Hansi unregistriert
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Börsencrash (und der Anfang vom Ende des Kapitalismus?)
22.01.2008 14:15 |
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Die Börse crashed. Und auf den ersten Blick ist das wohl ein erfreuliches Ergebnis (zumindest wenn man es mit ganz viel Schadenfreude betrachtet). Aber was hat man nun genau von dieser Information bzw. wie gehts nun weiter mit dieser kapitalistischen Welt? Dieses Thema hatten wir auch gestern im kleinen anarchistischem Forum hier in Köln. Und da meinte halt einer, dass wäre für ihn der Anfang vom Ende des Kapitalismus. In ca. 3-4 Jahren sieht er das kapitalistische System am Ende, besser wird es seiner Meinung nach dann aber auch nicht. Er meinte, wenn das ganze Geld dann keinen Wert mehr hat, dann würde überall so etwas wie "moderne Sklaverei" ausbrechen. Sprich die Leute arbeiten dann für ihre Lebensmittelkarten und was sie sonst so brauchen. Die "Fleißigen" werden dann mit jeder Menge Kram belohnt und die, die sich dem verweigern, lässt man dann eben verhungern.
Aber das ist ja nur eine von mehreren Möglichkeiten. Vllt wachen die Leute nach dem Einsturz ja doch noch auf und fangen an sich zu wehren und für das was sie zum Leben brauchen zu kämpfen. Vllt wäre das der Urknall für eine neue und lang erhoffte Revolution. Und wenn die kommt, wie gehts dann weiter? Mich würde mal interessieren, wie ihr das seht. Seht ihr das Ende auch kurz bevor stehen, oder wird man dieses System doch noch irgendwie retten können? Wenn es zusammenbricht, wie gehts dann weiter? Fragen über Fragen und jetzt bitte eure Antworten.
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RE: Börsencrash (und der Anfang vom Ende des Kapitalismus?)
05.02.2008 17:25 |
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Hm.
Deine Antwortmöglichkeiten sind dämlich.
Man sieht weder, ob die, die es hoffen oder nicht, dass er zusammen bricht, glauben, dass er zusammenbricht noch ob die, die es glauben oder nicht, es hoffen.
Beides ist also überhaupt nicht aussagekräftig.
Wenn du schon 2 verschiedene Fragen stellen willst, hängt entweder 2 Umfragen an, falls das technisch geht oder erlaub alle Antwortkombinationen.
edit:
Extra für Hansi nochmal fehlende 2 Kommas eingefügt, falls ihm das das Verständnis erleichtert.
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"Do you believe in free will?" "I have no choice."
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M.F unregistriert
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Also ich würde das ganze mal nicht überbewerten.
Ich will zwar nicht direkt nein sagen, um mir nicht die kleine Hoffnung zu nehmen
, aber Börsencrashes gab es schon öfter.
Das gehört auch, soweit ich das verstehe, zum Kapitalismus dazu.
Es ist halt sozusagen vorprogrammiert, dass es früher oder später dazu kommen soll.
Erinnert mich etwas an die beliebten Esospinner, die wohl ziemlich überzeugt von sind und sich schonmal für den Ernstfall vorbereiten.
Hier gibts ne Checkliste für den Ernstfall:
http://selber-denken.com/board/der-weg-z...-r-den-notfall/
Ne Ich will das jetzt nicht lächerlich machen, aber im Moment kann man nicht davon reden, dass der Kapitalismus durch den Börsencrash bedroht ist.
Aber ich halte die 3-4 Jahr für durchaus im realistischen Bereich.
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Börsencrash? Nachdem Helikopter-Ben seinem Spitznamen alle Ehre macht und die Märkte mit Geld flutet, ist der DAX leicht im Plus, und der MDAX, auf den ich Ende letzter Woche Donnerstag ein gehebeltes Zertifikat gekauft habe, das mit sinkenden Kursen steigt, gewinnt sogar ausgerechnet fast 4%. Turbulenzen gab es zwar, und die Webseiten vieler Banken waren kaum mehr erreichbar. Aber die 6% von gestern sind nicht der Rede wert. Wenn man bedenkt, daß zwischen 2000 und 2003 der DAX mehr als 70% und der Neue Markt mehr als 96% (sic!) verloren hat, es aber der Kapitalismus offenbar gut überstanden hat.
Jedenfalls ist es heute eher eine Lehrstunde in Sachen Load-Balancing von Webservern als das Ende des Kapitalismus
Ich will ja langfristig Aktienmillionär werden und zumindest um Teil davon leben können. Natürlich habe trotz des o.g. Zertifikates noch Verluste erlitten; aber ich war schon die ganze Zeit darauf gefaßt und defensiv. Ob das mit der Unity vereinbar ist? Vielleicht eher als so manches, was noch bis gestern unter der Flagge Unity gefahren ist. Immerhin denke ich immer gegen den Strom
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Sollen sie mich doch hassen, wenn sie mich bloß fürchten. (Unveröffentlichtes Abizeitungs-Lebensmotto)
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Sorry für die vielen Schreibfehler. Die Editier-Gängelung macht mir eine Korrektur unmöglich. Also was ich eigentlich schreiben wollte:
Von den ganzen Zusammenbruchstheorien hörte man ja auch nichts mehr seit dem Zusammenbruch des Realsozialismus ...
Derartige Vorhersagen gab es immer wieder, angefangen von Karl Marx, den ich jüngst an anderer Stelle zitierte aus einem Brief an Engels anläßlich der amerikanischen Bankenkrise von 1857. Auch damals rechnete man bereits mit einem Zusammenbruch. Und tatsächlich gab es ja eine wiederkehrende Krisenhaftigkeit - sich die aber noch herbeizuwünschen können eigentlich nur die ganz Depperten.
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Arne Kroger unregistriert
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Dann müsste der Kapitalismus auch nach jeden Zusammenbruch nationaler Art (verlorener Krieg etc.) sich erübrigen.
Ist eben mal gerade irgendwie wieder "in" in der deutschen Medienlandschaft auf so etwas zu setzen. Dann kann man bei der nächsten BTW wieder sagen, dass ja alles toll gemacht wurde, aber der angebliche Zusammenbruch der Weltwirtschaft, natürlich verursacht durch die USA, daran schuld wäre, dass es der Mehrheit mieser als vorher geht (und wir noch mehr Millionäre haben als früher, was aber bestimmt nicht so stark herausgeputzt wird), während andere Staaten, die ihre Wirtschaft auf etwas anderes aufbauen als auf Export (wobei die USA 10% als Abnehmerland vom deutschen Exports ausmachen) ohne Schwierigkeiten ihr Sozialsystem weiter ausbauen können.
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Hansi unregistriert
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Ich glaube nicht das die aktuellen Medien den Zusammenbruch des Kapitalismus prohezeihen
, dass der aber irgendwann kommt ist denk ich mal amtlich, die Frage ist halt nur wann.
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Arne Kroger unregistriert
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Doch, feiern unsere Medien.
Die unterscheiden nämlich auch ganz deutlich.
Zusammenbrechen soll der böse US-jüdische "Heuschreckenkapitalismus", im Gegensatz zu dem tollen "rheinischen Kapitalismus" a la BRD. Der war nämlich immer der gute Kapitalismus in den Augen der Massenmedien, obwohl er sich seit 1990 nicht mehr unterscheidet von allgemeinen globalisierten Neokapitalismus.
Btw:
Irgendwie ist das schon interessant, dass deutsche Anarchos sich darüber freuen, wenn die US-Notenbank den Dollar einfach verfallen lässt, nachdem der US-Staat soviele Schulden durch seine dämlichen Kriege gemacht hat, dass er seine Schulden jetzt über den Wertverfall des Dollars kompensiert, damit er auch noch den nächsten Krieg finanzieren kann. Zumindest leistet die deutsche Presse wohl gute Arbeit, wenn sie denen das auch noch als positiv verkaufen kann.
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Hansi unregistriert
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Kapitalismus bleibt Kapitalismus, was die Medien da machen ist mir Wayne. Und eben wenn dieser zusammenbrechen würde, dann freuen sich die Anarchos richtg, allerdings nicht ohne über die Folgen nach zu denken, was denn danach kommen kann.
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Hansi unregistriert
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Nee Kapitalismus ist eine Gesellschaftsform. Und wenn der zusammenbricht, dann haben die jetzigen mächtigen keine Macht mehr, einfach weil ihre komplette Macht (das Geld) keinen Wert mehr hat.
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Hansi unregistriert
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| Zitat: |
| Wer sind denn die jetzigen Mächtigen? |
Ranghohe Funktionäre aus Wirtschaft und Politik bzw. vllt auch noch Medien, Justiz und Religion (wobei letztere ja immer mehr an Macht verlieren).
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Leberkrebs unregistriert
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Als jemand der sich bereits seit 20 Jahren mit dem Thema beschäftigt, sage ich: Es dauert nochmal 10-15 Jahre. Solange brauchen wir nämlich, bis Europa und Dritte Welt sich auf einem Niveau treffen. Und genau an dem Tag, kommt der Knall, weil darauf die verwöhnten Europäer keinen Bock haben. Die Konzerne arbeiten aber mit ihren Verlagerungen zu Dritten Welt unbewußt daran, das genau dieses Problem für sie entstehen wird. Aus kurzfristiger Profitgier alles!
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Arne Kroger unregistriert
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Ja, aber Voraussetzungen für eine kommunistische Gesellschaft ist es ja nunmal, dass alle Menschen in der Welt genügend Wohlstand habe KÖNNTEN.
Insofern ist es erstmal okay, wenn jetzt der Trikont mehr Wohlstand bekommt, weil das eben auch eine Voraussetzung ist, dass alle Menschen gleichmäßig wohlhabend leben können. Bis das soweit ist, dauert es aber noch mehr als 15 Jahre, denke ich. Und vorher wird hier in den bisherigen reicheren Staaten noch einiges den Bach runtergehen, weil die Leute hier wirklich zu blöde geworden sind, sich zu wehren.
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Hansi unregistriert
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| Zitat: |
| Ja, aber Voraussetzungen für eine kommunistische Gesellschaft ist es ja nunmal, dass alle Menschen in der Welt genügend Wohlstand habe KÖNNTEN. |
Ich will gar keine kommunistische Gesellschaft, sondern in erster Linie eine, die wohlhabend im Kopf ist und schnallt, dass Kohle nicht alles ist.
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Arne Kroger unregistriert
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Original von Hansi
| Zitat: |
| Ja, aber Voraussetzungen für eine kommunistische Gesellschaft ist es ja nunmal, dass alle Menschen in der Welt genügend Wohlstand habe KÖNNTEN. |
Ich will gar keine kommunistische Gesellschaft, sondern in erster Linie eine, die wohlhabend im Kopf ist und schnallt, dass Kohle nicht alles ist. |
Und das schnallt man ja auch mit knurrendem Bauch, wenn man völlig unterversorgt ist, ja so gut.
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Hansi unregistriert
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Mh nö, dass ist genauso doof, wie zuviel von Allem haben.
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Leberkrebs unregistriert
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Ich bin mir nicht sicher ob der "Trikont" wirklich mehr Wohlstand bekommt. Die Kapitalisten verlagern nur dorthin, weil diese Menschen noch immer mit den ausgelutschten Wohlstandsversprechungen zu verarschen sind, die wir bereits langsam als Lüge enttarnen. Es geht stumpf um Niedrigstlöhne und fast Sklaverei...
Und auf dieses Niveau wollen sie Europa wieder mit runterziehen, ausgenommen Monaco wo sich das Verbrechergesocks trifft und gutgehn lässt.
Und da kommt eben der Knall, wenn die ganzen weichgespülten gehirngewaschenen System-Mitläufer merken, das sie auf afrikanische oder ostasiatische Lebensbedingungen zulaufen. In besagten Ländern selbst, wird sich dadurch nichts verbessern. Die denken nur kurzfristig es gäbe Fortschritt, weil sie auf die Verarschung reinfallen.
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| dass der [Kapitalismus] aber irgendwann kommt ist denk ich mal amtlich, die Frage ist halt nur wann. |
Also sorry, aber das ist ja der größte Mist, den ich seit langem gelesen habe. Früher waren die Zusammenbruchstheorien ja noch kompliziert und ausgefeilt, wenn auch im Ergebnis ziemlich daneben. Ein bißchen mehr als nur reines, verqueres Wunschdenken wär dann doch wünschenswert, z.B. woran es krankt (edit: z.B. zu viel Arbeitsplätze oder zu wenig, zu wenig Wohlstand oder zu wenig Freiheit usw).
Ich will gar nicht leugnen, daß sich Ungleichgewichte aufgebaut haben, die Ungemach nach sich ziehen könnten, vor allem in Amerika, das jahrelang mehr konsumiert als produziert hat; aber zu einem notwendigen Zusammenbruch wird auch das sicherlich nicht führen. Die Leidensfähigkeit der Menschen, bevor nach Alternativen gesucht wird, darf nicht unterschätzt werden; die würden noch jahrzehntelang Reallohnsenkungen akzeptieren.
Im schlimmsten Fall kommt es tatsächlich so:
| Zitat: |
| Und wenn der zusammenbricht, dann haben die jetzigen mächtigen keine Macht mehr, einfach weil ihre komplette Macht (das Geld) keinen Wert mehr hat. |
Nur daß es sehr wohl noch Geld geben wird, im Gegenteil sogar viel zu viel davon, so daß es tatsächlich keinen Wert mehr hat. Die wirklich Vermögenden, die ihr Geld in Sachwerte gesteckt haben, werden dabei aber nicht wesentlich verlieren.
Der aktuelle Crash war übrigens wohl im wesentlichen von einem amokgelaufenen Händler bei der Société Générale verursacht worden (siehe SPON-Artikel, à la: Experten bezweifeln These vom Einzeltäter), jedenfalls glaube ich das, wenn man sich anschaut, was hauptsächlich eingebrochen ist und auf was der Junge Wetten laufen hatte, die seine Vorgesetzten dann in Panik liquidiert haben, dazu noch an einem Tag, an dem Unterstützung aus Amerika fehlte. Natürlich traf das ganze auch auf eine entsprechend unsichere Stimmung im Markt. Jedenfalls, aktuell sind die Verluste in den Indizes bereits wieder wettgemacht (außer dem betroffenen DAX).
Un ich flieg jetzt erst mal nach Barcelona für drei Tage.
Dieser Beitrag wurde 1 mal editiert, zum letzten Mal von Lovecraft am 26.01.2008 20:06.
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Sollen sie mich doch hassen, wenn sie mich bloß fürchten. (Unveröffentlichtes Abizeitungs-Lebensmotto)
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