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Zum Ende der Seite springen Kommune -, aber anders wer macht mit ?  
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Arne Reload



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09.09.2009 03:42 Diesen Beitrag einem Moderator melden Zum Anfang der Seite springen

Erstmal kurz zum SSK:
Das gibt es heute natürlich noch, nur ist es heute eben eine Kommune von vorwiegend 40 bis 50jährigen, so wie ich das mitbekommen habe, die machen eben nur nix mehr mit Jugendlichen, weil sie die nicht erreichen bzw. so ein Kommuneleben wohl zumindest für die Jugendlichen in Köln.
Aber Leute gibt es da immer noch, die da einziehen.

Ansonsten kann ich mir auch niemanden aus den Rippen schneiden, der Lust hat, diese Scheiße mit den Ämtern zu machen. Wir hatten einfach Glück, dass jemand, der auch eben solche Arbeit 1:1 gemacht hat, mal bei einem Auslandsaufenthalt die Frau fürs Leben kennengelernt hat und deshalb Familie haben wollte und deshalb nicht mehr sich so intensiv mit den Jugendlichen auseinandersetzen konnte und der hat dann eben den Mist auf sich genommen, das zu machen. Irgendeinen Preis muss man eben zahlen, wenn man Stilles Glück, Trautes Heim mal genießen will.

Und zu der Sache, dass man manchmal eben nicht alle Probleme lösen kann:
Das geschieht nunmal. Du wirst selber schön erlebt haben, dass Du Perobleme nicht lösen konntest und dann gibt man mal irgendwann auf. Ich glkaube auch nicht, dass es die Menschen, für die wir was machen, es verdient haben, dass jemand was für sie aus Mitleid macht. Die haben auch das Recht, dass sie mit jemanden klar kommen können, der sie auch 100%-ig akzeptiert.
Da man das nicht bei jedem kann, muss man eben manchmal selektieren, bzw. jemand anderen suchen für den Menschen.
Und meine Erfahrung ist auch, so jemand findet sich auch. Ich kenne Kollgen, die lieber möglichst mit Menschen ihre Zeit verbringen, denen sie was erzählen können, ich mag z.B. wesentlich lieber sehr gewaltätige aggresive Menschen, da hat man klare Möglichkeiten, mit denen zu kommunizieren. Da merkt man am schnellsten, wenn man was faslch macht.
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Spiegel
unregistriert
11.09.2009 12:15 Diesen Beitrag einem Moderator melden Zum Anfang der Seite springen

@Arne


Ansonsten kann ich mir auch niemanden aus den Rippen schneiden, der Lust hat, diese Scheiße mit den Ämtern zu machen. Wir hatten einfach Glück, dass jemand, der auch eben solche Arbeit 1:1 gemacht hat, mal bei einem Auslandsaufenthalt die Frau fürs Leben kennengelernt hat und deshalb Familie haben wollte und deshalb nicht mehr sich so intensiv mit den Jugendlichen auseinandersetzen konnte und der hat dann eben den Mist auf sich genommen, das zu machen. Irgendeinen Preis muss man eben zahlen, wenn man Stilles Glück, Trautes Heim mal genießen will.


Ist doch richtig toll son Übel. Macht doch jeder. Wird als "Glücksweg" wahrgenommen. Und ist doch möglicherweise ein Hauptgrund, warum viele gute Vorsätze es anders zu machen scheitern- "Liebe" als Mord ? Zwei haben sich ganz doll lieb und schon schliessen sie den Dritten mindestens sozial aber in der Liebeszuwendung sowieso. Mordstrukturen nix anderes, tituliert als "Glück" Und keiner merks. Und niemand kann widerstehen. Es bleibt alles, öde wie es ist. Irgend wann im Leben plötzlich gelten die alten Vorsätze nicht mehr. Und was machen die die dem trotzdem widerstehen?
Sie werden in die Vereinsamung gedrängt und können zusehen wo sie bleiben.


Ich glaube auch nicht, dass es die Menschen, für die wir was machen, es verdient haben, dass jemand was für sie aus Mitleid macht. Die haben auch das Recht, dass sie mit jemanden klar kommen können, der sie auch 100%-ig akzeptiert.

100 Prozent geht allerhöchstens, wenn sie bis zwei zählen vielleicht manchmal. Aber wehe, sie merken, dass noch mehr Menschen auf der Welt sind mit den gleichen Akzeptanzansprüchen wie sie. Dann funktioniert es nur noch so, dass eine Selektion Platz greift. So ne Art Sozialdarwinismus. Jeder schnappt sich, was er kann,der "Rest" hat eben Pech gehabt.Fürchterlich. Ich leide darunter. Das kanns doch wohl nicht sein

Da man das nicht bei jedem kann, muss man eben manchmal selektieren, bzw. jemand anderen suchen für den Menschen.

DAs Problem: du hilfst jemand raus. geht es ihm besser oder hat er jemand gefunden, issa wech.Das ist der Normalfall. Ihm wurde geholfen aber er pfeift drauf und verzieht sich aus der Verantwortung für wiederum andere.

Und meine Erfahrung ist auch, so jemand findet sich auch. Ich kenne Kollegen, die lieber möglichst mit Menschen ihre Zeit verbringen, denen sie was erzählen können, ich mag z.B. wesentlich lieber sehr gewaltätige aggressive Menschen, da hat man klare Möglichkeiten, mit denen zu kommunizieren. Da merkt man am schnellsten, wenn man was faslch macht.

Hab ichs jetzt mit einem Kampfsportler bei Dir zu tun?
Bin übrigens in Berlin am 12.9. erreichbar, falls jemand mich dort treffen möchte. Flyerverteilen und so

Spiegel

Dieser Beitrag wurde 1 mal editiert, zum letzten Mal von Spiegel am 11.09.2009 12:18.


Arne Reload



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11.09.2009 15:49 Diesen Beitrag einem Moderator melden Zum Anfang der Seite springen

Berlin ist für mich viel zu weit weg, hätte ich eher wissen müssen. Der Junge,der bei mir lebt, wollte früher immer mal irgendwann nach Berlin, das hätte man dann kombinieren können mit 'ner Fahrt mit dem, da hätte der sich auch gefreut. Nenn' mal ein paar Termine, wann das wieder mal der Fall sein wird.

Und ich habe es schon etwas eher gelernt, nicht so hohe Erwartungen an die Menschen zu stellen, denen man hilft. Ich habe früher mit Menschen zusammengearbeitet, die in Behindertenwohnheimen lebten und eine sog. geistige Behinderung hatten. Die können zum Teil nicht mal reden und sind dem Heimalltag und seiner Willkür noch viel schlimmer ausgeliefert, weil da eben auch Grenzen sind, was sie begreifen können. Da ist auch Hilfe zur Selbshilfe meistens mehr als schwierig.

Kampfsportler war ich zwar mal, aber ist lange her, dass ich mal als Kind im Ringverein war.Gibt aber, habe ich eben heute erst wieder gemerkt, manchmal schon Gründe, das bei Konflikten einsetzen zu können. 'Ne direkte Konfrontation, wenn jemand mal austickt, ist imo wesentlich besser als dem gleich irgendwelche Psychopharmakas reinzuhauen oder den wegzusperren. Wie gesagt, die Leute, mit denen wir arbeiten, haben meistens schon Heime und Psychiatrien durch und sind oft gar nicht weggelaufen da, sondern wurden selbst da noch abgeschoben, weil sie zu auffällig waren.
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Spiegel
unregistriert
11.09.2009 16:18 Diesen Beitrag einem Moderator melden Zum Anfang der Seite springen

Hallo

Stihl Motorsäge MS 441 W NEU
Preis: 520 EUR
Wenn Du eine billigere weisst melde Dich
Verdammt, das ist unbezahlbar, wir sollen wohl frierenunglücklich

( Ist nicht für die Sozialarbeiterausbildungsschule gedacht
und auch nicht für ein Jugendamt aber wir brauchen dringend eine
zum Winterholz machen ).

Ansonsten ziemlich real was Du schreibst , zu uns schieben sie ständig junge Leute ab (und Alte) mit denen sie nicht mehr fertig werden, mit denen keiner fertig wird.. Aber auch Eltern die Hilfe suchen werdenj immer mehr, texten uns täglich voll, sind recht störrisch. Das geht auch auf die Nerven manchmal. In der Hoffnung, dass wir das schaffen und noch mehr in der Hoffnung, dass sie uns dann absägen oder plattmachen, lässt man also schon mal jemand hier leben

Vor kurzem war ein Tourist bei uns der arbeitet in einem Ba-Wü Jugendknast und macht dort Antigewalttraining. Also mit Mördern und so. Ein Riese von Schrank. Er sagte:" ich kann Euch solche Menschen nicht empfehlen. Zu mir kommen sie auch erst dann, wenn man nicht mehr mit ihnen fertig wird".
Dann dazu ein Bericht inder Glotze über 1:1 Training, nee das war auch too much, irgendwie voll abgehoben und fast schon autoritär. Allerdings waren mir seine Ansichten von wegen Umgang mit diesen Menschen auch nicht gerade grün. Mit anderen Worten revolutionäre Vorschläge zur Selbstbestimmung und Grundversorgung aller Menschen
mit dem allernotwendigsten hatte er auch nicht. Es sind wirklich die krassesten Fälle, wo man dann mal helfen darf. Die "pflegeleichten" haben ihre Lobby. Und da kannst Du nur träumen von politischer Aktivierung

Es ist eine politische Frage, die Jugendhilfegesetze so umzuformulieren, dass Hilfeleistungen von Laien endlich möglich werden, und die Entmündigung der Jugend abgeschafft wird. Nur so lassen sich diese krassen Schicksale verhindern

Die eigenen Bedürfnisse, warum man das macht sollten auch mehr betont werden. Für mich hats viel zu tun mit meiner eigenen Situation und Sehnsucht
Ich bin ja selbst jemand der diese Gesellschaft im wesentlichen ablehnt,
überhaupt nich klar komme mit dem mainstream und der Partygesellschaft und dafür als Mobbingobjekt nach ganz unten gehören soll. Ich brauche also Bündnispartner und Freunde, denen es ähnlich geht und die ihre Isolation aufgrund ihrer Weltsicht aufbrechen möchten

Um nach freiheitlichem Gusto voran zu kommen, setzt voraus, die politische Bewegung zu schaffen, die eine Diskussion über die Themen anstösst, die ich vorhin schon erwähnt habe. Insofern ist vielleicht gut, wir beschnuppern uns mal.
LG

von Spiegel

Arne Reload



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12.09.2009 05:49 Diesen Beitrag einem Moderator melden Zum Anfang der Seite springen

Also, zur Säge. Da kann ich mal Hansi im Chat ansprechen. Ich weiß nicht, ob der SSK auch sowas hat, da haste dann aber die Frage, wie Du das von Köln nach Berlin bekommen willst. Gibt es in Berlin nicht irgendwelche Kollektive, die so gebrauchte Sachen verkaufen zu annehmbaren Preisen, insbesondere an Projekte wie Deines? Wollt Ihr denn damit richtig fällen oder nur kleinhacken?
Kleinhacken geht auch mit 'ner Axt, wenn ihr genug Leute seid, das ist natürlich anstrengender. Aber der Junge, den ich hier habe, macht das auch in seiner Schule per Axt, weil er sagt, da würde er auch Aggis loswerden. (Macht er auch manchmal leider bei mir zu Hause, wenn er knatschig ist mit meinen Türen, habe schon drei kaputte. Neue hole ich erst, wenn er etwas ruhiger geworden ist.)

Also, diese Anti-Agressionstrainigssachen habe ich auch mal gesehen, ich muss auch sagen, ich würde anders vorgehen. Mir erscheint der Ansatzpunkt da falsch. Ich mache das eigentlich lieber so, dass ich erstmal ein vernünftiges Verhältnis zu demjenigen aufbaue und dann sehe, warum er zu Aggressionen neigt. Meistens ist das nämlich oftmnals sowas wie Verunsicherung und so. Und die lässt nach, wenn die merken, dass jemand da ist, der ihnen, egal, welchen Mist sie bauen, zur Seite steht.

Das Problem mit der politischen Arbeit ist einfach das, dass man das einfach zeitlich kaum noch hinbekommt. Mir ist schon vor Jahren mal ein Lied von Bettina Wegner aufgefallen, in dem sie eigentlich meine damailge Situation schon beschrieb.
Zitat:

"Mir fällt ein, was ich wollte und ich weiß, was ich hab'
und ich gehe noch gerade und mach' noch nicht schlapp.
Und das ist alles nicht nur Hilfe, es ist Agitation,
aber wen agitier' ich, wen erreiche ich schon?"

So fühl' ich mich auch eigentlich heute noch. Irgendwie schaffe ich es, jemand anderem ausführlich zu helfen, aber kann dann keine politische Arbeit mehr machen oder eben andersrum. Ich hatte jetzt auch mal eine Zeit von 2 Jahren, in denen ich wenig gearbeitet habe mit solchen konkreten Fällen, da konnte ich wieder mehr politisch machen.
Beides schaffe ich auch nie.
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Spiegel
unregistriert
13.09.2009 14:48 Diesen Beitrag einem Moderator melden Zum Anfang der Seite springen

Hallo Arne, wenn das hier jemand jüngeres liest, wie zwei Alte im Grunde kapitulieren, angesichts der gesellschaftlichen Situation gegen die sie aufbegehren möchten? Der eine hats raus, wie er einen auf Betreuer machen kann auf die coolste Art vielleicht, der andere, der das nicht kann, weil ers als kräftigen Selbstbetrug plus Einzelfallverausgabungsfalle ansieht, dem aber die Leute fehlen, es anders zu machen, was muss der denken? Beide haben sich jahrelang engagiert
und was haben sie erreicht? Im Grunde nichts nachhaltiges !
Geben wir es doch zu, die paar Männecken, denen wir weiter geholfen
haben, haben uns und unsere Ideen irgend wann verlassen und aus dem Auge verloren, so wie man halt gross werden muss und die Kindheit vergessen. Und sich im Grunde wieder den gesellschaftlichen Bedingungen ausgesetzt, unter denen (sie?) nur allzu Kaputtes entsteht und wieder ursächlich tausenden anderen Schicksalen auf die Sprünge "geholfen"
ihnen ein " zuverlässigher treuer" Begleiter" wurden, bzw. sie durch Desinteresse, Wegschauen und Nichtstun eben diesenSchicksalen wieder und wieder ausgesetzt


Hilfe, es ist Agitation, aber wen agitier' ich, wen erreiche ich schon?"

Siehst Du, sie schreibt es auch. Singt sich fett, macht ihre Kohle und schüss. "Sind so zarte Hände" hahaha..

SIE HÄTTE ALS MUSIKERIN MIT ANDEREN ENTSPRECHENDEN TEXTEN UND EINER VORLEBEWEISE SEHR WOHL VIELE ERREICHEN KÖNNEN! Mein Vorwurf an Mikel Jackson ebenfalls, aber immerhin

So fühl' ich mich auch eigentlich heute noch. Irgendwie schaffe ich es, jemand anderem ausführlich zu helfen, aber kann dann keine politische Arbeit mehr machen oder eben andersrum. Ich hatte jetzt auch mal eine Zeit von 2 Jahren, in denen ich wenig gearbeitet habe mit solchen konkreten Fällen, da konnte ich wieder mehr politisch machen. Beides schaffe ich auch nie.

Für mich hast Du damit eins der Hauptprobleme angesprochen. Erstmal das p o l i t i s c h e Desaster: Wer sich in Einzelfällen für eine Person oder mehrere einsetzt, schafft es nicht mehr , sich politisch für alle g r u n d l e g e n d einzusetzen. Was auf der Ursachenebene und damit auf der PRÄVENTIONSEBENE bitter notwendig wäre. Und: was hinzu kommt, Du M U S S T auf politische Arbeit verzichten, weil andersfalls, klauen sich die Behörden unter Umständen den EINZELFALL wieder zurück und schlimeres: Du bekommst nie wieder einen menschen vondenBehörden zugeschachert. Opportunismus also so gesehen, um nicht wieder alleine da zu stehen. Es ändert sich also nix ohne politisches Vorgehen. Du siehst es ja deutlich wie es sich entwickelt. Die Politik, die das stoppen könnte findet explizit nicht statt. Es entstehen immer mehr härteste einzelne Fälle, an denen sich die Sozialarbeiter zum Wohle der Kohle kaputt arbeiten

Das andere ist wiederum ein p e r s ö n l i c h e s Desaster unter Umständen: Du engagierst Dich mit aller Kraft, die Du hast , politisch also kämpfst offen für Selbstbestimmungsfragen usw. Dabei läufst Du Gefahr, dass die andere Seite Dich denunziert und kriminalisiert, wo sie kann, das lässt die persönliche Unterstützungsarbeit für Einzelne egal, ob mit anerkannter Qualifikation oder nicht ebenfalls möglicherweise den Bach runter gehen, je mehr Du Dich auf der politischen Ebene engagierst. Du siehst, wie die JUgendlichen vor die Hunde gehen und kannst nichts machen,weil man dich nicht lässt. Wer hält das aus?
Beide Male, ohne Politik (zum Nachteil der gesamten Generation) und MIT Politik, (zum Nachteil einzelner konkreter Fälle) auf politisches Engagement in diesem Bezug (weil es nicht stattfindet UND weil es stattfindet) reagiert der Staat als Wahnsinniger!

Ein Ausweg ist für mich nur auf zwei Ebenen möglich: 1. Die Betroffenen helfen sich selbst durch Mitbeteiligung an dem politischen Engagement 2. Die Angelegenheit entwickelt sich zu einem 24 Stunden rund um die Uhr Kollektiv oder einer Kommune, die personell inder Lage ist auf b e i d e n Ebenen optimales zu leisten

LG
von Spiegel:

Ps Bärlin war optimal, unsere flieraktion kam (auf der unverbindlichen Ebene natürlich) offenbar verdammt gut an

Dieser Beitrag wurde 5 mal editiert, zum letzten Mal von Spiegel am 13.09.2009 14:56.


Arne Reload



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15.09.2009 02:04 Diesen Beitrag einem Moderator melden Zum Anfang der Seite springen

Kollektive kann ich ja nur bedingt schaffen, wenn ich 1:1 arbeite. Ich habe heute noch mal mit jemanden gesprochen, der in dem Projekt, in dem ich jetzt arbeite seit 8 Jahren tätig ist, und der versicherte mir, dass es schon genug Versuche gab, wenigstens zeitweise die Menschen, die wir betreuen, zusammenleben zu lassen.
Das ist meistens gescheitert. Allerdings haben wir auch mittlerweile ein Haus im Bergischen Land, in dem mehrere Leute zusammenleben, das haben die auch gerade alle zusammen erst renoviert. Ist nur eben ein Projekt, das eben nicht für jeden geeignet ist.

Der Junge, den ich betreue, hat mich heute allerdings sehr überrascht. Er ist dabei mit seinen Schulkamreraden für morgen einen Schulstreik zu organisieren. Ist nur eine kleine Schule an der niederländische Grenze offiziell eine sog. für "emotionale und soziale Entwicklung", also das, was man früher Schule für Erziehungsschwierige nannte. Es geht denen darum, dass sie drei Schüler, die sich eben aus einer Menge Aktionen, die Solidarität erfordern, raushalten und hintertreiben, so von den Lehrern getrennt werden, dass diese das zumindest nicht mehr gemeinsam machen können.
Ich bin da ziemlich positiv überrascht, dass der Junge das hinbekommt und es auch schafft noch andere da aus der Schule mitzumotivieren und frage mich, wie er das auf einmal gelernt hat. Ist zwar keine Aktion, die man allgemein als politisch bezeichnen kann, aber er nimmt seine Interessen wahr und das ziemlich radikal ohne gleich gewalttätig zu werden. Gefällt mir eigentlich, dass er so weit ist.
Insbeondere, wenn Du Dir anschaust, wie lethargisch eigentlich andere Schüler auf irgendwelche Strukturen reagieren, die sie belästigen. (Haben wir auch gerade hier im Thread "Schule" im Cafe Unity diskutiert. Da war aber nur das übliche Ellbogendenken Schüler gegen Schüler bemerkbar, die unser System ja herbeiführen will. Das jemand, um den man sich kümmert, dann doch in der Lage ist, ggf. Ansätze zu einer politischen, solidarischen Arbeit hat, hat mich heute ziemlich gefreut. Mal sehen, wie weit man das ausbaut. Aber der Junge hat auch schon an Demonstrationen gegen Nazis u.a teilgenommen.)
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Spiegel
unregistriert
15.09.2009 12:08 Diesen Beitrag einem Moderator melden Zum Anfang der Seite springen

Hallo Arne,

Du bist leider nicht auf mein Hauptargument eingegangen, die gesellschaftliche Schizofrenie, "entweder schleim dich ein oder geh raus aus dem System und kämpfe für echte Freiheit", was immer das auch genau ist..Es ist doch so:

Du hast die "Qualifikation" sprich "Berechtigung", diese Arbeit zu machen.
Ja erschlichen oder wie soll ich das nennen: Ein Freiheitskämpfer lässt soch ausbilden von den Unterdrückern oder wie?

Wir wollen diese qualifizierte Scheisse nicht, das heisst ein wesentlicher Punkt ist :"keiner über mir und keiner unter mir.". Dahin kann man nicht "erziehen" Pädagogen können jederzeit-bei "Kooperation°- die Leine lang lassen, und bei Verweigerung anziehen.
Alle die sich gegen diese Grundhierarchie wenden, sind ohne Chancen und ohne Menschenrechte.

Damit,dass Du mitmachst, aber liegen auch die Inhalte fest, die Du beackern darfst. Jugendamt gegen Nazis,das kommt gut und vertuscht auch gut.

Schüler streiken für mehr Verschulung des lebens, nicht gegen. Klingt ebenfalls super Ja fordern wir inzwischen schon unsere eigenen Zwangsjacken?

Warum darfst Du diese Unterstützungsarbeit machen und ich nicht? Weil ich Pädagogik mit einschliesse in ein abzulehnendes potentielles und reales Macht- und Gewaltverhältnis, das bei Bedarf jederzeit den Willen und die Lebensperspektiven von Kindern und Jugendlichen brechen kann, wie sie will.

Ich sage nicht, dass die Inhalte Deiner Arbeit schlecht sind oder falsch, weil sie in Ansätzen ganz sicher einigen Jugendlichen helfen, nicht völlig abzustürzen

Mit URSACHEN aber hat das im wesentlichen meiner Meinung nach nichts zu tun. Damit wird die Festgefahrenheit des alles kontrollierenden big brothers keineswgs aufgelöst, sondern nur verstärkt. So viele Fälle, wie das Sytem produziert, können gar nicht mehr aufgefangen werden.

Wer seine Unfreiheit selber fordert, braucht keine Fesseln mehr.
So nach dem Motto" ich bin als Kind auch geschlagen worden und es hat mir gut getan."

Ich sag Dir, was die Politiker planen: immer früher sollen Kids aus den Familien rausgerisen werden, Ganztagesschulen für alle stehen auf dem Programm. Damit- so der grüne Macker gestern im Dreierkampf Trittin, :können wir die Arbeitslosigkeit besiegen und mindestens 180 000 (0?) Pädagogen neu in Brot und Arbeit bringen

Nee danke. Wo bleibt die Freizeit, wo die Freiheit?

So auch die Schulstreiks: früher: "Schulezwang ist DAS Übel". Heute schreien die Kids nach noch mehr Schule, und besetzen die Schule, wenn zu wenig Unterricht statt findet. Einfach nur noch pervers das ganze sprich: bessere Indoktrination, ( noch mehr Herrschaftswissen ) mehr Leerer, usw. Toller Schulstreik. Wenn das letzten Endes gegen den Faschismus sein soll, da lache ich mich. (Könnt ich heulen) Natürlich ist Neofaschismus auch nur eine Reaktion auf das Erziehungssystem, das die seelischen, emotionalen, Bewegungsfreiheits- und sexuellen Wünsche der Jugend angreift, manipuliert und aussen vor lässt

Die Jugendlichen, die da Opfer von sind, haben auch nur die Wahl, sich denen anzuschliessen, die das pädagogische Spielchen mitmachen oder in Lethargie und Suff zu verfallen, falls sie noch etwas merken also wiederum in diesem Bereich einen politischen Maulkorb tragen müssen, wenn sie ihre "Renovierunsarbeiten" am System und ihre Einschleimung in dasselbe fortsetzen wollen.

Jetzt stell Dir mal vor: Millionen Pädagogen werden auf die Jugend gehetzt. Ihre Ausbildung, wo die statfindet und welche Inhalte sie transportiert, weisst Du. Auf der anderen Seite steht eine total emotional verarmende Jugend und eine alte Generation. Je mehr Pädagogen auftauchen, desto grösser das Elend. Die Kontrolle ist perfekt. Sie ist so angelegt, dass der Mensch überhaupt keine Chance und keine Zeit mehr haben soll, sich um alternative Lebensformen zu kümmern.

Pädagogen sind ein Teil des Kontrollsystems. Wenn sie auch auf kuhl machen, sie müssen das System stärken. Millionen Menschen vergreisen kinderlos. Das ganze Land vergreist. Die Alten aber werden von der Jugend gehasst und ausgeschlossen. Früher war es anders herum. Die Alten schlossen die Jugend vom richtigen Leben aus. Tausende hätten gern die Kontakte, dürfen aber nicht. Die Kids werden so verplant, und eingeschüchtert, dass sie nur noch hassen können. Zum Beispiel die Alten. Eine Rache, ein Spiegel der Ausgangssituation, ander neimand etwas ändern will.?

Nein das Elend, das sich hinter den gut gemeinten pädagogischen Unternehmen versteckt, ist viel grösser, als wir denken
LG

von Spiegel

Dieser Beitrag wurde 2 mal editiert, zum letzten Mal von Spiegel am 15.09.2009 12:14.


Arne Reload



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17.09.2009 02:15 Diesen Beitrag einem Moderator melden Zum Anfang der Seite springen

Durchaus richtig, aber wie ich oben schon sagte, muss man sich zu irgendeinem Zeitpunkt eben mal überlegen, ob man sich deswegen vor Selbstmitleid bepisst oder eben das versucht daraus zu machen, was machbar ist.

Ich bemerke schon ein bisschen, dass Du aus irgendeiner Ecke da kommst, die bestimmt in der Nähe von Berlin liegt oder so liegt, auf jeden Fall im ehemaligen Preußen. Du glaubst, weil es den Staat gäbe, wäre er nicht ignorierbar bzw.nicht umgehbar. Man muss eben die Entscheidung treffen, diesen Popanz zu seinen eigenen Nutzen wahrzunehmen. Dann hat man auch die Möglichkeit, dies in solidarischer Form weiterzugeben, was man daraus erhält.

Das fiel mir schon bei Deinem letzten Beispiel auf. Wieso hat da niemand vorab eingegriffen und der Frau nicht einfach gesagt, dass sie mitsamt den Kindern das Weite sichen soll. Es ist nicht so schwer, unterzutauchen. Und ob nun irgendwelche Idioten für mehr Schulstunden streiken, ist mir relativ egal. Ich habe ja schon gesagt, dass ich die Leute nicht unbedingt auf eine Regelschule schicken würde, sondern dahin, wo es keinen festen Lehrplan gibt. Das kann man tricksen.
Natürlich bleibt dabei das Problem, dass eben nicht die eigentlich Grundforderung in die Öffentlichkeit getragen wird, aber dafür gibt es dann ja auch andere Möglichkeiten als sie dort zu benutzen, wo man letztendlich doch nur wieder manipulativ wie die Bourgeoisie selber auf die Menschen einwirken müsste, denen man letztendlich helfen will.

Und dazu leiste ich maximal als Vorbildfunktion die Hilfestellung. Schaffen müssen die sich alleine. Sonst kannste alle Konzepte direkt in die Tonne kloppen, wenn man selber auch nix anderes vorhat als so zu arbeiten wie jetzt gearbeitet wird.
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Spiegel
unregistriert
18.09.2009 20:46 Diesen Beitrag einem Moderator melden Zum Anfang der Seite springen

Hallo Arne,

Du schreibst

muss man sich zu irgendeinem Zeitpunkt eben mal überlegen, ob man sich deswegen vor Selbstmitleid bepisst oder eben das versucht daraus zu machen, was machbar ist.

Wie kann man nur andere Menschen im Stich lassen auf ihrem Weg aus der Gesellschaft heraus auf ihremWeg hin zu einer anderen Gesellschaft und ihnen nachher "Selbstmitleid" vorwerfen,wenn sie es allein nicht schaffen?

TEILNAHME IST MACHBAR

Ich bemerke schon ein bisschen, dass Du aus irgendeiner Ecke da kommst, die bestimmt in der Nähe von Berlin liegt oder so liegt, auf jeden Fall im ehemaligen Preußen.

Nein, nicht Berlin


Du glaubst, weil es den Staat gäbe, wäre er nicht ignorierbar bzw.nicht umgehbar. Man muss eben die Entscheidung treffen, diesen Popanz zu seinen eigenen Nutzen wahrzunehmen. Dann hat man auch die Möglichkeit, dies in solidarischer Form weiterzugeben, was man daraus erhält.

Ich erlebe es doch, wie der Staat mit wirklich guten unkonventionellen Ansätzen umgeht. Egal wo im Land. Er toleriert effektive Hilfen für diese Menschen nicht,esw sei denn er hat die Kontrolle und damit die Sanktionshoheit und die Lohntüte dazu inder Hand und darüber und das ist genau das Problem, warum es nicht besser wird. Siehe Ansbach

Dass es an mutigen Menschen fehlt, die hier NEIN sagen zu jeder Eingliederung in die Ursachenstrukturen im Mäntelchen der SOZIALARBEIT, verstärkt nur die Situation der Verfehmten enorm, sie haben keine Chance mehr auf Selbstbestimmung, weil alle, die ihnen helfen und sie unterstützen könnten die Macht des Staates nutzen, ihnen eine "humane" Fremdbestimmung im günstigsten Fall aufzudrücken

Das fiel mir schon bei Deinem letzten Beispiel auf. Wieso hat da niemand vorab eingegriffen und der Frau nicht einfach gesagt, dass sie mitsamt den Kindern das Weite sichen soll. Es ist nicht so schwer, unterzutauchen.

Tausend Mal wurde ihr das geraten. Tausend Mal hat sie Recht behalten. IN der jüngsten Zeit gehen die Pullen inganz Europa um, nachdemsie gemerkt haben immer mehr Jugendamtsgeschädigte flüchten ins Ausland. In drei spektakulären Aktionen haben sie aus Polen,Dänemark und Italien Kinder wieder zurück geklaut zu dem Deutschstämmigen anderen Elternteil. Damit haben sie die gesamte Auslandsfluchtszene enorm eingeschüchtert. Es gibt ja auch schon eine grosse Auswanderungswelle wegen den Zuständen betrff Kindern gegenüber aus Deutschland. Hätte sie das auch gemacht und wäre auch ins Ausland geflüchtet, hätten sie sich die KInder genauso gut holen können nur mit dem Unterschied, dass sie dann "Kindesentziehung" an Hals bekäme und Landesverbot bekäme und obendrein sie nicht mal hätte wieder suchen können. ImGrunde hat sie Recht behalten. Sie lebt zwar unter unsäglichen Behördenschickanen hat aber ihre KIds noch, bis auf deneinen,der nicht mehr bei ihr leben will.

Und ob nun irgendwelche Idioten für mehr Schulstunden streiken, ist mir relativ egal. Ich habe ja schon gesagt, dass ich die Leute nicht unbedingt auf eine Regelschule schicken würde, sondern dahin, wo es keinen festen Lehrplan gibt. Das kann man tricksen.

Die Realität ist,dass viele Eltern aus Angst vor enormem Bürokratieauffwand ua. fehlendem bewusstsein, Kohlenot usw . diesen Weg nicht gehen können.Deine Ratschläge mögen vielleich für eine Elite mit Kohle zutreffen aber sie hat überhaupt kein Geld, irgendwohin zu flüchten.
LG

von Spiegel

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traumspiner




19.09.2009 19:17 Diesen Beitrag einem Moderator melden Zum Anfang der Seite springen

gleich vorweg: Der Begriff "Kommune" wird hier etwas missbraucht, weil mir kein besserer einfiel. Mir ist klar, dass mein Vorschlag mit den wichtigen strukturellen Elementen einer echten Kommune nichts zu tun hat.

Ausgangs-Situation:
Viele Menschen (auch hier, wie man so liest) träumen von einem kommunenartigen Leben... oder genauer: Von einem gemeinsamen Lebensraum mit alternativen Menschen, denen die spießbürgerlichen Normen und der Staat in ähnlicher Weise auf die Nerven gehen.
Viele haben aber - was ich durchaus verstehe, weil es mir selbst so geht - einfach nicht den "Mut", da alles auf eine Karte zu setzen und wirklich autonom zu werden... oder eben auch nicht den Nerv, dauerhaft, 365 Tage im Jahr so ein Leben führen zu wollen.

Menschen sind für vieles zu faszinieren, und so ist es überaus verständlich, wenn ein Mensch in seinem Leben von beiden Seiten etwas (in beliebig wählbarem Verhältnis) haben möchte: Manche wollen vielleicht einfach nur mal hin und wieder ein paar Wochen mit einer Fundus ihnen vertrauter und kompatibler alternativer Menschen zwanglos zusammenleben -- ohne ihr bürgerliches Dasein komplett aufzugeben.

Wie Urlaub sozusagen. In einem gemeinschaftlichen (alternativen) Ferienaus.

Vielleicht ein bisschen wie das Gefühl auf Festivals ... und dieses Gefühl entsteht eben nicht durch die organisierten Bühnen, sondern m.E. durch die Besucher! Wie oft hörte (und dachte) ich allein letzte Woche auf nem Festival. "Hey, endlich mal NORMALE Menschen!"

Muss es diese Möglichkeit, hin und wieder stresslos unter seinesgleichen zu sein, immer nur auf Festivals geben?

In einem Gespräch mit ein paar von der Festival-Atmosphäre begeisterten Freunden entstand dann folgender Gedanke, zu dem ich sehr gern eure kritische Meinung lesen würde:

Wie wäre es, sich mit ein paar Dutzend Leuten, die sich gut verstehen, ein größeres, interessantes Gebäude zu kaufen/mieten, welches jeder für sich dann zu beliebigen Zeiten als "Zweitwohnsitz" benutzen kann... Ob mal nur für ein Wochenende... für einen langen Urlaub von 2 Monaten... oder auch für ein komplettes Jahr, in dem er sich eine Auszeit von sonstigen beruflichen Verpflichtungen erlauben kann.

Ich stelle mir dies so vor, dass jeder hinfahren kann, wann und für wie lange er möchte und dann das Haus in der Zeit ganz normal wie eine große WG mit den anderen gerade Anwesenden teilt. Aufgrund der beliebigen individuellen An- und Abreisen wird natürlich viel Kommen-und-Gehen-Fluktuation sein... aber immer aus demselben Pool von Leuten... also wenn z.B. 50 Leute das Haus gekauft haben, werden vielleicht permanent immer irgendwelche 20 oder 25 anwesend sein, in der gewünschten Atmosphäre, die ihnen ihr bürgerliches Leben bisher nicht bieten kann.

Dieser Schritt wär vielleicht weniger radikal als direkt in eine richtige Kommune zu ziehen. Finde ich.

Im Prinzip könnte dann jeder jederzeit spontan dort einen (wie auch immer gestalteten) "Urlaub" verbringen... um dort zu malen, ein Buch zu schreiben, einfach nur in sich zu gehen... oder eben die lieben Leute mal wiederzusehen... usw.

Haltet ihr das prinzipiell für denkbar/realistisch?
Wo würde es auf jeden Fall Probleme geben?
Gibt es solche Wohnformen vielleicht schon irgendwo?

Quelle
http://hippie-forum.ning.com/forum/topic...page=1#comments


beides geht ein in die selbe richtung.. ich hoffe nur das es eh nicht die selben leute sind Augenzwinkern



http://friedensblume.ning.com/
friedensbringer.ning.com
Geldfrei.TV
freiesleben-ag.de
4Peace
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Xoc

lol

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20.09.2009 15:20 Diesen Beitrag einem Moderator melden Zum Anfang der Seite springen

Probleme sind wohl:
-Es ist teuer. Wem ist es das wirklich wert?
-Das Haus wird teilweise zu voll und teilweise zu leer sein.
-Stress, weil jemand sich ärgert, dass er den Dreck von irgendjemandem wegmachen muss, der gerade gefahren ist.
-Bei 50 Leuten ist es höchstwahrscheinlich, dass da welche dabei sind, die sich nicht riechen können.
-Streit bei Entscheidungen, die das Haus betreffen.
-Stress, weil jemand nicht zahlen kann oder will.

"Do you believe in free will?" "I have no choice."
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Spiegel
unregistriert
20.09.2009 17:59 Diesen Beitrag einem Moderator melden Zum Anfang der Seite springen

@traumspiner

hai,

zu Deinem Posting

### Mir ist klar, dass mein Vorschlag mit den wichtigen strukturellen Elementen einer echten Kommune nichts zu tun hat. Ausgangs-Situation:
Viele Menschen (auch hier, wie man so liest) träumen von einem kommunenartigen Leben... oder genauer: Von einem gemeinsamen Lebensraum mit alternativen Menschen, denen die spießbürgerlichen Normen und der Staat in ähnlicher Weise auf die Nerven gehen.
Viele haben aber - was ich durchaus verstehe, weil es mir selbst so geht - einfach nicht den "Mut", da alles auf eine Karte zu setzen und wirklich autonom zu werden... oder eben auch nicht den Nerv, dauerhaft, 365 Tage im Jahr so ein Leben führen zu wollen.###

ich glaube, dass ist reiner Zeitgeist. Es war nicht immer so.
In der Zeit, die ich noch kenne, waren die Voraussetzungen für sowas wahrscheinlich noch etwas günstiger. Das liegt nicht zuletzt auch daran, dass mit dem Thema Sexualität wesentlich anders, wahrscheinlich auch lockerer umgegangen wurde als heute. Heute sind die Möglichkeiten, etwas ANSCHEINEND "befriedigendes" zu machen, dermassen gigantisch, dass am Ende jede/r irgendwo drin hängt was ihr /ihm mehr oder weniger Spass macht, woraufa sich fixiert hat, worana sich gewöhnt hat. Man bekommt dann überhaupt nicht mehr einenPunkt auf die Reihe, wo man dran ist und voran kommen möchte. Weiss nicht wie ich es ausdrücken soll, aber wahrscheinlihc bleibt nach Deinem Vorschlag doch irgend ein Hausmeisterlooser übrig, der dann Mädchen für alles spielt, vor riesigen Aufräumarbeitensteht immer wieder und immer wieder auch irgend etwas materielles, was die Vorgruppe anschleppte oder dort präsentiert,e in Sicherheit bringen muss. Es wäre sehr schwierig, das zu organisieren, zumal die Leute wahrscheinlich auch die unterschiedlichsten Inhalte und Ziele transportieren, was ich eigentlich nicht so gut finde. Besser finde ich PLätze, an denen die verschiedenen Interessen auch schwerpunktmässig beackert werden, und wenn das nicht gefällt oder zusagt, hat jede/r doch die Möglichkeit, sich selbst nen Platz zu schaffen, wo das möglich ist, wassa will.
Auf der anderenDSeite hast Du völlig recht, ich kenne ausser mir wirklich niemand, wo das hier wie ich rund 24 Stunden amTag aushält, es findensich immer wieder nur Uuterstützer ein, die ne Zeitlang da sind, und wenn es gut läuft auch wieder kommen. Gegenstand der Auseinandersetzung ist aber gerade meine Rolle, die ich loswerden will, aber kaum schaffe. Ich wil auch mal weg, aber is nich bis jetzt. Ganz schöne Sackgasse für mich. Ein bischen mehr Konstanz, Lanfgfristigkeit, Ausdauer, Aushaltevermögen wünschte ich mir schon vonanderen aber vielleicht entwickelt es sich nur langsam.

###Menschen sind für vieles zu faszinieren, und so ist es überaus verständlich, wenn ein Mensch in seinem Leben von beiden Seiten etwas (in beliebig wählbarem Verhältnis) haben möchte: Manche wollen vielleicht einfach nur mal hin und wieder ein paar Wochen mit einer Fundus ihnen vertrauter und kompatibler alternativer Menschen zwanglos zusammenleben -- ohne ihr bürgerliches Dasein komplett aufzugeben.###

Die Frage ist was wollen wir erreichen und wem solles nützen. Was nützt es letztenendes auf 2 völlig verschiedenen Hochzeiten zu tanzen
ganz extrem einmal in eine Lehrerhalts maul Kommune zu ziehen und anschliessend wieder als Leerer zu arbeiten usw. Es ist Selbstbetrug, keine Zuverlässigkeit die es unbedingt braucht bei sowas und es ist Betrug an anderen die darauf bauen dass die anderen auch mithalten,wenn sie sich zu sowas entscheiden

###Wie Urlaub sozusagen. In einem gemeinschaftlichen (alternativen) Ferienaus.###

WAS GLAUBST DU WOHL WAS "URLAUBER" FÜR TIEFE LÖCHER IN SO EINEN ALLTAG REISSEN KÖNNEN SIE KOMMEN VON AUSSEN UND KRITISIEREN DH SIE DELGIEREN VON AUSSEN UND SAGEN DIR "WIE SIEHT ES HIER AUS " ODER "DU MUSST DAS UND DAS VERBESSERN" i-: DANN GEHEN SIE SCHON WIEDER UND DU STEHST DA: UND DU KANNST DIVH VOR ANRUFEN UND BITTEN UM HILFE KAUM RETTEN DANN KOMMEN DIE NÄCHSTEN "URLAUBER"

###Vielleicht ein bisschen wie das Gefühl auf Festivals ... und dieses Gefühl entsteht eben nicht durch die organisierten Bühnen, sondern m.E. durch die Besucher! Wie oft hörte (und dachte) ich allein letzte Woche auf nem Festival. "Hey, endlich mal NORMALE Menschen!"###

LÄSST SICH GUT NACHEMPFINDEN ABER NICHT MEHR WENN MAN DIR EINE VERANTWORTUNGSROLLE ZUSCHIEBT UND DU HAST DEN KÄSE AM HALS;WENN ETWAS SCHIEFLÄUFT ODER ORGAN ISIERT WERDEN SOLLTE

###Muss es diese Möglichkeit, hin und wieder stresslos unter seinesgleichen zu sein, immer nur auf Festivals geben?###

STRESS ISTDAS SCHLIMMSTE WAS PASSIEREN KANN SORRY FÜR DIE GROSSCHREIBUNG, TASTATUR STREIKTe GERADE:Aber was nützt es vorm Stress wegzulaufen es wird nicht besser dadurch, im Gegenteil. Ich bevorzuge mich ihm zu stellen um ihn zu beseitigen

### in der gewünschten Atmosphäre, die ihnen ihr bürgerliches Leben bisher nicht bieten kann. Dieser Schritt wär vielleicht weniger radikal als direkt in eine richtige Kommune zu ziehen. Finde ich. Im Prinzip könnte dann jeder jederzeit spontan dort einen (wie auch immer gestalteten) "Urlaub" verbringen... um dort zu malen, ein Buch zu schreiben, einfach nur in sich zu gehen... oder eben die lieben Leute mal wiederzusehen... usw. Haltet ihr das prinzipiell für denkbar/realistisch?
Wo würde es auf jeden Fall Probleme geben?
Gibt es solche Wohnformen vielleicht schon irgendwo? ###

ICH FINDS WICHTIGER, DASS SICH MENSCHEN FINDEN, DIE GENAU WISSEN, WAS SIE WOLLEN: ICH MÖCHTE ES NICHT DEM ZUFALL ÜBERLASSEN; OB ICH NUN FÜR KINDER-MENSCHENRECHTE UND SELBSTBESTIMMUNGSRECHTE FIGHTE oder für die Verbesserung der Künstler-Altersversorgung kämpfe Das passiert aber, dass Du dein Ziel aus den Augen verlierst, wenn Du es nicht genau vermitteln kannst, so organisierst Du andernfalls eine Kommune, die haarscharf wieder an wesentlichen Ursachen der gegenwärtigen Gesellschaftsentwicklung vorbei lebt , das ist das Problem.

Liebe Grüsse

von Spiegel

Dieser Beitrag wurde 1 mal editiert, zum letzten Mal von Spiegel am 20.09.2009 18:02.

Spiegel
unregistriert
20.09.2009 18:11 Diesen Beitrag einem Moderator melden Zum Anfang der Seite springen

@ XOC

Probleme sind wohl:

###- Es ist teuer. Wem ist es das wirklich wert? ###

nein es ist nicht teuer, vorausgesetzt EINTOPF
CONTAINERN, WEGWERFSACHEN sammeln ist kein Fremdwort

-### Das Haus wird teilweise zu voll und teilweise zu leer sein.###

Sicher, aber das ist nicht unbedingt schlimm

###- Stress, weil jemand sich ärgert, dass er den Dreck von irgendjemandem wegmachen muss, der gerade gefahren ist. ###

Das ist wirklich ein Problem, auch hier

### Bei 50 Leuten ist es höchstwahrscheinlich, dass da welche dabei sind, die sich nicht riechen können.###

Das stimmt auch.Eine LÖsung wäre PLENUM=Vollversammlung. Wenn das zu keiner LÖsung führt können sich die Leute trennen und ein weiteres Projekt aufmachen

### - Streit bei Entscheidungen, die das Haus betreffen.###

Auf jedenFall. Vor solchen Auseinandersetzungen müssten ein paar Tricks und Abmachungen ausgemacht werden, was man im Falle nicht lösbarer Streitigkeiten macht

###- Stress, weil jemand nicht zahlen kann oder will. ###

Ich bin für eine Ökonomie vor Ort und für ne ganzheitliche Lebensweise. Das heisst man schmeist alles was man hat und produziert in einen Topf. Wer geht müsste nach Vereinbarung eine Unterstützung bekommen dass er irgendwo neu anfangen kann.Aber viele, diegehen verzichten auch darauf weil ihnen immerhin etwas bedeutet,dass diese KOmmune weiter macht auch wennsie/er es nicht mehr packen sollte dort.

LG

Spiegel

Arne Reload



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21.09.2009 02:15 Diesen Beitrag einem Moderator melden Zum Anfang der Seite springen

Du sprichst, wahrscheinlich unbewusst, den Punkt an, den ich davor meinte, als ich sagte, dass man sich eben nicht auf den staat verlassen darf. Klar bekommt der ganz schnell raus, wo man ist, wenn man meint, man könne sich dem einerseits entziehen und andererseits aber in irgendeiner Mietwohnung im Ausland mit einem echten Namen rumsitzt ohne gefakte Papiere oder ähnliches.
(Pässe aller Nationen bekommmt man in Fernasien schon für ein paar Dollar, das ist nicht so schwer.) Man muss eben nur bereit sein, wirklich den Weg zu verlassen.
Das heißt dann aber auch, mal ein Risiko eingehen. Beides zusammen geht nicht. Die Vorteile eines Staates nutzen und gleichzeitig dessen System ablehnen, ist nicht möglich all meinen Erfahrungen nach. Das geht nur bis zu einer bestimmten Grenze, bei der Du den Staat ausnutzen kannst. Da ist bestimmt öfters mal angesagt, sich dem auch zu entzeiehn und eben das zu machen, was Du eben auch an Traumspinners Entwurf kritisierst. Man muss manchmal alles auf eine Karte setzen und dann sehen, ob man gewinnt. Ich bin bislang damit ganz gut gefahren.
Letztendlich ist es doch auch so, dass jeder, der soziale oder pädagogische Arbeit oder wie immer man das nennen will macht, mit einem Bein im Gefängnis steht, das ist bei solcher Arbeit sowieso so.
Kann auch sein, dass ich morgen verhaftet werde, kann alles passieren, unter einem Vorwand, evtl. mit Recht, KA.
Ich werde den Eindruck nicht los, dass Du mehr Sicherheit willst als wie jeder Beamte sie hat.
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Spiegel
unregistriert
mit Pädagogensenf wird es niemals gehen 21.09.2009 11:06 Diesen Beitrag einem Moderator melden Zum Anfang der Seite springen

ganz blicke ich Dein Posting nicht. Es geht doch nicht um ne Briefkastenkommune, die irgendwo den Staat faked oder ablinkt, um sich materielle Vorteile und Sicherheit zu verschaffen. Du schreibst selbst von dem Wagnis, sich mit dieser grundlegenden Problemastik auseinander zu setzen. Die aber besteht meiner Meinung nach um so mehr , je mehr man die, die es wagen im Stich lässt. Es geht um eine Diskussion, ob es in Deutschland überhaupt noch möglich ist, aus Überzeugung so ne Arbeit, für sich selbst für andere zu machen oder nicht, die genauso global gesehen überzeugt sind, dass es früher oder später zu gleichem Desaster führen wird, wie schon 2 Weltkriege zuvor, wenn jeder sich weiterhin auf den Staat nur verlässt, sich von ihm bezahlen lässt und leck mich. Wer soll denn diese ganzen Widersprüche eigentlich auffangen, wenn es wieder crashed?

Tatsache ist, dass junge Menschen unter 18 keinerlei Rechte haben, sich selbstbestimmt zu organisieren und zu leben wie es ihrer Fasson entspricht- bei aller " Ehre", würdest Du Dich etwa gern betreuen lassen und bevormunden, wenn auch auf die coole Art?

Wenn ein Mensch das verlangt und durchzieht, hier den Finger auf die Wunden zu legen und uneingeschränkte Selbstbestimmungsrechte von kleinauf bis ins hohe Alter zu fordern, die gesellschaftlichen Bedingungen dafür,dass das von niemand ausgenutzt werden kann, von jedem Einzelnen einfordert,und gleichzeitig aber auf der Strecke bleiben, seinen Hilfeschrei auf die Mitverantwortung der Sache auf andere zu richten, die er braucht, um dieses Anliegen zu verwirklichen, die sich aber in einer Wegschau- oder Sotzpetzshow bestenfalls verkriechen und aus abgesichertem Thron herabschauen um Moral predigen, dass ER wohl etwas falsch gemacht habe, dann ist das nur noch zynisch.

Stimmt der Ansatz oder stimmt er nicht? Danach solltest Du gehen. Und dann, falls er stimmt, alles tun, was möglich ist, umes zu unterstützen. Nicht danach gehen, dass es eine "freie Meinung" sei, sich dem zu entziehen oder nicht.

Du weisst genau, dass solche Ideen zum Scheitern verurteilt sind und in völliger materieller Verarmung und Unsicherheit enden, solange das nicht zusammen von vielen angepackt wird und zwar auf Dauer. Wie Du jetzt darauf kommst, dass es hier darum ginge, sich Sicherheit zu verschaffen und sich darüber zu mokieren, zu versucjhen, über das nichtexistierende Beamtenrentenalter in diesem Falle hinaus sozusagen statt dem heiss geliebten Sozialamt zum Beispiel ein kleines Netzwerk von monatlichen 10- Eurospendern zu haben, die hinter der Idee stehen und das den Fortbestand dieser bitter notwendig unabhängigen Arbeit möglichst lange ermöglicht, ist mir unerfindlich. Nur so kann es gehen. Es ist nicht meine "persönliche" Sache. Es liegt an jedem, ob er so ne Gesellschaft will oder nicht. Aber diese Aufgabe zu delegieren an Einzelne, da kannste lange warten.Es wird nix. Es bleibt wie es ist, und wird schlimmer vonTag zu Tag. Jeder weiss das.Es sei denn jemand sagt sich: wenn nicht ich, wer dann ? Dann kann es gehen! Schon ab einer Person aufwärts

LG

von Spiegel

Dieser Beitrag wurde 1 mal editiert, zum letzten Mal von Spiegel am 21.09.2009 11:11.


Arne Reload



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22.09.2009 06:09 Diesen Beitrag einem Moderator melden Zum Anfang der Seite springen

Okay, evtl. verstehe ich ja was falsch, aber ich verstehe jetzt nicht so ganz, was diese Konzentration soll, dass man darüber nachdenken soll, ob das in Deutschland möglich ist.
Deutschland geht mir gelinde gesagt am Arsch vorbei und freie Entfaltungsmöglichkeiten sind in keinem kapiatlistischen Staat der Erde möglich und auch in keinem anderen System vollständig, solange es mit kapitalistischen Staaten konkurieren muss.

Dann sag' nochmal konkret, was Du jetzt willst:
Eine Kommune in einem kapitalistischen System gründen oder Lebensbedingungen schaffen, in denen der Mensch sich frei entfalten kann?
Letzteres wird nicht möglich sein in einem kapitalistischen System, und in Deutschland schon gar nicht.

Der Junge, um den ich mich zur Zeit kümmere, könnte z.B. mit einer Kettensäge wahrscheinlich wesentlich effektiver für seine Selbstbestimmung sorgen als wenn er damit Holz hacken würde für eine Kommune.
Evtl. sprechen wir auch über unterschiedliche Klientel.
Ich sehe jetzt nicht, welche Vorteile in Richtung Selbstsbestimmung es für irgendjemanden geben würde, wenn jemand die Vorteile einer arbeitsteiligen Gesellschaft aufgeben würde, um Arbeiten zu erledigen, die evtl. weniger sein Ding sind als Sachen, die man nun mal besser machen kann in dieser Form der Gesellschaft. Das erinnert mich dann doch eher an ziemlich konservative Vorstellungen, dass einem bestimmten verhaltensauffälligen Klientel mit etwas rabiaten Methoden "die Faxen ausgetrieben werden sollen", wie es eben aus konservativen Kreisen gerne zu hören sein wird.

Noch mal:
Ich sehe mit Sicherheit keinen Grund, dass dies für bestimmte Menschen auch ein mögliches Projekt sein kann, das ihnen Befriedigung verschafft. Nur, das sollen die bitte selber entscheiden. Ich ersetze doch nicht die eine Form der Fremdbestimmung durch eine andere.
Solche Projekte gibt es doch. Da werden Jugendliche, die sich weigern, sich in den Ausbeutungsprozeß dieser Gesellschaft zu integrieren, nach Sibiren o.ä, verfrachtet, wo sie sich mit ihrem Betreuer erstmal selber ein Haus mit Klo bauen sollen.
KA, ob das besonders effektiv ist, aber ich glaube nicht, dass ich auf diese Weise jemanden überzeugen kann, dass er sich kritisch mit den Machtstrukturen in diesem System auseinandersetzt. Natürlich zückt dieses System nicht den Geldbeutel oder gibt etwas von seinen Einflußmöglichkeiten ab, wenn er es mit Menschen zu tun hat, die er auch in eine Pfadfindergruppe oder in einen Sportverein oder sonstigen ehrenamtlichen Kram schicken kann, um seine sozialen Fähigkeiten zu verbessen (Das hat der Sachbearbeiter vom Jugendamt, als der neu kam, auch mal kurz gedacht, dass es um solche schon soweit angepasste Menschen gehen würde, genau so lange, bis der eins vor dem Latz von ihm bekommen hat. compi_aua ).
Sich auf Dauer so zu verhalten, ist natürlich nicht effektiv, solange dies nicht alle machen und das Gefühl der Solidarität zwischen den Menschen schon zerstört ist. An dem Jugendamtstypen kann ich wenig ändern außer, dass er eben evtl. dadurch lernt, dass dies nicht der richtige Weg ist. Ich kann eben nur bei den Menschen ansetzen, auf die ich noch irgendwie Einfluß habe.
Und das wichtigste ist mir dabei, dass ich niemanden dabei was aufdrücke. Ich muss denjenigen schon da abholen, wo er eben wirklich gerade von Niveau und seiner sozialen Empathie gerade ist. Und wenn er in dem Wohlstandsmüll gefangen ist, der ihm bislang als Leben verkauft wurde, dann kann ich nur sehr langsam das Bewusstsein in ihm evtl. wecken, dass da auch noch andere Sachen sind, für die es sich zu leben lohnt.
Mit Schocktherapien, die gegen den Willen der Betroffenen ablaufen, geht da gar nix.
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Spiegel
unregistriert
01.01.2010 19:47 Diesen Beitrag einem Moderator melden Zum Anfang der Seite springen

Hi Arne

Es fängt vielleicht für mich grad wieder eine Zeit an, wo ich mich ein bischen politgeistig betätigen möchte, nachem ich grad anstrengende ökonomische Aktivitäten hinter mir habe.

Nicht zuletzt natürlich um meiner Hoffnung und Sehnsucht, mehr reale Menschen für diese Idee gewinnen und zusammen zu bringen zu können, nachzugehen. Deshalb hier-wenn auch verspätet eine Antwort auf Dein letztes Posting

Kann aber sein ich bin zwischendurch wieder für länger weg, weil irgend welche Tageereignisse in unserer kleinen Kommune das nötig machen

Ich sehe mit Sicherheit keinen Grund, dass dies für bestimmte Menschen auch ein mögliches Projekt sein kann, das ihnen Befriedigung verschafft. Nur, das sollen die bitte selber entscheiden. Ich ersetze doch nicht die eine Form der Fremdbestimmung durch eine andere.

Vielleicht ein unpassender Vergleich dennoch ein Versuch: wenn jemand im Gleichschritt mit vielen anderen Menschen so lebt, dass es vom Klima her zum Beispiel am Ende dieses Jahrhunderts eventuell keine von Menschen bewohnbare Erde mehr gibt, was machst Du, wenn dieser Mensch ( den Du erreichen kannst ) oder diese vielen Menschen durch nichts, aber auch gar nichts davon abzuhalten sind, ihre klimazerstörenden Lebensstile beizubehalten ?

Ich meine damit, was nützt es wenn 5 Leute "selbstbestimmt" einen richtigen Konsens schliessen, völlig rückwärts orientiert ihren Konsumumfang radikal zu reduzieren, andere aber das "freie" Selbstbestimmungsrecht weiterhin ausüben, so zu leben ,dass auch diese 5 Leute samt der gesamten Umwelt in der wir alle leben, ebenfalls unumkehrbaren Untergang mit erleiden müssen ?

Solche Projekte gibt es doch. Da werden Jugendliche, die sich weigern, sich in den Ausbeutungsprozeß dieser Gesellschaft zu integrieren, nach Sibiren o.ä, verfrachtet, wo sie sich mit ihrem Betreuer erstmal selber ein Haus mit Klo bauen sollen.

Ich kenne diese Projekte. Was ich noch nicht kenne sind überzeugende Versuche,
dagegen anzugehen

KA, ob das besonders effektiv ist, aber ich glaube nicht, dass ich auf diese Weise jemanden überzeugen kann, dass er sich kritisch mit den Machtstrukturen in diesem System auseinandersetzt.

Das ist doch gar nicht gewollt . Gewollt ist eine erfolgreiche Unterwerfung und Anpassung an diese Methoden, um als Vorzeigeobjekte mitzuhelfen, weitere Resourcesn an Jugendlichen und Geldmitteln für solche bootcampähnlichen Teile abziehen zu können

Und das wichtigste ist mir dabei, dass ich niemanden dabei was aufdrücke. Ich muss denjenigen schon da abholen, wo er eben wirklich gerade von Niveau und seiner sozialen Empathie gerade ist.

Ich würde es so beschreiben. Überall da, wo jetzt Zwang herrscht, egal ob in der Schule, zu Hause, im Heim, in der Psychiatrie, sonst wo, in der Liebe auch sollte das Prinzip Zwang durch das A n g e b o t F r e i w i l l i g k e i t ersetzt werden, dann wäre ich dabei.

Deine Worte hören sich gut an, was machst Du aber, wenn das Vorleben einer Lebensform, die ja eigentlich Z i e l sein sollte, die beidseitige Verweigerung von jeglicher staatlicher oder sonstiger institutioneller Unterstützung mit sich bringt? Also nix Lohn als Sozialarbeiter. Du also alles selber machen musst, wenn es um eine e c h t e Alternative geht und das Recht auf Selbstbestimmung, da mitzumachen, im Zentrum von politischen Bemühungen steht / stehen "müsste?

Und wenn er in dem Wohlstandsmüll gefangen ist, der ihm bislang als Leben verkauft wurde, dann kann ich nur sehr langsam das Bewusstsein in ihm evtl. wecken, dass da auch noch andere Sachen sind, für die es sich zu leben lohnt.

Ich fürchte, die Zeit rennt uns davon. Bis wir einen überzeugt haben, gibts schon wieder 100 neue die noch üppiger auf Kohle und Konsum aus sind.
So lange die Ursachen für den Konsumwahnsinn nicht erkannt, da öffentlich tabuisiert werden, fürchte ich, wird gar nix zu ändern sein an dem verhängnisvollen Trend. und der ist mittlerweile ein fatal tödlicher.
Unsere Diskussion wäre dann, wenn sie fruchten also eine Entwicklungf aufhalten sollte, also eher eine emotionale Diskussion oder zumindest eine über Emotionen. Um das andere, hässlichere Wort dafür zu vermeiden. Hier in diesem EMOTIONENBEREICH wird dem Menschen anscheindend etwas manipuliert" oder etwas geklaut, ich frage mich, geht das mit Worten wirtklich exakt zu beschreiben, was es genau ist?

Mit Schocktherapien, die gegen den Willen der Betroffenen ablaufen, geht da gar nix.

Mit Reden um den heissen Brei herum oder auch zwei offensichtlich auch nicht

LG

von Spiegel

Dieser Beitrag wurde 4 mal editiert, zum letzten Mal von Spiegel am 01.01.2010 19:53.


Arne Reload



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02.01.2010 07:46 Diesen Beitrag einem Moderator melden Zum Anfang der Seite springen

Tja, dann entscheide Du Dich mal, was Du für sinnvoll hälst.
Menschen in Umerziehungslager packen, damit sie nix mehr von ihrem Leben haben, aber die späteren Generationen noch was?
Erinnert mich an die Philosophien der Staatstragenden: "Wir müssen für zukünftige Generationen sparsam mit unseren Staatsgeldern umgehen!" Dafür werden die dann keine vernünftigen Lebensmöglichkeiten heute erhalten, damit sie später keine Schulden im Staat haben???

Am einzelnen kannst Du was machen!!!
Aber wie willst Du gesellschaftlich was ändern?
Und dabei auch noch den Willen des Individuums respektieren?
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Spiegel
unregistriert
02.01.2010 11:15 Diesen Beitrag einem Moderator melden Zum Anfang der Seite springen

I´M NO PIRAT

Hi Arne

Die Frage geht an Dich zurück, ob Du überhaupt und wie Du etwas gesellschaftlich ändern willst.

Und vor allem, wie weit bist Du? Ich bin damit überhaupt nicht weit. Vielleicht kannst Du mir ja einen Tip geben, wie das gehen könnte mit fröstelndem und Selbstbestimmung verratendem Schielen nach oben, dorthin wo die Gelder sitzen und fliessen, also ich meine mit Schielen zu denen. die die B e d i n g u n g e n setzen, wie Du zu arbeiten hast, solange sie Dich bezahlen sollen?

Entscheidungen grundsätzlich und an sich sind schon mal ein grosses Hindernis dafür, dass nur wenige Menschen zu einem grösseren Konsens kommen können, der wirklich etwas bringen könnte. Nämlich eine Versammlung von Menschen unter einem gemeinsamen Agreement, ohne für Dich mit entscheidende Obermacker, und ohne Menschen für die Du entscheidest, unter dem niemand, wirklich niemand mit seinen elementaren Lebens- und Liebesbedürfnissen aussen vor, verhungern und ausgeschlossen bleiben muss..

Ich denke mal,dass die Verfrachtung von Jugendlichen in Erziehungslager aller Art, aus denen ich nicht ohne Erfolg versuche, sie heraus zu holen, eher durch Sozialarbeiterentscheidungen anliegt, und nicht, wie Du es hier subtil schleichend umzuinterpretieren versuchst, von denen, die versuchen, dieses Aussteigerprojekt mit zu tragen, das auf nicht kommerzieller kompletter F r e i w i l l i g k e i t beruht. Freiwillig natürlich, das geb ich zu, sicher auch nur, soweit überhaupt Freiwilligkeit von Menschen überhaupt möglich ist.

Inwiefern Du das damit verbindest, nichts mehr vom Leben haben zu können, wenn man diesen Weg wählt, ist mir unerfindlich .Das hört sich für mich ungefähr so an: "Lasse Dich zwingen, ein "glückliches" Leben zu führen, oder Du gehst unter". Kann es das sein? Kann es sein, dass diese Forderung genau der Strategie entspricht wie: "Sieh zu dass Du Dein Glück und Deine Liebe organisierst. Wie viele Menschenleben das kosten sollte ist zweitrangig". Oder besser " scheissegal. " So skrupellos läuft doch die "Glücksbeschaffung" ab oder etwa nicht ? Worauf sind sonst die immer mehr anwachsenden Scharen Ausgeschlossener und Unterdrückter zurück zu führen? Gibt es irgendwo einen psychisch oder gewalttätig durchdrehenden Menschen, der v o r h e r nicht von dieser Prämisse,

gleiche Glücksverwirklichungs-Garantie für alle"

ausgeschlossen wurde?
Die Frage, ob dieses Denken wirklich noch etwas hinterlässt, was dieses Leben lebbenswert macht, ist auch noch nicht mit Deinem Vergleich gelöst

Fazit: Die Unterstützung Einzelner halte ich für selbstverständlich. Du kannst aber so viel am Einzelnen machen wie Du willst. Wenn Du keinen Plan hast, wie Du mithelfen kannst, a l l e n Menschen eine Grundversorgung mit Überlebensmitteln und Liebe zu verschaffen, das heisst den Einzelnen nicht aufrufst mitzuhelfen, dass sich die Dinge ändern, wird alles so bleiben wie es ist, lediglich ein paar mehr Mitmörder (Weggucker?) wirst Du damit vielleicht mitproduziert haben, aber das will ja niemand ,oder? So viel zum "Wille" des Individuums, der anscheiend für Dich in jeder Hinsicht absolut und unantastbar bleiben soll, wenn ich Dich richtig verstehe. Damit ist auch klar, dass es weiter der "freien Meinung" also der Lust und Laune des Einzelnen überlassen bleiben soll, ob er andere eben verrecken lassen möchte oder nicht

von Spiegel

Dieser Beitrag wurde 2 mal editiert, zum letzten Mal von Spiegel am 02.01.2010 11:20.

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