dian unregistriert
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@ Arne:
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| Bei der Sache mit "Frohlocken/Tatendrang" muss man einfach auf die Synkope achten |
Danke. "Synkope" war das Wort, das ich irgendwann mal in der Schule gehört und seitdem nie wieder gebraucht habe... daher hab ich's wohl vergessen, wie so vieles...
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Filme und Musik sind offenbar weniger beliebt für kreative Eigenarbeit (Und Yog könnte das z.B. bestimmt, was mit Musik selber machen.)
Aber Noten lesen und ein paar Grundkenntnisse in Harmonielehre sind eben etwas komplizierter zu lernen als ein paar Buchstaben aneinanderzureihen. |
Naja, wenn ein Lied scheiße geworden ist, hört man das halt auch dummerweise gleich selber... da ist die Motivation, das anderen vorzustellen, dann nicht mehr so groß, weil man Angst hat, sich zu blamieren.
Ich denke, die Leute kennen ein paar tausend oder gar zehntausend Lieder... da ist das Ohr diesbezüglich schon ganz gut geschult, ab wann ein Lied "professionell" klingt. Aber wie viele Gedichte haben die meisten von denen, die im Internet dichten, denn schon gelesen?
Ich glaube, dass sich viele gar nicht so intensiv damit befassen, dass sie da selber erkennen könnten, ob ihr Gedicht nun gut geworden ist oder nicht, weil ihnen die Vergleichsmöglichkeiten fehlen... und weil sie der Vergleich wohl auch gar nicht wirklich interessiert.
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| Ist btw auch psychologisch ein interessantes Phänomen. Man sucht heute nicht mehr etwas, mit dem man sich identifizieren könnte, irgendjemanden, der einen evtl. theoretisch verstehen könnte, man macht sein eigenes Ding. |
Einerseits ist es natürlich positiv, wenn die Leute den Arsch hochkriegen und selber was machen, anstatt Kunst bloß zu konsumieren.
Aber irgendwie habe ich auch ein wenig Angst vor einer Gesellschaft, in der jeder ein Singstar ist, jeder Gedichte schreibt und jeder fotografiert und die Fotos dann ins Netz stellt... und jeder so sehr mit seiner eigenen künstlerischen Selbstverwirklichung (oder dem, was er dafür hält) beschäftigt ist, dass er gar keine Augen mehr dafür hat, wie andere Menschen die Welt sehen.
Und, @ Skeptiker:
Warum regst du dich so auf? Arne hat doch sogar selbst gesagt, dass es eine Menge großartiger Dichtkunst da draußen gibt... ich denke nicht, dass er die Lyrik abwerten wollte. Er hat lediglich festgestellt, dass es nunmal einfacher ist, ein paar Worte auf ein Papier zu schreiben, als ein Lied zu spielen oder einen Film zu drehen. Und das ist doch wohl auch so... oder etwa nicht?
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Original von dian
Einerseits ist es natürlich positiv, wenn die Leute den Arsch hochkriegen und selber was machen, anstatt Kunst bloß zu konsumieren.
Aber irgendwie habe ich auch ein wenig Angst vor einer Gesellschaft, in der jeder ein Singstar ist, jeder Gedichte schreibt und jeder fotografiert und die Fotos dann ins Netz stellt... und jeder so sehr mit seiner eigenen künstlerischen Selbstverwirklichung (oder dem, was er dafür hält) beschäftigt ist, dass er gar keine Augen mehr dafür hat, wie andere Menschen die Welt sehen.
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Ich glaube, deine Befürchtung ist unbegründet. Seitdem ich versuche Gitarre zu spielen, ist mein Respekt vor guten Gitarristen deutlich gestiegen. Weil ich die Qualität ihrer Kunst besser einschätzen kann.
Und seitdem ich ein Buch schreiben wollte und kaum über die erste Seite gekommen bin, ist meine Achtung vor guten Autoren auch deutlich gewachsen. Wenn ich heute eine Geschichte lese, achte ich nicht mehr nur auf die Story, sondern auch darauf, wie der Autor die Geschichte einleitet, wie die Szenen wechseln, wie sich Personen entwickeln, etc.
Klar, wenn man mal zwischendurch ein Gedicht schreibt und dann glaubt, man könnte Heine Konkurrenz machen, ist das schon reichlich vermessen.
Illuminatrix kann man aber nicht unbedingt in diese Ecke stellen.
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Original von Illumatrix
@derSkeptiker
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| Obs ihm/ihr die Sprache verschlagen hat? |
Ja, aber im positiven Sinne. Soll ich jetzt die Kritik kritisieren? Über Geschmack lässt sich eben nicht streiten. Ich werde sie mir definitiv zu Herzen nehmen, vielleicht war es auch ein Fehler es hier zu veröffentlichen. Ich hab es eigentlich eher für mich getan, und ich selbst finde das Gedicht in Ordnung was unter anderem vielleicht daran liegt dass meine Ansprüche nicht so hoch sind. Ich bin ja auch kein Dichter und habe nie den Anspruch gestellt.
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"All the people who created traditions, who created countries, who created rules - them fuckers are dead.
Why don't you start your own world while you got the chance?"
Bill Hicks
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Skeptiker:
Es ist richtig. Ich glaube, schon allein aufgrund meiner Erfahrung mit Menschen (und auch aufgrund meiner eigenen Schulbildung), dass es mehr Menschen gibt, die Schreiben können als wie Noten lesen können bzw sich in Harmonien z.B. ausdrücken können.
Ich glaube nicht, dass es eine Begabungssache ist, aber Schrift ist einfach eine Sache, die man auch ökonomisch nutzen kann, mehr als wie Musik, deshalb ist es einfach mehr verbreitet in unserer Gesellschaftsform und deshalb wirst Du allein schon geswegen mehr Menschen finden, die versuchen werden, sich als Literaten betätigen wie als Musiker z.B.
(Ich weiß btw, dass ich gegenüber Lyrikern, deren Stil mir nicht gefällt wie bei Benn auch einfach ungerecht bin, das ist mir schon klar. Insofern würde ich solche polemische Spitzen von mir nicht so ernst nehmen.
Nur mir ist eben aufgefallen, als ich meinen eigenen Beitrag las, dass da eine Sache mißverständlich ist.
Wenn ich schreiben:
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Benn mag ich btw nicht, aber in Deiner Aufzählung fehlt ein anderer Ex-Nazi als großartigster Lyriker der Nachkriegszeit neben Fried: Günter Eich! |
dann ist natürlich nicht Erich Fried als Ex-Nazi gemeint. Das ist der nun wirklich nie gewesen, sondern das "neben" bezieht sich auf die Nachkriegslyrik, da gehört Eich und Fried zu den großartigen Lyrikern. der "andere" "Ex-Nazi" neben Benn war Günter Eich, Fried wie gesagt, hatte nun wirklich nie für die Nazis igrendwelche Berührungspunkte bzgl. Zusammenarbeit oder sowas.)
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Also, Skeptiker, ich weiß es auch nicht, was Du jetzt wieder unbedingt falsch verstehen willst an meinem Beitrag. Ich kann mir das nur so erklären, dass Du evtl. da Gottfried Benn zu sehr nacheifern willst in seiner Zuneigung zu allem alkoholisch Trinkbaren und deshalb nicht verstehst, was ich schreibe.
Ansonsten weiß ich auch genauso wenig wie Dian, wie man das jetzt so falsch verstehen kann.
(Benn mag ich btw nicht, aber in Deiner Aufzählung fehlt ein anderer Ex-Nazi als großartigster Lyriker der Nachkriegszeit neben Fried: Günter Eich! Dessen Gedichte waren zum Teil bei der autonomen Bewegung Anfang der 80er sogar auf einmal angesagt.)
Dian, ich bin mir nicht mal selbst sicher, aber Synkope muss das sein, das wird nämlich auch in der Musik angewandt, wenn sich die Betonung bei einem Takt ändert.
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Aber eines hat dieses Gedicht, (oder wie auch immer man es nennen will) es hat eine klare Aussage, nähmlich das das Böse in jedem von uns schlummert und man sollte sich davor in acht nehmen, das es nicht die Oberhand gewinnt
http://www.youtube.com/watch?v=WFHZa-VPXN0&feature=related
so when the devil wants to dance with you, you better say never
because the dance with the devil might last you forever.
Dieser Beitrag wurde 1 mal editiert, zum letzten Mal von Shinobi am 01.01.2010 16:27.
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Ich lehne die Grundübereinkunft des Gemeinwesens ab, insbesondere die Überbewertung von Besitz.
“All authority of any kind, especially in the field of thought and understanding, is the most destructive, evil thing. Leaders destroy the followers and followers destroy the leaders. You have to be your own teacher and your own disciple. You have to question everything that man has accepted as valuable, as necessary.”
„Warum siehst du den Splitter im Auge deines Bruders, aber den Balken in deinem Auge bemerkst du nicht?“
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Vielleicht habe ich einmal mehr überemotional reagiert, vielleicht habe ich wieder etwas in Kommentare interpretiert, was da nie war, andererseits war da eine klare Aussage, nicht? Nämlich die, dass trotz der Angabe des Arguments, es gäbe gute Autoren, die Lyrik als solche unter die Kunst des Musizierens gestellt wurde, oder? Sehe ich das so falsch?
Was Benn Angeht, Arne, so will ich dir die Frage nach Riefenstahl, nach Heinz Rühmann oder Wolfgang Borchert stellen? Ich will dich fragen nach Thomas Mann und am Ende sogar den Bogen schlagen zu Nietzsche, Hegel und Wagner...
@zelder:
Ich habe das Gedicht nicht "Keksgeschichte" genannt! (Und JETZT bin ich arrogant
Wer lesen kann, ist klar im Vorteil! Lies also noch einmal, was da bezüglich des Kekses steht, ... bitte. (Ende des Arroganzexempels)
Natürlich wird mir, wie schon erwähnt, Arroganz oft nachgesagt, aber das ist in einer Gesellschaft, in der Arschkriecherei zum Hauptaspekt des Daseins zählt, gar nicht mehr so abwägig, Ehrlichkeit mit Arroganz zu verwechseln. Gern biete ich dir an, Zelder, mich mit dir per PN auszutauschen und dabei wirklich und wahrhaftig arrogant zu sein, damit du, zumindest bei und an meiner Person, den Unterschied zwischen den beiden Attributen erkennst.
Ich habe den Begriff Gedicht deshalb in Anführungszeichen gesetzt, weil Illumatrix selbst sagte, dass es kein Gedicht sein soll, dann aber, widersprüchlich, vom Werk als ein Gedicht sprach.
Mich unterscheidet nicht das Geringste vom Musiker, der keine Hamronielehre beherrscht. Habe ich eine Betonung auf einen Unterschied gelegt?
Und: ich sitze keinem Selbstbetrug auf, weil es in "meinem" (und auch hier sind die Anführungszeichen mit Bedacht gewählt) Bereich mehr als genug Menschen gibt, die weit über mir stehen, Menschen, die weit jünger sind als ich und doch schon schreiberische Ziele erreicht haben, die ich nicht einmal in Sichtweite bekommen werde. Ich kann also, und das tue ich sogar herzlich gern, durchaus die Lyrik anderer anerkennen, so sie denn, (und ich betone noch einmal
MEINER MEINUNG NACH, der Anerkennung wert ist. Wenn du dich hier im Thema etwas genauer umschaust, wirst du feststellen, dass ich das bereits getan habe.
"Wenn die Sonne der Kultur tief steht, werfen selbst Zwerge lange Schatten"
von Götz Alzmann abgewandeltes Zitat eines Tucholski- Spruches
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Freut mich, Arne, dass wir das klären konnten, denn ich hätte es schade gefunden, hier mit dir einen Disput anzufangen, ob falsch aufgefasster Worte. Wie gesagt, halte ich recht viel von dir, beziehungsweise dem, was man hier von dir liest und es hätte mich schon ein wenig verstimmt, hier keine Klärung zu finden.
Was das Schaffen von Musik, bzw. Lyrik angeht, so muss ich dir, zumindest was die hiesigen Gefilde angeht, widersprechen, denn hier schiessen die "jungen" Bands wie Pilze aus dem Boden und das seit Jahren. Jeder Zweite in meinem Bekanntenkreis spielt irgendein Instrument, das Schreiben jedoch ist hier nicht so vertreten. Daher meine Worte.
"Wenn die Sonne der Kultur tief steht, werfen selbst Zwerge lange Schatten"
von Götz Alzmann abgewandeltes Zitat eines Tucholski- Spruches
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Okay, das räume ich jetzt auch mal ein, dass wohl zumindest in den letzten Jahren es etwas häufiger der Fall ist, dass sich auch Bands gründen. Evtl. ist die Musikerziehung in den Schulen besser geworden in den tetzten Jahre. Ich weiß es nicht.
Als ich noch zur Schule ging, war Musikerziehung so ungefähr das Fach, was man studieren musste, um auf jeden Fall noch eine Beamtenstelle zu bekommen. Ich selber hatte bis zu meinem Abitur hin nur 5 Jahre Musikunterricht, davon allerdings noch 3,5 Jahre, weil ich es als Kursus in der Mittel- und Oberstufe gewählt habe. Derjenige, der also keine Lust auf Musik gehabt hätte, wäre von der 5. Klasse an auf einem Gymnasium der 70er Jahre mit 3 Halbjahren Musikunterricht ausgekommen.
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