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Organspende
04.11.2012 00:54 |
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ich konnte spontan keinen organspende-thema finden, also hab ich das hier erstellt.
innerhalb eines jahres soll jeder info-material zur organspende von seiner krankenkasse bekommen und sich entschieden haben, ob er organspender sein möchte oder nicht. das wollte die politik so.
tatsächlich halte ich das für keine schlechte idee, denn es beschäftigen sich wohl nicht so viele mit dem thema, wenn es nicht nötig ist.
allerdings hoffe ich, bei dem zugesandten material wird man auch über die risiken informiert bezüglich der uneinigkeit der experten, wann der tod eingetreten ist und wann nicht.
ich las kürzlich erst von einem leser, dass man seine organe nach dem tod eh nicht mehr bräuchte.
manche sind sich nicht im klaren darüber, dass viele organe nur dann für eine transplantation taugen, wenn der körper noch lebt.
es kann wohl als worst-case-szenario beschrieben werden, wenn jemand z.b. infolge eines unfalls von einem arzt für tot erklärt wird, und durch seinen organspendeausweis bzw. seiner mitteilung an verwandte, dass er organspender sein wolle, dann "regelrecht ausgenommen wird" (zitat einer angehörigen eines "opfers" der organspende, denn die organe müssen schnell entnommen werden), obwohl der organspender vielleicht noch lebt und eine (wenn auch nur geringe) überlebenschance hat.
auch wird gern das argument gebracht, dass man "gott überlassen solle, wann jemand stirbt, und das leben nicht künstlich verlängern solle". wenn die zeit gekommen ist, solle jemand das so akzeptieren. das ist leicht nachvollziehbar, wenn der tod natürlich eintritt. doch was ist mit überfällen und unfällen, also dem "insgesamt vermeidbaren" tod? dort könnten organspenden helfen.
hinzu kommt der jüngst veröffentlichte vorfall bezüglich der manipulation von spenderlisten durch korrupte ärzte, die sich das teuer bezahlen lassen von wohlhabenden menschen.
solange solche korruption auch nur eine chance hat, wird sicherlich jeder, der sich mit organspende beschäftigt, einen guten contra-grund haben.
wie steht ihr zu dem thema?
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into the darkened sky once more, and ever onwards
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Mich stört neben den korrupten Ärzten vor allem die Tatsache, dass ich nicht beeinflussen kann, wer meine Organe bekommen würde.
Wenn ich mir oft überlege, dass man der ganzen Welt eigentlich einen Gefallen tun würde, wenn man verschiedene Leute ausradiert, wäre es nicht in meinem Sinne gerade so jemandem ein Organ zu spenden.
Würde jetzt jemand aus meinem Freundeskreis zB ein Organ brauchen und ich kratze in der Zwischenzeit ab ist das eben etwas völlig anderes. Dann würde ich meine geringen Überlebenschancen auch gerne eintauschen, wenn der andere höhere hat, oder ich müde vom Leben bin
Deshalb bin ich eben noch unentschlossen. Klar würde ich gerne jemandem eine zweite Chance ermöglichen, wenn dieser jemand meines Erachtens nach würdig ist, aber wie gesagt, würde ich gerne selbst Einfluss darauf haben, wo welcher Teil von mir hinkommt
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Wie soll man sich selbst finden, wenn dir die Gesellschaft vorschreibt, wer du zu sein hast?
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Recycling ist eine sinnvolle Sache, besonders wenn es um so etwas wertvolles wie funktionsfähige Organe, die sonst in der Erde verrotten würden, geht.
Von "man sollte es Gott überlassen", was bei Atheisten nunmal nicht zieht, abgesehen, kenne ich bisher auch nur Scheinargumente dagegen. Laut Wikipedia werden, abgesehen von der Lebendspende (Niere, Leber) nur Organe von Menschen transplantiert, die hirn- oder herztot sind. Wo herrscht da Uneinigkeit?
Gefahr von Bestechung und Korruption gibt es überall wo Geld fließt. Das hat nichts mit Organspende zu tun.
Ich maße mir auch nicht an, bei einem mir unbekannten Menschen zu entscheiden, ob er meine Innereien nun verdient oder nicht.
Bisher habe ich keinen Organspendeausweis, weil ich zu faul bin, mich um sowas zu kümmern. Von daher finde ich praktisch, dass ich in Zukunft direkt danach gefragt werde und spende post mortem gerne alles. Lebend spenden (z.B. eine Niere) würde ich allerdings nur Angehörigen und wenn ich selber alt / krank bin.
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Unterm Strich ist das Leben gar nicht so schlecht.
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Stimmt, hier unten ist es ok.
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@WerBinIch:
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| Klar würde ich gerne jemandem eine zweite Chance ermöglichen, wenn dieser jemand meines Erachtens nach würdig ist, aber wie gesagt, würde ich gerne selbst Einfluss darauf haben, wo welcher Teil von mir hinkommt |
welche kriterien hast du da? wann ist jemand würdig?
@Remus:
| Zitat: |
| Laut Wikipedia werden, abgesehen von der Lebendspende (Niere, Leber) nur Organe von Menschen transplantiert, die hirn- oder herztot sind. Wo herrscht da Uneinigkeit? |
es herrscht uneinigkeit darüber, wann jemand hirntot ist. und was die lebendspende angeht herrscht uneinigkeit darüber, wann die organe entnommen werden dürfen (also ab wann man dem patienten keine chance mehr gibt).
| Zitat: |
| Gefahr von Bestechung und Korruption gibt es überall wo Geld fließt. Das hat nichts mit Organspende zu tun. |
die aussage stimmt so nicht. richtig ist: organspende ist kein auslöser von bestechung und korruption.
ich denke mal, das wolltest du zum ausdruck bringen.
der endeffekt bleibt aber.
| Zitat: |
| Ich [..] spende post mortem gerne alles |
es gibt menschen, die bestimmten gruppen nicht helfen wollen. je nach persönlicher präferenz können das nazis, mörder oder auch cdu-anhänger sein
dir ist das alles egal?
| Zitat: |
| Lebend spenden (z.B. eine Niere) würde ich allerdings nur Angehörigen und wenn ich selber alt / krank bin. |
gehört beides zu einem kriterium? wenn du nämlich krank bist, dann sind deine organe womöglich nicht mehr für eine spende tauglich. für das alter gilt womöglich dasselbe, aber da bin ich mir nicht sicher (stichwort zellverfall).
und wie würdest du dich entscheiden, wenn du nicht untertscheiden könntest (post mortem und lebendspende), sondern nur ja / nein zu allem sagen könntest?
Dieser Beitrag wurde 2 mal editiert, zum letzten Mal von Daniel Roth am 05.11.2012 21:16.
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into the darkened sky once more, and ever onwards
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zum thema hirntod:
wir wissen nicht, was genau es mit der seele auf sich hat, ob es ein "leben nach dem tod" gibt etc.
wenn menschen für hirntot erklärt werden, dann sind ihre seelen vielleicht noch im körper gefangen und erleben schmerz, angst und trauer. ein beunruhigender gedanke.
ein weiterer berunruhigender gedanke ist der, dass der endgültige tod, der erst durch die organentnahme herbeigeführt wird, getrennt von angehörigen statt findet; angehörige können den organspender also nicht bis zum letzten moment begleiten.
hier mal ein paar interessante zitate von http://www.theologe.de/theologe17.htm
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| Den Hirntod gibt es überhaupt nicht. Er ist eine Erfindung der Transplantationsmedizin |
| Zitat: |
| Hirntote sind in Wirklichkeit sterbende Menschen, denn der menschliche Körper stirbt langsam. "Unstrittig" ist dabei, "dass der Stoffwechsel in den Körperzellen noch eine Weile weiterläuft, wenn der Mensch eigentlich schon tot ist ..." (Der Spiegel Nr. 38/2005); d.h., wenn er schon für "tot" erklärt wurde, während er aber immer noch stirbt und sich die Seele allmählich vom Körper löst ... |
| Zitat: |
| Trotz grausamer Schmerzen werden in Großbritannien Organspender weiterhin nicht betäubt, wie die Fachzeitschrift Anaesthesia im Jahr 2000 darlegte. In dem Fachmagazin wird zugegeben, dass die hirntoten Spender bei der Organentnahme "möglicherweise" noch Schmerz empfinden. |
| Zitat: |
| Fehldiagnosen in Deutschland und Niederlande: Patienten in letzter Minute vor Organentnahme gerettet - jetzt sind sie wieder gesund: "Die TV-Journalistin Silvia Matthies (München) ist bei ihren Recherchen gleich auf zwei Fälle gestoßen, wo Patienten zur Organspende freigegeben werden sollten: in Holland der Bauunternehmer Jan Kerkhoff und in Freiburg ein junger amerikanischer Soldat. Im einen Fall intervenierte die Familie, im anderen eine Krankenschwester - und so wurden die Patienten weiter gepflegt. Beide konnten wenige Wochen später die Klinik verlassen ..." (idea-spektrum Nr. 12/2007) |
| Zitat: |
Unerträglicher Schmerz bei Leichenöffnung - Toter wachte wieder auf - "Weil der Schmerz unerträglich war", ist der verstorbene 33-jährige Carlos Camejo aus Venezuela am Beginn der Leichenöffnung aufgewacht (Focus online, 15.9.2007). "In dem Moment" sei auch plötzlich wieder "Blut gequollen" und die Obduktion wurde daraufhin sofort abgebrochen.[/quote
[quote]Politikberatungsgremium, eine Art Pendant zum Deutschen Ethikrat, habe eingeräumt, dass das integrierte Funktionieren des Körpers "nicht unbedingt kurz nach Eintritt des Hirntodes aufhöre". Also sei das Hauptargument derjenigen entkräftet, die den Hirntod mit dem Tod des Menschen gleichsetzen, folgert Müller.
Der US-Ethikrat verweist auf Veröffentlichungen von Alan Shewmon. Der Neurologe hatte bis 1998 über 170 dokumentierte Fälle gefunden, in denen zwischen Feststellung des Hirntodes und Eintritt des Herzstillstands viel Zeit vergangen war: Die Spannen reichten von mindestens einer Woche bis zu 14 Jahren.
[..]
die Behauptung, kurz nach dem Hirntod trete unweigerlich der Tod ein, schreibt die Berliner Ethikerin mit Verweis auf den US-Ethikrat, sei "kaum überprüft und sogar eine selbsterfüllende Prophezeiung"[..]
Zudem haben Shewmon und andere Wissenschaftler beobachtet, dass Hirntote ihre Körpertemperatur regulieren, Infektionen und Verletzungen bekämpfen, auf Schmerzreize reagieren, verdauen und ausscheiden. Hirntote Kinder können wachsen und ihre Geschlechtsentwicklung fortsetzen. |
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| Zitat von Daniel Roth: |
| es herrscht uneinigkeit darüber, wann jemand hirntot ist. und was die lebendspende angeht herrscht uneinigkeit darüber, wann die organe entnommen werden dürfen (also ab wann man dem patienten keine chance mehr gibt). |
Wenn ich das bei wiki richtig verstanden hab, ist nicht fraglich, wann der Mensch hirntot ist, sondern ob man einen Menschen, der hirntot ist, aber dessen sonstige Körperfunktionen wie Herzschlag teilweise noch funktionieren als richtig tot ansehen darf. Also mich persönlich muss man dann nicht am Leben erhalten, wenn es meinen Angehörigen recht ist. Da geb ich lieber meine Organe, solange sie noch frisch sind, als ohne Hirnfunktionen weiterzuleben. Aber das ist eine persönliche Entscheidung, die man niemandem abnehmen kann.
Zu der Lebendspende: Du meinst, es ist nicht klar, ob meine Niere zB im vorliegendem Fall wirklich gebraucht wird? Ja, das ist ein Risiko und auch Ärzte irren bekanntlich.
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| Gefahr von Bestechung und Korruption gibt es überall wo Geld fließt. Das hat nichts mit Organspende zu tun. |
die aussage stimmt so nicht. richtig ist: organspende ist kein auslöser von bestechung und korruption. |
Wo ist da jetzt der Unterschied?
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es gibt menschen, die bestimmten gruppen nicht helfen wollen. je nach persönlicher präferenz können das nazis, mörder oder auch cdu-anhänger sein
dir ist das alles egal? |
Je nach persönlicher Präferenz können das auch Kommunisten, Zigeuner oder Juden sein. Die Einteilung von Menschen(gruppen) in lebenswert und lebensunwert überlasse ich aber lieber Nazis. Es geht ja bei der Organspende nicht darum zu sagen, dass man gut findet, was eine Person denkt oder macht (oder gemacht hat), sondern bloß, ihr das Leben zu retten.
Stell dir mal folgende konstruierte Situation vor: Auf der Warteliste für zB eine Lunge stehen 2 Personen: "der beste Mensch der Welt" und ein Arschloch. Das Arschloch steht auf der Liste oben. Es gibt nur eine Lunge. Wenn du nicht spendest, muss "der beste Mensch der Welt" sterben. Wenn du es aber tust, wird deine Lunge aber wohlmöglich dem Arschloch transplantiert. Merkst du worauf ich hinauswill? Es ist total egal, welche Person meine Lunge bekommt. Im Idealfall gibt es so viele Spender wie Menschen, denen es helfen würde.
Ein weiterer Grund für die Organspende: Illegaler Organhandel würde zurück gehen wenn es genug Spenderorgane gäbe. Es ist schon vorgekommen, dass Menschen für ihre Organe ermordet wurden.
An sich wäre dann auch Korruption nicht mehr möglich. Wenn es genug Organe für alle gäbe, käme ich niemals auf die Idee, meinen Arzt zu bestechen um auf der Warteliste nach oben zu rutschen.
Naja, vielleicht gibt es ja auch irgendwann Science-Fiction-mäßig die Möglichkeit, einzelne Organe nachzuzüchten. Dann bräuchte es wohl keine Organspende mehr.
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| Lebend spenden (z.B. eine Niere) würde ich allerdings nur Angehörigen und wenn ich selber alt / krank bin. |
gehört beides zu einem kriterium? wenn du nämlich krank bist, dann sind deine organe womöglich nicht mehr für eine spende tauglich. für das alter gilt womöglich dasselbe, aber da bin ich mir nicht sicher (stichwort zellverfall). |
Hm. Ob beide Kriterien erfüllt sein müssen, müsste ich wohl im Einzelfall entscheiden. Der Lebendspende gegenüber bin ich nicht so aufgeschlossen. Solange ich lebe, brauch ich meine Organe selber.
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| wie würdest du dich entscheiden, wenn du nicht untertscheiden könntest (post mortem und lebendspende), sondern nur ja / nein zu allem sagen könntest? |
Hä? Wie ist die Frage gemeint? Ich würde nicht Herz, Lunge oder sonstwas spenden wenn ich das noch zum leben brauche. Das wäre wohl die krankeste Form von Altruismus.
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Unterm Strich ist das Leben gar nicht so schlecht.
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Stimmt, hier unten ist es ok.
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Ich beantworte mal deinen zweiten Beitrag ebenfalls in einem weiteren Beitrag, um die Übersicht etwas zu wahren.
Ja, wenn ich religiös wäre und an eine Seele glauben würde, bzw. wüsste, was genau das eigentlich sein soll, würde ich vielleicht auch keine Organe spenden wollen. Ich bin allerdings nicht religiös. Damit fällt ein großer Teil der auf der von dir verlinkten Seite stehenden Argumente schon mal flach.
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| ein weiterer berunruhigender gedanke ist der, dass der endgültige tod, der erst durch die organentnahme herbeigeführt wird, getrennt von angehörigen statt findet; angehörige können den organspender also nicht bis zum letzten moment begleiten. |
Ja, das ist schade. Das würde ich für die Möglichkeit, das Leben von anderen zu verlängern, aber vermutlich in Kauf nehmen. (Wie ich das sehen werde, wenn ich wirklich im Sterben liege, ist natürlich die Frage.)
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| Den Hirntod gibt es überhaupt nicht. Er ist eine Erfindung der Transplantationsmedizin |
Den Beleg für diese Behauptung würde ich ja gern mal sehen.
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| Trotz grausamer Schmerzen werden in Großbritannien Organspender weiterhin nicht betäubt, wie die Fachzeitschrift Anaesthesia im Jahr 2000 darlegte. In dem Fachmagazin wird zugegeben, dass die hirntoten Spender bei der Organentnahme "möglicherweise" noch Schmerz empfinden. |
Das ist scheiße. Weiß jemand, wie das in Deutschland gehandhabt wird?
Zu der Sache mit den Fehldiagnosen: Medizinische Irrtümer treten ab und an auf. Das kann vorkommen, auch wenn es für alle Beteiligten nicht schön ist. Niemand kann dir eine Garantie von 100% geben, auch wenn sowas sicher nur selten vorkommt.
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Politikberatungsgremium, eine Art Pendant zum Deutschen Ethikrat, habe eingeräumt, dass das integrierte Funktionieren des Körpers "nicht unbedingt kurz nach Eintritt des Hirntodes aufhöre". Also sei das Hauptargument derjenigen entkräftet, die den Hirntod mit dem Tod des Menschen gleichsetzen, folgert Müller.
Der US-Ethikrat verweist auf Veröffentlichungen von Alan Shewmon. Der Neurologe hatte bis 1998 über 170 dokumentierte Fälle gefunden, in denen zwischen Feststellung des Hirntodes und Eintritt des Herzstillstands viel Zeit vergangen war: Die Spannen reichten von mindestens einer Woche bis zu 14 Jahren.
[..]
die Behauptung, kurz nach dem Hirntod trete unweigerlich der Tod ein, schreibt die Berliner Ethikerin mit Verweis auf den US-Ethikrat, sei "kaum überprüft und sogar eine selbsterfüllende Prophezeiung"[..]
Zudem haben Shewmon und andere Wissenschaftler beobachtet, dass Hirntote ihre Körpertemperatur regulieren, Infektionen und Verletzungen bekämpfen, auf Schmerzreize reagieren, verdauen und ausscheiden. Hirntote Kinder können wachsen und ihre Geschlechtsentwicklung fortsetzen. |
Kurz gesagt: Ich kann nicht denken, nicht sprechen, nicht gehen... aber Schmerz empfinden kann ich. Da wär ich lieber tot.
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Unterm Strich ist das Leben gar nicht so schlecht.
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Stimmt, hier unten ist es ok.
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| Zitat: |
| Wo ist da jetzt der Unterschied? |
naja, "das hat nichts mit organspende zu tun" klingt so, als hätte bestechung und korruption eben nichts mit organspende zu tun. aber das hat es eben doch. denn es gibt korruption und bestechung bei der organspende.
du wolltest aber lediglich sagen: "organspende ist kein auslöser von bestechung und korruption", richtig?
| Zitat: |
| Es ist total egal, welche Person meine Lunge bekommt. Im Idealfall gibt es so viele Spender wie Menschen, denen es helfen würde. |
im idealfall sind alle menschen aufgeklärt und bedrängen / bekämpfen sich nicht gegenseitig. dann könnte ich die aussage unterschreiben. aber solange es unterdrückung (durch unterdrückende menschen) gibt, will ich das nicht riskieren, zu unterstützen. die idee der unterdrückung, propagiert durch "mr. propaganda" (wer auch immer) soll durch meine schuld nicht weiter leben.
| Zitat: |
| Wenn es genug Organe für alle gäbe, käme ich niemals auf die Idee, meinen Arzt zu bestechen um auf der Warteliste nach oben zu rutschen. |
das halte ich für fiktion. es bleibt die frage der organverträglichkeit, der qualität (raucherlunge, ernährung, alter etc.), und letztlich werden sich aufgrund von idealen (wer soll die organe bekommen), würde (in würde sterben und bis zum letzten moment von der familie begleitet werden) und/oder der unsicherheit, bei der organentnahme vllt. doch noch eine chance auf leben zu haben oder zumindest noch schmerz zu empfinden, genug dagegen entscheiden.
| Zitat: |
| Naja, vielleicht gibt es ja auch irgendwann Science-Fiction-mäßig die Möglichkeit, einzelne Organe nachzuzüchten. Dann bräuchte es wohl keine Organspende mehr. |
das wäre der idealfall. soll wohl bereits in den kinderschuhen sein.
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| Hm. Ob beide Kriterien erfüllt sein müssen, müsste ich wohl im Einzelfall entscheiden. Der Lebendspende gegenüber bin ich nicht so aufgeschlossen. Solange ich lebe, brauch ich meine Organe selber. |
die grenze verschwimmt manchmal. obwohl bereits kritisiert, sind die deutschen bestimmungen da noch recht scharf im vergleich zu anderen ländern. ein urlaub im fremden land, ein unfall, und sobald das herz nicht mehr schlägt ODER der hirntod eintritt - eins von beiden recht schon aus, um dich im großen stil auszunehmen wie ein altes auto. und weil man dich für tot hält, kriegst du auch keine betäubung. du könntest am locked-in-syndrom leiden und alles voll mitkriegen. oder eben hirntod sein und trotzdem noch irgendwie eine chance haben, wieder aufzuwachen - sofern du nicht gerade zum ersatzteillager umfunktioniert wirst.
| Zitat: |
| Zitat: |
| wie würdest du dich entscheiden, wenn du nicht untertscheiden könntest (post mortem und lebendspende), sondern nur ja / nein zu allem sagen könntest? |
Hä? Wie ist die Frage gemeint? |
du schreibst ja selbst, dass du eine niere nur spenden würdest, wenn du alt / krank wärst, und dann auch nur angehörigen.
ich wollte nur so wissen, ob du theoretisch auch ohne unterscheidung für organspende wärst.
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| Den Beleg für diese Behauptung würde ich ja gern mal sehen. |
der beleg steht auf der seite: Prof. Dr. Franco Rest, zit. nach Die Wurzel Nr. 3/2012, S. 36
aber interessiert dich nicht viel mehr der beleg für die gegenteilige behauptung? also dafür, dass der hirntod den endgültigen absoluten tod bedeutet?
| Zitat: |
| Zu der Sache mit den Fehldiagnosen: Medizinische Irrtümer treten ab und an auf. Das kann vorkommen, auch wenn es für alle Beteiligten nicht schön ist. Niemand kann dir eine Garantie von 100% geben, auch wenn sowas sicher nur selten vorkommt. |
das problem ist, dass möglicherweise methode dahinter steckt. es gibt ja immerhin ein ziel, und zwar das erklärte ziel der mediziner - leben retten.
vielleicht liegt der focus dann zu sehr auf das zu rettende leben, und zu wenig auf das leben des potentiellen spenders, der aber womöglich noch weiter leben könnte (und somit kein tauglicher spender wäre).
von bestechung mal ganz abgesehen.
| Zitat: |
| Kurz gesagt: Ich kann nicht denken, nicht sprechen, nicht gehen... aber Schmerz empfinden kann ich. Da wär ich lieber tot. |
bedenke die krassen schmerzen, wenn dir bei bewusstsein dein körper aufgeschnitten und die organe entnommen werden! diese schmerzen stehen der alternative gegenüber, dass die lebenserhaltenden geräte einfach abgeschaltet werden und man quasi einschläft.
außerdem habe ich, sofern ich mich nicht irre, auf der verlinkten seite von fällen gelesen, wo menschen wieder aufgewacht und gesund geworden sind, nachdem sie für hirntod erklärt wurden.
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| Zitat von Daniel Roth: |
| du wolltest aber lediglich sagen: "organspende ist kein auslöser von bestechung und korruption", richtig? |
Ja.
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| im idealfall sind alle menschen aufgeklärt und bedrängen / bekämpfen sich nicht gegenseitig. dann könnte ich die aussage unterschreiben. aber solange es unterdrückung (durch unterdrückende menschen) gibt, will ich das nicht riskieren, zu unterstützen. die idee der unterdrückung, propagiert durch "mr. propaganda" (wer auch immer) soll durch meine schuld nicht weiter leben. |
Hast du mein "bester Mensch der Welt" / Arschloch - Argument verstanden? Wenn ja, dann sagst du gerade, dass es dir wichtiger ist, dass Menschen, die du für schlecht hältst sterben, als, dass Menschen leben, die du für gut hältst. Außerdem unterstützt du doch nicht die Ansicht eines Menschen, wenn du seinen Tod verhinderst. Würdest du deinen "mr. propaganda" auch aktiv töten?
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| Zitat: |
| Wenn es genug Organe für alle gäbe, käme ich niemals auf die Idee, meinen Arzt zu bestechen um auf der Warteliste nach oben zu rutschen. |
das halte ich für fiktion. es bleibt die frage der organverträglichkeit, der qualität (raucherlunge, ernährung, alter etc.), und letztlich werden sich aufgrund von idealen (wer soll die organe bekommen), würde (in würde sterben und bis zum letzten moment von der familie begleitet werden) und/oder der unsicherheit, bei der organentnahme vllt. doch noch eine chance auf leben zu haben oder zumindest noch schmerz zu empfinden, genug dagegen entscheiden. |
Klar sind wir davon noch weit weg. Das heißt nicht, dass es nicht möglich wäre.
| Zitat: |
die grenze verschwimmt manchmal. obwohl bereits kritisiert, sind die deutschen bestimmungen da noch recht scharf im vergleich zu anderen ländern. ein urlaub im fremden land, ein unfall, und sobald das herz nicht mehr schlägt ODER der hirntod eintritt - eins von beiden recht schon aus, um dich im großen stil auszunehmen wie ein altes auto. und weil man dich für tot hält, kriegst du auch keine betäubung. du könntest am locked-in-syndrom leiden und alles voll mitkriegen. oder eben hirntod sein und trotzdem noch irgendwie eine chance haben, wieder aufzuwachen - sofern du nicht gerade zum ersatzteillager umfunktioniert wirst. |
| Zitat: |
| außerdem habe ich, sofern ich mich nicht irre, auf der verlinkten seite von fällen gelesen, wo menschen wieder aufgewacht und gesund geworden sind, nachdem sie für hirntod erklärt wurden. |
Ja, das sind doch die medizinischen Irrtümer von denen ich gesprochen habe.
| Zitat: |
| ich wollte nur so wissen, ob du theoretisch auch ohne unterscheidung für organspende wärst. |
Sorry, ich verstehe die Frage immer noch nicht.
| Zitat: |
| der beleg steht auf der seite: Prof. Dr. Franco Rest, zit. nach Die Wurzel Nr. 3/2012, S. 36 |
Das Buch von dem Typen besorg ich mir jetzt nicht.
| Zitat: |
| aber interessiert dich nicht viel mehr der beleg für die gegenteilige behauptung? also dafür, dass der hirntod den endgültigen absoluten tod bedeutet? |
Nö. Ich habe ja nie bestritten, dass der Hirntod nicht mit dem absoluten Tod gleichzusetzen ist. Wenn andere Körperfunktionen wie Atmung und Herzschlag noch funktionieren, kann der Mensch ja nicht komplett tot sein. Allerdings ist das kein Zustand in dem ich leben möchte. Ich klaue dir mal ganz frech die Signatur: "Ich sterbe lieber im stehen als auf Knien zu leben" - im Bett liegend ohne sich rühren oder auch nur denken zu können ist schlimmer als auf Knien, oder?
| Zitat: |
das problem ist, dass möglicherweise methode dahinter steckt. es gibt ja immerhin ein ziel, und zwar das erklärte ziel der mediziner - leben retten.
vielleicht liegt der focus dann zu sehr auf das zu rettende leben, und zu wenig auf das leben des potentiellen spenders, der aber womöglich noch weiter leben könnte (und somit kein tauglicher spender wäre). |
Ja, das finde ich dann auch problematisch wenn dem so sein sollte.
| Zitat: |
| bedenke die krassen schmerzen, wenn dir bei bewusstsein dein körper aufgeschnitten und die organe entnommen werden! diese schmerzen stehen der alternative gegenüber, dass die lebenserhaltenden geräte einfach abgeschaltet werden und man quasi einschläft. |
Bewusstsein wenn man hirntot ist? Du meinst wohl eher Schmerzempfinden.
Aber ja, einschlafen und nie wieder aufwachen klingt angenehmer.
Dieser Beitrag wurde 1 mal editiert, zum letzten Mal von Remus am 05.11.2012 22:07.
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Unterm Strich ist das Leben gar nicht so schlecht.
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Stimmt, hier unten ist es ok.
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| Hast du mein "bester Mensch der Welt" / Arschloch - Argument verstanden? Wenn ja, dann sagst du gerade, dass es dir wichtiger ist, dass Menschen, die du für schlecht hältst sterben, als, dass Menschen leben, die du für gut hältst. |
ich sehe diese kausalität nicht so.
| Zitat: |
| Außerdem unterstützt du doch nicht die Ansicht eines Menschen, wenn du seinen Tod verhinderst. Würdest du deinen "mr. propaganda" auch aktiv töten? |
nein, das würde ich nicht tun.
ich unterstütze nicht direkt die absicht eines solchen menschen, aber ich würde ggf. zulassen, dass er ein system weiterführt bzw. weiterbringt, das für ausbeutung und unterdrückung steht.
| Zitat: |
| Sorry, ich verstehe die Frage immer noch nicht. |
ok, egal, die frage war eh nur hypothetisch und nicht weiter wichtig.
| Zitat: |
| Allerdings ist das kein Zustand in dem ich leben möchte. Ich klaue dir mal ganz frech die Signatur: "Ich sterbe lieber im stehen als auf Knien zu leben" - im Bett liegend ohne sich rühren oder auch nur denken zu können ist schlimmer als auf Knien, oder? |
der vergleich sieht nach äpfel und birnen aus. mit der signatur ist etwas gänzlich anderes gemeint.
ich habe nun leider kein fundiertes medizinisches wissen, um da in die materie zu gehen. aber wäre es nicht vielleicht möglich, dass man aus einem zustand heraus, der für ärzte geeignet ist, einen hirntod zu diagnostizieren, wieder aufwacht?
falls nein: dann ist die alternative nicht, dahin zu vegetieren, sondern begleitet von der familie und in würde zu sterben.
| Zitat: |
Bewusstsein wenn man hirntot ist? Du meinst wohl eher Schmerzempfinden.
Aber ja, einschlafen und nie wieder aufwachen klingt angenehmer. |
ich bezog mich da wohl auf das locked-in-syndrom, als ich das geschrieben habe. andernfalls könnte man ja eigentlich nur den religiösen aspekt ansprechen, der davon ausgeht, dass das bewusstsein in der seele ist und nicht im hirn.
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Da ich bis zum Ableben meines Vaters absolut nichts von der Problematik wusste, ärgere ich mich heute über die einseitige und mangelnde Aufklärung über Organspende und den Hirntod.
Inzwischen weiß ich, dass in Deutschland eine Narkose keine Pflicht ist, manche Ärzte und Kliniken befürworten sie, aber Pflicht ist es nicht. Was ich jetzt auch weiß ist, dass schon beim Verdacht auf Hirntod, also im Koma, wenn die Reflexe fehlen, die Schmerz- und Beruhigungsmittel bei potentiellen Organspendern abgesetzt werden müssen, damit die Hirntoddiagnostik durchgeführt werden kann. Mal angenommen, dass ich im Koma sehr wohl noch etwas mitbekommen kann, stelle ich mir die Schmerzen und den Stress bei steigendem Hirndruck grausam vor - aber man kann sich ja nicht äußern. Ganz abgesehen davon müssten alle Menschen genau wissen worauf sie sich einlassen. Es geht fast jeder davon aus, dass mit allen technischen Raffinessen der Hirntod festgestellt wird, dabei ist noch nicht einmal EEG Pflicht (nur fakultativ), bis auf einige Ausnahmen. Genauso wichtig wie das Weiterleben durch eine Organspende ist ja wohl ein Sterben in Frieden mit den Angehörigen - möglichst ohne Stress und Schmerzen. Echte SPENDER sollten wissen, was auf sie zukommt, sonst ist das doch eine Manipulation Unwissender. Immer wird nur geworben, dass man ein guter Mensch ist, wenn man Organspender ist - hallo??? Das ist doch keine Aufklärung, wenn so die Organspendeausweise verteilt werden!
Habt ihr Lust Fragen zu stellen an die Fachjournalistin Silvia Matthies? http://www.diagnose-hirntod.de/?page_id=309 Sie freut sich über JEDE Frage von euch und beantwortet sie nach bestem Wissen und Gewissen. Schon seit den 80ern ist dieses Thema eins ihrer Steckenpferde und was sie herausgefunden hat ist hochinteressant.
Achja und mir fällt noch ein, dass ich gelesen habe, dass in Belgien herausgefunden wurde, dass sehr viele Komapatienten Bewusstsein besitzen, wenn man sie gezielt darauf untersucht - was aber in der Regel nicht der Fall ist.
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Ich wäre bereit zur Organspende, wenn ich dafür bei Eigenbedarf auf der Spenderliste bevorzugt werde. Also gegenüber Leuten, die ihre Organe lieber mit ins Grab nehmen möchten. Das würde natürlich vorraussetzen dass man alle Menschen darüber informiert. Und Minderjährige sollten natürlich gleich behandelt werden. Das fände ich fair und das wäre es mir wert das Risiko von eventuellem Missbrauch einzugehen.
Ich verstehe nicht wieso man nicht mit diesem Argument für Organspenden wirbt.
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