hat.
Bei Crack lagert sich auch direkt nix im Rückenmark ab, das passiert bei LSD (meistens auch erst nach chronischem Gebrauch) oder eben, wie wir hier alle wissen, bei dem Gift des Fliegenpilzes, da auch eben leider direkt.

Es gibt btw einen Stoff, der ein wesentlich höheres Abhängigkeitspotential entwickelt als Heroin:
NIKOTIN.
Das wusste ich auch noch nicht (bzw. eigentlich sollte ich das seit fast 35 Jahren wissen, dass das ein Stoff ist, der extrem abhängig macht).

Dennoch glaube ich, dass es uns nicht gelingen wird, wenn wir uns jetzt z.B. Quaid schnappen, den festhalten und ihm eine Stunde Zigarettenrauch ins Gesicht blasen, der sofort danach zum Raucher wird.
Deshalb halte ich die Geschichte mit der direkten Abhängigkeit für Blödsinn. Dann müssten Mio von Passivrauchern schon auch alle Kettenraucher geworden sein, wenn Nikotin abhängiger macht als Heroin.
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derSkeptiker



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18.11.2009 11:47 Diesen Beitrag einem Moderator melden Zum Anfang der Seite springen

Arne hat Recht, so schnell geht das nicht. Zumal es absoluter Blödsinn ist, wenn jemand festgehalten und also gezwungen wird, da sich alles im Betreffenden dagegen sträubt. Er wird kotzen, ggf. nen Horror schieben und sich richtig scheiße fühlen, während dessen und danach erst recht. Deshalb wird derjeninige mit absoluter Sicherheit nicht abhängig werden. Eine Abhängigkeit fängt auch immer mit Wille an, den jeweiligen Stff zu konsumieren, bzw. ihn ein weiteres Mal zu nehmen.

"Wenn die Sonne der Kultur tief steht, werfen selbst Zwerge lange Schatten"
von Götz Alzmann abgewandeltes Zitat eines Tucholski- Spruches
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quaid

their law


18.11.2009 14:22 Diesen Beitrag einem Moderator melden Zum Anfang der Seite springen

verstehe ich dich richtig, derskeptiker, dass du drogen die wirkung absprichst, wenn man sich nur heftig genug wehrt und kotzt, auch wenn die drogen über eine spritze verabreicht wurden?
gehst du davon aus, dass eine abhängigkeit jederzeit und unbedingt den freien willen bedingt unabhängig vom konsumierten stoff?
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GerneGroß

DrOgErIUs MinIMALisTus


18.11.2009 16:20 Diesen Beitrag einem Moderator melden Zum Anfang der Seite springen

Ich glaubes er hat eher gemeint, dass äussere Umstände die Angst erzeugen meistens den Rausch sehr negativ beeinflussen. Als ähnliches Beispiel nehme ich immer gerne die Aussage: Wenn du dich betrinkst wenn du echt mies drauf bist wird der Rausch auch eher aggressiv oder weiter deprimierend.

Das wird man auf immer mit der Droge verbinden, also wird es unwarscheinlicher, dass man mit dem gedanken spielt das zu wiederholen.
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Yog-Sothoth




18.11.2009 17:58 Diesen Beitrag einem Moderator melden Zum Anfang der Seite springen

Zitat:
Original von GerneGroß
Ich glaubes er hat eher gemeint, dass äussere Umstände die Angst erzeugen meistens den Rausch sehr negativ beeinflussen. Als ähnliches Beispiel nehme ich immer gerne die Aussage: Wenn du dich betrinkst wenn du echt mies drauf bist wird der Rausch auch eher aggressiv oder weiter deprimierend.

Das sind zwei SEHR unterschiedliche Fälle, die du hier nennst. Jemand, der aus Frust säuft dürfte wohl mit weitaus höherer Wahrscheinlichkeit suchtgefährdet sein als jemand, den man gezwungen hat, Drogen zu nehmen.
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Hansi
unregistriert
19.11.2009 14:22 Diesen Beitrag einem Moderator melden Zum Anfang der Seite springen

@Arne, ALLE Drogen basieren auf diesem Belohungssystem.

Arne Reload



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20.11.2009 08:35 Diesen Beitrag einem Moderator melden Zum Anfang der Seite springen

Btw ist mir gerade eingefallen, dass es Mio von Fällen gibt, wo Menschen unfreiwillig, evtl. sogar gegen ihren Willen Opiate zugeführt werden, je nachdem auch extrem starke, die mit Heroin vergleichbar sind.

Mir ist nämlich eingefallen, dass mir das auch über Monate hinweg wiederfahren ist. Ohne, dass ich eine Abhängigkeit bemerkte, eher selbst bei Dosissteigerungen eine abflachende Wirkung von dem Zeug.

Letztendlich sind Opiate immer noch als Schmerzmittel in Gebrauch und in jedem Krankenhaus werden Menschen damit injiziert. In sehr vielen Fällen hat man auch kaum Gelegenheit den Betroffenen zu fragen, ob er das wünscht (z.B., wenn er gerade einen Unfall hatte oder aus anderen Gründen nicht ansprechbar ist).

Auch nach monatelanger Nutzung des Zeugs hatte ich keinerlei Interesse, dass jemals wieder freiwillig zu mir nehmen zu wollen (aber es hat nur 5 Wochen nach Entlassung aus dem KH gedauert, bis ich unbedingt wieder mal eine Zigarette rauchen wollte).
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Zelder

Spiegel deines Elends

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19.11.2009 21:32 Diesen Beitrag einem Moderator melden Zum Anfang der Seite springen

Jetzt mal mal unabhängig von der jeweiligen Droge, das Problem ist ja, dass es erst mal Glücksgefühle auslöst und die ganzen Nachteile nicht zu sehen sind. Ich denke es gibt kaum Drogen, von denen man durch einen einmaligen Konsum körperlich abhängig wird. Wenn deine psychische Situation aber schlecht genug ist können die Glücksgefühle des ersten Konsums so intensiv und scheinbar belebend sein, dass man weiter machen 'will', woraus dann irgendwann natürlich eine körperliche Abhängigkeit entsteht.
Bei einer "Zwangsverabreichung" gegen den Willen sind bei halluzinogenen Drogen mit Sicherheit Horrortrips zu erwarten, was natürlich das Suchtpotential stark senkt Zunge raus
Wie das bei Opioiden aussieht, zu denen ja auch Heroin gehört, kann ich nicht sagen, da ich sowas nie genommen habe. Ich kann mir aber gut vorstellen, dass die beruhigende und zufrieden machende Wirkung überwiegt, auch wenn man die Droge nicht freiwillig genommen hat. Naja, und wenn man in diesem Bereich große Defizite hat (und die hat dieser Arbeitssklave mit Sicherheit), dann kann ein Zwangsanfixen doch dazu führen, dass der ein oder andere später das Gefühl wieder haben will ... freiwillig.



"All the people who created traditions, who created countries, who created rules - them fuckers are dead.
Why don't you start your own world while you got the chance?"
Bill Hicks
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quaid

their law


19.11.2009 21:50 Diesen Beitrag einem Moderator melden Zum Anfang der Seite springen

ein wenig lektüre:

Zitat:
Beim Rauchen erreicht Nikotin schon innerhalb von 7 bis 8 Sekunden das Gehirn, wo es auf nikotinerge Rezeptoren wirkt und eine Reihe physiologischer Reaktionen auslöst:

* Das Herz schlägt schneller, der Blutdruck steigt, und der Hautwiderstand nimmt ab. Da die Hauttemperatur ebenfalls sinkt, frieren Raucher schneller
* Psychisch machen sich die stimulierenden Effekte durch eine erhöhte Leistungsfähigkeit sowie eine verbesserte Aufmerksamkeits- und Gedächtnisleistung bemerkbar. Gleichzeitig werden Appetit, Stress, Angst, Unsicherheit, Nervosität und Müdigkeit unterdrückt.

für mich erklärt das einiges, raucher betreffend Augenzwinkern

Zitat:
Wird dem Körper noch mehr Nikotin zugeführt, so kommt es zu Blockaden physiologischer Prozesse. Der Raucher nimmt dies zunächst als Beruhigung wahr. Ab einer Menge von 1 mg pro kg Körpergewicht besteht Lebensgefahr. Es dürfte aber schwer sein, diese Menge durch Rauchen aufzunehmen.

Allerdings wird der Körper praktisch immer ein wenig durch Nikotin vergiftet, weshalb bei Rauchern eine Vielzahl an Erkrankungen möglich ist. Jedes Jahr sterben ungefähr 100.000 Raucher an den Folgen des Konsums. Zum Vergleich: Aufgrund des Alkoholkonsums sterben jährlich ungefähr 20.000 Menschen, an den Folgen des Konsums illegaler Drogern ca. 2000.

Nikotin hat ein hohes Abhängigkeitspotential, das mit dem von Kokain oder Amphetaminen vergleichbar ist. Bei Nikotin besteht die Gefahr einer körperlichen und psychischen Abhängigkeit.


warum macht nikotin abhängig?   
Nikotin wirkt im Gehirn auf sogenannte nicotinerge Rezeptoren. Das sind die chemischen Andockstellen des Nikotins. Dadurch werden verschiedene physiologische Prozesse ausgelöst, wobei der Haupteffekt vermutlich über den Neurotransmitter Dopamin vermittelt wird. Dopamin gehört zum Belohnungssystem, das der Mensch im Verlaufe der Evolution entwickelt hat, um art- und existenzerhaltende Handlungen zu unterstützen. Dopamin wird beim Essen, Trinken oder auch beim Sex ausgeschüttet. Beim Rauchen "belohnt" sich der Mensch demnach, indem ein Wohlgefühl entsteht. Amphetamine und Kokain greifen übrigens ähnlich in das Dopaminsystem ein.

Durch das Rauchen vermehren sich die nicotinergen Rezeptoren, was sich durch eine Toleranzentwicklung bemerkbar macht. Die ersten Zigaretten schmecken scheußlich. Irgendwann aber gewöhnt sich der Körper an das Nikotin, weil er gelernt hat, den Stoff zu verarbeiten. Bleibt die Nikotinzufuhr aus, so entstehen Entzugserscheinungen, die mit Nikotin gelindert werden können.

Nicht zu unterschätzen sind aber auch die verhaltensfördernden Effekte durch Vorbilder oder Werbung. Rauchen beispielsweise die Eltern, so hat dies eine Vorbildfunktion für die Kinder. Denn die meisten Verhaltensweisen werden durch die Identifikation mit anderen, meist nahestehenden Personen erlernt. Diese Prozesse laufen oft unbewusst ab.

Eine bewusste Strategie der Verführung durch die Identifikation mit Vorbildern wird hingegen von der Zigarettenindustrie verfolgt. Die Werbung mit ihren gut aussehenden, fröhlichen Menschen, lustigen Kamelen oder harten Kerlen soll gewissermaßen einen psychologischen Belohnungseffekt erzielen. Will heißen: Wer raucht ist lässig, cool, witzig, gut drauf, ein harter Kerl etc...

Rauchen wird also durch eine Vielzahl von belohnenden Effekten begleitet, die das Verhalten festigen. Daher gilt das Rauchen als eine der hartnäckigsten Abhängigkeiten.


als vergleich die droge "kokain":
abhängigkeitspotential bei kokain   
Kokain wird ein besonders hohes Abhängigkeitspotential zugesprochen. Was heißt das aber? Wird jeder sofort abhängig von Kokain? Grundsätzlich kann jeder abhängig werden.

Wie auch bei anderen Substanzen hängt dies vom Konsummuster ab. Die spezifische Wirkung des Kokains kann insbesondere bei Personen, die für die Effekte der Droge besonders empfänglich sind, rasch zu einer Abhängigkeit führen.

Personen, die größere Selbstwertprobleme haben, die also nicht zufrieden mit sich sind beziehungsweise gerne stärker, selbstbewusster oder einfach "besser" sein wollen, sind deshalb besonders gefährdet.

Kokain ist in der Lage, zumindest kurzfristig die Zweifel an der eigenen Person zu vertreiben, Grübeleien ein Ende zu bereiten und Platz zu machen für ein erhöhtes Selbstbewusstsein. Von anderen (nüchternen) Menschen wird das durch Kokain gestützte Selbstbewusstsein oft jedoch als Arroganz und emotionale Kälte wahrgenommen.

Auch wird der tatsächliche Zugewinn an Leistungsfähigkeit oder Kreativität deutlich überschätzt. Am Ende steht dann immer das Gegenteil der anfänglichen Wirkung: Depression, Erschöpfung, Kraftlosigkeit, Ideenlosigkeit und innere Leere.
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