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Zum Ende der Seite springen Interview mit Klaus Kinski  
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Lovecraft

Großer Alter


Interview mit Klaus Kinski 05.01.2008 21:14 Diesen Beitrag einem Moderator melden Zum Anfang der Seite springen

Ich kann es nicht für mich behalten, dieses wirklich köstliche Interview mit Klaus Kinski. Dauert lange 7 Minuten, aber hört es euch einmal so nebenbei an, er steigert sich immer mehr in einen aggressiven Rausch gegenüber der Interviewerin hinein, die halt die üblichen Fragen stellt:
http://www.radiopannen.de/mp3/rg039.mp3
Ich hielt ihn ja schon immer mehr für einen Wirrkopf als für genial, aber das belegt nun endgültig, daß er ein krankes Arschloch war - zu was anderem als für Psychopathenrollen hat er ja auch nicht getaugt.

Hmm, und warum dachte ich bloß sofort daran, es im Unity-Forum zu posten? smilie38

Sollen sie mich doch hassen, wenn sie mich bloß fürchten. (Unveröffentlichtes Abizeitungs-Lebensmotto)
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Hansi
unregistriert
05.01.2008 21:44 Diesen Beitrag einem Moderator melden Zum Anfang der Seite springen

Zu dem Thema wir dir sicherlich @Arne noch was erzählen heute Abend. Angeblich war der mal mit jemandem zusammen, der ungefähr genauso drauf war wie Kinski. Ich persönlich find den für paar Minuten ganz belustigend, aber irgendwann fängts an zu nerven.

Lovecraft

Großer Alter


cool 06.01.2008 00:05 Diesen Beitrag einem Moderator melden Zum Anfang der Seite springen

Es gibt auch eine Video-Version davon:
http://www.youtube.com/watch?v=c0Efhz8jxNI&feature=related

Ein anderer Tobsuchtsanfall:
http://www.youtube.com/watch?v=75ADI9p2wHY

Man findet noch weitere auf Youtube und im Netz. Mein Gott. Ich hatte früher auch schon Wutanfälle, aber das ist dann doch nichts dagegen. Das wirklich schlimme an der Sache ist ja, daß viele auf solche Eskapaden auch noch abfahren, die wahrscheinlich in ihm quasi das sehen, was sie selbst nicht sein können. Ob das ein Grund ist, warum solche Leute, und zwar nicht nur als Schauspieler - das ist natürlich noch eine ganz besondere Kategorie, wo derartig Exzentrisches auch noch gefragt ist - auch Erfolg haben können in der Gesellschaft? Ein ehemaliger Freund von mir, der inzwischen Arzt ist, hatte mir mal gesagt, daß derartige Tobsuchtsanfälle typisch seien für Chefärzte. Solche Leute würden entweder Chefarzt oder obdachlos.

Aber was will ich mit dem Video sagen? Ich beabsichtigte keinen konkreten Vergleich, aber irgendwie passt es schon hierher. Solch zielloses, verquastes bis pathetisches Gelaber, wie er es z.B. in dem Interview zelebriert (Motto: ich habe nichts zu sagen, rede aber trotzdem alle in Grund und Boden) fand hier aber in letzter Zeit auch statt ...

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Kebap

porno jüngling aus der hölle


06.01.2008 01:03 Diesen Beitrag einem Moderator melden Zum Anfang der Seite springen

Ich find das sehr cool und interessant, was er da zu erzählen hat. Die Interviewerin hat ihn scheinbar überhaupt nich verstnden, diese Analphabetin ^^ Es gibt im Netz eine schöne Sendung mit Kinski und Krug, wo der Interviewer, ein Herr Münchhagen oder so, sich wirklich auf Kinski einlassen will, und reichlich Interesssantes zu Tage fördert. Is natürlich auch so, dass Kinski gerne Sachen erzählen will, mit denen ersma niemand rechnet, vor allem wenn man so ne kleine Journalisin is, die nur ein paar Zeilen über diese neue Jesusshow da schreiben will, und er schreit von Weltfrieden. großes Grinsen

Komisch, dass aber die Aufmerksamkeit nur auf die Wutausbrüche gelegt wird, und gar nich auf den Inhalt.

Question Authority ~ Think for Yourself
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M.F
unregistriert
06.01.2008 14:03 Diesen Beitrag einem Moderator melden Zum Anfang der Seite springen

Ja sowas http://www.youtube.com/watch?v=Z4qZJwODPf8&feature=related finde ich eigentlich richtig lustig.

Was das Interview angeht hat der eigentlich recht, was fragt die so blöd.
Hansi
unregistriert
06.01.2008 16:18 Diesen Beitrag einem Moderator melden Zum Anfang der Seite springen

Zitat:
Was das Interview angeht hat der eigentlich recht, was fragt die so blöd.


Das liegt nunmal leider in der Natur von vielen Journalisten Augen rollen .
M.F
unregistriert
06.01.2008 16:40 Diesen Beitrag einem Moderator melden Zum Anfang der Seite springen

Dann muss die eben lernen, wie man mit solchen Leuten umgeht!
Etwas neutralere Fragen stellen zb...
Hansi
unregistriert
06.01.2008 16:44 Diesen Beitrag einem Moderator melden Zum Anfang der Seite springen

Nee @M.F. du hast die Aussage meines vorherigen Postings nicht ganz verstanden. Journalisten können auch mit weniger exentrischen Leute als Kinski reden und dabei nur schwachsinnige Fragen stellen. Nur regen sich die anderen dann nich darüber auf, sondern geben eben schwachsinnige Antworten auf schwachsinnige Frage und so entstehen sehr sehr oft schwachsinnige Gespräche in den Medien. Aber das schlimmste ist ja, dass das der Großteil der Interview Teilnehmer als auch der Zuschauer gar nicht merken was für einen Kappes sie da brabbeln Augenzwinkern .

Karim




06.01.2008 18:51 Diesen Beitrag einem Moderator melden Zum Anfang der Seite springen

Zum Thema Cholerikeri:
Und hier ein Beispiel, weshalb ich nie gern auf Baustellen gearbeitet habe. Da möchtest am liebsten im Boden versinken.

http://de.youtube.com/watch?v=e9cm9m6WIro&feature=related

Die Arbeit ist etwas Unnatürliches. Die Faulheit allein ist göttlich.

Anatole France
16.04.1844 - 12.10.1924
----------------------------------------------------

"This doesn´t happen to fucking synthesizers." (Midge Ure beim Konzert in Augsburg am 16.10.05 nachdem ihm eine Gitarrensaite gerissen ist).
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Lovecraft

Großer Alter


06.01.2008 18:57 Diesen Beitrag einem Moderator melden Zum Anfang der Seite springen

Ich bin ja eigentlich ein toleranter Mensch, der Andersartigkeit duldet, verteidigt, ja rechtfertigt und nicht vorschnell psychiatrisiert, aber es gibt auch Grenzen.
Im obigem Beitrag wollte ich noch hinzufügen: Ich weiß nicht, ob er hierher gepaßt hätte; wahrscheinlich doch besser ans Theater, weil dort per se nur narzißtische Arschlöcher sind, Selbstdarsteller eben, die ihre eigene Bedeutung viel zu wichtig nehmen (ein Freund von mir brachte es mal so treffend auf den Punkt: was wäre Ulm ohne sein Theater? Und was wäre Ulm ohne seine Bäckereien?).

Was ich ehrlich bin, finde ich nicht den Auftritt selbst, sondern die Tatsache besonders erschreckend, wie viele Menschen diese exzentrische Affektiertheit, ja Manieriertheit auch noch "cool" und "interessant" finden, anhand der Kommentare zu diesen Videos, und jeder, der ausspricht, wie es ist, versteht ihn halt nicht oder wird als ungebildeter Dummkopf diffamiert. Denn, über Geschmack läßt sich zwar streiten, aber kaum darüber, daß er nur Unsinn faselt. Ja: faselt. Hü und hott redet. Im einen Moment so, im nächsten das Gesagte konterkariert. Es gibt ja keinen Inhalt! Daß Jesus gelebt hat, tausend und abertausendfach, wenn auch nicht in der Gestalt des Neuen Testaments?! Und was genau ist der Inhalt des "Gesprächs" mit Herrn "Münchhausen", in dem keine einzige Frage beantwortet wird?
Allerdings scheint auch z.B. das andere Forum ausschließlich aus solchen Leuten zu bestehen, die Sinnloses intellektuell hochtrabend kultivieren, wie auch Dian schon festgestellt hat. Ich hasse derartiges eigentlich.
Ich habe allzuoft den Eindruck, daß es mit der ganzen modernen Kunst genau das gleiche ist: Müll, der vor allem oder eigentlich nur durch seine Sinnlosigkeit sich dazu benutzen läßt, sich zu definieren und damit auch Symbole zu kreieren, mit deren Hilfe man sich von anderen abgrenzen kann, indem man sinnlose Sätze mit bedeutungsschwangeren philosophischen Referenzen in schlauem Gewand formuliert, die genausogut von einem Worthülsenautomaten hätten generiert werden können. Aber vielleicht bin ich auch einfach nur ein Banause, weil ein zu nüchterner Mensch.
Überhaupt frage ich mich ja manchmal, wo ich hier gelandet bin. Paßt nicht speziell zu diesem Thema, frage ich mich angesichts der letzten Themen aber trotzdem und gerade in diesem Faden darf vielleicht auch einmal gelockert assoziiert werden. Hier welche, die hinter die grundlegendsten Errungenschaften unserer Gesellschaftsordnung zurückfallen wollen und ihre ideologischen Sekundanten, dort Relativierung von Gewalt- und anderen Kriminellen, dann die Eso-Spinner, die von mir aus gerne im Regenwald bei Haferschleim glücklich werden sollen, die besagten schwülstigen Pseudozynikerlaberer usw. ... die Bombenleger sind mir dabei noch die Sympathischsten.

Im übrigen finde ich nicht, daß Journalisten solches Verhalten wie jenes im Interview auch noch hofieren sollten. Bei Lichte betrachtet: Das können sich eh nur Schauspieler leisten. Als Elektriker wäre er mit solchem Verhalten schlichtweg in der Gummizelle gelandet. Außerdem: Er läßt die Interviewerin keine einzige Frage ausformulieren, nicht andersherum!

Das war eigentlich nicht das, auf was ich hinaus wollte, wenn ich überhaupt auf etwas hinauswollte ... und es ist ja gut, daß überhaupt jemand auf etwas hinauswill, oder irgendwo heraus will, von den Millionen und Abermillionen, denn so kann man nicht weiterleben!

Sollen sie mich doch hassen, wenn sie mich bloß fürchten. (Unveröffentlichtes Abizeitungs-Lebensmotto)
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Arne Kroger
unregistriert
07.01.2008 04:07 Diesen Beitrag einem Moderator melden Zum Anfang der Seite springen

Also, irgendwas stimmt hier mit der Beitragsfunktion nicht: Aus mir unerfindlichen Gründen habe ich diesen Thread nicht angezeigt bekommen gestern und der müsste doch schon da gewesen sein! verwirrt

Falls das nochmal passiert, sage ich Bescheid, irgendwas stimmt dann nicht, aber erstmal abwarten, evtl. war ich ja auch nur blind gestern.


Also, @Lovecraft, wenn es hier ein Ranking für youtube-Videos geben würde, die verlinkt werden, dann hätte in der Unity tatsächlich Klaus Kinski die meisten Chancen ganz oben zu stehen.
Im einzelnen dazu evtl. noch:
Ich finde seine Argumentation durchaus klar und nachvollziehbar während des ersten Interviews, dass Du gepostet hast. Der versucht die ganze Zeit, sich zu wehren, dass die Interviewerin ihm unterstellt, dass er gänzlich ungeeignet wäre, eine Vorlesung über Jesus zu halten. Und die erwähnt dann Sachen, dass er eben ansonsten Bösewichte spielt. Das ist totaler Schwachsinn, auf so etwas anzuspielen. Kinski erläutert imo auch ganz gut, dass er in der damaligen Zeit (und das war eine, wo auf einmal als Reaktion auf Studentenproteste, die evtl. den Anspruch des Kapitals auf seine Macht revidieren hätten können, überall Jesuspeople u.ä. auftauchten) jetzt auch eine Darstellung seiner Jesus-Interpretationen vorstellen möchte. Diese Jesusleute gingen einem extrem auf den Sack, denn sie waren vom Kapital eben vorgeschickt worden, um den materialistischen Anspruch der Studentenrevolten auf einen humanistischen, christlichen, also einen für das Kapital unbedenklichen, wieder zurückzudrängen.
In der Situation hat sich Kinski da eingemischt. Ob er das gut gemacht, ist eine andere Frage.
Zumindest hat er diese "Friede, Freude, Eierkuchen"-Fraktion der christlichen Gutmenschen ziemlich irritiert:
http://de.youtube.com/watch?v=nXyDfbzyOcM

Sehr gut. smilie26

So, hinzu kommt aber auch noch, dass Kinski eigentlich kein produzierender Künstler war, sondern in erster Linie ein reproduzierender, d.h., er hat dargestellt, nix selber geschrieben, dazu fehlte ihm eben zumeist die Fähigkeit, stand aber in der Öffentlichkeit und hatte dennoch was zu sagen. Dass er dann aufgrund der auch meines Erachtens respektlosen Unhöflichkeit der Interviewerin sich einfach abzuwenden, als er etwas zum rezitieren sucht, sich aufregt, halte ich eher für eine gute, brauchbare Lektion in Benehmen, wie es sich gehört. (Insofern, @Karim, kann ich Dir garantieren, dass es nicht nur Schauspieler, Obdachlose, Bauarbeiter und Chefärzte (die allerdings wirklich manchmal noch schlimmer, das stimmt!!!) sind, die sich so benehmen, sondern auch z.B. Heilpädagogen und andere Erzieher, denn anders kommt man an manche schlecht erziehbaren Menschen gar nicht ran.)
Das Video wurde hier schon ansatzweise diskutiert, und zwar hier im Archiv.

Also, das, was er sagt, hatte zu dem damaligen Zeitpunkt schon durchaus Inhalt, @Lovecraft, und es ist eher etwas ungebildet, die damaligen Zeitumstände zu ignorieren.

Zu Deinen Stellungnahmen zu dem Unity-Forum, @Lovecraft, würde ich aber sagen, solltest Du wirklich mal ohne den Kinski-Aufhänger einen Thread aufmachen. Ich kann Dir hier und da dabei sogar zustimmen, aber werte das anders, u.U. ist das sogar ganz sinnvoll, mal darüber zu reden, welche Funktion es haben sollte.
Ich glaube, selbst der Hauptadmin hat da gerade seine Probleme mit und es würde nix schaden, wenn Du das mal etwas provokativ zur Diskussion stellen würdest. (Was Dich allerdings nicht davon abhalten soll, auf meine Verteidigung zu Herrn Kinski auch einzugehen.)
dian
unregistriert
07.01.2008 12:19 Diesen Beitrag einem Moderator melden Zum Anfang der Seite springen

Zitat:
Und hier ein Beispiel, weshalb ich nie gern auf Baustellen gearbeitet habe. Da möchtest am liebsten im Boden versinken.

Und ich mache jede Wette, wenn einer der Arbeiter diesem Arschloch für dessen rassistische Äußerungen aufs Maul gehauen hätte, würde in der BILD-Zeitung stehen:
"Ein neuer Fall von schockierender Ausländerkriminalität: Unfähige Arbeiter verprügeln wehrlosen Chef!"
Also das Video bestätigt jedenfalls mal wieder voll meine These, dass es manche Menschen durchaus verdient haben, wenn ihnen irgendjemand mal so richtig die Fresse poliert.

Bei Kinski würde ich das aber etwas differenzierter betrachten...
Sicher, manche seiner Ausraster waren völlig sinnlos und ungerechtfertigt, etwa, wenn er jeden Mitarbeiter am Set, der eine andere Meinung hat, gleich als unfähigen Amateur bezeichnet. So sollte man nicht miteinander umgehen.
Aber was den Umgang mit Journalisten und der Öffentlichkeit angeht, finde ich, dass sich Kinski da völlig zu Recht quergestellt hat.
Da reist man von einem Termin zum anderen, bekommt überall die selben dämlichen Fragen gestellt, und muss dann noch jedes Mal so tun, als ob man die Frage zum ersten Mal hört und sich wirklich Gedanken darüber macht.
Erinnert mich immer daran, wenn Sportreporter nach einem Fußballspiel so "intelligente" Fragen stellen wie:
"Wie fühlt man sich denn nun nach so einer Niederlage?"
Ja, was soll man denn darauf antworten?
Die meisten Befragten machen dann halt einen auf kooperativ und stammeln irgendwelche Standardkommentare runter, auch wenn sie solche Reporterfragen wahrscheinlich selber total bescheuert finden.
Kinski hat da eben lieber nachgehakt und versucht, die Journalisten auf seine Weise ein bisschen dazu zu erziehen, vorher nachzudenken und keine Fragen zu stellen, die jeder Zuschauer mit einem IQ über 80 auch für sich alleine beantworten könnte.
Davon abgesehen hat ihn dieser ganze Medienzirkus und Starrummel ohnehin angewidert.
Er wollte zwar bewundert werden... aber eben mehr auf die Art, wie man beispielsweise den Papst bewundert... distanziert, mit Respekt, und ohne ihm jemals zu Nahe zu treten.
Dieser ganze moderne Starrummel, dass ihn die Leute antatschen wollen, ihm Kleidung vom Leib reißen, oder irgendwelche Paparazzi-Fotos von ihm veröffentlichen, war ihm zuwider. Ich wette sogar, das ist den meisten Stars zuwider. Nur die meisten denken eben an ihren Profit und lassen es mit einem Lächeln auf den Lippen mit sich geschehen.
Kinski hat da nur ehrlich ausgesprochen, was viele denken, sich aber nicht zu sagen trauen. Etwa, wenn er in einem Interview davon spricht, dass er wie eine Prostituierte ist und nur dann die Beine breitmacht, wenn man ihn anständig dafür bezahlt... und dass jeder, der einer Nutte ohne zu bezahlen an den Arsch fasst, sich nicht zu wundern braucht, wenn er von ihr eine gescheuert bekommt.
Da hat er doch völlig Recht.
Nur, weil man irgendwas macht, wofür sich ein breiteres Publikum interessiert, braucht man sich doch nicht gleich alles gefallen zu lassen und ständig nur mit einem zombiehaften Dauergrinsen vor die Kamera treten, wie die meisten anderen Stars.

Lovecraft

Großer Alter


19.01.2008 20:19 Diesen Beitrag einem Moderator melden Zum Anfang der Seite springen

@Karim: Das mit dem Polier nennst Du cholerischer Anfall?! Das ist doch gar nichts; das kriege ja ich noch hin. Mein ehemaliger Chef hätte sich schon gegen Kunden so verhalten... erst recht gegen die Angestellten (inzwischen müßte er abserviert sein, nachdem er bereits auf diese Stelle strafversetzt worden war, wenn ich die Stellenausschreibung vor einem Jahr richtig deute). Ich hatte zuvor und danach noch in anderen "beruflichen" Situationen mit solchen Leuten zu tun, wenn auch teils nur am Rande, so daß ich eine Zeitlang der festen Überzeugung war, es gäbe in jedem Betrieb solche Leute. Das ist aber mittlerweile widerlegt.

Mein obiges Posting erinnerte mich wieder daran, bei welcher Gelegenheit es war, daß mein Mediziner-Freund sich derartig äußerte, daß Hitler wie ein Chefarzt sei, und zwar war es die Szene ab 03:05 bis 03:25 ("Fegelein, Fegelein, Fegelein!") des folgenden Ausschnitts von "Der Untergang", die ihn beim gemeinsamen Filmschauen zu der vermutlich nicht humoristischen Aussage veranlaßte.
http://www.youtube.com/watch?v=NkUzfAfwP1A
Na, erkennt hier wer Gemeinsamkeiten? Ja - die Realitätsfremdheit! Hitler war mir jedenfalls nicht unsympathischer als Kinski in dem Ausschnitt. (die ganze mittlere Szene findet man hier http://www.youtube.com/watch?v=iR9O67Tqpjw, leider habe ich keine Szene ohne parodierende Untertitel im 16:9-Format gefunden).

@Arne: Gut, es gab die Jesuspeople, auf die Kinski Bezug nimmt. Dennoch, wie unkritisch und servil müßten Interviewer denn sein? Welche Fragen hätte man denn stellen sollen? Ich bin mir sehr sicher, daß ein Arne Kroger da genauso alt aussehen würde. Die Interviewer sind in der Regel auch nicht ganz deppert. Die harmlos "provozierenden" Fragen sind ja in der Regel eine Einladung, den eigenen Standpunkt darzulegen.

Zitat:
So, hinzu kommt aber auch noch, dass Kinski eigentlich kein produzierender Künstler war, sondern in erster Linie ein reproduzierender

In erster Linie war er ein sich selbst (re)produzierender Künstler, denn er hat immer versucht, wahnsinnig intelligent/intellektuell zu klingen, hat dabei aber rein gar nichts ausgesagt. Das mag ich nicht. Insofern gibt es eine dreifache Bedeutung von "etwas zu sagen haben". Irgendeiner beschrieb es so treffend, daß es eigentlich nur die akzentuierte Sprechweise ist. Die bekommt man aber oben besser - wie eigentlich alles. Wenn schon!

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Karim




20.01.2008 00:10 Diesen Beitrag einem Moderator melden Zum Anfang der Seite springen

@Lovecraft:
Ich habe genug Choleriker als Vorgesetzte gehabt. Letztes Jahr, zum Beispiel, war ich mal in Oberkochen (Ostalbkreis) bei einer Gartenbaufirma angestellt. Der Chef dort war Alki und Choleriker zugleich. Außerdem konnte ich kaum was von seinem Ostalb-Schwäbisch verstehen. Und wenn der anfing zu bruddeln, war komplett Sendepause, da hätte ich auch gut einem Samoaner zuhören können.
Hat man dies und jenes falsch gemacht, war der gleich auf 180 und war kurz davor komplett auszuticken. Vielleicht lag's auch nur an der Mentalität. Und als Stuttgarter war ich dort eh ein rotes Tuch. Vorbehalte gegen Landeshauptstädter sind auf der Alb und im restlichen Baden-Württemberg ja nichts neues.

Die Arbeit ist etwas Unnatürliches. Die Faulheit allein ist göttlich.

Anatole France
16.04.1844 - 12.10.1924
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Arne Kroger
unregistriert
20.01.2008 05:17 Diesen Beitrag einem Moderator melden Zum Anfang der Seite springen

Also, @Lovecraft, diesen Realitätsverlust hat Hitler aber schon einige Jahrzehnte vorher gehabt (oder ich würde grundsätzlich lieber formulieren, dass er maximal eine Realität wahrgenommen hat, die später nicht mehr mit seinen Vorstellungen zusammenzubringen war, was er dann für Realität hielt) und es ist meines Erachtens ein Unterschied, ob jemand, der ein paar Gangsterfilme gemacht hat, gegenüber blöden Fragen austickt oder ob ein Diktator, dem die Bevölkerung zugejubelt hat, begreift, dass er sein Leben lang nur dumme Scheiße gelabert hat.
Ich kann mich jetzt auch nicht daran erinnern, dass Kinski von der Mehrheit seines Publikums wegen intellektueller Ergüsse geschätzt wurde, maximal, weil er ein guter Schauspieler war, mehr nicht.

Und natürlich stellen Journalisten harmlos provozierende Fragen. Und darauf kann man eben, wie @Dian schon schrieb, entsprechend antworten, oder man kann eben einen asymmetrischen Diskussionstil anwenden. Meine Erfahrung ist allerdings auch, dass man manchmal zumindest Leute mit einem IQ über 80 mit jedweder asymmetrischen Diskussionsart erreichen kann. Dann wird der ein oder andere Journalist (aber eben nur die mit einem IQ über 80) evtl. tatsächlich anfangen, darüber nachzudenken, ob man nicht auch anders an Themen rangehen kann als mit harmlos provozierenden Fragen.

Lovecraft

Großer Alter


02.02.2008 22:37 Diesen Beitrag einem Moderator melden Zum Anfang der Seite springen

Zitat:
Vorbehalte gegen Landeshauptstädter sind auf der Alb und im restlichen Baden-Württemberg ja nichts neues.

Wirklich? Muß ich mal drauf achten. Gilt für mich jetzt nicht.

Arne: Ja, ich wollte Klown Kinski jetzt auch nicht mit Hitler gleichsetzen; war vielleicht ein bißchen daneben. (Aber eine Gelegenheit, diese Videos hier abzuladen). Für so Rollen in Nosferatu oder als wahnsinniger Aguirre war er unbestreitbar immer gut.

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Leberkrebs
unregistriert
05.02.2008 03:01 Diesen Beitrag einem Moderator melden Zum Anfang der Seite springen

Ich finde Kinski nach wie vor gut und meine Ausbrüche sind vergleichbar wenn man mich reizt. Ich hab nurnoch nicht rausgefunden warum massig Frauen auf Kinski geil waren, sogar recht hübsche Schauspielerinnen damals.
Leberkrebs
unregistriert
05.02.2008 03:15 Diesen Beitrag einem Moderator melden Zum Anfang der Seite springen

Nachtrag: Kinski ist bis ziemlich genau 75% des Interviews ganz sachlich.
Dann fragt die Journalistin derart bescheuert, daß ihm die Antworten immer schwerer fallen und da fragt ER dann mal was das soll.
Ich hätte ungefähr ab der Stelle die Frau auch gefragt, ob sie noch alle Tassen im Schrank hat. Da mögt ihr nun Rückschlüsse auf meinen Charakter ziehen, mir egal.
Hansi
unregistriert
05.02.2008 04:04 Diesen Beitrag einem Moderator melden Zum Anfang der Seite springen

Du solltest dich wirklich mal genauer mit deinen Wutausbrüchen beschäftigen, ich denke, dass es dir ohne wesentlich besser gehen dürfte. Und klar darf man auch mal wütend sein auf all die Scheiße die da draußen so auf einen wartet, nur eben reinsteigern und sich daran festbeißen sollte man nicht, da man sich sonst nur selber schadet, aber son Wutausbruch bringt selten jemandem was. Max. hat das bei mir zur Folge, dass ich mich köstlich über solche Wutausbrüche amüsieren kann (und dabei ist meist sogar egal worüber sich jemand aufregt, da kann er in meinen Augen noch so im Recht sein, lustig bleibt es alle mal). Chilled euch einfach n bisschen und dann lasst uns vernünftig und ruhig über ne Sache reden, da haben meist alle mehr davon.
Arne Kroger
unregistriert
06.02.2008 00:22 Diesen Beitrag einem Moderator melden Zum Anfang der Seite springen

Ist nicht ganz korrekt, in dem Falle bei Kinski war die Journalistin auf der sicheren Seite, weil sie noch andere dabei hatte.

Wäre die dem ausgeliefert gewesen, hätte die dann durchaus gekuscht und evtl. was gelernt. Nämlich, dass derjenige, der dumm fragt, auch dumme Antworten bekommt.
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